Advertisement

Zusammenfassung

Die Aufgabe eines Systems zur Produktionsplanung und -Steuerung besteht in der Erstellung eines (Produktions-) Planes, gemäß dem der Produktionsprozeß mengen- und termingerecht abgewickelt werden soll sowie in der Ergreifung von Maßnahmen, die der Realisierung des Produktionsplanes dienen. Aufgrund der seit der Einführung von EDV-Anlagen fortschreitenden (relativen) Verbilligung von Rechnerkapazitäten tätigten in den 80er Jahren sehr viele mittelständische Unternehmungen Investitionen in (EDV-gestützte) Systeme zur Produktionsplanung und -Steuerung (PPS-Systeme). Unterstützt wurde diese Entwicklung auch durch die stetig wachsende Zahl von Standardprogrammen zur Produktionsplanung und -Steuerung.1 Durch die Möglichkeit, ein für die betrieblichen Verhältnisse (vermeintlich) geeignetes PPS-Programm relativ kostengünstig2 erwerben zu können, nahmen viele mittelständische Unternehmungen die Einführung eines entsprechenden computergestützten PPS-Systems in Angriff. Die zum Kauf entsprechender Individualsoftware erforderlichen Ausgaben sind nämlich häufig so hoch, daß sie von den mittelständischen Unternehmungen nicht aufgebracht werden können. Zudem sind die für Eigenprogrammierung von Individualsoftware not-wendigen Personalkapazitäten in vielen mittelständischen Unternehmungen weder in qualitativer noch in quantitativer Hinsicht vorhanden, so daß diese Möglichkeit des Softwarebezugs für die betreffenden Unternehmungen nicht vorliegt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literature

  1. 1.
    Standardprogramme werden für einen großen (potentiellen) Anwenderkreis konzipiert und von den jeweiligen Herstellern auf dem Markt angeboten. Demgegenüber erfolgt die Entwicklung von Individualsoftware zur Lösung spezieller betriebsindividueller Problemstellungen.Google Scholar
  2. 2.
    So wurden in einer empirischen Untersuchung von mittelständischen Unternehmungen “Kostenersparnisse im Vergleich zur Eigenentwicklung (bzw. Individualsoftware)” am häufigsten als Befürwortungsgrund von Standardsoftware zur Produktionsplanung und -steuerurg genannt. Vgl. Glaser, H./Geiger, W./Rohde, V. (1991): PPS — Produktionsplanung und -Steuerung. Grundlagen — Konzepte — Anwendungen, Wiesbaden 1991, S. 313.Google Scholar
  3. 3.
    Hohe Qualität bedeutet in diesem Zusammenhang zum einen “Hohe Verarbeitungsund Fertigungsqualität”. Sie stellt das Maß der Übereinstimmung zwischen Fertigungsvorschrift und tatsächlicher Fertigung dar (vgl. REFA (Hrsg.) (1985b): Methodenlehre der Planung und Steuerung, Teil 4, 4. Aufl., München 1985, S. 13). Zum anderen bezieht sich der Begriff Qualität auch auf die “technische bzw. wirtschaftliche Qualität”, d.h. auf den Grad der Funktionserfüllung eines (fehlerfreien) Teiles. Dies bedeutet, daß ein im Zeitablauf für die Unternehmungen immer größer werdender permanenter Zwang zur Produktdifferenzierung bzw. -variation sowie zur Produkt-und Produktionsinnovation vorliegt. Hieraus resultieren kurze Produktlebenszyklen und eine hohe Teilevielfalt, speziell auf Endproduktebene.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Glaser, H./Geiger, W./Rohde, V. (1991), S. 282 f., speziell Tabelle 49 und Tabelle 50. Der Bereich “Produktion” wird vor dem Bereich “Vertrieb” am häufigsten als Problembereich genannt. Innerhalb des Produktionsbereiches entfallen auf die “Produktionsplanung und -Steuerung” mit Abstand die meisten Nennungen als Problemursache.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Glaser, H./Geiger, W./Rohde, V. (1989): Computergestützte Produktionsplanung und -Steuerung in der mittelständischen Industrie, in: Böhler, H. u.a. (Hrsg.), Mittelstand und Betriebswirtschaft, Schriftenreihe des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft e.V. an der Universität Bayreuth, Band 5, Bayreuth 1989, S. 27–54, hier: S. 39, insbesondere Abbildung 11. Gemäß der von den Autoren durchgeführten Untersuchung stuft die Hälfte der befragten Produktionsleiter die Qualität des in der Unternehmung eingesetzten Systems zur Produktionsplanung und-Steuerung im Vergleich zu den Planungssystemen für andere betriebliche Funktionsbereiche als niedrig bis sehr niedrig ein.Google Scholar
  6. 6.
    Nicht Gegenstand der Arbeit ist somit die explizite Bewertung und Auswahl von (Standard-) PPS-Systemen. Zu diesem Bereich der Forschung liegen bereits einige grundlegende Arbeiten vor. Vgl. z.B. Speith, G. (1982): Vorgehensweise zur Beurteilung und Auswahl von Produktionsplanungs- und -Steuerungssystemen für Betriebe des Maschinenbaus, Diss. Aachen 1982;Google Scholar
  7. 6a.
    Brief, U. (1984): Entwicklung und Erprobung eines EDV-gestützten Verfahrens zur Feinauswahl von Standardsystemen der Produktionsplanung und -Steuerung im Maschinenbau, Diss. Aachen 1984;Google Scholar
  8. 6b.
    Liebstöckel, K. (1986): Die Bewertung von EDV-gestützten Produktionsplanungsund -Steuerungssystemen (PPS) aus betriebswirtschaftlicher Sicht, Diss. Würzburg 1986;Google Scholar
  9. 6c.
    Miessen, E. (1989): Rechengestützte Produktionsplanung und -Steuerung. Effizienzorientierte Auswahl anpaßbarer Standardsoftware, Berlin u.a. 1989.Google Scholar
  10. 7.
    Das von Herrn Prof. Dr. H. Glaser geleitete Projekt wurde unter Mitarbeit von Herrn Dr. V. Rohde sowie des Verfassers durchgeführt.Google Scholar
  11. 8.
    Dies gilt speziell für die für die Einführung eines computergestützten PPS-Systems Verantwortlichen (z.B. Geschäfts-, Produktions- sowie EDV-Leitung) und für die Mitarbeiter, deren Aufgabenbereich durch ein entsprechendes System berührt wird.Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 1992

Authors and Affiliations

  • Werner Geiger

There are no affiliations available

Personalised recommendations