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Vorbemerkungen zur Körperschaftsteuer, zur Körperschaftsteuerreform und zu den für das Finanzierungsverhalten der Kapitalgesellschaften relevanten Änderungen

  • Franzjosef Schafhausen
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 2971)

Zusammenfassung

Neben der Reform des Einkommensteuerrechts — einschließlich der Lohnsteuer und des Kinderlastenausgleichs — und des Sparprämienrechts stellte die Reformierung des Körperschaftsteuerrechts einen wesentlichen Bestandteil der1) Steuerreform dar. Diese als “Jahrhundertwerk” (Alex Möller) oder “bedeutendstes Reformvorhaben der deutschen Nachkriegsgeschichte” (Karl Schiller) apostrophierte Absicht sollte die als unüberschaubar, kompliziert und sozial ungerecht angesehene Vielfalt der deutschen Steuergesetzgebung mit einem Schlag durch ein rationales Steuersystem ersetzen. Die Realisierung der während der großen Koalition und insbesondere in der sozialliberalen Regierungserklärung vom 28. Oktober 1969 angekündigten großen Steuerreform an “Haupt und Gliedern” wurde als Vorbedingung für eine “Steuerpolitik aus einem Guß”

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Literatur

  1. 1).
    Bundestagsdrucksache 7/1470, Bonn 9.1.1974, S. I:Zielsetzung des Dritten Steuerreformgesetzes. Zur ursprünglichen Zielvorgabe an die Steuerreformkommission im Jahre 1968: Gliederungspunkt 1.4.Google Scholar
  2. Verschiedene Autoren halten die Reform der Körperschaftsteuer für das “Kernstück” der Steuerreform: Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz der Steuerreform, in: Hamburger Jahrbuch für Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik (Hrsg.: Ortlieb, H.D.; Molitor, B.; Krone, W.) Tübingen 1974 (19. Jahr), S. 129, S. 137Google Scholar
  3. 1).
    Zur finanzwissenschaftlichen und finanzpsychologischen Beurteilung derartig im politischen Raum artikulierter Wunschvorstellungen und dem Auseinanderklaffen von Ziel und Wirklichkeit: Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz…, a.a.O., S. 115 f; 136 f.Google Scholar
  4. Die Diskussion zu der immer wieder erhobenen Forderung nach einem rationalen Steuersystem faßt Haller zusammen: Haller, Heinz, Finanzpolitik, Grundlagen und Hauptprobleme, 5. Auflage, Tübingen 1972, S. 236–266 Aus der Problematik resultiert die Forderung nach einer Steuerreform als permanenter Aufgabe: Schmölders, G., Permanente Steuerreform, in: Steuer und Wirtschaft, 48. Jahrgang (1971), S. 37Google Scholar
  5. 2).
    Diesem Entwurf vom 9.1.1974 (BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 335 ff) folgte das am 31. August 1976 verabschiedete Körperschaftsteuerreformgesetz (BGBl. I S. 2597) in seinen wesentlichen Bestimmungen.Google Scholar
  6. 3).
    Das Steuerrecht spricht in Zusammenhang mit dieser Größe von “Einkommen”. Etwa in § 7 Abs. 1 KStG 1977.Google Scholar
  7. 4).
    Diese Begriffe umfassen Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaf-ten mit beschränkter Haftung, Kolonialgesellschaften, bergrechtliche Gewerkschaften), Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften, Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, sonstige juristische Personen des privaten Rechts, Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts und nicht rechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen (§ 1 Abs. 1 KStG 1977).Google Scholar
  8. 1).
    Die tatsächliche Belastung der ausgeschütteten Gewinne entsprach nicht dem Steuersatz von 15% bzw. 15,45% (incl. Ergänzungsabgabe). Die effektive Steuerbelastung der Gewinnausschüttungen von 23,44% bzw. 24,55% ergab sich, weil die körperschaftsteuer auf den ausgeschütteten Gewinn steuerrechtlich nicht als ausgeschütteter Teil des Gewinns betrachtet wurde und mit 51% bzw. 52,53%0 belastet wurde (Schattenquote). Siehe hierzu beispielsweise: Lutz, Günter, Die “Schattenquote” — Ein Beitrag zum Verhältnis zwischen Steuersätzen und Bemessungsgrundlagen bei der Körperschaftsteuer, in: Steuer und Wirtschaft 4/1971, S. 349 ff.Google Scholar
  9. 2).
    Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch, Wiesbaden 1978, S. 429 (19.16 Körperschaftsteuer 1974, vorläufiges Ergebnis). Die Steuerschuld aller unbeschränkt steuerpflichtigen Körperschaften (ohne Organgesellschaften) betrug im Jahre 1974 insgesamt 9.154,2 Mio DM.Google Scholar
  10. 1).
    Spitzensteuersätze nach dem: Preußischen Einkommensteuergesetz vom 24.6.1891 (Preußische Gesetzessammlung S. 175) ab 100.000 Mark Einkommen 4 v.H.; Sächsischen Einkommensteuergesetz vom 2.6.1878 (Gesetzes- und Verordnungsblatt S. 129) ab 100.000 Mark Einkommen 3 v.H.; Anhebung auf 4 v.H. durch das Gesetz vom 10.3.1894 (Gesetzes- und Verordnungsblatt, S. 53)Google Scholar
  11. 2).
    In Preußen blieb bei der Einkommensermittlung der Körperschaften ein Betrag in Höhe von 3,5 v.H. des eingezahlten Kapitals steuerfrei.Google Scholar
  12. 1).
    Diese reichseiriheitliche Steuergesetzgebung wurde als die Erzberger’sche Steuerreform bezeichnet: Reichsgesetzblatt S. 393.Google Scholar
  13. 2).
    KStG vom 30.3.1920, §§ 11–13Google Scholar
  14. 3).
    Reichsgesetzblatt S. 359Google Scholar
  15. 1).
    Reichsgesetzblatt S. 335Google Scholar
  16. 2).
    Reichsgesetzblatt I, S. 208Google Scholar
  17. 3).
    Reichsgesetzblatt I, S. 1031Google Scholar
  18. 1).
    Die Verwendungsorientierte Anwendung zweier Steuersätze im Körperschaftsteuerrecht wird finanzwissenschaftlich als “gespaltener Steuersatz” bezeichnet.Google Scholar
  19. 2).
    Durch die Erhebung der Ergänzungsabgabe erhöhten sich die Steuersätze auf 52,53 v.H. für thesaurierte und 15,45 v.H. für ausgeschüttete Gewinne. Die gesonderte Erhebung der Ergänzungsabgäbe endete für die Einkommensteuer am 31. Dezember 1974. Seit dem 1.1.1975 wurde eine Ergänzungsabgäbe nur noch in Verbindung mit der Körperschaftsteuer — zeitlich bis zum 31. Dezember 1976 befristet — erhoben. Rechtsgrundlage war das Gesetz über die Ergänzungsabgäbe zur Körperschaftsteuer in der Fassung vom 17. Oktober 1974 (Bundesgesetzblatt I S. 2887).Google Scholar
  20. 1).
    Die Tarifregelung im Jahre 1958 stand in engem Zusammenhang mit anderen Gesetzesvorhaben, so z.B. dem Sparprämiengesetz, dem “Gesetz über die Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und über die Gewinn- und Verlustrechnung”, dem “Gesetz über steuerliche Maßnahmen bei Erhöhung des Nennkapitals aus Gesellschaftsmitteln und bei Überlassung von eigenen Aktien an Arbeitnehmer”.Google Scholar
  21. 1).
    Bundesministerium der Finanzen, Gutachten zur Reform der Direkten Steuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Vermögensteuer und Erbschaftsteuer) erstattet vom Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen, Schriftenreihe des BdF, Heft 9, Bad Godesberg 1967Google Scholar
  22. 2).
    Bundesministerium der Finanzen, Gutachten der Steuerreformkommission von 1971, Schriftenreihe des BdF, Heft 17Google Scholar
  23. 3).
    Körperschaft Steuerreformgesetz vom 31. August 1976, BGBl, I S. 2597Google Scholar
  24. 1).
    § 23 Abs. 1 KStG 1977Google Scholar
  25. 2).
    § 27 KStG 1977, Minderung oder Erhöhung der KörperschaftsteuerGoogle Scholar
  26. 1).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 328Google Scholar
  27. 1).
