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Politische Kultur der Mittelschichten im Übergang zum Nationalsozialismus

  • Thomas Schlegel-Batton
Part of the Politische Vierteljahresschrift Sonderheft book series (PVS, volume 18/1987)

Zusammenfassung

Im folgenden Beitrag geht es darum, den Umbruch der politischen Struktur der Weimarer Republik hin zum Nationalsozialismus auf spezifische Determinanten und Indikatoren regionaler politischer Kultur zurückzuführen, die in ihrer Gesamtheit den nationalen Durchsetzungsprozeß der NSDAP wesentlich gefördert haben. Ausgangspunkt der Überlegungen ist die auffällige Differenzierung zwischen nationalen und regionalen Wahltrends zugunsten der NSDAP am Ende der Weimarer Republik, die allein mit den Methoden der historischen Wahlforschung nicht befriedigend aufgeklärt werden kann, und vor allem bezüglich der Vergleichbarkeit lokaler und regionaler Politikanalysen eine empirisch-methodische Neuorientierung erfordert.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Bei den Kommunalwahlen 1929 wurden in 40% der Städte des Wahkreises Hessen-Darmstadt „gewählte“ Abgeordnete in den Gemeinde-/Stadtrat entsandt, ohne daß überhaupt ein demokratischer Wahlvorgang stattgefunden hatte; ein Passus im Wahlgesetz von Hessen-Darmstadt erlaubte den Parteien eine Wahl zu umgehen, wenn niemand dagegen Einspruch erhob (Arns 1979: 64). In einem Ergänzungsgesetz zum Gesetz über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreise und Provinzen) beschloß der Hessische Landtag am 8. Juni 1928 die Amtszeit aller Bürgermeister und Beigeordneten in den Landgemeinden, die im Jahre 1925 wiedergewählt worden waren, auf 9 Jahre festzusetzen, und damit einen erneuten Wahlgang bis 1934 auszuschließen (vgl. Hess. Regierungsblatt Nr. 16 v. 7.8.1928, S. 141).Google Scholar
  2. 2.
    Das Fallbeispiel Alsfeld/Oberhessen repräsentiert auf der einen Seite (im Kreis) den ‚typischen‘ NS-Wahlkreis, mit einem überwiegend agrarisch-protestantischen Wählerklientel, das der NSDAP ab 1930 überdurchschnittliche Wahlergebnisse bringt. Andererseits gestaltet sich die pro-nazistische Umorientierung in der Kreisstadt weitaus facetten- u. konfliktreicher, haben sich doch hier lokalpolitische Binnenstrukturen aus nationalliberalen Traditionen in den Reihen des alten und neuen Mittelstandes erhalten, und muß sich die NSDAP im Ort auch mit einem SPD/ KPD-Milieu auseinandersetzen.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Thomas Schlegel-Batton

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