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Legitimitätstheorien

  • Helmut Thome
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 15)

Zusammenfassung

Ausgehend vor allem von Habermas’ und Offes Versuchen, “Strukturprobleme des Kapitalismus” unter dem Stichwort der “Legitimationskrise” mit bestimmten Erscheinungsformen des politischen Bewußtseins in Zusammenhang zu bringen, haben sich in der politischen Soziologie und Publizistik geradezu modische Diskussions trends mit polemischer Rede und Widerrede entwickelt: Ob denn das kapitalistische System früher oder später an seinen strukturell bedingten “Legitimationsdefiziten” zusammenbrechen werde — oder ob es lebensfähig bleibe, da doch die Rede von der Legitimationskrise lediglich dem Wunschdenken und dem Beschwörungsvokabular bösmeinender Linksintellektueller entsprungen sei.

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Literatur

  1. 1).
    Kielmansegg, 1971, S. 368. Die in diesem Abschnitt folgenden Seitenangaben ohne Nennung des Autors beziehen sich alle auf diesen Aufsatz.Google Scholar
  2. 2).
    Siehe hierzu unten, S. 90. Vergleiche Max Webers Wertbegriff: “Stets ist (...) wertrationales Handeln ein Handeln nach ‘Geboten’ oder gemäß ‘Forderungen’, die der Handelnde an sich gestellt glaubt.” (M. Weber, 1972, S. 12) Im Gegensatz dazu steht bei Weber bekanntlich der Begriff des Interesses.Google Scholar
  3. 1).
    Siehe z. B. Bennet, 1975, S. 70; Kmieciak, 1976, S. 227; Sarat, 1975, S. 248.Google Scholar
  4. 2).
    Siehe den Hinweis bei Nerton, 1968, S. 3, Fn. 4 sowie die Zeitschriften “Oral History, TheJournal of the Oral History Society” (University of Essex) und “The Oral History Review” (herausgegeben von der Oral History Association).Google Scholar
  5. 1).
    Kielmansegg nimmt an, daß die Legitimitätsüberzeugungen weniger explizit als “in einer Art von kollektivem Hintergrundbewußtsein” wirksam sind (S. 397). Diese Formulierung erinnert an das von Rokeach (1960, S. 40–42) sozial psychologisch konzipierte und von Verba (1965b, S. 518 ff.) für die (empirische) “Political-Culture”-Forschung adaptierte Konstrukt der “primitive beliefs”. Gleichzeitig ergibt sich hier ein Anknüpfungspunkt zur Idee der “Rekonstruktion” von Deutungssystemen, die im 2. Kapitel (Abschnitt 2.1. und 2.2.) dargelegt wird.Google Scholar
  6. 2).
    Zur Verwendung des Charisma-Konzepts in vergleichender historischer Analyse siehe Lipset, 1967, S. 19–26, und 362 f. — Auf Formen der religiösen Offenbarung geht Kielmansegg nicht näher ein.Google Scholar
  7. 3).
    Diese Unterscheidung betont auch David Easton, 1965b, S. 284, Fn., vgl. auch S. 300.Google Scholar
  8. 4).
    Illustrative Ausführungen über die Funktionsweisen einer solchen Tradierung findet man bei David Riesman et al., 1958, S. 26–29 und S. 52–54.Google Scholar
  9. 5).
    S. hierzu näher unten, S. 15 f. und Lipset, 1967, S. 52 ff., 281 ff. Zur sozialpsychologischen und historischen Wirkung des “Erfolgs” siehe auch Talcott Parsons, 1951, S. 423, und Dieter Ciaessens, 1970, S. 130 f., 155, 179.Google Scholar
  10. 1).
    Vgl. hierzu aus der Perspektive des empirischen Forschers Verba, 1965a, S. 144 ff.Google Scholar
  11. 2).
    Siehe hierzu die methodischen Bemerkungen im 3. Kapitel, S. 219.Google Scholar
  12. 1).
    Hennis, 1976, S. 12. Die Quellenangaben ohne Nennung des Autors beziehen sich im folgenden Abschnitt alle auf dieses Referat.Google Scholar
  13. 2).