    Die geringere Gesamtbelastung resultierte aus den in der Regel niedrigen marginalen Einkommensteuersätzen der Kleinaktionäre in Verbindung mit der reduzierten Ausschüttungsbelastung als Folge des gespaltenen Körperschaftsteuersatzes.Google Scholar
  28. 1).
    Der steuerliche Vorteil, den die Fremdfinanzierung gegenüber der Eigenfinanzierung aufwies (vgl. 1.2.4), engte insbesondere nach Überzeugung des Bundesverbandes der deutschen Industrie das Angebot auf dem Aktienmarkt ein. Hierzu: unveröffentlichtes Schreiben des Bdl an den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland vom 26.1.1976.Google Scholar
  29. 1).
    Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz der Steuerreform, a.a.O., S. 133 f.Google Scholar
  30. 2).
    Der höhere Wert beinhaltet die Ergänzungsabgabe.Google Scholar
  31. 1).
    vgl. Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, 4. Auflage, München 1978, S. 78.Google Scholar
  32. 1).
    Im Rahmen der im zweiten Kapitel durchgeführten quantitativen Analyse wird sich zeigen, daß ein weitaus höherer Betrag, der sich aus verschiedenen Komponenten zusammensetzte, erwirtschaftet werden mußte.Google Scholar
  33. 2).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 327Google Scholar
  34. 3).
    Gutachten der Steuerreformkommission, a.a.O., Tz IV/163 des GutachtensGoogle Scholar
  35. 1).
    Ergänzungsabgabe eingeschlossenGoogle Scholar
  36. 2).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 326 f, S. II; S. 323 f. Hansmeyer, K.H., Zwischenbericht…, a.a.O., S. 129 f O.V., Zur Reform der Körperschaftsteuer 1977, a.a.O., S. 13.f; Uelner, Adalbert, Die Körperschaftsteuer und ihre Reform, WISU 7. Jahrgang (1978), S. 240Google Scholar
  37. 3).
    Die Begründung des Gesetzgebers für die Aufrechterhaltung der Körperschaftsteuer: BuTaDruSa 7/1470, S. 326Google Scholar
  38. 1).
    Hierzu Hansmeyer, K.H., Zur Diskussion um die Reform der Körperschaftsteuer, in: GmbH-Rundschau, 61. Jahrgang (1970), S. 29 ff.Google Scholar
  39. Uelner, Adalbert, Die Körperschaftsteuer und ihre Reform, a.a.O., S. 241Google Scholar
  40. 2).
    Engels, W., Stützel, W., Teilhabersteuer. Ein Beitrag zur Vermögenspolitik, zur Verbesserung der Kapitalstruktur und zur Vereinfachung des Steuerrechts, Frankfurt/M. 1968Google Scholar
  41. 3).
    Gutachten zur Reform der direkten Steuern in der Bundesrepublik Deutschland, Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Heft 9, Bonn 1967Google Scholar
  42. 1).
    Gutachten der Steuerreformkommission 1971, Schriftenreihe des Bundesministeriums der Finanzen, Heft 17, Bonn 1971Google Scholar
  43. 2).
    Wöhe, G., Die Steuern des Unternehmens, München 1972, S. 93 ff.Google Scholar
  44. 3).
    Steuer und Wirtschaft 1949, Sp. 929 ff.Google Scholar
  45. 1).
    Ein weitgehend identischer Vorschlag wird für Kanada von der Royal Commission on Taxation unterbreitet (Carter-Report), (Report of the Royal Commission on Taxation, Ottawa 1966)Google Scholar
  46. 2).
    Dieser Gewinnanteil wurde als “Teilhaberertrag” bezeichnet.Google Scholar
  47. 1).
    Nur dann ist der Kapitaleigner in jedem Fall geneigt, seine Gewinne zu deklarieren, um die auf seinen Gewinnen lastende Teilhabersteuerschuld gegen seine — niedrigere -Einkommensteuerschuld auszutauschen. Das geschieht dadurch, daß die auf seinen Kapitalanteil an der Unternehmung entfallende Körperschaftsteuer von seiner Einkommensteuerschuld in voller Höhe abgezogen werden kann.Google Scholar
  48. 2).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 328, 332Google Scholar
  49. 1).
    Zu diesem Problem: BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 329Google Scholar
  50. 1).
