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Stellungnahmen der Bundestagsparteien CDU/CSU, SPD und FDP zur Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik 1966 bis 1976

  • Carola Schulz
Chapter
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 66)

Zusammenfassung

Das Jahr 1966 wurde aus zwei Gründen als Beginn des Untersuchungszeitraumes der vorliegenden Arbeit gewählt. Der eine, dessen Bedeutung im vorangegangenen Kapitel bereits greifbar geworden sein sollte, liegt in der Tatsache, daß 1966 die erste wirkliche Nachkriegsrezession einsetzte. Der zweite besitzt einen zentralen Stellenwert für dieses Kapitel: 1966 trat die Sozialdemokratie zum ersten Mal seit dem Sturz der Regierung Müller im März 1930 in eine deutsche Zentralregierung ein. Die wirtschaftspolitischen Auseinandersetzungen, die im folgenden zu schildern sind1), werden zeigen, wie maßgeblich die Regierungsbeteiligung, später sogar die Regierungsführung durch die SPD mit all ihren neuen Zielen und Konzeptionen die Diskussion prägte. Damit soll nicht der Eindruck erweckt werden, die SPD habe diese Debatten dominiert; vielmehr geht es darum, die Kontroversen innerhalb des Parteinsystems nachzuzeichnen, die von den innovativen Plänen und Aktivitäten einer Partei ausgelöst wurden.

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Anmerkungen

  1. 1a).
    - Zweites Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und Stellungnahme der Bundesregierung zu dem Gutachten (Drucksachen V/123, V/127); 21. Sitzung, 5. Wahlperiode, 16.2.1966. Fortsetzung der Beratung: 22. Sitzung, 17.2.1966; Verhandlungen des Deutschen Bundestages, 5. Wahlperiode 1965, Band 60, Stenographische Berichte, 1. — 24. Sitzung, 1965/66, S. 847 B — 893 D und S. 917 B — 979 C. (Im folgenden wird jeweils nur die Band-Nummer, die Jahreszahl des Bandes und die in ihn abgedruckten Sitzungen angegeben).Google Scholar
  2. 1b).
    - Entwurf eines... Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Drucksache V/890) — Erste Beratung — in Verbindung mit Entwurf eines Gesetzes zur Förderung der wirtschaftlichen Stabilität (Drucksache V/890), Erste Beratung; 55. Sitzung, 14.9.1966, S. 2655 C — 2706 D; Fortsetzung der Ersten Beratung: 56. Sitzung, 15.9.1966, S. 2727 A — 2792 C; Band 62, 47. — 77. Sitzung.Google Scholar
  3. 1c).
    - Beratung des Dritten Jahrsgutachtens des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; die Stellungnahmen der Bundesregierung zum Jahresgutachten 1966 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sowie des Sondergutachtens über die Wirtschaftslage im Frühjahr 1967 (Drucksachen V/1160, V/1313, V/1588); 106. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 27. April 1967, S. 4976 C — 5000 D sowie Anlagen zum Stenographischen Bericht der 106. Sitzung, Anlagen 2–4, S. 5001 D -5006 B, und Anlagen zum Stenographischen Bericht der 107. Sitzung, Anlagen 2 – 5, S. 5060 A – 5069 B; Band 64, 103. – 120. Sitzung.Google Scholar
  4. 1d).
    - Beratung der von der Bundesregierung vorgelegten Finanzplanung des Bundes 1967 bis 1971 -Drucksache V/2065 — in Verbindung mit der Entschließung des Bundesrates — Drucksache V/2084Google Scholar
  5. 1e).
    - Beratung des von der Bundesregierung vorgelegten Zweiten Programms der Bundesregierung für besondere konjunktur- und strukturpolitische Maßnahmen 1967/68 — Drucksache V/2070 -und der Entschließung des Bundesrates gemäß § 8 Abs. 1 Satz 4 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 8. Juni 1967 — Drucksache V/2085 -Erste, zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des ümsatzsteuergesetzes (Mehrwertsteuer) — Drucksache V/2086 — Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Bitwurfs eines Gesetzes über Finanzierungshilfen aus Mitteln des ERP-Sondervennbgens für Investitionen im Bereich der Gemeinden (ERP-Investitionshilfegesetz) — Drucksache V/2088 — Erste, zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Bitwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über die Deutsche Bundesbank — Drucksache V/2069 -; 119. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 6. September 1967, S. 5957 A — 5987 B und S. 6000 C — 6052 D; Band 64, 1967, 103. — 120. Sitzung.Google Scholar
  6. 1f).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1967 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache V/2310) in Verbindung mit Beratung des von der Bundesregierung beschlossenen Jahreswirtschaftsberichts 1968 der Bundesregierung (Drucksache V/2511) und Beratung des Antrags der Fraktion der FDP betr. Konjunkturbelebung durch steuerliche Anreize für verstärkte private Investitionen (Drucksache V/2471); 156. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 14. Februar 1968, S. 8033 C — 8072 D; Band 66, 1968, 146. — 168. Sitzung.Google Scholar
  7. 1g).
    - Entwurf eines Gesetzes über umsatzsteuerliche Maßnahmen zur außenwirtschaftlichen Absicherung (CDU/CSU, SPD) (Drucksache V/3524), Erste Beratung; 197. Sitzung, Bonn, den 26. November 1968, S. 10615 B — 10642 D; Entwurf eines Gesetzes über umsatzsteuerliche Maßnahmen zur außerwirtschaftlichen Absicherung (CDU/CSU, SPD) (Drucksache V/3524); Mündlicher Bericht des Finanzausschusses (Drucksache V/3557); Bericht des Haushaltsausschusses gem, § 96 GO (Drucksache V/3559), Zweite und Dritte Beratung; 199. Sitzung, Bonn, den 28. November 1968; Band 68, 1968/69, 188. -211. Sitzung.Google Scholar
  8. 1h).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1968 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache V/3550) in Verbindung mit Beratung des Jahreswirtschaftsberichts 1969 der Bundesregierung (Drucksache V/3786) und mit Beratung der Verordnung über die Bildung von Konjunkturausgleichsrücklagen durch Bund und Länder im Haushaltsjahr 1969 (Drucksache V/4358); 241. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 19. Juni 1969, S. 13412 B — 13449 A; Band 70, 1969, 230. — 247. Sitzung.Google Scholar
  9. 1i).
    - Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung; 5. Sitzung, Bonn, den 28. October 1969, S. 20 A — 34 A; Aussprache über die Erklärung der Bundesregierung, 6. Sitzung, Bonn, den 29. Oktober 1969, S. 37 A — 124 D; Fortsetzung der Aussprache über die Erklärung der Bundesregierung; 7. Sitzung, Bonn, den 30. October 1969, S. 127 A — 241 A; Band 71, 1969/70, 1. -30. SitzungGoogle Scholar
  10. 1j).
    - Beratung des Jahreswirtschaftsberichts 1970 der Bundesregierung (Drucksache VI/281); 29. Sitzung, Bonn, Dienstag, den 17. Februar 1970, S. 1247 B — 1330 C; Band 71, 1969/70, 1. -30. SitzungGoogle Scholar
  11. 1k).
    - Große Anfrage der Fraktion der CDU/CSU betr. Wirtschafts- und Konjunkturpolitik (Drucksachen VI/1144, VI/1215); 69. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 7. Oktober 1970, S. 3794 C — 3849 C; Band 73, 1970, 54. — 71. Sitzung.Google Scholar
  12. 1l).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1970 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache VI/1470) in Verbindung mit Beratung des Jahreswirtschaftsberichts 1971 der Bundesregierung (Drucksache VI/ 1760); 95. Sitzung, Bonn, Dienstag, den 2. Februar 1971, S. 5194 B — 5266 D; Band 75, 1971, 95. — 111. Sitzung.Google Scholar
  13. 1m).
    - Große Anfrage der Fraktion der CDU/CSU betr. finanz- und währungspolitische Absichten der Regierung — Drucksachen VI/2205, VI/2326 — in Verbindung mit Beratung des Sondergutachtens “Zur konjunktur- und währungspolitischen Lage im Mai 1971” — Drucksache VI/2230 -; 130. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 23. Juni 1971, S. 7499 C — 7536 C; Band 76, 1971, 112.- 133-Sitzung.Google Scholar
  14. 1n).
    - Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung; 162. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 19. Januar 1972, S. 9347 D — 9372 A; Band 78, 1971/72, 153. — 170. Sitzung.Google Scholar
  15. 1o).
    - Jahresgutachten 1971 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache VI/2847) in Verbindung mit Jahreswirtschaftsbericht 1972 der Bundesregierung (Drucksache VI/3078); 177. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 15. März 1972, S. 10226 B — 10261 C; und S. 10276 A — 10309 D; Band 79, 1972, 171. — 185. Sitzung.Google Scholar
  16. 1p).
    - Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung; Aussprache über die Erklärung der Bundesregierung; 7. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 24. januar 1973; S. 158 A — 239 D; 9. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 25. Januar 1973, S. 243 A — 336 D; 10. Sitzung, Bonn, Freitag, den 26. Januar 1973, S. 339 A — 380 C; Band 81, 1972/73, 1.–15. Sitzung.Google Scholar
  17. 1q).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1972 des Sacherständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache 7/2) in Verbindung mit Beratung des Jahreswirtschaftsberichts 1973 der Bundesregierung (Drucksache 7/225); 20. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 15. März 1973, S. 903 A — 941 C und S. 969 A — 1001 D; Band 83, 1973.Google Scholar
  18. 1r).
    - Erklärung der Bundesregierung zu aktuellen Fragen der Wirtschafts- und Energiepolitik; 67. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 29. November 1973, S. 3908 A — 3946 C und S. 3968 D; Band 85, 1973, 62. -71. Sitzung.Google Scholar
  19. 1s).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1973 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (Drucksache 7/1273) in Verbindung mit Beratung des Jahreswirtschaftsberichts 1974 der Bundesregierung (Drucksache 7/1646); 92. Sitzung, Bonn, Freitag, den 29. März 1974, S. 6177 B — 6216 D und 93. Sitzung, Bonn, Dienstag, den 2. April 1974, S. 6233 C — 6277 C; Band 87, 83. — 95. Sitzung.Google Scholar
  20. 1t).
    - Erklärung der Bundesregierung betr. Maßnahmen zur konjunkturellen Situation in Verbindung mit Entwurf eines Gesetzes zur Förderung von Investitionen und Beschäftigung (Antrag der Fraktion der SPD, FDP) — Drucksache 7/2979 — Erste Beratung; in Verbindung mit Entwurf eines Gesetzes über Investitionszuschüsse für gemeinnützige Wohn- und Siedlungsunternehmen (Antrag der Fraktion der SPD, FDP) — Drucksache 7/2981 — Erste Beratung; in Verbindung mit Antrag der Bundesregierung betr. zusätzliche Bundesaussaben zur Förderung der Konjunktur -Drucksache 7/2978; 137. Sitzung, Bonn, Freitag, den 13. Dezember 1974, S. 9420 B — 9466 B; Band 90, 1974, 127. — 139. Sitzung.Google Scholar
  21. 1u).
    - Jahresgutachten 1974 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung — Drucksache 7/2848 — in Verbindung mit Jahreswirtschaftsbericht 1975 der Bundesregierung — Drucksache 7/3197 — in Verbindung mit Antrag der Abg. Stücklen, Dr. warnke, Dr. Dollinger, Dr. Zimmermann, Höcherl, Dr. h.c. Wagner (Günzburg), Schmidhuber, Ziegler, Spilker, Röhner, Dr. Althammer, Dr. Fuchs, Gierenstein, Dr. Jobst, Dr. Kunz (Weiden), Gerlach (Obernau) und Genossen betr. Änderung des Verteilungsschlüssels der Beschäftigungshilfen — Drucksache 7/3207 —; 149. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 20. Februar 1975, S. 10276 D — 10320 B und S. 10340 D — 10381 C; Band 91, 1975, 140. — 153. Sitzung.Google Scholar
  22. 1v).
    - Erklärung der Bundesregierung; Aussprache über die Erklärung der Bundesregierung in Verbindung mit Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Feststellung eines Nachtrags zum Bundeshaushalt für das Haushaltsjahr 1975 (Nachtragshaushaltsgesetz 1975) — Drucksache 7/4001 — in Verbindung mit Beratung des Programms zur Stärkung von Bau- und anderen Investitionen — Drucksache 7/4013 — in Verbindung mit Beratung des Sondergutachtens zur konjunkturpolitischen Lage im August 1975 — Drucksache 7/3976 -; 184. Sitzung, Bonn, Mittwoch, den 17. September 1975, S. 12885 A — 12924 C und S. 12946 A — 12997 D, sowie 185. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 18. September 1975, S. 13009 B — 13055 D; Band 94, 1975, 175. — 185. Sitzung.Google Scholar
  23. 1w).
    - Beratung des Jahresgutachtens 1975 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung — Drucksache 7/4326 — in Verbindung mit Beratung des Jahresberichts 1976 der Bundesregierung — Drucksache 7/4677 — in Verbindung mit Beratung des Antrags der Abgeordneten Pieroth, Dr. Burgbacher und der Fraktion der CDU/CSU betr. Förderung der betrieblichen Gewinn- und Kapitalbildung der Arbeitnehmer — Drucksache 7/3664 -; 227. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 11. März 1976, S. 15755 B — 15799 D und S. 15818 A — 15838 D; Band 97, 1976, 220. — 236. Sitzung.Google Scholar
  24. 1x).
    - Abgabe einer Erklärung der Bundesregierung; 5. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 16. Dezember 1976, S. 31 A — 52 D; Fortsetzung der Aussprache über die Erklärung der Bundesregierung; 8. Sitzung, Bonn, Donnerstag, den 20. Januar 1977, S. 232 B — 313 D; Band 100, 1976/77, 1. -19. Sitzung.Google Scholar
  25. Im folgenden werden jeweils die Namen der Abgeordneten mit dem Datum der jeweiligen Sitzung zitiert.Google Scholar
  26. Es wurde Wert darauf gelegt, möglichst Debatten im Frühjahr und Herbst jedes Jahres zu bearbeiten, um die ökoncmischen Veränderungen im Zeitverlauf möglichst weitgehend zu erfassen. Für 1971 standen nur für Februar und Juni geeignete Protokolle zur Verfügung; 1972 fanden nur im Frühjahr relevante Debatten statt (Januar und März), da im Jahresverlauf das Mißtrauensvotum der Opposition und die daraufhin vorgezogenen Bundestagswahlen den gewohnten Arbeitsablauf im Parlament weitgehend lahmlegten. Für 1973 wurden außer dem wirtschaftspolitischen Teil der Regierungserklärung im Januar zwei kleinere Debatten im März und im November ausgewählt, um sowohl zum Neuaufschwung als auch zum Ausbruch der Ölpreis-krise Aussagen verwerten zu können. Schließlich fällt die Debatte zur Regierungserklärung von Bundeskanzler Schmidt nach der Wahl des Jahres 1976 in den Januar 1977; es kann aber kein Zweifel daran bestehen, daß die mit ihr verbundene wirtschaftspolitische Kontroverse sich auf das Ende des Jahres 1976 bezieht und damit noch in den Ühtersuchungszeitraum fällt.Google Scholar
  27. Neben diesen Debatten wurden — soweit der Verfasserin zugänglich — die Parteitagsprotokolle von SPD und CDU zur Betrachtung herangezogen, um Diskussions- und Konfliktabläufe innerhalb der beiden großen Volksparteien als einen Beitrag zur Selektionsthematik aufzuzeigen. Es ergab sich, daß auf den Parteitagen der CDU im wesentlichen keine wirtschaftspolitischen Themen debattiert wurden, während die SPD mit wachsender Dauer der Regierungsführung und parallel zum steigenden ökoncmischen Problemdruck immer häufiger in durchaus umfangreiche innerparteiliche Auseinandersetzungen geriet, die selbstverständlich auch auf den Parteitagen ihren Niederschlag fanden. Die Auswertung dieser Protokolle fügt sich chronologisch in die Analyse ein; für die CDU wurden innerparteilichen Differenzen, soweit erkennbar, aus den Fraktionsstellungnahmen selbst herauskristallisiert. Das gleiche gilt für die FDP, deren innerparteiliche Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse ohnehin relativ am unkompliziertesten verlaufen sein dürften, infolge der größeren internen Homogenität dieser Partei, verglichen mit den beiden Volksparteien CDU und SPD.Google Scholar
  28. Sicherlich sind die Aussagen von Rednern im Parlament und vor Parteitagen auch von der Umgebung geprägt und von den Ritualen, die bei solchen Diskussionen vorherrschen. Es läßt sich jedoch durchaus inhaltsanalytisch differenzieren zwischen wirtschaftspolitischen Inhalten, die dann mit Stellungnahmen der Verbände in deren eigenen Publikationen vergleichbar werden, und den Gesetzmäßigkeiten politischer Großveranstaltungen und des Wahlzyklus, die die Form der Reden parteispezifisch beeinflussen. Von daher erscheint es gerechtfertigt, dieses Material trotz seiner Unterschiede zu Veröffentlichungen in Verbandszeitschriften zum Vergleich heranzuziehen, zumal es — außer im Falle der SPD — keine andere, vergleichbare breite Quellenbasis zur Ermittlung wirtschaftspolitischer Auffassungen der Parteien gibt.Google Scholar
  29. 2).
    Vgl. oben, Abschnitte 2.3.1) und 2.3.2)Google Scholar
  30. 3).
    Dabei wird im Verlauf der Analyse zu prüfen sein, inwieweit die Parlamentsdebatten mehr Material für ersteren Aspekt, die Parteitagsprotokolle speziell der SPD eher Informationen über letzteren liefern. Gewiß werden in Ermangelung zusätzlicher Unterlagen für die CDU/CSU und die FDP beide Fragestellungen aus dem parlamentarisch bezogenen Untersuchungsmaterial zu beantworten sein; aber möglicherweise kann die Betrachtung wirtschaftspolitischer Parteitagsauseinandersetzungen der SPD genaueren Aufschluß über die Prozesse der Selbstverständigung einer Partei als Partei und über die Erhaltung ihrer Spielräume mehr oder weniger autonomen Handelns geben. Wenn dem so sein sollte, würde das Fehlen derartiger Kontroversen auf den CDU-Parteitagen ein Beleg für die These bedeuten, daß diese Partei, gerade weil sie keine offenen, internen Auseinandersetzungen führt, sich einer Chance der Kontrolle des Verbandseinflusses in ihren eigenen Reihen beraubt; vgl. oben Arm 1) in diesem Kapitel sowie die Abschnitte 2.3.2) und 3.4.4).Google Scholar
  31. 4).
    Vgl. zur wirtschaftspolitischen Literatur die Arm 2) zu Beginn des vorangegangenen Kapitels.Google Scholar
  32. 5).
    Insbesondere nach dem Kreuther Trennungsbeschluß der CSU-Fraktion und den von ihm eingeleiteten Auseinandersetzungen der Jahre seit 1976 sollte man im Grunde die Konzeption und Strategien von CDU und CSU getrennt referieren und analysieren. Es dürfte sich dabei wohl rasch zeigen, daß die CSU inner stärker auf eine Rückkehr zu ideenparteilichen Methoden ähnlich der Weimarer ENVP drängte, je krisenhafter der ökonomische Prozeß wurde. Dagegen suchten und suchen starke Kräfte innerhalb der CDU, auf dem Weg der Volkspartei zu bleiben. Die geglückte Selbsternennung des CSU-Vorsitzenden Strauß, dessen Vorstellungen sehr detailliert beschrieben werden, zum Kanzlerkandidaten beider Parteien im Jahre 1979 kann als Indikator dafür gelten, daß inzwischen die ideenparteiliche Tendenz des konservativen politischen Lagers in der Bundesrepublik weit über die Grenzen der CSU hinausreicht. Allerdings zeigt die Tatsache, daß die Union mit diesem Kandidaten die Bundestagswahl 1980 verlor, daß die Aufnahmebereitschaft der Wählerpotentiale für diese Strategie noch begrenzt und noch nicht mehrheitsverschaffend war. Die im Oktober 1982 herbeigeführte ‘Wende’ zur christlich-liberalen Regierung Kohl/Genscher macht vielmehr deutlich, daß (noch) eher integrative als polarisierende Verhaltensweisen auch innerhalb der Union den parteiinternen Sieg davontragen konnten. Dennoch geht die vorliegende Arbeit von einer einheitlich agierenden Union von CDU und CSU aus, da die Parlamentsdebatten mit gemeinsamen Fraktionsstel-lungnahmen nicht genügend Material zur Differenzierung bieten und Protokolle der CSU-Parteitage der Verfasserin nicht vorlagen. Allerdings werden sich Unterschiede zwischen den einzelnen Reden nachweisen lassen, die Flügelbildungen imerhalb der CDU/CSU belegen; diese folgten Jedoch nicht immer der organisatorischen Grenze zwischen beiden Parteien und unterstützen gerade damit die oben formulierte These, daß ideenparteiliche Strömungen sich nicht auf die kleinere der beiden Schwesterparteien beschränken lassen.Google Scholar

5.1) Vom Scheitern des Qrdo-Liberalismus zum folgenreich geglückten keynesianischen Krisenmanagement: Große Koalition, Rezession und Aufschwung (1966 – 1969)

  1. 1).
    Vgl. Huffschmid, Politik des Kapitals, a.a.O.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. Deininger, Werner: Die Stellung der Subventionen in den Wachstumszyklen unter besonderer Berücksichtigung der Wahltermine; in: Gahlen, Bernhard (Hg): Wachstumszyklen und Einkommensverteilung Tübingen 1974, S. 238–261, hier S. 258, Tab. 4.1.Google Scholar
  3. 3).
    Bis zur Jahresmitte 1967 wurden zwei Eventualhaushalte in Höhe von insgesamt 7,8 Mrd. DM verabschiedet, die insbesondere auf strukturschwache Gebiete und die arbeitsplatzintensive und zugleich höchst konjunkturanfällige Bauindustrie zielten, aber durch die Gewährung 10%iger Sonderabschreibungen generell die Unternehmer zu Neuinvestitionen anreizen sollten. Die Bundesbank unterstützte diesen Kurs durch die Senkung des Diskontsatzes von 5% auf 3% in mehreren Schritten zwischen Januar und Mai 1967. Sofern nichts anderes angegeben ist, stützt sich die Auszählung wirtschaftspolitischer Maßnahmen auf den Anhang bei Goldberg/Jung, a.a.O., S. 1+ — 21+.Google Scholar
  4. 4).
    Am 19.1.1967 beschioß die Bundesregierung Einsparungen von insgesamt 3,6 Mrd. DM durch Kürzung von Ausgaben und den Abbau von Steuervergünstigungen; vgl. Hardes, a.a.O., S. 18.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. dazu unten, Abschnitt 5.1.1), zur Frage eines dritten Programms.Google Scholar
  6. 6).
    Die Bundesregierung beschioß am 18.3.1969, daß die erwarteten Mehreinnahmen des laufenden Haushalts nicht ausgegeben werden sollten, und sie einigte sich gleichzeitig auf eine zusätzliche Verfugungssperre von 1,8 Mrd. DM. Neben diesen und anderen Maßnahmen war es vor allem die Hochzinspolitik der Bundesbank, die die Gelder aus dem Ausland anzog: Von April an erhöhte sie den Diskont- und den Lombardsatz immer wieder, bis sie bei 6% (Diskontsatz, September 1969) bzw. 9% (Lombardsatz, Dezember 1969) lagen.Google Scholar
  7. 7).
    Bundeswirtschaftsminister Schmücker warnte vor der ‘drohende(n) Gefahr:- einer Stagnation ohne Beendigung des Preisanstiegs”, die aus dem Zusammentreffen von Investitionsrückgang und “einer Welle von Lohn- und Arbeitszeitforderungen” entstehen könne; Schmücker, 16.2.1966, 1. Beitrag, S. 849.Google Scholar
  8. 8).
    Balke, 17.2.1966, S. 970. Deutlicher noch wird Pohle, 162.1966, S. 875, der die Lohnentwicklung als wichtige Ursache der Preissteigerungen anführt: “Hierbei sind jene Lohnsteigerungen gefährlich, die über das jeweilige Prcduktivitätswachstum nicht der Glcbalrechnung, sondern der einzelnen Branche (!) hinausgehen.”Google Scholar
  9. 9).
    Vgl. Luda, 17.2.1966, S. 923, sowie Burgbacher, 162.1966, S. 858: “Auf jeden Fall ist es notwendig, die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden der Bruttosozialproduktsentwicklung anzupassen.”Google Scholar
  10. 10).
    Die man allerdings nicht dramatisieren solle; vgl. Pohle, 162.1966, S. 874, zu der “für meine Begriffe überbetonten Frage des sogenannten Geldwertschwundes”. (Soweit nichts anderes vermerkt, Hervorhebungen im Text). Bereits hier wird deutlich, wie sehr die jeweils regierende Partei bemüht war, ökonamische Probleme möglichst zu verharmlosen, um nicht über mißlungene Steuerungsversuche zusätzlich in ernste Legitimationsschwierigkeiten zu geraten.Google Scholar
  11. 11).
    Schmücker, 16.2.1966, 1. Beitrag, S. 849Google Scholar
  12. 12).
    Balke, 172.1966, S. 970: Balke spricht sich hier für die Prcduktivitätsorientierung der Lohnpolitik aus, denn: “Wir wollen hohe Real löhne, wie kämpfen aber immer wieder im Nominal löhne. Das ist auch ein Unsinn, das liegt auch nicht im Interesse der Arbeitnehmer,” wenn “nicht mehr preisneutral(e)” Lohnforderungen durchgesetzt würden. Noch restriktiver äußerte sich Bundeskanzler Erhard, 172.1966, S. 929: “Natürlich, bei Preisstabilität (!) können die Löhne etwa (!) in dem Umfang des erreichten Produktivitätszuwachses steigen.”Google Scholar
  13. 13).
