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Betriebliche Verteilung von Arbeitsplätzen — Die personalpolitische Bedeutung und Problematik von Flexibilisierungsstragien am Beispiel der Leiharbeit

  • Udo Mayer
Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (JSG)

Zusammenfassung

Im Rahmen betrieblicher Personalpolitik kommt neben den personellen Auswirkungen technischer und arbeitsorganisatorischer Rationalisierungsmaßnahmen in den letzten Jahren eine zunehmende Bedeutung den sogenannten Flexibilisierungsstrategien zu.1 Dazu gehört einmal eine verstärkte Diskussion um Arbeitszeitflexibilisierung,2 die etwa im Einzelhandel in Form der kapazitätsorientierten variablen Arbeitszeit bereits ihren praktischen Niederschlag gefunden hat.3 Dazu gehört auf der anderen Seite aber auch eine zunehmende Flexibilisierung des Personals durch eine Segmentierung der Beschäftigten in eine feste Stamm- und eine flexible Randbelegschaft. Dabei bilden den Kern der Stammbelegschaft die Facharbeiter und auf einem vergleichbaren Niveau qualifizierte Arbeitskräfte, während sich die sogenann-te Randbelegschaft aus un- und angelernten Arbeitskräften rekrutiert, die einfache, häufig repetitive und schnell erlernbare Arbeitsvorgänge verrichten. Verschiedene Untersuchungen haben einen Trend festgestellt, die sogenannte Stammbelegschaft möglichst konstant zu halten, sie innerbetrieblich weiterzuqualifizieren und durch innerbetriebliche Bildungsmaßnahmen veränderten Anforderungen des Produktionsprozesses anzupassen.4 Dies ergibt natürlich auch Teilen der Randbelegschaft innerbetriebliche Aufstiegsmöglichkeiten und ermöglicht ihnen das Vordringen „zur Stammbelegschaft“ Die zur Randbelegschaft gerechneten Arbeitskräfte werden in der Regel über den externen Arbeitsmarkt eingeworben.