    Uellner, A., Die Körperschaftsteuer und ihre Reform, a.a.O., S. 241Google Scholar
  51. 1).
    Meilicke, Steuerliche Erleichterungen der Umwandlung und Umgestaltung von Unternehmungen, in: Die Aussprache 1967, S. 213 ff, bes. S. 218 f.Google Scholar
  52. 2).
    Meilicke, a.a.O., S. 220. In Prankreich werden 50 v.H. der auf ausgeschütteten Gewinnen lastenden Körperschaftsteuer auf die Einkommensteuerschuld angerechnet (seit 1966) — grundsätzlich nur für Inländer gültig -: Mennel, A., Die Steuersysteme in EWG-Staaten, EFTA-Staaten und den USA, 2. Auflage, Herne/Berlin 1974, S. 89Google Scholar
  53. 3).
    Die Nettodividende ist für Bezieher kleinerer Einkommen höher als für Bezieher hoher Einkommen.Google Scholar
  54. 1).
    Die Rücklagenbildung liegt überwiegend im Interesse der Großaktionäre; folglich bleibt der Interessenkonflikt zwischen Groß- -und Kleinaktionär unverändert erhalten.Google Scholar
  55. 1).
    Gutachten zur Reform der direkten Steuern in der Bundesrepublik Deutschland vom 11.2.1967, a.a.O.Google Scholar
  56. 2).
    Hierzu auch BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 326 f, S. 332 Zur Berechtigung der Körperschaftsteuererhebung ferner: Musgrave, R.A., Musgrave, P.B., Kullmer, L., Die öffentlichen Finanzen in Theorie und Praxis, Band 2, Tübingen 1975, S. 144 ff.Google Scholar
  57. 1).
    In diesem Grenzfall wäre das System voll in die Einkommensteuer integriert,Google Scholar
  58. 2).
    Musgrave, R.A., Musgrave, P.B., Kullmer, Lore, Die öffentlichen Finanzen in Theorie und Praxis, Band 2, a.a.O., S. 160Google Scholar
  59. 3).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 332; Allgemeine Ausführungen hierzu: Musgrave, R.A., Musgrave, P.B., Kullmer, L.,Google Scholar
  60. Die öffentlichen Finanzen in Theorie und Praxis, Band 2, a.a.O., S. 160 f.Google Scholar
  61. 1).
    Aus diesem Grunde handelt es sich bei diesem Vorschlag um eine — im Verhältnis von nur bestimmte Arten von Kapitaleinkünften treffenden Körperschaftsteuer zur allgemeinen Einkommensteuer — nur partiell integrierende Technik, die allerdings die anrechnungsberechtigten Gewinnanteile — im Gegensatz zu anderen europäischen Körperschaftsteuerkonzepten voll berücksichtigt (Voll-anrechnungsverfahren).Google Scholar
  62. 1).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 332Google Scholar
  63. 2).
    Körperschaftsteuerreformgesetz vom 31. August 1976 (BGBl. 1976 I S. 2597)Google Scholar
  64. 1).
    Die Höhe der Barausschüttung, die durch die Körperschaftsteuerbelastung der ausgeschütteten Gewinne determiniert wird, ist im Anrechnungsverfahren nur unter Liquiditätsgesichtspunkten von Bedeutung. Dies gilt jedoch nur für die anrechnungsberechtigten Anteilseigner, in deren Sphäre sich die Steuergutschrift mit zeitlicher Verzögerung in Gestalt einer niedrigeren Steuernachzahlung oder einer Erstattung niederschlägt. Weit größere Bedeutung hat die Vorbelastung aber für die Gruppe der Anteilseigner, bei der die Dividende nicht in die Veranlagung einbezogen wird, sondern nur der Kapitalertragsteuer unterliegen. Eine Aufhebung der Ausschüttungsbelastung von 24,55 v.H. (KStG 1975) auf 56 v.H. (Reformvorschlag) hätte zu einer erheblichen Ertragseinbüße geführt.Google Scholar
  65. Eine reduzierte Ausschüttungsbelastung erlaubt zudem, die Kapitalertragsteuer beizubehalten. Die Gesamtbelastung des ausgeschütteten Gewinns in der Sphäre von Kapitalgesellschaft und Anteilseigner, bei dem die Dividende nicht in die Veranlagung einbezogen wird, kann so auf 52 v.H, begrenzt werden (36 Prozentpunkte Körperschaftsteuer + 16 Prozentpunkte (0,25 (100–36)).Google Scholar
  66. 2).
