Advertisement

Soziale Reaktionen auf Unmündigkeit

  • Klaus Plake
Chapter
  • 25 Downloads
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 14)

Zusammenfassung

Eine Analyse der Sozialisationsorganisation, die historische Dimensionen von Funktionen, Strukturen und Prozessen systematisch einbezieht und somit auch die Wechselwirkung von Organisationsentwicklung und gesamtgesellschaftlicher Veränderung zu ihrem Gegenstand macht, muß nach dem Gemeinsamen fragen, das es erlaubt, die verschiedenen institutionellen Erscheinungen auch in ihren historischen Wurzeln als vergleichbar zu betrachten. Die Geschichte der sozialen Gebilde, die hier als Beispiele für Sozialisationsorganisationen aufgeführt wurden, mag auf den ersten Blick gleichfalls als zu heterogen anmuten, um eine Vergleichsbasis zuzulassen. Erst recht aber erscheint es wohl zunächst problematisch, auch von Gemeinsamkeiten sozialer Vorgänge und Strukturen in jener vorinstitutionellen Phase auszugehen, die erst zur Entstehung der Organisationen geführt hat.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. 1.
    Bauer, Franz: Geschichte der Krankenpflege — Handbuch der Entstehung und Entwicklung der Krankenpflege von der Frühzeit bis zur Gegenwart, Kulmbach 1965, S. 16Google Scholar
  2. 2.
    Nutting, M.Adelaide/Dock, Lavinia L.: Geschichte der Krankenpflege — Die Entwicklung der Krankenpflege-Systeme von Urzeiten bis zur Gründung der ersten englischen und amerikanischen Pflegerinnenschulen, Bd. 1, Berlin 1910, S. 25Google Scholar
  3. 3.
    Seidler, Eduard: Geschichte der Pflege des kranken Menschen, Stuttgart/Berlin/Köln/Mainz 3. Aufl. 1966, S. 14 ffGoogle Scholar
  4. 2.
    Bullough, Vern L./Bullough, Bonnie: The Emergence of Modern Nursing, 2. Aufl. London 1969, S. 4Google Scholar
  5. 2.
    Zur Problematik klassenspezifischer Unterschiede der römischen Familienstrukturen s. R. König: Alte Probleme und neue Fragen in der Familiensoziologie, in: Kölner Zeitschr.f. Soz. u. Sozialpsych., 19 (1966), S. 1–20Google Scholar
  6. 1.
    Bereits in den frühchristlichen Anlagen lebten die Hospitalinsassen nach klösterlichen Regeln. Krankenhaus und Kloster bildeten einander ergänzende und sich gegenseitig beeinflussende Institutionen, was vor allem darin zum Ausdruck kommt, daß aus funktionellen Erfordernissen der Krankenpflege sich ergebende Maßnahmen in das Klosterleben übernommen wurden. So gab es z.B. die Klausur im Hospital schon zu einer Zeit, als man im Kloster diese Einrichtung noch nicht kannte. Auch wo Klöster und Hospitäler nicht gemeinsam organisiert wurden, waren sich beide vom Bautyp her sehr ähnlich. Vgl. Craemer, Ulrich: Das Hospital im Mittelalter, 1.–3. Folge, in: Das Krankenhaus, 46 (1954), S. 261–266, S. 388–392, S. 429–435Google Scholar
  7. 2.
    Rohde, Johann Jürgen: Soziologie des Krankenhauses — Zur Einführung in die Soziologie der Medizin, 2. Aufl. Stuttgart 1974, S. 70Google Scholar
  8. 1.
    Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft — Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft, Frankfurt 1973, S. 76Google Scholar
  9. 1.
    Foucault, Michel: Die Geburt der Klinik, Frankfurt/ Berlin/Wien 1976, S. 117Google Scholar
  10. 1.
    Schmidt, Maximilian: Allgemeine Umrisse der culturgeschichtlichen Entwicklung des Hospitalwesens und der Krankenpflege, Gotha 1870, S. 29 fGoogle Scholar
  11. 2.
    Siegfrist, Johannes: Der Doppelaspekt der Patientenrolle im Krankenhaus — Empirische Befunde und theoretische Überlegungen, in: Begemann, Herbert (Hrsg.): Patient und Krankenhaus, München/Berlin/Wien 1976Google Scholar
  12. 1.