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Anmerkungen

  1. 1.
    vgl. dazu Lutz/Sengenberger, Arbeitsmarktstrukturen und öffentliche Arbeitsmarkpolitik, 1974, S. 6 f.Google Scholar
  2. 1a.
    Freiburghaus/Schmidt, Theorie der Segmentierung von Arbeitskräften, Leviathan 1975, S. 417 f.Google Scholar
  3. 1b.
    Dombois/Osterland, Flexibilisierung des Arbeitseinsatzes statt Arbeitszeitverkürzung, GewMH 1982, S. 116Google Scholar
  4. 1c.
    Bäcker/Seifert, Arbeitszeitverkürzung durch ind. Flexibilität oder tarifvertragliche Regelung? WSi-Mitteilungen 1982, S. 123.Google Scholar
  5. 2.
    Vgl. nur Terriet, Freiheit zurückgeben, BArbBl 1981, S. 20f.;ders. WSi-Mitteilungen 1980, S. 713 f. Zur besonders aktuellen Form des Job-Sharings vgl. Schwarz u. a. Job-Sharing — ein Modell „neuer Arbeitsmarktpolitik?“ GewMH 1982, S. 106.Google Scholar
  6. 3.
    Vgl. dazu Rudolph u. a., Chancen und Risiken neuer Arbeitszeitsysteme, WSi-Mitteilungen 1981, S. 205 f.Google Scholar
  7. 3a.
    Glaubitz u. a., Rationalisierung im Einzelhandel, WSi-Mitteilungen 1980, S. 440 f.Google Scholar
  8. 4.
    Buttler/Biehler/Brandes, Beschäftigungspolitik und betriebliche Reaktionen, in: Ehreiser/ Nick, Betrieb und Arbeitsmarkt, 1978, S. 25 f.CrossRefGoogle Scholar
  9. 5.
    Zu diesem Problemkreis vgl. Mayer/Ralfs, Rationalisierung und Rationalisierungsschutz 1981, S. 105 f.Google Scholar
  10. 6.
    Vgl. Etwa Möller-Lücking, Gewerbsmäßige Arbeitnehmerüberlassung — Neuordnung oder Verbot?, in: Das Arbeitsrecht der Gegenwart, Bd. 11, 1974, S. 55; für weitgehende Liberalisierung des ANÜ-Gewerbes dagegen C. Küchenhoff, SGb 1971, S. 453 f., Schubel-Engelbrecht, Komm, zum AUG, 1973, § 3 Anm. 4; Becker, BlStSozArbR 1972, S. 113 f.Google Scholar
  11. 7.
    BtDS 8/4479; die folgenden Ausführungen lehnen sich an meine Darstellung in BB 1981, S. 1839 fan.Google Scholar
  12. 8.
    BVerfGE Bd. 21, S. 261 f.Google Scholar
  13. 9.
    So in dem am gleichen Tag ergangenen Urteil zur privaten Arbeitsvermitdung von Führungskräften, BVerfGE Bd. 21, S. 253 f.Google Scholar
  14. 10.
    Diese Anforderung wurde später vom BSG weiter konkretisiert, BB 1970, S. 1398Google Scholar
  15. 11.
    Zur Situation vor dem AÜG vgl. etwa Kindereit, RdA 1971, S. 207, Leve SozArb. 1972, S. 384;Duda SozSich. 1973, S. 71;0VG Münster, NJW 1972, S. 1635Google Scholar
  16. 12.
    §§ 1–5 AÜGGoogle Scholar
  17. 13.
    § 393 Abs. 3 RVO, eingefügt durch Art. 3 § 1 AÜGGoogle Scholar
  18. 14.
    § 3 Abs. 1 Ziff. 6 AÜGGoogle Scholar
  19. 15.
    So zu Recht auch Becker AuR 1980, S. 12Google Scholar
  20. 16.
    Nach Berechnungen von Steinbach, WSi-Mitteilungen 1980, S. 268Google Scholar
  21. 17.
    Der Werkvertrag stellte von Anfang an das wichtigste Umgehungsinstrument des AÜG dar — wurde bereits in den Gesetzesberatungen problematisiert. Der Ausschuß für Arbeits- und Sozialordnung hielt es jedoch für ausreichend, wenn Abgrenzungsfragen von der BA per Dienstanweisung geregelt würden, vgl. den Bericht zu BTDS VI/3505 S. 2; ferner Krüger/Wahsner, Illegaler Arbeitskräfteverleih u. Scheinwerkverträge, in: Mitteilungsblatt der ZWE Arbeit + Betrieb (Bremen) 2/1981, S. 60 f.Google Scholar
  22. 18.
    Dieses Manko wurde bereits früh kritisiert, vgl. Göbel BlStSozArbR 1973, S. 309 f. Nach dem Bericht sind immerhin 2473 Entleih-Unternehmen überprüft worden, doppelt soviel wie im vorangegangenen BerichtszeitraumGoogle Scholar
  23. 19.
    Vgl. Erfahrungsbericht der BA vom 1.4.1980 unter Hinweis etwa auf AG Gütersloh AZ 8 Gs 541/78; AG Bergisch-Gladbach AZ 2 Gs 164/77Google Scholar
  24. 20.
    Dies betrifft vor allem ausländische Arbeitnehmer, die für die Arbeit als Leih-Arbeitnehmer nach § 6 Abs. 1 AEVO keine Arbeitserlaubnis bekommenGoogle Scholar
