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Politik in Massenmedien — Zum Antagonismus von Presse- und Gewerbefreiheit

  • Horst Holzer
Chapter

Zusammenfassung

In einem Beitrag, der zweifelhafte Berühmtheit erlangt hat, wird das grundgesetzlich fixierte Verhältnis von Massenkommunikation und Demokratie folgendermaßen skizziert: „Das Grundgesetz der Bundesrepublik garantiert den freien Wettbewerb der Ideen und Meinungen, der durch das Modell wirtschaftlicher Wettbewerb’ verwirklicht werden kann, aber keineswegs muß. Wer den Wettbewerb der Ideen freigibt, geht dabei notwendig von der Fiktion des mündigen Bürgers aus, auch wenn er weiß, daß es sich hierbei lediglich um eine Fiktion handelt. Ein demokratisches Kommunikationssystem ist nicht zentral gelenkt, sondern bedürfnisgesteuert; mit diesem Grundsatz sind Instanzen, die über falsche oder richtige Bedürfnisse entscheiden wollen, unvereinbar.” (1) Die hier naiv unterstellte Identität von Gewerbe- und Pressefreiheit, der forcierter noch die pressure groups der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage (2) huldigen, wurde nachdrücklich durch die Etablierung des Springer-Konzerns und ähnlicher Kommunikationsfabriken, etwa des kurzfristigen Bertelsmann-Springer-Blocks, ad absurdum geführt. Denn die beherrschende Position, die sich der Springer-Konzern, aber auch die Verlagsgruppen Bauer, Gruner & Jahr, Ganske und Burda auf dem Pressemarkt der Bundesrepublik nach und nach gesichert haben, gab Anlaß zu den Fragen: Ist angesichts der zunehmenden Tendenz zu Oligopolisierung und Monopolisierung der kapitalistischen Ökonomie eine Verknüpfung von Gewerbe- und Pressefreiheit zugunsten letzterer überhaupt noch möglich? Muß die Idee des mündigen Bürgers (was immer das sein mag) nicht gerade deshalb eine Fiktion bleiben, weil informierte Demokratie und kapitalistische Produktion von Information eben nicht zusammengehen? Und schließlich: Wessen Bedürfnisse und Interessen sind es eigentlich, die das Kommunikationssystem der Bundesrepublik steuern, und wie läuft diese Steuerung konkret ab?

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Anmerkungen

  1. (1).
    P. Glotz — W.R. Langenbucher, Monopol und Kommunikation, in: Publizistik 2, 3, 4 1968/S. 170;Google Scholar
  2. vgl. dazu P. Glotz — W.R. Langenbucher, Manipulation-Kommunikation-Demokratie, in: Aus Politik und Zeitgeschichte B 25 1969/S. 3 ff.Google Scholar
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    vgl. dazu Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. (ed.) Pressefreiheit und Fernsehmonopol, Bad Godesberg 1963/S. 26 und H.A. Kluthe (Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger), Bedrohte Pressefreiheit, in: ZV & ZV 25 1965/S. 1040.Google Scholar
  4. (3).
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  5. (4).
    vgl. dazu J. Huffschmid, Politische Ökonomie des Springer-Konzerns, in: B. Jansen — A. Klönne (eds), Imperium Springer, Köln 1968/S. 53;Google Scholar
  6. vgl. dazu weiter T.W. Adorno, A Social Critique of Radio Music, in: B. Berelson — M. Janowitz (eds), Reader in Public Opinion and Communication, Glencoe 1953/S. 310–311.Google Scholar
  7. (5).
    M. Löffler, Die Pressekonzentration bedroht die Pressefreiheit in: Zeitschrift für Rechtspolitik 1 1968/S. 17.Google Scholar
  8. (6).
    vgl. dazu M. Hintze, Massenbüdpresse und Fernsehen, Gütersloh 1966/S. 142–150 undGoogle Scholar
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  15. (12).
