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Zielbeziehung zwischen Einkommen- und Erbschaftsteuerbarwertminimierung bei der Unternehmensnachfolge

  • Gabriele Rautenstrauch

Zusammenfassung

Zwischen den Zielen Einkommen- und Erbschaftsteuerbarwertminimierung können horizontale Beziehungen (Interdependenzrelationen) mit den Ausprägungen Zielindifferenz, Zielkonkurrenz oder Zielkomplementarität vorliegen. Bei Zielindifferenz (Zielneutralität) beeinflußt das Erreichen eines Zieles die Realisation des anderen Zieles nicht.372 Im Fall der Zielkonkurrenz führt die zunehmende Erfüllung des einen Zieles zur geringeren Erreichung des anderen Zieles.373 Bei Zielkomplementarität ist die zunehmende Erreichung des einen Zieles mit einer steigenden Erfüllung des anderen Zieles verbunden.374

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Literature

  1. 372.
    Vgl. Bea/Dichtl/Schweizer, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Bd. 1, S. 310; Bidlingmaier/ Schneider, HWB, Sp. 4734; Kupsch, Unternehmungsziele, S. 28.Google Scholar
  2. 373.
    Vgl. Bidlingmaier/Schneider, HWB, Sp. 4734. Als Spezialfall gilt hier die Zielantinomie (Zielgegensatz), bei der bei Erfüllung des einen Ziels auf das andere Ziel vollständig verzichtet werden muß.Google Scholar
  3. 374.
    Vgl. Bea/Dichtl/Schweizer, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Bd. 1, S. 310; Bidlingmaier/ Schneider, HWB, Sp. 4734; Kupsch, Unternehmungsziele, S. 26.Google Scholar
  4. 375.
    Z. B. kann die Anschaffung eines Grundstücks fremdfinanziert werden. Die Verbindlichkeit übersteigt i. d. R. den erbschaftsteuerlichen Grundstückswert wegen der erbschaftsteuerlichen Bedarfsbewertung für Grundstücke.Google Scholar
  5. 376.
    Wegen der Annahme Σ VWSchulden = Σ BWSchulden wirkt sich die Schuldenerhöhung nicht auf die Einkommensteuer bei einem späteren Realisationsvorgang aus, da nur Maßnahmen durchgeführt werden können, die sich neben der Schuldenerhöhung in gleicher Höhe auch auf die Entgelt-bemessung auswirken. Ermessensspielräume z. B. bei der Rückstellungsbemessung sind damit ausgeschlossen. 377 Vgl. in Teil 2 Kapitel 2.3.1(a).Google Scholar
  6. 378.
    Aus Vereinfachungsgründen werden hier nur Bewertungsmodifikationen als Durchbrechungen der verlängerten Maßgeblichkeit angenommen. Ansatzmodifikationen bleiben außer Betracht.Google Scholar
  7. 379.
    Vgl. in Teil 3 Kapitel 5.1.1.2.Google Scholar
  8. 380.
    Vgl. BVerfG, Beschluß vom 27.04.1999, ZIP 1999, S. 1441.Google Scholar
  9. 381.
    Dies ist z. B. der Fall, wenn vor der Schenkung einkommenswirksame Gestaltungsmaßnahmen zur Minderung der Buchwerte durchgerührt werden, die verringerten Buchwerte in die schenkungsteuerliche Vermögensaufstellung aufgenommen werden und kurz nach der Schenkung ein Realisationsvorgang durchgeführt wird.Google Scholar
  10. 382.
    Der Zinseffekt kann in diesem Fall durch den Progressionseffekt abgeschwächt werden. Bei sinkenden Steuersätzen unterstützt der Steuersatzeffekt den Zinseffekt.Google Scholar
  11. 383.
    Entspricht der Buchwert dem Verkehrswert (z. B. bei kurz zuvor durchgeführten Anschaffungsvorgängen) bzw. bei Entnahmevorgängen dem Entnahmewert (z. B. bei Anwendung der Teilwertvermutung für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens) sind keine stillen Reserven vorhanden. Für die Realisationsvorgänge existiert kein Potential zur Minimierung des Einkommensteuerbarwerts, da die einkommensteuerliche Bemessungsgrundlage in diesem Fall Null beträgt.Google Scholar
  12. 384.
    Dieser Grundsatz gilt wegen des unterstellten Interessengegensatzes bei Veräußerungsvorgängen, die mit fremden Dritten durchgeführt werden.Google Scholar
  13. 385.
    Zur Erhöhung des Buchwerts können z. B. Instandhaltungsmaßnahmen in der Weise durchgeführt werden, daß anstatt Erhaltungsaufwand nachträgliche Herstellungskosten anzusetzen sind. Vgl. hierzu Schmidt/Glanegger, EStG, § 6 Rz. 196 ff. Weiterhin können sich Ermessensspielräume bei der Wertaufholung ergeben (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 und Nr. 2 Satz 3 EStG). Allgemein ist bei der Erhöhung des Buchwerts jedoch das Anschaffungswertprinzip zu berücksichtigen.Google Scholar
  14. 386.
    Vgl. Fn. 384.Google Scholar
  15. 387.
    Vgl. Fn. 382.Google Scholar

Copyright information

© Deutscher Universitäts-Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

Authors and Affiliations

  • Gabriele Rautenstrauch

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