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Sozialwissenschaften und die staatliche Arbeitsschutz- und Sozialpolitik

  • Helmuth Schuster
Chapter
Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 92)

Zusammenfassung

Der Strukturwandel der Öffentlichkeit prämierte unterschiedliche Thematisierungsweisen, die wir anhand der Lage-, der Ideen- und der Tatstudien zu verdeutlichen versuchten. Diese Thematisierungen bildeten gewissermaßen historische Orientierungen.(1) Wirkungsvolle theoretische Schulen konnten entstehen. Alle thematisierten Fragen gerieten in die Perspektive der dort entworfenen Deutungen. Wissenschaftsprogramme entstanden aus diesen Prozessen jedoch nicht.

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Literatur

  1. (2).
    Darin sieht z.B. Weingart den entscheidenden Funktionswandel öffentlichen Handelns. Er erwägt, daß dieser Wandel auch “ein Resultat der Wissenschafts- und Technologieentwicklung ist, die überhaupt erst die Möglichkeit einer Ausweitung der Gestaltungs- und Regulierungsfunktionen eröffnet hat.” Weingart, Wissensproduktion und soziale Struktur, a.a.O., S. 169 f.Google Scholar
  2. (3).
    Vgl. Karl Löwenstein, Geschichte des englischen Parlamentarismus, Reinbek b. Hamburg 1964.Google Scholar
  3. (4).
    Vgl. S. Isaacsohn, Geschichte des preußischen Beamtentums vom Anfang des 15. Jahrhunderts bis auf die Gegenwart, Bd. 1 (1874) Aalen 1962, S. 4 ff.Google Scholar
  4. (5).
    Ebd., Bd. 2 (1878), Aalen 1962, S. 62 ff.Google Scholar
  5. (6).
    Ebd., S. 353. Vgl. auch Karl Twesten, Der preussische Beamtenstaat (1866) (Mit einem Vorwort zum Neudruck von Hans Peter Bull), Darmstadt 1979, S. 17 f.Google Scholar
  6. (7).
    Victor John, Geschichte der Statistik, Teil 1, Stuttgart 1881, S. 54.Google Scholar
  7. (8).
    Vgl. die Ablösung des Kollegial- durch das Büroprinzip: Otto Hintze, Regierung und Verwaltung, Göttingen 1967, S. 530 ff. und insbesondere S. 579 ff.Google Scholar
  8. (9).
    Vgl. Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 575.Google Scholar
  9. (10).
    Der Saarindustrielle von Stumm beeinflußte über seinen persönlichen Kontakt zum Kaiser sogar die Berufungspolitik an Universitäten. Bismarck besaß jedenfalls eine Gruppe von “Getreuen”, die ihn in Friedrichsruhe außerhalb der Einflußsphäre der Ministerialbürokatie in Einzelfragen der Sozialpolitik berieten. Vgl. Walter Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, Braunschweig 1951, S. 141. Hohe Ministerialbeamte versuchten, diese Nebenregierung zu unterbinden -ohne Erfolg.Google Scholar
  10. (11).
    Vgl. hier wie auch im folgenden Wilhelm Bleek, Von der Kameralausbildung zum Juristenprivileg. Studium, Prüfung und Ausbildung der höheren Beamten des allgemeinen Verwaltungsdienstes in Deutschland im 18. und 19. Jahrhundert, Berlin 1972, S. 22. Vgl. auch zur Trennung von ‘Behörde’ und ‘Haushalt’, Verwaltungsmittel und Privatvermögen etc. im Zusammenhang der politischen Expropriation der Fürsten: Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 165.Google Scholar
  11. (12).
    Eckart Kehr, Die Diktatur der Bürokratie, in: ders., Der Primat der Innenpolitik, hrsg. u. eingleitet von Hans-Ulrich Wehler, Berlin 1965, S. 248. Ähnlich schon Twesten, a.a.O., S. 78. Die Regierungsgewalt sei absolutistisch geblieben, urteilte Twesten 1866. Weber sah aber einen Umschwung darin, daß die Bürokratien in der Verwaltung erst als Folge einer durch den ‘Herrn’ gedeckten und ihn dek-kenden Monokratie auftraten, als es galt, mehr als die Fachverwaltung die Parlamente in Schach zu halen. Vorher versuchte der Fürst, ihn beratende Kollegialgremien gegen die Fachverwaltung auszubauen. Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 165.Google Scholar
  12. (13).
    Max Weber, Politische Schriften, a.a.O., S. 277 f.Google Scholar
  13. (14).
    Franz Mehring, Zur preussischen Geschichte. Vom Mittelalter bis Jena, Berlin 1930, S. 231. “Sie brüsteten sich mit ihrem Mangel an Bildung, mit ihrer Unfähigkeit, richtig Deutsch zu sprechen (…)”. Ebd. Daß die Verspottung von Wissenschaft und Bildung nicht auf den preußischen Hof beschränkt war, zeigte Mehring in seiner “Deutschen Geschichte”, vgl. ders., Zur deutschen Geschichte, Berlin 1931, S. 83 ff.Google Scholar
  14. (15).
    Unter großer Heiterkeit verkündete er 1907 im Abgeordnetenhaus, ‘Professoren seien nicht Selbstzweck, sondern Bedürfnisfrage!’ “Der Staat hat an und für sich gar kein Interesse, eine größere oder geringere Anzahl von Professoren anzustellen zu dem Zweck, daß die Herren mit ihrem bißchen Menschenverstand (Heiterkeit) herumdoktern wollen an der ewigen Wahrheit.” Zit. nach Andernach, Der Einfluß der Parteien, a.a.O., S. 113.Google Scholar
  15. (17).
    Vgl. Arnold Sachse, Friedrich Althoff und sein Werk, Berlin 1928, S. 23.Google Scholar
  16. (18).
    Zitiert nach Florian Tennstedt, Einleitung zu: Friedrich Kleeis, Die Geschichte der sozialen Versicherung in Deutschland (1928) (Nachdruck, hrsg. v. Dieter Dowe), Berlin, Bonn 1981, S. XIX.Google Scholar
  17. (19).
    Eugen Rosenstock-Huessy, Das Geheimnis der Universität, Stuttgart 1958, S. 19.Google Scholar
  18. (20).
    Helmut Schelsky, Einsamkeit und Freiheit. Idee und Gestalt der Deutschen Universität und ihrer Reformen, 2. um ein ‘Nachtrag 1970’ erweiterte Aufl., Düsseldorf 1971, S. 18.Google Scholar
  19. (21).
    Vgl. Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 542.Google Scholar
  20. (22).
    Schmoller antwortete auf die Frage, ob der Parlamentarismus für Deutschland oder Preußen richtig sei: “In den Staaten, die wesentlich durch ihre bis auf den heutigen. Tag tüchtigen Fürstenhäuser geschaffen wurden, wie Preußen und Österreich, und wo zugleich ein großer integerer Berufsbeamtenstand in der Hauptsache regiert und verwaltet, fehlen die Vorbedingungen für eine parlamentarische Regierung am meisten.” Ders., Zwanzig Jahre Deutscher Politik (1897–1917), Aufsätze und Vorträge, München und Leipzig 1920, S. 188. Die wilhelminische Staatsmaschinerie sei “im Ganzen” “zu einem Bollwerk gegen Klassenherrschaft” geworden. Ders., Die soziale Frage, München und Leipzig 1918, S. 629.Google Scholar
  21. (23).
    Vgl. E. Hirschberg, Die soziale Lage der arbeitenden Klassen in Berlin, Berlin 1897, S. 172 ff. und Adolf Wolff, Berliner Revolutionschronik, Berlin 1852–1854, 3 Bände.Google Scholar
  22. (24).
    Vgl. zum Legitimitätsverlust der ‘Herrschaft durch Organisation’ in Zeiten des ‘Klassenkampfes’: Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 549.Google Scholar
  23. (25).
    Ebd., S. 548.Google Scholar
  24. (26).
    Ebd., S. 572.Google Scholar
  25. (27).
    Ebd., s. 573.Google Scholar
  26. (28).
    Zit. nach Adolf Günther, Geschichte der deutschen Statistik, in: Friedrich Zahn (Hrsg.), Die Statistik in Deutschland nach ihrem heutigen Stand — Georg von Mayr bei der Feier seines 70. Geburtstages am 12. Februar 1911 als Ehrengabe dargebracht, Bd. 1, München und Berlin 1911, S. 12.Google Scholar
  27. (29).
    Leipzig 1879. Durch eine enge Verbindung mit staatlichen Ämtern erhielten zahlreiche Engel-, Schmoller- und Brentano-Schüler Zugang zum Aktenstudium.Google Scholar
  28. (30).
    Hans Rothfels, Theodor Lohmann und die Kampfjähre der staatlichen Sozialpolitik (1871–1905), Berlin 1927, S. 39.Google Scholar
  29. (31).
    Ludwig Heyde an Brentano am 17.2.1920, Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 25, Bl. 3.Google Scholar
  30. (32).
    Heyde an Brentano am 30.7.1920, ebd., Bl. 10.Google Scholar
  31. (33).
    Weber, Politische Schriften, a.a.O., S. 352.Google Scholar
  32. (34).
    Ebd., S. XXXIV, Anm. 1.Google Scholar
  33. (35).
    Vgl. III.3.Google Scholar
  34. (36).
    Vgl. Isaacsohn, a.a.O., Bd. 2, S. 120 f. Günther berichtet von der fortgesetzten Weigerung, die Statistik mitzumachen oder zu dulden. Vgl. ders., Geschichte der deutschen Statistik, a.a.O., S. 13.Google Scholar
  35. (37).
    Bleek, Von der Kameralausbildung zum Juristenprivileg, a.a.O., S. 66.Google Scholar
  36. (38).
    Eckart Kehr, Zur Genesis der preußischen Bürokratie und des Rechtsstaats. Ein Beitrag zum Diktaturproblem, in: Ders., Der Primat der Innenpolitik, a.a.O., S. 41.Google Scholar
  37. (39).
    Vgl. ebd., S. 63 ff. Vgl. beispielsweise Helmut Seifert über den Leipziger Kameralisten Georg Heinrich Zincke, in: Bedeutende Gelehrte in Leipzig (zur 800-Jahr-Feier der Stadt Leipzig im Auftrag von Rektor und Senat der Karl-Marx-Universität, hrsg. von Max Steinmetz), Bd. 1, Leipzig 1965, S. 25–31, hier S. 31.Google Scholar
  38. (40).
    Ebd., S. 30.Google Scholar
  39. (41).
    Vgl. Gustav Seibt, Statistik, in: Die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaftslehre im neunzehnten Jahrhundert. Gustav Schmoller zur siebenzigsten Wiederkehr seines Geburtstags 24. Juni 1908, 2. Teil, Leipzig 1908, S. 8. Günther, Geschichte der deutschen Statistik, a.a.O., S. 38 ff.Google Scholar
  40. (42).
    Vgl. die Denkschrift v. Steins zur Reform der Obersten Verwaltung, in: Freiherr vom Stein, ausgewählte politische Briefe und Denkschriften, hrsg. v. Erich Botzenhart und Günther Ipsen, Aalen 1955, S. 74 f.Google Scholar
  41. (43).
    Bleek, a.a.O., S. 85. Schon die Aussöhnung Friedrich II. mit den Junkern führte zur Einschränkung staatswissenschaftlicher — sozial-ökonomischer Bildung, ebd. S. 72.Google Scholar
  42. (44).
    Die merkantil istische Bergverfassung von 1763 gab dem preußischen Staat ein detailliertes Aufsichts- und Weisungsrecht dem Grubenbesitzer gegenüber. Die Kontrolle des Grubenrechnungswesens war der wichtigste Hebel dabei. Deshalb mußte Oberbergrat von Stein an der Durchsetzung rationaler Kalkulationsprinzipien interessiert sein. “Zur Sicherstellung der arbeitenden Klasse gegen allen Druck der Fabrikverleger” forderte vom Stein staatliche Lohntaxen und eine Festlegung der Rechte und Verbindlichkeiten der Arbeiter gegen die Fabrikinhaber. Durch die Fabrikenkommission förderte und kontrollierte vom Stein die aufkommende Industrie. Siehe Freiherr vom Stein, a.a.O., S 22 f. Vgl. auch Reinhard Kosellek, Preußen zwischen Reform und Revolution. Allgemeines Landrecht, Verwaltung und soziale Bewegung 1791–1848 (Industrielle Welt, Bd. 7), Stuttgart 1967.Google Scholar
  43. (45).
    Vgl. Kehr, Zur Genesis, a.a.O., S. 35 f. Zur Stein-Hardenberg’schen ‘Geheimratsclique’ als Vorkämpfer bürokratischer Diktatur.Google Scholar
  44. (46).
    Vgl. Jürgen Kuczynski, Die Geschichte der Lage der Arbeiter unter dem Kapitalismus, Bd. 8, Berlin 1960, S. 23–26 und Albin Gladen, Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland, Wiesbaden 1974, S. 12 f. und S. 129.Google Scholar
  45. (47).
    Vgl. Erich Angermann, Robert von Moni, Neuwied 1962, Kapitel III und IV und Gertrud Behse, Die Soziologie der industriellen Gesellschaft bei Robert von Mohl, Diss., Münster 1953.Google Scholar
  46. (48).
    Vgl. John CG. Röhl, Beamtenpolitik im Wilhelminischen Deutschland, in: Michael Stürmer (Hrsg.), Das Kaiserliche Deutschland. Politik und Gesellschaft 1870–1918, Kronberg 1977, S. 287–311, hier S. 290 f. “Die Beamten, die die sich am schnellsten verändernde Gesellschaft Europas verwalteten, waren folglich ausgebildete Juristen ohne oder mit wenig praktischen Erfahrungen.” S. 291, Röhl zeigt, daß eine juristische Qualifikation aber zur entbehrlichen Nebenbedingung für ein Avancement wurde, wenn der Kandidat aus den ‘richtigen Kreisen’ kam. Vgl. auch Bleek, S. 189 f. Auch die Vorschläge des Vereins für Sozialpolitik blieben unberücksichtigt. 1916 waren 100% der preußischen Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und ihrer Stellvertreter Juristen, ebenso 94% der Landräte. Dieses waren politische Ämter. In den 20er Jahren konnten immerhin bis knapp 28% dieser Ämter von Nichtjuristen besetzt werden. Nur vier Sozialwissenschaftler befanden sich nachweislich darunter, vgl. Wolfgang Runge, Politik und Beamtentum im Parteienstaat (Industrielle Welt, Bd. 5), Stuttgart 1965, S. 190 ff.Google Scholar
  47. (49).
    Vgl. Wilhelm Franz, Ingenieurstudium und Verwaltungsreform, Berlin 1909; ders., Staatsreferendare oder Verwaltungsingenieure? In: Die Technische Hochschule, Jg. 7, Nr. 9, 1929, S. 222–229Google Scholar
  48. (49a).
    Hans Ebert, Wirtschaftsingenieur — Zur Innovationsphase eines Studiengangs, in: Rürup (Hrsg.), Wissenschaft und Gesellschaft, Bd. 1, a.a.O., S. 354 f.Google Scholar
  49. (50).
    Karl Marx/Friedrich Engels, Staatstheorie, hrsg. und eingeleitet von Eike Hennig u.a., Frankfurt/M. u.a., 1974, S. 630 und S. 638. Vgl. zur damaligen Investitionskontrolle Hans Mottek, Wirtschaftsgeschichte Deutschlands, Bd. 2, Berlin 1973, S. 139 ff. Nach 1912 und in den 20er Jahren wurde das Thema der bürokratischen Investitionsbehinderung und -Verdrängung wieder verstärkt diskutiert, ohne daß jedoch so eklatante Fälle wie die preußischen Verbote von Aktiengesellschaften aus den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts auftraten.Google Scholar
  50. (51).
    Max Weber führte die Überlegenheit der Industriebürokratie in der Sachkenntnis auf dem Gebiet ‘der Wirtschaft’ darauf zurück, daß Fehler in der Information und Kalkulation für Verwaltungsbeamte keine Folgen haben, jedoch für Unternehmer. Vgl. ders., Wirtschaft und Gesellschaft, S. 574.Google Scholar
  51. (52).
    Vgl. Gustav Schmoller, Max Sering, Adolph Wagner (Hrsg.), Handelsund Machtpolitik. Reden und Aufsätze im Auftrag der ‘Freien Vereinigung für Flottenvorträge’, Bd. 1, Stuttgart 1900 sowie dazu Eckart Kehr, Schlachtflottenbau und Parteipolitik 1894–1901. Versuch eines Querschnitts durch die innenpolitischen, sozialen und ideologischen Voraussetzungen des deutschen Imperialismus, Berlin 1930.Google Scholar
  52. (53).
    Vgl. Heinrich Volkmann, Die Arbeiterfrage im preußischen Abgeordnetenhaus 1848–1869, Berlin 1968, S. 21. Hirschberg, Die soziale Lage, a.a.O., S. 173. Das Ministerium sollte der Selbstverwaltung von Arbeitern und Unternehmern unterstehen.Google Scholar
  53. (54).
    Im Hinblick auf die schon vorhandene Streikbewegung und die aus der Demobilmachung folgende Arbeitslosigkeit unterzeichnete am Vorabend der Novemberereignisse noch Wilhelm II. am 4. Oktober 1918 die Urkunde zur Errichtung eines Reichsarbeitsamts, vgl. Friedrich Syrup, Hunderte Jahre staatliche Sozialpolitik 1839–1939, Stuttgart 1957, S. 20 f.Google Scholar
  54. (55).
    Gustav Schönberg, Arbeitsämter, eine Aufgabe des Deutschen Reiches, Berlin 1871.Google Scholar
  55. (56).
    Vgl. Friedrich Ritzmann, Internationale Sozialpolitik, ihre geschichtliche Entwicklung und ihr gegenwärtiger Stand, Mannheim u.a. 1925, S. 27 und S. 132.Google Scholar
  56. (57).
    Bismarck ließ 1871 Schönbergs Vorschläge prüfen. Vgl. Walter Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, Braunschweig 1951, S. 128. Sein Interesse daran war maßgeblich, was., allerdings in den meisten Untersuchungen ungenannt bleibt, durch Überlegungen bestimmt, wie die ‘Internationale’, deren gefährliche Wirksamkeit man in dem, unter deutscher Hilfe 1871 niedergeschlagenen Aufstand der ‘Pariser Kommune’ erblickte, durch eine gemeinsame Aktion europäischer Regierungen unterdrückt werden könnte. Wechselseitig berichteten die europäischen Regierungen einander über die Sympathiebewegung unter ihrer einheimischen Arbeiterschaft. Bismarck versandte am 17.6.1871 ein ‘Preme-moria’ über die deutschen Beobachtungen in Frankreich: Nur ein “doppeltes Mißverständnis” habe die “revolutionären Elemente in den Provinzen getrennt” und so die Ausbreitung der Revolution über ganz Frankreich verhindert. Repressivmaßnahmen schienen angesichts dieser Tiefe der Bewegung nicht mehr ausreichend. Im Vorschlagskatalog, der die ‘berechtigten’ Forderungen der Arbeiter umfassen sollte und der auf einer Fachkonferenz preußischer und Österreich-ungarischer Delegationen im November 1872 in Berlin beraten wurde, wurde u.a. die Errichtung von Arbeitsämtern empfohlen…Google Scholar
  57. (57a).
