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Beiträge zu einer Theorie des wissenschaftlichen Fortschrittes

  • Gerald Holton

Zusammenfassung

In diesem Kapitel sollen die Grundzüge einer Theorie des wissenschaftlichen Fortschritts skizziert werden. Ich hoffe, daß dabei der heutigen Forschung ebenso Gerechtigkeit widerfährt, wie langfristigen Gesichtspunkten der Wissenschaftsentwicklung, die sich in den Erkenntnissen der Wissenschaftshistoriker widerspiegeln.

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Anmerkungen

  1. 1.
    George Sarton, The Study of History of Science (1906; Neuauflage Dover, New York 1957 ), S. 5Google Scholar
  2. 2.
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    Dieser Satz wurde bis zur Publikation der Lichtablenkung im November 1919 beibehalten und in der Ausgabe 1920 gestrichen: nun war es nur mehr eine Konsequenz der Theorie, die sich bis dahin einer Beobachtung entzog (nämlich die Rotverschiebung der Spektrallinien); allerdings fügte er hinzu: „ich zweifle nicht daran, daß auch diese Konsequenz der Theorie bald ihre Bestätigung finden wird“ IA. Einstein, „Über die spezielle und die allgemeine Relativitdtstheorie” (21. Auflage, Vieweg, Braunschweig 1973 ) S. 82J.Google Scholar
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    Ein kurzer Überblick der thematischen Analyse wird in der Einführung und im ersten Kapitel von Gerald Holton, Thematische Analyse der Wissenschaft (Suhrkamp Taschenbuch, 1982) gegeben.Google Scholar
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    Siehe Schilpp (Hrsg.), Ref. 15, S. 22, 30. In der Spencer-Vorlesung streicht Einstein das ganze Problem nur oberflächlich und sagt zum Schluß:“ Der schwierigste Punkt für eine derartige Feldtheorie liegt im Begreifen der atomistischen Struktur der Materie und der Energie. Die Theorie ist nämlich in ihrer Grundlage insofern nicht atomistisch, als sie ausschließlich mit kontinuierlichen Funktionen des Raumes operiert” (S. 118). Hierin unterscheidet sie sich von der klassischen Mechanik, deren wichtiges Konzept der Massenpunkt ist, wie dies einer atomaren Struktur der Materie entspricht. Allerdings sieht er einen Ausweg: „Um dem atomaren Charakter der Elektrizität gerecht zu werden, brauchen die Feldgleichungen nur zur folgenden Konsequenz zu führen: ein dreidimensionaler Raumteil, an dessen Begrenzung die elektrische Dichte überall verschwindet, enthält stets eine elektrische Gesamtladung von ganzzahligem Betrag. In einer Kontinuumstheorie würde sich also der atomistische Charakter der Integralsätze befriedigend äußern können, ohne Lokalisierung der die atomistische Struktur ausmachenden Gebilde“ (S. 119). Und die Bezugnahme auf die Ganzzahligkeit der elektrischen Gesamtladung stellt den Zusammenhang zu den Resultaten von R. A. Millikan her.Google Scholar
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    Dies gilt ziemlich allgemein. So ist Keplers Welt aus drei einander überlappenden thematischen Strukturen aufgebaut, aus zwei alten und einer neuen: das Universum als theologische Ordnung, das Universum als mathematische Harmonie, und das Universum als physikalische Maschine. Newtons wissenschaftliches Weltbild enthielt selbstverständlich animistische und theologische Elemente. Lorentz’ vorwiegend elektromagnetische Weltsicht war tatsächlich eine Mischung aus der Newtonschen Mechanik des Massenpunktes (Elektronenbewegung) und aus Maxwells Feldphysik. Ernest Rutherford schreibt an seinen neuen Protege Niels Bohr am 20. März 1913: „Deine Ideen über das Zustandekommen des Wasserstoffspektrums sind genial und funktionieren offensichtlich; aber die Mischung von Plancks Quantisierungsideen mit der alten Mechanik machen es nicht leicht, das zugrundeliegende physikalische Konzept zu erkennen“. Tatsächlich war Bohrs Zugang zur neuen Quantenmechanik über das Korrespondenzprinzip ein bewußter Versuch, diesen Weg ausgehend von der klassischen Basis schrittweise zu finden.Google Scholar
  29. 29.
    Über die Relativitätstheorie“, in: Mein Weltbild (Ref 7), S. 131Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1984

Authors and Affiliations

  • Gerald Holton

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