    Das Gesetz spricht hier vom “Einkommen der Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen mit Sitz oder Geschäftsleitung im Inland”.Google Scholar
  67. 3).
    § 23 Abs. 1 KStG 1977. Neben dem Regelsteuersatz enthält das Gesetz eine Vielzahl ermäßigter Steuersätze, obwohl die Beseitigung der Tarifzersplitterung im Körperschaftsteuerrecht ursprünglich zu den Zielen der Steuerreform zählte. Hierzu unter anderem: BuTaDruSa 7/1470 a.a.O., S. 330.Google Scholar
  68. 1).
    Mit diesem Steuersatz wird erreicht, daß der Ausschüttungssatz um 20 Prozentpunkte unter dem Körperschaftsteuersatz für einbehaltene Gewinne liegt. Nur unter dieser Voraussetzung ist es der Bundesrepublik nach den meisten der mit anderen Staaten abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommen gestattet, auf Gewinnausschüttungen inländischer Tochtergesellschaften an ihre ausländischen Muttergesellschaften eine Kapitalertragsteuer zu erheben, die über dem Satz von 15 v.H. liegt. Die Erhebung einer Kapitalertragsteuer erscheint dem Gesetzgeber aus Wettbe-werbsgründen notwendig.Google Scholar
  69. 2).
    Der ausgeschüttete Gewinn soll einheitlich mit 36 v.H. des Gewinns belastet werden, der sich vor Abzug der Körperschaft Steuer ergibt. Je nachdem, wie hoch das für die Ausschüttung verwendete “Eigenkapital” im Zeitpunkt der Ausschüttung mit Körperschaftsteuer belastet ist, muß daher die Belastung gemindert oder erhöht werden (§ 27 KStG 1977). Zur Herstellung einer einheitlichen Körperschaftsteuerbelastung auf Ausschüttungen: BuTaDruSa 7/1470 a.a.O., S. 363 ff.Google Scholar
  70. 3).
    Die Steuersatzdifferenzierung sollte vor allem den Bedenken Rechnung tragen, daß ein Steuersatz in Höhe des maximalen Grenzsteuersatzes der Einkommensteuer auch auf ausgeschüttete Gewinne selbst bei Beziehern höchster Einkommen keine zusätzliche Einkommensteuerpflicht für ihre Dividendeneinkünfte hätte entstehen lassen, da diese durch die Körperschaftsteuer bereits abgegolten wäre. Durch den niedrigeren Satz von 36 v.H. wurde hier eine optische Verbesserung erreicht, da bei höheren Einkommen mit Sicherheit eine “Nachschußpflicht” entstehen dürfte. Andererseits übt das revidierte Verfahren für Einkommenbezieher mit einem marginalen Steuersatz von mehr als 52 v.H. sogar einen Anreiz aus, die Dividendeneinkünfte nicht zu deklarieren, da einschließlich der Kapitalertragsteuer lediglich 52 v.H. der ausgeschütteten Gewinne bei der Einkommensteuerschuld anrechenbar sind, andererseits auf die empfangenen Dividenden jedoch eine Einkommensteuer von mehr als 52 v.H. zu zahlen wäre.Google Scholar
  71. 1).
    Die Anrechnung auf der Ebene der Anteilseigner wird in der gleichen Weise durchgeführt wie die Anrechnung der Kapitalertragsteuer und der Lohnsteuer auf die Einkommensteuer (§ 36 Abs. 2 Nr. 3 EStG). Dementsprechend erfolgt die Anrechnung außerhalb des Steuerfestsetzungsverfahrens im Erhebungsverfahren.Google Scholar
  72. 1).
    Von dieser Überlegung geht die Steuerreformkommission in ihrem Gutachten aus, verwirft aber aus technischen Gründen eine derart weitgehende Lösung wieder.Google Scholar
  73. 2).
    Die Eigenständigkeit der Körperschaft wird durch Anhänger der Separationsposition wie folgt begründet: Die Körperschaft sei eine juristische Einheit mit eigener Existenz, ein mächtiger Paktor in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Willensbildung, von einem professionellen Management geleitet, das nur einer geringfügigen Kontrolle seitens des individuellen Anteilseigners unterläge.Google Scholar
  74. 1).