    Zum Begriff der Sittlichkeit findet man einige soziologische Hinweise bei David Riesman et al., 1958, S. 52–79. Siehe auch das Vorwort zu diesem Buch von Helmut Schelsky.Google Scholar
  14. 3).
    Ich wende mich keineswegs gegen die Kateg orie der Sittlichkeit. Im Gegenteil, ich finde es gut, daß Hennis sie in die Debatte eingebracht hat. Ich halte es für ein erstaunliches Versäumnis, daß die zeitgenössischen Soziologen es weitgehend den Philosophen und Psychologen überlassen, über Probleme der Ethik und Moral nachzudenken. Siehe hierzu A. Gouldner, 1970, S. 140 f., 246–285; M. Ossowsky, 1970; J. H. Barnsley, 1972; Sonderheft des Polish Sociological Bulletin, 1977, No. 3–4.Google Scholar
  15. 1).
    Hier liegt denn auch der Ansatzpunkt von Habermas’ Frage: “Können komplexe Gesellschaften eine vernünftige Identität ausbilden?” (Titel einer Rede anläßlich der Verleihung des Hegel-Preises 1973: Habermas, 1974). Siehe hierzu auch Verba (1965 b), der das Bewußtsein “nationaler Identität” als wichtige Voraussetzung für Systemlegitimität empirisch untersucht.Google Scholar
  16. 2).
    Ich habe an anderer Stelle versucht, ausführlicher die zentralen Prämissen und Problemkonzeptionen dieses Ansatzes darzustellen; siehe H. Thome, 1973.Google Scholar
  17. 3).
    Luhmann, 1970, S. 123. Klammer im Original. Die in diesem Abschnitt genannten Quellen ohne Angabe des Autors beziehen sich alle auf Texte von Niklas Luhmann.Google Scholar
  18. 1).
    Für eine fundierte Diskussion dieser Prozesse unter dem Gesichtspunkt der “sozialen Sicherheit” siehe F.-X. Kaufmann, 1973.Google Scholar
  19. 2).
    Die ausführlichste Darstellung dieses Gedankens, der zum Konzept der “Mitgliedschaftsrolle” führt, findet sich in Luhmann, 1964. [>azu kritisch kommentierend: D. Ciaessens, 1970, S. 98 ff.Google Scholar
  20. 1).
    Siehe dazu einen neueren Aufsatz von Luhmann (1977 a), in dem er Parsons Begriff der “Interpénétration” zur Kennzeichnung des Verhältnisses von Individuum und sozialem System reinterpretiert. Zur Konzipierung dieses Problemkomplexes bei Parsons siehe die ausgezeichnete Arbeit von Enno Schwanenberg, 1970, sowie die Luhmann-Replik von Stefan Jensen, 1978.Google Scholar
  21. 2).
    Freilich wird dieser Punkt in der empirischen Wahl- und Einstellungsforschung sehr kontrovers behandelt.Google Scholar
  22. 3).
    Zu diesem Konzept siehe Luhmann, 1971 a, S. 345; 1975 b, S. 170–192.Google Scholar
  23. 1).
    Vgl. hierzu Luhmann, 1975 b, S. 150–169; 1976.Google Scholar
  24. 2).
    Diese Ungewißheit mu(3 durch das umfassende Sozial system abgestützt sein, etwa durch seine demokratische Verfaßtheit. Demokratie und Legitimität sind für Luhmann aufeinander bezogene Phänomene, weil sie beide “Lernnotwendigkeiten” in den Bereich normativen Erwartens einführen — Luhmann, 1972, S. 261.Google Scholar
  25. 3).
    Siehe z. B. Irving L. Janis, 1969, S. 375–383.Google Scholar
  26. 4).
    Daß man seine Teilnahme auch zum Protest benutzen kann, haben erst jüngst die sog. Terroristen-Prozesse gezeigt. Andererseits bestätigt die Sorge der Protestgruppen, durch Anerkennung der “Regeln” vom “System” vereinnahme zu werden, Luhmanns Analyse in diesem Punkt.Google Scholar
  27. 1).
    Zu diesem Konzept siehe Luhmann, 1970, S. 92–112.Google Scholar
  28. 2).