    Auerbach, Walter: Problem Krankenhaus — Alternativen in: Gesellschaft für Sozialen Fortschritt (Hrsg.): Patient — Arzt — Krankenhaus — Krankenkasse, Berlin 1970, S. 25–36Google Scholar
  13. 1.
    Benedict, Ruth: Urformen der Kultur, Reinbek 1955, S. 202 f.;Google Scholar
  14. 1a.
    siehe auch Scheff, Thomas J.: Being Mentally Ill — A Sociological Theory, Chicago 1966Google Scholar
  15. 1.
    Alexander, F.G./Selesnick, S.T.: Geschichte der Psychiatrie — Ein kritischer Abriß der psychiatrischen Theorie und Praxis von der Frühgeschichte bis zur Gegenwart, Zürich 1969, S. 24Google Scholar
  16. 2.
    Diamond, Stanley: Kritik der Zivilisation — Anthropologie und die Wiederentdeckung des Primitiven, Frankfurt 1976, S. 202Google Scholar
  17. 1.
    So vertritt z.B. Devereux die Meinung, daß Schizophrenie in “primitiven” Gesellschaften nicht vorkommt; vgl. Devereux, George: Normal und Anormal — Aufsätze zur allgemeinen Ethnopsychiatrie, Frankfurt 1974Google Scholar
  18. 1.
    Jackson, Stanley W./Jackson, Joan K.: Primitive Medicine and the Historiography of Psychiatry, in: Mora, George/Brand, Jeanne L. (Hrsg.): Psychiatry and Its History — Methodological Problems in Research, Springfield (Ill.) 1970, S. 195–222Google Scholar
  19. 2.
    Freud, Sigmund: Eine Teufelsneurose im 17. Jahrhundert, in: Gesammelte Werke, Bd. 13, 4. Aufl. Frankfurt 1963, S. 317–353Google Scholar
  20. 1.
    vgl. Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft, Frankfurt 1973, S. 25 ffGoogle Scholar
  21. 2.
    s. auch Bettelheim, Bruno: Der Weg aus dem Labyrinth, Stuttgart 1975Google Scholar
  22. 1.
    Dörner, Klaus: Bürger und Irre — Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie, Frankfurt 1975, S. 199Google Scholar
  23. 2.
    Ähnliche Gedanken auch bei Lombroso, Cesare: Genie und Irrsinn, 4.Aufl. 1916, bes. S. 23 ffGoogle Scholar
  24. 3.
    vgl. Szazs, Thomas S.: The Age of Madness — The History of Involuntary Mental Hospitalization -Presented in Selected Texts, London 1973, S. 25 fGoogle Scholar
  25. 1.
    Köhler, Ernst: Arme und Irre — Die liberale Fürsorgepolitik des Bürgertums, Berlin 1977, S. 124Google Scholar
  26. 1.
    Schrenk, Martin: Über den Umgang mit Geisteskranken — Die Entwicklung der psychiatrischen Therapie vom “moralischen Regime” in England und Frankreich zu den “psychischen Curmethoden” in Deutschland, Berlin/Heidelberg/New York 1973, S. 104Google Scholar
  27. 3.
    Roback, Abraham A.: Weltgeschichte der Psychologie und Psychiatrie, Olten/Freiburg 1970, S. 226Google Scholar
  28. 1.
    Jones, Maxwell: Therapeutic Community, New York 1953, zitiert nach Alexander/Selesnick, a.a.O., S. 421Google Scholar
  29. 1.
    Hoebel, Edward Adamson: Das Recht der Naturvölker, Olten/Freiburg 1968;Google Scholar
  30. 1a.
    Braunek, Anne-Eva: Allgemeine Kriminologie, Reinbek 1974Google Scholar
  31. 1.
    Foucault, Michel: Überwachen und Strafen — Die Geburt des Gefängnisses, Frankfurt 1977, S. 45Google Scholar
  32. 2.
    Auch der bayrische Codex Juris Criminalis, der besonders grausame Arten der Todesstrafe abschafft und die in der Carolina vorgesehenen Leibesstrafen zurückdrängt, sieht die Bedeutung des Gefängnisses noch vor allem in den vorübergehenden Unterbringung von Untersuchungsgefangenen; vgl. Peitzsch, Wolfram: Kriminalpolitik in Bayern unter der Geltung des Codex Juris Criminalis Bavarici von 1751, München 1967, S. 96 ff.Google Scholar
  33. 1.