    Als ordnungspolitische Zielsetzungen sind in diesem Zusammenhang etwa denkbar: (1) die Kontrolle von Monopolen,Google Scholar
  75. (2).
    die Beschränkung der absoluten Größe von Unternehmen,Google Scholar
  76. (3).
    die Einführung einer “Mehrgewinnsteuer” im Rahmen von direkten Lohn- und Preiskontrollen,Google Scholar
  77. (4).
    die Förderung von Kapitalbildung und Wachstum, (5) der Anreiz zu verstärkten Investitionen.Google Scholar
  78. 1).
    Der Absicht eines Integrationstheoretikers würde eher das Modell der Teilhabersteuer (Engels/Stützel-Plan), das die Körperschaftsteuer faktisch beseitigt, entsprechen. Allerdings muß auch hier wieder betont werden, daß die sich aus bestehenden Überwälzungsmöglichkeiten ergebenden Probleme den Versuch der Integration konterkarieren können. Im einzelnen: Musgrave, R.A., Musgrave, P.B., Kullmer, L., a.a.O., S, 163 fGoogle Scholar
  79. 2).
    § 27 StabWG (Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 8.6,1967): Herabsetzung oder Erhöhung der Körperschaftsteuer.Google Scholar
  80. 1).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 326Google Scholar
  81. 2).
    Das Argumentationsspektrum der Vertreter des Separationsstandpunktes führt die Bundesregierung nahezu vollständig im Text zur Begründung der Körperschaftsteuer im Dritten Steuerreformgesetz auf:Google Scholar
  82. (1).
    Die Körperschaft als juristische Einheit mit eigener Existenz,Google Scholar
  83. (2).
    die Führung durch ein professionelles Management,Google Scholar
  84. (3; der geringfügige Einfluß des einzelnen Anteilseigners in den Publikumsgesellschaften undGoogle Scholar
  85. (4).
    die Körperschaft als Paktor im wirtschaftlichen Bereich. BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 326Google Scholar
  86. 3).
    Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24.1.1962, (BVerfGE 13/331)Google Scholar
  87. 1).
    Bundesministerium der Finanzen, Gutachten zur Reform der Direkten Steuern, Schriftenreihe des BdF, Heft 9, a.a.O., S. 15Google Scholar
  88. 2).
    So wurde 1965 ein neues Bewertungsgesetz geschaffen die Große Koalition konnte 1967 nach langjähriger Diskussion und Beratung unter verschiedenen Regierungen das Mehrwertsteuergesetz verabschieden; bereits 1963 war ein Arbeitskreis für die Reform der Reichsabgabenordnung eingesetzt worden, der 1969 einen Entwurf vor-legte, dem 1970 ein Regierungsentwurf folgte.Google Scholar
  89. 1).
    Die Zielvorgabe lautete: Das Gutachten soll zu einem Steuerrecht beitragen, “das — ohne Aufgabe der allgemein gültigen Grundsätze des Steuerrechts — insbesondere den Zielvorstellungen einer modernen Finanzpolitik entspricht sowie den Grundsatz der Gleichmäßigkeit und sozialen Gerechtigkeit der Bes—teuerung berücksichtigt”. Außerdem wurden der Abbau von Steuervergünstigungen,die Vereinfachung des Steuerrechts und die Berücksichtigung der europäischen Harmonisierungserfordernisse als Ziel vorgegeben. Gutachten der Steuerreformkommission, a.a.O., S.19Google Scholar
  90. 2).
    Hierzu:Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, Bulletin vom 23.6.1971, Steuerreform 1974. Die Beschlüsse der Bundesregierung vom 11. Juni 1971 über Eckwerte und Grundsätze.Google Scholar
  91. 3).
    Hierzu Bundesrats-Drucksache 700/73 vom 8.11.73, Entwurf eines Dritten Steuerreformgesetzes, Art. 2, S. 169 ff.Google Scholar
  92. 4).
    Dieser Körperschaftsteuersatz wurde entsprechend dem damals vorgesehenen Spitzensteuersatz der Einkommensteuer ausgewählt. Damit wich der Beschluß der Bundesregierung von dem im Lösungsansatz der Steuerreformkommission vorgesehenen proportionalen Steuersatz von 55 v.H. um einen Prozentpunkt nach oben ab.Google Scholar
  93. 1).