    Diese Gesellschaften sind: Bayerisches Werbefernsehen GMBH (BWF); Berliner Werbefunk GmbH (Bl. WF); Norddeutsches Werbefernsehen GmbH (NWF); Rundfunkwerbung GmbH (RFW); Werbung im Südwestfunk GmbH (WISWF); Werbefunk Saar GmbH (WS); Werbung im Rundfunk GmbH (WIR); Westdeutsches Werbefernsehen GmbH (WWF).Google Scholar
  16. (13).
    vgl. dazu Bundesministerium des Innern, Bericht der Kommission zur Untersuchung der Wettbewerbsgleichheit…, a.a.O./S. 23.Google Scholar
  17. (14).
    vgl. dazu J. Fest, Schwierigkeiten mit der Kritik. Die demokratische Funktion der Fernsehmagazine, in: C. Longolius (ed.), Fernsehen in Deutschland, Mainz 1967/S. 105 ff.Google Scholar
  18. (15).
    vgl. dazu J. Huffschmid, Die Politik des Kapitals, Frankfurt 1969.Google Scholar
  19. (16).
    vgl. dazu P. Glotz — W.R. Langenbucher, Der mißachtete Leser, Köln-Berlin 1969/S. 143 ff.;Google Scholar
  20. vgl. dazu — kritisch — S. Plogstedt, Sozialforschung im Dienste der Gegenaufkärung, in: P. Brokmeier (ed.), Kapitalismus und Pressefreiheit, Frankfurt 1968/S. 82 ff.Google Scholar
  21. (17).
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    T.W. Adorno, Resume über Kulturindustrie, in: T.W. Adorno, Parva aesthetica — Ohne Leitbüd, Frankfurt 1967/S. 60 f.;Google Scholar
  23. vgl. dazu die fast gleichlautende Argumentation bei J.K. Galbraith, Die moderne Industriegesellschaft, Düsseldorf 1968/S. 357.Google Scholar
  24. (19).
    P. Glotz — W.R. Langenbucher, Monopol und Kommunikation, a.a.O./S. 170.Google Scholar
  25. (20).
    Auf ein besonderes Problem in diesem Zusammenhang weisen Glotz — Langenbucher hin, wenn sie an die 102 von 577 kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik erinnern, in denen eine Zeitung die regionale und lokale Berichterstattung tatsächlich im strengen Sinne monopolisiert hatGoogle Scholar
  26. vgl. dazu P. Glotz — W.R. Langenbucher, Monopol und Kommunikation, a.a.O./S. 168–171. Der Fehler von Glotz — Langenbucher liegt allerdings darin, daß sie ob dieser Provinzmonopole die gesamtgesellschaftlich relevanten Großkonzerne der Massenkommunikation weit unterschätzen.Google Scholar
  27. (21).
    vgl. dazu T.W. Adorno, Resume über Kulturindustrie, a.a.O./S. 68 f.Google Scholar
  28. (22).
    vgl. dazu: Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen. Dokumentation 4 — Meinungsumfragen und Analysen, Frankfurt 1966/S. 63;Google Scholar
  29. E. Noelle — E.P. Neumann, Jahrbuch der öffentlichen Meinung 1965–1967, AllensbachGoogle Scholar
  30. Bonn 1967/S. 11; A. Silbermann, Bildschirm und Wirklichkeit, Berlin 1966/S. 120 ff.; Infratest, Qualität 67, München 1967/Tabelle 23; Emnid-Institute, Imageanalyse von 24 Zeitschriften, Bielefeld 1966/S. 6ff.-44ff.; Divo-Institut, Die WELT-Konsumgewohnheiten und Konsumstil der Oberschicht, Hamburg 1967/S. 18; A. Springer, Qualitative Analyse der BILD-ZEITUNG, Hamburg 1965/S. 152.Google Scholar
  31. (23).