    Vgl. die Aktenauswertung in: Ludwig Brügel, Soziale Gesetzgebung in Osterreich von..1848 bis 1918, Wien und Leipzig 1919, S. 84 ff. und S. 100. In der “Ära Posadowsky-Wehner” wurde, als die inneren Spannungen wieder zunahmen, ein Gesetz über Arbeitskammern eingebracht, das jedoch am Widerstand des Reichstages scheiterte. Vgl. Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 103. Bismarcks zeitweise Haltung, der Staat solle realisieren, was in den sozialistischen Forderungen berechtigt sei, wurde schon 1871 in der hohen Ministerial bürokratie mit den Worten kommentiert: “In diesen ist nichts berechtigt”. Zit. nach Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 170.Google Scholar
  58. (58).
    Vgl. Syrup, Hundert Jahre Sozialpolitik, a.a.O., S. 63 ff. Florian Tennstedt, Sozialgeschichte der Sozialpolitik in Deutschland. Vom 18. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg. Göttingen 1981, Paul Borchers. Vergleichende Untersuchung über das Gewerbeinspektorat in Deutschland und im Ausland, Diss., Halle 1904.Google Scholar
  59. (58a).
    Gertrud Henseleit, Das weibliche Arbeitsinspektorat in Deutschland und in England, Berlin 1926. Jahresbericht der Gewerbeaufsichtsbeamten und Bergbehörden (1914–1932), Berlin 1919–1933.Google Scholar
  60. (58b).
    Günther K. Anton, Geschichte der preußischen Fabrikgesetzgebung bis zu ihrer Aufnahme in die Reichsgewerbeordnung. Auf Grund amtlicher Quellen bearbeitet, Leipzig 1891 (Neu hrsg. v. Horst Bülter, Berlin/Ost 1953). Stephan Poerschke, Die Entwicklung der Gewerbeaufsicht in Deutschland, Jena 1911. Wolfgang Bocks, Die badische Fabrikinspektion. Arbeiterschutz, Arbeiterverhältnisse und Arbeiterbewegung in Baden 1879 bis 1914, Freiburg/München 1978.Google Scholar
  61. (59).
    Borchers, Vergleichende Untersuchung über das Gewerbeinspektorat, a.a.O., S. 17. Vgl. zur ohnmächtigen Politik der kameralistischen Bürokratie gegen die ‘organisierte Subkultur’ der Handwerker: Michael Stürmer (Hrsg.), Herbst des Alten Handwerks, München 1979, S. 167 f.Google Scholar
  62. (60).
    Innenminister Eichhorn in einer Verfügung von 1845, zitiert nach Syrup, Hundert Jahre staatliche Sozialpolitik, a.a.O., S. 65.Google Scholar
  63. (61).
    Ebd., S. 66.Google Scholar
  64. (62).
    Borchers, Vergleichende Entwicklung, a.a.O., S. 13. Die ersten Fabrikinspektoren waren nach 1853 in den Bezirken Aachen, Düsseldorf und Arnsberg, also den industriell entwickelten Gebieten des Niederrheins tätig. Vgl. dazu Alfons Thun, die Industrie am Niederrhein und ihre Arbeiter, a.a.O., 2 Bde.Google Scholar
  65. (63).
    In späteren Jahren behinderte Bismarck jedoch immer mehr aus persönlichen Gründen die Fortentwicklung der Gewerbeaufsicht. Auch in Bismarcks Gewerbebetrieben fand der zuständige Inspektor zu Beanstandendes — die Sägen liefen frei und ohne Schutz. Bismarck versandte seine Kritik an seinem lästigen Fabrikinspektor intern an den Handelsminister und alle Kollegen. Die unterlassene Unterscheidung von Amts- und Privatsphäre wurde noch nicht als ‘peinlich’ empfunden. “Seine Güter oder Fabriken wünschte er nicht von staatlichen Beamten kontrolliert zu sehen.” Bismarcks industriefeindliche Äußerungen hörten auf, nachdem er selbst Fabrikant geworden war. Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, S. 136 f.Google Scholar
  66. (64).
    Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 31.Google Scholar
  67. (65).
    Vgl. Borchers, Vergleichende Untersuchung, a.a.O., S. 160. Erst 1891 wurde der Name als Nebenfolge der Ausweitung der Aufsicht auf außer-fabrikliche Gewerbe abgeändert.Google Scholar
  68. (65a).
    Vgl. Syrup, Hundert Jahre, a.a O., S. 100.Google Scholar
  69. (66).
    Herkner kommentierte den Erfolg der österreichischen Fabrikinspektion am 17.6.1891 in einem Brief an Brentano: “Am wenigsten hätte ich dieser Erwartung gehegt, wenn man mir vorher die Personen, die man hierfür in Aussicht genommen hat, vorgeführt hätte: ehemalige Fabrikdirectoren, Ingenieure, hie und da ein Verwaltungsmensch und als Chiefinspector ein ehemaliger Handelskammersecretär, als ein Secretär unserer kurzsichtigsten Unternehmervertretungen. Und dabei von oben geringe Unterstützung, oft geradezu Widerstand. Und trotzdem entfalten sie eine ausgezeichnete Wirksamkeit.” Sogar Anerkennung durch Bebel sei zu vermerken. Der badische Fabrikinspektor habe sich ebenfalls gewandelt. Die ersten Berichte des ehemaligen Maschineningenieurs der badischen Bahn seien noch “ganz anders geartet”. Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 28, Bl. 114 f.Google Scholar
  70. (67).
    Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 154.Google Scholar
  71. (68).
    Repräsentativ für seine Kollegen konstatierte der Berliner Fabrikinspekteur, daß sich “ein auf Vertrauen begründeter Verkehr zwischen den Gewerbeaufsichtsbeamten und den Arbeitern in dem wünschenswerten Umfang leider immer noch nicht hat herausbilden wollen”. Seine vorgesehene Hauptfunktion, blieb ‘ohne Belang’, kommentierte Hirschberg die von ihm zitierte Äußerung. Hirschberg, Soziale Lage, a.a.O., S. 138. Der Grund liege in der Einrichtung. Hirschberg (Direktor des Charlottenburger Statistischen Amtes) regte die Erweiterung um weibliche und aus Arbeiterkreisen stammende Vertrauenspersonen an. Ebd., S. 139.Google Scholar
  72. (69).
    Vgl. dazu Gertrud Henseleit, Das weibliche Arbeitsinspektorat, a.a.O.Google Scholar
  73. (70).
    Die laufbahnrechtlichen Schwierigkeiten versuchte man dadurch zu lösen, daß diese Arbeiter formal als ‘nichtbeamtete Hilfskräfte’ eingestellt wurden, ihnen aber die amtliche Stellung von Regierungsassessoren mit einer selbständigen Verwaltung ihrer Dezernate eingeräumt wurde. In Preußen gab es 46 derartige ‘Gewerbekonstrukteure’. Vgl. Bericht des Preußischen Handelsministers an das Finanzministerium am 17.8.1925, ZStA Merseburg, Rep. 151, IC, Nr. 9318, Bd. 6. Am 20.8.1908 forderte das Handelsministerium beim Finanzministerium höhere Mittel ein, um die “höchst bedenklichen Bestrebungen auf Einstellung von Arbeitern in den Gewerbeaufsichtsdienst” abzuwehren. Ebd., Nr. 9317, Bd. 5.Google Scholar
  74. (71).
    Jede Stellenbesetzung und jede Aufgabenveränderung, aber auch Diensthandlungen konnten sich jederzeit zu öffentich thematisierten Konflikten auswachsen. Vgl. z.B. den Fall Bittmann. Der Leiter der badischen Fabrikinspektion, Bittmann, verweigerte seiner Beamtin Marie Baum, die im Unterschied zu ihren männlichen Kollegen schon auf feminisierte Gewerbezweige abgedrängt war, in der Außenvertretung die exekutiven Befugnisse, die ihre Kollegen wahrnehmen durften. Das führte zu einem offenen Brief Max Webers an die Frankfurter Zeitung, in dem er diese Zurücksetzung scharf kritisierte. Vgl. indirekt (anonym), Zur Stellung der Frau im modernen Erwerbsleben, in: Frankfurter Zeitung, 51. Jg., Nr. 222 vom 13.8.1906 und Max Weber, Die badische Fabrikinspektion, ebd., 52. Jg., Nr. 24, vom 24.1.1907. Bittmann gewährte ‘unter der Hand’ Herkner Einblick in die Akten und motivierte ihn, Bittmann in der Öffentlichkeit zu verteidigen, indem er den Sachverhalt als ‘Fall Baum’ darstellte. Vgl. Herkner an Brentano am 11.5.1907, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 28, Bl. 226. Aber auch Baums Nachfolgerin, die Sozialökonomin Münziger, schied nach kurzer Zeit wieder aus dem Amt. Henseleit, Das weibliche Arbeitsinspektorat, a.a.O., S. 83. Der Anlauf der Frauenvereine für weibliche Inspektoren aus den 90er Jahren “verlief leider, nachdem das erste agitatorische Bedürfnis verrauscht war, im Sande.” Ebd., Weber sah durch das Hinausdrängen Marie Baums (ihre industriesoziologische Studie war der Anlaß, vgl. Anmerkung 72) “das Experiment mit der weiblichen Fabrikinspektion in Baden (…) als gescheitert an.” Ders., Badische Fabrikinspektion, a.a.O. So wirkte es auch auf die Frauenbewegung.Google Scholar
  75. (72).
    Vgl. F. Woerishoffer, Die soziale Lage der Fabrikarbeiter in Mannheim und dessen nächster Umgebung, Karlsruhe 1891. Ders., Die soziale Lage der Cigarettenarbeiter im Großherzogtum Baden, Karlsruhe 1890.Google Scholar
  76. (73).
    Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 358.Google Scholar
  77. (74).
    Die signifikant niedrigeren Unfallzahlen im österreichischen Bergbau in Relation zu den Zahlen des preußischen Bergbaus führte Felix Bus-son (Oberbergkommissär i.B.) u.a. darauf zurück, daß “nicht allein die Betriebsleiter und deren Hilfsorgane, sondern auch die inspizierenden Beamten durchweg akademisch gebildet sind.” Ders., Bergarbeiterschutz in Preußen und Osterreich. Zit. nach Paul Kampffmeyer, Vom Kathedersozialismus zum Kathederkapitalismus, hrsg. vom Landesvorstand der Sozialdemokratischen Partei Bayerns, Ludwigshafen a.Rh. 1913, S. 18.Google Scholar
  78. (75).
    Max Weber machte auf eine extrafunktionale Bedingung für die faktische Unabhängigkeit der Gewerbeaufsicht aufmerksam, die wir nicht überprüfen konnten: “Viele der sozialpolitisch charaktervollsten Figuren unseres Beamtentums — z.B. in den Fabrikinspektionen — waren vermögende Männer, welche eben deswillen nicht nötig hatten, sich jedem Luftzug der Interessenten zu beugen, sondern ihr Amt einsetzten, wenn ihnen Zumutungen gestellt wurden, die sie mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren konnten.” Ders., Politische Schriften. a.a.O., S. 275.Google Scholar
  79. (76).
    Zitiert nach Syrup, Hundert Jahre, S. 76.Google Scholar
  80. (77).
    Borchers, Vergleichende Untersuchung, a.a.O., S. 150 f.Google Scholar
  81. (78).
    Vogel, Bismarcks Arbeitsversicherung, a.a.O., S. 29.Google Scholar
  82. (79).
    Der spätere Gründer der ‘Gesellschaft für soziale Reform’ (zusammen mit Schmoller, Ernst Francke, Sombart u.a.) und Vorsitzende der ersten Internationalen Arbeitsschutzkonferenz von 1890 in Berlin, der ‘soziale’ Minister Hans Freiherr von Berlepsch war Oberpräsident der Rheinprovinz und verfaßte den internen Bericht über den großen Bergarbeiterstreik von 1889 an den Kaiser. Die rasche Verbreitung des Streiks und der breite Rückhalt detaillierter Forderungen unter diesen unorganisierten Bergarbeitern des Ruhrgebiets wirkten wie eine “Offenbarung” auf die Kreise, die in Bismarcks Politik von ‘Zuckerbrot und Peitsche’ (Sozialpolitik und ‘Sozialistengesetz’) die Lösung der ‘sozialen Frage’ sahen. Vgl. Tennstedt, Sozi algeschichte der Sozialpolitik, a.a.O., S. 194. Der Kaiser zog Berlepsch in den Kreis seiner Berater, so daß Bismarck zunächst das für die Arbeiterfrage zuständige Ressort des preußischen Handelsministers an Berlepsch abtrat, um nicht die ministerielle Verantwortung für den ‘expansiven Kurs’ des Arbeitsschutzes übernehmen zu müssen. Mit einer alten Kabinettsordre versuchte Bismarck im März 1890, den selbständigen Vortrag des Fachministers beim Kaiser zu untersagen, um Ber-lepschs “Intrigen” zu verhindern. Bismarck wurde als Reichskanzler entlassen. Vgl. Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 85 f. und S. 89.Google Scholar
  83. (80).
    So Tennstedt, Sozialgeschichte der Sozialpolitik, a.a.O., S. 194.Google Scholar
  84. (81).
    Zit. ebd., S. 195.Google Scholar
  85. (82).
    Kaiser Wilhelm II, Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Arbeiter vom 22.1.1890, abgedruckt in: Georg Freiherr von Eppstein, Fürst Bismarcks Entlassung, 3. erg. Aufl., Berlin 1920, S. 131.Google Scholar
  86. (83).
    Ebd., S. 130 f. und S. 135 f. Ders., Kaiser Wilhelm II am 21.1.1890, ‘Bemerkungen zur Arbeiterfrage’: “Es wäre jedoch in jeder Hinsicht beklagenswerth, wenn ich den Anfang meiner Regierung mit dem Blut meiner Unterthanen färben müßte! (…) Ich würde in einem solchen Fall nur der Großindustrie zu Danke handeln, sie würde nach einem blutigen Zusammenstoß wohl auf einige Jahre vor den Forderungen ihrer Arbeiter Ruhe haben (…) Sollte es trotzdem nöthig werden, Truppen zur Aufrechterhaltung der Ruhe an sehr bedrohten Stellen einschreiten zu lassen — (…) -, so wird die Maßregel doch an Härte verlieren, wenn zur gleichen Zeit eine Commission zur Verwirklichung des von mir aufgestellten Programmes tagt (…).” Ebd., S. 126f. Diese Ordnungsfunktion der Gewerbeaufsicht wurde jedoch nie für ausreichend gehalten. In mehreren Anläufen sollte der § 153 der Gewerbeordnung verschärft werden, der den Gewerkschaften das Koalitionsrecht in der Praxis wieder nehmen sollte. Wer zu einem Streik “anreizt”, sollte — so Kaiser Wilhelm II — “mit Zuchthaus bestraft werden”. Was auf parlamentarischem Wege (“Zuchthausvorlage”) mißlang, bestätigte das Reichsgericht 1912. Wer Streikbrecher “Streikbrecher” nannte, handelte sich 3 Monate Gefängnis ein. Volker Hentschel, Geschichte der deutschen Sozialpolitik, Frankfurt/M. 1983, S. 38 und S. 40.Google Scholar
  87. (84).
    Vgl. Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 95.Google Scholar
  88. (85).
    Vgl. S Tennstedt, Sozialgeschichte der Sozialpolitik, S. 149 f. Dazu zählen die zum “Schutz der Familie und der Sittlichkeit” erlassenen Sonderreglungen für Jugendliche und Frauen.Google Scholar
  89. (87).
    Vgl. dazu Borchers, a.a.O., S. 175.Google Scholar
  90. (88).
    Vgl. Heinrich Schneider, Gefahren der Arbeit in der Chemischen Industrie, hrsg. vom Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Hannover 1911.Google Scholar
  91. (89).
    Anweisung des Reichsinnenministeriums, Nov. 1900, zit. nach Bocks, Badische Fabrikinspektion, a.a.O., s. 420.Google Scholar
  92. (90).
    Vgl. Preller, Sozialpolitik in der Weimarer Republik, a.a.O., S. 55 ff. und S. 126.Google Scholar
  93. (92).
    Vgl. Hirschberg, Soziale Lage, a.a.O., S. 137 f.Google Scholar
  94. (93).
    Am 18.8.1913 beklagte das Preußische Handelsministerium, daß die übertragene Aufgabe, eine zuverlässige Streikstatistik anzufertigen, nicht ausgeführt werden könnte. Am 20.8.1908 teilte das Ministerium mit, daß die Revisionstätigkeit in anderen Bundestaaten wesentlich günstiger gewesen sei. Die gesetzlich vorgesehenen 100% Betriebsrevisionen erreichte jedoch kein Flächenstaat. ZStA Merseburg, Rep. 151, IC, Nr. 9317, Bd. 5.Google Scholar
  95. (94).
    Vgl. Bocks, Badische. Fabrikinspektion, a.a.O., S. 236 ff., S. 426 f.Google Scholar
  96. (95).
    Man sprach in der Öffentlichkeit von der unkoordinierten und wenig effektiven dreifachen Zuständigkeit des Arbeitsschutzes (Polizei, Gewerbeinspektion, technische Aufsicht der Berufsgenossenschaften), vgl. Paul Kampffmeyer, Vom Kathedersozialismus zum Kathederkapitalismus, hrsg. vom Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei Bayerns, Ludwigshafen am Rhein 193, S. 20.Google Scholar
  97. (96).
    Vgl. ebd., S. 13.Google Scholar
  98. (97).
    Volker Hentschel, Das System der sozialen Sicherung in historischer Sicht 1880 bis 1975, in: Archiv für Sozi algeschichte, Bd. XVIII, 1978, S. 310 und S. 317.Google Scholar
  99. (98).
    Ebd., S. 310.Google Scholar
  100. (99).
    Vgl. II.1.6 über das Reichsarbeitsministerium weiter unten.Google Scholar
  101. (100).
    Vgl. III.3 zum Reichswirtschaftsrat und dem Enquêteausschuß.Google Scholar
  102. (101).
    Vgl. auch IV.3 und IV.4.Google Scholar
  103. (102).
    Hentschel, Das System der sozialen Sicherung, a.a.O., s. 312.Google Scholar
  104. (103).
  105. (104).
  106. (105).
  107. (106).
    Rosa Luxemburg, Ausgewählte Reden und Schriften, Bd. 2, Berlin 1951, S. 169.Google Scholar
  108. (107).
    Vgl. weiter unten III.3 zur Kritik an der ‘historischen Schule’.Google Scholar
  109. (108).
