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Ungerichtete Bewegung

  • Ulrich Charpa

Zusammenfassung

Das Zitat stammt nicht aus einem der einschlägigen Texte Feyerabends, Flecks oder Kuhns, sondern findet sich im Aufriß der pyrrhonischen Skepsis des Sextus Empiricus (2. Jhdt. n. Chr.). Die Verwandtschaft von Inhalten des argumentativ hochentwickelten antiken Skeptizismus mit bestimmten neueren — relativistischen — Auffassungen der Wissenschaftsgeschichte ist zwar nicht lange unbemerkt geblieben, hat sich aber erst in jüngster Zeit klärend ausgewirkt. Besonders die von Michael Frede560 herausgearbeitete Unterscheidung zwischen der ‚behauptenden‘ und der ‚untersuchenden‘ Position des antiken Skeptikers führt zu einer für die Einschätzung des modernen Relativismus wichtigen Abgrenzung:

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Literatur

  1. 560.
    The Sceptic’s Two Kinds of Assent and the Question of the Possibility of Knowledge“, in: Philosophy in History,hg. v. R. Rorty u.a., Cambridge 1984, S. 255–78.Google Scholar
  2. 561.
    S. bes. Farewell to Reason,London 1988. Eine ideengeschichtliche Einordnung versucht Neto, J.R., „Feyerabend`s Scepticism“, Stud. Hist. Phil. Sci, 22/1991, S. 543–55.Google Scholar
  3. 562.
    Die Benutzung des Revolutionsbegriffs ist unter Hinweis auf Copernicus’ De Revolutionibus und andere klassische Verwendungen mehrfach als inadäquat kritisiert worden (Krafft, Toulmin), genauer zum Verständniswandel s. Engels, E.-M., „Wissenschaftliche Revolution - Die variantenreiche Geschichte eines Begriffs“, Archiv f Begriffsgesch, 34/1991, S. 237–61.Google Scholar
  4. 563.
    Daß es sich entgegen einem verbreiteten Mißverständnis in beträchtlichem Umfang um apriorische Auffassungen handelt, ist verschiedentlich moniert worden. S. vor allem Kourany, J., „The Non-Historical Base of Kuhn’s Theory of Science“, Nature and System 1 /1979, S. 4659. S. auch oben Teil I, 6. Kuhn hat seine Überlegungen nie hinreichend systematisiert und verdankt die Verdeutlichung seiner Motive im wesentlichen der ausgezeichneten Rekonstruktion von Hoyningen-Huene, P., Die Wissenschaftsphilosophie Thomas S. Kuhns, Braunschweig 1989.Google Scholar
  5. 564.
    Zum Briefwechsel mit Kuhn sowie verblüffenden inhaltlichen Verbindungen s. Reisch, G. A., „Did Kuhn Kill Logical Empiricism?“, Phil. Sci, 58/1991, S. 264–77, u. Axtell, G.S., „In the Tracks of the Historicist Movement, Stud. Hist. Phil. Sci. 24/1993, S. 119–46 Google Scholar
  6. 565.
    Objektivität, Werturteil und Theoriewahl“, in: Die Entstehung des Neuen, hg. v. L. Krüger, Frankfurt 1977, S. 421–445, bes. 422ff.Google Scholar
  7. 566.
    Th. S. Kuhn, Th. S., „Rationality and Theory Choice“, J. Phil. 80/1983, S. 563–70.Google Scholar
  8. 567.
    Der durch Andeutungen Kuhns provozierte Vorwurf, Wissenschaft und Religion ineinszusetzen, ist längst gewendet worden. S. etwa D. Bloors („Rationalism, Supernaturalism, and the Sociology of Knowledge“, in: Scientific Knowledge Socialized,hg. v. I. Hronszky u.a., Dordrecht 1988, S. 59–74) Analogisierung der Kritik am Relativismus mit der orthodoxen Abwehr aufklärerischer Theologie im 19. Jahrhundert.Google Scholar
  9. 568.
    Fleck, L., Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache (1935), hg. v. L. Schäfer u. Th. Schnelle, Frankfurt 1980, bes. S. 129ff.; Th. S. Kuhn, The Structure of Scientific Revolutions 2. Aufl. Chicago 1970 (2. deutsche Aufl. Frankfurt 1976), S. 177, 187 et passim.Google Scholar
