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Probleme der Parteien- und Verbandskontrolle von Rundfunk- und Fernsehanstalten

  • Jürgen Seifert
Chapter

Zusammenfassung

Wo aus Bedingungen der materiellen Produktion Gegensätze und aus Privatinteressen Konflikte zu dem Bereich, der als Aufgabe der Allgemeinheit angesehen wird, entstehen, da wird es als nötig erachtet, daß es einen von der materiellen Produktion abgehobenen Sektor gibt, in dem solche Gegensätze und Konflikte auf diese oder auf jene Weise verarbeitet werden. Das kann auf zweierlei Weise geschehen: entweder durch Erklärung und Verklärung der Gegensätze oder durch den Versuch, sie aufzudecken und — sofern möglich — aufzuheben. Früher wurde eine solche Verarbeitung zu einem wesentlichen Teil im individuell-hand- werklichen Rahmen und — wie Karl Marx anmerkt — innerhalb der “ideologischen Stände” geleistet. (1) Heute erfolgt sie zu einem beträchtlichen Teil in Organisationen (in politischen ebenso wie in den scheinbar unpolitischen); oder sie erfolgt industriell in einem Bereich, den man Kultur- und Bewußtseinsindustrie genannt hat. Rundfunk und Fernsehen sind — so verschieden ihr rechtlicher Status auch aussehen mag — ein Zweig dieser ‘verarbeitenden’ Industrie.

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Anmerkungen

  1. Karl Marx, Friedrich Engels, Werke [MEW], Bd. 26, 1, [Ost-] Berlin, 1965, S. 259 u. 145 (Theorien über den Mehrwert).Google Scholar
  2. S. dazu A. R. L. Gurland, ”Zur Theorie der sozial-ökonomischen Entwicklung der gegenwärtigen Gesellschaft”, in: Theodor W. Adorno, hrsgg. im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Spätkapitalismus oder Industriegesellschaft (Verhandlungen des 16. Deutschen Soziologentages vom 8.bis 11. April 1968 in Frankfurt/M.), Stuttgart, 1969, S. 56 fu. 60.Google Scholar
  3. (3).
    Zu dieser kritischen Funktion s. Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchung zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft, Neuwied, 1962.Google Scholar
  4. (4).
    Zur umfangreichen Literatur über das Rundfunk- und Fernsehwesen, auch über die Geschichte des Rundfunks in der Weimarer Zeit s. die Zusammenstellung in: Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen an der Universität Hamburg, Hrsg., Internationales Handbuch für Rundfunk und Fernsehen. 1969/70, Hamburg, 1969, Abschnitt C, S. 1 — 7.Google Scholar
  5. (5).
    So Hans Bausch, Der Rundfunk im politischen Kräftespiel der Weimarer Republik. 1923 — 1933 (Tübinger Studien zur Geschichte und Politik, Bd. 6), Tübingen, 1956, S. 114 f; zur Geschichte der DRADAG S. 24 ff.Google Scholar
  6. (6).
    Reichspostministerium, Hrsg., Denkschrift über den Rundfunk (Manuskript, 1925), zitiert nach Heinz Pohle, Der Rundfunk als Instrument der Politik. Zur Geschichte des deutschen Rundfunks von 1923/38, Hamburg, 1955, S. 36.Google Scholar
  7. (7).
    Winfried B. Lerg, Die Entstehung des Rundfunks in Deutschland. Herkunft und Entwicklung eines publizistischen Mittels, Frankfurt/Main, o.J.[Cop. 1965], S. 303.Google Scholar
  8. (8).
    S. dazu Lerg, ebd. S. 304 f; Bausch, a.a.O. (Anm. 5), S. 188 spricht von “der ‘illegallen’ Gründungsepoche”.Google Scholar
  9. (9).
    Reichstags-Drucksache, 3. Wahlperiode, Nr. 2776 vom 2. Dezember 1926, Anlage 1 Ziff. 1; abgedruckt bei Lerg, ebd., S. 368 ff.Google Scholar
  10. (10).
