Advertisement

Warum können Arbeiter in Großunternehmen mehr verdienen oder wie die Lohnstruktur sozialökonomisch betrachtet werden kann

  • Peter Saß
Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (JSG)

Zusammenfassung

Jeder Arbeiter und Angestellte weiß aus Erfahrung, daß mit einem Wechsel des Unternehmens bzw. des Arbeitsplatzes eine Änderung des Arbeitsgelts verbunden sein kann. Je nach Charakter der Arbeitsaufgabe, nach Intensität der Arbeit, nach örtlicher Lage und Branchenzugehörigkeit des Unternehmens kann das Arbeitsentgelt hoch oder gering sein; Lohn- und Gehaltsunterschiede können aber auch in Kombination mit ganz anderen Faktoren auftreten: so mag beispielsweise ein Unternehmen dieselbe Leistung eines männlichen Arbeiters höher als die einer Arbeiterin entlohnen oder einem älteren Angestellten — bei gleicher Leistung — ein höheres Gehalt als einem jüngeren Angestellten zahlen. In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hat sich für die Bezeichnung der Lohnabstufungen zwischen den Arbeitsverhältnissen der Ausdruck Lohnstruktur durchgesetzt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Auf die Erklärungsbedürftigkeit des Phänomens macht bereits Lampert aufmerksam. Vgl. Lampert, H., Die Lohnstruktur der Industrie — Ein Beitrag zu einer Theorie der Lohnstruktur. Berlin 1963.Google Scholar
  2. 2.
    Statistisches Bundesamt (Hrsg.), Fachserie M-Reihe 171 (Arbeiterverdienste), 1962, S. 138 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Ein ähnlicher Zusammenhang wird von Masters in seinem Aufsatz,“An Interindustry Analysis of Wages and Plant Size”(in: The Review of Economics and Statistics, Vol.LI, 1969, S. 344 ff.) untersucht. Ihm geht es um den Einfluß der Firmengrößenstruktur (gemessen durch den Anteil der großen Firmen mit mehr als 1000 Besch. an den insgesamt in einer Branche beschäftigten Personen) auf das interindustrielle Lohngefüge. Dieser Einfluß ist für die US-Industrie aufgrund der von Masters durchgeführten Korrelationsrechnung statistisch in hohem Maß gegeben.Google Scholar
  4. 4.
    Einen Überblick über die Entwicklung der Lohntheorie gibt Rothschilds K., in seiner „Lohntheorie“. Berlin/Frankfurt a. M. 1963.Google Scholar
  5. 5.
    Marx, K., Das Kapital, Bd.I, Frankfurt/M. 1968 (Lizenzausgabe). S. 59 und S. 211 ff. Vgl. daneben Hilferding, R., „Böhm-Bawerks Marx-Kritik“, abgedruckt in: Meixner, H.,/Turban, M. (Hrsg), Die Marx-Kritik der Österreichischen Schule der Nationalökonomie-Etappen bürgerlicher Marx-Kritik, Bd.I, Gießen/Lollar 1974, S. 144 ff.Google Scholar
  6. 6.
    Engels, F., Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Berlin 1948, S. 246.Google Scholar
  7. 7.
    Rowthorn, B., „Skilied Labour in the Marxist System“, in: Rowthorn (Hrsg), Capitalism, Conflict & Inflation, London 1980, S. 231 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Vgl. Sengenberger, W. (Hrsg.), Der gespaltene Arbeitsmarkt-Probleme der Arbeitsmarktsegmentation. Frankfurt/M./New York 1978.Google Scholar
  9. 9.
    Ahner, D., Arbeitsmarkt und Lohnstruktur, Tübingen 1978.Google Scholar
  10. 10.
    Keller, B., Interne Arbeitsmärkte und Arbeitsmarktstruktur, Tübingen 1981.Google Scholar
  11. 11.
    A. a. O., S. 3.Google Scholar
  12. 12.
    Vgl. Ahner, a. a. O., S. 87 ff., und Keller, a. a. O., S. 29 ff.Google Scholar
  13. 13.
    Einige empirische Belege für den Umfang des unternehmensinternen Aufstiegs von Arbeitern legen Biehler, H./Brandes, W./Büttler, F./Gerlach, K. in ihrem Beitrag „Interne und externe Arbeitsmärkte — Theorie und Empirie zur Kritik eines neoklassischen Paradigmas“(in: Beiträge zur Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nr. 33 — Arbeitsmarktsegmentation — Theorie und Therapie im Lichte der empirischen Befunde, hrsg. von Brinkmann, C., u. a., Nürnberg 1979, S. 120 ff.) vorGoogle Scholar
  14. 14.
    Herzog, D., Determinanten der industriellen Lohnstruktur — Eine empirische Analyse der Arbeiterlöhne in Industriebetrieben, Diss. Karlsruhe 1966, S. 189 ff. und S. 198 ff.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. Biehler, u. a., a. a. O., S. 111 f.Google Scholar
  16. 16.
    Die These von der Existenz einer korrumpierbaren, Arbeiteraristokratie’ läßt sich somit theoretisch-systematisch nicht entwickeln.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. Saß, P., Das Großkapital und der Monopolprofit — Industrielle Unternehmensgröße und Profitrate in der BRD, Hamburg 1978, S. 80 ff.Google Scholar
  18. 18.
    A. a. O., S. 121 ff.Google Scholar
  19. 19.
    A. a. O., S. 93 f.Google Scholar
  20. 20.
    Vgl. Krengel, R., „Produktivitätsvorsprung der Großunternehmungen? Eine Analyse für die Jahre 1954 und 1967“, in: DJW-Wochenbericht 1973, S. 85 ff.Google Scholar
  21. 21.
    Saß, a. a. O., S. 140.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1982

Authors and Affiliations

  • Peter Saß

There are no affiliations available

Personalised recommendations