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Einleitung

  • Manfred Knapp
Chapter
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 10)

Zusammenfassung

Mit der in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Vermehrung und Verdichtung internationaler Beziehungen sind auch im außenpolitischen Instrumentarium der Nationalstaaten wichtige Veränderungen aufgetreten. Einige Funktionen der traditionellen Instrumente auswärtiger Politik haben angesichts neuer Erfordernisse eine Ausweitung erfahren, andere wiederum sind in ihrer Bedeutung zurückgetreten. Darüber hinaus haben aber die Staaten neben der Diplomatie und den ökonomischen und militärischen Standardmitteln der Außenpolitik neue Instrumente herausgebildet, mit denen sie im internationalen System ihre jeweiligen Interessen und Ziele verfolgen. (1) Man spricht auch von den Möglichkeiten und Aufgaben einer “Neuen Diplomatie” oder auch “public diplomacy”, um die Erweiterung des “internationalen” Verkehrs durch transnationale Kommunikation, zwischengesellschaftliche Kontakte und Austauschbeziehungen aller Art zu betonen. (2)

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Literatur

  1. 1).
    Im Jahre 1962 (Stichtag 30. Juni) bezahlte die amerikanische Bundesregierung insgesamt 127352 Zivil-Bedienstete in den offiziellen Auslandsvertretungen der USA (ohne Geheimdienst), 30 803 davon waren US-Staatsbürger; sie repräsentierten mehr als 20 verschiedene amerikanische Bundesbehörden. Außer den drei Militär-Departments (Army, Navy, Air Force), die die größten Personalkontingente stellten (rund 86 000), beschäftigte von den zivilen Regierungsabteilungen das State Department (ohne AID und Peace, Corps) 16 789 Beamte und Angestellte im Ausland; die Agency for International Development (AID) hatte 12 794 Mitarbeiter (Amerikaner und Ortskräfte) in Übersee, und in den Außenposten der,U. S. Information Agency (USIA) waren 8 076 Amerikaner und einheimische Bedienstete tätig. Es gab (und gibt) Staaten, in denen die US-Mission ebenso groß war, wie das gesamte Außenministerium des Gastlandes. (Administration of National Security. Inquiry of the Subcommitte on National Security Staffing and Operations. Senator Henry M. Jackson, Chairman, for the Committee on Government Operations, U.S. Senate, Staff Reports and Hearings, 88th Cong. , Washington, U. S. GPO, 1965, S. 196, 483. Vgl. Gordon: The Growth of American Representation Overseas, in: Barnett (Ed. ): The Representation of the United States Abroad, S. 13-46, bes. S. 19).Google Scholar
  2. 2).
    Dazu: Hoffmann (Ed. ): International Communication and the New Diplomacy; ferner Rossow: The Professionalization of the New Diplomacy, in: World Politics, Vol. XIV, No. 4, July 1962, S. 561–575; Bowles: Toward a New Diplomacy, in: Foreign Affairs, Vol. 40, No. 2, Jan. 1962, S. 244–251. Vgl. auch Czempiel: Der diplomatische Dienst der Vereinigten Staaten zwischen Tradition und Spezialisierung, in: PVS, 3. Jg., H. L, März 1962, S. 63–92. Siehe ferner: Kaiser: Transnationale Politik. Zu einer Theorie der multinationalenPolitik, in: Czempiel (Hrsg. ): Die anachronistische Souveränität, S. 80 – 109.Google Scholar
  3. 3).
    Nach Auskunft eines ehemaligen hohen USIA-Beamten arbeiten die Außenposten der Informationsbehörde in aller Offenheit und verbreiten “weißes”, d. h. mit Herkunftsvermerk versehenes und “graues” Propagandamaterial; letzteres ist zwar ohne Quellen-bzw. Absenderangabe, kann aber gegebenenfalls identifiziert werden. Dagegen würde der US-Informationsdienst nur selten sogenannte “schwarze” Propagandaoperationen durchführen, diese aber dem dafür spezialisierten Geheimdienst, der Central Intelligence Agency, überlassen. Obgleich sich die beiden Behörden oft konsultierten, halte die USIA bei ihrer Auslandstätigkeit doch Abstand von der CIA. (Sorensen, Thomas C.: The Word War, S. 65; siehe dazu auch meine Besprechnung: Knapp: Auslandsinformation und Propaganda der USA, in: PVS, 11. Jg. , H. 2–3, Nov. 1970, S. 494–496).Google Scholar
  4. 4).
