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Zur Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisierung von Wissenschaftlern für die Kooperationsbeziehungen zwischen Gewerkschaften und Hochschule

  • Karl-Jürgen Beiback
  • Helga Milz
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Part of the Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie book series (JSG)

Zusammenfassung

Die Kooperation Gewerkschaften — Hochschulen wird vor allem an dem Interesse festgemacht, das die Gewerkschaften an den Hochschulen als Institutionen wissenschaftlicher Forschung und wissenschaftlicher Lehre haben. Dies Interesse wird insbesondere dadurch permanent aktualisiert, daß seit der „industriellen Revolution“ die Wissenschaft verstärkt den Produktionsprozeß wie die allgemeinen Lebensbedingungen und den politischen/gesellschaftlichen Entwicklungsprozeß beeinflußt. Für die Gewerkschaften als Interessenvertretung der Lohnabhängigen ist es deshalb wichtig, Einfluß auf den Wissenschaftsprozeß wie die Ausbildung von Wissenschaftlern zu nehmen, denn
  • der wissenschaftlich-technische Fortschritt ändert den Produktionsprozeß und schafft neue Produkte und Produktionsverfahren, was sich wiederum und im Zusammenhang mit der wissenschaftlich angeleiteten Umstrukturierung des Bildungssystems auf Qualifikationsanforderungen an die Arbeitnehmer und damit die Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft und der gewerkschaftlichen Mitgliederstruktur sowie auf die gewerkschaftlichen Handlungsspielräume auswirken muß; (Zunahme bzw. Abnahme der Facharbeiter als Kerngruppe gewerkschaftlicher Organisation, Anwachsen der wissenschaftlich-technischen Intelligenz, des Dienstleistungssektors etc.);

  • wie das Leben in so wird auch das Leben außerhalb der Produktion, die allgemeinen Lebens- und Reproduktionsbedingungen der Arbeitnehmer zunehmend von Ergebnissen wissenschaftlicher Forschung direkt beeinflußt (z.B. Raumplanung, Verkehrsentwicklung, Bildungssystem medizinische Forschung etc.);

  • die Wissenschaften spielen schließlich auch in den die Gewerkschaften tangierenden allgemeinen gesellschaftlichen wie politischen Auseinandersetzungen zunehmend eine Rolle, was an so verschiedenartigen Fragen wie der Atomenergie, dem Umweltschutz, den Prognosen zum Bedarf an Facharbeitern wie Akademikern, der (verfassungs-)juristischen Auseinandersetzung um fast alle wichtigen politischen Reformen, der wissenschaftlichen Beratung der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik etc. deutlich wird.

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References

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1980

Authors and Affiliations

  • Karl-Jürgen Beiback
  • Helga Milz

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