    Siehe hierzu: Luhmann, 1975 a, S. 244, und 1972, S. 264. Zu dieser Stabilisierung trägt die Tatsache bei, daß durch die verfahrensmäßige Differenzierung von Verantwortlichkeit die Kritikmöglichkeit vermindert wird: Der potentielle Adressat entzieht sich dem Blick (vgl. 1975 a, S. 129 ff.).Google Scholar
  29. 1).
    Zur Konsensproblematik in der Konzeption von Luhmann siehe ausführlicher unten Kap. 2 (Abschn. 2.3.).Google Scholar
  30. 2).
    Siehe dazu Negt/Kluge, 1973, und Harold Wilensky, 1973. Vgl. auch die umfangreiche Literatur über “Massengesellschaft” und die Rolle intermediärer Gruppen.Google Scholar
  31. 3).
    Vgl. im 2. Kapitel die Abschnitte über Kohärenz und Segmentierung (2.4.1.) sowie über Generalisierung von Einstellungen (2.3.).Google Scholar
  32. 1).
    Für eine Analyse der sozial strukturell en Konsequenzen der Einführung des allgemeinen Wahlrechts siehe Stein Rokkan, 1961 und 1968.Google Scholar
  33. 2).
    Vgl. hierzu Lipset, 1962, S. 222 ff., und Narr/Naschold, 1973, S. 218.Google Scholar
  34. 3).
    Etzioni kritisiert das Konzept der cross-pressure group auch aus theoretischen Gründen: wegen der in ihm implizierten atomistischen Betrachtungsweise. Vgl. auch den kritischen Hinweis bei Narr, 1969, S. 166.Google Scholar
  35. 4).
    über “Beliebigkeit” siehe im Anschluß an Marx und Simmel den einsichtsreichen Aufsatz von D. Ciaessens, 1965.Google Scholar
  36. 5).
    Daß diese Art von Systemtheorie keine vernünftige Sozialisationstheorie zula’ßt, meint auch Habermas, 1973 a, S. 26 f. Siehe dagegen den bereits erwähnten Aufsatz von Luhmann, 1977, insbes. S. 71 ff.Google Scholar
  37. 1).
    Aber auch positive Identifikationen. Siehe z. B. die empirische Literatur zur “Parteiidentifikation”.Google Scholar
  38. 1).
    Vgl. Luhnianns Hinweis auf experimentelle Forschungsergebnisse, wonach “unsichere Erwartungen sehr viel bestandsfester gelernt werden als sichere Erwartungen” (1968 a, S. 78).Google Scholar
  39. 1).
    Zum folgenden siehe Habermas, 1973 a, S. 14–18. Die in diesem Abschnitt vermerkten Quellenhinweise ohne Nennung des Autors beziehen sich alle auf Schriften von Jürgen Habermas.Google Scholar
  40. 2).
    Zur Unterscheidung von (dynamischer) “persistence” und (statischer) “maintenance” siehe David Eason, 1965 a, S. 88.Google Scholar
  41. 3).
    Zur Gegenüberstellung von Sozial- und Systemintegration siehe auch David Lockwood, 1969, und N. Mouzelis, 1974.Google Scholar
  42. 1).
    Zum Diskurskonzept siehe unten, S. 38ff.Google Scholar
  43. 2).
    Vgl. den von Max Weber konstatierten “sehr allgemeinen Tatbestand des Bedürfnisses jeder Macht, ja jeder Lebenschance überhaupt, nach Selbstrechtfertigung” (1972, S. 549).Google Scholar
  44. 3).
    Zu dieser anthropologischen Grundlegung vgl. die Kritik von R. Eickel-pasch, 1976.Google Scholar
  45. 1).
    Wie sich dieser Doppelprozeß vollzieht, wie sich also Motivationen über die Verinnerlichung von symbolisch repräsentierten Erwartungsstrukturen aufbauen, haben vor allem Freud, Mead und Piaget dargelegt. Wie Habermas diese Theorien und Teilstücke in seine Gesellschaftstheorie einpaßt, kann hier nicht im einzelnen aufgezeigt, sondern im weiteren Verlauf meiner Darstellung nur angedeutet werden. Siehe aber die entsprechenden Abhandlungen in den Sammelbänden von Habermas, 1973 b und 1976 a.Google Scholar
  46. 1).