    In verfassungsrechtlicher Hinsicht bestreitet Joachim Umlauf den damaligen Sozialversicherungsinstitutionen den Charakter einer ‘Versicherung’. Mitgliedschaft, Beitragspflicht und Unterstützungsleistung deckten sich nicht. In der Krankenversicherung seien Arbeitgeber teilweise, in der Unfallversicherung alleinige Mitglieder und Beitragspflichtige der ‘Versicherung’ gewesen, während die eigentlich Versicherten nur teilweise oder gar nicht Versicherungsnehmer gewesen seien. Ansprüche seien entstanden, auch wenn die Beiträge nicht gezahlt werden, wie umgekehrt, gezahlte Beiträge niemals sich für den Versicherten in entgeltlichen Leistungen auszuzahlen brauchten. In der Alters- und Invalidenversicherung sei der finanzielle Rückhalt abhängig vom Beitragsaufkommen durch Staatszuschüsse gesichert worden. Vgl. Rosa Luxemburg, Die deutsche Arbeiterschutzgesetzgebung 1880–1890. Ein Betrag zur Entwicklung des sozialen Rechtsstaates, Berlin 1980, S. 70 ff. Diese Interpretation ist in ökonomischer und soziologischer Perspektive anfechtbar. Ob der so gefaßte Begriff ‘Versicherung’ anwendbar ist, ist auch bei privaten Versicherungen fraglich, da gerade diese Institutionen unter dem Gewinnziel das Deckungsverhältnis von Mitgliedschaft, Beitragspflicht und entgeltlichen Leistungen in sich verschieben müssen. Davon abgesehen mußten sich die rechtlichen Ausgestaltungen ganz nach der ökonomischen Struktur des Fonds richten, der spezifische soziale Risiken abzudek-ken hatte. ‘Versicherungsnehmer’ (Arbeitgeber) und Versicherter (Lohnabhängiger) konnten gerade dann nicht identisch sein, wenn Risiken, nämlich z.b. unkalkulierbare Haftpflichtansprüche vom Versicherungsnehmer, dem Arbeitgeber, z.B. bei betriebsbedingten Unfällen und Berufskrankheiten auf einen Fond abgewälzt werden sollten. Schließlich ist in soziologischer Hinsicht bedeutsam, daß es sich bei den Sozi alversi cherungen um einen vom Individuum erworbenen Anspruch, bei staatlicher Fürsorge dagegen um prinzipiell allen Staatsbürgern zu gewahrende Ansprüche handelt, wenn bestimmte Bedingungen (etwa Bedürftigkeitsprüfung) erfüllt sind.Google Scholar
  110. (109).
    Vgl. Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 110.Google Scholar
  111. (110).
    Vgl. Tennstedt, Sozi algeschichte der Sozialpolitik, a.a.O., S. 180.Google Scholar
  112. (111).
    Vor dem ersten Weltkrieg konnte der Sozialwissenschaftler Heinz Potthoff noch unangefochten behaupten, daß die Ausgliederung von Arbeitsrechtsfragen durch Errichtung von Laiengewerbegerichten deutliche Konsequenz aus der Kritik an den normalen Gerichten gewesen sei. “Die mangelhafte Rechtsprechung aber steht wie die schlechte Gesetzgebung in engstem Zusammenhang mit der Vernachlässigung des Arbeitsrechts durch die Wissenschaft. Es ist geradezu unglaublich, wie unsere akademische und freie Wissenschaft so vollständig an dem wichtigsten Rechtsgebiete der Gegenwart hat vorübergehen können. Noch heute bildet es keinen Lehrgegenstand an irgendeiner deutschen Hochschule.” Heinz Potthoff, Probleme des Arbeitsrechts, Jena 1912, S. 54. Von Lotmar bis Sinzheimer entstand zuerst eine soziologische Rechtsschule, die das Arbeitsrecht als ‘Lohnarbeitsrecht’ zu einer Zeit begründete, als die ‘herrschende Lehre’ besondere Eigenschaften des Arbeitsverhältnisses abstritt und auf die daraus folgenden Konsequenzen (Streiks etc.) nur das Strafgesetzbuch anzuwenden pflegte. Als jedoch nach 1919 die konservativen Juristen dem Arbeitsrecht praktisch nicht mehr ausweichen konnten, nahmen sie das Gebiet mit allen zu Gebote stehenden Mitteln den rechtssoziologischen Beratern der Weimarer Nationalversammlung ab. In schneller Folge entstanden ‘offizielle’ Arbeitsrechtszeitschriften und Lehrbücher, die zur Grundlage der Ausbildung neuer Juristengenerationen wurden, aber in peinlicher Weise wurden die am längsten bestehende Zeitschrift ‘Arbeitsrecht’, Kommentare und Schriften der eigentlichen ‘geistigen’ Urheber des Weimarer Arbeitsrechts verschwiegen. 1925 fanden es die freien Gewerkschaften nötig, Alarm zu schlagen: “Es handelt sich um den Kampf zweier Richtungen in der Arbeitsrechtswissenschaft, von denen die eine die andere jetzt durch Schweigen umzubringen strebt.” Die Gewerkschaften hätten “alle Ursache, in den Streit einzugreifen und die Soziologen gegen die Juristen zu unterstützen.” (Potthoff?), Die “juristische Gefahr” im Arbeitsrecht, in: Gewerkschafts-Zeitung, 35. Jg., 24.10.1925, S. 631.Google Scholar
  113. (112).
    Vgl. dazu Tennstedt, Sozi al geschichte der Sozialpolitik, a.a.O., S. 232 ff. und Michael Stolleis, Hundert Jahre Sozialversicherung in Deutschland, in: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft, 11. Jg., 1980, S. 159. Potthoff, Probleme des Arbeitsrechts, a.a.O., S. 38.Google Scholar
  114. (112a).
    Karl Erich Born, Staat und Sozialpolitik seit Bismarcks Sturz, Wiesbaden 1957, S. 239 ff.Google Scholar
  115. (113).
    Tennstedt, Sozialgeschichte als Sozialpolitik, a.a.O., S. 176.Google Scholar
  116. (114).
    Vgl. Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 137 f. Tennstedt, Sozialgeschichte der Sozialpolitik, a.a.O., S. 179. Die angebliche ‘Prozeß-sucht’ der um ihre Rente kämpfenden Arbeiter wurde von wissenschaftlichen Gegnern der Sozialpolitik in eine Unfallneurose und Rentenhysterie umgedeutet, vgl. Ludwig Bernhard, Unerwünschte Folgen der deutschen Sozialpolitik, Berlin 1912. Eine Neuauflage der Argumente in der Krise der Sozialpolitik: Viktor von Weizsäcker, Soziale Krankheit und soziale Gesundung, Berlin 1930. Die ‘Unfallneurose’ leitete Weizsäcker aus dem Bestehen des Fürsorgesystems ab und bezeichnete sie als ‘Sozialneurose’. Eliasberg nannte die nur selten vorkommende Unfallneurose dagegen den ‘Klassenkampf des nicht klas-senbewußten Arbeiters’.Google Scholar
  117. (114a).
    Vgl. Wladimir Eliasberg, Bemerkungen zur Psychotherapie der Unfallneurosen, in: Therapeutische Gegenwart, Bd. 70, 1929, S. 112 ff.; ders.: Zur Begutachtung der Unfallneurotiker, in: Ärztiche Sachverständigenzeitung, Berlin, Bd. 34, 1928, S. 226 ff. und ders., Das Milieu und die soziale Psychotherapie, in: Zeitschrift für Neurologie, Bd. 137, Berlin 1931, S. 594-.609.Google Scholar
  118. (115).
    Vgl. Frieda Wunderlich, Der Kampf um die Sozialversicherung (Schriften des Deutschen Verbandes der Sozialbeamtinnen, Heft 5), 2. Auflage., Berlin 1930, S. 7.Google Scholar
  119. (116).
    Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 370.Google Scholar
  120. (117).
    So Paul Osthold, Der Mensch im Betrieb. Das Alters- und Invalidenwerk der Gelsenkirchener Bergwerks AG, Abt. Schalke, 2. Aufl., Düsseldorf 1926, S. 39. Bei Schlaganfall und Lähmung wurde das übliche Tagewerk (von sonst 6 bis 18 Uhr) auf 8 bis 17 Uhr reduziert, ebd., S. 33. In Gelsenkirchen waren 15% der Beschäftigten des ‘Komplementärbetriebs ‘über 70 Jahre alt.Google Scholar
  121. (118).
    ‘Ausgelöste’ amtliche Statitik bedeutet, daß speziell für statistische Arbeiten aus der allgemeinen Staatsverwaltung ‘ausgelöste’ Behörden, etwa statistische Ämter, geschaffen wurden. Daneben existierten Behördenteile, die sich mit Statistik beschäftigten, diese aber in ihren Entscheidungs- und Bewertungsprozeß integrierten (= ‘nicht ausgelöste’ amtliche Statistik). Vgl. Peter von der Lippe, Wirtschaftsstatistik, Stuttgart 1973, S. 4 ff.Google Scholar
  122. (119).
    Kern, Empirische Sozialforschung, a.a.O., S. 48. Differenzierter: Bonß, Einübung des Tatsachenblicks, a.a.O., S. 69 ff und S. 100 ff.Google Scholar
  123. (120).
    Die Städtestatistiker trafen sich regelmäßig seit 1871, jährlich seit 1897 und schlossen sich 1903 im Verband der Deutschen Städtestatistiker zusammen.Google Scholar
  124. (121).
    Hans von Scheel, Die Organisation der Arbeiterstatistik in Deutschland, in: Allgemeine Zeitung München, 1890, Nr. 25a vom 18. September, zit. nach Heinrich Braun, Errichtung einer Kommission für Arbeiterstatistik, in: Archiv für soziale Gesetzgebung und Statitik, Bd. 5, 1892, S. 151 f.Google Scholar
  125. (122).
    Vgl. Heinrich Rubner (Hrsg.), Adolph Wagner, Briefe, Dokumente, Augenzeugenberichte 1851–1917, Berlin 1978…S. 241, S. 248 und S. 418. In der Ministerial bürokratie mißliebige Äußerungen eines Sozialwis-senschaftlers konnten den Ausschiuß aus der Mitgliedschaft in statistischen Ämtern bedeuten, ebd., S. 322 f. Mitglieder des Seminars von Geheimrat Dr. Ernst Engel, Direktor des Preußischen Statistischen Büros, wurden später Professoren: Schmoller, Brentano, Thun, Elster, Tönnies, Meitzen, Stieda, Zahn, Schönberg u.a. Ohne persönlichen Kontakt zu den statistischen Büros konnten Sozialwissenschaftler kaum erwarten, die nur in geringer Auflage erscheinenden amtlichen statistischen Publikationen zu erhalten. Vgl. ebd., S. 46 ff. Der oppositionelle Tönnies wurde letztendlich wegen seines Zugangs zum kaiserlichen statistischen Reichsamt beamtet, vgl. Jacoby, Die moderne Gesellschaft, a.a.O., S. 207.Google Scholar
  126. (123).
    Vgl. dazu vom Bruch, Wissenschaft, Politik und öffentliche Meinung, a.a.O., S. 249 ff.Google Scholar
  127. (124).
    Ebd., S. 256. Die Ministerial beamten hielten in diesem intimen Kreis in Diskursform zahlreiche Vorträge über Frauenarbeit, Kinderarbeit, Gewerbeinspektion, Stellung der gewerkschaftlichen Hilfskassen im Rahmen der Gesetzgebung. Vgl. Rothfels, Theordor Lohmann, a.a.O., S. 93.Google Scholar
  128. (125).
    Der für die gewerbliche Arbeiterfrage zuständige Ministerial referent Lohmann regte im Anschluß an die deutsch-österreichische Konferenz auf Regierungsebene von 1872 die ‘bessere Pflege der sozialen Wissenschaft’ an. Als Konsequenz der eingegangenen Regierungsberichte über Frauenarbeit schlug Lohmann eine Reichsenquete vor, die eine sorgfältige Quellenkritik vornehmen solle. “Die meisten der gewöhnlich betroffenen Organe (Magistrate, Handelskammern) sind viel zu sehr in die Interessen der Industrie verstrickt oder von ihnen be-einflußt, als daß denselben ein unbefangenes Urteil ohne weiteres zugetraut werden könnte.” Lohmann an Handelsminister Graf Itzenplitz am 2.1.1873, zit. nach Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 29 f.Google Scholar
  129. (126).
    Vgl. Christel Durdik, Bevölkerungs- und Sozialstatistik in Österreich im 18. und 19. Jahrhundert, in: Heimold Helczmanowski, (Hrsg. i. Auftr. des österreichischen statistischen Zentralamts), Beiträge zur Bevölkerungs- und Sozialgeschichte Österreichs, München 1979, S. 259–265 (zur Arbeiterstatistik).Google Scholar
  130. (127).
    Michael Stürmer, Gesellschaftskrise und Bürokratie in Preußen-Deutschland seit 1800, in: Theodor Leuenberger u. Karl Heinz Ruffmann (Hrsg.), Bürokratie, Motor oder Bremse der Entwicklung? Frankfurt/M. 1976, S. 14.Google Scholar
  131. (128).
    Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 29.Google Scholar
  132. (129).
    Auch bei dieser Institution ist die Instrumentalisierung einer scheinbar unabhängigen Organisation deutlich. Als Mittelpunkt ‘freier Sozialpolitik’ wurde diese Zentralstelle 1892 von Unterstaatssekretär Lohmann und dem Göttinger Professor Post gegründet, der in Personalunion als vortragender Rat unter Lohmann ins Handelsministerium und als Geschäftsführer der privaten ‘Zentralstelle’ berufen wurde. (Vgl. Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 122.Google Scholar
  133. (130).
    Vgl. allgemein Braun, Errichtung einer Kommission für Arbeiterstatistik, a.a.O., vgl. auch Victor Leo, Die Organisation der amtlichen Arbeiterstatistik im Deutschen Reich (Im Auftrag des Kaiserlichen Statistischen Amtes für die Weltausstellung in St. Louis 1904), Berlin 1904. Beiträge zur Arbeiterstatistik, Nr. 12, Gebiete und Methoden der amtlichen Arbeiterstatistik in den wichtigsten Industriestaaten (bearb. im Kaiserlichen Statistischen Amt, Abteilung f. Arbeiterstatistik), Berlin 1913.Google Scholar
  134. (131).
    Ebd., S. 150.Google Scholar
  135. (132).
    Vgl. Hans Freiherr von Berlepsch, Sozialpolitische Erfahrungen und Erinnerungen, Mönchengladbach 1925, S. 42 f.Google Scholar
  136. (133).
    Vgl. Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 115 f.Google Scholar
  137. (134).
    V. Berlepsch, Sozialpolitische Erfahrungen, a.a.O., S. 44 f. Vgl. auch Ratz, Sozialreform und Arbeiterschaft, a.a.O., S. 18 ff. und Syrup, Hundert Jahre, a.a.O., S. 86–89. Mit deutlicher Spitze gegen die Ministerial bürokratie argumentierten die Industriellen, es müsse die “soziale Polizeimechanik” aufhören, ebd., S. 88.Google Scholar
  138. (135).
    Vgl. Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 117.Google Scholar
  139. (136).
    Vgl. Bocks, Badische Fabrikinspektion, a.a.O., S. 436–443. Vgl. Born, Staat und Sozialpolitik, a.a.O., S. 141. Die Kommission machte ohne Lohmann noch Vorschläge zur gesetzlichen Regelung der Arbeit in der Konfektionsindustrie,Google Scholar
  140. (136a).
    vgl. Alfred Weber, Das Sweating-Sytem und die Vorschläge der Kommission für Arbeiterstatistik, in: Archiv für soziale Gesetzgebung und Statistik, Bd. 10, 1897, S. 493–518.Google Scholar
  141. (137).
    G. Schwittau, Die Formen des wirtschaftlichen Kampfes. Eine volkswirtschaftliche Untersuchung auf dem Gebiet der gegenwärtigen Arbeitspolitik, Berlin 1912, S. 181 f.Google Scholar
  142. (138).
    Ebd., S. 183: “meistens ein früherer Unteroffizier mit geringer Bildung.”Google Scholar
  143. (139).
    Vgl. Arbeitersekretariat Bremen und Umgebung, Erster Jahresbericht, Geschäftsjahr 1900, Bremen 1901, S. 142 f. Auch die Gewerbeordnung wurde herangezogen, um Strafanträge zu stellen. Mißhandlungen durch Vorgesetzte wurden von der Staatsanwaltschaft wegen mangelnden öffentlichen Interesses abgewiesen, während Zurufe “Streikbrecher” u.ä. in die Kriminalitätsstatistik der Behörden mit über einer Woche Gefängnis einging, ebd., S. 145. Die Grenzen der Klassenjustiz markiert Hentschel, Geschichte der deutschen Sozialpolitik, a.a.O., S. 41.Google Scholar
  144. (140).
    Vgl. Schwittau, Formen wirtschaftlichen Kampfes, a.a.O., S. 182 f. (141) Ebd., S. 185 f. Die 1904 ins Leben gerufene Spezi al kommission des Reichstags zwecks Revision der Streik- und Aussperrungsstatistik verlief bis zum Ersten Weltkrieg ergebnislos.Google Scholar
  145. (142).
    Vgl. ebd., S. 106, Anm. 1. Schwittau verglich die offiziellen Zahlen mit seinen Ergebnissen aus anderen Quellen und wies ihr außer der Verzeichnung des empirischen Materials bei der Erhebung zahlreiche wissenschaftliche Mängel nach.Google Scholar
  146. (143).
    Vgl. III.4.Google Scholar
  147. (144).
    Vgl. Schreiben des Präsidenten der Reichsarbeitsverwaltung an den Reichsarbeitsminister vom 16.12.1922. Er bemühte sich auch um die Übernahme der Statistik der Gewerbeaufsicht vom Statistischen Reichsamt, ZStA Potsdam, Reichsarbeitsministerium, Akte Nr. 10563, Bl. 5.Google Scholar
  148. (145).
    Hans Hermann Hartwich, Arbeitsmarkt, Verbände und Staat, Berlin 1967, S. 212 und S. 214.Google Scholar
  149. (146).
    Vgl. Preller, Sozialpolitik, a.a.O., S. 363.Google Scholar
  150. (147).
    Protokoll des sozialpolitischen Ausschusses des vorläufigen Reichswirtschaftsrats (Vorl. RWR), 38. Sitzung vom 1.9.1921, in: ZStA Potsdam, Vorl. RWR, Nr. 519, Bl. 118.Google Scholar
  151. (148).
    Ministerialrat Dr. Brahn, Reichsarbeitsministerium (RAM), ebd., Bl. 127 und Bl. 130 f. Ministerialrat Dr. Eppstein auf der 39. Sitzung vom 8.9.1921, ebd., B. 144.Google Scholar
  152. (149).
  153. (150).
    Hirschberg, Soziale Lage, a.a.O., S. 152 ff.Google Scholar
  154. (151).
    Vgl. Schelsky, Einsamkeit und Freiheit, a.a.O.Google Scholar
  155. (152).