  25. 21.
    Erfahrungsbericht S. 16Google Scholar
  26. 22.
    Erfahrungsbericht S. 17Google Scholar
  27. 23.
    Zu dieser Personalpolitik vgl. etwa Bahl GewMH 1979, S. 443. Oltmanns, Personaleinsatz, Personalbedarfs- und Personalstrukturplanung unter bes. Berücksichtigung des Personalleasing, 1977Google Scholar
  28. 24.
    Erfahrungsberichts. 17Google Scholar
  29. 25.
    Stellungnahme der BA (Anm. 19)Google Scholar
  30. 26.
    Zum Diskussionsstand nach Inkrafttreten des AÜG vgl. Franßen/Haesen, Kommentar zum AÜG, 1974, Einl. Anm. 36 f.; Mayer, AuR 1974, S. 353 f.Google Scholar
  31. 27.
    Vgl. dazu im einzelnen Becker BlStSozArbR 1976, S. 228 f.Google Scholar
  32. 28.
    BAG AP Nr. 2 zu § 99 BetrVGGoogle Scholar
  33. 29.
    BAG AP Nr. 6 zu BetrVGGoogle Scholar
  34. 30.
    Vgl. zu dieser Möglichkeit auch Möller-Lücking, Quelle 1980, S. 351 f.Google Scholar
  35. 31.
    Wiedergegeben im Erfahrungsbericht S. 18 f.Google Scholar
  36. 32.
    AFG-Konsolidierungsgesetz vom 22.12.1981, BGBl I S. 1497. 32aBegründung zu § 12 a, BR-Dr. 369/81, S. 35Google Scholar
  37. 33.
    vom 15.12.1981, BGBl I S. 1390.Google Scholar
  38. 34.
    Kritisch auch Becker ZRP 1981, S. 262 f; zur bisherigen Mitbestimmungspraxis der Betriebsräte vgl. auch instruktiv Frerichs/Möller/Ulber, Leiharbeit und betriebliche Interessenvertretung, 1981, S. 63 fGoogle Scholar
  39. 34a.
    Becker, Leiharbeit und betriebliche Interessenvertretung, 1981, S. 63 fGoogle Scholar
  40. 34b.
    Knopp, Probleme des Arbeitsmarktes und die gesetzliche Neuregelung, DB 1982, S. 111 f.Google Scholar
  41. 35.
    Dazu auch Becker AuR 1980, S. 12 f.Google Scholar
  42. 36.
    Vgl. die Zusammenstellung bei N. Reich, Markt und Recht, 1977, S. 96 f.; ferner die Kritik dieser RSpr bei Ridder, Die soziale Ordnung des GG, 1975, S. 100 f., 122 f.Google Scholar
  43. 37.
    Grundlegend BVerfGE Bd. 7, S. 377; Bd. 11, S. 168Google Scholar
  44. 38.
    Zum Prognosespielraum etwa BVerGE Bd. 17, 269 f. (ArzneimittelG); BVerfGE Bd. 25, S. 1 f. (Mühlengesetz); BVerfGE Bd. 37, S. 1 (Stabilisierungsfonds)Google Scholar
  45. 39.
    Wie weit die damit zugestandene wirtschaftspolitische Entscheidungsfreiheit reicht, ist durchaus umstritten, vgl. U. Scheuner (Hrsg.), Die staatliche Einwirkung auf die Wirtschaft, 1971, insbes. S. 37 f.Google Scholar
  46. 39a.
    Rittstieg, in Klönne u. a. Lebendige Verfassung — Das GG in Perspektive, 1981, S. 37 f.Google Scholar
  47. 40.
    BVerfG AP Nr. 1 zu § 1 MitbG; Zu den bei der Mitbestimmung dabei auftauchenden Problemen vgl. einerseits Pernthaler, Ist Mitbestimmung verfassungsrechdich meßbar? 1980, S. 122; andererseits M. Kittner, GewMH 1979, S. 332Google Scholar
  48. 41.
    BVerfG, Bd. 21, S. 245 f.Google Scholar
  49. 42.
    Wirtschaftlich lag der Schwerpunkt schon immer bei Arbeitsvermitdung, so bereits Monjau, AuR 1968, S. 257 und Hessel BB 1970, S. 307Google Scholar
  50. 43.
    BVerfGE Bd. 21, S. 245 f.Google Scholar
  51. 44.
    Angaben nach Becker (Anm. 35), S. 19Google Scholar
  52. 45.
    BGBl II (1954) S. 457Google Scholar
  53. 46.
    Vgl. den Überblick bei Becker, Kommentar zum AÜG, 2. Aufl. 1981, EinführungGoogle Scholar
  54. 47.
    Erfahrungsbericht, S. 44Google Scholar
  55. 48.
    Vgl. Im einzelnen Mayer/Raasch, Internationales Recht der Arbeit und Wirtschaft, 1980, S. 210 f.CrossRefGoogle Scholar
  56. 48a.
    Für rechtl. Irrelevanz Engelbrecht, Die Abgrenzung der Arbeitnehmerüberlassung von der Arbeitsvermittlung, Diss. Hamburg 1979, S. 31 f.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1982

Authors and Affiliations

  • Udo Mayer

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