    Das im April 1974 verabschiedete zweite Reformpaket hat das System der Grund-, Erbschaft- und Vermögensteuer allerdings nicht verändert.Google Scholar
  94. 2).
    Abgabenordnung (AO 1977) vom 16. März 1976 (BGBl. 1976 I S. 613)Google Scholar
  95. 1).
    Körperschaftsteuerreformgesetz vom 31.8.1976 (BGBl. 1976 I S. 2597)Google Scholar
  96. 2).
    Als möglicher späterer Termin war der 1. Januar 1978 ins Auge gefaßt worden.Google Scholar
  97. 1).
    Diese Belastung gilt für US-Muttergesellschaften, da nach dem gültigen Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA die Kapitalertragsteuer 15 v.H. beträgt, falls die ausgeschütteten Gewinne nicht in der Tochtergesellschaft reinvestiert werden. Zu den gesamten Belastungsschätzungen vor und nach der Reform: Zur Reform der Körperschaftsteuer 1977, a.a.O., S. 55 f.Google Scholar
  98. 1).
    Für die Wahl eines Satzes von 36 v.H. für ausgeschüttete Gewinne war u.a. von Bedeutung, daß die Bundesrepublik nach verschiedenen Doppelbesteuerungsabkommen von den inländischen Kapitalerträgen, die ausländische Muttergesell schafltrempfangen, nur dann mehr als 15 v.H. Kapitalertragsteuer erheben darf, wenn der Unterschied zwischen dem Normalsteuersatz und dem Ausschüttungssatz mindestens 20 Prozentpunkte beträgt.Google Scholar
  99. 2).
    Einige Belastungsbeispiele: Zur Reform der Körperschaftsteuer 1977, a.a.O., S. 55 f.Google Scholar
  100. 1).
    Bundesverband der Deutschen Industrie, Bericht über die Anhörung zur Körperschaftsteuerreform vor dem Finanz-ausschuß am 3.12.1975, unveröffentlichtes Manuskript vom 5. Januar 1976, S. 7Google Scholar
  101. Bundesverband der Deutschen Industrie, Eingabe zur Anhörung vor dem Pinanzausschuß des Deutschen Bundestages zur Körperschaftsteuerreform am 3.12.1975, unveröffentlichtes Manuskript vom 21. November 1975, S. 3.Google Scholar
  102. 2).
    Diesen befürchteten negativen Ausländereffekt hat es nach Ansicht des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung bislang in nennenswertem Umfang nicht gegeben. Eine genaue Quantifizierung der Auswirkungen der Reform’ auf das von Ausländern gekaufte Aktienvolumen wird jedoch nicht für möglich gehalten, da für die Kaufentscheidungen zahlreiche Paktoren maßgebend wären. Körperschaftsteuer ohne negative Folgen, in FAZ vom 9. August 1979Google Scholar
  103. 3).
    Hierzu:BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 333Google Scholar
  104. 1).
    Die entsprechende Absichtserklärung im Regierungsentwurf eines Dritten Steuerreformgesetzes (BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 333) lautet:Google Scholar
  105. “Im Hinblick suf eine sachgerechte Behandlung dieser Anteilseigner sollten außer den Wirkungen eines neuen deutschen Körperschaftsteuersystems auch die Wesenselemente des ausländischen Steuerrechts und die maßgeblichen internationalen Aufteilungsregeln berücksichtigt werden. Daher war insbesondere zu prüfen, ob sich das künftige deutsche Körperschaftsteuersystem in den Komplex der Steuerrechtsordnungen anderer Staaten und in das immer dichter gewordene Netz von Doppelbesteuerungsabkommen einfügt. Die Wahl eines Anrechnungsverfahrens und die unterschiedliche Belastung einbehaltener und ausgeschütteter Körperschaftsgewinne sind durch diese Überlegungen maßgeblich beeinflußt worden”. Hierzu auch: BDI, Bericht über…, a.a.O., S. 7Google Scholar
  106. 2).
    Nur im Sonderfall des § 52 KStG 1977 ist eine Vergütung deutscher Körperschaftsteuer an ausländische Anteilseigner vorgesehen.Google Scholar
  107. 3).