    Lerg, ebd., S. 311.Google Scholar
  11. (11).
    Hans Bredow am 26. Februar 1928 auf einem Vortragsabend der Reichsrundfunkgesellschaft, zitiert nach Pohle, a. a. O. (Anm. 6), S. 61.Google Scholar
  12. (12).
    Zitiert nach Bausch, a. a. O. (Anm. 5), S. 173.Google Scholar
  13. (13).
    Bausch, ebd., S. 115.Google Scholar
  14. (14).
    Erich Scholz, Rundfunkansprache am 28. Juli 1932, teilweise abgedruckt bei Bausch, ebd., S. 214.Google Scholar
  15. (15).
    Richtlinien für den Rundfunk vom 18. November 1932, abgedruckt bei Bausch, ebd., S. 212 — 214, Ziff. 4, 5, 6, 7 und “Zielsetzungen” Ziff. 6.Google Scholar
  16. (16).
    S. dazu Pohle, a. a. O. (Anm. 6), S. 154 ff; Einzelheiten über den Rücktritt von Hans Bredow am 15. Februar 1933, S. 170 u. den “Reichsrundfunkprozeß” gegen Bredow und andere, S. 180 f. (dort auch Angaben über die Anweisung von Goebbels im Jahre 1939 den Namen Bredow aus jeder weiteren Kritik fernzuhalten); s. dazu auch Joseph Wulf, Presse und Funk im Dritten Reich. Eine Dokumentation, Gütersloh, o. J. [Cop. 1964], S. 265 ff.Google Scholar
  17. (17).
    Carl Schmitt, “Weiterentwicklung des totalen Staats in Deutschland”, in: Verfassungsrechtliche Aufsätze aus den Jahren 1924–1954. Materialien zu einer Verfassungslehre, Berlin, o. J. [Cop. 1958 1, S. 360.Google Scholar
  18. (18).
    Carl Schmitt, “Machtpositionen des modernen Staates”, in: Verfassungsrechtliche Aufsätze… ebd., S. 368 [erschienen im März 1933].Google Scholar
  19. (19).
    Willi Eichler, “Das Parlament als Repräsentant der Öffentlichkeit”, in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 3, H. 4, 1955, S. 381.Google Scholar
  20. (20).
    S. dazu Günter Zehner, Hrsg., Der Fernsehstreit vor dem Bundesverfassungsgericht. Eine Dokumentation des Prozeßmaterials, Bd. 1 u. 2, Karlsruhe, 1964 u. 1965.Google Scholar
  21. (21).
    Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichts, Bd. 12, Tübingen, 1962, S. 262 f. (Entscheidung vom 28. 2. 61).Google Scholar
  22. (22).
    Zu diesem Begriff s. mit der für Begriffsjuristen typischen Dogmatik Günter B. Krause-Ablaß, “Die Neutralitätspflicht der Rundfunkanstalten”, in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 10, H. 2, 1962, S. 113–121; ähnlich Heinrich Kleinschmidt, Die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Fernsehen (Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG), Diss. Göttingen, 1957 (Manuskript) über Berichterstattung: “Eine Stellungnahme des Berichtenden ist darin nicht enthalten.” Zu solchem Denken s. Carl Schmitt, Der Hüter der Verfassung, Berlin, o.J. [Cop. 1931] S. 111–115, mit einer Übersicht über verschiedene Bedeutungen von Neutralität.Google Scholar
  23. (23).
    Karl August Bettermann, “Rundfunkfreiheit und Rundfunkorganisation”, in: Deutsches Verwaltungsblatt, Jg. 78, H. 2, 1963, S. 43.Google Scholar
  24. (24).
    Ebd.; zur Kritik daran s. Helmut Lenz, “Rundfunkorganisation und öffentliche Meinungsbildungsfreiheit”, Juristenzeitung, Jg. 18, H. 11/12, 1963, S. 338–350.Google Scholar
  25. (25).