    Daten hierzu finden sich in: Arbeitsgemeinschaft Leseranalyse e.V., Der Zeitschriftenleser 1967, Essen-Haidhausen 1967; Bund deutscher Zeitungsverleger e.V., Der Zeitungsleser 1966, Bad Godesberg 1966; Institut für Demoskopie, Werbefernsehen, Werbefunk, Film, Allensbach 1967.Google Scholar
  32. (24).
    vgl. dazu zusammenfassend N. Altmann — G. Bechtle, Betriebliche Herrschaftsstruktur und industrielle Gesellschaft, München 1969/S. 28 ff.;Google Scholar
  33. vgl., Zur sozialen Topik’, in: H. Popitz et al., Gesellschaftsbild des Arbeiters, Tübingen 1957/S. 81 ff.Google Scholar
  34. R. Dahrendorf, Dichotomie und Hierarchie, in: R. Dahrendorf, Gesellschaft und Freiheit, München 1961/S. 163 ff.Google Scholar
  35. (25).
    vgl. dazu das zusammengestellte Material in: H. Holzer, Massenkommunikation und Demokratie — unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland. Versuch einer kritisch-soziologischen Argumentation, München 1970 (unveröffentlichte Habilitationsschrift)/S. 230 ff.; vgl. dazu weiter das Kapitel »Bemerkungen zum politischen Denken der Arbeiter’, in: H. Popitz et al., a.a.O./S. 163 ff.Google Scholar
  36. (26).
    vgl. dazu zusammenfassend O. Negt, Soziologische Phantasie und exemplarisches Lernen. Zur Theorie der Arbeiterbildung, Frankfurt 1968 (2.ed.)/S. 42 ff.;Google Scholar
  37. vgl. dazu weiter U. Oevermann, Schichtenspezifische Formen des Sprachverhaltens und ihr Einfluß auf die kognitiven Prozesse, in: H. Roth (ed.), Begabung und Lernen, Stuttgart 1967/S. 297 ff.Google Scholar
  38. (27).
    vgl. dazu das zusammengestellte Material in: H. Holzer, a.a.O./S. 222 ff.Google Scholar
  39. (28).
    vgl. dazu W. Abendroth, Antagonistische Gesellschaft und politische Demokratie, Neuwied Berlin 1967/S. 25 ff.Google Scholar
  40. (29).
    vgl. dazu H. Holzer, a.a.O./S. 411 ff.Google Scholar
  41. (30).
    vgl. dazu J. Habermas, Technik und Wissenschaft als »Ideologie, in: J. Habermas, Technik und Wissenschaft als »Ideologie4, Frankfurt 1968/S. 80 ff.; C. Offe, Politische Herrschaft und Klassenstrukturen, in: G. Kress — D. Senghaas (eds), Politikwissenschaft, Frankfurt 1969/S. 155 ff.; O. Kirchheimer, Deutschland oder Der Verfall der Opposition, in: O. Kirchheimer, Politische Herrschaft, Frankfurt 1968/S. 61 ff.; W. Euchner, Zur Lage des Parlamentarismus, in: G. Schäfer — C. Nedelmann (eds), Der CDU-Staat, München 1967/S. 71 ff.; J. Agnoli, Die Transformation der Demokratie, in: J. Agnoli — P. Brückner, Transformation der Demokratie, Frankfurt 1968/S. 38.Google Scholar
  42. (31).
    vgl. dazu M. Schmidt, Der westdeutsche Parlamentarismus heute, in: Einheit-Zeitschrift für Theorie und Praxis des wissenschaftlichen Sozialismus 3 1966.Google Scholar
  43. (32).
    W. Hof mann, Über die Notwendigkeit einer Demokratisierung des Parlaments, in: Sozialistische Politik 2 1969/S. 50.Google Scholar
  44. (33).
    vgl. H. Holzer, Massenkommunikation und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1969/S. 52 ff.Google Scholar
  45. (34).
    vgl. dazu K. Horn, Zur Formierung der Innerlichkeit, in: G. Schäfer — C.Nedelmann (eds), Der CDU-Staat, München 1967/S. 196 ff.; vgl dazu weiter J. Habermas, a.a.O./S. 76 ff.Google Scholar
  46. (35).
    vgl. dazu H. Holzer, a.a.O./S. 59 ff.Google Scholar
  47. (36).
    vgl. dazu W. Haug, Warenästhetik und Angst, in: Das Argument 1 1964; vgl. dazu weiter R. Reiche, Sexualität und Klassenkampf, Frankfurt 1968.Google Scholar
  48. (37).
