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Einführung

  • Karsten Füser
Chapter

Zusammenfassung

„Der Einsatz von Credit Scoring ist im zentraleuropäischen Wirtschaftsraum noch immer umstritten. Vor allem im Vergleich mit den anglosächsischen Ländern ist die Einschätzung dieses Instrumentes sehr kontrovers. Während dort das Credit Scoring schon seit Jahrzehnten zum unverzichtbaren Instrumentarium des Finanzdienstleistungssektors gehört, tut man sich hierzulande immer noch schwer mit seiner Bewertung und Einstufung“, so Hub noch im Jahre 1992.1 Dennoch, seit den Gesetzestafeln des Hammurabi, also seit ca. 1700 v. Chr., versuchen sich Experten in der Analyse von Kreditrisiken. Während das grundlegende Problem der Bonitätseinschätzung eines Vertragspartners seit dieser Zeit unverändert geblieben ist, haben sich die Vielfalt und die Komplexität der kreditrisikobehafteten Verträge und auch die Methoden zur Bonitätsprüfung seitdem nachhaltig gewandelt.

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. Hub, P. K. (1992), S. 16–21.Google Scholar
  2. 2.
    Vgl. Mrzyk, A. P. (1999), S. 17.Google Scholar
  3. 3.
    Vgl. Mrzyk, A. P. (1999), S. 20. Def. „Kreditrisiko“ nach Hackl/Marbacher. „Unter Kreditrisiko wird einerseits die Wahrscheinlichkeit der Unfähigkeit des Kreditnehmers verstanden, seiner Zins- und Rückzahlungsverpflichtung nachzukommen (default risk), andererseits der erwartete wirtschaftliche Schaden für den Kreditgeber in der Folge der Zahlungsunfähigkeit des Kreditnehmers.“ Hackl, P./Maderbacher, M. (1999), S. 990.Google Scholar
  4. 4.
    Vgl. Wilbert, R. (1991), S. 1378.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. Kögel, K. (1999), S. 24.Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Jovic, D./Mondello, E. (2000), S. 925.Google Scholar
  7. 7.
    Vgl. Grunke, P. (2000), S. 101–112. Nach Fischer weist der 1998er Accord entscheidende Mängel auf, die eine Überarbeitung dringend erforderlich machen. Diese Mängel betreffen vor allem die unzureichend differenzierte Kapitalunterlegung von Krediten. So sind z. B. Kredite an Unternehmen oder Privatpersonen immer mit 8 % zu unterlegen, völlig unabhängig von der Bonität der Kreditnehmer. Fischer sagt, dass die 8-%-Regel zur Kapitalunterlegung von Kreditrisiken von den Banken viel zu lange viel zu geduldig hingenommen worden ist. Vgl. Fischer, T. R. (2000). S. 107–114; Harold P./Muckenauer, K. (1999), S. 937–947.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. hierzu neben der englischen Originalfassung u. a. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001).Google Scholar
  9. 9.
    „Aufgrund mangelnder originärer oder abgeleiteter Rechtssetzungskompetenz ist der Ausschuss nicht in der Lage, in den beteiligten Staaten die unmittelbare Wirksamkeit seiner jeweils ausgesprochenen Empfehlungen zu erreichen. Obwohl kein Zwang zur Umsetzung der Basler Vorschläge in deutsches Recht besteht, beeinflussen die Basler Vorschläge dennoch die häufig parallele bzw. unmittelbar nachfolgende Entwicklung von neuen Richtlinien auf EU-Ebene und damit indirekt auch den deutschen Gesetzgebungsprozess.“ Wild, Ch. (2000), S. 22–28.Google Scholar
  10. 10.
    Da Kreditausfälle die Sicherheit der Einlagen und die Existenz einer Bank gefährden können, wird eine Eigenmittelunterlegung von Ausfallrisiken verlangt, die in Deutschland im Grundsatz I kodifiziert ist. Vgl. Rolfes, B./ Emse, C. (2000), S. 680–685.Google Scholar
  11. 11.
    Vgl. Gögel, S./Kulartz, H. J. (2000), S. 65.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (2001), S. 3.Google Scholar
  13. 13.
    „Die hauptsächlichen Anstrengungen im Bereich des internen Kreditrisiko-Managements werden in zwei Richtungen erfolgen. Erstens werden die mit den bestehenden Rating-Systemen ermittelten Migrationen zwischen den verschiedenen Bonitätsstufen statistisch analysiert. Zumal in vielen Fällen diesbezüglich nur mangelhafte EDV-mäßige Aufzeichnungen vorhanden sind, werden diese in einem ersten Schritt zu erheben sein. Im Sinne einer fundierten Analyse wird daran kein Weg vorbeigehen, auch wenn die Aufarbeitung historischer Daten mancherorts befremdlich erscheinen mag. Mit den dann bestimmbaren Migrationsmatrizen wird im zweiten Schritt die Risikoquantifizierung vollzogen, auf welche schließlich die risikobasierte Erfolgssteuerung aufgesetzt werden kann. Zweitens wird das bestehende Rating-System hinterfragt. Zentraler Angelpunkt wird dabei die Prognosefähigkeit des Systems sein.“ Schwaiger, W. S. A. (2000), S. 387.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Guthoff, A./Pfingsten, A./Schuermann, T. (1999), S. 1184.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Derigs, U./Schirp, G. (1997), S. 285–293.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Grunke, P. (2000), S. 101–112.Google Scholar