    Zu diesem Rationalitätsbegriff sei nochmals auf den Aufsatz von D. Ciaessens, 1965, verwiesen.Google Scholar
  47. 2).
    Was Habermas natürlich auch selbst sieht: 1969, S. 69. Vgl. Kielmans-egg: “... die kapitalistische Produktionsweise als solche (hat) faktisch nirgends politische Herrschaft in einer bestimmten Gestalt rechtfertigen können” (1971, S. 370, Fn.). Habermas selbst räumt ein: “Freilich dürfte die sozial integrative Wirkung der Wertform im großen und ganzen auf die bürgerliche Klasse beschränkt gewesen sein ...” (1973 a, S. 38).Google Scholar
  48. 3).
    Zur Erläuterung der begrifflichen Unterscheidung zwischen “technischen” und “praktischen” Fragen siehe G. Floistad, 1974, insbes. S. 89–99; siehe auch die folgende Fn.Google Scholar
  49. 1).
    Um zu veranschaulichen, was Habermas mit der normativen Regelung der Interaktion, mit der Organisation menschlichen Zusammenlebens vermöge sinnstiftender traditionaler Weltbilder meint, sei ein ausführliches Zitat eingefügt: “Diese mythischen, religiösen und metaphysischen Weltbilder gehorchen der Logik von Zusammenhängen der Interaktion. Sie geben Antwort auf die zentralen Menschheitsprobleme des Zusammenlebens und der individuellen Lebensgeschichte. Ihre Themen sind Gerechtigkeit und Freiheit, Gewalt und Unterdrückung, Glück und Befriedigung, Elend und Tod. Ihre Kategorien sind Sieg und Niederlage, Liebe und Haß, Erlösung und Verdammnis. Ihre Logik bemißt sich an der Grammatik einer entstellten Kommunikation und an der schicksalhaften Kausalität abgespaltener Symbole und unterdrückter Motive. Die an kommunikatives Handeln geknüpfte Rationalität von Sprachspielen wird nun, an der Schwelle der Moderne, mit einer Rationalität von Zweck-Mittel-Beziehungen konfrontiert, die an instrumentales und strategisches Handeln geknüpft ist. Sobald es zu dieser Konfrontation kommen kann, beginnt das Ende der traditionalen Gesellschaft: die (bisherige, H. T.) Form der Legitimation von Herrschaft versagt” (1969, S. 68 f.). — Zur systematischen Ausarbeitung der Begriffe von zweckrationalem (instrumentalem und strategischem) Handeln (“Arbeit”) und kommunikativem Handeln (“Interaktion”) siehe u. a. 1969, S. 61–65; 1971, S. 248–253.Google Scholar
  50. 2).
    Auf diese Gefahr ist gerade mit Blick auf die Bundesrepublik Deutschland immer wieder hingewiesen worden. Siehe z. B. Verba, 1965 a, S. 146 ff.Google Scholar
  51. 1).
    Für eine weitergehende Analyse des Einsickerns “systemfremder Elemente” innerhalb kapitalistischer Gesellschaften siehe Claus Offe, 1973, ins-bes. S. 41–63, 97–105.Google Scholar
  52. 1).
    Die Forderungen des staatsbürgerlichen Privatismus sind von Almond und Verba wie folgt beschrieben worden: “The democratic citizen is called on to pursue contradictory goals; he must be active, yet passive, involved, yet not too involved; influental, yet deferential.” (Zitiert bei Habermas, 1973 a, S.108)Google Scholar
  53. 2).
    Zu dieser Problematik siehe die Literatur zur “Kultur- und Persönlich-keitsstruktur”-Forschung (Benedict, Kluckhohn, Kardiner u. a.); vgl. auch die Analysen zur Funktion einer “doppelten Moral”, z. B. Charles K. Warriner, 1958. Sicherlich ist diese Korrespondenz aber auch kulturspezifisch und historisch (in gewissen Grenzen) variabel.Google Scholar
  54. 3).