    vgl. dazu H. Holzer — J. Schmid, Massenkommunikation in der Bundesrepublik — Analysen und Alternativen, in: F. Hitzer — R. Opitz (eds), Alternativen der Opposition, Köln 1969/S. 262; vgl. dazu weiter F. Knipping, Monopole und Massenmedien, Berlin 1969/S. 33 ff.Google Scholar
  49. (38).
    vgl. dazu M. Kuhlmann, Der Weg der Wirtschaftsnachrichten und ihre Stellung im Wirtschaftsteil der Tageszeitung, Quakenbrück 1957/S. 89; J. Rink, Zeitung und Gemeinde, Düsseldorf 1963/S. 98; G. Kunz, Untersuchung über Funktionen und Wirkungen von Zeitungen in deren Leserkreis, Köln Opladen 1967/S. 33 ff.; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, Freiburg 1967/S. 298; Contest-Institut für angewandte Psychologie und Soziologie -, Zur Situation der Frauenzeitschriften in der Bundesrepublik, Frankfurt 1963/S. 57 ff. und Contest-Institut für angewandte Psychologie und Soziologie -, Inhaltsanalytische Studie der Zeitschrift FILM & FRAU, Frankfurt 1965/S. 42; Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch der Bundesrepublik 1968, Wiesbaden 1969/S. 107 f.; A. Silbermann, Bildschirm und Wirklichkeit, a.a.0./ S. 37; D. Just, Der SPIEGEL, Hannover 1967/S. 62.Google Scholar
  50. (39).
    vgl. dazu Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen, a.ä.O./S. 68; A. Silbermann, Vorteile und Nachteile des kommerziellen Fernsehens, a.a.O./S. 122; A. Silbermann, Bildschirm und Wirklichkeit, a.a.O./S. 52; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 130.Google Scholar
  51. (40).
    vgl. dazu P. Glotz — W.R. Langenbucher, Der mißachtete Leser, a.a.O./ S. 47 ff.; Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen, a.a.O./S. 76 f.; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 191 ff.; D. Just, Der SPIEGEL, a.a.O./S. 80 ff.Google Scholar
  52. (41).
    vgl. dazu H.M. Enzensberger, Journalismus als Eiertanz; Die Sprache des SPIEGEL; Scherbenwelt, in: H.M. Enzensberger, Einzelheiten I, Pfullingen 1967/S. 75 ff.; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 94 ff.; H. Holzer — R. Kreckel, Jugend und Massenmedien, in: Soziale Welt 3 1967; W. Thomsen, Zum Problem der Scheinöffentlichkeit-Inhaltsanalytisch dargestellt an der BILD-ZEITUNG (unveröffentlichte Diplomarbeit), Frankfurt 1960; J. Ritsert, Das Berliner Modell im Urteil der Massenmedien, in: L.V. Friedeburg et al., Freie Universität und politisches Potential der Studenten, Neuwied Berlin 1969/S. 483 ff.; D. Just, Der SPIEGEL, a.a.O./ S. 123 ff.; M. Steffens, Das Geschäft mit der Nachricht, Hamburg 1969/S. 59 ff. (siehe dazu auch die folgenden Anmerkungen)Google Scholar
  53. (42).
    Daß es sehr wohl Ausnahmen von dieser Tendenz der Massenmedien gibt, hat zuletzt (August 1969) die Auseinandersetzung um das Fernsehmagazin, Panorama’ wegen eines kritischen Berichts über Ex-Kanzler Kiesinger und den ehemaligen Finanzminister Strauß gezeigt.Google Scholar
  54. (43).
    vgl. dazu H.M. Hughes, Human Interest Stories and Democracy, in: B. Berelson — M. Janowitz (eds), Reader in Public Opinion and Communication, a.a.O./S. 325; vgl. dazu auch die spezifische Problematik, die dieses Verfahren bei einer politisch so ambitionierten Zeitschrift wie dem SPIEGEL zeitigt, in: D. Just, der SPIEGEL, a.a.O./S. 138 f.Google Scholar
  55. (44).
    vgl. dazu H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 199 ff. und W. Albig, Modern Public Opinion, New York Toronto London 1956/S. 482.Google Scholar
  56. (45).
    vgl. dazu H. Holzer, a.a.O./S. 102 ff. + 156 ff.; W. Thomsen, a.a.O./S. 30; H.H. Holz, Utopie und Anarchie. Zur Kritik der kritischen Theorie Herbert Marcuses, Köln 1968/S. 27 f.Google Scholar
  57. (46).