  17. 17.
    „Die Entwicklung im Kreditgeschäft mit Firmenkunden ist in den letzten Jahren von erhöhtem Insolvenzrisiko sowie einem tendenziellen Anstieg des Gläubigerrisikos gekennzeichnet. Eine möglichst präzise Bestimmung der Ausfallwahrscheinlichkeit einzelner Engagements erscheint deshalb als eine immer dringlicher werdende Aufgabe. Zur Bewältigung dieser Aufgabe ist eine umfassende, zukunftsorientierte Kreditprüfung unerlässlich.“ Betsch, O./Brümmer, E./Hartmann, E. E./Wittberg, V. (1997), S. 150–155.Google Scholar
  18. 18.
    Vgl. Guthoff, A./Pfingsten, A./Schuermann, T. (1999), S. 1183.Google Scholar
  19. 19.
    Vgl. Everling, O. (1999), S. 808–809.Google Scholar
  20. 20.
    Guthoff, A./Pfingsten, A./Schuermann, T. (1999), S. 1182.Google Scholar
  21. 21.
    Vgl. „A New Capital Adequacy Framework: Consultative paper issued by the Basel Committee on Banking Supervision“, Basel, 3. Juni 1999 bzw. siehe als deutsche Übersetzung die „Neuregelung der angemessenen Eigenkapitalausstattung“, Basler Ausschuss für Bankenaufsicht — Konsultationspapier vom 3. Juni 1999. Nach Wild sind folgende Mindestanforderungen zu nennen: „Als Mindestanforderungen werden beispielsweise die Objektivität des Ratings, die Unabhängigkeit der Rating-Agentur, die Transparenz des Rating-Verfahrens, die Glaubwürdigkeit der Rating-Einteilung (Vorliegen eines Track-Records von mehr als einem Jahr für neu errichtete Agenturen), die internationale Verfügbarkeit des Ratings, das Rating-Know-how und Ressourcen innerhalb der Rating-Agentur sowie eine ausreichend große Anzahl von Rating-Kategorien genannt. “ Wild, Ch. (2000), S. 24.Google Scholar
  22. 22.
    Der Added Value externer Ratings der hier genannten Agenturen besteht in dem durch ihre Unabhängigkeit gewährleisteten Einblick in Informationen, die anderen Marktteilnehmern nicht zur Verfügung stehen. Vgl. Behr, G./Kind, A. (1999), 64.Google Scholar
  23. 23.
    Vgl. Füser, K. (1995); Füser, K. (1999), S. 11–13; Dietz, J./Füser, K./Schmidtmeier, S. (1996), S. 523–527; Dietz, J./Füser, K./Schmidtmeier, S. (1997), S. 475–489; Füser, K./Schmidtmeier, S./Dietz, J. (1997), S. 177–183, Füser, K./Schmidtmeier, S./Schon, F. (1998), S. 287–295.Google Scholar
  24. 24.
    Vgl. Wild, Ch. (2000), S. 28.Google Scholar
  25. 25.
    Vgl. Weber M./Krahanen, J./Foßmann, F. (1999), S. 117–142.Google Scholar
  26. 26.
    Vgl. hierzu zum Beispiel DVFA (2000).Google Scholar
  27. 27.
    Vgl. Kahnman, D./Tversky, A. (1972), S. 430–454. Vgl. zur Anwendung auf das Entscheidungsverhalten in Unternehmen: Gleißner, W. (2000).Google Scholar
  28. 28.
    Um mangelhafte Ratings zu vermeiden, wurden in der Vergangenheit Qualitätsanforderungen an Ratings formuliert. Hierzu zählen gewisse Mindestmaßstäbe wie Problemadäquanz, Nachvollziehbarkeit, Genauigkeit und Aktualität, Wirtschaftlichkeit sowie Unabhängigkeit der Rating-Agentur.Google Scholar
  29. 29.
    Vgl. Wild, Ch. (2000), S. 26. Vgl. hierzu auch Pfingsten, A. (2000), S. 25–28.Google Scholar
  30. 30.
    Vgl. Pfingsten, A. (2000), S. 27.Google Scholar
  31. 31.
    Vgl. Gögel, S./Kulartz, H. J. (2000), S. 66.Google Scholar
  32. 32.
    „Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) fordert in Verbindung mit dem Aktiengesetz und dem KWG, dass ein Risikofrüherkennungssystem einzurichten ist. Eine Komponente dieses Systems ist die Bewertung des Adressenausfallrisikos unter anderem mit Hilfe der Bonitätsklasse.“ Christ, B. (2000), S. 47.Google Scholar
  33. 33.
    Mrzyk, A. P. (1999), S. 54.Google Scholar
  34. 34.
    Gleißner, W./Meier, G. (1999), S. 926–929.Google Scholar

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© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 2001

Authors and Affiliations

  • Karsten Füser

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