    Habermas konstatiert, daß die genuin bürgerliche Ideologie als solche keine sinnvolle Deutung der “Grundrisiken persönlicher Existenz”: Schuld, Krankheit, Tod ermögliche. Sie vermöge nicht, dem Verlangen nach einem “mimetischen Umgang mit der Natur” Gestalt zu geben und sie gestatte keinen “intuitiven Zugang zu solidarischen Beziehungen in Gruppen und zwischen Individuen”, in dem sich die “Sehnsucht nach dem Glück einer kommunikativen Erfahrung, die den Imperativen der Zweckrationali-tat enthoben ist”, erfüllen könnte (1973 a, S. llo f.).Google Scholar
  55. 1).
    Zu diesem Prozeß siehe neben der einschlägigen wissenssoziologischen Literatur (z. B. F. H. Tenbruck, 1976) unter dem Gesichtspunkt der Leqi-timationsproblematik auch J. Schaar, 1970.Google Scholar
  56. 1).
    “Heute legitimieren weder vorletzte noch letzte Gründe — wer das behauptet, bewegt sich auf mittelalterlichem Niveau” (Habermas, 1976 b, S. 46). Diese Behauptung könnte auch als Frage an die empirische Forschung weitergereicht werden.Google Scholar
  57. 1).
    Zum Konzept der Entwicklungslofik und der Krise vgl. ausführlich Döbert/ Nunner-Winkler, 1075.Google Scholar
  58. 2).
    Insbesondere können zwischen kognitiver und Triebstruktur Divergenzen auftreten, was sich z. B. in der häufig zu beobachtenden Diskrepanz zwischen moralischem Urteilen und moralischem Handeln zeigt.Google Scholar
  59. 3).
    Vgl. hierzu kritisch R. Löwenthal, 1976, S. 248, 261, der z. B. meint, nicht jede Ungleichheit erscheine rechtfertigungsbedürftig.Google Scholar
  60. 4).
    Für Einzelheiten siehe Habermas, 1973 b, S. 118–194; 1976 a, S. 63–91, und die dort angegebene Literatur. Eine ausgezeichnete Zusammenfassung geben Döbert/Nunner-Winkler, 1975, S. 104–117.Google Scholar
  61. 1).
    Wieder sind Nähe und Ferne zu Luhmann augenfällig. Auch Luhmann betont: “Identität ist nicht Substanz” (1970, S. 56) und preist “Stabilisierung durch Variabilität” (ebenda, S. 190). Doch er fordert die “opportunistische Behandlung von Werten” nicht unter dem Gesichtspunkt der Sozial integration, sondern unter dem alleinigen Gesichtspunkt der Bewältigung von Steuerungsproblemen.Google Scholar
  62. 2).
    Siehe hierzu Helmut Schelsky, 1965. Die Notwendigkeit nicht als revisionsfähig angesehener Prinzipien unterstreicht Leszek Kolakowski, 1973.Google Scholar
  63. 3).
    Siehe hierzu unten, S.139f.(2. Kapitel) und Döbert/Nunner-Winkler, 1975, S. 31–36, 132 f.Google Scholar
  64. 1).
    Einem Text von Kurt Lenk (1972, S. 33) ist der Hinweis zu entnehmen, daß die von Ernst Topitsch in seiner Theorie “vom Ursprung und Ende der Metaphysik” ausgearbeiteten Entwicklungsmodelle kollektiver Deutungssysteme in den Kategorien der Entwicklungspsychologie Piagets eine Entsprechung finden. Vgl. auch die Arbeit von F. H. Blum, 1972.Google Scholar
  65. 2).
    Siehe hierzu 1973 a, S. 107, 111, 125, 162 ff.Google Scholar
  66. 1).
    Wie Douglas W. Rae, 1975, behauptet.Google Scholar
  67. 1).
    In zwei Aufsatzsammlungen: 1964 und 1971. Eine von Edelman selbst zusammengestellte und von Claus Offe eingeleitete Auswahl ist inzwischen in Deutsch erschienen: 1976. Die in diesem Abschnitt folgenden Quellenhinweise ohne Nennung des Autors beziehen sich alle auf Edelman.Google Scholar
  68. 2).
    Siehe Cantril, 1942; vgl. auch das Resümee in Cantril, 1948. Zu diesem Problembereich sind auch die empirischen Arbeiten von Hall/Hewitt, 1970; Hewitt/Hall, 1973; W. L. Bennett, 1975, relevant.Google Scholar
  69. 3).