    Vgl. Schmücker, 162.1966, 1. Beitrag, S. 849, der sich gegen Haushaltskürzungen in Milliardenhöhe ausspricht, weil diese “doch sehr leicht zu einer Bruchlandung führen” könnten. Siehe auch Burgbacher, 162.1966, S. 856 und S. 858. Die Aussage des Bundeskanzlers: “Ich bin auch nicht der Meinung, daß man aus Angst vor einer Rezession glaubt, man müsse vorsorglich oder gar unter allen Umständen einen inflationistischen Kurs steuern”, zielt zwar sicherlich vor allem auf die SPD-Forderung, keine Deflationspolitik zu treiben. Sie enthält aber auch eine Spitze gegenüber Positionen, wie sie etwa von Schmucker oder Burgbacher vertreten wurden. Diese strebten gesichertes Wachstum auch deshalb an, weil es die Verhältnisse zwischen beiden Tariffcarteien problemloser gestaltete, während der Kanzler nach wie vor auf generelle staatliche Zurückhaltung in Fragen der Ökonomie drängte und Redner wie Balke und Pohle deutlicher die Interessen der Kapitalseite betonten, nicht ohne aber ihre Erfüllung als im gesamtwirtschaftlichen Interesse vernünftig darzustellen. Vgl. Erhard, 17.2.1966, S. 933.Google Scholar
  14. 14).
    Schmucker, 172.1966, S. 976. Ähnlich auch Burgbacher, 162.1966, S. 857, der “zu maßvollem Verhalten bei Löhnen und Preisen” aufruft.Google Scholar
  15. 15).
    Ebenda, S. 857Google Scholar
  16. 16).
    Balke, 17.2.1966, S. 972Google Scholar
  17. 17).
    Dagegen verwahrte sich aus begreiflichen Gründen der Kanzler energisch; Erhard, 172.1966, S. 934. Sein Hinweis ist bezeichnend, daß die Lohn- und Gehaltssumme der Volkswirtschaft insgesamt größer sei als das Volumen aller öffentlichen Haushalte zusammen; ebenda. Hieraus spricht das für die Haltung eines Teiles der CDU/CSU kennzeichnende Bestreben, weniger den Staat für das wirtschaftliche Geschehen verantwortlich zu machen als vielmehr die den ökonomischen Prozeß direkt gestaltenden Tarifparteien.Google Scholar
  18. 18).
    Vgl. Anm. 13) oben.Google Scholar
  19. 19).
    Vgl. Müller, 172.1966, S. 944, zur Sozialpartnerschaft; Erhard, 172.1966, S. 929, zur Konzertierten Aktion: ‘Hier sind Probleme angesprochen, die bisher mit Recht als unantastbar gegolten haben, z.B. die Tarifautomie.” Siehe auch Schmücker, 162.1966, 1. Beitrag, S. 851, und schließlich ders., 172.1966, S. 977.Google Scholar
  20. 20).
    Vgl. Luda, 172.1966, S. 921: ‘Die SPD ist noch immer in der Versuchung gewesen — und sie ist es bis auf den heutigen Tag — verplanen zu wollen, was wir erst in der Zukunft erwirt-schaften müssen.” Balke, 172.1966, S. 972, vertritt die Auffassung, quantifizierte Pläne zum stufenweisen Inflationsabbau umwehe “ein Hauch von Dirigismus”: “Wenn der Ausführungszwang sich politisch durchsetzt, soll man dann einen Preis- und Lohnstopp einführen, soll man mit der Tarifautonomie aufhören, oder was soll dann passieren?” In die gleiche Richtung argumentiert schließlich auch Pohle, 162.1966, S. 876.Google Scholar
  21. 21).
    Schmücker, 17.2.1966, S. 977Google Scholar
  22. 22).
    Hier sei außer acht gelassen, daß es durchaus Staatseingriffe in die Verbändelandschaft geben könnte, die ganz gezielt gewerkschaftsschädigend ausfallen und deren Unterlassung daher im gewerkschaftlichen Sinne positive Selektion bedeuten würde.Google Scholar
  23. 23).
    Es handelte sich hierbei um den Vorläufer des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom Juni 1967. Der Änderung des Gesetzestitels sollte die Verschiebung innerparteilicher Kräfteverhältnisse und wirtschaftspolitischer Prioritäten der verschiedenen CDU/CSU-Flügel ebenso entsprechen wie die Hereinnahme der wachstumsorientierten SPD in die Regierung.Google Scholar
  24. 24).
    Dieser Druck wurde sehr deutlich perzipiert; vgl. Barzel, 14.9.1966, S. 2677; Luda, 14.9.1966, S. 2696, sowie Schmücker, 14.9.1966, S. 2664, der das Parlament förmlich beschwört, den Entwurf rasch zu verabschieden, da die Bundesbank erst dann ihren harten Restriktionskurs lockern werde: “Darauf aber wartet die deutsche Wirtschaft.” Noch deutlicher wird Strauß, 15.9.1966, S. 2777: “... der Erlaß dieses Gesetzes muß ja deshalb sehr schnell erfolgen, weil die Restriktionsmaßnahmen der Bundesbank schrittweise abgebaut werden müssen, wenn nicht Wachstumsstörungen unserer Wirtschaft auftreten sollen.”Google Scholar
  25. 25).
    Pohle, 15.9.1966, S. 2758Google Scholar
  26. 26).
    Schmücker, 14.9.1966, S. 2660; zu den verminderten Wachstumsaussichten infolge des erreichten Standes der Vollbeschäftigung — hier als “Überbeschäfttigung” apostrophiert -vgl. auch Pohle, 15.9.1966, S. 2760, der hieraus und aus den weltweiten Zahlungsbilanzproblemen Gefahren für die Geldwertstabilität entstehen sieht, sowie Strauß, 15.9.1966, S. 2771. In diesen Argumentationsgängen spiegelt sich die Erkenntnis wider, daß die künftige ökonomische Expansion sowohl durch den gesteigerten internationalen Konkurrenzdruck als auch durch die organisierten Lohnabhängigen im Inland, die jetzt über eine starke Machtposition verfügten, rascher als bisher auf ihre Grenzen stoßen würde.Google Scholar
  27. 27).
    Bundeswirtschaftsminister Schmücker stimmte der SPD nun zu, “daß die Initiative für das Handeln immer bei der Bundesregierung liegen muß; denn die Konjunktursteuerung ist eine politische Aufgabe.” Schmücker, 15.9.1966, S. 2787.Google Scholar
  28. 28).
    Vgl. ders., 14.9.1966, S. 2662: “Die Konjunkturpolitik braucht ein Instrument, um das notwendige Wachstum der Investitionen beständiger und stetiger zu machen.” Sie wolle aber “auf gar keinen Fall eine Einschränkung der privaten Investitionstätigkeit oder ihres Wachstums” anstreben, denn: “Die Bundesregierung kennt sehr wohl die zentrale Rolle der privaten Investitionstätigkeit für das künftige Wachstum der Wirtschaft.”Google Scholar
  29. 29).
    Für Luda, 14.9.1966, S. 2696, handelt es sich bei dem zu verabschiedenden Gesetz um ein “Währungssicherungsgesetz”; Pohle, 15.9.1966, S. 2761, sieht das ‘Schwergewicht der Stabi-lisierungs- und Wachstumspolitik in der Herstellung des monetären Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage”.Google Scholar
  30. 30).
    Strauß, 15.9.1966, S. 2778 f und S. 2771Google Scholar
  31. 31).
    Die Kritik Pohles, 15.9.1966, S. 2761, am Keynesianismus, der das Problem der “autonomen Marktkräfte” ignoriere und daher nicht beliebig von Depressionsphasen auf Zeiten der “Überbeschäftigung” übertragbar sei, zielt in exakt dieselbe Richtung wie die Friedman’sche Vorstellung, über eine knappgehaltene Geld- und Kreditmenge hohe Lohn- und Preissteigerungen mittels der ständigen Drohung mit der ‘Alternative’ Arbeitslosigkeit zu verhindern. Beide Konzeptionen reflektieren die Macht sozio-ökonamischer Verbände, jede staatliche Maßnahme durch autonome Tarifverhandlungen zu konterkarieren, ebenso wie durch die Preissetzungsautonmie der Unternehmen. Zu sehr ähnlichen Vorstellungen der FDP, vgl. unten, Abschnitt 5.1–3).Google Scholar
  32. 32).
    Vgl. Erhard, 14.9.1966, S. 2656, der ‘feinem ausgewcgenen Verhältnis” zwischen öffentlichen und privaten Investitionen das Wort redet: ‘Der These von einem unaufschiebbaren Nachholbedarf (an öffentlichen Investitionen, C.S.) kann nur eine relative Bedeutung zuerkannt werden; denn was wir nicht erarbeiten, können wir auch nicht ausgeben.” Barzel, 14.9.1966, S. 2679, spricht ebenfalls von der notwendigen “Zurückdrängung öffentlicher Ausgaben”.Google Scholar
  33. 33).
    Luda, 14.9.1966, S. 2695, und Strauß, 15.9.1966, S. 2775, problematisienen die Forderung der SPD nach lohnpolitischen Orientierungsdaten dahingehend, daß sie angesichts der realen Marktmacht der Tarifparteien wohl kaum durchgreifende Wirkungen zeitigen könnten. Schmücker, 15.9.1966, & 2788, will die Einkcmmenspolitik des Staates darauf beschränken, durch die Verstetigung der Investitionszyklität und mittels eines antizyklischen Haushaltsgebarens die Lohnbewegung indirekt in Richtung auf geringere Schwankungen und Ausschläge zu beeinflussen.Google Scholar
  34. 34).
    Ders., 14.9.1966, S. 2660Google Scholar
  35. 35).
    Ebenda,: “Ich bitte jedoch darum, daß man sich dann auch mit einer globalen Auswirkung begnügt und nicht selektive Ergebnisse verlangt.” Ebenso spricht sich Luda, 14.9.1966, S. 2689, gegen branchenspezifische Variationen der Abschreibungssätze aus.Google Scholar
  36. 36).
    Vgl. dazu in diesem Abschnitt unten, Anm. 65)Google Scholar
  37. 37).
    Schmücker, 14.9.1966, S. 2660Google Scholar
  38. 38).
    Vgl. ebenda, S. 2664; Schmücker spricht sich hier gegen die Aufnahme von Variationsmöglichkeiten beim Grenzausgleich der Umsatzsteuer in den Katalog konjunkturpolitischer Steuerungsinstrumente aus. Ähnlich auch Luda, 14.9.1966, S. 2694, der zu dem Schluß gelangt: “Was Fleiß und Inteligenz deutscher Arbeiter und Kaufleute auf dem Weltmarkt erreicht haben, ist ein nationaler Besitzstand...” der nicht gefährdet werden dürfe. Schon hier wird die später noch deutlicher zu zeigende Besetzung des Exportgeschäfts mit nationalistischen Ideologemen erkennbar.Google Scholar
  39. 39).
    Vgl. die vorangegangene Anmerkung sowie Burgbacher, 27.4.1967, S. 4993, gegen flexible Wechselkurse; ähnlich auch Schmidhuber, Schriftliche Erklärung zu Punkt 4 der Tagesordnung der 106. Sitzung vom 27.4.1967, Anlage 4, S. 5003, sowie Pohle, Schriftliche Erklärung zu Punkt 4 der Tagesordnung vom 27.4.1967, Anlage 5, S. 5065/66.Google Scholar
  40. 40).
    Der Sachverständigenrat hatte allerdings die Neuorientierung der Wechselkurspolitik auch als Bestandteil einer späteren Doppelstrategie zur Verhinderung einer allzu starken Kbn-junkturüberhitzung gefordert. Der Rat sprach sich nämlich für weitere Ankurbelungsmaßnahmen aus und verband damit die Vorstellung, durch die Wechselkurspolitik und geeignete lohnpolitische Orientierungsdaten einen überzogenen Boom nach geglücktem Aufschwung vermeiden zu können. Vgl. Luda, Schriftliche Erklärung zum Punkt 4 der Tagesordnung der 106. Sitzung vom 27.4.1967, Anlage 2, S. 5002, der feststellt, daß die Bundesregierung es zu Recht abgelehnt habe, diese beiden Maßnahmen zu ergreifen.Google Scholar
  41. 41).
    Ebenda, S. 5001Google Scholar
  42. 42).
    Ebenda, S. 5002; vgl. auch Burgbacher, 27.4.1967, S. 4994Google Scholar
  43. 43).
    Vgl. Luda, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5002; Burgbacher, 27.4.1967, S. 4996; Pohle, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5069, sowie nochmals Luda, Schriftliche Erklärung zu Punkt 4 der Tagesordnung vom 27.4.1967, Anlage 2 zum Stenographischen Bericht der 107. Sitzung am 28.4.1967, S. 5060.Google Scholar
  44. 44).
  45. 45).
    Pohle, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5068Google Scholar
  46. 46).
    Ebenda, Burgbacher, 27.4.1967, S. 4995, plädiert dafür, die Lohnpolitik “statt auf die Faktoren einer kurzfristigen Jahresprcgiose auf einen mehrjährigen Durchschnitt zu beziehen”, da dann “im Interesse beider Teile eine wesentliche Stabilität in die Lohn- und Gehaltspolititik” käme. Es ist evident, daß sich derartige Strategien, die die oben vorgetragenen Überlegungen zur angestrebten Kalkulierbarkeit aller die Kapitalverwertung beeinflussender Faktoren für den Lohnsektor voll bestätigen, wenn überhaupt, so nur bei einer schwachen Arbeitsmarktposition der Gewerkschaften durchsetzen ließen. Mithin war auch dem Reformpolitiker Burgjbacher, immerhin Initiator eines der bedeutsamsten Konzepte zur Ver-mögensbildungspolitik, entschieden nichts an einer Stärkung oder auch nur Erhaltung der gewerkschaftlichen Durchsetzungschancen gegenüber der Kapitalseite gelegen.Google Scholar
  47. 47).
    Ebenda, S. 4993; Burgbacher spricht sich dafür aus, öffentliche Defizite nicht zu verteufeln, wenn die zusätzliche Kreditaufnahme “nicht auf Kbnsumausgaben, sondern auf Investitionsausgaben zurückzuführen ist.” Er kritisiert zugleich das “Märchen” von der notwendigen Koppelung der öffentlichen Haushalte an die Entwicklung des Bruttosozialprodukts; ebenda, S. 4994, und erweist sich damit als dem Keynesianismus gegenüber nicht völlig ablehnend eingestellt. Die Ankurbelung der Konjunktur durch eine Steigerung der öffentlichen Nachfrage hätte selbstverständlich auch arbeitsmarktpolitische Veränderungen nach sich gezogen, so daß wohl zu Recht wieder von zwei unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Partei ausgegangen werden darf, die hier von Pohle und Burgbacher vertreten werden.Google Scholar
  48. 48).
    Pohle, Schriftliche Erklärung zun 27.4.1967, S. 5069Google Scholar
  49. 49).
    Ebenda, S. 5067Google Scholar
  50. 50).
    Luda, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5060; Luda läßt sich die Gelegenheit nicht entgehen, dies als “Ergebnis der Stabilitätspolitik von Bundesbank und Bundesregierung in den zurückliegenden ein bis zwei Jahren” (und somit eben nicht des neuen Regierungspartners SPD) zu loben.Google Scholar
  51. 51).
    Pohle, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5066Google Scholar
  52. 52).
    Kiesinger, 6.9.1967, S. 5958Google Scholar
  53. 53).
    Strauß, 6.9.1967, S. 5959: “Diese Finanzplanung soll auch dazu dienen, den unterschied zwischen dem, was sachlich richtig, wirtschaftlich zweckmäßig und finanzpolitisch möglich ist, einerseits und dem, was politisch als möglich anerkannt wird, andererseits zu vermindern.” Vgl. auch Burgbacher, 6.9.1967, S. 6011. Wie man an dem Strauß-Zitat erkennen kann, findet sich auch auf der parteipolitischen Ebene die Unterscheidung zwischen rationaler Sachzwangverfolgung und politischer Handlungsautoncmie. Bei den Arbeitgebern diente dieses Argument dazu, Gewerkschaften und Staat von bestimmten Tätigkeitsfeldern fernzuhalten. Offenbar akzeptierte auch der wirtschaftspolitisch am handlungsfreudigsten eingestellte Unionsflügel um Strauß diese Aufspaltung, in der man gewiß auch einen Reflex der Ideologie der Trennung von privater ökomanischer und öffentlicher politischer Sphäre sehen kann.Google Scholar
  54. 54).
    Vgl. Kiesinger, 6.9.1867, S. 5958, sowie Strauß, 6.9.1967, S. 5961: Aufgabe der Finanzpolitik sei nicht nur die konjunkturpolitische Steuerung, sondern eben auch die Beschaffung der “für die Erfüllung der unabweisbar notwendigen Aufgaben des Staates erforderlichen Mittel”. Noch deutlicher ebenda, S. 5966: “Wir sind verpflichtet, nicht alles, was wir verdienen, für den Konsum unseres Tages auszugeben, sondern den notwendigen Teil davon abzuzweigen, damit die Generation von morgen in der Welt von morgen, unter den Bedingungen von morgen und mit den Möglichkeiten von morgen ebenfalls ihre gesicherte Existenz hat.” Selbstverständlich thematisiert der Bundesfinanzminister hier Generationen eines Volkes und nicht etwa bestimmte Sektionen gesellschaftlicher Interessen.Google Scholar
  55. 55).
    Hierzu sind eindeutig Altbundeskanzler Erhard und der Angeordnete Pohle zu rechnen; vgl. oben, Arm 3D und 32). Pohle lobt hier denn auch vor allem die “imponierende Zahl” der durchgesetzten Zuwachskürzungen bei den staatlichen Ausgaben; Pohle, 6.9.1967, S. 5981. Die Steuererhöhungen — “Gegenteil einer antizyklischen Politik” — nimmt er nur resignierend in Kauf, ebenda, S. 5984, und dem Kbnjunkturprogramm stimmt er jedenfalls nicht wegen der Arbeitsmarktlage zu: “... die Arbeitslosenzahl ist mit 370 000 unter 2% — weit unter der magischen Grenze-.” Man sieht, daß dieser konservativste Flügel als einziger deutlich aussprach, wie wenig er an einer Stärkung der lchnabhängigen und gewerkschaftlichen Position auf dem Arbeitsmarkt interessiert war. Die Parallele zur diesbezüglichen Auffassung der BDA ist unübersehbar.Google Scholar
  56. 56).
    Wichtigster Repräsentant dieser Linie war der neue Finanzminister Strauß, der schon ein Jahr zuvor mit einer klaren Spitze gegen Ludwig Erhard darauf hingewiesen hatte, daß man angesichts neuer fiskalpolitischer und monetärer Aufgaben und Instrumente “gewisse patriarchalische Vorstellungen über Bord werfen (müsse, C.S.), nämlich die Vorstellung des pater familias: Nicht mehr ausgeben, als man einnimmt.” Strauß, 15.9.1966, S. 2777. Seine Aussagen zu den künftigen Verantwortlichkeiten der Haushaltspolitik sind in Arm 54) ausführlich zitiert worden. Zu den konkret vorgesehenen Maßnahmen äußerte er sich wie folgt: Ausgabenkürzungen seien im Aufschwung nicht mehr durchsetzbar, Kredite seien nur soweit wirtschaftspolitisch nötig und finanzpolitisch vertretbar aufgenommen worden, gegen die “einmal nicht zu vermeidende(n) Steuererhöhungen” solle man keine übertriebenen) Argumente” gebrauchen und “mit der Inflation (nicht, C.S.) schon in der Sprache... beginnen.” Strauß, 6.9.1967, S. 5961/62. Zum Arbeitsmarkt, auch dies eine Form von Selektivität, gab er keine Stellungnahme ab, und als politisches Ziel der Bundesregierung formulierte er: “... die Leistungen, die urmit-telbar unsere Zukunft sichern und der Erhaltung und Verbesserung der Leistungsfähigkeit einer modernen produktiven Wirtschaft dienen, in entscheidendem Maße zu verstärken und die Weichen der Finanzpolitik des Bundes in diesem Sinne ein für allemal in diese Richtung zu stellen.” Ebenda, S. 5962, Hervorh.d.Verf.Google Scholar
  57. 57).
    Vgl. besonders die Anmerkungen 13), 30) und 47) in diesem Abschnitt Zwar vertrat auch Burgbacher im September 1967 die Auffassung, “daß die Zahl unserer Arbeitslosen kein Beweis für eine krisenhafte Situation ist”; Burgbacher, 6.9.1867, S. 6012. Aber ebenso lehnt er das Argument einer bei zusätzlichen Ankurbelungsversuchen drohenden Inflation als “völlig absurd” ab; ebenda. Seine auf sozialen Ausgleich gerichtete Haltung wird besonders deutlich, wenn er die “Aufregung” über die beabsichtigte Erhebung einer Ergänzungsabgabe damit abtut, daß sie für die Spitzeneinkommen weniger bedeute als die “vorgesehenen Kürzungen bei den Kinderreichen”; ebenda, S. 6014. Aus solchen Aussagen entsteht der Eindruck, daß es auch dieser Strömung innerhalb der CDU/CSU nicht um eine gezielte Stärkung der lohnabhängigen Stellung ging, sondern eher darum, den ganz offensichtlich einseitig zugunsten der Unternehmer/Arbeitgeber wirkenden selektiven Vorstellungen des rechten Uhionsflügels mit einem innerparteilichen Gegengewicht zu konfrontieren, das sowohl den Eindruck der CDU/CSU als Unternehmerpartei in der Öffentlichkeit abmildern als auch dafür sorgen sollte, daß die Union sich nicht völlig ihrer eigenen politisch-staatlichen Hand-lungs- (und Legitimations-)möglichkeiten beraubte.Google Scholar
  58. 58).
    Strauß, 14.2.1968, S. 8044, plädiert für eine “optimale Relation zwischen Wachstum und Stabilität” und u.a. deshalb gegen größere Neukreditaufhahmen (die im Falle zusätzlicher öffentlicher Nachfragestützung unvermeidlich gewesen wären), “damit nicht dieser leichte Weg des ‘easy money’ beschritten wird.” Pohle, Schriftliche Erklärung zu Punkt 9 der Tagesordnung, Anlage 3 zum Stencgraphischen Bericht der 165. Sitzung vom 14.2.1968, S. 8073: Pohle stimmt der Bundesregierung in ihrer Ablehnung der Wachstumsprojektion des Sachverständigenrates von 6,4% zu und stellt fest: “Der vorgeschlagene Senkrechtstart würde nicht nur die Kcnjunkturausschläge verstärkt haben, sondern er brächte auch unberechenbare Gefahren für die Stabilität.” Vgl. ebenso Luda, Schriftliche Erklärung zu Punkt 9 der Tagesordnung vom 14.2.1968, S. 8084.Google Scholar
  59. 59).
    Bei Strauß, 14.2.1968, wird dies nur indirekt thematisiert, indem er die Aussage der Bundesbank zitiert, wonach angesichts der projektierten Arbeitslosenquote von 0,8 – 1% weitere Ankurbelungsmaßnahmen neue konjunkturelle Überhitzungsgefahren mit sich brächten, Deutlicher wird Pohle, Schriftliche Erklärung von 14.2.1968, S. 8075, der 0,8% Arbeitslose als einen “Zustand” beschreibt, “der wahrscheinlich alle Eigenschaften und Folgen der Überbeschäftigung wieder mit sich bringen wird, wie wir sie aus den zurückliegenden Jahren kennen.” Vgl. auch Luda, Schriftliche Erklärung zum 14.2.1968, S. 8085, der die These des Sachverständigenrates vom Ausscheiden von ca. 290.000 Personen aus dem Arbeitsprozeß ohne Arbeitslosenmeldung während der Reszession für überzogen hält. Einerseits sei unklar, wieviele Hausfrauen, die in der Hochkonjunktur eine “Ifebenbeschäftigun” annähmen (und deshalb einen idealen Bestand der inoffiziellen industriellen Reservearmee stellen), wirklich aus dem Arbeitsleben ausschieden, und andererseits sei es “fragwürdig”, “die zurückgewanderten Gastarbeiter einfach dem heimischen Potential zuzurechnen”. In keinem Falle dürften 1,3 Millionen ausländischer Arbeitnehmer in Deutschland “als Normalzustand akzeptiert werden.”Google Scholar
  60. 60).
    Strauß, 142.1968, S. 8045: Steuersenkungen seien nicht finanzierbar; ebenda, S. 8043/44, polemisiert der Bundesfinanzminister heftig gegen die Antragsbegründung, die erneut Gefahren für die Stabilität gegeben sah, und nur “törichte(s) Gerede von der Inflation” darstelle.Google Scholar
  61. 61).
    Pohle, 142.1968, S. 8063: “Die überwiegende Mehrheit meiner Fraktion” folge Strauß.Google Scholar
  62. 62).
    Ders., Schriftliche Erklärung zum 14.2.1968, S. 8077Google Scholar
  63. 63).
    Das Ausmaß der öffentlichen Verschuldung sei angesichts der vorgesehenen Höhe der staatlichen und der Gesamtinvestitionen “als durchaus bescheiden zu bezeichnen.” Es gebe ‘keine mathematische, keine zahlenmäßige Grenze” der Staatsverschuldung, sondern deren möglicher Umfang “ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Sparprozessen, Investitionen und der Steigerung des Bruttosozialprodukts.” Burgbacher, 142.1968, S. 8065/66.Google Scholar
  64. 64).
    Vgl. Strauß, 142.1968, S. 8048–8050; ebenda, S. 8046 sowie Stein, 142.1968, S. 8051/52.Google Scholar
  65. 65).