    In Preußen z.B. erhöhte sich die Zahl der Zuchthausgefangenen allein in der Zeit von 1838–1858 von 9785 auf 24257; vgl. Berger, Thomas: Untersuchungen zur Geschichte des Strafvollzugs an Zuchthausgefangenen in Preußen 1850 — 1881, Diss. Freiburg 1974, S. 38Google Scholar
  34. 1.
    Kroeschel, Karl: Deutsche Rechtsgeschichte, Bd. 2, Reinbek 1973, S. 281 ffGoogle Scholar
  35. 2.
    Rusche, Georg/Kirchheimer, Otto: Sozialstruktur und Strafvollzug, Frankfurt/Köln 1974;Google Scholar
  36. 2a.
    Rusche, Georg: Arbeitsmarkt und Strafvollzug, in: Zeitschrift für Sozialforschung, 1933, S. 63–78;Google Scholar
  37. 2b.
    vgl. auch Mannheim, Herrmann: The Dilemma of Penal Reform, London 1939Google Scholar
  38. 1.
    Die bloße Zwangsarbeit, selbst bei Inanspruchnahme von pädagogischen Rechtfertigungen, führt noch nicht zu einer Dynamisierung. Auch in Verbindung mit der ökonomischen Nutzung bewirkt die Haftstrafe einen stationären Zustand, der erst durch das physische Ende abgeschlossen wird. Die Reformatoren des Strafvollzugs Anfang des 19.Jahrhunderts verlangen dementsprechend einen Verzicht sowohl auf zu kurze wie auch auf lebenslange Freiheitsstrafen, weil beide dem Gedanken der Besserung widersprechen. (Dazu auch Mollenhauer, Klaus: Die Ursprünge der Sozialpädagik in der industriellen Gesellschaft, Weinheim/Berlin 1969, S. 88.)Google Scholar
  39. 1a.
    Das Ausmaß der Strafzumessung soll also nicht mehr nach dem Prinzip formaler Gerechtigkeit eine Beziehung zwischen der Schwere des Vergehens und der Dauer der Strafe herstellen, sondern die pädagogisch-therapeutische Effizienz maximieren.- Die Dynamisierung des Gefangenenstatus durch Ausbreitung des Sozialisations-konzepts wird nicht zuletzt dadurch vorangetrieben, daß in den kalvinistischen Regionen die sozialen Reaktionen auf Armut und Kriminalität durch eine umfassende staatliche Fürsorge- und Kontrollpolitik angeglichen werden. (Vgl.Hippel, R.v.: Beiträge zur Geschichte der Freiheitsstrafe, Teil II, in: Zeitschrift f.Strafrechtswissenschaft, 18(1898), S.608–666, dort 651.) Die kalvinistische Ablehnung des Bettels hatte ja schon frühzeitig zu politischinstitutionellen Maßnahmen geführt, in die zunächst Arme, Kranke, familienlose Jugendliche und Fremde, später aber auch Straftäter einbezogen wurden. Vom rechtlichen Kontrollsystem her gesehen bedeutete dies eine zunehmende Diffundierung der Kriminalität, ja ihre partielle Verlagerung aus dem Bereich der Justiz. Über Dauer und Art des Vollzugs entscheiden mit zunehmender Pädagogisierung und Psychologisierung professionelle Sozialisations- und Therapieexperten, während sich die Justiz und der Gesetzgeber auf die Formulierung von Mindest- und Höchstdauer beschränken.Google Scholar
  40. 1.
    Rüther, Carsten: Räuber und Gauner in Deutschland, Göttingen 1976, bes. S. 113 ffGoogle Scholar
  41. 2.
    Hobsbawm, Eric J.: Die Banditen, Frankfurt 1972Google Scholar
  42. 3.
    Breibeck, Otto Ernst: Ertz-Maleficanten, Regensburg 1977Google Scholar
  43. 4.