  10. 569.
    Vgl. außer Kuhns Äußerungen in Structure,S. 150 et passim, Cohen, I.B., Revolution in Science,Cambridge/Mass. 1985, Kap. 30. Nach Hoyningen-Huene, Wissenschaftsphilosophie,7.5e, handelt es sich um eine verfehlte Beschreibung, insofern Kuhn sehr wohl gute Gründe für theoretische Umorientierung vorsehe.Google Scholar
  11. 570.
    Zur Korrektur böte sich z.B. eine Lektüre des 1432 von Johannes von Segovia entworfenen Verhaltenskodex für das Baseler Konzil an, dessen Regularien den meisten heutigen Teilnehmern wissenschaftlicher Tagungen nicht schlecht bekämen: Unter dem Motto der Libertas dicendi werden außer der Geduld beim Anhören widriger Thesen u.a. die parificatio, die Gleichstellung, und die geschickte organisatorische Durchmischung (mixtio) aller Teilnehmer verlangt, um zu verhindern, daß Untergebene (subditi) ihren Vorgesetzten nach dem Munde reden. Vgl. Helmrath, J., „Kommunikation auf den spätmittelalterlichen Konzilien“, in: Die Bedeutung der Kommunikation für Wirtschaft und Gesellschaft, Stuttgart 1989, S. 116–72, S. 130f.Google Scholar
  12. 571.
    Beverly Hills 1979, s. a. B. Latour, Science in Action, Cambridge/Mass. 1987, wo im Unterschied zu Kuhns Konzeption der,community` die agonistische Seite des Forschungsbetriebes betont wird; s. auch die Beiträge zum sog.,Starken Programm’ der Edinburgh-Gruppe (Barnes, Bloor, Shapin u.a.). Das,Starke Programm’ wird als philosophisch unparteiisch vorgestellt und sieht von der Frage der Wahrheitsfunktionalität ab (s. D. Bloor, Knowledge and Social Imagery, London 1976, S. 5). Eine radikalere Position vertritt u.a. K. Knorr-Cetina. Die Analysen Knorr-Cetinas (etwa Die Fabrikation von Erkenntnis, Frankfurt 1984) sind mit einem auch einige andere Autoren leitenden radikalen Konstruktivismus verbunden, der erkenntnistheoretisch, ansetzt und wissenschaftsphilosophisch in erster Linie dem Realismus zuwiderläuft. Die sinnvolle Unterscheidung zwischen instrumentalistischen und relativistischen Auffassungen wird m.W. bislang nicht zur genaueren Positionsbestimmung benutzt. Allgemein liegen die Dinge wohl so, daß eine anthropologische Betrachtungsweise eher mit dem Optimierungsmodell verträglich ist, wohingegen eine soziologische eher relativistisch zu tendieren scheint.Google Scholar
  13. 574.
    Unter dem hier relevanten Aspekt zu diesem vielerörterten Exempel s. Biagioli, M., „The Anthropology of Incommensurability“, Stud. Hist. Phil. Sci, 21/1990, S. 183–209.Google Scholar
  14. 575.
    Vgl. Ströker, E., Theoriewandel in der Wissenschaftsgeschichte - Chemie im 18. Jahrhundert,Frankfurt/M. 1982, S. 271 ff.Google Scholar
  15. 576.
    Vgl. Ströker, Theoriewandel, S. 218ff.; ein Gegenbeispiel zu seinem,Prinzip`, wonach neue wissenschaftliche Theorien sich erst dank des Ablebens ihrer Opponenten durchsetzen, liefert ironischerweise auch Planck selbst (Vgl. Blackmore, J.T., „Is Planck’s Principle True?“, Brit. J. Phil. Sci. 29/1978, S. 347–49). Ausführlich zu einem anderen Fall, J.H. Jeans Wendung zur Quantentheorie, Gorham, G., „Planck’s Principle and Jean’s Conversion”, Stud. Hist. Phil. Sci. 22/91, S. 471–97. S. auch oben 3. 5.Google Scholar
  16. 578.