    D. Riesman, Die einsame Masse, Hamburg 1958/S. 202; vgl. dazu A. Görlitz, Demokratie im Wandel, Köln Opladen 1969/S. 52Google Scholar
  58. (47).
    D. Riesman, a.a.O./S. 202; vgl. dazu A. Gehlen, Anthropologische Forschung, Hamburg 1961/S. 127; H. Schelsky, Gedanken zur Rolle der Publizistik in der modernen Gesellschaft, in: H. Schelsky, Auf der Suche nach Wirklichkeit, Köln Düsseldorf 1965/S. 315.Google Scholar
  59. (48).
    vgl. dazu G. Anders, The Phantom World of TV, in: B. Rosenberg — D. Manning White (eds), Mass Culture, Glencoe 1957/S. 365; J. Trenaman — D. McQuail, Television and the Political Image, London 1961/S. 227 ff.Google Scholar
  60. (49).
    vgl. dazu H.M. Enzensberger, Die Sprache des SPIEGEL, a.a.O./S. 74 ff.; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 185 ff.; H.A. Walter, Schizoidität als journalistisches Prinzip, in: Frankfurter Hefte 3–4 1965/S. 162.Google Scholar
  61. (50).
    vgl. dazu H. Holzer, a.a.O./S. 168. Ein illustratives Beispiel für die Konsequenzen dieses Verfahrens gibt Reinhard Kühnl, wenn er schreibt:, Das das, Volk’ der QUICK-Leser den Prinzen Louis Ferdinand mit großem Vorsprung zum Bundespräsidenten gewählt wissen will und die BILD-ZEITUNG gar eine absolute Mehrheit bei den Hohenzollern ermittelte, ist das logische Resultat dieses Verdummungsprozesses’ (R. Kühnl et al., Die NPD. Struktur, Programm und Ideologie einer neofaschistischen Partei, Frankfurt 1969/S. 277 — vgl. dazu weiter R. Kühnl, Das dritte Reich in der Presse der Bundesrepublik, Frankfurt 1966).Google Scholar
  62. (51).
    vgl. dazu H. Schelsky, Der Mensch in der Zivilisation, Köln Opladen 1961/S. 41 und U. Sonnemann, Das Land der unbegrenzten Zumutbarkeiten, Hamburg 1962/S. 19Google Scholar
  63. (52).
    T. W. Adorno, Kulturkritik und Gesellschaft, in: T.W. Adorno, Prismen, Frankfurt 1963/S. 21.Google Scholar
  64. (53).
    vgl. dazu E. Becker, Das Bild der Frau in den Illustrierten, in: M. Horkheimer (ed.), Zeugnisse, Frankfurt 1963/S. 434; H. Plessner, Das Problem der Scheinöffentlichkeit und die Idee der Entfremdung, Göttingen 1960/S. 12 f.Google Scholar
  65. (54).
    vgl. dazu W. Thomsen, a.a.O.; H. Holzer, Illustrierte und Gesellschaft, a.a.O./S. 148 f.; H.-D. Müller, Der Springer-Konzern, München 1968/S. 309 f.Google Scholar
  66. (55).
    vgl. dazu das von Heinz Großmann und Oskar Negt herausgegebene Buch, Die Auferstehung der Gewalt-Springerblockade und politische Reaktion in der Bundesrepublik’, Frankfurt 1969, aus dessen einzelnen Partien deutlich hervorgeht, wie wenig sich ein der oben vorgebrachten Kritik ähnliches Argument mit einzelnen BILD-ZEITUNGsartikeln belegen läßt — wie sehr ein solches Argument vielmehr nur aus dem Gesamtzusammenhang der Zeitung ableitbar ist; siehe dazu vor allem den in dem angegebenen Buch abgedruckten Aufsatz von Heiner Schäfer: Die BILD-ZEITUNG — eine Ordnungsmacht mit Spätkapitalismus, a.a.O./S. 19 ff.Google Scholar
  67. (56).
    vgl. dazu G. Anders, The Phantom World of TV, a.a.O./S. 363 ff.Google Scholar
  68. (57).
    vgl. dazu H. Holzer, a.a.O./S. 206 ff.Google Scholar
  69. (58).