    Helmut Ridder, Kirche — Staat — Rundfunk. Grundsatz — Fragen ihrer Rechtsbeziehungen in der Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main, 1958, S. 46 f.; vgl. in diesem Zusammenhang auch Helmut Ridder, “Meinungsfreiheit”, in: Franz L. Neumann, Hans Carl Nipperdey, Ulrich Scheuner, Hrsg., Die Grundrechte, Bd. II, Berlin, 1954, S. 272.Google Scholar
  26. (26).
    Gesetz über den “Westdeutschen Rundfunk Köln”, § 4 Abs. 2 Satz 2; Staatsvertrag über den Norddeutschen Rundfunk (NRD) § 4 Abs. 2 Satz 2; die Rundfunkgesetzte und Staatsverträge sind abgedruckt bei Günter Herrmann, Rundfunkgesetze. Textsammlung, Köln, Berlin, Bonn, München, 1966.Google Scholar
  27. (27).
    Richtlinien für die Sendungen des Zweiten Deutschen Fernsehens, III. Ziff. 5; die Richtlinien sind abgedruckt in: Zweites Deutsches Fernsehen, Hrsg., Jahrbuch 1962/64, Mainz o.J. [Cop. 1965 1 S. 40 f.; diese in der Folgezeit jährlich hrsgg. Jahrbücher enthalten u.a. Angaben über die Zusammensetzung des Fernsehrates, des Verwaltungsrates, über die Finanzen und Ergebnisse der Zuschauerforschung.Google Scholar
  28. (28).
    Gesetz über den Hessischen Rundfunk, § 3 Ziff. 4.Google Scholar
  29. (29).
    Gesetz über den Westdeutschen Rundfunk Köln und Staatsvertrag über den Norddeutschen Rundfunk § 4 Abs. 1 Satz 5.Google Scholar
  30. (30).
    Otto Köhler, “Kommentare in Rundfunknachrichten einzuschmuggeln”, in: Die Zeit, Jg. 20, Nr. 9 (26. 2.1965), S. 17 f.Google Scholar
  31. (31).
    Werner Weber, “Zur Rechtslage des Rundfunks”, in: Der Rundfunk im politischen und geistigen Raum des Volkes. Denkschrift der Rundfunkschule des NWDR, o.J., S. 71 f., Spricht von einem “Mandat, aber in Parität und sozusagen zur gesamten Hand” und von einem “gesamthänderischen Teileinfluß”.Google Scholar
  32. (32).
    Zum folgenden s. Hans Brack, Günter Herrmann, Hans-Peter Hillig, Organisation des Rundfunks in der Bundesrepublik Deutschland 1948 -1962, Hamburg o. J. [Cop. 1962] und Klaus Peter Jank, Die Rundfunkanstalten der Länder und des Bundes. Eine systematische Darstellung ihrer organisatorischen Grundlagen, Berlin, 1967; diese Abhandlungen beschränken sich auf die Darstellung der geltenden Bestimmungen, ’ klammern jedoch die politische Entstehungsgeschichte und die Funktion der Regelungen im politischen und sozialen Kräftespiel weitgehend aus. Einzelheiten dazu findet man bei Hans Ulrich Reichert, Der Kampf um die Autonomie des deutschen Rundfunks, Heidelberg, Stuttgart, 1965, dessen Darstellung allerdings von der Vorstellung einer Autonomie des Rundfunks gegenüber “den” Parteien bestimmt ist; knapp, doch informativ ist die Darstellung von Hermann Meyn, Massenmedien in der Bundesrepublik Deutschland, ergänzte Neuaufl., Berlin, 1968.Google Scholar
  33. (33).
    S. dazu Jank, ebd., 23 f.; vgl. auch Herbert Krüger, “Der Rundfunk und die politisch-sozialen Gruppen”, in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 3, H. 4, 1955, S. 365–374.Google Scholar
  34. (34).
