Advertisement

Historisch-politische Problemfelder der „Erfolgsdynamik“

  • Detlef Lehnert

Zusammenfassung

„Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg“ — an dieses gemeinverständlich formulierte Motto für jene massenkulturellen Gegenwartsphänomene, die auf eine konkurrenzgesellschaftliche Medienöffentlichkeit ausgerichtet sind, mag sich erinnern, wer die politische „Fieberkurve“ des Stimmenzuwachses der NSDAP seit dem Herbst 1929 betrachtet (vgl. Falter 1991: 36): Erstmals seit dem Krisenhalbjahr 1923/242 konnte die äußerste Rechte wieder beachtenswerte Ergebnisse von 7% in Baden (27. Oktober 1929) und 8,1% in Lübeck (10. November 1929) erzielen. Daraufhin beschleunigte sich im Zeichen einer wirtschaftlichen Krisenverschärfung und der nationalistischen Kampagne des Volksentscheids fiber den Young-Plan der Massenzustrom zu den Nationalsozialisten auf zweistellige Ergebnisse von 11,3% in Thüringen (8. Dezember 1929) und gar 14,4% in Sachsen (22. Juni 1930), bis als erster Kulminationspunkt ein Stimmenanteil von 18,3% bei den Reichstagswahlen am 14. September 1930 erreicht war.3 Dieses Wahlresultat, mit dem eine vormalige Splittergruppe auf einen Schlag die zweitstärkste Reichstagsfraktion stellte, wird historisch gemeinhin als jener politische Durchbruch eingeordnet, der letzte Wegstrecken eines seither unaufhaltsam erscheinenden Aufstiegs der NSDAP zur wählerstärksten Partei im Deutschen Reich bahnte.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen/Wiesbaden 1998

Authors and Affiliations

  • Detlef Lehnert

There are no affiliations available

Personalised recommendations