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Welche Informationen braucht die Gesellschaftspolitik?

  • Reinhart Ch. Bartholomäi

Zusammenfassung

Sensible Teilnehmer der politischen Diskussion zu Beginn der siebziger Jahre haben die These vertreten, daß der materielle Reichtum in den entwickelten Ländern es erlaube, nicht mehr die Quantität der Güter, sondern die Qualität des Lebens zum obersten Ziel wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Handelns zu machen. Nun hat die Umverteilung des Welteinkommens zugunsten der Rohstoffländer in der Mitte unseres Jahrzehnts die Bedeutung der materiellen Werte wieder deutlich ins Bewußtsein gehoben. Niemand wird nach dem „Ölschock” das wirtschaftliche Wachstum für so selbstverständlich halten wie noch vor wenigen Jahren. Hier ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten, die verdient, nicht vergessen zu werden. Doch nach dieser tektonischen Verwerfung wird die ökonomische Entwicklung sich auf ein neues, anderes Gleichgewicht einpendeln. Die Frage nach dem Beitrag der Politik zu den gesellschaftlichen Randbedingungen individueller Lebensqualität bleibt deshalb gestellt. Keine Gesellschaft kann — wie wir im Augenblick — das Bildungsniveau ihrer Mitglieder heben, ohne als Folge dieser Bildungsreform differenzierter denkende und damit anspruchsvollere Bürger vorzufinden. Nun, den Stellenwert, den die Politik der Qualität des Lebens einräumt, bestimmen letzten Endes die Bürger selbst. Im folgenden soll es nur um ein Instrument gehen, das eine solche Politik benötigt, um soziale Indikatoren, besser: gesellschaftliche Kennziffern.

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Anmerkungen

  1. 1).
    Vgl. Ch. E. Lindblom, The Science of „Muddling Through“, in: Public Administration Review 1959.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. D. Braybrooke, Ch. E. Lindblom, A Strategy of Decision, New York 1963.Google Scholar
  3. 3).
    Ch. E. Lindblom, a.a.O., S. 79f.Google Scholar
  4. 4).
    Ch. E. Lindblom, The Policy-Making Process, Englewood Cliffs, 1968, S. 13.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. A. Etzioni, Mixed Scanning: A „Third“ Approach to Decision-Making, Public Administration Review 1967, S. 386f.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. hierzu besonders A. Bunz, R. Jansen, K. Schacht, Qualität des Arbeitslebens, Soziale Kennziffern zu Arbeitszufriedenheit und Berufschancen, herausgegeben vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, Bonn 1974.Google Scholar
  7. 7).
    Wahlplattform der SPD, 1972.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1975

Authors and Affiliations

  • Reinhart Ch. Bartholomäi

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