    Vgl. Asche, Hochschulautonomie — Wissenschaftsfreiheit im Abseits, Darmstadt und Neuwied 1975, S. 93 ff.Google Scholar
  156. (153).
    Vgl. Sachse, Friedrich Althoff und sein Werk, a.a.O., S. 168 ff. Karl-Heinz Manegold, Das “Ministerium des Geistes”. Zur Organisation des ehemaligen preußischen Kultusministeriums, in: Die Deutsche Berufs- und Fachschule, 63 Bd., 1967, S. 521 f. und insbesondere Kurt Beutler und Uwe Henning, Der Professoren Geist und das “Ministerium des Geistes”. Zur Rolle von Wissenschaft und Staat in Preußen-Deutschland unter dem “System Althoff (1882–1907), in: Neue Sammlung, 17. Jg., 1977, S. 2–26. Das ‘System Althoff kritisierte ursprünglich Max Weber 1911 in neun Zeitungszuschriften.Google Scholar
  157. (154).
    Brentano, Elsässer Erinnerungen, a.a.O., S. 116.Google Scholar
  158. (155).
    Vgl. dazu kritisch Gustav Cohn, Universitätsfragen und Erinnerungen, Stuttgart 1918, S. 93 f. Die Leitung des Seminars hatte Wilhelm Lexis inne — Althoff-Rerater und erster Verfasser eines offiziösen Handwörterbuchartikels über ‘Soziologie’ in Deutschland.Google Scholar
  159. (156).
    Vgl. dazu die anfangs zitierte These Gerths, in: Zerstörung einer Zukunft, a.a.O., S. 86 f.Google Scholar
  160. (157).
    Für die empirischen Untersuchungen privater Körperschaften, wie den Verein für Sozialpolitik, konstatierte Sombart in der Rückschau infolge dieses Anwachsens amtlicher und halbamtlicher Arbeiten eine “sehr viel geringere Bedeutung” als in den ersten Jahrzehnten nach der Gründung des Vereins. Er zog daraus die Konsequenz, daß eine solche Wissenschaftlergemeinschaft sich auf die wissenschaftlichtheoretische Aussprache beschränken müsse. Vgl. Sombart, Unterlagen zu einer Aussprache über eine etwaige Neugestaltung des Vereins für Sozialpolitik, Oktober 1933, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, ohne Nr. (Vorstandsangelegenheiten, 15.4.31–8.4.35).Google Scholar
  161. (159).
    Vgl. beispielsweise Philippovichs Absprache mit Schmoller, unter welchen Bedingungen eine Enquête des Vereins über die Lage der Verkehrsbediensteten zu initiieren und wann zu unterlassen sei. Philip-povich an Schmoller am 6.11., 15.11. und 18.11.1898, in: ZStA Merseburg, Rep. 92, NL Schmoller, Nr. 94, Bl. 114 ff. Für die geplante Erhebung über die Lage der Verkehrsbediensteten verweigerte Preußen die Unterstützung, in Osterreich zog der Staat sie an sich. Die Enquête mußte in Teilen abgebrochen werden. Vgl. Lindenlaub, Richtungskämpfe im Verein für Sozialpolitik, a.a.O., Teil 1, S. 72 sowie Philippovich an Schmoller am 15. und 18.11.1898, a.a.O. Schon in der Auftaktzeit des Vereins unterließ man eigene Enqueten (vgl. oben die Zeit der Enqueten 1873–1880). Man war in dieser Zeit “Agitationsverein” für die richtigen Fragen und Regelungen. Als die Zeit staatlicher Untersuchungen ins Stocken geriet, begann die ‘empirische-wis-senschaftliche’ Phase des Vereins. Vgl. Boese, Geschichte des Vereins, a.a.O., S. 17. Als Bismarcks sozialpolitische Praxis Gestalt annahm, sah Schmoller, “daß dem Verein nur geringer Spielraum der Thätigkeit geblieben sei”, da “die deutsche Sozialpolitik durch die Allmacht eines großen Staatsmannes so bestimmt war”. Schmoller an die Redaktion des Berliner Tageblatts am 6.10.1894, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 69.Google Scholar
  162. (160).
    Vgl. Ringer, The German Mandarins, a.a.O., S. 5 f.Google Scholar
  163. (161).
    Ebd., S. 7.Google Scholar
  164. (163).
    Auch Gerth ließ diesen Widerspruch undiskutiert ‘stehen’. Vgl. Gerth, Interview, in: Zerstörung einer Zukunft, a.a.O., S. 86 f.Google Scholar
  165. (164).
    Ringer, German Mandarins, a.a.O., S. 8.Google Scholar
  166. (165).
    Vgl. ebd., S. 9.Google Scholar
  167. (166).
    Vgl. ebd., S. 10.Google Scholar
  168. (167).
    Vgl. auch Stürmer, Gesellschaftkrise und Bürokratie, a.a.O., S. 9 ff.Google Scholar
  169. (168).
    Ringer, German Mandarins, a.a.O., S. 81.Google Scholar
  170. (169).
    Vgl. Max Webers beißende Kritik an seinen Kollegen, ders., Politische Schriften, a.a.O., S. 252 ff., S. 325 f., S. 332 f. und S. 529. Eine berufsständische Verfassung sei illusionär. Soweit darin realisierbare Vorschläge steckten, würden sie nur die Machtstellung einer unkontrollierten Bürokratie stärken, ebd., S. 326. Vgl. Dieter Krüger, National Ökonomen im Wilhelminischen Deutschland, Göttingen 1983, S. 237 f. und S. 204 ff.Google Scholar
  171. (170).
    ZStA Merseburg, Rep. 92, Max Weber, Nr. 30, Bd. 13, Gutachten an die Fakultät für einen Nachfolger, vom 5.6.1918, S. 5 f. Vgl. dagegen Lindenlaubs Urteil, in: ders., Richtungskämpfe im Verein für Sozialpolitik, a.a.O., Teil 1, S. 146.Google Scholar
  172. (171).
    Max Weber, Gutachten, a.a.O., S. 1. Weber setzte sich mit diesem Gutachten für eine Berufung Schumpeters ein.Google Scholar
  173. (172).
    Ebd., S. 6.Google Scholar
  174. (173).
    Schmoller in seiner Eröffnungsrede zum 25jährigen Bestehen des Vereins für Sozialpolitik: “Wir haben ein über den sozialen Klassen stehendes integres Beamtentum wie kein anderes Volk, das in der Hauptsache heute noch, gottlob, regiert. (…) Wenn irgendein Volk, so sind wir bestimmt, mehr durch innere Umbildung und friedliche Reformen, als durch heftige soziale Kämpfe und gewalttätige Revolutionen zum Ziele zu kommen. Aber auch für uns ist die Voraussetzung dazu, daß (…) die mehr außerhalb des Kampfes stehenden Elemente das Übergewicht behalten. Diese Elemente zu stärken, für sie die geistigen Waffen zu liefern, das scheint mit heute die praktische Aufgabe der Staats- und Sozialwissenschaft und unseres Vereins für Sozialpolitik. (…) Wir müssen über den Klassen stehen.” Abgedr. in: Boese, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., S. 263 f.Google Scholar
  175. (175).
    Lindenlaubs Darstellung widerspricht dieser These. ‘Kämpfe’ innerhalb des Vereins für Sozialpolitik scheinen zu belegen, daß eine Identität einer relevanten Gruppe der ‘historischen Schule’ nicht anzunehmen sei. Ein Teil dieser Kämpfe erklärt sich jedoch durch Verhaltenszwänge damaliger Karrieremuster. Ein weiterer erheblicher Teil reflektiert Ländergegensätze innerhalb des Reichs (Preußen -außerpreußische Länder), d.h. unterschiedliche Verhaltensweisen in Preußen und in Baden markierten gleichartige Beziehungen der Wissenschaft zur jeweiligen Staatsverwaltung. Auch in anderen wissenschaftlichen Schulen, etwa der österreichischen oder der ricardiani-schen Schule existierten erhebliche Differenzen, die sich aber gerade mit den Realisierungsbedingungen eines Wissenschaftsprogramms freisetzten. Vgl. Lindenlaub, Richtungskämpfe im Verein für Sozialpolitik, a.a.O.Google Scholar
  176. (176).
    Vgl. Sachse, Friedrich Althoff, a.a.O., S. 237 ff. Allein in Preußen wurden zwischen 1888 und 1902 an 8 Universitäten staatswissenschaftliche Seminare bewilligt.Google Scholar
  177. (177).
    Schmoller war seit 1888 Leiter der aktenmäßigen Bearbeitung der Geschichte des preußischen Beamtentums, der “Acta Borussica. Denkmäler der preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert.” Als edelstes Ziel seiner Forschung bezeichnete er “das staatliche Bewußtsein, die opferbereite Hingabe an den Staat zu steigern.” Zitiert nach Fritz Hartung, Gustav von Schmoller und die preußische Geschichtsschreibung, in: Schmollers Jahrbuch, 62. Jg., 1938, 2. Halbband, S. 282.Google Scholar
  178. (178).
    Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, a.a.O, S. 402. Weber wußte nicht, daß Schmoller selbst bereits kritischer über die Beamtenschaft dachte. Vgl. Brentano, Mein Leben, a.a.O., s. 252 ff. Vgl. auch Boese, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., S. 109 ff. und Verhandlungen der Generalversammlung in Mannheim vom 25. bis 28. September 1905 (…) über das Verhältnis der Kartelle zum Staate mit Referaten von G. Schmoller und E. Kirdorf, Berlin, Leipzig 1906.Google Scholar
  179. (179).
    Schmollers Schüler Hartung warf ihm für seine historische Arbeiten an der Geschichte der Staatsbehörden vor, alles vom Standpunkt des Königes und der Zentralberhörde zu betrachten. “(…) so lernte er wohl die guten Absichten, die humanen Tendenzen der Regierung kennen, aber die Frage, wie die Ausführung in der Provinz aussah, stellte er sich nicht. Selbst für die Acta Borussica hört die Forschung beim Landrat und Steuerrat auf, die Lokalgeschichte bleibt außer Betracht.” Max Weber, Gustav von Schmoller und die preußische Geschichtsschreibung, a.a.O., S. 298.Google Scholar
  180. (180).
    Max Weber, Gesammelte Schriften zur Soziologie und Sozialpolitik, a.a.O., S. 403 f.Google Scholar
  181. (181).
    Lujo Brentano, Mein Leben, a.a.O., s. 74.Google Scholar
  182. (182).
    So Schmollers Schüler und Manager des Vereins für Sozialpolitik Franz Boese. Vgl. ders. an Feuchtwanger (Duncker & Humblot) am 17.6. 1931, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 95, Bl. 67.Google Scholar
  183. (183).
    Vgl. Waldemar Zimmermannm, Gustav Schmoller und der nationalökonomi-sche Nachwuchs, in: Schmollers Jahrbuch, 62. Jg., 1938, 2. Hb., S. 361 f.Google Scholar
  184. (184).
    Arthur Spiethoff, Gustav von Schmoller und die anschauliche Theorie der Volkswirtschaftslehre, ebd., S. 26.Google Scholar
  185. (185).
    Ebd., S. 28.Google Scholar
  186. (186).
    Ebd., S. 35.Google Scholar
  187. (187).
    Vgl. Schmollers Rede zum 25jährigen Bestehen des Vereins für Sozialpolitik, abgedr. in: Boese, Geschichte des Vereins, a.a.O., S. 263 f. Sie müßten über den Klasseninteressen und ihren ‘extremen Theorien’ ‘stehen’, dann seien sie “unangreifbar und unentbehrlich”.Google Scholar
  188. (188).
    Schmoller an Max Weber ca. Mitte Oktober 1913, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 76, Bl. 157 ff.Google Scholar
  189. (189).
    Vgl. Heinrich Herkner, Gustav Schmoller als Soziologe, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 118, 1922, S. 2 ff.Google Scholar
  190. (190).
    Ignaz Jastrow an Lujo Brentano am 10.4.1897, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 29, Bl. 42. Jastrow meinte den Internationalen Kongreß für gesetzlichen Arbeiterschutz, dem als Symbol der deutschen sozialpolitischen Linie von Berlepsch — der allerdings zuvor zurückgetretene verantwortliche Minister — präsidierte.Google Scholar
  191. (191).
    Vgl. Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 166 f.Google Scholar
  192. (192).
    Vgl. Otto Fürst von Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, 2. und 3. Bd., Stuttgart und Berlin 1927, S. 264 ff.Google Scholar
  193. (193).
    Rothfels, Theordor Lohmann, a.a.O., S. 107.Google Scholar
  194. (194).
    Zit.: Nach Karl-Heinz Orda, Im Vorfeld der Rentenreform, in: Reinhart Bartholomäi u.a. (Hrsg.), Sozialpolitik nach 1945. Prof. Dr. Ernst Schellenberg zum 70. Geburtstag, Bonn, Bad Godesberg 1977, S. 95.Google Scholar
  195. (196).
    Vgl. Gustav Schmoller, Die soziale Frage. Klasenbildung, Arbeiterfrage, Klassenkampf, München und Leipzig 1918. Um 1900 erschienen die hier veröffentlichten Kapitel in einer 1. Aufl. in Schmollers Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre, München und Leipzig, 1. Teil, 1900, 2. Teil 1904.Google Scholar
  196. (197).
    Schmoller, Soziale Frage, a.a.O., S. 288 f.Google Scholar
  197. (198).
    Ebd., S. 289.Google Scholar
  198. (199).
    Schmoller scheute sich nicht, die historische Konsequenz seinen Lesern anzudienen, daß Zeiten starker Regierungen stets Zeiten der “Hebung der unteren Klassen gewesen waren, während in Staaten mit schwachen Regierungen, mit einem Klassenregiment der besitzenden oberen Stände häufig die unteren Klasen herabgedrückt worden waren.” Ebd., S. 288. Dieser Satz offenbart in seiner Unreflektiertheit ein fatales Nichtsehenwollen der Herrschaftsstruktur des Staates. Immerhin wären doch drei Fälle ‘starker Staatsbürokratien’ zu unterscheiden, die Schmoller in seiner eigenen Darstellung erwähnte: Erstens die starke Stellung, die auf einer gegenseitigen Paralysierung gleichmächtiger Klassengegensätze beruht. Zweitens die Stärke, die auf militärischer Usurpation im Ausnahmestand beruht und wobei die Bürokratie alle öffentlichen Handlungen stellvertretend für die unterdrückte Öffentlichkeit vollziehen muß. Und drittens die Stärke, die auf Verschmelzung von Staatsapparat und Herrschaft einer Klasse beruht. In beiden letzten Fällen würde sich die Lebenslage der beherrschten Klasse wohl kaum aufgrund der “starken Regierung” verbessern. Im ersten Fall würde die “starke Regierung” kaum Interesse an einer Verschiebung der Stellung zwischen den sich paralysierenden Klassenkräften haben.Google Scholar
  199. (200).
    Ebd., S. 291.Google Scholar
  200. (201).
    Schmoller meinte, daß er der erste sei, der eine wissenschaftliche Lohntheorie anbiete. Ebd., S. 291 ff. S. 292 bezeichnete er die Lebenshaltung als wichtigste Ursache für Lohnhöhe und Leistungsfähigkeit der Arbeiter. Eine (!) Seite weiter steht das Gegenteil: “Die wirtschaftliche Lage der Gruppe — in unserem Fall der Lohnhöhe — muß natürlich die Hauptursache der Lebenshaltung sein.” Daran anschließend untersuchte er die Wirkung der als unabhängige Variable eingeführten, aber doch eigentlich zu erklärenden Variation des Lohnniveaus auf die Lebenshaltung. Statt hier wenigstens Bestimmungsmom-mente oder Grenzen der Wirkung zu untersuchen, führte er nun den Kampf der Arbeiter als wichtigsten Regulator der Löhne an (S. 295), der aber seine “Wurzeln” im Geschlechts- und Ehe-, im Familien- und Vereinsleben der Arbeiter” habe. (Ebd.) Ein paar Seiten weiter versuchte er zu zeigen, daß zur Zeit der extensivsten Industrialisierungsphase, als niemand freiwillig in die Fabrik wollte, das Arbeitsangebot stets kleiner war als die Nachfrage, dies aber ohne Auswirkung auf Lohnhöhe und Lebenshaltung der Industriearbeiter blieb. Das Arbeitsangebot, das danach aber eben keinen Einfluß auf Lohnhöhe besaß, bestimmte er wieder durch seine “tiefen” Wurzeln im Volksleben, der Bevölkerungsbewegung, der Aus- und Einwanderung, der Todes- und Geburtenzahlen und der wirtschaftlichen Entwicklung der Volkswirtschaft im allgemeinen und einzelnen, um diese damit ins gänzlich Unbestimmte zerfließende Argumentation als “Kausalitätsketten” zu bezeichnen (ebd., S. 300).Google Scholar
  201. (202).
    Vgl. ebd., S. 9, S. 61 und S. 628.Google Scholar
  202. (203).
    Vgl. Hartung, Schmoller, a.a.O., S. 279.Google Scholar
  203. (204).
    Vgl. Schmoller, Soziale Frage, a.a.O., s. 208.Google Scholar
  204. (205).
    Vgl. ebd., S. 319 ff. und S. 505 ff. Hier finden sich die Untersuchungen der historischen Schule zu den verschiedenen sozialen Institutionen und ihrer Wirksamkeit.Google Scholar
  205. (206).
    Bonn, So macht man Geschichte, a.a.O., S. 71. Zu Schmollter ebd., S. 52 ff.Google Scholar
  206. (207).
    Vgl. Hans Neisser und Melchior Palyi, Lujo Brentano. Eine Bio-Bibliographie, Berlin 1924, S. 6. Vgl. zur Beziehung Schmoller-Brentano: James J. Sheehan, The Career of Lujo Brentano. A Study of Liberalism and Social Reform in Imperial Germany, Chicago and London 1966, S. 52 ff.Google Scholar
  207. (208).
    Bonn, So macht man Geschichte, a.a.O., S. 59.Google Scholar
  208. (209).
    Vgl. Lujo Brentano, Die gesetzliche Regelung des Tarifvertrags, in: Soziale Praxis, Bd. 28, 1919, Sp. 505–510 und Sp. 529–534 sowie ders., Die Regelung des Tarifvertrages (Vorschläge), in: Ebd., Sp. 576–577.Google Scholar
  209. (211).
    Vgl. weiter III.4. Als weitere vieldiskutierte arbeitswissenschaftliche Versuche aus der ‘historischen Schule’ sind Karl Büchers Schrift ‘Arbeit und Rhythmus’ und Herkners ‘Die Arbeiterfrage’ und ‘Arbeit und Arbeitsteilung’ zu nennen.Google Scholar
  210. (212).
    Schmoller, Soziale Frage, a.a.O., S. 288.Google Scholar
  211. (213).
    Vgl. ebd., S. 628.Google Scholar
  212. (214).