    Gesetz über den Hessischen Rundfunk § 5; interessant ist, daß zur Zeit zwei weitere sozialdemokratische Landtagsabgeordnete dem Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks angehören: Philipp Pless (Arbeitnehmervereinigungen) u. Rudi Rohlmann (Landesverband für Erwachsenenbildung); zu den Rundfunkräten anderer Anstalten s. Günter Herrmann, “Zur Entwicklung der Rundfunkorganisationen in der Bundesrepublik Deutschland”, in: Brack, Herrmann, Hillig, Hrsg., a. a. O. (Anm. 32), S. 62 ff.Google Scholar
  35. (35).
    Jank, ebd.Google Scholar
  36. (36).
    So sind gegenwärtig von den 18 Mitgliedern des Rundfunkrates des Hessischen Rundfunks 10 SPD-Mitglieder; eine systematische Auswertung der jeweiligen Kräfteverhältnisse in den einzelnen Anstalten liegt nicht vor.Google Scholar
  37. (37).
    S. dazu Herrmann, a. a. O. (Anm. 34), S. 66 u. 77.Google Scholar
  38. (38).
    S. dazu Jank, a.a.O. (Anm. 32), S. 32 ff.Google Scholar
  39. (39).
    Gesetz über den Westdeutschen Rundfunk Köln und Staatsvertrag über den Norddeutschen Rundfunk § 8 Ziff. 5 (bzw.) Ziff. 4.Google Scholar
  40. (40).
    Werner Weber, “Die Sozialpartner in der Verfassungsordnung”, in: Ernst Forsthoff, Hrsg., Rechtsstaatlichkeit und Sozialstaatlichkeit. Aufsätze und Essays, Darmstadt, 1968, S. 547 (zuerst in: Göttinger Festschrift für das Oberlandesgericht Celle, Göttingen, 1961, S. 254); Willi Eichler, a. a. O. (Anm. 19), S. 383.Google Scholar
  41. (41).
    Hans Ulrich Reichert, a. a. O. (Anm. 32), S. 222 ff.Google Scholar
  42. (42).
    S. Willi Eichler, a. a. O. (Anm. 19), S. 383.Google Scholar
  43. (43).
    Solche wohl nicht unwichtigen Einzelheiten werden sowohl von Brack, a. a. O. (Anm. 32) als Jank, a. a. O. (Anm. 32) nicht behandelt.Google Scholar
  44. (44).
    Bundestags-Drucksache, 3. Wahlperiode, Nr. 1434 vom 26.1.1960.Google Scholar
  45. (45).
    Theodor Eschenburg, Die Affäre. Eine Analyse, Hamburg, o. J. [Cop. 1962], S. 10.Google Scholar
  46. (46).
    A. a. O. (Anm. 21), S. 205 ff.Google Scholar
  47. (47).
    Ebd., S. 261 ff.Google Scholar
  48. (48).
    Jank, a. a. O. (Anm. 32), S. 39.Google Scholar
  49. (49).
    Staatsvertrag über die Errichtung der Anstalt des öffentlichen Rechts “Zweites Deutsches Fernsehen”, § 14 zum Verwaltungsrat s. § 17.Google Scholar
  50. (50).