    S. W. F. Veits Artikel im Historischen Wörterbuch der Rhetorik. hg. v. G. Ueding, Bd. 1, Tübingen 1992, Sp. 904–14.Google Scholar
  17. 579.
    S. Kannicht, R., „Der alte Streit zwischen Philosophie und Dichtung“, Altsprachl. Unterricht 23/1980, S. 6–36; Curtius, E. R., Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter,10. Aufl. Bern 1984, Kap. 11.Google Scholar
  18. 580.
    The Mathematical Papers,Bd. 2, Cambridge 1940, S. 104, zit. Pulte, Prinzip,S. 231.Google Scholar
  19. 582.
    Eine Sichtung der einschlägigen Diskussion unternimmt Danneberg, L., „Darstellungsformen in Geistes-und Naturwissenschaften“, in: Geist, Geld und Wissenschaft, hg. v. P.J. Brenner, Frankfurt/M. 1993, S. 99–137. S. außerdem Clark, W., „Poetics for Scientists”, Stud. Hist. Phil. Sci. 23/1992, S. 181–92. Ein aufgrund der üblichen Textorientiertheit vernachlässigter Aspekt ist der nicht-verschriftlichten Handelns nach dem Muster des Theaters. Vgl. Cease, R.P., „Das Spiel der Natur: Eperimentieren als Vorführung“, Dt. Zs. Phil. 42/1994, S. 419–37. Ein weiterer Aspekt sind die ästhetischen Qualitäten von optischen Darstellungen.Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren produktive Forscher häufig nicht nur Schöpfer,überredender’ Abbildungen (in deren Tradition z.B. Watsons und Cricks 53er DNS-Modell zuweilen gesehen wird), sondern sogar Pioniere auf dem Feld neuartiger Darstellungstechniken. Zum jüngeren Herschel und der Photographie Hunt, R., The Poetry of Science, London 1848. Möglicherweise liefern mandelbrotsche Computergraphiken der fraktalen Geometrie moderne Fälle. Vgl. auf diesem Feld auch die Kurzfilme von Robert L. Devaney (Boston).Google Scholar
  20. 584.
    S. z.B. die Ratschläge von Day, R. A., How to Write and Publish a Scientific Paper,Philadelphia 1983 oder der sog. Publication Manuals Google Scholar
  21. 585.
    Proofs, Poetics, and Patronage: Copernicus’s Preface to De revolutionibus“,in: Reap-praisals of the Scientific Revolution,hg. v. D.C. Lindberg u. R.S. Westfall, Cambridge 1993, S. 167–205, der sich allerdings zuvorderst auf das Widmungsschreiben an Papst Paul III. stützt.Google Scholar
  22. 586.
    Zum eher Horaz als Aristoteles verpflichteten Angemessenheitsbegriff im Zusammenhang der frühneuzeitlichen Umwälzungen s. Weinberg, B., A History of Literary Criticism in the Italian Renaissance,Bd. I, Chicago 1961, S. 74. Womöglich gewichtiger, aber bislang kaum gewürdigt, ist der Einfluß des Aptum-Kriteriums der damals noch stärker als die literarischen Vorbilder interessierenden Architekturtheorie. S. dazu Pochat, G., Geschichte der Ästhetik und Kunsttheorie,Köln 1986, S. 280ff. et passim.Google Scholar
  23. 587.
    Vgl. die Entgegensetzung von fortschreitender Textphilologie und ungerichteter Bewegung in der Interpretation bei Charpa, „Philologischer Fortschritt“.Google Scholar
  24. 588.
    S. unter diesem Aspekt die instrumentalistischen Anleihen bei Longino, H. E., Science as Social Knowledge,Princeton 1990, S. 92ff.Google Scholar
  25. 589.
    Commensurability, Comparability, Communicability“, Phil. Sci. Ass. 1982, Bd. 2, East Lansing 1983, S. 669–688.Google Scholar
  26. 591.
    Vgl die Kuriositätenhinweise bei Fricke, H., „Methoden? Prämissen? Argumentationsweisen! Überlegungen zur Konkurrenz wissenschaftlicher Standards in der Literaturwissenschaft“, in: Vom Umgang mit Literatur und Literaturgeschichte, hg. v. L. Danneberg u.a., Stuttgart 1991, S. 211–27.Google Scholar