    Bonn, So macht man Geschichte, a.a.O., S. 51. Vgl. Lindenlaub, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., Teil II, s. 439.Google Scholar
  213. (215).
    Vgl. zur Beziehung Schmoller-Althoff: Sachse, Friedrich Althoff, a.a.O., S. 70.Google Scholar
  214. (216).
  215. (217).
    Elster vertrat die Interessen der DGS in der Vereinigung der sozial-und wirtschaftswissenschaftlichen Hochschullehrer, vgl. Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 120, 1923, 1, S. 335.Google Scholar
  216. (218).
    Herkner an Brentano am 18.1.1916, Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 28, Bl. 248.Google Scholar
  217. (219).
    In Berlin konnten diese Veranstaltungen nur noch von antisemitischen Vorlesungen zur Rassenbiologie und von Vorlesungen über Marx und den Sozialismus geschlagen werden.Google Scholar
  218. (220).
    Lindenlaub, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., Teil 1, S. 139.Google Scholar
  219. (221).
    So Bonn, der Hörer bei beiden war. Vgl. ders., So macht man Geschichte, a.a.O., S. 71. Auch Schmoller zollte Brentanos größerer Wirksamkeit neidlose Anerkennung. Vgl. Lindenlaub, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., Teil 1, S. 136.Google Scholar
  220. (223).
    Schmoller, Soziale Frage, a.a.O., S. 627. Waldemar Zimmermann zitierte das unter Schmoller-Studenten umlaufende Wort “wissenschaftliche Schleimerei”, um die Gefährlichkeit des Relativismus aufzuweisen. Vgl. ders., Gustav von Schmoller und der nationalökonomisehe Nachwuchs, in: Schmollers Jahrbuch, 62. Jg., 1938, III. Hb., S. 352.Google Scholar
  221. (224).
    Brentano, Handel und Diplomatie, in: Neue Freie Presse, Nr. 17875 vom 31.5.1914. (Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 277).Google Scholar
  222. (225).
    Vgl. Adolf Weber, Das Diplom-Examen für Volkswirte, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 120, 1923, I, S. 291.Google Scholar
  223. (226).
    Vgl. Gutachten v. J. Conrad, in: Die Vorbildung für den Beruf der volkswirtschaftlichen Fachbeamten, Berlin 1907, S. 278 f.Google Scholar
  224. (227).
    Brentano an Schmoller am 1.2.1973: Es müsse “noch mehr exact gearbeitet werden, bevor an eine Popularisierung der wenigen erlangten Resultate gedacht werden darf.” Man müsse “exakte Arbeiter” heranziehen. In: Archiv für Kulturgeschichte, Bd. XXIX, 1939, Nachdruck 1966, S. 155 f.Google Scholar
  225. (228).
    Schmolleran Brentano am 24.12.1873, in: ebd., S. 179.Google Scholar
  226. (229).
    Vgl. den Überblick bei Lindenlaub, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., Teil 1, S. 137 ff. Vgl. im übrigen (fast nur referierend) vom Bruch, a.a.O., S. 249 ff. und Plessen Wirksamkeit des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O.Google Scholar
  227. (230).
    Knapp behauptete, daß erst durch die Setzung des Staates Geld entstehe. Dieser Institutionalismus hallte bei Sombart u.a. nach, die solche Staats- und banktechnischen Probleme wie die Inflation als uninteressant ausklammerten. Vgl. Krohn, Wirtschaftstheorie, a.a.O., S. 19 ff.Google Scholar
  228. (231).
    Vgl. Moritz J. Bonn, Geleitwort (ursprünglich Berliner Tageblatt vom 18.12.1924), in: Die Wirtschaftswissenschaft nach dem Kriege, Festgabe für Lujo Brentano zum 80. Geburtstag, Bd. 1, München und Leipzig 1925, S. 7.Google Scholar
  229. (232).
  230. (233).
    Vgl. Wehler, Kaiserreich, a.a.O., S. 139.Google Scholar
  231. (234).
    Plessen, Wirksamkeit des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., S. 61.Google Scholar
  232. (235).
    Zit. nach Brügel, Soziale Gesetzgebung, a.a.O., S. 87. Zu den Vorberatungen wurde im Herbst 1871 nur der Staatssozialist Adolf Wagner herangezogen, vgl. Rubner, Wagner, a.a.O., S. 101.Google Scholar
  233. (236).
    Schmoller an Brentano, 20.9.1872, in: Archiv für Kulturgeschichte, Bd. XXVIII, 1938, Neudruck 1960, S. 351.Google Scholar
  234. (237).
    Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 29.Google Scholar
  235. (238).
    Vgl. Gorges, Sozialforschung in Deutschland, a.a.O., S. 106 f. und S. 115.Google Scholar
  236. (239).
    Conrad, Verein für Sozialpolitik, a.a.O., S. 93.Google Scholar
  237. (240).
    Vgl. Herkner an Brentano am 18.5.1891, in: Bundesarchiv Koblenz, Nl Brentano, Nr. 28, Bl. 112 f.Google Scholar
  238. (241).
    Vgl. Schmoller, Soziale Frage, a.a.O., S. 212: “Noch sind wir weit entfernt von einer Arbeiterschutzgesetzgebung (…)”.Google Scholar
  239. (242).
    Vgl. Conrad, Verein für Sozialpolitik, a.a.O., S. 157. Bismarcks Fachbeamter Lohmann lehnte Brentanos Gewerkschaftstheorie und die “Anglomanie” der zeitgenössischen Sozialwissenschaft ausdrücklich ab. Vgl. Rothfels, Theodor Lohmann, a.a.O., S. 70.Google Scholar
  240. (243).
    Ebd., S. 69.Google Scholar
  241. (244).
    Gorges, Sozi alforschung, a.a.O., S. 137.Google Scholar
  242. (245).
    Vgl. Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 74 ff. Glaser, Rodbertus, Schäffle, Adolph Wagner, Held, Schmoller, Schönberg u.a. Vereinsmitglieder gehörten dazu. Diese Kontakte waren aber nur instrumentell gedacht. Bismarcks Berater Lothar Bucher versuchte sogar Marx, den Kopf der bekämpften Internationale, als Bismarcks Mitarbeiter zu gewinnen.Google Scholar
  243. (246).
    Bismarck förderte z.B. Adolph Wagner, um ihm hinterher die Schuld am politischen Fehlschlag zu geben, vgl. Rubner, Wagner, a.a.O., S. 205. Bismarck ließ von Dühring ein wissenschaftliches Gutachten einholen, das Dühring dann aber unter dem Namen von Bismarcks Berater Hermann Wagener veröffentlicht fand. Vgl. Vogel, Bismarcks Arbeiterversicherung, a.a.O., S. 122 f.Google Scholar
  244. (247).
    Ebd., S. 146.Google Scholar
  245. (248).
    Vgl. Bismarck, Gedanken und Erinnerungen, a.a.O., S. 356.Google Scholar
  246. (249).
    Vgl. vom Bruch, Wissenschaft, Politik und öffentliche Meinung, a.a.O., S. 343.Google Scholar
  247. (250).
    Max Weber, Die ‘Objektivität’ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnis, in: Ders., Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre, a.a.O., S. 164.Google Scholar
  248. (251).
    Max Weber, Methodologische Einleitung für die Erhebungen des Vereins für Sozialpolitik über Auslese und Anpassung (Berufswahl und Berufsschicksal) der Arbeiterschaft der geschlossenen Großindustrie (1908), in: Ders., Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, a.a.O., S. 2.Google Scholar
  249. (252).
    Vgl. Karl Lamprecht, Rektoratserinnerungen, Leipzig 1919, S. 61 ff.Google Scholar
  250. (253).
    Vgl. Ferdinand Tönnies, Sozialwissenschaftliche Forschungsinstitute, in: Ludolph Brauer u.a. (Hrsg.), Forschungsinstitute. Ihre Geschichte, Organisation und Ziele, Bd. 1, Hamburg 1930, S. 425–440.Google Scholar
  251. (254).
    Vgl. Boese, Geschichte des Vereins für Sozialpolitik, a.a.O., S. 122 und S. 124 ff. und Max Weber an Alfred Weber am 3.9.1907, in: ZStA Merseburg, Rep. 92, Max Weber, Nr. 4, Bl. 84 ff.Google Scholar
  252. (255).
    Max Weber, Diskussionsrede auf der Tagung des Vereins für Sozialpolitik in Nürnberg 1911 zum Thema: Arbeiterpsychologie, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 138, S. 190. Bücher und Herkner waren strikt gegen eine Hineinziehung der “Vererbungsfrage”. Max und Alfred Weber “entschieden” dafür: Man möge “sich absolut skeptisch gegenüber den Chancen zeigen, daß jetzt etwas Wesentliches über diesen Punkt herauszubekommen sei, — aber man dürfe doch nicht verschweigen, daß überhaupt i rgendwo und i rgendwie diese ‘Probleme mitspielen’.” Brief Max Webers an seinen Bruder, am 19.9.1908, ZStA Merseburg, Rep. 92, Max Weber, Nr. 4, Bl. 91 f.Google Scholar
  253. (256).
    Vgl. H. Herkner, G. Schmoller, Alfred Weber, Vorwort, in: Marie Bernays, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft in der geschlossenen Großindustrie. Dargestellt an den Verhältnissen der “Galdbacher Spinnerei und Weberei: “A.G. zu München-Gladbach im Rheinland, Leipzig 1910 (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 133.1), S. XV. Nach Abschluß dieser Arbeit ist eine Studie Michael Rummlers erschienen, die ein ähnliches Schema enthält, das jedoch in mehreren Punkten abweicht. Vgl. ders., Die Entstehungsgeschichte der Betriebssoziologie in Deutschland, Frankfurt/M. u.a. 1984, S. 194–196.Google Scholar
  254. (257).
    Marie Bernays, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft der geschlossenen Großindustrie, a.a.O.; dies., Untersuchungen über die Schwankungen der Arbeitsintensität während der Arbeitswoche und während des Arbeitstages. Ein Beitrag zur Psychophysik der Textilar-beit, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 135.III, München und Leipzig 1912; dies., Zur Psychophysik der Textilarbeit. Ubungsfortschritt und Stetigkeitszunahme der Leistung, in: Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd. 32, 1911, S. 99–123; zusammenfassend: Dies., Berufswahl und Berufsschicksal des modernen Industriearbeiters, in: ebd., Bd. 33, 1912, S. 123–176; variierend: Dies., Untersuchungen über den Zusammenhang von Frauenfabrikarbeit und Geburtenhäufigkeit in Deutschland, Berlin 1916.Google Scholar
  255. (257a).
    Elise Hermann, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft in der geschlossenen Großindustrie. Dargestellt an den Verhältnissen einer Luckenwalder Wollhutfabrik (Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 135.IV), München Leipzig 1912.Google Scholar
  256. (257b).
    Clemens Heiß, Auslese und Anpassung der Arbeiter in der Berliner Feinmechanik, in: Schriften…, Bd. 134, München und Leipzig 1910, S. 111–235.Google Scholar
  257. (257c).
    Dora Landé, Arbeits- und Lohnverhältnisse in der Berliner Maschinenindustrie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, 1910 ebd., S. 303–498.Google Scholar
  258. (257d).
    Julius Deutsch, Auslese und Anpassung in den österreichischen Sie-mens-Schuckert Werken, Wien, 1910 ebd., S. 237–301.Google Scholar
  259. (257e).
    Richard Sorer, Auslese und Anpassung in einer Wiener Maschinenfabrik, in: Schriften…, Bd. 135.1, München und Leipzig 1911; ders., Untersuchungen über Auslese und Anpassung, in: Zeitschrift für Volkswirtschaft, Sozialpolitik und Verwaltung, Bd. 21, 1912, S. 727–747.Google Scholar
  260. (257f).
    Ernst Bernheim, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft der Gebr. Sulzer A.-G., Zürich 1916Google Scholar
  261. (257g).
    v. Bienkowsky, Untersuchungen über Arbeitseignung und Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft einer Kabelfabrik, in: Schriften…, Bd. 134, a.a.O., S. 1–45.Google Scholar
  262. (257h).
    Fritz Schumann, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft in der Automobilindustrie, in: Schriften…, Bd. 135.1, a.a.O.Google Scholar
  263. (257i).
    Hans Hinke, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft im Buchdruckgewerbe mit besonderer Rücksichtnahme auf die Setzmaschine, in: Schriften…, Bd. 134, a.a.O., S. 47–107.Google Scholar
  264. (257j).
    Max Morgenstern, Auslese und Anpassung der industriellen Arbeiterschaft, betrachtet bei den Offenbacher Lederwarenarbeitern, in: Schriften…, Bd. 135.III, a.a.O., S. 1–79.Google Scholar
  265. (257k).
    Richard Watteroth, Die Erfurter Schuharbeiterschaft, in: Schriften…, Bd. 153, München und Leipzig 1915, S. 1–130.Google Scholar
  266. (257l).
    Kurt Jourdan, Auslese und Anpassung der Pforzheimer Bijouterie-Arbeiter, betrachtet bei der Arbeiterschaft der Fa. Kollmar & Jourdan, Uhrenkettenfabrik, Pforzheim 1919.Google Scholar
  267. (257m).
    Karl Keck, Das Berufsschicksal der Arbeiterschaft in einer badischen Steinzeugwarenfabrik, in: Schriftten…, Bd. 135.III, a.a.O., S. 81–181.Google Scholar
  268. (257n).
    Friedrich Syrup, Die soziale Lage der seßhaften Arbeiterschaft eines oberschlesischen Walzwerkes, in: Schriften…, Bd. 153, a.a.O., S. 131–218.Google Scholar
  269. (257o).
    Rosa Kempf, Das Leben der jungen Fabrikmädchen in München, in: Schriften…, Bd. 135.11, München und Leipzig 1911.Google Scholar
  270. (258).
    Vgl. kritisch zusammenfassend: Ernst Bischoff, Psychologie der Arbeit, in: Schmollers Jahrbuch, Bd. 35, 1911, S. 1659–1696 und Ernst Bernhard, Auslese und Anpassung der Arbeiterschaft, ebd., S. 1399–1432.Google Scholar
  271. (259).
    Weber, Methodologische Einleitung, a.a.O., S. 2.Google Scholar
  272. (260).
    Vgl. ebd., S. 2 ff.Google Scholar
  273. (261).
    Ebd., S. 59 f.Google Scholar
  274. (262).
    Vgl. ebd., S. 5 ff. und insbes. S. 9.Google Scholar
  275. (263).
    Ebd., S. 1.Google Scholar
  276. (264).
    Vgl. Baumgarten (Hrsg.), Weber — Werk und Person, a.a.O., S. 404 f.Google Scholar
  277. (265).
    Paul F. Lazarsfeld, Anthony R. Obershall, Max Weber and empirical social research, in: American Sociological Review, Vol. 30, 1965, S. 185–199.Google Scholar
  278. (266).
    Ebd., S. 198.Google Scholar
  279. (267).
    Ebd., S. 196.Google Scholar
  280. (268).
    Ebd., S. 195. Lazarsfeld/Obershall meinen Webers psychische Schwierigkeiten und seine Beschäftigung mit psychologischer Theorie (Freud).Google Scholar
  281. (269).
    Ebd., S. 198.Google Scholar
  282. (270).
    Anthony Obershall, Empirical Social Research in Germany 1848–1914, Paris, The Hague 1965, S. 122.Google Scholar
  283. (271).
    Einerseits wird das Problem in eine Dimension verschoben, die heute kaum mehr als bei Weber als bewältigt zu betrachten ist (Verhältnis von historischer Deutung und empirischer Analyse). Dann wird empi ri sche Sozialforschung psychologisiert, ohne Webers Abgrenzung seines sozialen Handlungsbegriffs (als sinnhafte Beziehung auf andere) vom psychologischen Ansatz (psychische Binnenstruktur des Individuums) zu beachten. Weber hatte eine sehr klare Vorstellung des Verhältnisses von Soziologie und Psychologie. Lazarsfeld/Obershalls Dilemmathese beruht auf der unausgesprochenen Annahme, daß empirische Sozialforschung im Betrieb etwas stets mit psychischen Verhaltensdaten zu tun habe. Lazarsfeld/Obershall unterstellen bereits eine bestimmte Gegenstandsdefinition, in der sich Soziologie und Psychologie verbinden. Weber vermied aber jeglichen Begriffsrealismus und ging von Problemstellungen aus. Diese kritische Grundhaltung wird heute von vielen Soziologen (z.B. König) als der eigentliche Abschied von der alten deutschen Gesellschaftslehre und der Beginn einer Soziologie begriffen. Lazarsfeld/Obershalls Dilemmathese offenbart nur ihr Unverständnis für Webers Denkweise.Google Scholar
  284. (272).
    Zwischen Webers psychischen Problemen und der Psychophysik der Arbeit besteht wohl eine sehr viel größere Distanz als zwischen seinen Problemen und seiner Religionssoziologie (insbesondere des Askese-und Berufsproblems). Nach Lazarsfeld/Obershal1 müßte letzteres weiter auseinanderliegen. Sie argumentieren eben rein formal.Google Scholar
  285. (273).
    Vgl. Lutz/Schmidt, Industriesoziologie, a.a.O., S. 110; Schmidt, Zur Geschichte der Industriesoziologie, a.a.O., S. 260 f. und besonders Schmidt, Max Webers Beitrag zur empirischen Sozialforschung, in: KZfSS, Bd. 32, 1980, S. 76–92.Google Scholar
  286. (274).
    Friedrich Heckmann, Max Weber als empirischer Sozialforscher, in: Zeitschrift für Soziologie, Jg. 8, 1979, S. 50–62, hier S. 62.Google Scholar
  287. (275).
  288. (276).
    Ebd., S. 57.Google Scholar
  289. (277).
    Ebd., S. 57 und S. 59.Google Scholar
  290. (278).
    Arnold Zingerle, Max Webers historische Soziologie, Darmstadt 1981, S. 87.Google Scholar
  291. (279).
    Vgl. Hinrichs, Um die Seele des Arbeiters, a.a.O., S. 68 ff. und S. 85 ff.Google Scholar
  292. (280).
    Vgl. ebd., S. 104. Hinrichs vergißt hervorzuheben, daß der differierende Einfluß in der industriebetrieblichen Praxis erstens vom unterschiedlichen Status der Wissenschaft (technisches versus Erkennt-nisinteresse) und zweitens doch wohl weitgehend unabhängig von der Wissenschaft und ihren Plänen selbst verläuft.Google Scholar
  293. (281).
    Vgl. auch den Beitrag von Webers Redaktionssekretär Lederer: Emil Lederer, Die ökonomische und sozialpolitische Bedeutung des Taylorsystems, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 38, 1914, S. 769–784. Vgl. auch Weber, Wirtschaft und Gesellschaft, a.a.O., S. 86.Google Scholar
  294. (282).
    Volker Trieba/Ulrich Mentrup, Entwicklung der Arbeitswissenschaft in Deutschland, München 1983, S. 84 ff.Google Scholar
  295. (283).