    Karl Holzamer wurde am 12. März 1962 mit 44 bei 9 Gegenstimmen und vier Enthaltungen vom Fernsehrat gewählt; die Wahl läßt allerdings nur bedingt Rückschlüsse auf die Kräfteverhältnisse im Fernsehrat zu, da von den im Fernsehrat vertretenen Parteien auf Bundesebene nur die FDP der Wahl bis zum letzten Augenblick Widerstand entgegengesetzt hatte; die Neuwahl am 16. Dezember 1966 erfolgte bereits während der großen Koalition. — Bei den fünf vom Fernsehrat gewählten Mitgliedern beträgt das Verhältnis sowohl bei den von 1962 bis 1967 wie bei den für die Zeit von 1967 bis 1972 gewählten Vertretern zwei zu drei zu Ungunsten der SPD. Das sicherte für die Unionsparteien bisher eine feste Mehrheit; denn von den vier von den Ländern und vom Bund berufenen Mitgliedern des Fernsehrates stellten die Unionsparteien bisher stets zwei. — Von 1967 bis 1969 war die FDP im Verwaltungsrat nicht vertreten. Von 1962 bis 1967 hatten die Länder Wolfgang Haußmann aus Baden-Württemberg entsandt; seit der Bonner SPD-FDP-Koalition ist die FDP durch Hans-Dieter Genscher vertreten, der als Vertreter der Bundesregierung im Verwaltungsrat sitzt.Google Scholar
  51. (51).
    Nach einer Meldung des Spiegel, Jg. 24, Nr. 10 (2. März 1970), S. 197 (Personalien) forderte der Fernseh-Ausschuß des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks vom NDR künftig Sendungen von Gerhard Bott vor der Ausstrahlung Vertretern des Bayerischen Rundfunkrats vorzuführen. Der Bayerische Rundfunk erwäge Filme von Bott, der positiv über antiautoritäre Kindergärten berichtet hatte, in Bayern abzuschalten. Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch an die Drohung des niedersächsischen CDU-Ministers Langeheine den Staatsvertrag über den NDR aufzukündigen; s. dazu “Die RFFU zum ‘Panorama’-Streit”, in: hörfunk-film-fernsehen, Jg. 19, H. 4 (Aug./Sept. 1969), S. 19; der Text der von Langeheine beanstandeten Panorama-Sendung “Taktik um die NPD” vom 11. August 1969, für die ebenfalls Gerhard Bott verantwortlich zeichnete, und der Wortlaut der am 27. August 1969 über diese Sendung geführten Diskussion sind abgedruckt in: Christian Longolius, Red., Fernsehen in Deutschland f II\Die Bundestagswahl 1969 als journalistische Aufgabe, Mainz, o.J. [Cop.1970]S.305–329.Google Scholar
  52. (52).
    S. dazu die Darstellung des ehemaligen Panorama-Redakteurs Joachim Fest, “Schwierigkeiten mit der Kritik. Die demokratische Funktion der Fernsehmagazine” in: Christian Longolius, Red., Fernsehen in Deutschland, [i jGe- sellschaftspolitische Aufgaben und Wirkungen eines Mediums, Mainz, o. J. [Cop. 1967 1 S. 105 ff.Google Scholar
  53. (53).
    Gert von Paczensky, “Die Folgen der Ära Adenauer im Fernsehen”, in: Paul Hübner, Information oder Herrschen die Souffleure? 17 Untersuchungen (rororo-aktuell Nr. 682), Reinbek, 1964. S. 113.Google Scholar
  54. (54).
    Krause-Ablaß, a. a. O. (Anm. 22), S. 114, spricht von “Interessenintegration”, der er die sogenannte “Interessenkoordination” gegenüberstellt; die Begriffe tauchen auch auf in: Internationales Handbuch…, (Anm. 4), Abschnitt C, S. 8.Google Scholar
  55. (55).
    S. Hermann Meyn, “Der Vormarsch der Parteien im Rundfunk. Der Bayerische Rundfunk als Beispiel” in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 17, H. 3, 1969, S. 230 — 239; von einer “Diktatur der Parteien” spricht Reichert, a. a. O. (Anm. 32), S. 222 ff.Google Scholar
  56. (56).
