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Der Einfluß der Steuern und steuerlicher Datenänderungen auf die Finanzierungspolitik unter Berücksichtigung des Bedingungsrahmens finanzierungspolitischer Entscheidungen

  • Franzjosef Schafhausen
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 2971)

Zusammenfassung

Wenn das (körperschaft)steuerliche Element ‘der Finanzierungspolitik stets im Umfeld der sonstigen Parameter unternehmerischer Finanzierungsentscheidungen gesehen werden muß (eine Diskussion der wichtigsten Bestimmungsfaktoren der betrieblichen Finanzierungspolitik enthält das vorhergehende Kapitel), so wird ihm doch vielfach ein herausragender Stellenwert, zumindest im Rahmen der exogenen Determinanten, zugewiesen. Die Bedeutung für den betrachteten Bereich wird etwa dann deutlich, wenn “die Beseitigung der (zweifachen) steuerlichen Diskriminierung der Finanzierung der Kapitalgesellschaften mit Eigenkapital” als das vorrangige Ziel der Körperschaftsteuerreform bezeichnet wird.

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Literatur

  1. 1).
    Die körperschaftsteuerlich verursachte Belastung als Determinante finanzwirtschaftlicher Entscheidungen kann aufgrund der steuerrechtlichen Interdependenzen nicht isoliert betrachtet werden. Eine körperschaftsteuerliche Datenänderung tangiert vielmehr häufig auch andere steuerrechtliche Bestimmungen und führt so im Ergebnis zu einer aus mehreren Einflüssen resultierenden komplexen Belastungsänderung einer Kapitalgesellschaft. Diesem Sachverhalt versuchte die sich der teilsteuerlichen Berechnungsmethode bedienende quantitative Analyse [zweites Kapitel”]. Rechnung zu tragen. Hierzu auch: Wöhe, Günter, Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 56 ff.Google Scholar
  2. 2).
    Wöhe, Günter, Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 101Google Scholar
  3. 1).
    Hierzu Seiten 191–202 der vorliegenden Untersuchung 220–234Google Scholar
  4. 1).
    Zur Ermittlung und Abgrenzung des steuerrechtlich als “körperschaftsteuerliches Einkommen” bezeichneten Residuums im Rahmen dieser Studie siehe Seite 87ff, 92Google Scholar
  5. 1).
    Quantitative Aussagen zu diesem Problem enthält das zweite Kapitel dieser Studie. Modellgestützte Aussagen zu den steuerlichen Belastungen unterschiedlicher Gewinn-verwendungsraöglichkeiten im System des gespaltenen Körperschaftsteuersatzes enthält: Gutenberg, Erieh, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Dritter Band, Die Finanzen, a.a.O. S. 262 ffGoogle Scholar
  6. 1).
    Hierzu: Gutenberg, Erich, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Dritter Band, Die Finanzen, a.a.O., S. 264Google Scholar
  7. 1).
    Hierzu: Gutenberg, Erich, Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Dritter Band, Die Finanzen, a.a.O., S. 265Google Scholar
  8. 2).
    derselbe, a.a.O., S. 265Google Scholar
  9. 1).
    Als grundsätzliche finanzierungspolitische Verhaltensweisen lassen sich aufzählen:(1) Vollständige Gewinnthesaurierung, (2) vollständige Ausschüttung, (3) Ausschüttung und Thesaurierung zu gleichen Teilen, (4) “Schutt’-aus/Hol’-zurück”-Verfahren, (5) Ausgabe von Gratisaktien.Google Scholar
  10. 2).
    Zur mittlerweile recht umfangreichen Diskussion der Zielsetzung und Zielrealisierung in Zusammenhang mit dem geltenden Körperschaftsteuerrecht: Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 65 ff., S. 98 ff.; Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz der Steuerreform, a.a.O., S. 126–134; Schardt, A., Die Körperschaftsteuerreform 1977 und ihre belastungsmäßigen Auswirkungen, a.a.O., s. 257–266.Google Scholar
  11. 1).
    Auch gegenwärtig existiert eine doppelte Diskriminierung: a) Bereits dargestellt wurde der Nachteil, der sich für die Finanzierung mit Beteiligungskapital aus der Behandlung der Fremdkapitalzinsen als Betriebsausgaben [Minderung des steuerpflichtigen Gewinns]] ergibt. Zudem unterliegt das Eigenkapital der Kapitalgesellschaften der Vermögensteuer, die bei der Gewinnermittlung nicht abzugsfähig ist und folglich noch einmal mit Körperschaftsteuer belastet wird. b) Die Innenfinanzierung mit Eigenkapital unterliegt auch weiterhin dem Normaltarif der Körperschaftsteuer. Bei Personengesellschaften dagegen wird der Gesamtgewinn — ob entnommen oder thesauriert — dem individuellen Einkommensteuersatz der Gesellschafter unterworfen. Zwar ergibt sich dieser Effekt langfristig gesehen auch für die Kapitalgesellschaften. Dies gilt allerdings nach geltendem Körperschaftsteuerrecht nur dann, wenn die gesamte Existenz des Unternehmens betrachtet wird. Kurzfristig ergibt sich eine Benachteiligung mit Auswirkungen auf Liquidität, Sicherung und Ausbau des Unternehmenspotentials, Vermögens-maximierung der Aktionäre und sekundär für Rentabilität und einkommensmaximierende Anteilseignererwartungen.Google Scholar