    An dieser Stelle erscheint noch einmal eine Bemerkung zum Problem der sogenannten Strukturkrisen angebracht. ‘Strukturkrisen’ sind Krisen einzelner Branchen oder ganzer volkswirtschaftlicher Sektoren bzw. geographischer Regionen, in denen — zumeist durch eine Verschärfung des internationalen Wettbewerbs oder infolge nachhaltiger Veränderungen in der Nachfragestruktur — (fast) keine rentable Kapitalverwertung mehr möglich ist. Im Zuge wachsender weltwirtschaftlicher Verflechtung sowie anhaltender binnenwirtschaftlicher Nachfrageveränderungen infolge des steigenden Lebensstandards der Verbraucher geraten immer größere Bereiche in Schwierigkeiten und reagieren darauf in der Regel mit einem Hilferuf an den Staat, dem sich zumeist auch die Gewerkschaften aus Furcht vor der endgültigen Vernichtung zahlloser Arbeitsplätze anschließen. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, müßte im Grunde vor allem dieses Problem in der vorliegenden Untersuchung ausführlicher betrachtet werden, weil hier Verbände und Parteien den globalen Argumentations- und Handlungsrahmen verlassen und gezwungen sind, sich in konkrete Auseinandersetzungen um qualitativ verschiedene Interessen verwickeln zu lassen. Hier geht es nämlich nicht mehr um die Bereitstellung von Rahmenbedingungen der Wa-ren(re)produktion insgesamt, einschließlich der Ware Arbeitskraft, sondern um den Verkauf ganz bestimmter Gebrauchswerte. Es müßte außerordentlich interessant sein, die dabei auftretenden Selektivitäts- und Legitimationsprobleme zu untersuchen, aus Platz- und Zeitgründen konnte dies jedoch in der vorliegenden Arbeit nicht geleistet werden. Diese Frage taucht lediglich bei der Behandlung der siebziger Jahre nochmals auf, als starke innerparteiliche Kräfte innerhalb der SPD das gesamte wirtschaftspolitische Konzept dieser Partei weg von der Globalsteuerung in Richtung auf eine klar interessenspezifische, selektive Struktur-, Regional- und Investitionspolitik drängen wollten. Vgl. hierzu unten die Abschnitte 52.1) und 5.3.1), außerdem die Einleitung der vorliegenden Arbeit und oben die Abschnitte 1.3.3) und 1.4.2).Google Scholar
  66. 66).
    Stein, 142.1968, S. 8053; Stein steht der Konzertierten Aktion eher skeptisch gegenüber, die zwar “manches auf einen... bisher guten Weg gebracht” habe, aber wohl doch “erst am Anfang” ihres Wirkens stehe. Er hält ebenso wie Pohle, Schriftliche Erklärung zum 142.1968, S. 8074, die Idee des Sachverständigenrates, einen Rahmenpakt zwischen den Tarifparteien herbeizuführen, für unrealistisch; ebenda, S. 8052.Google Scholar
  67. 67).
    Ebenda, S. 8053. Selbstverständlich werden derartige Stellungnahmen nicht interessenspezifisch, sondern im Gewand ökonomischer Sachzwänge vorgetragen; vgl. Pohle, Schriftliche Erklärung zum 142.1968, S. 8076: ‘Es ist eine unbestreitbare konjunkturpolitische Gesetzmäßigkeit, daß im Konjunkturaufschwung die Unternehmereinkommen den unselbständigen Einkommen vorauseilen.” Pohle wird wieder einmal deutlicher als andere Sprecher der Union, die es vorzogen, von Einkommen irgendwelcher Sozialgruppen erst gar nicht zu sprechen, sondern sich stattdessen auf die Kommentierung von ‘Investitions- und Konsumsteigerungsprozessen’ beschränkten.Google Scholar
  68. 68).
    LiZ 74, a.a.O., S. 19, Tab. 2.1.2)Google Scholar
  69. 69).
    Vgl. Kiesinger, 26.11.1968, S. 10615/616, sowie Strauß, 26.11.1968, S. 10624/625, der sich vor allem mit den Gründen für die Ablehnung der Aufwertung auseinandersetzt. Die Bundesrepublik habe “bewiesen..., daß wir unsere augenblickliche wirtschaftliche Position nicht dazu mißbrauchen wollen, uns unangemessene Vorteile zu verschaffen, sondern daß wir seit Jahren auch als Kreditgeber unsere Bereitschaft bewiesen haben, zur Ordnung der Währung in anderen Ländern beitragen zu wollen.” Ebenda, S. 10623.Google Scholar
  70. 70).
    Vgl. Pohle, 26.11.1968, S. 10631, der feststellt, daß “beachtliche Kräfte” in der Unionsfraktion “sehr starke Bedenken” gegen die Umsatzsteuermanipulation gehegt und diese nur deshalb zurückgestellt hätten, weil der Weg des Nichts-Tun “heute nicht mehr gangbar ist” und die Alternative einer DM-Aufwertung ihnen noch mehr zuwider gewesen wäre. Ähnlich auch Luda, 26.11.1968, S. 10640/641: Die getroffene Maßnahme sei “bedauerlich”, müsse aber wegen der sonst drohenden Aufwertung (und da sie immerhin flexibel, d.h. aber: reversibel sei) akzeptiert werden.Google Scholar
  71. 71).
    Kiesinger, 26.11.1968, S. 10616; Strauß, 26.11.1968, S. 10625.Google Scholar
  72. 72).
    Pohle, 26.11.1968, S. 10630Google Scholar
  73. 73).
    Ebenda,: “Wir müssen unseren Beitrag zur Sanierung des Weltwährungssystems leisten. Aber wir dürfen nur solche Maßnahmen beschließen, die unsere Konjunktur nicht gefährden.”Google Scholar
  74. 74).
    Mit diesen Argumenten tritt Kiesinger, 26.11.1968, S. 10616, für die — reversible — Umsatzsteueränderung ein.Google Scholar
  75. 75).
    Von diesem Aspekt legt die (offenbar auch innerparteiliche) Kontroverse um die scgenannten Altkontrakte Zeugnis ab. Hierbei ging es um die Frage, ob all jene Verträge aus der neuen Steuerregelung herausgenommen werden sollten, die vor dem Stichtag abgeschlossen, aber erst später abgewickelt werden sollten. Vgl. Schwörer, 26.11.1968, S. 10641/642; Eckhardt, 28.11.1968, S. 10720/721, sowie Strauß, 28.11.1968, S. 10730ff. Strauß dürfte sich dessen sehr wohl bewußt gewesen sein, daß eine förmliche Befreiung der Altkontrakte von der Steuersatzveränderung von Westdeutschlands Partnerländern keinesfalls akzeptiert worden wäre, die ohnehin mit dem Ausmaß des deutschen ‘Entgegenkommens’ höchst unzufrieden waren. Er plädierte daher für eine Verabschiedung des Gesetzesentwurfes in der vorliegenden Form und beruhigte zugleich seine um die Ertragschancen des Exports besorgten Parteifreunde: “... es lassen sich sehr wohl elastische Formulierungen treffen, mit denen man bei ein bißchen Vertrauen auf die Finanzbehörden Regelungen schafft, durch die im Falle des Gewinnverfalls, der Existenzbedrohung auch Ausnahmen möglich gemacht werden können.” Strauß, 26.11.1968, S. 10627.Google Scholar
  76. 76).
    Ebenda, S. 10623: “..nein, wir haben das Weltwährungsgefüge nicht in Unordnung gebracht.”Google Scholar
  77. 77).
    Vgl. ebenda sowie Pohle, 26.11.1968, S. 10630Google Scholar
  78. 78).
    Kiesinger, 26.11.1968, a 10616: “Niemand darf und kann übersehen, daß wir damit unserer Wirtschaft ganz erhebliche Opfer zumuten.”Google Scholar
  79. 79).
  80. 80).
    Vgl. ebenda, sowie Pohle, 26.11.1968, S. 10629Google Scholar
  81. 81).
    Vgl. ebenda, S. 10629/30 sowie Luda, 26.11.1968, S. 10640Google Scholar
  82. 82).
    Ebenda, S. 10641Google Scholar
  83. 83).
    Kiesinger, 26.11.1968, S. 10615/616Google Scholar
  84. 84).
    Burgbacher, 19.6.1969, S. 13422: “Ich meine aber, ein Volk wie das der Bundesrepublik, dessen Lebensstandard vom Export unlösbar abhängt, muß mit diesem Problem (des außenwirtschaftlichen Überschusses, C.S.) leben und kann es nicht durch die Gefährdung der Exporte lösen. „Google Scholar
  85. 85).
    Ebenda, S. 13426; Burgbacher verweist hier darauf, daß die Bundesrepublik nach zwei verlorenen Weltkriegen über zu wenig Auslandsvermögen verfügt, verzichtet aber auf jeden Gedanken daran, wie sehr das Streben nach internationaler Wirtschaftsmacht und militärischer Aggression in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts miteinander verbunden waren.Google Scholar
  86. 86).
    Ebenda, S. 13425/426Google Scholar
  87. 87).
    Ebenda, S. 13425Google Scholar
  88. 88).
    Schmucker, 19.6.1969, S. 13439Google Scholar
  89. 89).
    ebenda, S. 13438; vgl. auch ebenda, S. 13439Google Scholar
  90. 90).
    Burgbacher, 19.6.1969, S. 13425Google Scholar
  91. 91).
    Ebenda, S. 13441: Der Staat sei zur Verhinderung von Arbeitslosigkeit verpflichtet, “Aber wir können dem einzelnen die persönlichen Schwierigkeiten der Anpassung zu erleichtern, jedoch niemals abnehmen,” Auch Burgbacher thematisiert das Problem des Strukturwandels in einer Form, die der drohenden Uberhitzung nur neue Nahrung bieten konnte. Er verlangt nämlich neben der Förderung strukturschwacher Regionen eine Zulage für Forschungsinvestitionen, die im Interesse der Produktivkraftentwicklung auch dann gewährt werden müsse, wenn sie “nicht in den Konjunkturablauf” passe; ebenda, S. 13424.Google Scholar
  92. 92).
    Ebenda, S. 13426: Vermögenspolitische Maßnahmen “sind sicherlich für den Konjunkturablauf ausgezeichnet; sie geben dem Arbeitnehmer mehr Einkommen, dieses Einkommen wird aber sozusagen konjunkturdämpfend und investitionsfördernd angelegt.” Leider habe dies bisher “eine unheilige Allianz zwischen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden verhindert.”Google Scholar
  93. 93).
    Ebenda, S. 13423; vgl. auch Schmücker, 19.6.1969, S. 13441.Google Scholar
  94. 94).
    Vgl. Schiller, 16.2.1966, S. 863; Arndt, 17.2.1966, S. 963, sowie Möller, 17.2.1966, S. 938: “Die Mitwirkung an diesem Reformwerk kann für keine Partei und für keine Fraktion vom parlamentarischen Standort abhängig sein; ob Koalition oder Opposition, es kcmmt auf das Werk an, es kommt auf das Ziel an.” Es ist wohl seit jeher als Charakteristikum der deutschen Sozialdemokratie zu betrachten, daß sie sich stets mehr dem Staat, der ‘Sache’ verpflichtet fühlte als den Niederungen parteiförmigen Interessengewimmels. Hieran sollte sich jedoch im Verlauf des Untersuchungszeitraums zumindest in einigen Flügeln der Partei einiges ändern.Google Scholar
  95. 95).
    Vgl. Schiller, 17.2.1966, S. 952, sowie ders., 16.2.1966, S. 860Google Scholar
  96. 96).
    Ebenda, S. 861Google Scholar
  97. 97).
    Kurlbaum, 172.1966, S. 973, verlangt “feine staatliche, wirksame Wettbewerbspolitik”, die dafür zu sorgen habe, “daß Preiserhöhungen, die in besonders lohnintensiven Wirtschaftszweigen mit unterdurchshnittlichem Produktivitätsfortschritt nötig sein können, ausgeglichen werden durch Preissenkungen in den Bereichen mit überdurchschnittlichem Produktivitätszuwachs und überdurchschnittlicher Kapitalintensität.” In diesem Zitat wird schon die Bereitschaft der SPD erkennbar, über die globale gesamtwirtschaftliche Ebene hinaus branchenspezifisch differenziert (d.h. aber auch: jeweils bestimmten qualitativen Interessen zur Durchsetzung verhelfend) vorzugehen; gleichzeitig aber auch ihr Aufsitzen auf der unternehmerischen Produktivitätsregel der Lohnpolitik.Google Scholar
  98. 98).
    Leber, 16.2.1966, S. 888, preist die Vermögensbildung als eine Chance an, “tien gerechtfertigten Anspruch des Arbeitnehmers an das Wachstum des Sozialprodukts (und, C.S.) unser eigenes Anliegen, etwas für die Sicherheit der Währung zu tun, gleichzeitig genügend Mittel für die Investitionen zur Verfügung zu stellen und damit schließlich eine Reihe anderer öffentlicher Aufgaben zu erfüllen”, miteinander in Einklang zu bringen. Wurde oben der CDU-Abgeordnete Balke als BDA-Präsident identifiziert, so ist an dieser Stelle der Hinweis darauf angebracht, daß Georg Leber der damalige Vorsitzende der IG Bau, Steine, Erden war, der sowohl die extrem kooperationsfreudige Politik dieses DGB-Zweiges befördert hatte als auch in Sachen Vermögensbildungspolitik besonders intensiv engagiert war, im bewußt eine Entschärfung des Verteilungskonflikts herbeizuführen.Google Scholar
  99. 99).
    Vgl. Schiller, 16.2.1966, S. 862, sowie Arndt, 17.2.1966, S. 961: “Ich argumentiere hier nicht gegen Ausfuhrüberschüsse. Wir brauchen eine aktivere Außenhandelsbilanz, als wir sie gegenwärtig haben.” Aber für Wachstum, Preisstabilität und außenwirtschaftliches Gleichgewicht “ist es entscheidend wichtig, in welchem Tempo die deutsche Wirtschaft wieder in einen neuen Ausfuhrüberschuß hineinwächst”, damit nicht “eine neue Explosion in unserer Ausfuhr” eine weitere Runde verschärfter Preissteigerungen auslöse.Google Scholar
  100. 100).
    Schiller, 16.2.1966, S. 861; vgl. auch Krips, 17.2.1966, S. 925, die der Bundesregierung vorwirft, ihre noch unterhalb der Projektionen des Sachverständigenrates liegende, für 1966 angestrebte Preissteigerungsrate bedeute ein “bewußtes Einschwenken in Richtung auf eine Deflationspolitik.”Google Scholar
  101. 101).
    Leber, 162.1966, S. 880: Die Tatsache annähernder Parallelität von Produktivitätswachstum und Tariflohnentwicklung der letzten Jahre sei ein “Beweis dafür, daß auch von den Gewerkschaften der Wille aufgebracht worden ist, de facto und in der Praxis sich an sachlichen Gegebenheiten zu orientieren.” Auch hier wird erneut die konfliktvermeidende Haltung des Gewerkschaftsführers Leber greifbar, darüber hinaus ebenso wie schon in dem Zitat des Abgeordneten Kurlbaum (Arm 97)) jedoch auch die in der SPD offenkundig sehr stark verbreitete Produktivitätsorientierung der Lohnpolitik.Google Scholar
  102. 102).
    Schiller, 162.1966, S. 863: “Wir erwarten vielmehr, daß die Unternehmungen in ihrer Preispolitik sich der konzertierten Aktion anschließen. Preispolitische Zurückhaltung ist gerade bei Unternehmern mit Marktmacht und PreisfUhrerschaft erforderlich.”Google Scholar
  103. 103).
    Vgl. Leber, 16.2.1966, S. 881 ff, sowie Arndt, 17.2.1966, S. 962, der darauf hinweist, wie glücklich viele Regierungen im Ausland über Gewerkschaften wie die deutschen wären.Google Scholar
  104. 104).
    Schiller, 17.2.1966, S. 948/49Google Scholar
  105. 105).
    Vgl. ders., 16.2.1966, S. 864; Schiller nennt als Folge der Wachstumsprojektion der Bundesregierung, die keinerlei Pressteigerungsraten einrechne, die Gefahr “politische(r) Zechprellerei”, wenn die Gewerkschaften nämlich auf dieser Basis Vereinbarungen über Lohnzuwächse abschlössen und es dann doch zu einem weiteren Geldwertverfall käme. “Niemand von uns und niemand von den Gewerkschaften, glaube ich, hat den Wunsch, periodisch zum ‘Inflationsdeppen’ zu werden; das ist ganz nüchtern nachzufühlen.” Ebenda, S. 865. Leber, 162.1966, S. 884/885, macht darauf aufmerksam, daß derartige inrergewerkschaftli-che Probleme “dem Staat einmal gefährlich werden (können, CS.), wenn er in einer schlimmen Stunde darauf angewiesen ist, daß die Arbeitnehmer auf ihre Gewerkschaften hören.”Google Scholar
  106. 106).
    Schiller, 17.2.1966, S 950; die Bundesregierung hätte zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbedingt quantifizierte Zielvorstellungen zur Preisentwicklung vorlegen missen, “damit nämlich... die Preiserwartungen der Bevölkerung in einem guten Sinne beeinflußt werden.”Google Scholar
  107. 107).
    Vgl. zur Außenwirtschaft besonders den bereits zitierten Beitrag von Arndt, 17.2.1966, S. 960f.; vgl. Anm. 99).Google Scholar
  108. 108).
    Schiller thematisiert z.B. ganz deutlich die für die Gewerkschaften negativen verteilungspolitischen Konsequenzen der Wachstumsprojektion der Bundesregierung; Schiller, 16.2.1966, S. 865.Google Scholar
  109. 109).
    Diese Überzeugung geht u.a. aus dem damals noch völig ungebrochenen Glauben an die “magnetische Kraft von Leitlinien” hervor; Schiller, 162.1966, S. 865.Google Scholar
  110. 110).
    Schiller, 14.9.1966, S. 2672/73, fordert die gesetzliche Verpflichtung der Bundesregierung, den Tarifparteien eine “Orientierungs- und Entscheidungshilfe” zu geben. Ders., 15.9.1966, S. 2783: Die SPD habe sowohl in der DGB-Spitze als auch bei fast allen Einzelgewerkschaften “die Bereitschaft festgestellt, diesen Weg einer modernen, orientierenden Einkommenspolitik zu versuchen, wenn Orientierungshilfen — in grober Weise natürlich, nicht en détail — von Staats wegen gegeben werden.” Vgl. ebenso Möller, 15.9.1966, S. 2754, sowie Arndt, 14.9.1966, S. 2700.Google Scholar
  111. 111).
    Ders., 2701/02: Arndt konstatiert, daß man angesichts der erreichten Vollbeschäftigung und des gegebenen Auslastungsgrades der Kapazitäten aus Gründen einer binnenwirtschaftlichen Güterversorgung keine beliebig expansive Exportentwicklung hinnehmen dürfe und daher “schon tatsächlich auf die Handelsbedingungen durchgreifen” müsse. Er schließt staatliche Maßnahnen bis hin zu einer gezielten Wechselkurspolitik nicht aus, räumt aber durchaus dabei ein, daß dies den “Warenaustausch beeinträchtigen” werde, was jedoch in “einem derartigen Fall auch gewollt, weil notwendig” sei. Vgl. auch Möller, 15.9.1966, S. 2754, und Schiller, 14.9.1966, S. 2673: Es sei eine “Frage der Ehrlichkeit”, ob man so tun wolle, als ob eine nur auf die Inlandsnachfrage zielende Stabilitätspolitik wirklich erfolgreich sein könne.Google Scholar
  112. 112).
    Arndt, 14.9.1966, S. 2699Google Scholar
  113. 113).
    Ebenda, S. 2703/04: Es sei — trotz angespannter Kapitalmarktlage — an der Zeit, die Binnennachfrage durch Expansion der öffentlichen Aufträge zu stabilisieren. “Wann wollen Sie denn dagegen halten? — wenn die Binnennachfrage völlig im Keller liegt?”Google Scholar
  114. 114).
    Schiller, 14.9.1966, S. 2699: “Solange Sie zur Geldpolitik, die bis jetzt nahezu allein das Feld regiert, nur die Finanzpolitik hinzunehmen und die Außenwirtschaft und die Einkammenspolitik nicht mit einbeziehen, können Sie nicht auf dieses Podium treten und dem deutschen Volk Stabilität und Wachstum verheißen.” In puncto finanzpolitisches Instrumentarium war man sich längst mit der Regierungskoalition über die Einführung der Mittelfristigen Finanzplanung einig; Kritik übte die SPD dagegen an der Gleichgültigkeit des Entwurfs gegenüber der mangelhaften finanziellen Ausstattung der Kammunen, die “die Hauptträger der Sozial- und Grundlageninvestitionen sind, von denen nach unserer Auffassung die weitere Entwicklung der Bundesrepublik als Industrie- und Kulturnation maßgeblich abhängen wird.” Möller, 15.9.1966, S. 2750/51 sowie S. 2753. Siehe auch Schiller, 15.9.1966, S. 2785.Google Scholar
  115. 115).
    Vgl. Z.B. Arndt, 14.9.1966, S. 2704: “Die 3% reales Wachstum, mit denen Sie (die Bundesregierung, C.S.) jetzt herumkrabbeln, schafft die Ostzone allemal; daran denken Sie doch bitte einmal.”Google Scholar
  116. 116).
    Neben den genannten wichtigsten Kritikpunkten strebte die SPD vor allem die Bindung der Regierung an eine Anhörung des Sachverständigenrates vor der Feststellung eines wirtschaftlichen Ungleichgewichts, die Errichtung eines Konjunkturrates zur Koordination des wirtschaftlichen Handelns von Bund, Ländern und Gemeinden sowie eine Verstärkung der parlamentarischen Kontrolle über die getroffenen Regierungsmaßnahmen an; Schiller, 14.9.1966, S. 2672/73, sowie Möller, 15.9.1966, S. 2754. Aus diesen Forderungen geht sowohl der sozialdemokratische Glaube an die positive Wirkung institutionalisierter wissenschaftlicher Beratung auf das regierungsamtliche Handeln hervor, als auch das Bemühen, gegebenenfalls aus der Opposition im Parlament heraus bzw. als Trägerin diverser Landesregierungen Einfluß auf die Wirtschaftssteuerung nehmen zu können.Google Scholar
  117. 117).
    Vgl. Schiller, 14.9.1966, S. 2674; zum Staatsvertragskonzept siehe auch Jahn, 15.9.1966, S. 2730–2733. Herrosdorf, 14.9.1966, S. 2684, stellt die günstige Verhandlungsposition der SPD nicht ohne Genugtuung fest: “Ein solches Gesetz verlangt also eine entsprechende Behandlung des Partners, dessen Zustimmung man braucht, und eine sachliche Information.”Google Scholar
  118. 118).
    Arndt, 14.9.1966, S. 2700Google Scholar
  119. 119).
    Schiller, 27.4.1967, S. 4981: “... alle Lohnabschlüsse liegen bewiesenermaßen im Rahmen der gemeinsam in der konzertierten Aktion erarbeiteten Orientierungsdaten”. Vgl. auch ebenda, S. 4982, zur Zweiten Phase1 der Konzertierten Aktion.Google Scholar
  120. 120).
    Vgl. ebenda, S. 4983, sowie Porzner, 27.4.1967, S. 4999, zur Preisentwicklung, Schiller, 27.4.1967, S. 4983, bescheinigt der Außenwirtschaft, sie biete derzeit “keinen Anlaß für eine aktuelle Sorge”, verweist aber mahnend auf die Gefahr künftiger neuer weltwirtschaftlicher Ungleichgewichte, die der Bundesrepublik zur Last gelegt werden könnten; ebenda, S. 4979/80.Google Scholar
  121. 121).
    Schiller, 27.4.1967, S. 4979Google Scholar
  122. 122).
    Porzner, 27.4.1967, S. 4999Google Scholar
  123. 123).
    Ebenda, S. 4999Google Scholar
  124. 124).
    Ebenda, S. 4997, sowie Schiller, 27.4.1967, S. 4977Google Scholar
  125. 125).
    Ebenda, S. 4979, sowie Porzner, 27.4.1967, S. 4998Google Scholar
  126. 126).
    Schiller, 27.4.1967, S. 4984Google Scholar
  127. 127).
    Ebenda, S. 4980, sowie Porzner, 27.4.1967, S. 4998Google Scholar
  128. 128).
    Schiller, 27.4.1967, S. 4984Google Scholar
  129. 129).
    Dies wurde auch schon im Zusammenhang mit der Diskussion des Stabilitätsgesetzentwurfes so formuliert. Vgl. Schiller, 15.9.1966, S. 2785, der sich hier nämlich entschieden gegen eine rein konjunkturdämpfende Wirkung des geplanten Gesetzes ausspricht. Es gebe “erst dann ein wirklich gutes Gesetz..., wenn es nicht nur dazu dient, die jeweilige Konjunktur herauf- oder herunterzustabilisieren, sondern wenn es auch dazu dient, ein stetiges und angemessenes Wachstum mit einer optimalen Wachstumsrate zu sichern.”Google Scholar
  130. 130).
    Schiller, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 5967; Schiller bezeichnet 360.000 Arbeitslose als “Herausforderung für uns alle in diesem Hause”. Vgl. auch seinen 2. Beitrag am selben Tag, S. 6042/43, sowie Schmidt, 6.9.1967, S. 6047, der — wenn auch verschlüsselt — den eher restriktiv eingestellten Strömungen innerhalb der CDU/CSU vorwirft, sie hätten “doch nicht ganz genug Gefühl z.B. für (ihre, C.S) soziale Verantwortung gegenüber 360.D00 Arbeitslosen oder anderen, die es noch werden könnten.”Google Scholar
  131. 131).
    Vgl. Hermsdorf, 6.9.1967, S. 6003: Niemand im Parlament sei “glücklich” über die in der mehrjährigen Finanzplanung vorgesehenen Steuererhöhungen, aber die haushaltspolitische Konsolidierung sei aus konjunkturellen Gründen, wegen des erforderlichen deficit spending und aufgrund von “Auflagen durch die Bundesbank” unvermeidlich geworden. Dabei betrachtete die SPD die geplante Ergänzungsabgabe als einen “absolut notwendigen Schritt, diesen Schichten der Bevölkerung klarzumachen, daß wir in dieser Zeit auch von ihnen ein größeres Opfer verlangen müssen.” Ebenda, S. 6005. Es ist in gewisser Weise schon beeindruckend, wie hier in einem Satz interessenspezifische Standpunkte — die Belastung höherer Einkommen — formuliert und durch die Bezeichnung als “Opfer” zugleich in einem quasi gesamtgesellschaftlichen “Leidenszusammenhang” wieder aufgehoben werden. Vgl. auch Schmidt, 6.9.1967, S. 6047: Finanzpolitische Klarheit habe man aus Verantwortung gegenüber Unternehmern, Arbeitnehmern, Konsumenten und Sparern schaffen müssen.Google Scholar
  132. 132).
    Vgl. z.B Schiller, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 5967: um den “notwendigerweise kontraktiven Maßnahmen” im Finanzplan bis 1971 zu begegnen, sei ein zweites Kbnjunkturprcgramm uner-läßlich gewesen.Google Scholar
  133. 133).