    Bloch führt dementsprechend das weit verbreitete Interesse an trivialen Abenteuerromanen auf die Figur des Helden zurück, der sich selbst Recht verschafft und im Sinne der Gerechtigkeit handelt. Der Western-Held z.B. ist frei von gesetzlichen Bindungen; die Gesetzlosigkeit bildet erst die Basis dafür, das wahre Recht zu verwirklichen. Der Held der Trivialliteratur ist somit nach Bloch derjenige, der sich über konventionelle Normen hinwegsetzt und im Sinne einer “höheren Gerechtigkeit” handelt. Er wird zum Protagonisten für Freiheit und Gerechtigkeit. Bloch, Ernst: Erbschaft dieser Zeit, Gesamtausgabe Bd. 4, Frankfurt 1962;Google Scholar
  44. 4a.
    ebenso bei Ueding, G.: Glanzvolles Elend, Frankfurt 1973Google Scholar
  45. 1.
    Regensburger, Eckhard: Ideengeschichtliche Grundlagen des Strafvollzugs der Gegenwart, Diss. Mainz 1966, S. 45;Google Scholar
  46. 1a.
    Naucke, Wolfgang: Kant und die psychologische Zwangstheorie Feuerbachs, Hamburg 1962Google Scholar
  47. 1.
    s. Callies, Rolf-Peter: Strafvollzugsrecht, Reinbek 1978Google Scholar
  48. 1.
    Zum offenen Vollzug s. Loos, Ernst: Die offene und halboffene Anstalt im Erwachsenenstraf- und Maßregelvollzug, Stuttgart 1970Google Scholar
  49. 2.
    Mauch, Gerhard/Mauch, Roland: Sozialtherapie und die sozialtherapeutische Anstalt — Erfahrungen in der Behandlung Chronisch-Krimineller, Stuttgart 1971Google Scholar
  50. 1.
    Bei einer von Callies im Jahre 1968 durchgeführten Untersuchung, in die 25 Anstalten des Landes Nordrhein/Westfalen einbezogen waren, ergab sich, daß 5,4% des Personals zum Sozialdienst gehörten. Angaben für das Land Niedersachsen aus dem Jahre 197 5 lassen keinen Unterschied erkennen: ungefähr 5% der hauptamtlichen Mitarbeiter war im Sozialdienst tätig. Damit kommt ein Sozialarbeiter auf 117, ein Pädagoge auf 21o und ein Psychologe auf 387 Gefangene. S. Callies, Rolf-Peter: Strafvollzug — Institution im Wandel — Eine empirische Untersuchung zur Lage des Männer-Erwachsenen-Strafvollzugs, Stuttgart 1970 derselbe, Strafvollzugsrecht, S. 45Google Scholar
  51. 1.
    Ein Unterschied, der einen Vergleich zwischen anderen Reaktionen auf Unmündigkeit und der Strafe des Kriminellen scheinbar in Frage stellt, besteht darin, daß dem Kriminellen in der Regel die Verantwortlichkeit für sein Handeln unterstellt wird. Erst aufgrund seiner Verantwortlichkeit wird “Strafe” denkbar. Diese Verantwortlichkeit ist es, die den Kriminellen scheinbar vom Unmündigen unterscheidet. Demgegenüber ist darauf aufmerksam zu machen, daß auch Kranke und Irre in früheren Zeiten für ihren Zustand verantwortlich gemacht wurden; ihre Verantwortungslosigkeit ist erst das Ergebnis eines langfristigen, allgemeinen Entpoenalisierungsprozesses, der sich ja auch in der geänderten Einstellung gegenüber der Kriminalität bemerkbar macht. Eine entsprechende Entwicklung ist also — und wiederum mit einer zeitlichen Verzögerung — auch im Bereich der Justiz festzustellen. Der frühere § 51 StGB und die §§ 20 21, 65 des geltenden Rechts lassen die Schwierigkeiten bei der Definition der Verantwortung vor dem Hintergrund des heutigen Standes der Humanwissenschaften erkennen. Die allgemeine Erweiterung des Krankheitsbegriffes stellt zunehmend auch die Verantwortlichkeit bzw. Schuldfähigkeit solcher Täter in Frage, die im körperlichen Sinne nicht als krank zu gelten hätten. Besonders unter dem Einfluß psychoanalytischer Kriminalitätstheorien gewinnt die pathologische Definition an Bedeutung, was natürlich die Grenzen des Schuldprinzips enger werden läßt. Vgl. Baeyer, W.v.: Zur Frage der strafrechtlichen Zurechnungsfähigkeit von Psychopathen, in: Der Nervenarzt, 38 (1967), S. 185–192;Google Scholar
  52. 1a.
