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Ausblick, Synthese und Schluß

  • Carola Schulz
Chapter
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 66)

Zusammenfassung

Der Zustand der Ökonomie war nicht besonders ermutigend, am Ende des Untersuchungszeitraumes, und es sollte noch schlinmer kornnen. Nachdem es in den Jahren bis 1979/80 so ausgesehen hatte, als ob der Entwicklungstrend sich wieder mehr in Richtung auf eine stabilere expansive Kapitalakkumulation bewegte1), brach der nächste Krisenschub nach der Bundestagswahl 1980/81 über das Land herein2), mit Arbeitslosenzahlen, die nun wirklich nicht mehr heruntergespielt werden konnten3) und mit Zusamnenbrüchen zahlreicher Unternehmen, darunter auch Wirtschaftsriesen wie etwa die AEG, die nach allen Regeln der politischen Ökonomie als unzerstörbar gegolten hatten, weil sie so groß geworden waren. Strukturkrisen wie die der Stahlindustrie gerieten immer mehr außer Kontrolle, bedrohten weitere zehntausende von Arbeitsplätzen und erzwangen immer massivere Stützungsaktionen eines immer stärker verschuldeten Staates.4) Zwar konnte die Geldentwertung immerhin einigermaßen eingegrenzt werden5); aber der Preis für diesen partiellen Erfolg bestand in der dauerhaften Duldung einer echten Massenarbeitslosigkeit.

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Anmerkungen

  1. 1).
    DaS.Bruttosozialprodukt in Preisen von 1970 wuchS.nach +5,3% (1976) um +2,8% (1977) (LiZ ‘80, a.a.O., S. 34, Tab. 3.2), +3,6% (1978) und +4,4% (1979); Statistische S. Burriesamt (Hg.): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungea Fachserie 18, Reihe 1: Konten und Standardtabellent 1980. Stuttgart/Mainz 1981, S. 6, Tab. 1.Google Scholar
  2. 2).
    Ebenda, S.6, Tab. 1: 1980 +1,8%, 1981 – 0,3%; auch für 1982 muß mit einem absoluten Rückgang deS.SozialprodukteS.gerechnet werden.Google Scholar
  3. 3).
    Die Arbeitslosenzahlen entwickelten sich wie folgt: 1.030.000 (1977); 993.000 (1978); 876.000 (1979); 889.000 (1980); 1.272.000 (1981); ebenda, S. 82, Tab. 2.29, 1979 – 1981 vorläufige Zahlen. Im Winter 1982/83 wurde dann die Zwei-Millionen-Grenze erreichtGoogle Scholar
  4. 4).
    Vgl. etwa den Fall Arbed-Saarstahl im Winter 1982/83; zur Staatsverschuldung vgl. Abschnitt 5.3), Anm. 8).Google Scholar
  5. 5).
    LiZ ′80, a.a.O., S. 19, Tab. 2.33: Der Preisindex für die private Lebenshaltung stieg 1977 um 3,5%, 1978 +2,5%, 1979 +3,9%, 1980 +5,3%. Zwar ist auch hier eine erneute Verschärfung deS.ProblemS.mit dem Beginn deS.zweiten großen KrisenschubeS.1980/81 deutlich erkennbar, aber gerade in diesem Bereich vermag ein Blick auf die internationale Lage die richtigen Dimensionen herzustellen. Bei der Betrachtung der internationalen Verbraucherpreisentwicklung zwischen 1970 und 1980 liegt die Bundesrepublik mit einer durchschnittlichen jährlichen Veränderung von +5,1% an zweiter Stelle hinter der Schweiz, während vergleichbare Industrienationen wie die USA (+7,8%), Frankreich (+9,7%), Großbritannien (+13,7%) und Italien (+13,8*) in den mittleren bis unteren Rängen piaziert sind; ebenda, S. 17, Tab. 2.31.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. die Arbeiten von: Brumlop, Eva/Rosenbaum, Wolf: ‘\”Humanisierung der Arbeitsbedingungen” durch gewerkschaftliche Tarifpolitik; in: Bergmann, Beiträge, a.a.O., S. 264–297; Watkinson, Christof/ Hildebrandt, Eckart/ Funke, Hajo: “Nicht weniger wert sein”. Bedrohung deS.BesitzstandeS.und Interessen der Metaller am Absicherungstarifvertrag; in: ProKla, 35, 9. Jg., 1979, Nr. 2, S. 3–16Google Scholar
  7. 6a).
    sowie: Jacobi, Otto/ Müller-Jentsch, Walther/ Schmidt, Eberhardt (Hg): Arbeiterinteressen gegen Sozialpartnerschaft. KritischeS.Gewerkschaftsjahrbuch 1978/79. Berlin 1978. S. 216–219.Google Scholar
  8. 7).
    Vgl. Jacobi, Otto/ Müller-Jentsch, Walther/ Schmidt, Eberhardt (Hg): (Hg): Moderne Zeiten — alte Rezepte. KritischeS.GewerkschaftS.Jahrbuch 1980/81. Berlin 1980, S. 196/197.Google Scholar
  9. 8).
    Vgl. Jacobi, Otto: Gewerkschaftliche Lohnpolitik unter dem Druck antikeynesianischer Wirtschaftspolitik; in: Bergrann, Beiträge, a.a.O., S. 326–362, hier S. 347–351.Google Scholar
  10. 9).
    Altvater/Hoffmann/Semnler, a.a.O., S. 332–335Google Scholar
  11. 10).
    Dombois, Rainer: Stanmarbeiter und Krisenbetroffenheit. Fallanalysen zur Differenzierung der Krisenbetroffenheit angelernter Arbeiter; in; ProKla 36, 9. JS., 1979, Nr. 3, S. 161–187.Google Scholar
  12. 11).
    Esser, Josef/ Fach, Wolfgang/ Väth, Werner: Strukturelle Arbeitslosigkeit und politischeS.Konfliktpotential; in: ProKla 31, 8. Jg., 1978, Nr. 2, S. 115–137.Google Scholar
  13. 12).
    Vgl. Jacobi, Otto/ Müller-Jentsch, Walther/ Schmidt, Eberhardt (Hg): Arbeitskampf um Arbeitszeit. KritischeS.Gewerkschaftsjahrbuch 1979/80. Berlin 1979, S. 205/206.Google Scholar
  14. 13).
    Vgl. hierzu Esser/Fach/Vath, a.a.O., S. 117–119Google Scholar
  15. 14).
    Damit soll nicht die oben aufgestellte These zurückgenommen werden, die Volksparteien suchten gerade möglichst viele und sozial heterogene Interessenpotentiale auS.den verschiedenen Konfliktbereichen der Gesellschaft in sich selbst zusammenzufassen, Vielmehr geht eS.hier daum, daß der spezifische Akzent verschiedener Parteipolitiken, historisch-traditionell vermittelt und in der Betonung eineS.je besonderen WählerkernS.abgesichert, entweder mehr der lohnabhängigen oder mehr der unternehmerischen Seite zuneigt. DieS.ist nichtS.andereS.alS.ein HinweiS.darauf, daß es immerhin konservative und sozialdemokratische Volksparteien gibt, die eben keine inhaltlich identische Politik betreiben.Google Scholar
  16. 15).
    Vgl. oben, Abschnitt 2.3.1).Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Carola Schulz

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