    “Schweizer wegen Körperschaftsteuer verärgert”, in: Süddeutsche Zeitung vom 24. März 1979; “Liquidation wegen Reform der Körperschaftsteuer?”, in: Süddeutsche Zeitung vom 25. Mai 1979; “Schweizer Verärgerung über deutsche Körperschaftsteuer”, in: Handelsblatt vom 23. August 1979 S. 1Google Scholar
  108. Gegenwärtig werden die Chancen für eine Revision des Doppelbesteuerungsabkornmens zwischen der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland als schlecht eingeschätzt.Google Scholar
  109. 1).
    Hierzu: BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 332Google Scholar
  110. 2).
    § 160 Abs. 2 EStGGoogle Scholar
  111. 1).
    Eine derartige Harmonisierung ist in der Entschließung des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 22.3.19V über die stufenweise Errichtung der Wirtschafts- und Währungsunion vorgesehen.Google Scholar
  112. Zur Harmonisierung der Körperschaftsteuer: Vorbereitende Rechtsakte, Vorschlag einer Richtlinie des Rates zur Harmonisierung der Körperschaftsteuersysteme und der Regelung der Quellensteuer auf Dividenden, Der Rat der Europäischen Gemeinschaften, in: Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften vom 5.11.1975 Nr. C 253/2Google Scholar
  113. 2).
    Der Termin für eine endgültige Harmonisierung im Sinne der Europäischen Kommission.ist mittlerweile bis in das Jahr 1989 hinausgeschoben worden.Google Scholar
  114. Körperschaftsteuer-Harmonisierung, Brüssel will die deutsche Vollanrechnung abschaffen, in: Handelsblatt vom 15.3.1979Google Scholar
  115. 1).
    Der Rat der Europäischen Gemeinschaften, Vorschlag einer Richtlinie, a.a.O., Nr. C 253/2Google Scholar
  116. 2).
    Körperschaftsteuer-Harmonisierung, Brüssel will die deutsche Vollanrechnung abschaffen, in: Handelsblatt vom 15.3.1979Google Scholar
  117. EG—Körperschaftsteuerharmonisierung, Deutsche Vollanrechnung ist weiter in Gefahr, in: Handelsblatt vom 19.7.1979Google Scholar
  118. 1).
    NormalsatzGoogle Scholar
  119. 2).
    AusschüttungssatzGoogle Scholar
  120. 1).
    Die in der Bundesrepublik seit dem 1.1.1977 übliche Gliederung des verwendbaren Eigenkapitals kann auf EG-Ebene wohl nicht durchgesetzt werden.Google Scholar
  121. 2).
    BuTaDruSa 7/1470, a.a.O., S. 333Google Scholar
  122. 1).
    Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz der Steuerreform, a.a.O., S. 133Google Scholar
  123. 2).
    Bundesverband der Deutschen Industrie e.V., Anhörung vor dem Finanzausschuß…, a.a.O., S. 3Google Scholar
  124. 1).
    Hansmeyer, K.H., Zwischenbilanz der Steuerreform, a.a.O., S. 133Google Scholar
  125. 1).
    Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 1976 für die Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden 1976, S. 176 (Entwicklung von Zahl und Kapital der Kapitalgesellschaften)Google Scholar
  126. Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 1978 für die Bundesrepublik Deutschland, Wiesbaden 1978, S. 112 (Entwicklung von Zahl und Kapital der Kapitalgesellschaften)Google Scholar
  127. 1).
    Betriebswirtschaftler-Tag, Keine Unternehmensflucht in die “Totale GmbH”, in: Handelsblatt vom 5.10.1979, S. 6Google Scholar
  128. Hierzu auch: Wöhe, Günter, Die Steuern des Unternehmens, 4. Auflage, München 1978, S. 101 ffGoogle Scholar
  129. 2).
    Wöhe, Günter, Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., 5. 112Google Scholar
  130. 3).
    Wöhe, Günter, Die Steuern des Unternehmens, a.a.O., S. 112Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1980

Authors and Affiliations

  • Franzjosef Schafhausen
    • 1
  1. 1.Finanzwissenschaftliches ForschungsinstitutUniversität zu KölnDeutschland

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