    Ebenda, S. 5967: “Wir haben vielmehr die Pflicht und die Möglichkeit, die Produktionsreserven in unserer Volkswirtschaft zu nutzen und dem wirtschaftlichen und technologischen Fortschritt neue Antriebe zu geben.”Google Scholar
  134. 134).
    Ebenda, S. 5972: “Unsere eigene europäische und internationale Verantwortung verlangt auch deshalb eine rasche Übervindung der Stagiation”, weil die Weltwirtschaft nur dann stabil bleiben könne, wenn besonders die Industrienationen ihre internen konjunkturellen und finanziellen Probleme möglichst rasch abbauten.Google Scholar
  135. 135).
    Ebenda, S. 5970: Kredite seien billiger als eine Rezession; hätte “sich diese Erkenntnis schon im Herbst des alten Jahres durchgesetzt, dann wäre die Rezession sicherlich geringer gewesen und übrigens auch der Zwang zur öffentlichen Verschuldung geringer geworden.”Google Scholar
  136. 136).
    Junghans, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 6017: “Wir wissen, daß in der Wirtschaft strukturelle Veränderungen unvermeidlich sein werden, und wir wollen der Wirtschaft bei diesen strukturellen Veränderungen durch ein wirtschaftliches Wachstum helfen, Wir wissen, daß in Zukunft soziale Investitionen mehr denn je, mehr als heute notwendig sein werden.” Vgl. auch ders., 2. Beitrag, 6.9.1967, S. 6044. Auch Schiller begrüßt die Gelegenheit zur Steigerung öffentlicher Investitionen, die doch wieder “Zurücktreten müssen”, wenn “Vir erst wieder dämpfen oder bremsen müssen...” Schiller, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 5971.Google Scholar
  137. 137).
    Ebenda, S. 5971Google Scholar
  138. 138).
    Schiller, 6.9.1967, 2. Beitrag, S. 6043. Zwar formuliert Schiller hier die Wachstumsprämisse nicht explizit, aber das in Anm. 133) angeführte Zitat sowie die an gleicher Fundstelle vorgetragene Auffassung, die Bundesrepublik könne sich ungenutzte Kapazitäten und Arbeitskräfte ökonomisch nicht leisten, erlauben diesen Schluß wohl dennoch. Vgl. auch Schiller, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 5972.Google Scholar
  139. 139).
    Mit Ausnahme der Bemerkung von Hermsdorf, 6.9.1967 S. 6003, die finanzpolitijsche Misere sei “durch die absolute Tatenlosigkeit der vorausgegangenen Regierung heraufbeschworen worden...”Google Scholar
  140. 140).
    Schiller, 6.9.1967, 1. Beitrag, S. 5969, lobt die Zustimmung sowohl des damaligen BDI-Präsidenten als auch des Vorsitzenden der “größten deutschen Gewerkschaft” zum zweiten Konjunkturprogranni als “einen gesellschaftspolitischen Gewinn erster Ordnung”. Derzeit gebe es ein “Dreierbündnis zwischen Staat, Untemehmerschaft und Arbeitnehmern”, das u.a. von der Konzertierten Aktion bewirkt worden sei. Diese wiederum habe — besonders im kennenden Aufschwung — eine “Bewährungsprobe für die mündige Gesellschaft” zu bestehen. Ebenda, S. 5970.Google Scholar
  141. 141).
    Sicherlich stellten die spontanen Streiks von 1969 zunächst in erster Linie ein ernstes Problem für die Gewerkschaften und weniger für die SPD dar. Aber ihre Folge, die verstärkte Konfliktorientierung der DGB-Gewerkschaften, erschwerte die sozialdemokratische Wirtschaftspolitik ab 1969/70, wie noch ausführlich zu zeigen sein wird, ganz enormGoogle Scholar
  142. 142).
    Vgl. dazu theoretisch oben, Abschnitte 22.2) und 223) Google Scholar
  143. 143).
    Außerordentlicher Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 16. bis 18. April 1969 in der Stadthalle zu Bad Godesberg. Protokoll der Verhandlungen, Anträge. Hrsg. vom Vorstand der SPD, Bonn, o.J., S. 121.Google Scholar
  144. 144).
    Ebenda, S. 128Google Scholar
  145. 145).
    Schiller, 14.2.1968, 1. Beitrag, S. 8040: “Die Konjunkturwende ist anerkanntermaßen im letzten Jahr eingetreten.”Google Scholar
  146. 146).
    Ebenda, S. 8034. Vgl. auch Ravens, 14.2.1968, S. 8055: Die Rezession sei überwunden worden durch “eine rationale Wirtschaftspolitik der Fakten und der Zahlen, für die ein sozialdemokratischer Wirtschaftsminister die Verantwortung übernommen hat.”Google Scholar
  147. 147).
    Schiller, 14.2.1968, 1. Beitrag, S. 8035/36: “Die Vorstellung, es könnte jemals eine vollkommene Übereinstimmung der Einzelinteressen geben, ist sicherlich eine Utopie, und dazu noch nicht eirmal eine besonders schöne.” Aber es gab dennoch die “erfreulichen Erfahrungen des letzten Jahres, daß die Felder für soziale Konflikte durch rationale Information praktisch durchaus erkennbar und damit eingrenzbar wurden.” Die Konzertierte Aktion sei eine “flexible Methode”, um den gesellschaftlichen Gruppen “Mitwirkung an der Vorbereitung der Wirtschaftspolitik zu ermöglichen.” Die letzte politische Entscheidung liege bei Parlament und Regierung, aber: “Wer ohne diese Gruppen Politik treiben will,..., der scheitert in seiner Politik.”Google Scholar
  148. 148).
    Die Bundesregierung habe die Idee des Sachverständigenrates für einen “Rahmenpakt für Expansion und Stabilität” nicht voll übernommen, weil sie “von den ökonomischen und sozialen Gegebenheiten ausgehen” müsse. Diesbezügliche Stellungnahmen der sozialen Verbände hätten gezeigt, daß das Konzept des Rates “zu hohe Anforderungen an die gesellschaftlichen Kräfte stellt” Ebenda, S. 8035.Google Scholar
  149. 149).
    Ebenda, S. 8038. Mit diesem letzten Satz bestätigt Schiller implizit die oben vorgetragenen Überlegungen zur Kalkulierbarkeit der Lohnbewegung; vgl. Kapitel 1.), Abschnitt 1.4.2) sowie Kapitel 2.), Abschnitt 2.3.2).Google Scholar
  150. 150).
    Lenders, 14.2.1968, S. 8066; vgl. auch Krips, Schriftliche Erklärung zu Punkt 9 der Tagesordnung, Anlage 4 zum Stenographischen Bericht der 156. Sitzung vom 14.2.1968, S. 8077.Google Scholar
  151. 151).
    Ravens, 14.2.1968, S. 8055Google Scholar
  152. 152).
    Lenders, 14.2.1968, S. 8067Google Scholar
  153. 153).
    Zur Kritik fehlender zusätzlicher Belebungsmaßnahmen, vgl. Krips, 142.1968, S. 8064; modifizierend dagegen Schiller, 142.1968, 1. Beitrag, S. 8037/38.Google Scholar
  154. 154).
    Zur Frage, ob und in welchem Ausmaß 1968 eine kcnzentrationshemmende Wettbewerbspolitik durchzuführen sei, vgl. Ravens, 14.2.1968, S. 8058; vorsichtiger dagegen Schiller, 14.2.1968, 2. Beitrag, S. 8070.Google Scholar
  155. 155).
    Die gesellschaftlichen Gruppen wurden genau einmal vom Wirtschaftsminister erwähnt, nämlich als er sich für ihr “kusgewogene(s) Urteil” über die außenwirtschaftlichen Maßnahmen der Bundesregierung bedankte; Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10621.Google Scholar
  156. 156).
    Ders., 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10618; ebenso Möller, 26.11.1968, S. 10636: Eine DM-Aufwertung hätte “eine dauerhafte Verschlechterung unserer Wettbewerbsposition auf dem Weltmarkt hervorgerufen.”Google Scholar
  157. 157).
    Ebenda, S. 10635. Möller scheut sich nicht, die westdeutsche Exportposition als materielle Leistung für die Ldhnabhängigen der wichtigsten (defizitären) Handelspartner der Bundesrepublik darzustellen: “Tatsächlich muß man immer wieder daran erinnern, daß die bei uns in der Vergangenheit erreichte Preisstabilität, die zu den Exporterfolgen unserer Wirtschaft wesentlich beigetragen hat und nicht zuletzt durch Lohnverzichte der Arbeitnehmer bezahlt wurde, dem französischen, dem englischen und dem amerikanischen Arbeiter einen Teil seines Lebensstandards mitfinanziert hat.” Ebenda, S. 10634. In dieser Denkweise wäre mithin die deutsche Exportoffensive ais Beitrag zur internationalen Solidarität der Lohnabhängigen zu begreifen, Vgl. auch Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10618 und S. 10620.Google Scholar
  158. 158).
    Möller, 26.11.1968, S. 10636Google Scholar
  159. 159).
    Ebenda, S. 10637Google Scholar
  160. 160).
    Ebenda, S. 10635; siehe auch Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10612; die Steuersatzvariation sei “keine deutsche Vorleistung” gewesen.Google Scholar
  161. 161).
    Mölier, 26.11.1968, S. 10633Google Scholar
  162. 162).
    Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10620: “.. das hätte bedeutet, daß wir die Schick-salsưymphonie der vollen Anpassungsinflation intoniert hätten.” D.h., daß die deutsche Exportwirtschaft ihren internationalen Preisvorsprung eingebüßt hätte, woran auch der SPD keinesfalls gelegen war. Vgl. ebenso Möller, 26.11.1968, S. 10635.Google Scholar
  163. 163).
    Schiller, 26.11.1968, 2. Beitrag, S. 10738; Möller, 26.11.1968, S. 10637, lehnt jede Ausnahmeregelung zugunsten der Altkontrakte ab, konzediert allerdings für die Landwirte schaft Sonderbedingungen, ebenda, S. 10635. Schiller revidiert im Grunde seine Ablehnung protektionistischer Eingriffe ebenfalls, wenn er die Hoffnung äußert, aus der zu erwartenden Stärkung der Binnennachfrage würden steuerliche Mittel entstehen, die zur Finanzierung “binnenwirtschaftliche(r) Übergangshilfen für besonders betroffene Wirtschaftszweige” dienen könnten; Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10621.Google Scholar
  164. 164).
    Möller, 26.11.1968, S. 10633; ebenso Schiller, 26.11.1968, 1. Beitrag, S. 10617.Google Scholar
  165. 165).
    Ebenda: “Eine binnenwirtschaftliche Bremsaktion wäre völlig verfehlt, denn es besteht keine inländische übernachfrage,” Möller, 26.11.1968, S. 10637, konstatiert, daß die Bundesbank durch die getroffenen Maßnahmen “nunmehr in der Lage (ist, GS.), an ihrer Politik des billigen Geldes festzuhalten, was im Interesse der Kapitalexporte notwendig ist.” Aber — soviel muß festgehalten werden — was auch binnenwirtschaftlich nicht ohne Folgen bleiben konnte.Google Scholar
  166. 166).
    Schiller, 19.6.1969, 1. Beitrag, S. 13412: Der ökonomische Erfolg war “nicht das Kind einer bloßen Konjunkturautomatik, er ist das Ergebnis neuer Energien der Unternehmer und der Arbeitnehmer, das Ergebnis neuer politischer Progranme, neuer wirtschaftlicher und politischer Kräfte, das Ergebnis eines neuen Zusammenwirkens der Politik mit den autonomen Kräften und den spontanen Kräften des Marktes.” Mit einem hatte er jedenfalls ganz sicher nichts zu tun: mit irgendwelchen gesellschaftlichen Interessen! Vgl. auch Ravens, Schriftliche Erklärung zu Punkt 34 der Tagesordnung, Anlage 4 zum Stenographischen Bericht der 241. Sitzung vom 19.6.1969, S 13474.Google Scholar
  167. 167).
    Ebenda, S. 13477: Die Konzertierte Aktion sei “Government by discussion. Die Konzertierte Aktion ist der große Versuch, in unserer pluralistischen Gesellschaft die Spannung zwischen Regiernungsverantwortung und autonomen Interessen rational zu lösen.” Vgl. auch Schiller, 19.6.1969, 2. Beitrag, S. 13443, zum Vorwurf (den er selbstverständlich zurückweist), das Parlament werde durch Vorwegabsprachen der großen Gruppen untereinander und mit der Exekutive entmachtet.Google Scholar
  168. 168).
    Schiller, 19.6.1969, 1. Beitrag, S. 13413Google Scholar
  169. 169).
    Ebenda, S. 13426: Aufgrund der steigenden Lohndrift gingen die Gewerkschaften “sozusagen mit zurückversetzten Startlöchern in die kommenden Tarifverhandlungen. Um möglichst unerwünschte konjunkturelle Auswirkungen der Lohnentwicklung auszuschließen, sollten -das ist eine partielle Empfehlung, die ich hier gebe — die Tarifvertragsparteien prüfen, inwieweit sie in Zukunft einen Teil der Lohnerhöhungen in Form von vermögenswirksamen Leistungen vereinbaren können.”Google Scholar
  170. 170).
    Vgl. ebenda, S. 13414; ebenso Ravens, Schriftliche Erklärung zum 19.6.1969, S. 13476.Google Scholar
  171. 171).
    Schiller, 19.6.1969, 1. Beitrag, S. 13413.Google Scholar
  172. 172).
    Ebenda, S. 13416 ff zur Kritik des allzu starren Weltwährungssystems von Bretton Woods, das zugunsten elastischerer, keinesfalls aber inflationsfördernder Integrationsmaßnahmen zwischen den unterschiedlich starken nationalen Volkswirtschaften überwunden werden müsse.Google Scholar
  173. 173).
    Vgl. ebenda, S. 13414Google Scholar
  174. 174).
    töller, 19.6.1969, S. 13429/430Google Scholar
  175. 175).
    Vgl. Ravens, Schriftliche Erklärung zum 19.6.1969, S. 13476Google Scholar
  176. 176).
    Schiller, 19.6.1969, 1. Beitrag, S. 13416Google Scholar
  177. 177).
    Der Einsatz steuerpolitischer Disziplinierungsmittel für den Fall unerwünschter tarifpolitischer Abschlüsse war derzeit noch nicht aktuell; vgl. Schiller, 19.6.1969, 2. Beitrag, S. 13444: Eine 10%ge Anhebung der Einkommens- und Lohnsteuersätze sei “die ultima ratio, an die heute niemand denkt” Man konnte aber immerhin schon einmal damit drohen.Google Scholar
  178. 178).
    Und seien sie auch erzwungen worden wie im Falle der spontanen Streiks im Herbst 1969, die erst den Auslöser für die künftig verstärkt konfliktorische Politik der DGB-Gewerkschaften bildeten.Google Scholar
  179. 179).
    Starke, 16.2.1966, S. 869: Es bleibe “wie bisher die wichtigste Aufgabe, die Geldwertstabilität zu sichern.” Dabei vertritt Starke hier die Auffassung, daß dies keineswegs nur im Interesse einzelner sozialer Schichten liege. Es sei schließlich bekannt, “daß die Stabilität von Währung und Wirtschaft und dadurch die Erhaltung des Geldwertes und der Arbeitsplätze auf lange Sicht im Interesse der breiten Schichten unseres Volkes gerade in unserer Situation vordringlich sind.”Google Scholar
  180. 180).
    Menne, 16.2.1966, S. 892. Auch bei diesem Abgeordneten liegt der klassische Fall der personellen Verknüpfung von Verbände- und Parteiensystem vor: Menne war gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des BDI.Google Scholar
  181. 181).
    Starke, 16.2.1966, S. 869, und Menne, 162.1966, S. 891, sprechen von der Produktivitätsbindung der Löhne; Dahlgrün, 172.1966, S. 947, wehrt sich gegen die Antizipation von Inflationsraten in den Tarifverhandlungen” Dem Staat müsse dieses Verfahren allerdings bei der Steuerschätzung konzediert werden, nicht aber dem Lohnempfänger, denn der “hat das, was er in seinem Lohn- oder Gehaltszeitraum bekommt, auf der Hand.” In diesen Formulierungen des damaligen Finanzministers spiegelte sich bereits die Erfahrung — die in den kommenden Jahren bitter bestätigt werden sollte -, daß der Staat als nicht primär an der gesellschaftlichen Produktion Beteiligter durch die Inflation schneller geschädigt wird als die reagibleren Organisationen von Lohnarbeit und Kapital.Google Scholar
  182. 182).
    Ebenda, S. 871Google Scholar
  183. 183).
    Ebenda, S. 868; Starke sieht in quantifizierten Lohnleitlinien eine illegitime Bedrohung der Tarifautonomie. Vgl. auch ders., 172.1966, S. 955/956.Google Scholar
  184. 184).
    Ders., 162.1966, S. 869; Menne, 162.1966, S. 891; Opitz, 172.1966, S. 928; Friderichs, 17.2.1966, S. 965.Google Scholar
  185. 185).
    Starke, 16.2.1966, S. 873Google Scholar
  186. 186).
    Auch das oben angeführte Zitat über die “Lasten”, die bei falscher Lohnpolitik ‘dem Volk’ aufgebürdet würden, unterstützt diesen Schluß; vgl. Anm. 182).Google Scholar
  187. 187).
    Vgl. oben, Abschnitt 2.2.2)Google Scholar
  188. 188).
    Friderichs, 172.1966, S. 966; Opitz, 172.1966, S. 928; Menne, 162.1966, S. 892.Google Scholar
  189. 189).
    Ebenda, S. 892; Friderichs, 172.1966, S. 966; Staratzke, 172.1966, S. 942Google Scholar
  190. 190).
    Ebenda, S. 941/942; Starke, 172.1966, S. 955: “Ich halte es nach wie vor für falsch, daß eine Bundesregierung ihre politische Aufgabe darin sieht, Prozentzahlen über die wirtschaftliche Entwicklung bis auf Stellen hinter dem Komma verantwortlich nach außen festzustellen. ”Google Scholar
  191. 191).
    Dahlgrün, 17.2.1966, S. 947Google Scholar
  192. 192).
    Starke, 16.2.1966, S. 870/871Google Scholar
  193. 193).
    Starke, 14.9.1966, S. 2680 und S. 2682; Staratzke, 14.9.1966, S. 2697; Dahlgrün, 15.9.1966, S. 2741/42; Menne, 15.9.1966, S. 2764.Google Scholar
  194. 194).
    Starke, 14.9.1966, S. 2681; Starke vertritt die Auffassung, daß die Aufgabe des Stabilitätsgesetzes in der konjunkturgerechten Orientierung der öffentlichen Haushalte bestehe (d.h. in ihrer Begrenzung) und daß “eine richtig angelegte Konjunkturpolitik mit den Mitteln des Gesetzes, das wir jetzt beraten, ohnehin einen Rahmen für die Sozialpartner zieht.” Ebenso Staratzke, 14.9.1966, S. 2697.Google Scholar
  195. 195).
    Menne, 15.9.1966, S. 2764; Starke, 14.9.1966, S. 2681; Staratzke, 14.9.1966, S. 2699.Google Scholar
  196. 196).
    Menne, 15.9.1966, S. 2763: “Ich bin nämlich der Meinung, daß wir keine Wirtschaftskrise haben.” Ebenso Staratzke, 14.9.1966, S. 2697: “.. alle wirtschaftlichen Daten” wiesen “inzwischen auf eine gute Normalisierung” hin.Google Scholar
  197. 197).
    Starke, 15.9.1966, S. 2780; allerdings verwies Menne, der in seiner zweiten Funktion als stellvertretender BDI-Präsident mit den Klagen der Export-Industrie sicher wohl vertraut war, mahnend darauf hin, daß das hohe Zinsniveau allmählich das Außenwirtschaftsgeschäft bedrohe; Menne, 15.9.1966, S. 2764.Google Scholar
  198. 198).
    Staratzke, 14.9.1966, S. 2698; ähnlich Menne, 15.9.1966, S. 2764Google Scholar
  199. 199).
    Staratzke, 14.9.1966, S. 2698; die Investitionen dürften keinesfalls gefährdet werden, denn sie “sind in unserer modernen Wirtschaft und bei unserem rasanten technischen und wirtschaftlichen Fortschritt dringend notwendig zur Rationalisierung und zur Entlastung des Arbeitsmarktes auf lange Sicht.”Google Scholar
  200. 200).
    Starke, 14.9.1966, S. 2682Google Scholar
  201. 201).
    Haas, 27.4.1967, S. 4985: “Wenn aber schon, wie die Sachverständigen glauben, ein Zielkonflikt zwischen Stabilität und Wachstum besteht, sind wir der Meinung, daß dann der Geldwertstabilität die Priorität zukommen muß. Die Geldwertstabilität ist langfristig die beste Basis zur Erreichung von Vollbeschäftigung und Wirtschaftswachstum.” Ähnlich auch Menne, Schriftliche Erklärung zu Punkt 4 der Tagesordnung der 106. Sitzung van 27.4.1966, Anlage 4 zum Stenographischen Bericht der 107. Sitzung am 28.4.1967, S. 5064.Google Scholar
  202. 202).
    Ebenda, S. 5064Google Scholar
  203. 203).
    Vgl. Haas, 27.4.1967, S. 4986, und Menne, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5062, der sich gegen die Forderung des Sachverständigenrates nach verstärkter Mengenkonjunktur und entsprechend härterem Wettbewerb ausspricht: “Man kann nicht die mangelnde Investitionsbereitschaft beklagen, die nur ein Ausdruck für die geringe Gewinnerwartung ist, und im gleichen Atemzug einen noch stärkeren Wettbewerb fordern.”Google Scholar
  204. 204).
    Haas, 27.4.1967, S. 4985Google Scholar
  205. 205).
    Ebenda, S. 4986/87Google Scholar
  206. 206).
    Ebenda, S. 4987Google Scholar
  207. 207).
    Vgl. Menne, Schriftliche Erklärung zum 17.4.1967, S. 5056, sowie Haas, 27.4.1967, S. 4987; Haas wehrt sichnachdrücklich gegen die Auffassung, ein bißchen Inflation “sei eben der weltweite Preis, den man für die Vollbeschäftigung zahlen müsse.” Nach aller historischen Erfahrung ende man mit einer solchen Haltung bei der “totale(n) Geldentwertung”.Google Scholar
  208. 208).
    Ebenda, S. 4986; zur Kritik der langfristigen Finanzplanung vgl. ebenda, S. 4992. Ebenso Menne, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5062: “Aus der Erfahrung aller Länder in Ost und West kann ich nur sagen: Der Staat ist nicht in der Lage, den modernen Wirt-schaftsprozeß selbst zu lenken und zu leiten. Daher sollte die wirtschaftliche Tätigkeit des Staates nach wie vor in erster Linie auf die Gestaltung der Ordnungsformen der Wirtschaft gerichtet sein.”Google Scholar
  209. 209).
    Vgl. ebenda, S. 5064/65, zu den künftig zu erwartenden niedrigeren Wachstumsraten.Google Scholar
  210. 210).
    Haas, 27.4.1967, S. 4986; ähnlich Menne, Schriftliche Erklärung zun 27.4.1967, S. 5056.Google Scholar
  211. 211).
    Vgl. oben, Abschnitt 3.2) sowie die Untersuchung von Döhn, a.a.O.Google Scholar
  212. 212).
    Friedrichs, 6.9.1967, S. 6)5. Fridrichs fährt fort: “Ein Arbeitsloser ist nicht gleich einem Arbeitslosen. Die Arbeitslosen sind nur gleich bezüglich der Verpflichtungen, die wir alle für diese Menschen haben.” Vgl. ebenso Haas, 6.9.1967, S. 6036: “Eine wirkliche Arbeitslosigkeit ist also kaum mehr vorhanden..”Google Scholar
  213. 213).
    Friderichs, 6.9.1967, S. 6)9; vgl. auch Haas, 6.9.1967, S. 6036 und S. 6038.Google Scholar
  214. 214).
    Mischnik, 6.9.1967, S. 5974.Google Scholar
  215. 215).
    Friderichs, 6.9.1967, S. 6)9: “Aber eines scheint jedenfalls falsch zu sein: Auf der einen Seite kurzfristige Kredite aufzunehmen, die ja auch nicht gerade zum Haushaltsausgleich späterer Jahre beitragen, und auf der anderen Seite die Wirtschaft durch eine Ergänzungsabgabe zu belasten, die ihre endlich wiedergewonnene Bereitschaft zu weiteren Investitionen erneut dämpfen muß.” Vgl. auch Bade, 6.9.1967, S. 6019/20; Emde betont als einziger Redner der FDP das Arbeitslosenproblem stärker, wohl aber vor allem, um der Regierung auch in diesem Zusammenhang ein Versagen vorwerfen zu können.Google Scholar
  216. 216).
    Friderichs, 6.9.1967, S. 6010Google Scholar
  217. 217).
    Mischnick, 6.9.1967, S. 5979; vgl. auch Staratzke, Schriftliche Erklärung zu Punkt 3 der Tagesordnung, Anlage 16 zum Stenographischen Bericht der 119. Sitzung am 6.9.1967, S. 6064/65.Google Scholar
  218. 218).
    Friderichs, 6.9.1967, S. 6)9. Verbunden mit dieser Behauptung war die Kritik, mit Formeln wie der der ‘sozialen Symmetrie’ würden künstlich gesellschaftliche Interessengegensätze konstruiert, wo doch in Wirklichkeit nur das gemeinsame Interesse an ökonomischer Prosperität bestehe; vgl. Staratzke, Schriftliche Erklärung zum 6.9.1967, S. 6065. Mit anderen Worten: Die FDP vertrat die Auffassung, die Politik der Regierung dürfe nicht vorrangig Gruppeninteressen befriedigen bzw. konstruiere durch ein falsches Gesellschaftsbild erst selbst soziale Interessenkonflikte. Auch hierin läßt sich wieder ein Beleg für die Verwendung ideenparteilicher Verfahren der Interessenintegration durch die liberale Partei finden.Google Scholar
  219. 219).
