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Politischer Wandel und parochial-partizipative Politische Kultur-Formen

Bemerkungen zum mikro-makro-politischen Kontinuum des Landkreises Kassel in der Endphase der Weimarer Republik
  • Eike Hennig
Part of the Politische Vierteljahresschrift Sonderheft book series (PVS, volume 18/1987)

Zusammenfassung

In diesem Beitrag werden einige Ergebnisse einer umfangreichen Studie zur Entwicklung des Landkreises Kassel in der Weimarer Republik vorgestellt (vgl. Hennig 1987, 1988). Diese Studie fragt nach den „allgemeinen“ Entwicklungen in einem „besonderen“ Fall und nach den Möglichkeiten, „Besonderheit“ in bezug auf „Allgemeinheit“ zu begreifen. Dies ist somit weder eine Lokalstudie noch ein Spurensicherungsprojekt, vielmehr handelt es sich — inhaltlich und methodisch — um einen Diskussionsbeitrag zur Analyse von „Nationalsozialismus“ und historischer Politischer Kultur in bezug auf die Kontinuität/Diskontinuität von Weimarer Demokratie und Nationalsozialismus. Die vorliegende Skizze verzichtet aus Platzgründen darauf, eine Sozialstruktur-und Wahlanalyse im einzelnen zu präsentieren, sie kann sich deshalb aber stärker auch auf verallgemeinerungsfähige Befunde konzentrieren.

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Anmerkungen

  1. 1.
    Manfred Kieserling danke ich für seine Anregungen. Neben Werner Dobslaw hat er die Wahldaten aus Kasseler Zeitungen (besonders aus der deutschnational eingestellten „Kasseler Post“ und dem sozialdemokratischen „Kasseler Volksblatt“) aufgenommen. Diesen Ausführungen liegt die Vorstellung des Projekts vor dem DVPW-Arbeitskreis „Politische Kultur-Forschung“ (April 1984 und März 1985) zugrunde. Vgl. das „graue Papier“: Zur wahlsoziologischen und politisch-kulturellen Analyse der Gemeinden des Landkreises Kassel 1928 – 1933, Kassel 1985 (113 S.). Bei Jürgen W. Falter möchte ich mich für methodische Hinweise und für eine grunsätzliche Ermutigung bedanken. Auch Konrad Schacht hat solchen Zuspruch geleistet. Selbstverständlich ist keiner der Genannten dafür verantwortlich, wenn ich einen guten Rat falsch aufgefaßt und unsinnig verwertet haben sollte.Google Scholar
  2. 2.
    1932 rangiert Kassel (das 1925 171 234 Einwohner und 76 553 Erwerbstätige zählt) unter den 50 deutschen Großstädten bezüglich seiner Arbeitslosenzahl (19908) auf Platz 33, bezüglich der Wohlfahrtserwerbslosen auf Platz 29. Im Landkreis sind mehrere Gemeinden nicht mehr in der Lage, die wöchentliche Wohlfahrtsunterstützung zu zahlen.Google Scholar
  3. 3.
    „Arbeiter lernt von eueren Gegnern!“ (Kasseler Volksblatt v. 27.6.1932): In der Defensive entwickelt auch die SPD Kooperationsformen und veranstaltet „machtvolle Bekenntnisse für die Republik“. So marschieren 700 Mitglieder der „Eisernen Front“ am 22.1.1933 von Kassel über vier Dörfer nach Weimar. In jedem Dorf werden kurze Ansprachen gehalten; die Abschlußkundgebung in Weimar zählt 2000 Teilnehmer, die eine Ansprache Philipp Scheidemanns hören. Vgl. Kasseler Volksblatt v. 23.1.1933 („Gegen den Faschismus!“), vgl. auch die Ausg. v. 24.2. mit der Ankündigung von „Werbemärschen“ für den 26.2. — Zum Gesamtkomplex vgl. Kammler, Jörg 1987: „Die Kasseler Arbeiterbewegung vor 1933“, ersch. in Kammler u.a. (Hrsg.), Volksgemeinschaft und Volksfeinde, Teil II.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Eike Hennig

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