  27. 592.
    S. die Gattung der Geheimnisbücher der Alchemisten und anderer Autoren, die sich paradoxerweise besonders großer Verbreitung erfreuten (die Parallele zu manchen modernen Vorlieben liegt auf der Hand). Nach Thorndyke, L., History of Magic and Experimental Science,Bd. 2, New York 1923, S. 267, war das pseudo-aristotelische Secretum secretorum das populärste Buch des Mittelalters.Google Scholar
  28. 593.
    In zentraler Position steht die Quinesche These der Unbestimmtheit der Übersetzung, die auf der Annahme fußt, Übersetzbarkeit hieße Gleichheit des Verhältnisses zu Nervenreizen. S. dagegen Sankey, H., „Translation Failure between Theories“, Stud. Hist. Phil. Sci, 22/1991, S. 223–36, der auf der Grundlage der sog. kausalen Theorie der Referenz die Möglichkeit untersucht, Übersetzbarkeit und gemeinsame Bezugnahme voneinander zu isolieren.Google Scholar
  29. 594.
    Guyton de Morveau, L.B., Lavoisier, A., L., Bertholet, C. L., u. de Fourcroy, A. F., Méthode de nomenclature chimique,Paris 1787, u. Lavoisier, G. L., Traité élémentaire de chymie,2 Bde. Paris 1789. Die Forderung nach einem neuen Vokabular wurde bereits von den Phlogistikern propagiert, und die Méthode de nomenclature zielt übrigens in nicht geringem Maße auf Übersetzungsvorschläge ab.Google Scholar
  30. 595.
    Conceptual Revolutions,Princeton 1992, S. 28ff. et passim.Google Scholar
  31. 596.
    Vgl.Wamke, C., „Warum hat August Boeckh die,Staatshaushaltung der Athener’ geschrieben? Wissenschaftshistorische Fakten und Überlegungen“, Wiss. Zs. d. Humboldt-Universität zu Berlin, Ges. Reihe 36/1987, H. 1, S. 34–40.Google Scholar
  32. 597.
    Vgl. Kuhn, Structure,S. 113, 150. Nach Hoyning-Huene, Wissenschaftsphilosophie,6.3d, meint Kuhn selbst nicht, daß Theorien auf der Datenebene keine Vergleichsbasis besäßen. Der im vorausgegangenen Abschnitt beschriebene Bedeutungswandel von,Planet` lasse es (was unabhängig von Thagards oben ausgeführter Betrachtungsweise ist) ohne weiteres zu, die aus den konkurrierenden Aufassungen Ptolemaios` und Copernicus’ abgeleiteten Prognosen über die Position etwa des Saturn miteinander zu vergleichen.Google Scholar
  33. 600.
    Buffon, G. L. L., Histoire naturelle, générale et particulière,Paris 1749ff., T. XIV, Pl. 1.Google Scholar
  34. 601.
    Die Geschichte der Mensch/Tier-Grenzziehung mag nebenbei gesagt veranschaulichen, warum es mit der zuweilen propagierten These, der Relativismus sei moralischer als andere Auffassungen nicht weit her ist. Wenn beispielsweise Albertus Magnus, De animalibus I, 1,c. 4, die Pygmäen zu den Tieren rechnet, hat er dafür im Rahmen seines Ansatzes durchaus triftige Gründe. Aber mit Sicherheit verschafft es dem heutigen Betrachter keinen ethischen Vorsprung, wenn er dieser Einstufung mit gleichberechtigendem Respekt begegnet.Google Scholar
  35. 602.
    Das Gestalt-Wechsel-Phänomen ist systematisch zuerst durch Vittorio Benussi (bes. „Experimentelles über Vorstellungsinadäquatheit“, Zs. f Psychologie 42/1906, S. 22–55 u. 45/1907, S. 188–230) untersucht und von Illusionen abgegrenzt worden. Es handelt sich ursprünglich um einen anti-sensualistischen Beleg dafür, daß gleiche Stimulus-Bedingungen differierende Wahrnehmungen anregen und Objektvorstellungen eine besondere mentale Instanz voraussetzen. Zu gestalttheoretischen Motiven s. außer Kuhns und Flecks Hinweisen bes. Hanson, N. R., Patterns of Discovery,Cambridge 1958, S. 101ff, u. 179ff.Google Scholar