    Göppinger, Hans: Die Bedeutung der Psychopathologie für die Kriminologie, in: Frey, Erwin R.: Schuld, Verantwortung, Strafe, Zürich 1964Google Scholar
  53. 1.
    Benedict, Ruth: Continuities and discontinuities in cultural conditioning, in: Psychiatry 1 (1938), S. 161–167;Google Scholar
  54. 1.
    vgl. auch Plake, Klaus: Diskontinuität und struktureller Sozialisationskonflikt, in: Zeitschrift für Pädagogik 22 (1976), S. 559–570Google Scholar
  55. 2.
    Ariès, Philippe: L’enfant et la vie familiale sous l’ancien régime, Paris 1960; deutsch: Geschichte der Kindheit, München/Wien 1975Google Scholar
  56. 1.
    Ein Überblick zum Stand der Forschungen findet sich bei Elschenbroich, Donata: Kinder werden nicht geboren — Studien zur Entstehung der Kindheit, Frankfurt/M. 1977, S. 47 ffGoogle Scholar
  57. 1.
    Goode, William: Soziologie der Familie, München 1967Google Scholar
  58. 1a.
    Mühlfeld, Claus: Familiensoziologie — Eine systematische Einführung, Hamburg 1976Google Scholar
  59. 2.
    Goode, a.a.O., S. 50 fGoogle Scholar
  60. 3.
    vgl. DeMause, Lloyd (Hrsg.): The History of Childhood, New York 1974, S. 25 ff;derselbe: Gequält, mißbraucht, ermordet, in: Psychologie heute, 4 Jg. (1977), S. 48–55;Google Scholar
  61. 3a.
    Noonan, John T.: Empfängnisverhütung, Mainz 1969Google Scholar
  62. 1.
    Der Infantizid weist keine eindeutige Beziehung zur körperlichen Mißgestaltung auf. So gibt es Hinweise, nach denen in verschiedenen Völkern, in denen der Kindesmord üblich war, mißgestaltete Kinder sogar ausgespart blieben. Vgl. Thurnwald, Richard: Die menschliche Gesellschaft in ihren ethno-soziologischen Grundlagen, Bd. 2: Werden, Wandel und Gestaltung von Familie, Verwandtschaft und Bünden im Lichte der Völkerforschung, Berlin/Leipzig 1932, S. 252Google Scholar
  63. 2.
    DeMause, Lloyd (Hrsg.): The History… a.a.O., S. 26; Johansen, Erna M.: Betrogene Kinder — Eine Sozialgeschichte der Kindheit, Frankfurt 1978, S. 54 fGoogle Scholar
  64. 3.
    Für bestimmte Zeiten soll der Anteil der Mädchen bei Aussetzungen und Kindestötung im geschlechtsspezifischen Zahlenverhältnis bei 156% bis 179% gelegen haben; vgl. Johansen, a.a.O., S. 54Google Scholar
  65. 3.
    vgl. Lüscher, Kurt: Die Entwicklung der Rolle des Kindes, in: Hurreimann, Klaus (Hrsg.): Sozialisation und Lebenslauf — Empirie und Methodik sozialwissenschaftlicher Persönlichkeitsforschung, Reinbek 1976, S. 129–150, dort 131 fGoogle Scholar
  66. 2.
    Radbill, Samuel X.: A History of Child Abuse and Infanticide, in: Helfer, Ray E./Kemper, Henry C. (Hrsg.): The Raftered Child, Chicago/London 1968, S. 3–17;Google Scholar
  67. 2a.
    Radbill, Samuel X.: Das geschlagene Kind und die Pathologie derer, die es schlagen, Frankfurt 1978Google Scholar
  68. 3.
    Szasz, Thomas S.: Die Fabrikation des Wahnsinns, Frankfurt 1976, S. 135Google Scholar
  69. 1.
    Lebrun, Francois: Les hommes et la mort en Anjou aux XVIIe et XVIIIe siècles, Paris 1971, S. 424;zitiert nach Marvick, Elizabeth Wirth: Nature Versus Nurture — Patterns and Trends in Seventeenth Century French Child-Rearing, in: DeMause, a.a.O., S. 282Google Scholar
  70. 2.