    Dazu: Musolf (Ed.): Communications Satellites in Political Orbit. Ferner: Mickelson: Communications by Satellite, in: Foreign Affairs, Vol. 48, No. 1, Oct. 1969, S. 67–79; Satellite Broadcasting: Implications for Foreign Policy: Hearings before the Subcommittee on National Security Policy and Scientific Developments of the Committee on Foreign Affairs, House of Representatives, 91st Cong., 1st sess., Washington, U.S. GPO, 1969; Metzger: Probleme des Satellitenfernsehens, abgedruckt in: Prokbp (Hrsg. ): Massenkommunikationsforschung 1: Produktion, S. 187 – 192.Google Scholar
  5. 5).
    Unter dem Begriff “Auslandskommunikation” sollen in dieser Arbeit solche staatliche politische Kommunikationsprogramme verstanden werden, mittels derer die USA politisch relevantes Verhalten von Auslandsbevölkerungen zu beeinflussen suchen. Weiter gilt hier die Einschränkung, daß nur solche Programme untersucht werden, die von der USIA (und vom State Department) administriert und im Auftrag und unter Kontrolle der US-Regierung durchgeführt werden. Da die angedeuteten terminologischen Probleme tiefere Ursachen haben, gehören weiterführende Erklärungen hierzu gemäß der Disposition dieser Studie in den systematischen Teil; sie werden im fünften Kapitel ausführlich behandelt.Google Scholar
  6. 6).
    Siehe zu diesem Forschungsansatz: Czempiel: Der Primat der auswärtigen Politik, in:PVS, 4. Jg. , H. 3, Sept. 1963, S. 266–287, hier S. 285 ff. ; ferner: Rosenau: Introduction, in: Rosenau (Ed. ): Domestic Sources of Foreign Policy, S. 1–5; Krippendorff: Die amerikanische Strategie, S. 243 ff. .Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. zum allgemeinen Verhältnis Kongreß-Außenpolitik Krippendorff, S. 196240, bes. auch 217. Über das spezielle Verhältnis des Kongresses zur USIA und zum auswärtigen Informationsdienst vgl. Rubin: The Objectives of the U.S. Information Agency, S. 72–83 und Ch. 4; vgl. auch den ehemaligen USIA-Mitarbeiter Goodfriend: The Twisted Image, S. 5–9; ferner: United States Advisory Commission on Information: Nineteenth Rept., Washington, U.S.. GPO, 1964, S. 5, und Henderson: The United States Information Agency, S. 232–242; Sorensen, Thomas C., S. 31–41, 93–99. Siehe auch die Ausführungen in Kap, 1 und 5. 2.Google Scholar
  8. 8).
    Die Untersuchungen des Subcommittee on International Organizations and Movements des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten (Repräsentantenhaus) wurden 1962 von dessen Vorsitzenden, Dante B. Fascell (Demokrat, Florida) initiiert. Die Protokolle der Hearings sind zusammen mit anderen Materialien publiziert in 11 Teilen, hinzu kommen 6 Berichte des Unterausschusses. Weiterhin ist auf Veranlassung des Fascell-Subcommittee eine Übersichtstudie zusammengestellt worden: The U.S. Ideological Effort: Government Agencies and Programs. Study prepared by the Legislative Reference Service, Library of Congress, for the Subcommittee on International Organizations and Movements of the Committee on Foreign Affairs, Washington, U.S. GPO, 1964. - Teil XI der Hearings dieses Kongreßausschusses und Report No. 6 ist abgedruckt in dem Sammelband von Bernays Hershey ( Eds. ) The Case for Reappraisal of U.S. Overseas Information Policies and Programs.Google Scholar
  9. 9).
    Näheres über die U.S. Advisory Commission on Information bei Henderson, S. 221 f. und passim; ferner: Elder: The Information Machine, S. 301 ff..Google Scholar
  10. 10).
    Diese seit 1948 bestehende Kommission wurde 1961 ersetzt durch die neunköpfige U.S. Advisory Commission on International Educational and.Cultural Affairs.Google Scholar
  11. 11).
    Hierzu: Henderson, S. 280–284; Elder, S. 290 f. . Trotz aller-Wachsamkeit des Kongresses ist es vorgekommen, daß einige von der USIA finanzierte oder subventionierte Bücher auch auf dem amerikanischen Büchermarkt erschienen sind. Dazu Rubin, S. 206 f. und Krippendorff, S. 320.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1972

Authors and Affiliations

  • Manfred Knapp
    • 1
  1. 1.Frankfurt/M.Deutschland

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