    Staratzke, Schriftliche Erklärung zum 6.9.1967, S. 6064/65Google Scholar
  220. 22)0.
    Vgl. Mertes, Schriftliche Erklärung zu Punkt 9 der Tagesordnung, Anlage 8 zum Stenographischen Bericht der 156. Sitzung vom 142.1968, S. 8042/43.Google Scholar
  221. 221).
    Vgl. Menne, Schriftliche Erklärung zu Punkt 9 der Tagesordnung, Anlage 5 zum Stenographischen Bericht der 156. Sitzung vom 142.1968, S. 8080. Menne führt hier das Argument der Sicherung von Arbeitsplätzen durch ‘maßvolle’ Lohnforderungen an. Staratzke, 142.1968, S. 8042, wirft der Bundesregierung sogar vor, ihre “vorzeitige Resignation” bei dem Versuch, die Idee des Sachverständigenrates eines zweijährigen Rahmenpaktes zwischen Unternehmern und Gewerkschaften zu realisieren, könne “uns einige Punkte Sozialprodukt oder die notwendige Stabilität dieses Aufschwungs kosten.”Google Scholar
  222. 222).
    Mertes, Schriftliche Erklärung zum 14.2.1968, S. 8084; vgl. auch Haas, 14.2.1968, S. 8062.Google Scholar
  223. 223).
    Der hohe Exportüberschuß wurde generell nicht für bedrohlich gehalten; vgl. Menne, Schriftliche Erklärung zum 27.4.1967, S. 5062; Friderichs, 6.9.1967, S. 6)6, sowie schließlich Genscher, 28.11.1968, 2. Beitrag, S. 10735: “Wir waren doch froh, daß die Wirtschaft (während der Rezession, C.S.) in den Export gegangen ist... Es ist auch die Politik der Regierung gewesen..., die unsere Wirtschaft gezwungen hat, zur Erhaltung der Arbeitsplätze in den Export zu gehen.” Siehe auch Menne, 19.6.1969, S. 13420/421.Google Scholar
  224. 224).
    Mertes, 26.11.1968, S. 10638Google Scholar
  225. 225).
    Vgl. unten, Abschnitte 5.2.2) und vor allem 5.3.2)Google Scholar
  226. 226).
    Friderichs, 19.6.1969, S. 13433Google Scholar
  227. 227).
    Ebenda, S. 10431; vgl. auch Menne, 19.6.1969, S. 13420Google Scholar
  228. 228).
    Friderichs, 19.6.1969, S. 13433/434Google Scholar
  229. 229).
    Menne, 19.6.1969, S. 13421; Menne kritisiert hier dieses einkommenspolitische Gremium diesmal nicht wegen der von ihn angeblich ausgehenden Bedrohung der Tarifautonanie, sondern wegen der unzulässigen Vorformung des parlamentarischen Handlungsspielraumes durch den Einbezug verfassungsmäßig dafür nicht legitimierter Kräfte in das Zustandekommen politischen Handelns.Google Scholar
  230. 230).
    Friderichs, 19.6.1969, S. 13434Google Scholar
  231. 231).
    Ebenda, S. 13432Google Scholar
  232. 232).
    Menne, 19.6.1969, S. 13422Google Scholar
  233. 233).
    Staratzke, 14.2.1968, S. 8042Google Scholar

5.2) Die Vorbereitung des Scheiterns — Boom, Stagflation und das Erste Kabinett Brandt/Scheel (1969 – 1972)

  1. 1).
    Am 28.10.1969 verabschiedete das Kabinett den Gesetzentwurf für das Steueränderungsgesetz 1970, der die Verdopppelung des Arbeitnehmerfreibetrages und den Abbau der Ergänzungsmaß-nahmen zur Einkommens- und Kb’rperschaftssteuer vorsah; dieser Entwurf sollte aber nie Gesetz werden.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. Abschnitt 5.1), Ann. 3)Google Scholar
  3. 3).
    Am 7. Juli beschloß die Bundesregierung die bis zum 30.6.1971 befristete Erhebung eines 10%igen Konjunkturzuschlages auf die Lohn-, Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie die Aussetzung der degressiven Abschreibung.Google Scholar
  4. 4).
    Bis zum März 1970 war der Diskontsatz auf 7,5% angehoben worden, im Juni kam es bereits zu einer Senkung um ein halbes Prozent, aber erst im Frühwinter wurde er auf 6% reduziert.Google Scholar
  5. 5).
    Am 9. Mai 1971 verkündete die Bundesregierung ihren gleichzeitig mit der Wechselkursfrei-gabe gefaßten Beschluß, zusammen mit den Ländern insgesamt 1,8 Mrd. DM an Ausgabenbeschränkungen festzulegen; die Gemeinden sollten 0,5 Mrd. DM weniger Kredite aufnehmen. Eventuelle Steuennehreinnahmen sollten in die Konjunkturausgleichsrücklage fließen, und die Verpflichtungsermächtigungen für Ausgaben von Bund und Ländern in den Folgejahren waren um 3,5 bis 5,0 Mrd. DM einzuschränken.Google Scholar
  6. 6).
    Am 1.4.1971 wurde der Diskontsatz auf 5%, zum Jahresende hin auf 4,5% gesenkt.Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. Goldberg/Jung, a.a.O., S. 11+ /12+, sowie: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (Hg): Jahresbericht der Bundesregierung Bonn, 1972, S. 199.Google Scholar
  8. 8).
    Brandt, 28.10.1969, S. 21Google Scholar
  9. 9).
    Ebenda, S. 21/22Google Scholar
  10. 1)0.
    Vgl. ebenda, S. 22, zu der vorsichtigen These, eventuell liege der Höhepunkt der Preisentwicklung “Wegen dieses Versäumnisses (der unterlassenen Aufwertung, C.S.) sogar noch vor uns.” Siehe auch ebenda, S. 24, zur angespannten Arbeitsmarktlage, die — im Verein mit anderen Faktoren — den Haushalt stark unter Druck setze. Vgl. auch ders., 29.10.1969, S. 63, und Wehner, 29.10.1969, S. 55, sowie Schiller, 29.10.1969, S. 102, zum Problem der Anpassungsinflation bei unterlassener Aufwertung. Arndt, 30.10.1969, S. 182, interpretiert schließlich auch die spontanen Streiks als Folge der NichtaufWertung der DMGoogle Scholar
  11. 11).
    Maller, 30.10.1969, S. 144Google Scholar
  12. 12).
    Brandt, 28.10.1969, S. 24Google Scholar
  13. 13).
    Ebenda, S. 22Google Scholar
  14. 14).
    Möller, 30.10.1969, S. 141; vgl. ebenso Schiller, 29.10.1969, S. 101.Google Scholar
  15. 15).
    Möller, 30.10.1969, S. 140Google Scholar
  16. 16).
    Vgl. Schiller, 30.10.1969, S. 175Google Scholar
  17. 17).
    Ebenda, S. 177: “Wir müssen das Arbeitspotential in unserer Bundesrepublik, damit wir ein bestimmtes stetiges Wachstum erreichen, erhöhen. Mit einem Schlage haben wir durch die Aufwertung das Angebot an Gastarbeitern erhöht”Google Scholar
  18. 18).
    Vgl. Junghans, 29.10.1969, S. 110, zur Kritik des Kapitalexports, der notwendige inländische Investitionen verhindere.Google Scholar
  19. 19).
    Schiller, 30.10.1969, S. 170Google Scholar
  20. 20).
    Arndt, 30.10.1969, S. 182Google Scholar
  21. 21).
    Vgl. Schiller, 17.2.1970, 1. Beitrag, S. 1253/54: Die Aufwertung habe eindeutig zur Stabilisierung der internationalen Währungslage beigetragen und habe “Viele Länder von der Versuchung befreit”, mit protektionistischen Maßnahmen gegen ihre Zahlungsbilanzdefizite vorzugehen. Allerdings konnten weiterführende Schritte der engen westeuropäischen ökonomischen Kooperation erst dann gewagt werden, wenn “die ökonomischen und politischen Voraussetzungen für eine gleichgewichtige wirtschaftliche Entwicklung in der Gemeinschaft... geschaffen sind.” Das Ziel engerer internationaler Verflechtung zwischen den hochindustrialisierten kapitalistischen Staaten — vor allem in Europa — teilten die Sozialdemokraten mit den Christdemokraten; sie dämpften allerdings realistischerweise die Hoffnungen, dies in absehbarer Zeit ohne inflationäre Konsequenzen für die Binnenwirtschaft erreichen zu können Der SPD war offenbar klar, daß die Regierungen in anderen Ländern nicht ohne weiteres auf eine harte stabilitätspolitische Linie umschwenken konnten, da sie dann massive innergesellschaftliche Konflikte zu gegenwärtigen hatten. Insofern war sie zu einer pragmatischeren Politik fähig als die Union, deren nationales bzw. Nationalistisches Begründungsmuster zur Interessenintegration sie mitunter blind für die wirklichen Gegebenheiten in anderen Staaten machen konnte.Google Scholar
  22. 22).
    Vgl. Schiller, 1. Beitrag, 17.2.1970, S. 1247, sowie Junghans, 17.2.1970, S. 126aGoogle Scholar
  23. 23).
    Schiller, 172.1970, 1. Beitrag, S. 1247, sowie Junghans, 172.1970, S. 1268: “Wir erleben gegenwärtig eine Preisbewegung, die nach unserer Auffassung in ihrem Ausmaß auch über das hinausgeht, was noch erträglich ist, die für uns aber insofern nicht überraschend kommt, als wir sie im letzten Sommer vorausgesagt haben.”Google Scholar
  24. 24).
    Ebenda, S. 1272 und S. 1268Google Scholar
  25. 25).
    Schachtschabel, 17.2.1970, S. 1285; ebenso Junghans, 17.2.1970, S. 1272 und Schiller, 172.1970, 1. Beitrag, S. 1249: “Vor allem dürfen wir nicht in der schlechtesten aller Welten landen, nämlich bei Stagnation ohne Stabilität..”Google Scholar
  26. 26).
    Ebenda, S. 1249Google Scholar
  27. 27).
    Junghans, 172.1970, S. 1269; Lenders, 172.1970, S. 1311/12, befaßt sich mit der angekündigten Novellierung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und stellt fest, hier gehe es darum, “den Dirigismus der Großen gegenüber den Kleinen, den der Mächtigen gegenüber den Schwachen in der Wirtschaft selbst in Schranken zu halten und einen funktionsfähi-gen Wettbewerb zu sichern.” Allerdings schränkt er diese Aussage gleich wieder ein: “Wir erkennen sehr wohl den wirtschaftlichen Sachzusammenhang (!) an, daß sich in einer wandelnden Welt beispielsweise bestimmte Zusammenfassungen von Unternehmen abspielen müssend Vgl. auch Schiller, 172.1970, 1. Beitrag, S. 1252.Google Scholar
  28. 28).
    Ders., 17.2.1970, 2. Beitrag, S. 1300Google Scholar
  29. 29).
    Vgl. Schachtschabel, 172.1970, S. 1287: Die Globalsteuerung sei kein “zentralverwaltungswirtschaftliches System”, sondern ein “richtungweisendes System”, das “Unsicherheiten und damit Risiken” abbaue und dadurch “zur Erhöhung der Transparenz der Märkte” beitrage und die “Funktionsfähigkeit des Wettbewerbs auch im mikroökonomischen Raum” fördere. Vgl. auch Lenders, 172.1970, S. 1311.Google Scholar
  30. 30).
    Ebenda, S. 1311Google Scholar
  31. 31).
    Junghans, 17.2.1970, S. 1272Google Scholar
  32. 32).
    Schiller, 172.1970, 1. Beitrag, S. 1250/51. Der Bundeswirtschaftaminister fährt fort: “Der Versuch, in einem Verteilungskanpf aller gegen alle dennoch mehr aufteilen zu wollen, als verfügbar ist, bringt nur Beulen und blaue Flecke, aber keinen zusätzlichen gesamtwirtschaftlichen Gewinn.” Ebenda, S. 1251.Google Scholar
  33. 33).
    Ebenda, S. 1251Google Scholar
  34. 34).
    Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 11. bis 14. Mai 1970 in Saarbrücken. Protokoll der Verhandlungen. Angenommene und überwiesene Anträge. Hrsg vom Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Bonn, o.J.; Beitrag von Jordan, Jörg, S. 354. Daran sei Schiller allerdings nicht schuld, insoweit es in der Macht der Unternehmer liege, sich über die Preispolitik zurückzuholen, was sie tarifpolitisch zuvor konzediert hätten.Google Scholar
  35. 35).
    Vgl. Antrag 559, Protokoll 70, a.a.O., S. 1076, und Antrag 607, ebenda, S. 1080.Google Scholar
  36. 36).
    Es ist bekannt, daß im Falle der von Schiller schon bald nach Antritt der sozial liberalen Koalition geforderten Steuererhöhungen Legitimationsgesichtspunkte Vorrang vor der Notwendigkeit der Konjunktursteuerung erhielten.Google Scholar
  37. 37).
    Vgl. Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3794; Julians, 7.10.1970, S. 3811, und Lenders, 7.10.1970, S. 3849.Google Scholar
  38. 38).
    Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3795/96: Im internationalen Vergleich der Preisindices stehe die Bundesrepublik außerordentlich günstig dar, aber: “Ein Ausscheren aus der internationalen Zinsentwicklung ist allerdings nicht unbegrenzt möglich”, weshalb die Restriktionspolitik der Bundesbank die ihr zur Verfügung stehenden Instrumente nicht in vollem Umfang anwenden könne” Ohnehin war die Diskontpolitik dieser Institution, die bekanntlich allein dem Ziel der Geldwertstabilität verpflichtet ist, bei der SPD nicht unumstritten. Vgl. dazu Schiller, 7.10.1970, 2. Beitrag, S. 3838, und Apel, 7.10.1970, S. 3829.Google Scholar
  39. 39).
    Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3795: “Geld- und Finanzpolitik können nur dann zur Stabilität führen, wenn die am Wirtschaftsprozeß Beteiligten, die einzelnen Wirtschaftler, die Unternehmer und die organisierten und autonomen Gruppen, diese Politik durch ihr eigenes preis- und lohnpolitisches Verhalten unterstützen.”Google Scholar
  40. 40).
    Diese stellten “Verteilungskorrekturnen” dar, “die in den letzten zwei Jahren aus einer bestimmten Entwicklung heraus, an der Sie (die CDU/CSU, C.S.) ja nicht unschuldig sind (gemeint ist die unterlassene Aufwertung, C.S.), notwendig geworden sind.” Lenders, 7.10.1970, S. 3849; vgl. auch Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3795: “Die Lohn- und Gehaltsbewegung seit September vorigen Jahres hatte ihren Grund in dem legitimen Wunsch nach Deckung eines aufgestauten Nachholbedarfes. Und es ist ebenso legitim, daß die Gewerkschaften bis in die jüngste Zeit versuchen, durch neue Tariflöhne einen Teil der davongelaufenen Effektiv löhne einzufangen.”Google Scholar
  41. 41).
    Ders., 7.10.1970, 2. Beitrag, S. 3839: Man wolle zunächst den Tarifabschluß in der Metallindustrie abwarten, der “hoffentlich vernünftig” ausfeilen werde. “Dann werden wir sehen, ob vielleicht schon die Ergebnisse der Konzertierten Aktion ausreichen oder ob vielleicht Äußerungen oder Überlegungen der Bundesregierung erforderlich sind. So etwa möchte ich es sagen. Das ist wohl in diesem Saal deutlich verstanden worden.”Google Scholar
  42. 42).
    Lenders, 7.10.1970, S. 3849; Schiller, 7.10.1970, 2. Beitrag, S. 3840, lehnt die Forderung der Opposition nach Bekanntgabe regierungsamtlicher Orientierungsdaten jetzt, vor dem eigentlichen Beginn der Tarifrunde, mit der Begründung ab, “... das ist der Vorschlaghammer, und damit wäre die ganze Sache geplatzt. Das wissen Sie ganz genau.”Google Scholar
  43. 43).
    Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3795: “Die Bundesregierung erwartet, daß die sich aus den gemeinsamen Erörterungen ergebende gesamtwirtschaftliche Orientierung es den Tarifpar-teien erleichtert, in den künftigen Lohnverhandlungen autonom (!) zu stabilitätskonforraen Entscheidungen zu gelangen.” Vgl. auch Lenders, 7.10.1970, S. 3849.Google Scholar
  44. 44).
    Schiller, 7.10.1970, 2. Beitrag, S. 3835: “Ich weiß nicht, was Sie mit dem Wort Unzufriedenheit meinen.” Man könne bei Gesprächen in den Gewerkschaften “auch dort feststellen, daß die Männer, die für die Leute in den Betrieben zu reden haben (!), durchaus anerkennen, daß es in diesem Jahr realiter mehr gegeben hat als im vorigen Jahr.”Google Scholar
  45. 45).
    Lenders, 7.10.1970, S. 3847Google Scholar
  46. 46).
    Vgl. ebenda, S. 3847; Junghans, 7.10.1970, S. 3811; sowie Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3797.Google Scholar
  47. 47).
    Zander, 7.10.1970, S. 3844; Junghans, 7.10.1970, S. 3811; Schiller, 7.10.1970, 1. Beitrag, S. 3799.Google Scholar
  48. 48).
    Brandt, 22.1971, S. 5222; vgl. auch Schachtschnabel, 22.1971, S. 5228; Arndt, 22.1971, S. 52255; Lenders, 22.1971, S. 5263; Kater, 22.1971, S. 5240, und Junghans, 22.1971, S. 5214. Die Tatsache, daß kein Redner der SPD darauf verzichtete, sich mit diesem Thema zu befassen, ist ebenso charakteristisch für die zwiespältige Lage der Partei wie die Tatsache, daß ausgerechnet der Bundeswirtschaftsminister feststellte, 1970 sei ein “Jahr der Überforderung der Produktionskapazitäten und der Überbeschäftigung der Arbeitskräfte” gewesen; Schiller, 22.1971, 1. Beitrag, S. 5195. Schillers Rede zielte am stärksten auf die Einbindung der gesellschaftlichen Gruppen in die staatliche Wirtschaftspolitik und legte die Betonung am nachdrücklichsten auf die notwenidige Wiedererringung der Stabilität, verbunden mit dem expliziten Gebrauch der sonst nur von CDU/CSU sowie von den Arbeitgebern angewandten Formel von der ‘Überbeschäftigung’.Google Scholar
  49. 49).
    Dieses Ringen um mehr Stabilität wurde gebilligt; Schiller, 22.1971, 1. Beitrag, S. 5195; Junghans, 22.1971, S. 5210, beglückwünscht den Wirtschaftsminister, “daß es ihm gelungen ist, die Bundesrepublik vom internationalen Preisgeleitzug abzukoppeln.” Vgl. auch Schachtschabel, 22.1971, S. 5227.Google Scholar
  50. 50).
    Schiller, 2.2.1971, 1. Beitrag, S. 5197/98: “Niemand kann jetzt sagen, er habe von solchen Gefahren (geringeren Wachstums bis hin zur Gefährdung der Arbeitsplätze, C.S.) nichts gewußt.” Vgl. auch ders., 2. Beitrag, S. 5244: “Dies mußte gesagt werden, weil es in diesem Jahr viel mehr als sonst in einer Phase des Übergangs, in einer Phase der Normalisierung d. Konjunktur, tatsächlich auf die autonomen Kräfte d. Wirtschaft selbst ankommt.”Google Scholar
  51. 51).
    Ebenda, S. 5245: Wenn es zu einer nachhaltigen Verschlechterung der preispolitischen Lage kommen sollte, “dann würden auch bestimmte Paragraphen des Stabilitäts- und Wachstumsgesetzes — etwa die, die mehr am Anfang des Gesetzes stehen — unsere besondere Aufmerksamkeit wecken, und zwar immer im Rahmen unserer Marktwirtschaft.”Google Scholar
  52. 52).
    Ders., 1. Beitrag, S. 5197/98Google Scholar
  53. 53).
    Vgl. Brandt, 22.1971, S. 5219 und S. 5223; Junghans, 22.1971, S. 5210; Kater, 22.1971, S. 5239 – 5241; Schiller, 22.1971, 1. Beitrag, S. 5194/95 und S. 5201.Google Scholar
  54. 54).
    Ebenda, S. 5200/01Google Scholar
  55. 55).
    Brandt, 2.2.1971, S. 5221Google Scholar
  56. 56).
    Arndt, 22.1971, S. 5253; Arndt fährt fort: ‘Das Programm der Regierung besteht darin, aus diesem Land ein modernes Land zu machen, das sich den Aufgaben der nächsten Jahre, wenn nicht des nächsten Jahrzehnts, gewachsen zeigt.” Die Nahe zur Argumentation von Strauß einige Jahre zuvor ist unverkennbar; auch hier geht es um ‘Modernisierung’ der Nation, nicht um die Interessen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen von Interessenträgern, besonders konkret benennbarer Kapitalfraktionen.Google Scholar
  57. 57).
    Brandt, 22.1971, S. 5223; allerdings schioß er für 1971 Steuererhöhungen kategorisch aus.Google Scholar
  58. 58).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.2.2)Google Scholar
  59. 59).
    Vgl. Schiller, 2.2.1971, 1. Beitrag, S. 5198, und Junghans, 2.2.1971, S. 5215, der sich auf die eventuell erforderliche Konjunkturankurbelung durch Investitionshaushalte bezieht, die aus der Konjunkturausgleichsrücklage fiananziert werden könnten.Google Scholar
  60. 60).
    Ebenda, S. 5215: Die SPD würde es begrüßen, wenn die Bundesbank schon jetzt prüfte, ob zur Stabilisierung der Investitionsneigung nicht eine weitere Lockerung der geldpolitischen Restriktionen erforderlich ist.” Schiller, 22.1971, 1. Beitrag, S. 5200: Neben der Stabilisierung der Investitionsbereitschaft und der Deckung des aufgestauten Bedarfs an kurzfristigen Krediten in der Wirtschaft sowie der Entlastung des Mittelstandes, der weniger Zugang zu den internationalen Geld- und Kreditmärkten habe, könne ein “deutli-che(s) Reagieren” der Bundesbank auf die wirtschaftliche Entspannung auch eine konjunkturgerechte öffentliche Ausgabenpolitik bewirken. Allerdings bekundete der Bundeswirtschaftsminister zugleich Verständnis für die Junktimserwartung der Bundesbank, “daß die Normalisierung der Wirtschaft sich stärker auf den Bereich der Löhne und Preise erstrecken müsse.” Es sollte einmal ausdrücklich registriert werden, daß auch ein sozialdemokratischer Minister die Formel von der ‘Investitionsneigung’ verwandte, ohne ihren Interessengehalt zu thematisieren.Google Scholar
  61. 61).
    Junghans, 2.2.1971, S. 5212Google Scholar
  62. 62).
    Schachtschabel, 2.2.1971, S. 5226Google Scholar
  63. 63).
    Ebenda, S. 5227; vgl. auch Junghans, 2.2.1971, S. 5201Google Scholar
  64. 64).
    Schiller, 2.2.1971, 1. Beitrag, S. 5201Google Scholar
  65. 65).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.2.1)Google Scholar
  66. 66).
    Schiller, 23.6.1971, S. 7512/13 und S. 7516Google Scholar
  67. 67).
    Ebenda, S. 7516/17; das Argument übermäßig gestiegener Personalkosten ist identisch mit den entsprechenden Stellungnahmen der Unternehmerverbände und bedeutet gleichermaßen einen Schlag gegen personalintensive Reformen wie auch gegen die im öffentlichen Dienst verankerten Gewerkschaften.Google Scholar
  68. 68).
    Vgl. ebenda, S. 7513 sowie Arndt, 23.6.1971, S. 7531Google Scholar
  69. 69).
    Ebenda, S. 7232; vgl. auch Schiller, 23.6.1971, S. 7516Google Scholar
  70. 70).
    Arndt, 23.6.1971, S. 7533; vgl. auch Schiller, 23.6.1971, S. 7515.Google Scholar
  71. 71).
    Schiller, 19.1.1972, 1. Beitrag, S. 9350. Ebenda, S. 9352: “Un es ganz deutlich zu sagen: wichtiger als neue übereilte oder gar voreilige monetäre Konstruktionen in der Gemeinschaft sind Maßnahmen, um die jetzt gefundene Wechselkursstruktur auch in Europa zu verteidigen.” Vgl. auch Schachtschabel, 19.1.1972, S. 9365/66.Google Scholar
  72. 72).
    Schiller, 19.1.1972, 1. Beitrag, S. 9350; vgl. auch seinen 2. Beitrag vom selben Tag, S. 9370.Google Scholar
  73. 73).
    Ebenda, S. 9371Google Scholar
  74. 74).
    Schiller, 19.1.1972, 1. Beitrag, S. 9351Google Scholar
  75. 75).
    Vgl. ders., 2. Beitrag, S. 9371: unter anderem verlangte er die Schaffung von Sonderziehungsrechten “unabhängiger von nationalen Zahlungsbilanzentwicklungen”, und er wollte den “Anteil der nationalen Devisenkomponente der Reservemedien verringern und die internationale Liquidität unter wirksamere Kontrolle als bisher bringen” sowie mittelfristig eine “Konsolidierung der in nationaler Währung gehaltenen Reserven, insbesondere der Dollarguthaben außerhalb der USA, im wesentlichen in Europa, erreichen.” Ganz deutlich wird seine Überzeugung in seinem 1. Beitrag vom selben Tag, S. 9350: ‘Die monetäre Politik in unserer modernen Welt muß frei werden von den Zufälligkeiten des amerikanischen Zahlungsbilanzbildes oder auch von der Größe des amerikanischen Zahlungsbilanzsaldos.”Google Scholar
  76. 76).
    So wurde das Realignment denn auch binnnenwirtschaftlich als erster Schritt zur Wiedergewinnung fester, verläßlicher Kalkulationsgrundlagen für die Exportwirtschaft angepriesen; vgl. Schiller, 19.1.1972, 1. Beitrag, S. 9348, sowie Schachtschabel, 19.1.1972, S. 9364: “Durchaus zutreffend kann der Feststellung beigepflichtet werden, daß die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen exportorientierten Investitionsgüterindustrie eine wesentliche Erleichterung erfahren hat.”Google Scholar
  77. 77).