  12. 1).
    Seiten 115 f dieser Untersuchung; vgl. auch Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 103; Schardt, Anne, Die Körperschaftsteuerreform 1977,……, a.a.O., S. 258. Hierbei wird allerdings lediglich die Entscheidung über die unter steuerlichen Aspekten sinnvollste Finanzierungsform untersucht.Google Scholar
  13. 2).
    Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 103Google Scholar
  14. 1).
    Die Finanzierung durch Gewinnthesaurierung führt bei Kapitalgesellschaften aufgrund des Normaltarifs dann zu einer Benachteiligung gegenüber Personengesellschaften, wenn bei diesen das gewogene arithmetische Mittel der Einkommensteuerbelastung der Gesellschafter unter dem Körperschaftsteuersatz liegt.Google Scholar
  15. 2).
    Auch die auf die nicht abzugsfähige Vermögensteuer zu entrichtende Definitiv-Körperschaftsteuer”‘ist aufgrund des höheren Steuersatzes größer geworden.Google Scholar
  16. 5).
    Diese Probleme wurden bereits auf Seite 117 der vorliegenden Untersuchung eingehend behandelt.Google Scholar
  17. 1).
    Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 105Google Scholar
  18. 1).
    Nach altem Körperschaftsteuerrecht unterlag ein vergleichbarer Gewinnanteil entweder im Falle der Ausschüttung der Doppelbelastung oder im Falle der Thesaurierung dem höheren Thesaurierungssteuersatz.Google Scholar
  19. 2).
    Im Vergleich zum alten Körperschaftsteuersystem wurden diese Fälle allerdings auf einen anzahlmäßig wenig umfangreichen Kreis von Einkommensbeziehern mit sehr hohen marginalen Steuersätzen beschränkt, so daß die Bedeutung des Interessenkonflikts stark zurückgegangen ist.Google Scholar
  20. 5).
    Als Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln wird die Überführung von versteuerten offenen Rücklagen in Nennoder Grundkapital verstanden.Google Scholar
  21. 1).
    Die Ausgabe von Gratisaktien erhöht das Vermögen der Anteilseigner nicht. Es erfolgt lediglich eine Umschichtung. Durch die Umwandlung von Rücklagen in Nennkapital sinkt der Kurs der Aktie. Die Gratisaktie gleicht die eintretende Vermögensminderung aus, da das Produkt aus Nennwerten multipliziert mit dem Kurs rechnerisch nicht verändert wird.Google Scholar
  22. 2).
    Nach § 29 Abs. 3 KStG 1977 wird Nennkapital, das nicht durch Einlage, sondern durch Umwandlung von Rücklagen entstanden ist, die nach dem 31.12.1976 aus dem Gewinn gebildet worden sind, zum verwendbaren Eigenkapital gezählt. Begründet wird dies mit der Tatsache, daß die in Nennkapital umgewandelten Rücklagen bei ihrer Bildung um Körperschaftsteuer gekürzt wurden, auf die im Falle einer Ausschüttung ein Anrechnungsanspruch bestünde. Die Einbeziehung in das Konstrukt des verwendbaren Eigenkapitals stellt sicher, daß im Falle der Rückzahlung dieses Nennkapitals der Anrechnungsmechanismus ausgelöst wird. So bestimmt § 41 Abs. 2 KStG 1977, daß bei der Rückzahlung von Nennkapital die Teile, die zum verwendbaren Eigenkapital gehören, als zuerst für die Rückzahlung verwendet gelten. Für vor dem 1.1.1977 gebildete Rücklagen wird der Anrechnungsmechanismus nicht wirksam § 41 Abs. 3 KStG 1977].Google Scholar
  23. 1).
    Seiten 68 ffGoogle Scholar
  24. 2).
    Ausschüttungsbelastung 36 v.H. zuzüglich 25% Kapitalertragsteuer auf die Bardividende [Quellenabzug].Google Scholar
  25. 1).
    Bei der Ausschüttung an die Anteilseigner einer inländischen Muttergesellschaft wird die Körperschaftsteuer angerechnet, so daß sich die Dividende aus einer Bardividende und einer Steuergutschrift zusammensetzt. Das Anrechnungssystem kann dagegen den Anteilseignern einer ausländischen Muttergesellschaft keine Körperschaftsteuergutschrift gewähren. Will diese Gesellschaft ihren Gesellschaftern eine Dividende in gleicher Höhe zukommen lassen wie eine inländische Muttergesellschaft, so muß sie eine um die inländische Steuergutschrift höhere Bardividende ausschütten. Soll die im alten Recht gezahlte Dividende nach Einführung des Anrechnungssystems beibehalten werden, reduziert sich aufgrund der Erhöhung der Steuerbelastung um etwa 9 Prozentpunkte entsprechend das Thesaurierungspotential.Google Scholar
  26. 1).
    Dritter Bericht des Finanzausschusses zu dem von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Dritten Steuerreformgesetzes, Bundestags-Drucksache 7/5310, S. 3Google Scholar
  27. 1).
    Hierzu beispielhaft: Liquidation wegen Reform der Körperschaftsteuer? in: Süddeutsche Zeitung vom 25–5.1978Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1980

Authors and Affiliations

  • Franzjosef Schafhausen
    • 1
  1. 1.Finanzwissenschaftliches ForschungsinstitutUniversität zu KölnDeutschland

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