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Marxismus und Frauenpolitik oder: Was ist feministischer Marxismus?

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Part of the Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie book series (JSG)

Zusammenfassung

Die Zustände sind merkwürdig. Etwa 200 Jahre nach ihrer Ausrufung gelten bürgerliche Gleichheiten vor dem Gesetz immer noch nicht überall für beide Geschlechter. Viel entscheidender aber noch ist die praktizierte Ungleichheit, die als „Benachteiligung“, „Diskriminierung“ wie Kitt die Gesellschaft zusammenhält und durchsetzt. Das gilt nicht nur für kapitalistische Gesellschaftsformationen. Anders, aber als Unsichtbarkeit sichtbar ist die Benachteiligung der Frauen in allen Führungspositionen sozialistischer Gesellschaften, die fast bis zum faktischen Ausschluß reicht. Wenn man davon ausgeht, daß Frauenunterdrückung in der Trennung des Privatem vom Öffentlichen einen Nährboden findet und die Zuweisung des privaten Ortes an die Frauen andere Unterdrückungspraxen begründet, wird man schließen müßen, daß überall dort, wo die Frauen nicht selbstverständlich einen halben Teil der Öffent-lichkeit besetzen (etwa auf Kongressen, in Parlamenten, aber auch in Kneipen usw.), ihre Unterdrückung fortdauert. Der Schritt in die Öffentlichkeit ist der Anfang der Frauengeschichte. Frauenbefreiungsbewegung, so meint z. B. eine trotzkistische Autorin2, beginnt dort, wo Frauen sich öffentlich artikulieren; und umgekehrt: der Ausschluß aus der Politik begründet die Frauenfrage und verbindet sie mit der Rassenfrage.

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Anmerkungen

  1. 8.
    Marx Engels Werke (MEW) 3, Berlin/DDR 1978, S. 45.Google Scholar
  2. 13.
    Christine Delphy, Un Féminisme matérialiste est possible, in: Nouvelles Questions féministes, Automne 1982.Google Scholar
  3. 16.
    Claudia von Werlhoff, Frauenarbeit: Der blinde Fleck in der Kritik der Politischen Ökonomie, in: Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis, 1, Köln 1978.Google Scholar
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    Donna Harraway, Rasse, Klasse, Geschlecht als Objekte der Wissenschaft, in: Das Argument 132, 1982.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

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