    Verglichen mit den früheren Kräfteverhältnis zwischen der Bundesrepublik und dem ‘Großen Bruder Amerika’, wie er in den fünfziger und frühen sechziger Jahren apostrophiert worden war, klangen die Formulierungen 1971/72 immerhin weitaus selbstbewußter. Aufgrund der bevorstehenden EWG-Erweiterung sei “klar, daß dadurch auch in währungs- und handelspolitischer Hinsicht die Voraussetzungen für ergiebige und fruchtbare außenwirtschaftliche Verflechtungen zwischen der EMG und den USA gegeben sind und für beide Seiten erfolgreich realisiert werden können,” Die EWG strebe einen “fairen Ausgleich (mit den USA, C.S.) im Interesse der europäischen Wirtschaft” an; Schachtschabel, 19.1.1972, S. 9366.Google Scholar
  78. 78).
    Schiller, 19.1.1972, 1. Beitrag, S. 9349: Die Bundesregierung sei über die erweiterten Bandbreiten zufrieden und halte “im weltweiten Rahmen eine gewisse Elastizität in den Wechselkursbeziehungen für notwendig, solange sich in den nationalen oder regionalen wirtschaftspolitischen Zielsetzungen und in den faktischen Abläufen keine stärkere Parallelität oder Konvergenz abzeichnet.”Google Scholar
  79. 79).
    Außerordentlicher Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 1. Teil: Steuerreform — Massenmedien — § 218. 18. bis 20. November 1971. Bonn, Beethovenhalle. Protokoll der Verhandlungen. Anlagen. Hrsg. vom Vorstand der SPD. Bonn — Bad Godesberg, o.J. Vgl. hier die Beiträger von Arndt, Rudi, S. 95; Arndt, Klaus-Dieter, S. 102 und S. 104.Google Scholar
  80. 80).
    Vgl. die Beiträge von Steffen, Joachim, ebenda, S. 152; Voigt, Karsten, S. 123/124; Wieczorek, Norbert, S. 125/126; Egert, Jürgen, S. 142.Google Scholar
  81. 81).
    Ebenda, Anträge A 25, A 26 und A 135, S. 960 und S. 1003.Google Scholar
  82. 82).
    Vgl. Brandt, 15.3.1972, S. 10275, und Junghans, 15.3.1972, S. 10243: Die SPD habe sich “nie die Stagflationstheorie der Opposition zu eigen gemacht.”Google Scholar
  83. 83).
    Schiller, 15.3.1972, 1. Beitrag, S. 10227/228; vgl. auch Junghans, 15.3.1972, S. 10243.Google Scholar
  84. 84).
    Brandt, 15.3.1972, S. 10276Google Scholar
  85. 85).
    Ebenda, S. 10276; vgl. auch Schiller, 15.3.1972, 1. Beitrag, S. 10228.Google Scholar
  86. 86).
    Ebenda, S. 10227: Die Lohnquote habe inzwischen eine “nie gekannte Höhe erreicht. Die soziale Synmetrie war kein leerer Wahn.” Schiller versucht hier offensichtlich, durch Rückgriff auf seine eigene Formel auch der Bundesregierung einen Anteil am Zustandekommen dieses Ergebnisses zu verschaffen, das er selbst zwar schon in früheren Reden als für die Wirtschaft nicht unbedenklich charakterisiert hatte, das aber das Legitimationspotential sozialdemokratischer Politik in den Gewerkschaften zum gegenwärtigen Zeitpunkt schwerer innenpolitischer Spannungen günstig beeinflussen sollte.Google Scholar
  87. 87).
    “... ohne Reform des Weltwährungssystems und deutliche Reduzierung des amerikanischen Zahlungsbilanzdefizits... werden die weltweiten Inflationstendenzen nur schwer einzudämmen sein.” Brandt, 15.3–1972, S. 10279. Noch deutlicher formuliert Arndt seine Kritik an den USA, deren Politik leider in letzter Zeit “nicht mehr mit der notwendigen kalkulierbaren Rationalität geführt” werde. “... bei jeder Bereitschaft, die Amerikaner wieder in den Stand zu setzen, ökoncmische Führerschaft auszuüben, ist man nicht gezwungen, Schritte mitzugehen, mit denen sie anscheinend gegen ihre eigenen Interessen handeln.” Es bestehe im Falle weiterer de-facto-Abwertungen des Dollars immerhin noch die Möglichkeit, daß “Europa gemeinsame Abwehrmaßnahmen ergreift...” Arndt, 15.3.1972, S. 10298.Google Scholar
  88. 88).
    Schiller, 15.3.1972, 1. Beitrag, S. 10229; vgl. auch Junghans, 15.3.1972, S. 10243.Google Scholar
  89. 89).
    Diese Erkenntnis spiegelt sich z.B. in Schillers Feststellung, daß die Diskussion in der Konzertierten Aktion über einen Stabilitätspakt gezeigt hätten, “daß die beiden Tarif vertragsparteien selber sich nicht in der Lage sehen, einen verbindlichen Pakt dieser Art mit den eigenen Gesetzen der Tarifautoncmie in Einklang zu bringen.” Schiller, 15.3–1972, 2. Beitrag, S. 10286.Google Scholar
  90. 90).
    Junghans, 15.3.1972, S. 10244/245Google Scholar
  91. 91).
    Ebenda, S. 10244: Die SPD stehe fest zum marktwirtschaftlichen System, und man solle doch aufhören, ihr dies andauernd mit dem Hinweis auf Positionen der Jungsozialisten abzusprechen, “Im Gegensatz zur CDU/CSU begreifen wir Sozialdemokraten Marktwirtschaft nicht als Privileg einer Gruppe. Wir stehen für eine Marktwirtschaft der Unternehmer u nd der Arbeitnehmer ein.” Erneut wird das sozialdemokratische Bemühen erkennbar, die ‘Inter-essen(gruppen)polotik’ der Union zu diskreditieren, sich selbst jedoch als Wahrer des Gemeinwohls darzustellen. Offenbar machte sich jedenfalls im Regierungsflügel der Partei kaum jemand Gedanken darüber, was für Konsequenzen es für die eigene Politik haben mußte, den expliziten Rückbezug auf gesellschaftliche Interessenpotentiale derart generell zu verteufeln. Darüber hinaus wird in Formulierungen wie der hier zitierten greifbar, daß es auch der SPD um die Gleichberechtigung der Lohnabhängigen, d.h., der Besitzer der Ware Arbeitskraft, im bestehenden System ging, so, wie es oben theoretisch auch schon für die Gewerkschaften formuliert worden war, vgl. oben, Abschnitt 1.3.3)Google Scholar
  92. 92).
    Außerordentlicher Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. 12. bis 13. Oktober 1972. Dortmund, Westfalenhalle. Protokoll der Verhandlungen. Dokumentarischer Anhang. Hrsg. vom Vorstand der SPD. Bonn, o.J.; vgl. hier den Beitrag von Opel, Fritz, S 142–144, sowie Antrag 0 1, S. 347 und S. 349. Das endgültig verabschiedete Wahlprogramn enthielt dam aber doch ein Bekenntnis zur Marktwirtschaft; vgl. ebenda, S. 449 ff.Google Scholar
  93. 93).
    Schiller, 15.3.1972, 1. Beitrag, S. 10229: “Ein flottes Durchstarten mit den öffentlichen Finanzen ist nach den neuen Gegebenheiten fehl am Platze.” Dagegen forderte Junghans, 15.3.1972, S. 10244, der Bundeshaushalt 1972 misse “konjunkturstützend vollzogen” werden, denn in der SPD gebe es “keine rezessiven Gelüste”.Google Scholar
  94. 94).
    Brandt, 15.3.1972, S. 10277: Der Bundeskanzler selbst stellte fest, “daß Sparsankeit und Rationalisierung des Personalaufwands.. auch bei den öffentlichen Haushalten dringend erforderlich sind”, und Schiller beantwortete seine eigene rhetorische Frage, wozu die öffentliche Verschuldung dienen solle, damit: “im Bund nur für Investitionen...” Schiller, 15.3.1872, 2. Beitrag, S. 10285. Dagegen trat Arndt, 15.3.1972, S. 10298, für Ausgabenerweiterungen bei den öffentlichen Investitionen, durchaus aber auch bei den Personalaufwen-dungen ein: ‘Wir müssen diesen Staat weiter stärken; wir können uns nicht an einer vermeintlichen Stabilitätspolitik mit Streichungen und immer neuen Streichungen beteiligen.”Google Scholar
  95. 95).
    Vgl. Haas, 30.10.1969, S. 184/185, sowie Mischnick, 29.10.1969, S. 48: Die FDP sei der Auffassung, daß Stabilität und Wachstum derzeit nur gewährleistet werden könnten, “a) durch das Bremsen von preissteigernder Ünachfrage auf allen Gebieten und b) durch umfassende Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität “Konkret war damit die Forderung geraeint, die Bezahlung von Überstunden von der Lohnsteuer und den Sozialabgaben zu befreien und die Möglichkeiten einer Teilzeitarbeit zu fördern, “solange wir einen zusätzlichen Anreiz für Mehrarbeit brauchen.” Vgl. auch Kienbaum, 30.10.1969, S. 144. Verständlich wird dieses Bemühen um eine ‘Entlastung’ des Arbeitsmarktes vor dem Hintergrund der Tatsache, daß vor allem der gewerbliche Mittelstand außerordentlich personalintensiv ist und demzufolge ein wesentlicher Teil der freidemokratischen Wählerbasis vom damaligen Mangel an zusätzlichen Arbeitskräften besonders betroffen war.Google Scholar
  96. 96).
    Kienbaum, 30.10.1969, S. 145/146Google Scholar
  97. 97).
    Dies geht besonders deutlich aus der These Kienbaums hervor, nach der man allerdings “nicht verschweigen (sollte, C.S.), daß wir, um diesem Ziel zu dienen”, d.h., die Produktivität zu steigern, “auch eine Verstärkung unserer Angebotspotentiale — an außerdeutschen Standorten erwarten.” Ebenda, S. 146.Google Scholar
  98. 98).
    Mischnik, 29.10.1969, S. 48/49Google Scholar
  99. 99).
    Kienbaum, 17.2.1970, S. 1263Google Scholar
  100. 100).
    Mertes, 17.2.1970, S. 1283Google Scholar
  101. 101).
    Kienbaum, 17.2.1970, S. 1265: “Dort wünschen wir einerseits mehr Mobilität, damit Abbau von Abhängigkeiten der Arbeitssuchenden und der Arbeitnehmer, andererseits aber auch mit dem gleichen Gewicht die Verhinderung von Verknappungsversuchen.”Google Scholar
  102. 102).
    Vgl. ebenda, S. 1265/1266, sowie Mertes, 17.2.1970, S. 1283.Google Scholar
  103. 103).
    Kienbaum, 17.2.1970, S. 1264Google Scholar
  104. 104).
    Vgl. ebenda, S. 1264, sowie Mertes, 17.2.1970, S. 1283.Google Scholar
  105. 105).
    Kienbaum, 17.2.1970, S. 1264Google Scholar
  106. 106).
    Ebenda, S. 1264Google Scholar
  107. 107).
    Ebenda, S. 1265Google Scholar
  108. 108).
    Kienbaum, 7.10.1970, S. 3918; Kienbaum spricht sich zwar gegen Steuererhöhungen aus, weist aber zugleich darauf hin, daß die Tarifparteien — verglichen mit den öffentlichen Haushalten — einen “viel bedeutsameren Einfluß” auf das Wirtschaftsgeschehen besäßen. “Daher muß auch unsere Aufmerksamkeit mehr auf ihn gerichtet sein...”Google Scholar
  109. 109).
    Ebenda, S. 3821; vgl. auch Grüner, 7.10.1970, S. 3841. Grüner ist sich der innerverbandlichen Probleme der Tarifparteien sehr wohl bewußt, wenn er feststellt, daß sie “nicht etwa im luftleeren Raum handeln”, sondern “Sachzwängen und Emotionalzwängen ausgesetzt sind, denen sie sich nicht entziehen können. So bleibt es der Regierung und unserer Politik überlassen, unsererseits Daten zu setzen, die es den autonomen Tarifpartnern unter den Voraussetzungen, die sie antreffen, dann auch erlauben, ihrer Einsicht (!) entsprechend zu handeln” Wiederum ist überhaupt keine Rede von Interessen, die diese Tarifparteien vertreten könnten.Google Scholar
  110. 110).
    Kienbaum, 7.10.1970, S. 3820Google Scholar
  111. 111).
    Zur Notwendigkeit stetiger lohn- und wirtschaftspolitischer Entwicklungen vgl. ebenda, S. 3820.Google Scholar
  112. 112).
    Kienbaum, 2.2.1971, S. 5217Google Scholar
  113. 113).
    Mertes, 2.2.1971, S. 5230Google Scholar
  114. 114).
    Ebenda, S. 5230Google Scholar
  115. 115).
    Kienbaum, 22.1971, S. 5216: “Unsere Vorrangziele, weitere Stabilisierung und Vorbereitung — darauf legen wir die Betonung — neuen Wachstums...” Die ‘Vorbereitung neuen Wachstums” wurde dabei vorsichtig interpretiert: “Bei der Fiskalpolitik wird ein tendenziell expansives Verhalten notwendig sein.” Mertes, 22.1971, S. 5231.Google Scholar
  116. 116).
    Kienbaum, 22.1971, S. 5217; Kienbaum weist mahnend darauf hin, “daß bei Überreizen der Forderungen auf der Preis- wie auf der Tarifseite im Verteilungskampf... genügend Werkzeuge zur Verfügung stehen, um der Herausforderung einzelner Gruppen wirksam zu begeg-nen...” Was danit gemeint war, wird deutlich, wenn Mertes feststellt, es sei “offensichtlich, daß es weder zu hohen Preis- noch Lohnsteigerungen kommen kann, wenn nicht eine Geldmengenexpansion vorausläuft, die es ermöglicht, die höheren Preise, Löhne und Kosten zu bezahlen.” Mertes, 22.1971, S. 5231.Google Scholar
  117. 117).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.3.1)Google Scholar
  118. 118).
    Vgl. Mertes, 2.2.1971, S. 523V32Google Scholar
  119. 119).
    Vgl. Kirst, 23.6.1971, S. 7522: Die autonomen Gruppen hätten einen weit stärkeren Einfluß auf die wirtschaftliche Lage als der Staat. Ebenda, S. 7525: Die FDP habe die “Zielvorstellung..., auch den Haushalt 1972... ohne Steuererhöhungen auszugleichen. “Ebenda, S. 7520: Kirst warnt hier “vor einem Fatalismus der Gesamtregierung und des Parlaments...gegenüber den inner stärker wachsenden Anforderungen der Ressorts.” Dies und die Feststellung, die FDP habe “nie zu denen gehört, die falsche Erwartungshorizonte hervorgerufen haben, die falsche Versprechungen gemacht haben, um die Beruhigung des Augen-blicks gegen den Ärger in der Zukunft einzutauschen”, ebenda, S. 7525, reflektiert die ablehnende Haltung gegenüber der Politik der Volksparteien, die den Bereich öffentlicher Interventionen zwecks Paziflerung gesellschaftlicher Konflikte durch wohlfahrtsstaatliche Maßnahmen ständig vergrößern.Google Scholar
  120. 120).
    Vgl. Kirst, 19.1.1972, S. 9366 – 9368Google Scholar
  121. 121).
    Mertes, 15.3.1972, S. 10247Google Scholar
  122. 122).
    Ebenda, S. 10248; vgl. auch Kirst, 15.3.1972, S. 10300.Google Scholar
  123. 123).
    Ebenda, S. 10303/304; wenn die Opposition die “Suggestion einer gewollten Inflation” weiter aufrechterhalte, so laste sie der Regierung eine Verantwortung an, die sie angesichts des entscheidenden Einflusses der Tarifparteien auf den Wirtschaftsablauf real gar nicht trage.Google Scholar
  124. 124).
    Mertes, 15.3.1972, S. 10249/250Google Scholar
  125. 125).
    Ebenda, S. 10249Google Scholar
  126. 126).
    Ebenda, S. 10247Google Scholar
  127. 127).
    Barzel, 29.10.1969, S. 37; vgl. auch Strauß. 30.10.1069, S. 128 und S. 134.Google Scholar
  128. 128).
    Ebenda, S. 134; vgl. auch Barzel, 29.10.1969, S. 40/41.Google Scholar
  129. 129).
    Ebenda, S. 39Google Scholar
  130. 130).
    Vgl. ebenda, S. 41, sowie Müller-Hermann, 30.10.1969, S. 181, und Strauß, 30.10.1969, S. 133.Google Scholar
  131. 131).
    Ebenda, S. 130Google Scholar
  132. 132).
    Ebenda, S. 132Google Scholar
  133. 133).
    Ebenda, S. 133: Strauß nennt folgende Gründe für die Förderung deutscher Direktinvestitionen: “Verteilung des wirtschaftlichen Risikos, wie es andere Industrieländer ebenfalls tun; besserer Konjunkturausgleich mit anderen Ländern; auch für mittlere Betriebe ist die Förderung der Auslandsinvestitionen von besonderer Bedeutung; Schaffung neuer Absatzmärkte; Sicherung von Rohstoffbasen; Überwindung von Zollschranken und anderen dirigistischen Hemmnissen; sinnvolle Verwendung, aber nicht Drosselung des deutschen Exportpotentials.” Bis auf das fehlende Argument der in anderen Ländern “günstigeren Arbeitsmarktlage und Lohnkostenentwicklung’ ist diese Position deckungsgleich mit der der Unternehmer in diesem Bereich.Google Scholar
  134. 134).
    Strauß verknüpft auch bei seiner Stellungnahme zum Problem der wachsenden Kapitalkonzentration ökonomishce mit nationalen und Prestigeargumenten, wenn er feststellt, die Union sei zwar “nicht von der Großbetriebsphilosophie besessen”, aber es sei zu erwarten, “daß der Druck der amerikanischen Giganten in absehbarer Zeit... wieder zunehmen wird. Es muß zur weiteren Konzentration innerhalb Europas und in der Bundesrepublik führen, wenn ein Ausverkauf vermieden werden soll.” Strauß, 30.10.1969, S. 130.Google Scholar
  135. 135).
    Ebenda, S. 134Google Scholar
  136. 136).
    Müller-Hermann, 30.10.1969, S. 180; es ist bemerkenswert, daß nicht nur die SPD, sondern auch die CDU/CSU jeden Anschein eines gewerkschaftlichen Dilemmas oder gar Versagens vermeidet. Die Schuld für das Geschehen bleibt klar auf der politischen Ebene.Google Scholar
  137. 137).
    Strauß, 30.10.1969 S. 130; dies wende verdeckt durch das schleichende Bestreben, “imer mehr Wirtschaftsbereiche mit goldenen Fesseln zu umgarnen, sie subventionsabhängig zu machen...” Auch hier wird eine ökonomische Entwicklung — die zunehmende Intervention des Staates in krisenbedrohte oder -betroffene Regionen und Branchen — umgedeutet in eine zweifelhafte politische Absicht der die Regierung führenden Partei.Google Scholar
  138. 138).
    Strauß, 30.10.1969, S. 130Google Scholar
  139. 139).
    Höcherl, 17.2.1970, S. 1291Google Scholar
  140. 140).
    Zur These von Schillers Versagen vor der Notwendigkeit der Konjunkturdämpfung im Vojahr, vgl. Müller-Hermann, 17.2.1970, S. 1255. Ebenda, S. 1256: Müller-Hermann gibt Schiller nun auch direkt die Schuld an den spontanen Streiks, weil er in der Konzertierten Aktion falsche Projektionsdaten vorgelegt habe.Google Scholar
  141. 141).
    Vgl. ebenda, S. 1257/1258; Höcherl, 17.2.1970, S. 1289/1290, und Stoltenberg, 172.1970, S. 1277.Google Scholar
  142. 142).
    Höcherl, 172.1970, S. 1292: Die Stabilität des Geldwertes sei die Voraussetzung für die Sicherung der “freiheitlich-wirtschaftlichen Ordnung, die wir im Wettbewerb gegen die kollektiven Kräfte der östlichen Zentral Verwaltungswirtschaften einzusetzen haben.”Google Scholar
  143. 143).
    Müller-Hermann, 172.1970, S. 1260. Außerordentlich geschickt werden hier die Begriffe ‘Inflation’, ‘Kollektiv’, ‘Zentralverwaltungswirtschaft’ und ‘Ostblock’ so miteinander verknüpft, daß die SPD dem Verdacht ausgesetzt wird, sie strebe heimlich einen Sozialismus östlicher Prägung an und lasse daher über die Geldentwertung die allmähliche Zersetzung der Marktwirtschaft geschehen. Vgl. genauso Höcherl in der vorangegangenen Anmerkung.Google Scholar
  144. 144).
    Stoltenberg, 17.2.1970, S. 1276Google Scholar
  145. 145).
    Ebenda, S. 1278Google Scholar
  146. 146).
    Vgl. Höcherl, 172.1970, S. 1293, der Verständnis für die gewerkschaftliche Lohnpolitik bekundet, der Regierung aber “fehlende Kontinuität und Entschiedenheit im wirtschaftlichen Handeln” vorwirft.Google Scholar
  147. 147).
    Stoltenberg, 17.2.1970, S. 1277Google Scholar
  148. 148).
    Burgbacher, 172.1970, S. 1314: ‘Es ist gar keine Frage, daß die deutsche Wirtschaft im Mittelstand und in der Industrie unterkapitalisiert ist. Es ist weiter keine Frage, daß bei sich verschärfendem internationalen Wettbewerb die Finanzierung über den Preis immer enger wird. Es ist auch keine Frage, daß wir, um die Wirksamkeit, die Effektivität, unserer Produktionskraft, der Quelle aller Sozialpolitik, zu erhalten, für eine Eigenkapitalzufuhr durch die Bürger dieses Staates zu sorgen haben.” Aber selbstverständlich gebe es neben dieser wirtschafts- auch die gesellschaftspolitische Seite des Reformprojekts Vermögenspolitik, “die Beteiligung aller unselbständig Beschäftigten am Produktivkapital der Wirtschaft”; ebenda, S. 1313.Google Scholar
  149. 149).
    Katzer, 7.10.1970, S. 3832; Stoltenberg, 7.10.1970, S. 3804.Google Scholar
  150. 150).
    Es ist sicherlich kein Zufall, daß vor allem Katzer als Vertreter des sozial-reformeri-schen Arbeitnehmerflügels der Union, diesen Punkt besonders betonte; Katzer, 7.10.1970, S. 3832. Vgl. auch Stoltenberg, 7.10.1970, S. 3806. Es waren vor allem diese beiden Abgeordneten, Katzer und Stoltenberg, die der SPD die Vernachlässigung legitimer massenhafter gesellschaftlicher Bedürfnisse vorwarfen, während Redner wie Müller-Hermann, Höcherl und Pohle auf die angeblich geschmälerten Erträge der Wirtschaft verwiesen und den Sozialdemokraten weit aggressiver wirtschaftspolitische Inkompetenz und sozialistische Ambitionen unterstellten. Vgl. Pohle, 7.10.1970, S. 3845, sowie Höcherl, 7.10.1970, S. 3824, zur “Ertragskrise” der Wirtschaft. Hier deutet sich somit eine Fortsetzung der in Abschnitt 5.1.1) aufgezeigten Flügelbildung an, die allerdings jetzt von dem gemeinsamen Ziel der Wiedererlangung der Regierungsnacht überformt wurde und daher zunächst weniger deutlich in Erscheinung trat als 1966/67. Auf diese innerparteiliche Differenzierung, die in der Mitte der siebziger Jahre, auf dem Höhepunkt der Krise, noch weit greifbarer werden sollte, ist weiter unten noch näher einzugehen.Google Scholar
  151. 151).
    Stoltenberg, 7.10.1970, S. 3803; vgl. auch ebenda, S. 3808: “Wenn es jetzt konkret um die Erhöhung von Einkennen um etwa 11 bis 14% geht, dann spiegelt sich in solchen Vereinbarungen und Forderungen die Sorge um ein weiter anhaltendes Steigen der Lebenshaltungskosten und damit auch das mangelnde Vertrauen in den Stabilitätswillen der Regierung deutlich wider.” Damit aber mußte sie in letzter Instanz als für die Inflation verantwortlich gelten, denn die durch den Vertrauensschwund hochgetriebenen Lohnforderungen “werden allerdings ihrerseits nicht ohne Wirkung auf die Kosten und die Preise von morgen bleiben können.”Google Scholar
  152. 152).
    Ebenda, S. 3808; Stoltenberg grenzt sich hier explizit von der Auffassung des FDP-Abgeordneten Kienbaum ab, wonach das Verhalten der Tarifparteien derzeit wesentlich relevanter für den Konjunkturverlauf sei als die staatlichen Handlungsspielräume und -möglichkeiten; ebenda, S. 3805/06. Zum Vorwurf, die Regierung werden ihren Aufgaben in der Konzertierten Aktion nicht gerecht, vgl. auch Höcherl, 7.10.1970, S. 3822, und Pohle, 7.10.1970, S. 3845. Diese beiden zuletzt genannten Abgeoroheten verlangten deutlicher als Stoltenberg massiven staatlichen Druck mittels des Stabilitätsgesetzes auf die Tariflpar-teien, im Falle Pohles sogar gezielt auf die Gewerkschaften, während Stoltenberg nach wie vor offenließ, ob Preise oder Löhne zuerst gestiegen seien und insgesamt zurückhaltender formulierte, sobald die Verbändepolitik thematisiert wurde.Google Scholar
  153. 153).
    Pohle, 7.10.1970, S. 3846. Dies stellte sicher innerhalb der Union damals eine Extremposition dar; der sozialreformerische, aber auch der infrastrukturell-expansiv orientierte Flügel hätten diese enge Begrenzung wohl nicht ohne weiteres akzeptiert.Google Scholar
  154. 154).
    Stoltenberg, 7.10.1970, S. 3806: “Wir plädieren in dieser schwer zu beurteilenden Kon-junktursituation keineswegs für undifferenzierte härtere Bremsmaßnahmen, sondern für einen koordinierten Einsatz aller Instrumente, eine Diskontpolitik, die durch angemessene Maßnahmen der Regierung endlich entlastet wird, eine stabilitätsgerechte Haushaltspraxis und -planung, die ein Beispiel setzt, die Verminderung der privaten Nachfrage, die in diesem Zusammenhang vertretbar ist, aber auch nur dann, und eine Konzertierte Aktion”.Google Scholar
  155. 155).