    S. dazu Johannes Agnoli in: Johannes Agnoli, Peter Brückner, Die Transformation der Demokratie, Berlin, 1967, S.40: “Volksparteien des modernen Verfassungsstaat […] bilden die plurale Fassung einer Einheitspartei — plural in der Methode des Herrschens, einheitlich als Träger der staatlichen Herrschaft gegenüber der Bevölkerung”. Dazu, daß diese Formel die Gefahr in sich birgt, die Unterschiede zu verwischen, die zwischen dem Begriff der Diktatur im Sinne von Aufrechterhaltung von Klassenherrschaft und Diktatur im Sinne der verfassungsrechtlichen oder terroristischen Außerkraftsetzung demokratischer Rechte bestehen, s. Jürgen Seifert, “Verfassungsregeln im politischen Konflikt”, in: Vorgänge, 1969, H. 9, S. 308.Google Scholar
  57. (57).
    Heinrich G. Merkel, “Die Gewaltenteilung und das Monopol”, in: Publizistik, Jg. 8, H. 4, 1963, S. 536, Anm. 5, stellt lediglich die Zahl der Parlamentarier zusammen, die den “Aufsichtsgremien” der Rundfunkanstalten angehören; für die Verwaltungsräte der Anstalten faßt er Beamte und Parlamentarier sogar in einer Rubrik zusammen, ebd., S. 537, Anm. 9. Solche Statistiken verdecken die wirklichen Fronten in diesen Gremien; der Zusammenstellung fehlt nahezu jede Aussagekraft!Google Scholar
  58. (58).
    So Jank, a. a. O. (Anm. 32), S. 53 f.Google Scholar
  59. (59).
    S. Oberverwaltungsgericht Berlin, Entscheidung vom 25.1.1969, in: Deutsches Verwaltungsblatt, Jg. 84, H. 21 (1. November 1969), S. 881 — 883, mit einer rechtfertigenden Anmerkung von Klaus Peter Jank, S. 883 f.Google Scholar
  60. (60).
    A. a. O. (Anm. 20), S. 230 u. 262 f.Google Scholar
  61. (61).
    So § 5 Ziff. 1 u. Ziff. 2 der beim Hessischen Rundfunk üblichen gedruckten Dienstverträge.Google Scholar
  62. (62).
    Einige Angaben haben Ralf Zoll u. Eike Hennig, Massenmedien und Meinungsbildung. Angebot, Reichweite, Nutzung und Inhalt der Medien in der BRD, München, 1970, zusammengestellt.Google Scholar
  63. (63).
    Werner Bader, “Gedanken zur Mitbestimmung in Rundfunk und Fernsehen”, in: Informationsdienst Gewerkschaftspresse, Jg. 15, Nr. 188 (25.9.1969), S. 2.Google Scholar
  64. (64).
    Rundfunk-Fernseh-Füm-Union (RFFU), Verband ZDF, Hrsg., Reformmodell für das Zweite Deutsche Fernsehen, Mainz, o. J. [1969\vervielfältigtes Manuskript, S. 35 (Redaktionsordnung, Teil A Ziff. l);das Alternativmodell ist von einer Arbeitsgruppe Mitbestimmung unter Vorsitz von Otto Wilfert erarbeitet worden.Google Scholar
  65. (65).
    Clemens Münster, “Die gesellschaftspolitische Aufgabe der Kritik”, in: Dieter Stolte, Hrsg., Fernseh-Kritik im Streit der Meinungen von Produzenten, Konsumenten und Rezensenten, Mainz, o.J. [Cop. 1969] S. 40.Google Scholar
  66. (66).
    Reformmodell…, a. a. O. (Anm. 60), S. 24.Google Scholar
  67. (67).
    Ebd., S. 34.Google Scholar
  68. (68).
    Richtlinien…, a. a. O. (Anm. 27), S. 40 (II, 2.).Google Scholar
  69. (69).
    So auch Roman Herzog, Randbemerkung 228 zu Art. 5, in: Theodor Maunz, Günter Dürig, Roman Herzog, Grundgesetz. Kommentar, München, 9. Erg. Lieferung, 1968.Google Scholar
  70. (70).
