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Kommunikationspolitik ohne Konzept

  • Thomas Ellwein
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Zusammenfassung

Von welchem Zeitpunkt an und in welchem Maße die politische Führung in der Bundesrepublik nach 1949 die Möglichkeit hatte, ein kommunikationspolitisches Konzept zu entwerfen und durchzusetzen, läßt sich deshalb schwer ermitteln, weil ernstliche Bemühungen um ein soches Konzept gar nicht festzustellen sind. Der regierende Teil der politischen Führung befand sich in den 50er Jahren so weithin in Übereinstimmung mit den eigentlichen Führungsmächten, daß ein derartiges Konzept überflüssig erschien. Formal war die Freiheit der Meinungsäußerung und der Information gewährleistet; inhaltlich unterstützte der größte Teil der Presse jedenfalls die Wirtschaftspolitik der Regierung und damit dann auch mehr oder weniger deren gesamte Politik. Eine gewisse Lücke ergab sich lediglich im Rundfunkbereich, konnte dort aber hingenommen werden. Erst als das Fernsehen immer größeren Einfluß erhielt — wobei nach den von ihm ausgehenden Wirkungen kaum gefragt werden konnte — und als damit auch die Fernsehwerbung an Bedeutung gewann, änderte sich die Grundsituation der 50er Jahre etwas. Konrad Adenauer reagierte darauf, wie es seiner Art entsprach, aber nicht prinzipiell, sondern durch die später am Bundesverfassungsgericht scheiternde Gründung seines oder des regierungseigenen Fernsehens und durch den ständigen Versuch, zwischen Wählermehrheit und Intellektuellen eine möglichst tiefe Kluft aufzureißen, welche einen Einfluß letzterer auf die erstere verhindern sollte.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1971

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  • Thomas Ellwein

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