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Einführung

  • Karlheinz Blessing
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 98)

Zusammenfassung

In diesem Jahrzehnt werden viele sozialpolitische Festreden gehalten und Rückschauen angestellt. Der “Sozialstaat” wird hundert Jahre alt. Das Deutsche Reich war ausgangs des 19. Jahrhunderts jedoch alles andere als ein “Sozialstaat”. ökonomisch stand es am Beginn der industriellen Revolution, die von heftigen Wachstums- und Konjunkturschwankungen begleitet war (vgl. Wehler 1973). Sozial herrschten große materielle Gegensätze zwischen den Großagrariern und der immer bedeutender werdenden neuen besitzenden Klasse der Produktionsmittelinhaber auf der einen Seite und der verarmten Landbevölkerung sowie den neuen Abhängigen, dem Proletariat, auf der anderen Seite. Politisch war das Deutsche Reich, das erst kurz existierte, ein labiles, von starken Kräften der gesellschaftlichen und politischen Veränderung bedrohter Staat. Die “gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie”, wie es im Sozialistengesetz von 1878 hieß, waren ein wesentliches Motiv für die Einleitung der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung (vgl. Wehler 1973, Peters 1974, Hentschel 1983). Bismarck selbst formulierte dies sehr plastisch: “Wenn es keine Sozialdemokratie gäbe und wenn nicht eine Menge sich vor ihnen fürchtete, würden die mäßigen Fortschritte, die wir überhaupt in der Sozialreform bisher gemacht haben, auch noch nicht existieren” (im Reichstag am 26. Nov. 1884, zitiert nach Kleeis 1928, S. 104).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Karlheinz Blessing
    • 1
  1. 1.Konstanz/FrankfurtDeutschland

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