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Theoretischer Bezugsrahmen

  • Günther Steinkamp
  • Wolfgang H. Stief

Zusammenfassung

Als gesichertes Ergebnis sozialwissenschaftlicher Forschung darf die Feststellung gelten, daß die in der frühen Phase familialer Sozialisation von den Eltern ausgehenden bewußten und unbewußten Rollenerwartungen und die zu ihrer Durchsetzung angewandten Kontrollstrategien ebenso wie ihre Beziehungsmuster untereinander und ihre Grundhaltungen gegenüber den Kindern die Persönlichkeit des Heranwachsenden in bedeutsamem Maße strukturieren. Wie und in welchem Ausmaß dabei der Heranwachsende seine Persönlichkeit durch die “Gußform der Familie” (Lidz) gewinnt, beschreibt der Psychoanalytiker Theodore Lidz eindringlich:

“Die Wertsysteme der Familie, ihre Rollendefinitionen, ihre Beziehungsmuster, ihre Systeme und Wortbedeutungen usw. gehen sämtlich in die Entwicklung des Kindes ein, und zwar mehr auf dem Wege des Familienverhaltens als mittels dessen, was die einzelnen Familienangehörigen lehren oder auch nur bewußt anerkennen. Das Ich des Kindes erhält seine Struktur durch solche Erwerbungen und die Art und Wéise, wie die Familienorganisation es auf bestimmtem Muster hinlenkt und andere Möglichkeiten verschließt; wie sie die Triebe und Interessen steuert, bestimmte Abhängigkeitsbeziehungen zuläßt, andererseits aber vom Kind auch gewisse selbständige Fähigkeiten verlangt, je nach seinem Alter, seinem Geschlecht und seiner Stellung in der Familie” (1971, 36–37).

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 1978

Authors and Affiliations

  • Günther Steinkamp
    • 1
  • Wolfgang H. Stief
    • 1
  1. 1.Pädagogische Hochschule Westfalen — Lippe Abteilung Bielefeld — Fachbereich IIDeutschland

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