    Ebenda, S. 3806Google Scholar
  156. 156).
    Müller-Hermann, 22.1971, S. 5202; vgl. auch Stoltenberg, 22.1971, S. 5224.Google Scholar
  157. 157).
    Müller-Hermann, 2.2.1971, S. 5205; vgl. auch Breidbach, 2.2.1971, S. 5258, der feststellt, “daß die Überbeschäftigung, die vorhanden war, im Interesse einer langfristigen Vollbeschäftigung mit Preisstabilität und Wirtschaftswachstum abgebaut werden mußte.”Google Scholar
  158. 158).
    Vgl. Pohle, 22.1971, S. 5235, sowie Müller-Hermann, 22.1971, S. 5203 und S. 5208.Google Scholar
  159. 159).
    Ebenda, S. 5203Google Scholar
  160. 160).
    Ebenda, S. 5205: “Die Regierung hat sich bei ihren Prcgnosen gerirrt, mit ihren Erwartungen und Ankündigungen den Teppich der Realität verlassen und damit auch bei anderen den Eindruck erweckt, man könne den Produktivitätsfortschritt ungestraft auf die Dauer als Maßstab außer acht lassen. Damit nämlich hat die Bundesregierung den Kampf um die Verteilung des Kuchens erst so richtig angeheizt.”Google Scholar
  161. 161).
    Pohle, 2.2.1971, S. 5235Google Scholar
  162. 162).
    Möller-Hermann, 2.2.1971, S. 5204Google Scholar
  163. 163).
    Ebenda, S. 5205; vgl. auch Breidbach, 2.2.1971, S. 5259.Google Scholar
  164. 164).
    Vgl. Müller-Hennann, 2.2.1971, S. 5203, und Pohle, 2.2.1971, S. 5236.Google Scholar
  165. 165).
    Ebenda, S. 5237Google Scholar
  166. 166).
    Vgl. ebenda, S. 5235, und Müller-Hermann, 22.1971, S. 5208, sowie Höcherl, 22.1971, S. 5250.Google Scholar
  167. 167).
    Vgl. oben, Abschnitt 2.2.1)Google Scholar
  168. 168).
    Vgl. oben, Abschnitt 2.3.2)Google Scholar
  169. 169).
    Müller-Hermann, 2.2.1971, S. 5205Google Scholar
  170. 170).
    Strauß, 23.6.1971, 1. Beitrag, S. 7508Google Scholar
  171. 171).
    Ebenda, S. 7504 und S. 7500. Vgl. auch ders., 23.6.1971, 2. Beitrag, S. 7530: Es habe “eine antizyklische Haushaltspolitik und eine rechtzeitige Fiskalpolitik, nämlich Steuerpolitik” gefehlt.Google Scholar
  172. 172).
    Ders., 23&1971, 1. Beitrag, S. 7503; Barzel, 23.6.1971, S. 7518: Barzel zitiert allerdings warnend die Befürchtung des Sachverstândigenrates, es könne auch bald ein ‘“Riskiko für die Beschäftigung”‘drohen. Wieder, wie schon im Oktober 1970, präsentierte sich die Union als Volkspartei. Barzel übernahm — wenn auch stark in den Hintergrund abgedrängt -den Part der Vertretung lohnabhängiger Arbeitsplatzinteressen; Strauß dominierte mit der einkommens- und stabilitätspolitisch motivierten Kritik an der RegierungGoogle Scholar
  173. 173).
    Strauß, 23.6.1971, 1. Beitrag, S. 7504Google Scholar
  174. 174).
    Ebenda, S. 7503/04: Strauß äußert sich in beachtlicher Klarheit über die daraus entstandenen innergewerkschaftlichen Probleme. Die Gewerkschaften gerieten unter den Druck ihrer Basis, weil der Eindruck entstehe, sie schnitten nicht das ihnen gebührende Stück “aus dem Sozialkuchen” heraus. Allerdings erwähnte er mit keinem Wort die Schwierigkeiten, die den Gewerkschaften bei allzu großer Nachgiebigkeit gegenüber restriktiven regierungsamtlichen Orientierungsdaten drohen würden.Google Scholar
  175. 175).
    Ebenda, S. 7504Google Scholar
  176. 176).
    Ebenda, S. 7505; vgl. auch Höcherl, 23.6.1971, S. 7536, der feststellt, die Regierung könne gar nicht offen sagen, zu welchem Zeitpunkt sie die Beendigung des Floatens anstrebe, da genau dadurch der erwünschte Disziplinierungseffekt auf die Tarifparteien verlorengehe.Google Scholar
  177. 177).
    Auch angesichts der in Abschnitt 5.2.1) zitierten Hoffnung der SPD, nach der Wechselkursfreigabe nun auch die Tarifparteien ebenfalls auf einen mehr stabilitätsorientierten Kurs einschwören zu können, mag die Zielrichtung dieses Arguments wirklich nicht ganz falsch gewesen sein.Google Scholar
  178. 178).
    Nur Strauß sprach bei diesem Anlaß, und er wiederholte im wesentlichen den Vorwurf, die Bundesregierung habe die Währungspolitik zur Behandlung von Versäumnissen bei der nationalen Konjunkturpolitik “mißbraucht”; Strauß, 19.1.1972, & 9355. Schon 1969 hätte binnenwirtschaftlich gebremst werden müssen (!); stattdessen habe die Regierung durch ihren Versuch, die Außenwirtschaftspolitik als Ersatz für die interne Wirtschaftssteuerung zu verwenden, sowohl die Inflation nicht vermieden, als auch “zur Zerrüttung des internationalen Währungssystems einen verhängnisvollen Beitrag geleistet”; ebenda, S. 9355/56.Google Scholar
  179. 179).
    Vgl. Luda, 15.3.1972, S. 10289 sowie S. 10290/91; Barzel, 15.3.1972, S. 10281; Strauß, 15.3.1972, S. 10256/257.Google Scholar
  180. 180).
    Müller-Hermann, 15.3.1972, S. 10237Google Scholar
  181. 181).
    Ebenda, S. 10236; Müller-Hermann spricht von einem “Teufelskreis der Inflationspolitik”: “Denn von der überproportionalen Aufblähung der öffentlichen Haushalte ist in besonderem Maße ein inflationärer Schub ausgegangen, und Jetzt schlagen die Folgen der Inflation mit der Kostenexplosion wieder auf die öffentlichen Haushalte zurück.” Die Bundesregierung habe “leichtfertig die Geldwertstablität verspielt”, das gleiche gelte für den “Fortschritt in unserem Lande und die Sicherung unserer Zukunft”. Vgl. auch Luda, 15.3.1972, S. 10290, und Strauß, 15.3.1972, S. 10253.Google Scholar
  182. 182).
    Vgl. Barzel, 15.3.1972, S. 10282, der vor allem den Rückgang öffentlicher Investitionen beklagt und damit eine Position der Unternehmerverbände übernimmt, die stets die Reduktion öffentlicher (Personal-)Ausgaben, aber die Beibehaltung oder gar Steigerung staatlicher Investitionsaufträge forderten. Vgl. auch Strauß, 15.3.1972, S. 1026aGoogle Scholar
  183. 183).
    Siehe ebenda, S. 10261, und Barzel, 15.3.1972, S. 10282; schließlich auch Müller-Hermann, 15.3.1972, s. 102238/239.Google Scholar
  184. 184).
    Ebenda, S. 10237Google Scholar
  185. 185).
    Ebenda, S. 10235: “Am ehesten scheint die Welt auf dem Arbeitsmarkt noch in Ordnung zu sein.” Ebenso Strauß, 15.3.1972, S 10251, der von einer “hoch gesicherte(n) Vollbeschäftigung” spricht, die “mit einer anhaltenden, über das Jahr 1972 sich erstreckenden Inflation erkauft” worden sei.Google Scholar
  186. 186).
    Luda, 15.3.1972, S. 10292; offenbar strebe die Regierung mit Blick auf Neuwahlen ein Durchstarten um jeden Preis an, ungeachtet ihrer gesetzlichen Verpflichtungen, auch den Geldwert zu sichern. “Da es um die Macht geht, ist das Stabilitätsgesetz nur noch Makulatur.” Vgl. auch Strauß, 15.3.1972, S. 10257, und Müller-Hernann, 15.3.1972, S. 10241.Google Scholar
  187. 187).
    Vgl. Luda, 15.3.1972, S. 10292, und Strauß, 15.3.1972, S. 10259/260.Google Scholar
  188. 188).
    Müller-Hennann, 15.3.1972, S. 10240/241Google Scholar
  189. 189).
    Ebenda, S. 10240; nicht nur der Versuch, den staatlichen Anteil am Bruttosozialprodukt über Steueränderungen zu erhöhen, wurde abgelehnt. Auch die öffentlichen Verschuldung müsse “sich in den Grenzen halten, die durch den Kapitalbedarf der Wirtschaft auf der einen Seite und durch die Rücksichtnahme auf die Preisentwicklung auf der anderen Seite gesetzt sind.” Ebenda, S. 10241; vgl. auch Strauß, 1.3.1972, S. 10253, der lapidar feststellt, der Unterschied zwischen dem Wachstum des realen (!) Bruttosozialprodukts und dem der Staatsausgaben sei eine der wesentlichen Inflationsquellen. Offenbar erhielten nun allmählich auch für den CSU-Vorsitzenden die Zurückdrängung staatlicher Ansprüche an das Sozialprodukt und die Preisstabilisierung den Vorrang vor der Beschaffung staatlicher Resourcen, jedenfalls so lange, wie die SPD die Regierung führte.Google Scholar
  190. 190).
    Miller-Hermann, 15.3.1972, S. 10239Google Scholar
  191. 191).
    Barzel, 15.3.1972, S. 10282Google Scholar

5.3) Verzicht und Krise — Vom Zweiten Kabinett Brandt/Scheel zur Regierung Schmidt/Genscher (1973 – 1976)

  1. 1).
    Vgl. hierzu und im folgenden neben Goldberg/Jung, a.a.O., S. 13+ff: Bundesministerium der Finanzen (Hg.): Finanzbericht. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen und die wichtigsten finanzwirtschaftlichen Probleme des Haushaltsplanes der Bundesrepublik Deutschland für das Haushaltsjahr 1975. Bonn 1975, S. 215ff. 1.1.1973: Herabsetzung der Freibetragsgrenze der Bardepotspflicht für im Ausland von deutschen Unternehmern aufgenommene Kredite von DM 500.000 auf DM 50.000; 7.2.1973: Begrenzung der Rediskontkontigente auf 60%; 1.3.1973: Erhöhung der Mindestreservesätze um 15% bzw. 7,5tGoogle Scholar
  2. 2).
    3–5.1973: Diskont- und Lombardsatzerhöhungen auf 6 bzw. 7%; 31.5.1973: weitere Erhöhung auf 7 bzw. 9%Google Scholar
  3. 3).
    17.2.1973: Erstes Stabilitätsprogramm 73 der Bundesregierung, das u.a. die Erhebung einer befristeten Stabilitätsabgabe und die Erhöhung der Mineralölsteuer vorsah; 23.5.1973: Verabschiedung des Zweiten Stabilitätsprogramms 73 der Bundesregierung durch den Bundestag, das die zeitlich begrenzte Erhebung einer Investitionssteuer, die Aussetzung der degressiven Abschreibung, die Herabsetzung des Freibetrages bei der Stabilitätsabgabe sowie eine 10jige Kürzung der Haushaltsmittel für Gemeinschaftsaufgaben sowie die Stil legung von Steuereinnahmen umfasste. Es ist auffällig, daß von diesen Maßnahmen in der Tat besonders die Investoren getroffen wurden. Eine allzu starke Belastung der Masseneinkcmmen ohne Ergänzung durch die Erhebung von Steuern und Abgaben zu Lasten der Unternehmer hätte nach den zurückhaltenden gewerkschaftlichen Tariffbrderungen erhebliche Legitimationsprobleme gegenüber den Lohnabhängigen geschaffen und es zugleich den GeweHcschafteführungen unmöglich gemacht, den Kurs der Regierung lohnpolitisch zu unterstützen.Google Scholar
  4. 4).
    Eine erneute Dollar-Krise zerstörte das mit dem Realignment vom Dezember 1971 geschaffene labile währungspolitische Gleichgewicht im Februar 1973, worauf die EG-Länder nun mit dem gemeinsamen Blockfloaten gegenüber Drittländern reagierten. Parallel dazu wurde am 14.3.1973 die DM um 3% aufgewertet, um allzu starke Spannungen zwischen den jetzt währungspolitisch enger miteinander verbundenen nationalen Volkswirtschaften zu mildern. Daß es damit nicht getan sein würde und daß gemeinsame europäische Aktionen eine kontinuierliche Höherbewertung der D-Mark erzwingen mußten, zeigte die 5,5ïige Aufwertung, die bereits am 29–6.1973 folgte.Google Scholar
  5. 5).
    Schon im Dezember 1973 nahm die Regierung ihre stabilitätspolitischen Beschlüsse vom Frühjahr im wesentlichen wieder zurück. Am 15.12.1973 kam es zu dem Beschluß, die für 1974 vorgesehene Streckung der Ausgaben für Gemeinschaftsausgaben von Bund und Ländern nicht zu realisieren. Am 19.12.1973 folgten die Aufhebung der Investitionssteuer und die Wiedereinführung der degressiven und der 7b-Abschreibung. Symptomatisch war jedoch, daß im Gegensatz zu diesen Investitionserleichterungen der bis zum 31.6.1974 befristete Kbnjunkturzuschlag nicht aufgehoben wurde; den privaten Verbrauch, dessen sprunghafte Entwicklung in den letzten Jahren so viele Schwierigkeiten bei der Kbnjunktursteuerung bereitet hatte, wollte man nicht so ohne weiteres von allen Beschränkungen befreien. Im Februar 1974 wurden 600 Millionen DM für die wirtschaftliche, insbesondere arbeitsmarktpolitische Förderung strukturschwacher Regionen bereitgestellt, im September desselben Jahres weitere 950 Millionen DM, aber erst das “Programm stabilitätsgerechter Aufschwung” vom Dezember 1974 nahm Dimensionen an, die dem sich verschärfenden Arbeitslosenproblem eher angemessen waren. 1,73 Milliarden DM für Bundesinvestitionen und Lohnzuschüsse für die Einstellung Arbeitsloser sowie steuerliche Investitionsbegjünstigungen, Mittelstandshilfen etc. waren in seinem Rahmen vorgesehen. Diese keineswegs massiv zu nennenden Belebungsversuche wurden von der stabilitätspolitisch motivierten kurzfristigen Begrenzung des Kredit-volumens durch den Zentralbankrat im Mai 1974 kontrastiert, die von Voten verschiedener Institutionen zugunsten einer Begrenzung des Haushaltszuwachses begleitet worden war.Google Scholar
  6. 6).
    Dafür legt die Tatsache beredtes Zeugnis ab, daß der im Juli vom Kabinett verabschiedete Haushaltsentwurf 1975 eine Steigerung der Kreditaufnahme gegenüber dem Vorjahr von mehr als 100% vorsah. Im August 1975 wurde ein Bauinvestitionsprogramm mit einem Volumen von 5,75 Milliarden DM von der Regierung beschlossen; die enorme Steigerung des umfangs gegenüber dem Programm vom Dezember 1974 zeigt, wie belastend das Arbeitslosenproblem, damit aber auch der legitimatorische Druck auf die Regierung, nun endlich durchgreifend zu handeln, geworden war, wie stark aber als Folge davon die staatlichen Finanzen in Anspruch genommen wurden, und dies in einer Zeit zurückgehender Einnahmen. Das Waterloo des Keynesianismus war nicht mehr fern.Google Scholar
  7. 7).
    Am 6.11.1975 beschloß der Bundestag das sogenannte Haushaltsstrukturgesetz, das vor allem konsumtive Staatsausgaben begrenzte, die Arbeitslosenversicherungsbeiträge anhob sowie die Mehrwert-, Tabak- und Branntweinsteuer erhöhte. D.h., die Investiticnsförderung traf mit steigenden Belastungen der Masseneinkammen durch indirekte Steuern.und Abgaben zusammen und wurde durch staatlichen Leistungsverzicht besonders im Sozial- und Bildungsbereich (der als personalintensiver Sektor am härtesten von der Mittelkürzung betroffen wurde) ergänzt, der wiederum am stärksten zu Lasten der breiten Schichten der Gesellschaft ging, da die privilegierten Gruppen allemal selbst genügend Mittel beispielsweise für die Bildung und Ausbildung aufbringen können.Google Scholar
  8. 8).
    Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Jahresgutachten 1980/81: Unter Anpassungszwang Stuttgart/Mainz 1980, Anhang, Tab. 34+,S. 275: Die Verschuldung des Bundes stieg von 17,401 Mrd. DM (1965) über 27,786 Mrd. DM (1970), 67,001 DM (1975) auf 122,755 Mrd. DM (1980, im Juni) (ab Ende 1972 einschließlich “Auftragsfinanzierung Öffa” und “Krakenhausfinanzierung”, ab 1980 einschließlich Lastenausgleichsfonds).Google Scholar
  9. 9).
    Der Staatsverbrauch (in Preisen von 1970) nahm folgende Anteile am Bruttosozialprodukt ein: 17,0% (1965), 15,9% (1970), 18,4% (1975), 17,5% (1980). Der Wert des Jahres 1975 stellt den absoluten Höhepunkt der Entwicklung dar; Statistisches Bundesamt (Hg): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Fachserie 18, Reihe 1: Konten und Standardtabellen. 1980. Stuttgart/Mainz 1981, Tab. 2.5, S. 186.Google Scholar
  10. 10).
    Am 10.2.1976 wurde ein Sonderprogramm von 200 Millionen DM für Arbeitsbeschaffungsmaßnah-men und Bildungsförderung zugunsten jugendlicher Arbeitsloser zwischen dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und der Bundesanstalt für Arbeit vereinbart. Zwei Tage später verabschiedete der Bundestag den von den Unternehmerverbänden seit langem geforderten steuerlichen Verlustrücktrag bis zu einer Obergrenze von 5 Millionen DM.Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. dazu oben, Abschnitt 4.3), sowie den Schlußteil der vorliegenden Arbeit.Google Scholar
  12. 12).
    Brandt, 18.1.1973, S. 125; vgl. dazu ähnlich Möller, 24.1.1973, S. 176, der sich konkret auf die anstehende Tarifrunde im öffentlichen Dienst bezieht.Google Scholar
  13. 13).
    Brandt, 18.1.1973, S. 126: “Einem großen Teil unserer Bürger ist es klar, daß der Staat die Leistungen, die sie in wachsendem Maße von ihm erwarten, nicht mit weniger Einnahmen erbringen kann, sondern daß die finanzielle Leistungskraft der öffentlichen Hand gesichert und gestärkt werden muß” Vgl. auch Möller, 24.1.1973, S. 176: Es gebe “Steuererhöhungen dann, wenn es notwendig ist, ein Reformprogranm durchzuführen, das sich ohne Steuererhöhungen nicht realisieren läßt.” Allerdings warnt Möller gleichzeitig davor, Refbrmpläne ohne Rücksicht auf ihre Finanzierbarkeit aufzustellen.Google Scholar
  14. 14) Brandt, 18.1.1973, S. 12; der Kanzler weist zugleich auf die “besondere Verantwortung’ aller hin, “die in der Praxis über Preise und Kosten entscheiden, nämlich die Unternehmer, der Handel und die Tarifvertragsparteien.” Und er erklärte es für “wirklichkeitsfremd..., den öffentlichen Ausgabenetats die Hauptlast aufbürden zu wollen, wenn die Bedürfnisse der Bürger nicht Schaden leiden sollen.” Dies ist die endgültige Absage an ein Kernstück der keynesianischen Steuerungskonzeption, die das Dilemma der Fiskalpolitik zwischen globaler Wirtschaftslenkung und Infrastrukturpolitik nicht klar genug erkannt hatte. Vgl. auch Möller, 24.1.1973, S. 175, der die entsprechenden Beschlüsse des sogenannten 15-Punkte-Programms der Bundesregierung vom 27.10.1972 nennt: Die Einigung mit der Bundesbank, den Geldmengenzuwachs für 1973 auf die “zu erwartende Zuwachsrate des nominalen Bruttosozial-Produkts zu reduzieren”, die Vorbereitung der Novellierung des Bundesbankgesetzes, die insbesondere die Wirksamkeit der Mindestreservepolitik verstärken sollte, den Beschluß, Steuereinnahmen des Bundes zur Verringerung der Nettokreditaufhahme zu verwenden sowie mehrere Maßnahmen zur verbesserten Kontrolle und Sicherung des Wettbewerbs einschließlich der Novellierung des Kartellgesetzes. Der Aspekt der Bekämpfung des Mißbrauchs wirtschaftlicher Macht, insbesondere bei der Preisgestaltung, nahm auch in anderen Reden erheblichen Raum ein: Vgl. Brandt, 18.1.1973, S. 126, sowie Junghans, 25.1.1973, S. 275/276. Hierin dürfte sich die schmerzhafte Erfahrung spiegeln, daß das “freie Spiel der Kräfte am Markt”, nur bestimmt von Angebot und Nachfrage, angesichts des erreichten Konzentrationsgrades wichtiger Sektoren der westdeutschen Wirtschaft längst zur Illusion (bzw. zum Ideologen) geraten war.Google Scholar
  15. 15).
    Vgl. Brandt, 18.1.1973, S. 124/125, sowie Arndt, 24.1.1973, S. 192, der die Opposition auffordert, endlich das derzeit uneinlösbare Verlangen nach einer gleichzeitigen europäischen Integrations- und einer europäischen Stabilitätspolitik aufzugeben.Google Scholar
  16. 16).
    Brandts Angriff auf die ‘als Reformgerede getarnten Lohnforderungen’ wurde bereits in Anm 12) zitiert; aber auch die Unternehmer kamen nicht ohne Kritik davon: Ihr Bekenntnis zur Marktwirtschaft “deckt doch oft genug den Rückzug auf das, was man den risikolosen Kapitalismus nennen möchte... Gemeint ist manchmal wirklich nur die Privatisierung der Gewinne und die Sozialisierung der Verluste.” Brandt, 26.1.1973, S. 364.Google Scholar
  17. 17).
    Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 10. bis 14. April 1973. Stadthalle Hannover. Band I: Protokoll der Verhandlungen. Anlagen, Band II: Ohne Befassung in der Sache an den Parteivorstand überwiesene Anträge. Hrsg. vom Vorstand der SPD. Bonn, o.J. Vgl. etwa die Beiträge von Steffen, Joachim, S. 114/115; Eichel, Hans, S. 131/132; Dammeyer, Manfred, S. 310/311. Diese Delegierten befürworteten derartige Eingriffe in den Kernbereich der unternehmerischen Autonomie. (Alle Beiträge in Band L)Google Scholar
  18. 18).
    Vgl. ebenda, z.B. Ehrenberg, Herbert, S. 187; Ehmke, Horst, S. 198/199; Osswald, Albert, S. 299; Striek, Heinz, S, 312; von Dohnanyi, Klaus, S. 316.Google Scholar
  19. 19).
    Ebenda, S. 382Google Scholar
  20. 20).
    Ebenda, S. 131/132Google Scholar
  21. 21).
    Brandt, 15.3.1973, S. 919. Der Bundeskanzler bekennt sich unzweideutig zu dieser Selektivität in der Zuweisung stabilitätspolitischer Verantwortung und der ihr entsprechenden Maßnahmen: Die zurückhaltenden “Tarifabschlüsse Anfang des Jahres sollten bewußt durch eine Stabilitätsabgabe ergänzt, um nicht zu sagen: auch honoriert werden, die nicht die breiten Schichten trifft.”Google Scholar
  22. 22).
    Ehrenberg, 15.3.1973, S. 929. Ehrenberg mahnt die Unternehmer eindringlich, “zwischen kurzfristigen Vorteilen und ihren eigenen wohlverstandenen langfristigen Interessen zu unterscheiden” und kündigt gleichzeitig die Aussetzung der degressiven Abschreibung als eine mögliche Konsequenz einer falschen Entscheidung an; ebenda, S. 928/929.Google Scholar
  23. 23).
    Ebenda, S. 928: Das Blockfloaten und das Stabilitätsprogramm “werden den voraussehbaren Gewinnanstieg der deutschen Wirtschaft nicht brechen, aber sie werden den Verlauf des Anstiegs notwendigerweise abflachen. Das ist langfristig auch im Sinne einer stabilen Entwicklung des privaten Unternehmenssektors selbst. Es nimmt dem kommenden Kbnjunkturauf-schwung einen Teil seiner Verteilungsproblematik, der ohne diese Einschränkung für die in so hohem Maße ihre gesamtwirtschaftliche Verantwortung wahrenden Gewerkschaften unerträglich würde.” Vgl. auch Brandt, 15.3.1973, S. 919Google Scholar
  24. 24).
    Ehrenberg, 15.3.1973, S. 926/927Google Scholar
  25. 25).
    Brandt, 15.3.1973, S. 919; der Kanzler lehnt eine stabilitätspolitisch motivierte unbegrenzte Kürzung öffentlicher Ausgaben ab.Google Scholar
  26. 25a).
    Ehrenberg, 15.3.1973, S. 926, stellt fest, das Aufkommen aus der Stabilitätsanleihe und die Stabilitätsabgabe gäben zusammen ein “Signal zu der notwendigen Erweiterung des Anteils der öffentlichen Investitionen am Sozialprodukt.” Vgl. auch Schachtschabel, 15.3.1973, S. 971/972, sowie schließlich Rapp, 15.3.1973, S. 986.Google Scholar
  27. 26).
    Ebenda, S. 986Google Scholar
  28. 27).