    Angelika Ebbinghaus, Arbeiter und Arbeitswissenscahft, Opladen 1984, S. 192 ff. und S. 184 f.Google Scholar
  296. (285).
    Max an Alfred Weber, am 3.9.1907, ZStA Merseburg, Rep. 92, Max Weber, Nr. 4, Bl. 850 ff.Google Scholar
  297. (286).
    Weber an L. von Bortkiewicz am 12.10.1911, ebd., Nr. 30, Bd. 6, Bl. 64.Google Scholar
  298. (287).
    Max Weber, Methodologische Einleitung, a.a.O., S. 37.Google Scholar
  299. (289).
    Weber, Diskussionsbeitrag, in: Das Arbeitsverhältnis in den privaten Riesenbetrieben, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 64, 1906, S. 212 ff.Google Scholar
  300. (290).
    Zit. nach Herkners Referat ‘Probleme der Arbeiterpsychologie unter besonderer Rücksichtnahme auf Methoden und Ergebnisse der Vereinser-hebungen’, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 138, Leipzig 1911, S. 121.Google Scholar
  301. (291).
  302. (292).
    Wie Webers Papier auf einen Mediziner wirkte, beschrieb Eliasberg: “Jede freie Minute verbrachte ich in der Universitätsbibliothek mit den neuesten Zeitschriften. In den Jahren 1906 und 1907 waren dort im Archiv für Sozialwissenschaften Auszüge von Max Webers industrieller Psychophysik abgedruckt. In diesen Papieren tauchte die Frage auf, ob Kraepelins Arbeitskurve irgendetwas für die Industriearbeit bedeute. Wenn ich daran zurückdenke, daß dieses Papier mich Stunde um Stunde, Woche um Woche in atemloser Spannung hielt (…). Es war mir eine Genugtuung, fünfzehn Jahre später selbst einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben.” Zit. nach: Wolf-Dieter Rönz, Leben und Werk von Wladimir G. Eliasberg, Med. Diss., Mainz 1975, S. 4 f.Google Scholar
  303. (293).
    Vgl. etwa Emil Lederer, Die ökonomische und sozialpolitische Bedeutung des Taylorsystems, in: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, Bd. 38, 1914, S. 769–784.Google Scholar
  304. (293a).
    Marie Bernays, Frauenfabrikarbeit und Taylorsystem, in: Neue Bahnen, Jg. 52, 1917, Nr. 15; Jg. 53, 1918, Nr. 3/4 und Nr. 15/16 und: Clemens Heiß, Das Taylorsystem, in: Schmollers Jahrbuch, Bd. 38, 1914, S. 1887–1943.Google Scholar
  305. (294).
    Vgl. Max Weber, Diskussionsrede, in: Ders., Gesammelte Aufsätze zur Soziologie und Sozialpolitik, a.a.O., S. 425.Google Scholar
  306. (295).
    Vgl. Max Weber an eine Mönchengladbacher Zeitung am 24.11.1910, in: ZStA Merseburg, Rep. 92, Max Weber, Nr. 30, Bd. 6, S. 3–5.Google Scholar
  307. (296).
    Vgl. Bernays’ Verteidigung gegen die Kritik Elisabeth Gnauck-Kühnes, in: Die Frau, 18. Jg., Bd. 6, 1911, S. 266 f.Google Scholar
  308. (297).
    Vgl. die Einladung des RAM vom 29.8.1919, in: ZStA Potsdam, Reichswirtschaftsministerium (RWM), Nr. 10284, Bl. 11 f.Google Scholar
  309. (298).
    Die institutionalistische Schule war unter den geladenen Teilnehmern mit Brentano, Herkner, Eberhard Gothein, Ernst Francke, Albrecht (Zentrale für Volkswohlfahrt), Josephine Levy-Rathenau (Frauenberufsamt des Bundes deutscher Frauenvereine) und Paul Umbreit (ADGB) vertreten. Hellpach ließe sich auch noch zu dieser Gruppe rechnen, obwohl er wissenschaftlich eigene Wege einer Arbeits- und Sozial-psychologie ging. Als wissenschaftliche Repräsentanten der Ingenieure waren Piorkowski, Moede, Becker, Schlesinger, Wallichs, Wüst und Kraus eingeladen. Hinzu kamen der Vertreter der Kaiser-Wilhelm-Ge-sellschaft zur Förderung der Wissenschaften, Herzog, der Mediziner Peritz, der Vertreter der Landwirtschaft, Seedorf, und ungenannte Vertreter des VDI und zwei weiterer Institute. Davon abzusetzen waren die beiden Vertreter des freien Instituts für angewandte Psychologie, Lipmann und Stern, die politisch zur sozialliberalen ersten Gruppe zu zählen waren. Ferner wurde noch der dem ‘Leipziger Kreis’ der Arbeitswissenschaftler zuzurechnende Max Brahn eingeladen.Google Scholar
  310. (299).
    Vgl. die Niederschrift der Verhandlung vom 30.9.1919 betr. Arbeitswissenschaft, ebd., Bl. 25 ff. Im folgenden beziehen wir uns auf diese Niederschrift.Google Scholar
  311. (300).
    Ebd., Bl. 27.Google Scholar
  312. (301).
    Vgl. Franciska Baumgarten, Arbeitswissenschaft und Psychotechnik in Russland, München und Berlin 1924, S. 12 ff.Google Scholar
  313. (302).
    Schreiben des Staatssekretärs Dr. August Müller, Reichswirtschaftsamt 1/1, Nr. 312 v. 13.1.1919, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Rüstow, Nr. 235: Taylorsystem. Rüstow war zuständiger Referent im Reichs-wirtschaftsministerium.Google Scholar
  314. (303).
    Niederschrift der Verhandlungen vom 30.9.1919, a.a.O., S. 29.Google Scholar
  315. (304).
  316. (305).
    Lipmann, der vor dem ersten Weltkrieg zum Mitarbeiterkreis der Sozialistischen Monatshefte gehörte, leitete seit 1906 zusammen mit seinem Freund William Stern, ab 1910 allein das Institut für angewandte Psychologie, dessen Forschungen er durch eigenes Vermögen, Spenden und Publikationseinnahmen finanzierte. Mit Stern gab er die Zeitschrift für angewandte Psychologie und mehrere arbeitswissenschaftliche und sozialpsychologische Schriftenreihen heraus. Im Dezember 1918 hielt er auf der Tagung “1. sozialistische Wirtschaftskonferenz des Bundes Neues Vaterland”, die die Verschleppung der Sozialisierung durch Kommissionsarbeit hinter verschlossenen Türen kritisierte, das Referat “Vergesellschaftung und Wirtschaftspsychologie”. Vgl. den vom DGS-Sekretär Hermann Beck herausgegebenen Tagungsband “Wege und Ziele der Sozialisierung”, Berlin 1919, S. 183–193. 1920 forderte Lipmann gemeinsam mit Kurt Lewin die Einrichtung einer Zentralstelle für Arbeitsforschung, vgl. Kurt Lewin, Die Sozialisierung des Taylorsystems, Berlin 1920, S. 33 f. Wir kommen weiter unten noch auf Lipmann zurück.Google Scholar
  317. (306).
    Im folgenden: Niederschrift der Verhandlungen vom 30.9.1919, a.a.O., Bl. 30r ff.Google Scholar
  318. (307).
    AWF = Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung, aus der Arbeitsgemeinschaft der Betriebsingenieure 1918 hervorgegangener Ausschuß, der erst an den VDI und später an das RKW gebunden war und ausschließlich unter der Direktion der Industrie stand.Google Scholar
  319. (308).
    Vgl. Niederschrift über die Verhandlungen am 28.4.1920, in: ZStA Potsdam, RWM, Nr. 10284, Bl. 53–61. Anwesend: Sitzler (Vorsitzender RAM), Tiburtius (RAM), Rüstow (RWM), Riedel, Nicklisch, Brahn, Poppelreuter, Buxbaum (AWF).Google Scholar
  320. (309).
    Man einigte sich im weiteren Verlauf der Besprechung auf Vorschlag von Poppelreuter und Nicklisch, zukünftig den Begriff Arbeitswissenschaft zu verwenden, “um den in der Arbeiterschaft mißliebigen Klang des Taylorismus fernzuhalten” (Poppelreuter), ebd., Bl. 60.Google Scholar
  321. (310).
    Ebd., Bl. 57.Google Scholar
  322. (311).
    Ebd., Bl. 58 f.Google Scholar
  323. (312).
    Ebd., Bl. 59.Google Scholar
  324. (313).
    Ebd., Bl. 60. Der schillernde Arbeiswissenschaftler Poppelreuter -damals Sozialdemokrat — wurde später selbst zum Mitarbeiter Wal-liens’ an der RWTH Aachen, bis er schließlich der NSDAP beitrat. Dort avancierte er zum Berater der NS-Reichsführung, bis er 1939 im Jahr der großen Selektierung per Volkszählung als ‘Vierteljude’ ‘enttarnt’ Selbstmord beging.Google Scholar
  325. (314).
    Vgl. RAM an RWM am 7.6.1920, ebd., Bl. 45 f.Google Scholar
  326. (315).
    Vgl. Geib (RAM) an Preussisches Wissenschaftsministerium, in: ZStA Potsdam, RWM, Nr. 10284, Bl. 64. Außerdem sollte die teilweise in der Industrie verbreitete Tätigkeit “unberufener Stellen und Personen” ‘bekämpft’ werden. Eine wirtschaftliche Beteiligung der Unternehmer am Reichsausschuß solle ausgeschlossen werden, um in Arbeitnehmerkreisen kein “Mißtrauen zu erwecken”. Ebd., Bl. 65.Google Scholar
  327. (316).
    Ebd., Bl. 105.Google Scholar
  328. (317).
    Vgl. ebd., Niederschrift der Sitzung am 26.11.1920 im RAM betr. Förderung der Arbeitswissenschaft, Bl. 109.Google Scholar
  329. (318).
    Vgl. ebd., RAM an RFM am 22.12.1920, Bl. 110.Google Scholar
  330. (319).
    Vgl. ebd., RAM an RWM am 22.12.1920, Bl. 111. Das RAM gab dem RFM die Schuld für das Scheitern des Projekts.Google Scholar
  331. (320).
    RFM an RAM am 3.1.1921, ebd., Bl. 112.Google Scholar
  332. (321).
    Adolf Schilling, Ordinarius für Fabrikorganisation an der TH Breslau 1910–1926, zeitweise Schriftleiter der VDI-Zeitschrift ‘Technik und Wirtschaft’. Oberstleutnant d. Res., DNVP-Mitglied.Google Scholar
  333. (322).
    RWM an Sektion I/3 im Hause am 19.1.1921, ebd., Bl. 113. Rüstow wurde angewiesen, erst nach interner Klärung wieder gegenüber dem RAM “hervorzutreten”. Ebd., Bl. 114.Google Scholar
  334. (323).
    Vgl. Vermerk über Besprechung mit ORR Ruelberg am 27.1.1921, ebd., Bl. 115.Google Scholar
  335. (324).
    Vgl. Wehrig I/3 an ORR Ruelberg II/9 am 6.1.1922, ebd., Bl. 131.Google Scholar
  336. (325).
    Denkschrift ‘Hebung der Wirtschaftlichkeit der industriellen und gewerblichen Produktion’, Sept. 1921 o.V., Anlage zu Rundschreiben des RWM; RWK-Akte, ZStA Merseburg, Rep. 120 BB, Abt. XI, Nr. 69, Bd. 1, S. 1 der Denkschrift, Unterstr. d. Verf.Google Scholar
  337. (326).
    Wehrig I/3 an II/9 RWM am 7.10.1921 zu dem Schreiben des RKW v. 7.9. 1921, ZStA Potsdam, RWM, Nr. 10284, Bl. 124 (Unterstr, im Original). Vgl. auch Schreiben vom 18.11.1921, ebd., Bl. 125.Google Scholar
  338. (327).
    Unter DVP-Wirtschaftsminister Scholz wurde der Umschwung zugunsten einer fast ausschließlich von Ingenieuren der Großindustrie geführten Arbeitsforschung soweit durchgesetzt, daß am 10.6.1921 das RKW mit erheblichen Reichsmitteln gegründet werden konnte. Wie wenig die Industriellen aber im Ernstfall bereit waren, die von ihnen monopolisierten Gemeinschaftsinstitutionen der Rationalisierung auch zu finanzieren, zeigte sich in der Inflationsperiode. Im November 1922 geriet das RKW in “große Bedrängnis”. “Die Versuche, auch das Reichskuratorium aus von der Industrie geleisteten Beiträgen zu finanzieren, haben bisher wenig Erfolg gehabt, da die Interessentenkreise nur für besondere Aufgaben Mittel herzugeben pflegten.” RWM an Preußisches Ministerium für Handel und Gewerbe am 27.11.1922, in: ZStA Merseburg, Rep. 120 BB, Abt. XI, Nr. 69, Bd. 1. Aus Dispositionsfonds der Ressorts sollte das Geld ‘zusammengekratzt’ werden, um das RKW durchzuhalten. Als die Krise vorüber war, war das RKW wieder als ‘Selbstverwaltung’ der Industrie aktuell.Google Scholar
  339. (328).
    Hans Hinnenthal, Die deutsche Rationalisierungsbewegung und das RKW, Berlin 1927 (= RKW-Veröffentl ichungen, Nr. 4).Google Scholar
  340. (329).
    Lipmann, Vergesellschaftung und Wirtschaftspsychologie, a.a.O., S. 193. (Unterstreichung vom Verfasser) Vgl. ders., die angewandte Psychologie im sozialistischen Staat, in: ‘Vorwärts’, 3.8.1919, in: ZStA Merseburg, Rep. 76 Va, Sek. 2, Tit. X, Nr. 18.Google Scholar
  341. (330).
    Hrsg. von Karl Korsch, Praktischer Sozialismus, Heft 4, Berlin-Fich-tenau 1920.Google Scholar
  342. (331).
    Ebd., S. 19 (Unterstreichung im Original).Google Scholar
  343. (332).
    Ebd., S. 19 f.Google Scholar
  344. (333).
    Ebd., S. 23. Die Arbeiterräte sollten auch die Kosumenteninteressen an Betriebsverbesserungen zur Geltung bringen.Google Scholar
  345. (334).
    Ebd., S. 33.Google Scholar
  346. (335).
    Vgl. ebd., S. 5 f. sowie Lipmann, Vergesellschaftung, a.a.O., S. 183. Lipmann nahm in Auseinandersetzung mit sowjetischen Arbeitswissenschaftlern später noch einmal ausdrücklich dazu Stellung. Vgl. Michael Erdélyi, Otto Lipmann, Isaak N. Spielrein, William Stern, Prinzipienfragen der Psychotechnik, Berlin 1933, S. 69. Vgl. auch Lipmann, Lehrbuch der Arbeitswissenschaft, Jena 1932, S. 17. Vgl. zur Kritik an seinen Kollegen, ders., Allgemeine und kritische Bemerkungen zur Begabungs- und Eignungsforschung, in: Beihefte zur Zeitschrift für angewandte Psychologie Nr. 29, Leipzig 1921, S. 17 ff.Google Scholar
  347. (336).
    Praktische Arbeitsforschung sei keine Wissenschaft, sondern ‘Gewerbe’.Google Scholar
  348. (337).
    Otto Lipmann, Über ein Forschungsinstitut für Arbeitswissenschaft und angewandte Psychologie, in: Ludolph Brauer u.a. (Hrsg.), Forschungsinstitute. Ihre Geschichte, Organisation und Ziele, Bd. 1, Hamburg 1930, S. 416.Google Scholar
  349. (338).
  350. (339).
    Ebd., S. 414.Google Scholar
  351. (340).
    Vgl. Lipmann, Lehrbuch der Arbeitswissenschaft, a.a.O., S. 3–20.Google Scholar
  352. (341).
    Ursprünglich wurden gerade von diesem Institut die ersten Eignungsforschungen in der Industrie vorgenommen.Google Scholar
  353. (342).
    Vgl. Prof. Dr. E. Müller, Göttingen (Vors. der Gesellschaft für experimentelle Psychologie) an Preußisches Wissenschaftsministerium am 1.5.1919, ZStA Merseburg, Rep. 76 V a, Sek. 2, Tit. X, Nr. 198.Google Scholar
  354. (343).
    Vgl. ‘Aufzeichnung über die Besprechung betreffend Bestrebungen auf dem Gebiet der angewandten Psychologie am 28.5.1920’. Ebd., Rep. 120 E, Spez. I.I., Nr. 61, adhib. 4, Bl. 8–20.Google Scholar
  355. (344).
    Ebd., Bl. 17.Google Scholar
  356. (345).
    Ebd., Bl. 19. ADB: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Betriebsingenieure. Zur Person Schlesingers: Vertreter der Industrie, VDI, Forschungsgesellschaft für betriebswissenschaftliche Arbeitsverfahren/Abtlg. Psychotechnik, Leiter des Ausschusses für Arbeiterkunde im ADB und Leiter des Werkzeugmaschinenlaboratoriums TH Charlottenbug.Google Scholar
  357. (346).
    Geheimer Regierungsrat (RR) Göhmann, Preußisches Handelsministerium, ebd., Bl. 19.Google Scholar
  358. (347).
    Geheimer Oberregierungsrat (ORR) Bodenstein, Preußisches Wissenschaftsministerium, ebd., Bl. 19. In der von Major Augustin vorgeschlagenen Arbeitsteilung in Preußen rutschte das TH-Institut für industrielle Psychotechnik (Moede) an die dritte Stelle, hinter Stumpfs psychologisches Institut, das die geistige Führung habe und Lipmanns Institut als Zentral- und Ausgleichsstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Ebd., Bl. 20. Randbemerkung im Handelsministerium “Schlesinger?”.Google Scholar
  359. (348).
    Vgl. etwa Schreiben des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, Dr. Negbauer an preußisches Kultusminsiterium am 4.6.1918; Schlesinger an Geh. ORR Bodenstein am 5.10.1919; Bericht der Forschungsgesellschaft für betriebswissenschaftliche Arbeitsverfahren vom 18.10.1920, danach betrugen die jährlichen Kosten des Schlesinger/ Moede-Instituts für industrielle Psychotechnik 62.999 Mark. Die Einnahmen stützten sich etwa zur Hälfte auf Prüfungs- und Kursgebühren (20.000 Mark) sowie 15.000 Mark vom Verband Berliner Metallindu-strieller. Vgl. ebd., Rep. 76 V b, Sek. 4, Tit. X, 53. A.Google Scholar
  360. (349).
    Ebd., Rep. 120 E., Spez. I.I., Nr. 61, adhib. 4.Google Scholar
  361. (350).
    Vgl. Preußisches Finanzministerium (Weber) an Wissenschaftsministerium am 23.6.1921, in: Ebd., Rep. 76 V a, Sek. 2, Tit. X, Nr. 18.Google Scholar
  362. (351).
  363. (352).
    Ebd., Auch ebd., Rep. 120 E, Spez. I, Nr. 61, adhib, 4, Bl. 77–80v.Google Scholar
  364. (353).