    Hunt, David: Parents and Children in History — The Psychology of Family Life in Early Modern France, New York/London 1970, S. 106 ffGoogle Scholar
  71. 1.
    s. z.B. die Abhandlung Basedows in folgender Textsammlung: Könneker, Marie-Luise (Hrsg.): Kinderschaukel — Ein Lesebuch zur Geschichte der Kindheit in Deutschland 1745, Darmstadt/Neuwied 1976, S. 74;Google Scholar
  72. 1a.
    ebenso Rutschky, Katharina (Hrsg.): Schwarze Pädagogik — Quellen zur Naturgeschichte der bürgerlichen Erziehung, Frankfurt/Berlin/Wien 1977, S. 4 ffGoogle Scholar
  73. 1.
    König, René: Alte Probleme und neue Fragen in der Familiensoziologie, in: Kölner Zeitschr. f. Soziologie und Sozialpsych., 19 (1966), S. 1–20Google Scholar
  74. 1.
    Zum Zusammenhang von Großfamilie, gesellschaftlichem Wertsystem und Sozialisation s. auch Ciaessens, Dieter: Familie und Wertsystem — Eine Studie zur “zweiten, soziokulturellen Geburt” des Menschen, Berlin 1962 -Google Scholar
  75. 1.
    Stephan, G.: Die häusliche Erziehung in Deutschland während des Achtzehnten Jahrhunderts, Wiesbaden 1891, S. 8 fGoogle Scholar
  76. 3.
    Shorter, Edward: Die Geburt der modernen Familie, Reinbek 1977, S. 196 ffGoogle Scholar
  77. 1.
    Hardach-Pinke, Irene/Hardach, Gerd: Die Autobiographie der Kindheit als literarische Quelle, in: Dreiundzwanzig-Randgänge der Erziehungswissenschaft, H. 8, 1978, S. 50–61Google Scholar
  78. 1.
    Goethe, Johann Wolfgang v.: Erwin und Elmire, in: Goethens Schriften, Carlsruhe 1778, S. 253 fGoogle Scholar
  79. 1.
    Sullerot, Evelyn: Die emanzipierte Sklavin — Geschichte und Soziologie der Frauenarbeit, Wien/Köln/ Graz 1972, S. 39 ffGoogle Scholar
  80. 2.
    Der Volksschullehrer — Zur Sozialgeschichte eines Berufsstandes, in: Soziale Welt, 12 (1961), S. 37–47Google Scholar
  81. 1.
    Stachowiak, Anton: Die allgemeine Volksbildung im 17. Jahrhundert, Poznan 1950;Google Scholar
  82. 1a.
    Kimpel, H.P.: Geschichte des hessischen Volksschulwesens von seinen Anfängen bis zum Jahre 1800, Kassel 1906, S. 55Google Scholar
  83. 2.
    Nieser, Bruno: Die Entstehung der Schule als Institution bürgerlicher Gesellschaft, Frankfurt/New York 1978, S.164Google Scholar
  84. 3.
    Leschinsky, Achim/Roeder, Peter Martin: Schule im historischen Prozeß, Stuttgart 1976, S. 110, S. 137Google Scholar
  85. 1.
    vgl. die z.B. im General-Land-Schul-Reglement von 1763 vorgeschlagenen Maßnahmen, in: Dietrich, Theo/ Klink, Job-Günter (Hrsg.): Zur Geschichte der Volksschule, Bd. 1, 2.Aufl., Bad Heilbrunn 1972, S. 141–155Google Scholar
  86. 2.
    vgl. z.B. Jehle, E.: Das niedere Schulwesen unter August Graf von Limburg-Stirum, Freiburg 1923, S. 88Google Scholar
  87. 2.
    Laduga, F.: Beiträge zur Entwicklung des Volksschulwesens in der Provinz Westfalen 1815–1848, Münster 1927;Google Scholar
  88. 2a.
    Hartmann, Klaus u.a. (Hrsg.): Schule und Staat im 18. und 19. Jahrhundert, Frankfurt 1974, S. 58 fGoogle Scholar
  89. 1.
    Gans, August: Das ökonomische Motiv in der preus-sischen Pädagogik des 18. Jahrhunderts, Halle 1930, S. 19 ffGoogle Scholar
  90. 1.
