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Einleitung

  • Karl-Heinz Saurwein
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 109)

Zusammenfassung

Das Werk TALCOTT PARSONS’ gehört ohne Zweifel in die Reihe der “modernen Klassiker” des soziologischen Denkens. Die Entwicklung seines theoretischen Programms ist wie kein anderes auf die Synthese unterschiedlicher Theorielinien und auf einen interdisziplinären Diskurs angelegt. Betrachtet man die Diskussionen, die dieses Werk ausgelöst hat, dann wird gerade dieses Bemühen um Synthese weitgehend ignoriert. Erst in neuerer Zeit hat sich eine Rezeption entwickelt, die sich durch eine differenzierte und zugleich unbefangene Haltung gegenüber PARSONS auszeichnet.1 Soll dieses wiedererwachende Interesse an PARSONS für die systematische Theorieentwicklung in der Soziologie fruchtbar gemacht werden, dann wird man mehr als bisher2 der Tatsache Rechnung tragen müssen, daß das Theorieprogramm PARSONS’ ohne die Auseinandersetzung mit ökonomischen Denktraditionen nicht rekonstruierbar ist.3 PARSONS selbst verwies immer wieder auf die besondere Bedeutung der ökonomischen Theorie für eine systematische Theorieentwicklung in der Soziologie im allgemeinen4 und für seine eigene intellektuelle Biographie im besonderen.5

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Literatur

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1988

Authors and Affiliations

  • Karl-Heinz Saurwein

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