    Positive Gutachten folgender Personen lagen für Lipmann vor: - Wolfgang Köhler, Gestaltpsychologe (29.3.1922) - Richard Woldt, gewerkschaftlicher Arbeitswissenschaftler (30.3.: L. sei “verhältnismäßig am vorsichtigsten”, “nicht zu frühzeitig bestimmte Forschungsergebnisse in die Praxis überzuleiten”. - Willy Hellpach, Arbeits- und Sozialpsychologe (18.4.): L. sei “streng objektiver Forscher”. - Alexander Rüstow, Referent für Arbeitswissenschaft im RWM (7.4.): soweit ihm “ungünstige Urteile gegen Herrn Lipmann bekannt geworden sind, dürften sie durchweg von dieser Seite (der reklamehaften, sich in den Vordergrund schiebenden Richtung der industriellen Psychotechnik) stammen.” - Gustav Kafka, Psychologe, (31.3.), lobte Vorsicht in der Anwendung. - Wilhelm Peters, Psychologe (3.4.), L’s Forschungen würden vollständig kritisch dargelegt und seien nicht im “geschäftlichen Interesse eines Privatunternehmers”. - Max Wertheimer, Gestaltsphsychologe (2.4.) hielt L. für den weitaus geeignetsten Leiter eines staatlichen Instituts. Alle Gutachten, in: Ebd., Rep. 76, VIII B, Nr. 11–23. Ebd.: Weitere von William Stern, Sachsenberg und Müller.Google Scholar
  365. (354).
    Vgl. ebd., Rep. 76, V C, Sek. I, Tit. XI, Nr. 71, Bd. 1, Niederschrift vom 25.11.1922 und 9.10.1923.Google Scholar
  366. (355).
    Vgl. Moede an Reichsinnenministerium am 30.1.1920, ebd., Rep. 120 E, Spez. I., Nr. 61, adhib. 4, Bl. 2 f. Ihre Tätigkeit sei “gefährdet”.Google Scholar
  367. (356).
    Vgl. Stresemann an preußischen Kultusminister Dr. Boelitz am 24.3. 1922. Aufgrund eines Besuchs im Laboratorium für Psychotechnik unterstütze er die Bitte Moedes um Förderung. Ebd., Rep. 76 V b, Sek. 4, Tit. X, 53.A.Google Scholar
  368. (357).
    Vgl. Lipmann an Ministerium for Volkswohlfahrt, ebd., VIII b, Nr. 2750, Bl. 186 und Bl. 262 ff.Google Scholar
  369. (358).
    Vgl. ebd., Rep. 120 E, Spez. I, Nr. 61, adhib. 4, Bl. 74 f. Beyer machte dem Handelsministerium heftige Vorwürfe, daß das Rundschreiben ohne Rücksprache versandt wurde, obwohl die ‘Pension’ längst aus dem Vertrag genommen worden war. Ebd.Google Scholar
  370. (359).
    Vgl. ebd., Bl. 74 v f. Ziertmann hatte Auskünfte des konservativen Prof. Marbe aus Würzburg eingeholt.Google Scholar
  371. (360).
    Rüstow (Mitunterz. 0RR Ruelberg), Vermerk v. 24.2.1923 über die Besprechung im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt am 17.2.1923 betr. Gesellschaft zur Förderung der angewandten Psychologie, in: ZStA Potsdam, RWM, Nr. 10284, Bl. 164. Ursprünglicher Vermerk von Ruelberg noch abgeschwächt.Google Scholar
  372. (361).
    Max Wertheimer an Rüstow o.D., vermutlich 1922 oder 23, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Rüstow, Nr. 208.Google Scholar
  373. (362).
    Otto Lipmann, Allgemeine und kritische Bemerkungen zur Begabungsund Eignungsforschung, in: Vorträge über angewandte Psychologie, gehalten beim 7. Kongreß für experimentelle Psychologie in Marburg 1921, Leipzig 1922, S. 19.Google Scholar
  374. (363).
    Vgl. ZStA Merseburg, Rep. 76, VIII B, Nr. 2750, Bl. 289.Google Scholar
  375. (364).
    Vgl. Beyer an Rüstow am 17.2.1926, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Rüstow, Nr. 17.Google Scholar
  376. (365).
    Vgl. Beyer an Oppenheimer am 17.2.1926, in: ZStA Potsdam, RAM, Nr. 10432, Bl. 222 f. Beyer würdigte die “erste und einzige völlig neutrale und umfassende Material Sammlung zum Arbeitszeitproblem”, die Lipmann erstellt habe.Google Scholar
  377. (366).
    Vgl. ebd., Bl. 242 ff.Google Scholar
  378. (367).
    Fritz Giese, Der Durchschnittsmensch als Objekt der Sammelforschung, in: Zeitschrift für angewandte Psychologie, Bd. 36, Leipzig 1930, S. 27.Google Scholar
  379. (368).
    Vergl. Fritz Giese ders., Philosophie der Arbeit, Halle 1932, S. 105 ff. und Lipmann, Lehrbuch der Arbeitswissenschaft, a.a.O., S. 6.Google Scholar
  380. (369).
    Vgl. weiter unten unsere Ausführungen zur Reichsenquéte sowie unsere Darstellung zur industriellen Psychotechnik, Kapitel IV.3.Google Scholar
  381. (370).
    Otto Lipmann, Grundriß der Arbeitswissenschaft und Ergebnisse der arbeitswissenschaftlichen Statistik, Jena 1926, S. 6.Google Scholar
  382. (371).
    Ebd., S. 3 ff. Lipmanns zeitweiser Mitarbeiter Paul Plaut bemühte sich darum, das programmatische Element noch stärker zu unterstrei- chen, um die “ganze sozialpsychologische Breite” der Arbeitswissenschaft zu verdeutlichen, vgl. Otto Lipmann ders., Psychologie und Arbeitswissenschaft, in: Zeitschrift für angewandte Psychologie, Bd. 36, 1930, S. 92 ff.Google Scholar
  383. (372).
    Vgl. Besprechung vom 13.9.1920 im preußischen Wissenschaftsministerium, ZStA Merseburg, Rep. 120 E, Spez. I, Nr. 61, adhib. 4, Bl. 45 f.Google Scholar
  384. (373).
    Vgl. Carl Stumpf (Leiter des psychologischen Instituts der Universität Berlin) an Wissenschaftsministerium am 12.5.1920, 22.2.1921. Ebd., Rep. 76 Va, Sek. 2, Tit. X, Nr. 18. Vgl. Min.dir.Dr. Krüß (Wissenschaftsministerium) am 16.6.1922 in interministerieller Chefbesprechung. Ebd., Rep. 76, VIII B, Nr. 2750, Bl. 170. Das Lipmann-Institut sei nicht als “ein wissenschaftliches Institut im Sinne der Universitätsinstitute anzusehen.”Google Scholar
  385. (374).
    Vgl. ebd., die Äußerung des Vertreters des Finanzministeriums, Bl. 170 f.Google Scholar
  386. (375).
    Vgl. Anmerkung Lipmanns vom 4.6.1920: Die Zentralstelle solle de facto, nicht denomine eine Forschungsabteilung haben. Ebd., Rep. 76 V a, Sek. 2, Tit. X, Nr. 18.Google Scholar
  387. (376).
    Vgl. Gerald D. Feldman, Irmgard Steinisch, Die Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat. Die Entscheidung gegen den Achtstundentag, in: Archiv für Sozialgeschichte, Bd. XVIII, 1978, S. 353–439 und ders./Heidrun Homberg, Industrie und Inflation, Studien und Dokumente zur Politik der deutschen Unternehmer 1916–1923, Hamburg 1977, S. 129 ff.Google Scholar
  388. (377).
    Feldman/Steinisch, Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat, a.a.O., S. 355.Google Scholar
  389. (378).
    Legien und die freien Gewerkschaften verschwiegen in den öffentlichen Stellungnahmen, daß sie in einer nicht in das eigentliche Abkommen aufgenommenen Nebenvereinbarung die dauerhafte Verankerung des Achtstundentags davon abhängig machten, daß “der Achtstundentag für alle Kulturländer durch internationale Vereinbarung festgesetzt wird.” Zit. nach Gerhard Erdmann, Die deutschen Arbeitgeberverbände im sozialgeschichtlichen Wandel der Zeit, Neuwied und Berlin 1966, S. 135. Die Darstellung Erdmanns weist als entscheidenden Mangel auf, daß er kein Wort verliert über den kriegsbedingten Produktivitätsrückstand und die bewußte Herbeiführung der “Notlage”, die die Mehrarbeit rechtfertigte, durch die Strategie einiger Unternehmer. Vor dem Enquêteausschuß waren die Arbeitgeber nicht in der Lage, den statistischen Beweis für ihre Behauptungen über zu geringe Produktionsmengen und deren Ursachen beizubringen. Erdmann benutzt die in der Niederlage der Gewerkschaften zustandegekommenen “Abkommen” als Beweis für die Anerkennung, daß der Beschluß von Unna” (d.h. das Diktat der Vorkriegsarbeitszeit) sachlich gerechtfertigt gewesen sei, vgl. ebd., S. 156.Google Scholar
  390. (379).
    Vgl. die Debatte auf der Tagung des Vereins für Sozialpolitik 1905, in: Schriften des Vereins für Sozialpolitik, Bd. 116, Leipzig 1906. Vgl. auch oben die Ausführungen Max Webers, Kapitel III.3.Google Scholar
  391. (380).
    Vgl. Feldman/Steinisch, Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat, a.a.O., S. 362.Google Scholar
  392. (381).
    Vgl. Preller, Sozialpolitik, a.a.O., S. 257.Google Scholar
  393. (382).
    Intern legte die Nordwestliche Gruppe der Schwerindustrie die Strategie fest: “Durch Arbeitsmangel kommen wir zur verlängerten Arbeitszeit.” Zit. nach Feldman/Steinisch, Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat, S. 399 und S. 404. Planmäßig wurde die Arbeitslosigkeit vorbereitet, so Feidman/Homburg, Industrie und Inflation, a.a.O., S. 402.Google Scholar
  394. (383).
    Vgl. Preller, Sozialpolitik, a.a.O., S. 146 ff.Google Scholar
  395. (384).
    Vgl. im folgenden Protokoll der 61. Sitzung des sozialpolitischen Ausschusses des RWR, in: ZStA Potsdam, Vorl. RWR, Nr. 521, Bl. 58 ff., hier Bl. 152–154.Google Scholar
  396. (385).
    Der Name ist vielleicht ein stenographischer Aufnahmefehler, da wir unter diesem Namen keine Arbeitsstudie feststellen konnten. Vermutlich meinte Herkner Ernst Abbés Arbeitszeitexperiment in den Zeiss-werken.Google Scholar
  397. (386).
    Ebd., Bl. 153 f.Google Scholar
  398. (387).
    Ebd., Bl. 163.Google Scholar
  399. (388).
    Noch schärfere Töne schlug der Redakteur der ‘sozialistischen Monatshefte’, Kaliski an. Der Behauptung des ‘Vorwärts’ (und Um-breits), eine Erörterung über die Durchführbarkeit des Achtstundentags sei überflüssig, weil seine Praktizierung es in den drei vorausgegangenen Jahren bewiesen habe, trat Kaliski mit den Worten entgegen, es habe sich nur um ein “Schwindel system”, ein System der “Unregierbarkeit”, der “Scheinblüte” usw. gehandelt. Ebd., 62. Sitzung am 24.3.1922, Bl. 196. Er forderte die Suspendierung des Achtstundentags auf 5 Jahre und die tarifliche Regelung der Arbeitszeit. Ebd., Nr. 500, Bl. 176. Es folgte eine publizistische Kampagne der ‘Sozialistischen Monatshefte’, vgl Preller, Sozialpolitik, a.a.O., S. 210 und 273.Google Scholar
  400. (389).
    Vgl. ebd., S. 271 und S. 273.Google Scholar
  401. (390).
    Vgl. Feldman/Steinisch, Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat, a.a.O., S. 382. Die sogenannte “Erfüllungspolitik” der Regierungen Wirth und Cuno durch Reparationslieferungen gab in der Öffentlichkeit eine Blitzableiter-Argumentationsfigur vor, zu der sich die Gewerkschaften außerordentlich defensiv verhielten. Schwerindustrie und Regierung argumentierten nämlich, daß die Reparationsverpflichtungen nur durch ‘Mehrarbeit’ zu erfüllen seien. Um die nötige Produktivität zu erreichen, Deutschland aus der ökonomischen ‘Umklammerung’ durch Kohle-Lieferverpflichtungen zu lösen, müßten die Arbeiter ‘Opfer’ bringen und den Schwerindustriellen ‘freie Hand’ in der Arbeits- und Rationalisierungspolitik gelassen werden.Google Scholar
  402. (391).
    Jg. 13, 1923, Nr. 3, S. 34 f.Google Scholar
  403. (392).
    Preller, Sozialpolitik, a.a.O., S. 211.Google Scholar
  404. (393).
    Herkner, Sozialpolitische Wandlungen, a.a.O., S. 34.Google Scholar
  405. (394).
    Ebd., S. 35.Google Scholar
  406. (395).
    Heinrich Herkner, Die Sozialpolitische Signatur der Gegenwart. Zit. nach: Der Arbeitgeber, 13. Jg., 1923, Nr. 19, S. 298.Google Scholar
  407. (396).
    Vgl. Bonn, Geleitwort, a.a.O., S. 7 und Felix Somary, Erinnerungen aus meinem Leben, a.a.O., S. 87 und S. 184 ff. Somarys eigene Banklehre (vgl. ders., Bankpolitik, 2. Aufl., Tübingen 1930) wurde der Heftigkeit seiner Kritik qualitativ kaum gerecht. Bemerkenswert erscheint uns die Unfähigkeit Herkners, zwischen inflatorischen und nicht-inflatorischen Preisbewegungen (letztere z.B. bei Veränderungen der Arbeitsproduktivität) zu unterscheiden. Im übrigen differenzierte Herkner nicht zwischen Produktivität und Intensität der Arbeit.Google Scholar
  408. (397).
    Vgl. Herkner, Sozialpolitische Wandlungen, a.a.O., S. 35.Google Scholar
  409. (398).
    Vgl. Beschlußprotokoll des Unterausschusses für Koalitionsrecht der Gesellschaft für soziale Reform von 8.5.1919, in: ZStA Merseburg, Rep. 92, NL Sombart, Nr. 19.Google Scholar
  410. (399).
  411. (400).
    Ebd., Schreiben Heydes zu Sombarts Thesen vom 24.3.1919.Google Scholar
  412. (401).
    Ludwig Heyde/Bureau fü Sozialpolitik an Ferdinand Tönnies am 18.1.1921, in: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Cb. 54:56, NL Tönnies.Google Scholar
  413. (402).
    1922 hatte sich die Vereinigung sozial- und wirtschaftswissenschaftlicher Hochschullehrer gebildet, deren Vorsitz der alte Gegner der Sozialpolitiker, Adolph Weber, innehatte. Auch Herkner beteiligte sich. Von konservativer Seite, dem Sekretär des Vereins für Sozialpolitik Franz Boese, wurde diese Vereinigung mit den Worten kommentiert: “Die Herren Dozenten wittern Morgenluft: Ha! Eine Gewerkschaftsgründung? Das lockt natürlich in Zeiten (an Kaufkraft) sinkender Gehälter und finster mittelalterlicher Knebelung der Meinungen- und wohl bald auch Lehrfreiheit durch orthodox republikanisch und — wer lacht da? — “demokratische” Fanatiker auf den kurulischen Sesseln. Die zusammengeduckte Herde kann sich besser wehren; denn mit dem Mute des Einzelnen steht es man schwach.” Gegen die Gewerkschaften gewandt meinte er, er sei immer gegen den “Bund der schwieligen Hände” gewesen. Boese an Fritz Karl Mann am 3.9.1922, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 45, Bl. 17 ff. Bei dieser antirepublikanischen Grundhaltung fiel natürlich der republikanische Staat als Fixpunkt des institutional istischen Konzepts aus. Umso mehr wurden die Universitäten und die Wi ssenschaftlerverbände zu den letzten Bastionen, hinter denen sich eine durch Überheblichkeit nur mühsam drapierte Orientierungslosigkeit vieler Sozialwissenschaftler verschanzte.Google Scholar
  414. (403).
    Vgl. den Konflikt zwischen Heyde/Soziale Praxis und Brentano im Februar/März 1920. Heyde hatte selbstherrlich einen Aufsatz Brentanos so stark geändert, daß Brentano meinte, damit seien ihm die “Stiefel ausgezogen”. Brentano hatte Stegerwald (Christliche Gewerkschaften) kritisiert. Heyde rechtfertigte sich, daß der redaktionelle Eingriff notwendig sei, wie sich “aus der Lage der Sozialen Praxis gegenüber den Christlichen Gewerkschaften von selbst versteht”. Heyde an Brentano am 25.2.1920, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 25, Bl. 4.Google Scholar
  415. (404).
    Vgl. Lujo Brentano, Der Ansturm gegen den Achtstundentag (Mai-Juni in der ‘Sozialen Praxis’ erschienen), Berlin (ADGB) 1923.Google Scholar
  416. (405).
    Vgl. ebd., S. 30 ff.Google Scholar
  417. (406).
    Ebd., S. 39.Google Scholar
  418. (407).
  419. (408).
    Ebd., S. 44. Unmittelbare Reaktionen erhielt Brentano von Jastrow, der sich tief beeindruckt zeigte und den Ausdruck ‘Verein gegen Sozialpolitik’ selbst schon verwandt habe, vgl. Ignaz Jastrow an Brentano am 17.7.1923, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 29, Bl. 54. Schulze-Gävernitz schrieb am 11.7.1923: “Herkner haben Sie gründlich abgefertigt. Sollte ich und andere soz.pol. interessierte Col legen nicht aus dem Ver. f. Soc. p. austreten?”, ebd., Nr. 56, Bl. 112. ADGB-Vorsitzender Theodor Leipart bedankte sich am 21.6.–1923 für Brentanos Artikelfolge und bat um Erlaubnis, sie als Massenbroschüre herausgeben zu dürfen, ebd., Nr. 33, Bl. 42. Paul Mom-bert — gerade Gutachter im RAM zur Frage der Indexlöhne — bedauerte, daß “Herkner in einer Arbeitgeberzeitung seinen entgegengesetzten Standpunkt vertreten hat.” Mombert hielt eine Durchbrechung des Achtstundentags in Büros, der Post und der Eisenbahn für gerechtfertigt. Ebd., Nr. 39, Bl. 71. Herkner selbst fühlte sich von seinem Lehrer und Freund “verkannt”, Herkner am 15.9.1923, ebd., Nr. 28, Bl. 287 f. Vgl. auch die Replik Herkners an seine Kritiker, ders., Zur Kritik meiner Kritiker, in: Der Arbeitgeber, 13. Jg., Nr. 8, 15.4.1923, S. 113–115.Google Scholar
  420. (409).