    Jacobs, Josef: Der Waisenhausstreit — Ein Beitrag zur Geschichte der Pädagogik im 18. und 19. Jahrhundert, Quakenbrück 1931, S. 18 fGoogle Scholar
  91. 1.
    Alt, Robert: Die Industrieschulen — Ein Beitrag zur Geschichte der Volksschule — Beiheft 1 der Zeitschrift “Pädagogik”, Berlin/Leipzig 1948Google Scholar
  92. 2.
    Krämer, Julius: Erziehung als Antwort auf die soziale Frage, Ratingen 1963, S. 58Google Scholar
  93. 3.
    Hoppe, R. (Hrsg.): Geschichte der Kinderarbeit in Deutschland, Bd. II, Dokumente, Berlin 1958, S. 27Google Scholar
  94. 1.
    Wagemann, L.G.: Göttingisches Magazin für Industrie und Armenpflege, Bd. II, 2.T., S. 34; zitiert nach Bendokat, Bruno: Industriepädagogik bei den Philanthropen und bei Pestalozzi, Diss. Halle 1935, S. 12Google Scholar
  95. 2.
    Rang, Adalbert/Rang-Dudzik, Brita: Anmerkungen und Überlegungen zu dem Buch von A. Leschinsky und P.M. Roeder: “Schule im historischen Prozeß”, in: Zeitschrift für Päd., 23 (1977), S. 625–635Google Scholar
  96. 1.
    Musgrove, F.: Youth and the Social Order, London 1964, S. 76Google Scholar
  97. 2.
    Spring, Joel: Education and the Rise of the Corporate State, Cuernavaca/Mexico 1971, S. 72Google Scholar
  98. 1.
    Von besonderer Bedeutung war in diesem Zusammenhang die Alphabetisierung als Voraussetzung für die rasche Bekanntgabe von Regierungsverfügungen; vgl. Lemberg, E.: Lehrer und Gesellschaft, in: Lemberg, E./Bauer, A./Klaus-Roeder, R.: Schule und Gesellschaft — Forschungsprobleme und Forschungsergebnisse zur Soziologie des Bildungswesens, Darmstadt 1971, S. 56–76, dort S. 59 fGoogle Scholar
  99. 2.
    Zu den ökonomischen Zielsetzungen absolutistischer Regierungspolitik und den Konsequenzen für die Schule sowie zum Zusammenhang von Merkantilismus, Pädagogik und Ausbildungssystem s. Blankertz, Herwig: Bildung im Zeitalter der großen Industrie-Pädagogik, Schule und Berufsbildung im 19. Jahrhundert, Hannover 1969, S. 13 ffGoogle Scholar
  100. 3.
    Leschinsky/Roeder, a.a.O., S. 78 ff, S. 427 ff; Fend, Helmut: Gesellschaftliche Bedingungen schulischer Sozialisation, Soziologie der Schule I, Weinheim/ Basel 1974, S. 182 ffGoogle Scholar
  101. 1.
    Kuczynski, Jürgen: Die Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus, Bd. 1, Berlin 1961, S. 308 ff;Google Scholar
  102. 1a.
    Goebel, Klaus: Schule im Schatten — Die Volksschule in den Industriestädten des Wuppertals und seiner niederbergischen Umgebung um 1850, Wuppertal 1978Google Scholar
  103. 2.
    Diesterweg, Friedrich Adolf, Wilhelm: Rückblick auf die ersten zehn Jahre des Bestehens der preußischen Seminare am Rhein, in: Rheinische Blätter für Erziehung und Unterricht, 1830, zitiert nach Goebel, a.a.O., S. 18 fGoogle Scholar
  104. 3.
    Goebel, a.a.O.; Friedrich, Gerd: Die Volksschule in Württemberg im 19. Jahrhundert, Diss. Tübingen 1978, S. 80Google Scholar
  105. 1.
    Lüscher, Kurt: Perspektiven einer Soziologie der Sozialisation — Die Entwicklung der Rolle des Kindes, in: Zeitschrift für Soziologie, 4 (1975), S. 359–379Google Scholar
  106. 1.
    Kramp, Wolfgang: Studien zur Theorie der Schule, München 1973Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1981

Authors and Affiliations

  • Klaus Plake

There are no affiliations available

Personalised recommendations