    S. Pausewang, öffentliche Meinung und Massenmedien, in: W. Abendroth — K., Lenk (eds), Einführung in die politische Wissenschaft, München 1968/S. 316.Google Scholar
  70. (59).
    vgl. dazu U. Jaeggi — R. Steiner — W. Wyninger, Der Vietnam-Krieg und die Presse, Zürich 1966 und G. Amendt, China. Der deutschen Presse Märchenland, Frankfurt 1968.Google Scholar
  71. (60).
    H.M. Enzensberger, Journalismus als Eiertanz, a.a.O./S. 18.Google Scholar
  72. (61).
    J.T. Klapper, The Effects of Mass Communication, Glencoe 1960/S. 208.Google Scholar
  73. (62).
    vgl. dazu R. Lenz, DIE WELT als Wüle und Vorstellung, in: B. Jansen — A. Klönne (eds), Imperium Springer, a.a.O./S. 114 ff.; H. Holzer, a.a.0./ S. 144 ff. + 287 ff.; H.A. Walter, a.a.O./S. 160 ff.Google Scholar
  74. (63).
    H. Pross, Eigentümlichkeiten der bundesdeutschen Meinungsbüdung, in: H. Pross, Vor und nach Hitler, Olten-Freiburg 1962/34.Google Scholar
  75. (64).
    J. Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Neuwied Berlin 1962/S. 189–190.Google Scholar
  76. (65).
    vgl. dazu das zusammengestellte Material in: H. Holzer, Massenkommunikation und Demokratie — unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der Bundesrepublik. Versuch einer kritisch-soziologischen Argumentation, a.a.O./S. 312 ff.Google Scholar
  77. (66).
    vgl. dazu J.O. Glick — S.J. Levy, Living with Television, Chicago 1962/S. 112 und G.H. Stempel, Selectivity in Readership of Political News, in: Public Opinion Quarterly 3 1961/S. 400 ff.Google Scholar
  78. (67).
    vgl. dazu Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen, a.a.O./S. 33–34.Google Scholar
  79. (68).
    Der Bereich ‚Fernsehen’ wird deshalb gewählt, weil für ihn die meisten Ergebnisse vorliegen. Vgl. dazu J. Kob, Zur Soziologie des Fernsehens, in: H.-D. Ortlieb — B. Molitor (eds), Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik 1964, Tübingen 1964/S. 100 ff.Google Scholar
  80. (69).
    Bei der sich anschließenden Vorführung empirischer Ergebnisse ist zweierlei zu bedenken: erstens kann, da anderes Material nicht vorliegt, das Verhalten des Publikums gegenüber den Fernsehprogrammen nur an der Sehbeteiligung und der Präferenz für Sendungen politischen Inhalts abgelesen werden; zweitens kann, da Material hierfür lediglich in kleinerem Umfang vorliegt eine Differenzierung der einzelnen Ergebnisse nach sozialstatistischen Merkmalen des Publikums nur hin und wieder erfolgen.Google Scholar
  81. (70).
    Es gibt allerdings auch andere Werte, ebenfalls von Infratest, die eine größere Sehbeteiligung zeigen: für PANORAMA — 42% (Jahresdurchschnitt 1966), REPORT-36% (Jahresdurchschnitt 1966), MONITOR — 27% (Jahresdurchschnitt 1966) — vgl. dazu Infratest, Die Sendereihen Panorama, Report und Monitor, München 1966/S. 7 ff. Der Unterschied läßt sich folgendermaßen erklären: Die in Tabelle 1 genannten Werte wurden bei Befragungen ermittelt, wo die Interviewten sozusagen ihr intektuelles Beteüigtsein angaben, also nachweisen mußten, die Sendung tatsächlich angeschaut zu haben; die in Anmerkung (70) angeführten Daten wurden dagegen auf rein mechanischem Weg festgehalten — nämlich durch ein am TV-Apparat montierbares Gerät, das Ein- und Abschalten registriert. Solche Geräte hat Infratest in 625 repräsentativ ausgewählten Haushalten der Bundesrepublik aufgestellt; diese Geräte werden regelmäßig abgelesen und liefern damit die Werte der Sehbeteiligung des Fernsehpublikums. Diese Werte sagen also nichts darüber aus, ob eine Sendung tatsächlich angeschaut wird, sie geben nur an, ob ein TV-Apparat zu einer bestimmten Zeit ein-oder ausgeschaltet ist (Tammeter-Methode).Google Scholar
  82. (71).
    Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen, a.a.O./S. 52.Google Scholar
  83. (72).
    vgl. dazu H.M. Enzensberger, Scherbenwelt, a.a.O./S. 106 ff.Google Scholar
  84. (73).
    Dabei ist zu beachten, daß PANORAMA und REPORT fast zum gleichen Zeitpunkt (1961/62) ihre Sendelaufbahn begannen. Das heißt: die Konkurrenz zwischen den beiden Programmen ist nicht dadurch verzerrt worden, daß die eine Sendung vor der anderen einen zeitlichen Vorsprung hatte ein Tatbestand, der vor allem die Bevorzugung der ARD-gegenüber den ZDF-Programmen nicht unwesentlich bestimmen dürfte (hinzu kommt hier noch, daß nicht alle ARD-Zuschauer auch die ZDF-Sendungen empfangen können).Google Scholar
  85. (74).
    vgl. dazu A.H. Eagley — M. Manis, Evaluation of Message and Communication as a Function of Involvement, in: Journal of Personal and Social Psychology 4 1966/S. 483 ff.Google Scholar
  86. (75).
    vgl. dazu das zusammengestellte Material in: H. Holzer, a.a.O./S. 240 ff.Google Scholar
  87. (76).
    Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ed.), Rundfunkanstalten und Tageszeitungen, а.a.O./S. 53.Google Scholar
  88. (77).
    vgl. dazu — sozusagen als verpaßte Gelegenheit — H.K. Platte, Soziologie der Massenkommunikation, München 1965/S. 147 ff.Google Scholar
  89. (78).
    vgl. dazu F. Knipping, Monopole und Massenmedien, a.a.O./S. 146 ff.Google Scholar
  90. (79).
    T. Brocher, Die Unterhaltungssendung als Instrument gesellschafspolitischer Bewußtseinsbildung, in: C. Longolius (ed.), a.a.O./S. 283 und ff.Google Scholar
  91. (80).
    vgl. dazu Infratest, Die Zuschauerreaktionen auf die Fernsehsendung vom 6. Mai 1965, Ein Tag-Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager’, München 1965/S. 4.Google Scholar
  92. (81).
    vgl. dazu E. Noelle — E.P. Neumann, Jahrbuch der öffentlichen Meinung, a.a.O./S. 107.Google Scholar
  93. (82).
    vgl. dazu H.D. Müller, Der Springer-Konzern, a.a.O./S. 310.Google Scholar
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    vgl. dazu A. Meier, Die Kommerzialisierung der Kultur, Zürich 1965.Google Scholar
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    vgl. dazu beispielsweise die Kurz-Analyse der Tageszeitung DIE WELT, in: H. Schäfer, Schichten- und gruppenspezifische Manipulation in der Massenpresse, a.a.O./S. 73 ff.Google Scholar
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    vgl. dazu E. Kuby, Facsimile-Querschnitt durch den SPIEGEL, München 1967/S. 21.Google Scholar
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    Dieser Erfolg wiegt umso schwerer, als es in der Bundesrepublik kein anderes Presseerzeugnis gibt, das Teile der gesellschaftlichen Spitzengruppe in solchem Umfang erreicht.Google Scholar
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    Nach der SPIEGEL-Affäre von 1962 wurde — wie Dieter Just nachgewiesen hat — dieses ambivalente Verfahren wesentlich verfeinert und perfektioniert — vgl. dazu D. Just, a.a.O./S. 179 ff.Google Scholar
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1971

Authors and Affiliations

  • Horst Holzer

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