    Jastrow an Brentano am 13.8.1925; er durchschaue die Absichten des ‘Arbeitgebers’ nicht, habe aber seiner Aufforderung für ihn zu schreiben, Folge geleistet und ein “neutrales Thema” gewählt, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 29, Bl. 58.Google Scholar
  421. (410).
    Zimmermann, Wandlungen der sozialpolitischen Erkenntnis, in: Der Arbeitgeber, 14. Jg., 1924, Nr. 20, S. 409–413. Wie gedankenlos, aber darin bezeichnend, Zimmermann argumentierte, zeigt eine hervorgehobene Passage seines Aufsatzes: “Wenn ein Land von seinen drei berechenbaren Produktionsfaktoren, Boden, Arbeit und Kapital, am ersten und am letzten verhängnisvoll viel eingebüßt hat, muß der dritte Faktor Arbeit um so schärfer sich ins Zeug legen (…).” Daß gerade der arbeitsfähigste Jahrgang durch zwei Millionen Kriegsopfer und ungezählte Kriegsinvaliden sowie die arbeitende Bevölkerung durch weitere 750.000 Hungertote betroffen war, unterschlug Zimmermann. Zu den Zahlen vgl. Karl Dietrich Erdmann, der erste Weltkrieg, 3. Aufl., Stuttgart 1982, S. 233.Google Scholar
  422. (411).
    Vgl. Feldman/Steinisch, Weimarer Republik zwischen Sozial- und Wirtschaftsstaat, a.a.O., S. 404 f. Selbst Heyde meinte am 17.12.1923, die sozialpolitische Reaktion marschiere so auf der ganzen Linie, daß der Achtstundentag zu einem bescheidenen Teil problem geworden sei, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 25, Bl. 18.Google Scholar
  423. (412).
    Vgl. Heinrich Herkner, Sozialpolitik oder Staatssozialismus? In: Der Arbeitgeber, 14. Jg., 1924, Nr. 5, 1.3.1924, S. 73–75. Heyde habe noch versucht, “Herkner zu einem Abrücken von den Reaktionserscheinungen zu bewegen. Dadurch könnte Einiges wieder gut gemacht werden.” Heyde an Brentano am 16.1.1924, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 25, Bl. 19.Google Scholar
  424. (413).
    Herkner an Boese am 20.12.1926 sowie Boese an Herkner am 22.12.1926, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 23, Bl. 96, 91 f.Google Scholar
  425. (414).
    ‘Soziale Botschaft’, abgedruckt in: Soziale Praxis, 33. Jg., 1924, Sp. 221. Unterzeichner waren u.a. Theodor Brauer, Goetz Briefs, Karl Brinkmann, Eduard Heimann und Alfred Weber. Vgl. auch Tönnies’ Kritik an Herkner, in: Soziale Praxis, ebd., Sp. 366 f.Google Scholar
  426. (415).
    Der Arbeitgeber, Jg. 14, 1924, Nr. 21, S. 445.Google Scholar
  427. (416).
    Zit. aus dem Schreiben der Rheinisch-Westfälischen Bezirksarbeitgebervereinigungen an Goetz Briefs am 6.6.1924, in: ebd., Nr. 13, S. 254. Vgl. auch den ‘Umarmungsaufsatz’ des RDI-Geschäftsführers Meissinger, Sozialpolitische Reaktion?, in: ebd., Nr. 17, S. 332–337.Google Scholar
  428. (417).
    Peter Heimann an Rüstow am 22.7.1924, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Rüstow, Nr. 15.Google Scholar
  429. (418).
    Vertraulicher Bericht des Arbeitsausschusses zur Beratung des Entwurfs eines Verzeichnisses zu § 7 der AZV0 an den sozialpolitischen Ausschuß des RWR, o.D. (Anfang 1925), in: ZStA Potsdam, Vorl. RWR, Nr. 503, Bl. 301.Google Scholar
  430. (419).
    Ebd., Bl. 299.Google Scholar
  431. (420).
    Vgl. ebd., Teil II des Berichts: Auswertung der Betriebsbesichtigung, hier Bl. 318 f.Google Scholar
  432. (421).
    Vgl. ebd., Bl. 312 f.Google Scholar
  433. (422).
    Vgl. Heyde an Brentano am 30.12.1924, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 25, Bl. 23 f.Google Scholar
  434. (423).
    Heyde an Brentano am 29.1.1925, ebd., Bl. 24. Heydes Bericht stieß auch bei englischen Eisenindustriellen auf Interesse, die den Bericht auf diplomatischem Weg anforderten, ebd.Google Scholar
  435. (424).
    Schreiben vom 31.12.1924 an RAM (Dementi der Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände), in: ZStA Potsdam, RAM, Nr. 1863, Bl. 19.Google Scholar
  436. (425).
    Lujo Brentano, Rede, in: Der Internationale Kongreß für Sozialpolitik in Prag 2.–4. Oktober 1924. Verhandlungen und Bericht, JenaGoogle Scholar
  437. 1925.
    S. 114–122.Google Scholar
  438. (426).
    Vgl. ebd., Wauters (Belgien), S. 135 f.Google Scholar
  439. (427).
    Vgl. ebd., S. 125.Google Scholar
  440. (428).
    Brentano an Weber am 19.10.1924, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Alfred Weber, Nr. 19. Brentano mochte den ‘von ihm’ 1897 gegründeten internationalen Kongreß nicht aus deutschen in französische Hände übergehen lassen. Die nationalistischen Züge seines Vortrags verschreckten die tschechischen Gastgeber so sehr, daß Brentano in Prager Zeitungen als “Hakenkreuzler” tituliert wurde. Die deutsche Delegation distanzierte sich halbherzig von Brentano. Brentanos Schüler Robert Drill von der Frankfurter Zeitung verweigerte den Abdruck der Rede. Brentano kommentierte resignativ: “Mit den Deutschen bin ich fertig. Sie sind ein politisch stumpfes Volk von Philistern, waren es von jeher und werden es in Ewigkeit bleiben.” Ebd.Google Scholar
  441. (429).
    Meissinger an Brentano am 8.6.1925, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 38, Bl. 61 f.Google Scholar
  442. (430).
    Brentano an Meissinger am 30.11.1925, ebd., Bl. 67 ff. Die Arbeitgebervereinigung hatte gerade ihre Denkschrift zur Arbeitszeitfrage veröffentlicht (Schriften der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände e.V., Heft 8, Die Arbeitszeitfrage in Deutschland, Berlin 1925). Da veröffentlichte Brentano einen Aufsatz, der die vom Brün-ner Textil industriellen Neumark erzielte Steigerung der Arbeitsintensität beim Übergang zum Achtstundentag darstellte, im Berliner Tagesblatt am 23.10.1924. Die Textilindustriellen fühlten sich durch Brentano und Neumark in ihrer Argumentation wesentlich gestört. Den Besuch Meissingers konnte Brentano nach dem Druck der Textilarbeit-geber auf Neumark nur so verstehen, daß auch er von seiner Interpretation abgebracht werden sollte. Erst nach monatelangem Ringen waren die Abgesandten der Textilarbeitgeber bereit, ein Protokoll über die Feststellungen im Textilbetrieb Neumarks zu unterzeichnen. Vgl. eine Enquête über das Verhältnis von Arbeitszeit und Arbeitslohn zur Arbeitsleistung, in: Gewerkschaftszeitung, 35. Jg., Nr. 43, vom 24.10.1925, S. 617 f. (dort ist das Protokoll abgedruckt). Der einzige Wissenschaftler, der die genannte Denkschrift der Arbeitgeber einer Kritik unterzog, war Ferdinand Tönnies, vgl. ders., Die Arbeitszeitfrage in Deutschland, in: Soziale Praxis, 34. Jg., 1925, Sp. 401–404.Google Scholar
  443. (431).
    Ebd., Brentanos Antrag hieß im Wortlaut: “Der Ausschuß beschließt, kritische Untersuchungen über das Verhältnis von Arbeitslohn und Arbeitszeit zur Arbeitsleistung in den verschiedenen Erwerbszwei gen Deutschlands und die darin herrschenden Lohnsysteme nebst deren wirtschaftlichen und sozialen Wirkungen zu veranlassen.” Zit. nach Geh.Reg.-Rat Prof. Dr. H. Herkner/F. Boese (Verein für Sozialpolitik) an den Herrn Reichsarbeitsminister (Brauns) am 29. Oktober 1925, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 4, Bl. 230. Die Begründung Brentanos lautete: “Angesichts der täglich an Intensität zunehmenden Offensive des Unternehmertums gegen die Arbeiter und seiner bis an mich sich heranwagenden Propaganda, sowie eines in meinen Händen befindlichen schreienden Belegs für die Illoyalität, mit der es vorgeht, würde ich einen Verat an meiner Vergangenheit und insbesondere an den Beweggründen begehen, die uns seinerzeit zur Einberufung der Eisenacher Versammlung veranlaßt haben, wenn ich dazu schwiege…” Er sei zu alt, selbst in die Arena des Kampfes zu treten. “Auch würde es die Vollendung des großen Werkes (Wirtschaftsgeschichte Englands), mit dem ich der deutschen Wissenschaft noch zu dienen hoffe, unmöglich machen. So möchte ich versuchen, ob ich den Verein für Sozialpolitik bewegen kann, die Aufgabe hierzu aufzunehmen.” Brentano an Herkner am 19.8.1925, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 28, Bl. 292.Google Scholar
  444. (432).
    Vgl. Eingabe, in: ZStA Merseburg, Rep. 92, NL Sombart, Nr. 2b2.Google Scholar
  445. (433).
    Herkner/Boese an Reichsarbeitsminister, a.a.O.Google Scholar
  446. (434).
    Herkner an Brentano am 17.1.1926, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 28, Bl. 299.Google Scholar
  447. (435).
    Alfred Weber an Herkner am 20.10.1925, in: ebd., Nr. 66, Bl. 74 f.Google Scholar
  448. (436).
    Hilferdings Vorschlag mochte auch vom RDI nicht abgelehnt werden. Das RDI-Präsidium kam überein, sich der ‘tätigen Mitarbeit nicht zu entziehen’, “obwohl man nicht gerade allzu viele positive Ergebnisse des Ausschusses erwarten kann (…)”, RDI-Schreiben vom 4.2.1926, in: ebd., NL Silverberg, Nr. 327.Google Scholar
  449. (437).
    Ludwig Heyde, betr. Verein für Sozialpolitik: Rundschreiben an die Herren Mitglieder des Unterausschusses für die Methodologie von Arbeitszeiterhebungen und Untersuchungen vom 14.10.1925, in: ZStA Merseburg, Rep. 196, Nr. 4, Bl. 235–241, hier Bl. 237. Heyde bezog sich insbesondere auf Max Weber, Methodologische Einleitung, a.a.O., S. 37 ff.Google Scholar
  450. (438).
    Vgl. Otto Graf, in: Verhandlungen und Berichte des Unterausschusses für Arbeitsleistung (IV. Unterausschuß), Bd. 1, Berlin 1927, S. 35, S. 40 und S. 48. Auch Tiburtius hielt arbeitsphysiologische Untersuchungen mit Hinweis auf Weber für nötig, ebd., S. 143 f.Google Scholar
  451. (439).
    Vgl. ebd., S. 92.Google Scholar
  452. (440).
    Vgl. ebd., S. 145 f. und S. 142.Google Scholar
  453. (441).
    Vgl. ebd., S. 306–309.Google Scholar
  454. (442).
    Zwiedineck-Südenhorst wollte das Dinta heranziehen, ebd., S. 50 und S. 93 und hielt auch die Arbeitsphysiologie für bedeutsam. Zimmermann suchte “Zuflucht” bei den Gewerbeinspektoren und Betriebsingenieuren, ebd., S. 58, S. 60 und S. 71. Zimmermann brachte auch die Arbeiten des VDI und des Refa als Basismaterial zur Feststellung der Arbeitszeit in die Diskussion, während Lipmann dies ablehnte, vgl. ebd., S. 257 f.Google Scholar
  455. (443).
    Vgl. Christian von Ferber, Der Werturteilsstreit 1909/1959, in: KZfSS, Jg. 11, 1959, S. 21–37.Google Scholar
  456. (444).
    Otto Lipmann, das Arbeitszeitproblem, 2. Aufl., Berlin 1926, S. 15 f.Google Scholar
  457. (445).
    Vgl. ebd., S. 16.Google Scholar
  458. (446).
    Vgl. ebd., S. 8.Google Scholar
  459. (447).
    Vgl. ebd., S. 387 ff. und S. 401–403.Google Scholar
  460. (448).
    So Tarnows Charakterisierung des Lipmannschen Vorschlags, in: Verhandlungen, a.a.O., S. Bd. 1, S. 83.Google Scholar
  461. (450).
    Vgl. auch: Verhandlungen und Berichte des Unterausschusses für Arbeitsleistung (IV. Unterausschuß), Bd. 9, zusammenfassender Bericht über die Ergebnisse der Arbeiten des Arbeitsleistungsausschusses, Berlin 1930, S. 3–12.Google Scholar
  462. (451).
    Ders., Bd. 2, Die Arbeitsverhältnisse im Steinkohlenbau in den Jahren 1912 bis 1926, Berlin 1928.Google Scholar
  463. (452).
    Ders., Bd. 3, Die Arbeitsleistung im Braunkohlenbergbau in den Jahren 1913 bis 1926, Berlin 1928.Google Scholar
  464. (453).
    Ders., Bd. 4, Arbeitszeit, Arbeitslohn und Arbeitsleistung im Hochofenbetriebe, Berlin 1929.Google Scholar
  465. (454).
    Ders., Bd. 5, Die Arbeitsleistung im Maurergewerbe, Berlin 1930.Google Scholar
  466. (455).
    Ders., Bd. 6, Die Arbeitsleistung in der Textilindustrie in den Jahren 1913 bis 1927, Berlin 1930.Google Scholar
  467. (456).
    Ders., Bd. 7. Die Arbeitsleistung in Stahl- und Walzwerken und ihre Abhängigkeit von Arbeitszeit, Arbeitslohn und anderen Faktoren, Berlin 1930.Google Scholar
  468. (457).
    Ders., Bd. 8, Die Arbeitsleistung in landwirtschaftlichen Betrieben, Berlin 1930.Google Scholar
  469. (458).
    Bericht von Otto Lipmann zur Besprechung am 14.8.1930, in: ZstA Potsdam, RAM, Nr. 10639, Bl. 19 f.Google Scholar
  470. (459).
  471. (460).
    Verhandlungen…, Bd. 9, a.a.O., S. 18.Google Scholar
  472. (461).
    Vgl. ebd., Bd. 6, S. 86 sowie: Die Arbeitszeitfrage in Deutschland, V., Mensch und Maschine, in: Gewerkschaftszeitung, 40. Jg., 1930, S. 631. Vgl. Claus Offe, Leistungsprinzip und industrielle Arbeit, 4. Aufl., Frankfurt/M./Köln 1975, S. 152 ff. und S. 165.Google Scholar
  473. (462).
    Lipmann, Lehrbuch, a.a.O., S. 402.Google Scholar
  474. (463).
    Dieses Ergebnis des Enquêteausschusses wurde besonders in Gewerkschaftskreisen vermerkt, vgl. Gewerkschaftszeitung, 40. Jg., 1930, S. 580.Google Scholar
  475. (464).
    So die RAM-Referentin Hilde Oppenheimer, Arbeitszeit, Arbeitslohn, Arbeitsleistung, in: Magazin der Wirtschaft, V., Nr. 9, 28.2.1929, S. 303.Google Scholar
  476. (465).
    Lipmann, Lehrbuch, a.a.O., S. 29.Google Scholar
  477. (466).
    Ebd., S. 15.Google Scholar
  478. (467).
    In der Diskussion mit sowjetischen Kollegen hob Lipmann hervor, “daß soziogene und psychogene Faktoren zwar die Selbstbeanspruchung des Arbeiters — sogar in einem vielleicht noch ungeahnten Maße nicht aber auch seine Leistungsfähigkeit zu beeinflussen vermögen.” Eine Außerkraftsetzung der Selbstregulierungsmechanismen durch soziogene Faktoren würde früher oder später die Motivationen wieder unwirksam machen und sich in den üblichen Folgen einer Uberbeanspruchung kundtun. In: Prinzipienfragen der Psychotechnik, a.a.O., S. 78.Google Scholar
  479. (468).
    Lipmann, Lehrbuch, a.a.O., S. 140 f. in Übereinstimmung mit dem sowjetischen Arbeitswissenschaftler Spiel rein.Google Scholar
  480. (469).
    Ebd., S. 78.Google Scholar
  481. (470).
    Ebd., S. 161.Google Scholar
  482. (471).
    Vgl. Otto Lipmann, Leistungsfähigkeit und Selbstbeanspruchung, Leipzig 1932. Blumenfeld, Rez. Lehrbuch der Arbeitswissenschaft, in: Psychotechnische Zeitschrift, Jg. 7, Nr. 2/3, 1932, S. 89 f. Wladimir Eliasburg, Arbeitswissenschaft und Psychotechnik in Rußland, in: Zentralblatt für Psychotherapie, Jg. 4, 1931, S. 594–600.Google Scholar
  483. (472).
    Ministerialrat Dr. Feig/RAM an Präsident Dr. Syrup/Reichsarbeitsver-waltung am 7.5.1927, in: ZStA Potsdam, RAM, Nr. 10445, Bl. 180.Google Scholar
  484. (473).
    Protokoll der Besprechung vom 16.11.1925, in: ebd., Nr. 10437, Bl. 26.Google Scholar
  485. (474).
    Vgl. Gewerkschafts-Zeitung, 40. Jg., 1930, S. 645 sowie Theodor Lei-part (Hrsg. i.A. des ADGB), Die 40 Stunden-Woche, Berlin 1931, S. 87 f. und S. 97.Google Scholar
  486. (475).
    Vgl. Hans Mommsen, Diskussionsbeitrag, in: Hans Mommsen, Dietmar Petzina und Bernd Weisbrod (Hrsg.), Industrielles System und politische Entwicklung in der Weimarer Republik (1974), Kronberg/Ts. 1977, Bd. 2, S. 737.Google Scholar
  487. (476).
    Vgl. Deutsche Bergwerkszeitung vom 4.2.1926.Google Scholar
  488. (477).
    In: Deutsche Zeitung vom 16.6.1926.Google Scholar
  489. (478).
    Vgl. die Zeitungsausschnitt-Sammlung, in: ZStA Potsdam, Vorl. RWR, Nr. 642.Google Scholar
  490. (479).
    Protokoll der 50. Sitzung des U.A.IV. vom 19.7.1928, in: ebd., Nr. 637, Bl. 91.Google Scholar
  491. (480).
    Frieda Wunderlich / Soziale Praxis an Brentano am 4.5.1931, in: Bundesarchiv Koblenz, NL Brentano, Nr. 65, Bl. 135.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1987

Authors and Affiliations

  • Helmuth Schuster

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