    So hat der Intendant des Senders Freies Berlin, Franz Barsig, im Fall Hanspeter Krüger die Feststellung getroffen, das von Krüger gestaltete III. Programm sei einseitig.Google Scholar
  71. (71).
    Reformmodell.., a. a. O. (Anm. 64), S. 34.Google Scholar
  72. (72).
    Jürgen Habermas, Protestbewegung und Hochschulreform, Frankfurt am Main, 1969, S. 192.Google Scholar
  73. (73).
    Kurt Sontheimer, “Politische Berichterstattung im Fernsehen und gesellschaftliche Kontrolle” in: Publizistik, J. 14, H. 2, 1969, S. 154 -161, insb. S. 156 (zuvor in: Die Zeit, Jg. 23, Nr. 45 (8.11.1968), S. 21.Google Scholar
  74. (74).
    Zu diesem Themenkomplex s. insb. Helmut Ridder, “Probleme der inneren Pressefreiheit. Festvortrag auf dem Deutschen Journalistentag 1962” in: Der Journalist, Jg. 12, H. 5, 1962 (Beilage).Google Scholar
  75. (75).
    So Friedrich-Wilhelm Frhr. von Seil, “Programmverantwortung und redaktionelle Mitbestimmung”, in: Rundfunk und Fernsehen, Jg. 18, H. 1, 1970, S. 18.Google Scholar
  76. (76).
    S. dazu den Entwurf eines Tarifvertrages für ein Redaktionsstatut, Fassung vom 11. Februar 1970, “RFFU-Mitbestimmungs-Kommission berät Redak- teursstatut”, in: hörfunk-fernsehen-film, Jg. 20, H. 1 (Jan./Febr. 1970), S. 9 f.; vgl. in diesem Zusammenhang Otto Wilfert, Es geht nicht nur um Springer. Material und Meinungen zur inneren Pressefreiheit, Mainz, o. J. [Cop. 1968] insbesondere Otto Wilfert, “Innere Pressefreiheit in den Anstalten des öffentlichen Rechts”, S. 50–58.Google Scholar
  77. (77).
    Vgl. die Berichte in der von der Rundfunk-Fernseh-Film-Union hrsgg. Zeitschrift hörfunk-fernsehen-film über Redakteurversammlungen und die Wahl von Redakteurausschüssen, Jg. 19, H. 3 (Juni/Juli 1969), S. 5 u. H. 4 (Aug./ Sept. 1969), S. 38.Google Scholar
  78. (78).
    Redaktionsstatut…, a. a. O. (Anm. 77), S. 9 f.Google Scholar
  79. (79).
    Reformmodeü…, a. a. O. (Anm. 64), S. 13 (zu § 14) und S. 16 (zu § 17).Google Scholar
  80. (80).
    S. dazu den Beitrag von Thomas Ellwein in diesem Band.Google Scholar
  81. (81).
    Roman Herzog, a. a. O. (Anm. 69) Randbemerkung 222 zu Art. 5.Google Scholar
  82. (82).
    A. a. O. (Anm. 21), S. 262 f.Google Scholar
  83. (83).
    Helmut Ridder, Kirche-Staat-Rundfunk…, a. a. O. (Anm. 25), S. 46.Google Scholar
  84. (84).
    Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die sogenannte “Versäulung” des niederländischen Rundfunkwesens; s. dazu Gert Schukies, “Rundfunk und Fernsehen in den Niederlanden”, in: Otto Wilfert, a. a. O. (Anm. 71), S. 59–62; ferner Carl Haensel, Rundfunkfreiheit und Fernsehmonopol, Düsseldorf, Wien, 1969, S. 234 f.Google Scholar
  85. (85).
    SRG, “Probleme bei der Nutzung der Fernseh-Satelliten”, in: hörfunk-fern- sehen-film, Jg. 19, H. 4 (Aug./Sept. 1969), S. 20 f.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1971

Authors and Affiliations

  • Jürgen Seifert

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