    Die Ontogenese symbolischer Bindungen als Moment im Prozeß der Ich-Bildung ist sehr einsichtsreich und verständlich beschrieben worden von Ernest Becker, 1971; siehe insbes. S. 21–26, 50–53, 65–74.Google Scholar
  70. 1).
    Vgl. zum folgenden auch die Unterscheidung zwischen “discursive” und “presentational forms” bei Susanne K. Langer, 1973, Kapitel 3; dazu auch Harry Pross, 1974, S. 28–31, 43–51, 71f., 85f. Eine ausgezeichnete Zusammenfassung verschiedener Dimensionen und Aspekte symbolischen Verhaltens gibt Victor W. Turner, 1969.Google Scholar
  71. 2).
    Eindrücklich formuliert Harry Pross die Abhängigkeit der Selbsterfahrung von Symbolen, deren Wirkkraft auch durch Reflexion nicht völlig aufgehoben werden kann: “Noch vor aller Ideologie, die auf das diskursive Denken angewiesen und dem sprachlichen Symbolismus zugeordnet ist, belastet der präsentative Symbolismus von oben und unten, hell und dunkel, innen und außen die sozialen Beziehungen. Das ungeschiedene Denken trennt die Zeichen, die es setzen kann, nicht (im Original kursiv, H.T.) von der eigenen Leiblichkeit, und die Verletzung der Zeichen ist i hm körperl i eher Schaden. Die pragmatische Verwendung von Zeichen muß (Fortsetzung S.46) dieser Urerfahrung immer aufs Neue abgerungen werden. Von Natur ist das Subjekt eins mit seinen Zeichen (im Original kursiv, H. T.), denn mit dem Bezeichnungsvermögen steht und fällt die Erfahrung des eigenen Daseins, seine ‘Integrität’ ... Jedesmal ist die Lösung der Zeichen von der subjektiven Eigenheit ein Akt der Überwindung der Furcht vor dem Nichts: was ist, wenn diese Fahne nur ein Fetzen Tuch, dieser Gartenzaun nur ein Lattengestell, dieser Brief nur ein beschriebenes Papier, dieser Politiker nur einer ist, der sich mit Öffentlichen Angelegenheiten seinen Unterhalt erwirbt? Versinkt dann nicht alles im Dunkel, verkehrt sich nicht oben und unten, bin ich nicht ausgeliefert und ins Innerste getroffen, wenn die vorgestellte Identität von Zeichen und Objekt verlorengeht?” (Pross, 1974, S. 48 f.).Google Scholar
  72. 1).
    Die enorme Bedeutung von Zukunftserwartungen gerade für das Sicherheitsgefühl hebt auch Franz-Xaver Kaufmann hervor (1973, S. 193).Google Scholar
  73. 1).
    Vgl. hierzu W. L. Bennett, 1975, Kap. 3. und 4.Google Scholar
  74. 1).
    Vgl. oben Habermas’ Konzept einer uni versal i tischen Moral (bzw. kommunikativen Ethik).Google Scholar
  75. 2).
    Siehe hierzu die schon erwähnte Untersuchung von Wilensky, 1973. -Daß auch totalitär organisierte Staaten nicht alle intermediäre Strukturen zerschlagen können, legt eine Studie von Harold Hurwitz (1966) nahe.Google Scholar
  76. 1).
    Da er auch die Perzeption der Chancenungleichheit erwähnt, sei auf eine aufschlußreiche empirische Untersuchung zu dieser Frage hingewiesen, über die Mayer/Müller (1976) berichten und die zeigt, daß “zwischen den faktischen Prozessen der Statuszuweisung in der Gesellschaft der Bundesrepublik und den sie betreffenden Legitimationsprinzipien ein eklatantes Mißverhältnis besteht, aber gleichwohl ein hoher Legitimitätsglaube verbreitet ist”. Luhmann kann sich durch die Ergebnisse dieser Studie bestätigt sehen, denn: “Daß sich dieser Gegensatz nicht im sozialen Bewußtsein manifestiert, läßt sich unseres Erachtens zu einem guten Teil durch die Eigenart des Motivationsprozesses selbst erklären” (ebenda, S. 245).Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Helmut Thome

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