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Politische Medienfunktionen in funktionalistischer Sicht — Exemplarische Darstellung und Kritik

  • Jörg Aufermann
Part of the Politische Vierteljahresschrift Sonderhefte book series (PVS, volume 6)

Zusammenfassung

Nach wie vor erschwert journalistische Standesideologie und bürgerliches Statusstreben in den Redaktionen die Einsicht, daß Journalisten grundsätzlich nicht anders als Drucker, Setzer und die weiteren nicht-redaktionellen Verlagsmitglieder abhängig Beschäftigte sind. Als spezifische Einsichts- und Solidarisierungsbarriere ist zu beachten, daß durch den Tendenzschutzparagraphen das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) den Verlagshäusern als sog. Tendenzbetrieben gegenüber den Betrieben / Unternehmen anderer Wirtschaftsbereiche Sonderrechte eingeräumt werden, die sich ursprünglich gezielt gegen die nicht-redaktionellen Arbeitnehmer in Pressebetrieben richteten. In der Beratung des § 67 des Betriebsrätegesetzes von 1920, des fast gleichlautenden Vorläufers des § 81 BetrVG und damit — nach der Anfang 1972 erfolgten Novellierung des BetrVG — des jetzigen § 118, hieß es, man könne nicht davon ausgehen, daß sich die Arbeiter und ihr Betriebsrat für ein Presseunternehmen einsetzen würden, dessen politische Tendenz sie ablehnen.

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Anmerkungen

  1. 1.
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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1975

Authors and Affiliations

  • Jörg Aufermann

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