  36. 603.
    Abb. in: S. Peter Dance, The Art of Natural History,New York 1978, S. 158f. u. 162ff.Google Scholar
  37. 604.
    Die Klarstellung der Erläuterungsverhältnisse setzt weder voraus, daß es den Stein,wirklich’ gibt, noch daß,schwingender Stein’ eine sprecherunabhängige Bedeutung hat.Google Scholar
  38. 606.
    Zur mangelhaften kognitionswissenschaftlichen Basis des Gestaltwechsel-Argumentes s. Gilman, D., „What’s Theory to do… with Seeing? Or Some Empirical Considerations for Observation and Theory“, Brit. J. Phil. Sci, 43/1992, S. 287–309.Google Scholar
  39. 608.
    Data, Instruments, and Theory,Princeton 1985; The Neglect of Experiment,Cambridge 1986; Experiment, Right or Wrong,Cambridge 1990; How Experiments End,Chicago 1987, bes. Kap. 2; Ackermann und Franklin tendieren realistisch, was aber keine dringliche Interpretation empirischer Stabilität darstellt. Die Schwierigkeit des Relativismus rührt bereits daher, daß er - sozusagen negativ im Theorie/Empirie-Schema befangen - Selbständigkeiten empirischer Traditionen nicht zu deuten vermag.Google Scholar
  40. 609.
    S. Stephenson, R., „The Skies of Babylon“, New Sci. 19/1982, S. 478–81, zit. Kragh, Introduction, S. 167. Vgl. auch die Exempel in 1. 2.Google Scholar
  41. 610.
    Das ist eine erfahrungsbezogene Variante des,Wunderargumentes’ (s. unten 2.1 u. 4.4), das ursprünglich - allerdings ohne große Durchschlagskraft - auf den Instrumentalismus zielt.Google Scholar
  42. 611.
    Vgl. allgemein u.a. Neschke, A., „Erzählte und erlebte Götter“, in: Die Restauration der Götter–Antike Religion und Neo-Paganismus, hg. v. R. Faber u. R. Schlesier, Würzburg 1986, S. 133–52.Google Scholar
  43. 613.
    Belege für kulturabhängige Schwierigkeiten mit Zeichnungen scheinen freilich weitgehend auf perspektivische Darstellung beschränkt zu sein. Wertvolles Material zur Aspektive findet sich bei Brunner-Traut, E., Frühformen des Erkennens am Beispiel Altägyptens, Darmstadt 1990.Google Scholar
  44. 614.
    Die Griechen selbst waren in diesem Punkt anscheinend offener als manche ihrer neuzeitlichen Apologeten. Nach Platon, epin. 986e, war der erste Astronom ein,Barbar’. Allgemein dazu s. Pingree, D., „Hellenophilia versus the History of Science“, Isis 83/1992, S. 555–63. Die ältesten bekannten Zeugnisse mathematischer und astronomischer Tätigkeit sind ein paar tausend Jahre älter als etwa die minoische Kultur und in Afrika entdeckt worden. S. den Überblick von Zaslavsky, C., „Mathematics in Africa–Explicit and Implicit”, in: Companion Encyclopedia of the History and Philosophy of the Mathematical Sciences, Bd. 1, hg. v. I. Grattan-Guiness, London 1994, S. 85–110.Google Scholar
  45. 615.
    Vgl. die in J. Needhams, Science and Civilization in China,Bd. I, Cambridge 1954, S. 219, beschriebene Episode aus dem Leben des arabisch lehrenden persischen Arztes Rhazes (865 - nach 923), der einem durchreisenden chinesischen Gelehrten einige der Werke des Griechen Galen diktierte.Google Scholar

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 1995

Authors and Affiliations

  • Ulrich Charpa
    • 1
  1. 1.Philosophisches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

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