    Brandt, 29.11.1973, S. 3908. Brandt stellt fest, man habe bis jetzt positive Erfahrungen mit der Einhaltung des Sonntagsfahrverbotes und den Geschwindigkeitsbegrenzungen gemacht “Anpassungsfähigkeit und eine Bereitschaft zu einem gewissen Verzicht — diese Eigenschaften sind bei den Menschen in unserem Lande lebendig, wenn es notwendig ist, und es ist gut zu wissen, daß es so ist.” Bei der Versorgung mit Öl und Bezin habe die Wirtschaft absoluten Vorrang, damit die Arbeitsplätze nicht gefährdet würden; ebenda, S. 3909. Vgl. ebenso Ahrens, 29.11.1973, S. 3968.Google Scholar
  29. 28).
    Brandt, 29.11.1973, S. 3910. Der Kanzler übt deutliche Kritik an der derzeitigen Preispolitik der Ölkonzerne, denn mit dem Druck der OPEC-Staaten lasse sich “keinesfalls jeder Preis rechtfertigen, der im Augenblick verlangt wird.” Sollte die getroffene Vereinbarung zwischen dem Wirtschaftsminister, dem Bundeskartellamt und der Mineralölwirtschaft über ein “System der Offenlegung und Prüfung” der Preisgestaltung nicht ausreichen, so behalte er sich “weitergehende Schritte vor”. Vgl. zur Kritik an der unternehmerischen Ölpreispo-litik auch Ehrenberg, 29.11.1973, S. 3925, und Ahrens, 29.11.1973, S. 3968.Google Scholar
  30. 29).
    Vor allem Kohle und Kernkraft sollten als Energieträger ausgebaut werden; vgl. Brandt, 29.11.1973, S. 3909/10.Google Scholar
  31. 30).
    Vgl. ebenda, S. 3910/11, sowie Ahrens, 29.11.1973, S. 3969. Einen ganz wesentlichen Aspekt dieses wohlfahrtsstaatlichen Verfahrens thematisiert Wehner, der sozialdemokratische Fraktionsvorsitzende, indem er in Zwischenrufen zu Ahrens’ Beitrag ininer wieder insistiert: “Also verdienen oder profitieren kann man, soviel man will. Hauptsache, den anderen wird geholfen?” Ebenda, S. 3969.Google Scholar
  32. 3D.
    Vgl. ebenda, S. 3969, sowie Brandt, 29.11.1973, S. 3908.Google Scholar
  33. 32).
    Ehrenberg, 29.11.1973, S. 3926Google Scholar
  34. 33).
    Brandt, 29.11.1973, S. 3912; vgl. auch Ehrenberg, 29.11.1973, S. 3924/25.Google Scholar
  35. 34).
    Brandt, 29.11.1973, S. 3912: “Wicht jeder wird in dieser Lage seinen Arbeitsplatz behalten können; aber wir wollen gemeinsam mit der Wirtschaft und den Gewerkschaften alle Anstrengungen unternehmen, damit jeder einen Arbeitsplatz haben wird.” Dazu war nach Brandts Auffassung durch den Anwerbestop für ausländische Lohnabhängige aus Nicht-EG-Ländern ein erster Schritt getan worden. Die bei Brandt nur angedeutete Notwendigkeit arbeitsmarktpolitischer “Mobilität” der Lohnabhängigen fordert auch Ehrenberg, 29.11.1973, S. 3926.Google Scholar
  36. 35).
    Brandt, 29.11.1973, S. 3912, weist die Forderung der ÖTV nach 10 – 15%igen Einkamenstei-gerungen als unrealistisch und vor dem Hintergrund der Arbeitsplatzsicherheit im öffentlichen Dienst ungerechtfertigt zurück;Google Scholar
  37. 35a).
    Ehrenberg, 29.11.1973, S. 3926, formuliert: “Was wir brauchen, ist Bereitschaft, mit weniger privater Wohlstandssteigerung auszukörnen und um so mehr die zur Verfügung stehenden Mittel auf. öffentliche Investitionen, auf arbeitsplatzsichernde oder -schaffende und energiesparende Investitionen zu konzentrieren.”Google Scholar
  38. 36).
    Vgl. ebenda, S. 3925, sowie Brandt, 29.11.1973, S. 3910. In dieser Frage schien es inner-fraktionell einen gewissen Dissens zu geben, da außer in den erwähnten Zwischenfragen Wehners auch Ahrens das Prinzip kritisiert, durch Steuermittel Hilfen zu gewähren, an denen andere Teile der Gesellschaft verdienten, statt die unternehmerische Preispolitik zu überprüfen. Ahrens, 29.11.1973, S. 3969.Google Scholar
  39. 37).
    Vgl. unten, Abschnitt 5.3.3)Google Scholar
  40. 38).
    Vgl. Brandt, 2.4.1974, S. 6247; Ehrenberg, 29.3.1974, S. 6197, und Schmidt, 29.3.1974, S. 6207/08.Google Scholar
  41. 39).
    Ehrenberg, 29.3.1974, S. 619; Schmidt, 29.3.1974, S. 6201 und S. 6205: “Der Bund hat, abgesehen von der Bedienung der staatsnotwenigen Funktionen, die er finanzieren muß — von der Bundeswehr bis hin zur Sicherungsgruppe -, im wesentlichen die sozialpolitische Aufgabe der Umverteilung der Einkammensströme. In dem Maße, in dem die sozial liberale Koalition diese ümverteilungsfunktion ausweitet, um der sozialen Gerechtigkeit zu dienen, in dem Maße muß — spiegelbildlich — auf der anderen Seite die Investitionsquote des Bundes natürlich auch geringfügig heruntergehen. Aber sie spielt... für die Gesamtinvestitionen in der Volkswirtschaft keine Rolle.” Der Abgeordnete Reuschenbach lieferte eine klare Analyse der Oppositionsstrategie zur Frage der Schuld an der Inflation und zur Aufgabe der Haushaltspolitik: In jedem Falle trage nach Auffassung der Opposition die Regierung die Verantwortung für die Preissteigerungen, wenn nicht unmittelbar, so doch durch ihr Versagen gegenüber der Entstehung bestimmter Ursachen der Geldentwertung. “Die Förderung hysterischer Inflaticnsagitation stempelt die öffentliche Hand zum Krisengewinnler, der ent-machtet werden muß, dem Einnahmen genommen werden müssen, und auf diese Weise wird die Schere zwischen den öffentlichen Leistungen und den Forderungen weit geöffnet. Hätte eine solche Strategie Erfolg, stünde am Ende der Offenbarungseid der öffentlichen Hand.” Reuschenbach, 2.4.1974, S. 6263.Google Scholar
  42. 40).
    Vgl. Brandt, 2.4.1974, S. 6251/52Google Scholar
  43. 41).
    Ehrenberg, 29.3.1974, S. 6199Google Scholar
  44. 42).
    Ebenda, S. 6263, sowie Brandt, 2.4.1974, S. 6249Google Scholar
  45. 43).
    Ebenda, S. 6251; der Kanzler bekennt sich zur Tarifautonamie, “auch wenn etwa in bezug auf den Öffentlichen Dienst gewisse Fortentwicklungen zu diskutieren sein werden. Aber wir wollen uns alle klarmachen —, daß die Konsequenzen tarifpolitischer Entscheidungen für Kosten, Preise und Beschäftigung nun einmal nicht wegzuzaubern sind.”Google Scholar
  46. 44).
    Wolfram, 2.4.1974, S. 6272Google Scholar
  47. 45).
    Schmidt, 13.12.1974, S. 9423: Durch die Antizipation zweistelliger Preissteigerungsraten,. die dann nicht Realität geworden seien, “sind z.B. im Bauwesen, aber auch an der Lohnfront zum Teil Fehler gemacht worden, die sich heute auswirken, zum Teil bitter auswirken.”Google Scholar
  48. 46).
    Ebenda, S. 9425; Ehrenberg, 13.12.1974, S. 9450/51.Google Scholar
  49. 47).
    Schmidt, 13.12.1974, S. 9423Google Scholar
  50. 48).
    Ebenda, S. 9427Google Scholar
  51. 49).
    Ebenda, S. 9494: “Wir hätten allenfalls kurzfristige Beschäftigung geschaffen, ohne sie langfristig sichern zu können.” “Dem Interesse der arbeitenden Menschen kann nämlich langfristig nur durch eine offene und redliche d.h. notfalls auch harte Politik gedient werden”, weshalb der stabilitätspolitische Kurs grundsätzlich beibehalten werden müsse. Vgl. auch Ehrenberg, 13.12.1974, S. 9448 und 9450, der die Notwenigkeit einer weiteren Geldwertstabilisierung immer wieder neben oder sogar vor der Arbeitsplatzsicherung nennt.Google Scholar
  52. 50).
    Schmidt, 13.12.1974, S. 9424: “Allerdings geben wir auch immer noch 2.300.000 ausländischen Arbeitnehmern Lohn und Brot und leisten damit einen großen Beitrag für unsere Nachbarvölker.”Google Scholar
  53. 51).
    Vgl. ebenda, S. 9424, sowie Junghans, 13.12.1974, S. 9466: “Aber zwischen Arbeitslosigkeit in weiten Teilen der übrigen Welt ist dank unseres sozialen Sicherungssystems ein Unterschied wie zwischen Diät und Verhungern.” Dieser Vergleich ist wohl eher zutreffend als geschmackvoll zu nennen.Google Scholar
  54. 52).
    Schmidt, 13.12.1974, S. 9426Google Scholar
  55. 53).
    Vgl. ebenda, S. 9422, sowie Junghans, 13.12.1974, S. 9465: Die Opposition solle doch nicht so tun, als ob die Bundesregierung ‘Befehlsgewalt über die Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaften und nicht zuletzt auch über die Bundesbank” habe. Mitunter mag es sich anbieten, dem parlamentarischen Gegner Argumente vorzuhalten, die man im Grunde an eine ganz andere Adresse gerichtet wissen will.Google Scholar
  56. 54).
    Vgl. Apel, 20.2.1975, S. 10301/302: Bemerkenswerterweise stützt Apel seine Behauptung von der im internationalen Vergleich günstigen Lage der Bundesrepublik u.a. auf den Hinweis, daß die Bundesrepublik weniger Streiktage als England, Frankreich und Italien aufzuweisen habe “auf Grund des sozialen Friedens, (der, C.S.) wiederum Ergebnis unseres sozialen Netzes und sozialer Sicherheit” sei. Die Frage, wie lange dieser soziale Friede noch anhalten konnte, angesichts der sozialdemokratischen Form des Krisenmanagements, wurde selbstverständlich nicht gestellt. Vgl. ebenfalls Matthöfer, 20.2.1975, S. 10348/349; hier taucht wieder einmal die Kritik des Exportüberschusses auf, “der uns reale Ressourcen kostet, unseren Lebensstandard und die Möglichkeiten der Zukunftsvorsorge vermindert und die Zahlungsbilanz unserer Handelspartner belastet.” Schon bald aber sollte die SPD diesem Exportgeschäft nachtrauern, als es nämlich im Verlauf des Jahres 1975 zu einem jähen Absturz der Weltkonjunktur kam.Google Scholar
  57. 55).
    Wolfram, 202.1975, S. 10359: “Ich würde mir wünschen, daß gerade die Unternehmensleitungen und auch die Selbständigen erkennen, daß diese Bundesregierung eine Politik auch in ihrem Sinne betreibt.”Google Scholar
  58. 56).
    Vgl. Schachtschabel, 202.1975, S. 10370/371, sowie Haase, 202.1975, S. 10376.Google Scholar
  59. 57).
    Wolfram, 202.1975, S. 10357: “Aber ich lasse auch diejenigen nicht aus der Verantwortung und Mitverantwortung, die als autonome Gruppen und Kräfte in unserer Wirtschaft ein großes Maß an Verantwortung tragen, vielleicht ein größeres, als man leichthin und schnell der Regierung unterstellt.”Google Scholar
  60. 58).
    Ebenda, S. 10359Google Scholar
  61. 59).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.3.1), Anm. 54)Google Scholar
  62. 60).
    Apel, 20.2.1975, S. 10299/300Google Scholar
  63. 61).
    Ehrenberg, 202.1975, S. 10320; sein Hinweis, der Zentralbankrat solle sich möglichst nicht “allzusehr von den wissenschaftlich fragwürdigen Ideen des Milton Friedman beeindrucken” lassen, zielt auch gegen entsprechende Konzeptionen in der FDP, die im nächsten Abschnitt zu referieren sein werden”Google Scholar
  64. 62).
    Apel, 20.2.1975, S. 10299Google Scholar
  65. 63).
    Vgl. Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12885/886; Möller, 17.9.1975, S. 12946/947; Ehrenberg, 17.9.1975, S. 12990, sowie Apel, 18.9.1975, S. 13011 und S. 13013/014. Vor allem erhoffte man sich durch die Förderung ökonomisch schwacher Staaten und der Entwicklungsländer größere Absatzmärkte und damit die Chance einer neuen Exportoffensive; vgl. Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12897, sowie Apel, 18.9.1975, S. 13019.Google Scholar
  66. 64).
    Vgl. ebenda, S. 13010/011, sowie Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12894: “Die Wirtschaft kann sicher sein, daß die Erhöhung ertragsabhängiger und ertragsunabhängiger Steuern nicht erforderlich und nicht beabsichtigt ist. Sie kann ebenso davon ausgehen, daß die öffentlichen Hände, die jetzt einen unverhältnismäßig großen Anteil der privaten Ersparnis... kreditweise an sich ziehen, im Aufschwung mit ihrer Nachfrage an den Kreditmärkten zurückstecken werden und damit Raum entsteht für die Finanzierung von privatwirtschaftlichen Investitionen. Wir brauchen diese privatwirtschaftlichen Investitionen dringend für neue Arbeitsplätze; wir brauchen sie dringend, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, Deswegen belasten wir den Aufschwung nicht mit einer unnötigen Hypothek.”Google Scholar
  67. 65).
    Vgl. ebenda, S. 12890 und S. 12891Google Scholar
  68. 66).
    Vgl. Apel, 18.9.1975, S. 13019; Möller, 17.9.1975, S. 12946; Ehrenberg, 17.9.1975, S. 12996: Ehrenberg erinnert hier an die Aussage eines Gewerkschaftsführers, wonach die sozial liberale Koalition den sozialen Frieden in der Bundesrepublik durch ihre Reformpolitik gesichert und gefestigt habe und dies auch in der Zukunft tun könne; hierin deutet sich ein neues Begründungsmuster für bestimmte Reformen an, auf das gleich noch zurückzukommen sein wird. Vgl. schließlich hierzu auch Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12896.Google Scholar
  69. 67).
    Ebenda, S. 12896Google Scholar
  70. 68).
    Ebenda, S. 12896, sowie ders., 17.9.1975, 2. Beitrag, S. 12970: Sein Hinweis auf das historische Beispiel von 1930, als die damalige SPD die Regierung wegen der geplanten Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversichrung verließ, sei “mindestens zur größeren Hälfte an meine gewerkschaftlichen Freunde draußen im Lande gerichtet, die sich ein biß-chen murrend empören, daß wir heute den Arbeitslosenversicherungsbeitrag erhöhen — die Linke in Deutschland (gemeint ist die SPD, C.S.) hat die Lehre daraus zu ziehen, daß man wegen solcher Fragen, wenn man Augenmaß hat, nicht eine Gesetzgebungs- und Regierungskoalition aufs Spiel setzt.”Google Scholar
  71. 69).
    Ders., 1. Beitrag, S. 12891Google Scholar
  72. 70).
    Ebenda, S. 12891/892; vgl. auch Ehrenberg, 17.9.1975, S. 12995; Möller, 17.9.1975, S. 12950; sowie Apel, 18.9.1975, S. 13010.Google Scholar
  73. 71).
    Vgl. Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12895/896, und Ehrenberg, 17.9.1975, S. 12996.Google Scholar
  74. 72).
    Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12897: ‘Solche gesellschaftsreformerischen Vorhaben, die nicht zusätzliche finanzielle Mittel erfordern”, “passen auch zukünftig durchaus in diese Zeit.” Gemeint war beispielsweise die Reform der Mitbestimmung, für die der Abgeordnete Schmidt (Wattenscheid) eine Begründung lieferte, die ‘auch zukünftig durchaus in diese Zeit passte’: “Dabei geht es nicht nur um Ansprüche der Arbeitnehmerschaft; oder insbesondere der organisierten Arbeitnehmerschaft; dabei geht es auch darum, im Zusammenhang mit der heute zu behandelnden Thematik die Voraussetzungen schaffen zu helfen, daß unsere Wirtschaft leistungsfähig bleibt, oder, wo sie noch leistungsfähiger werden kann und muß, leistungsfähiger wird.” Schmidt, (Wattenscheid), 17.9.1975, S. 12909.Google Scholar
  75. 73).
    Vgl. Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12893; Möller, 17.9.1975, S. 12948; Apel, 18.9.1975, s. 13016/017; und Ehrenberg, 17.9.1975, S. 12995/996.Google Scholar
  76. 74).
    Schmidt, 17.9.1975, 1. Beitrag, S. 12897Google Scholar
  77. 75).
    Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands vom 11. bis 15. November 1975. Rosengarten Mannheim Protokoll der Verhandlungen. Anlagen. 2 Bände, hrsg. vom Vorstand der SPD. Bonn, o.J.; hier etwa die Beiträge von Mattiesen, Klaus, S. 90; Osswald, Albert, S. 104/105; Steffen, Joachim, S. 142; Riebschläger, Klaus, S. 143; Skarpelis-Sperk, Sigrid, S. 159/160; Mascher, Ulrike, S. 161 und S. 463; Grunenberg, Horst, S. 467/468; Klose, Hans-Ulrich, S. 170–172; Porzner, Kbnrad, S. 470/471; sowie Ehrenberg, Herbert, S. 472. (Alle Band I).Google Scholar
  78. 76).
    So kam es beispielsweise zu einer Diskussion um die Frage von Steuererleichterungen für unternehmen, wobei die Einführung eines Verlustrücktrages abgelehnt wurde; vgl. ebenda, die Beiträge von Gobrecht, Horst, S. 638/639, und Jordan, Jörg, S. 64a (Beide in Band I).Google Scholar
  79. 77).
    Vgl. z.B. ebenda, Strasser, Johano, S. 490–492; Fritzsche, Klaus, S. 497/498; Wieczorek, Norbert, S. 504/505; Jansen, Günther, S. 513; Skarpelis-Sperk, Sigrid, S. 519–521; Schinzel, Dieter, S. 522, und Weber, Ulrich, S. 529/530. (Alle in Band I). Die eben genannten Delegierten waren Befürworter dieser Bestrebungen; ganz oder teilweise gegen solche Instrumente sprachen sich beispielsweise aus: Urbaniak, Hans, S. 501; Ehrenberg, Herbert, S. 494–496; Steger, Ulrich, S. 524/525 (alle Band I).Google Scholar
  80. 78).
    Vgl. ebenda, den Beitrag von Steger, Ulrich, S. 524/525Google Scholar
  81. 79).
    Ehrenberg, 11.3.1976, S. 15771.80) Apel, 11.3.1976, S. 15795Google Scholar
  82. 81).
    Ehrenberg, 11.3.1976, S. 15772Google Scholar
  83. 82).
    Ebenda, S. 15773; vgl. auch Apel, 11.3.1976, S. 15797 und S. 15799, sowie Rosenthal, 11.3.1976, S. 15824. Mit dieser Entscheidung, (die schon auf frühere Weichenstellungen zurückging), die Pläne zur überbetrieblichen Vermögenspolitik zurückzustellen, de facto zu den Akten zu legen, und stattdessen den — von einigen Gewerkschaften wie etwa der IG Metall erbittert abgelehnten — Weg der betrieblichen Vermögensbildung zu gehen, war ein weiterer großer Stein auS. dem Reform(plan)gebäude der ersten sozial liberalen Koalition herausgebrochen worden.Google Scholar
  84. 83).
    Ehrenberg, 11.3.1976, S. 15772/773Google Scholar
  85. 84).
    Lutz, 11.3.1976, S. 15829Google Scholar
  86. 85).
    Apel, 11.3.1976, S. 15973; eS. sei allerdingS. die Pflicht jeder Bundesregierung, auf die eventuell erforderlich werdende Anwendung von “Schubladenprogranme(n)” vorbereitet zu sein.Google Scholar
  87. 86).
    Schmidt, 16.12.1976, S. 33Google Scholar
  88. 87).
    Ehrenberg, 20.1.1977, S. 251; vgl. ebenso Schmidt, 16.12.1976, S. 32/33, und Westphal, 20.1.1977, S. 278.Google Scholar
  89. 88).
    Ebenda, S. 281; siehe auch Schmidt, 16.12.1976, S. 33Google Scholar
  90. 89).
    Ebenda, S. 33; vgl. auch ebenda, S. 34, sowie Ehrenberg, 20.1.1977, S. 253, und schließlich Westphal, 20.1.1977, S. 278.Google Scholar
  91. 90).
    Schmidt, 16.12.1976, S. 33; ebenso Ehrenberg, 20.1.1977, S. 253: “Ich möchte von dieser Stelle auS. besonderS. an die Unternehmer appellieren, daS. Vertrauen der Bevölkerung in die Kraft der deutschen Wirtschaft zur Investition und zur beschäftigungswirksamen Expansion nicht zu enttäuschen.”Google Scholar
  92. 91).
    Schmidt, 16.12.1976, S. 33Google Scholar
  93. 92).
    Ebenda, S. 38Google Scholar
  94. 93).
    Ebenda, S. 37/38; vgl. auch Westphal, 20.1.1977, S. 281; sowie Apel, 20.1.1977, S. 296.Google Scholar
  95. 94).
    Westphal, 20.1.1977, S. 281; siehe auch Apel, 20.1.1977, S. 294 und S. 296.Google Scholar
  96. 95).
    Schmidt, 16.2.1976, S. 37: “Allerdings: wer die Finanzpolitik in den Dienst ökonamischer und sozialer Stabilität stellen will, der muß die öffentlichen Haushalte alS. Instrument wirkungsvoller öffentlicher Leistungen erhalten und fortentwickeln. Moderne Finanz- und Haushaltspolitik beschränkt den Staat am Kapitalmarkt nicht nur auf die Lücken, die andere Nachfrager übriglassen. DaS. heißt: Für eine gewisse Neuverschuldung, die allerdingS. deutlich niedriger liegen muß alS. bisher, muß und wird auch bei hohem Beschäftigungsstand wiederum Platz sein.” Aber: “Der Rahmen für NeueS. wird gering bleiben.”Google Scholar
  97. 96).
    Westphal, 20.1.1977, S. 281Google Scholar
  98. 97).
    Vgl. Schmidt, 16.12.1976, S. 3V35, sowie Ehrenberg, 20.1.1977, S. 253.Google Scholar
  99. 98).
    Lambsdorff, 25.1.1973, S. 277Google Scholar
  100. 99).
    Fridrichs, 25.1.1973, S. 265Google Scholar
  101. 100).
    Ebenda, S. 265/266Google Scholar
  102. 101).
    Ebenda, S. 266; vgl. auch Lambsdorff, 25.1.1973, S. 278/279.Google Scholar
  103. 102).
    Ebenda, S. 280: Lambsdorff begrüßt es, daß keine tarifpolitischen Orientierungsdaten vorgelegt worden seien, weil diese “Inter allen umständen die Uhtergrenze dessen (sind, C.S.), waS. von den Gewerkschaften im VerständniS. ihrer eigenen Aufgaben erreicht werden muß.”Google Scholar
  104. 103).
    Ebenda, S. 278: “Vollbeschäftigung oder gar Arbeitsplatzgarantie kann nicht heißen, daß Jemand in dem gleichen Betrieb, in dem er seine Lehre absolviert hat, auch pensioniert wird.” Berufliche Mobilität der Arbeitnehmer sei unverzichtbar und erbringe auch positive “Wachstums- und Struktureffekte.”Google Scholar
  105. 104).
    Mischnick, 18.1.1973, S. 151: “... den Haushalt 1973 erwarten wir in einer konjunkturge-rechten Größenordnung und sind überzeugt, daß er sich ohne Steuererhöhungen ausgleichen lassen wird.” Auch die Steuerreform solle “als Strukturreform nicht unter dem Aspekt der Einnahmeverbesserung stehen”; vielmehr werde sich die FDP hier “von dem Gebot der sozialen Gerechtigkeit, der Erhaltung der Leistungsbereitschaft der Wirtschaft und der Besteuerung nach Leistungsfähigkeit” sowie von dem Gesichtspunkt der Steuervereinfachung leiten lassen.Google Scholar
  106. 105).
    Friderichs, 15.3.1973, S. 904; vgl. auch Lambsdorff, 15.3.1973, S. 930/931.Google Scholar
  107. 106).
    Friderichs, 15.3.1973, S. 904Google Scholar
  108. 107).
    Ebenda, S. 906/907; vgl. auch Lambsdorff, 15.3.1973, S. 932.Google Scholar
  109. 108).
    Ebenda, S. 932. DaS.schon früher immer wieder vorgebrachte Argument der FDP, letzten EndeS.besäßen die Wirtschaftskräfte entscheidenden Einfluß auf daS.ökonanische Geschehen, und nicht der Staat, kehrt auch in dieser Debatte wieder, bemerkenswerterweise diesmal verknüpft mit einem Plädoyer, die Haushaltspolitik nicht gänzlich in den Dienst der Konjunktursteuerung zu stellen und insbesondere die öffentliche Kreditaufnahme nicht so attackieren wie bislang; Kirst, 15.3.1973, S. 974/975 und S. 976. Hierin könnte sich die Auffassung verbergen, Kreditaufnahmen deS.StaateS.seien eher zu begrenzen — beispielsweise durch die Bundesbank — und zudem reversibler alS.Steuererhebungen, denn Kirst spricht sich zugleich für eine stabilitätspolitisch motivierte “Priorität der Geld- und Kreditpolitik” aus, die in der gegebenen Konjunkturlage nur restriktiv sein konnte. Ebenda, S. 973.Google Scholar
  110. 109).
    Friderichs, 15.3.1973, S. 907; vgl. auch Lambsdorff, 15.3.1973, S. 933.Google Scholar
  111. 110).
    Friderichs, 1.3.1973, S. 905; vgl. ebenso den in Arm 108) zitierten Beitrag von Kirst. Google Scholar
  112. 111).
    Lambsdorff, 15.3.1973, S. 934/935: Der Abgeordnete hält eS.demonstrativ für ausgeschlossen, daß die Erhebung der Stabilitätsabgabe, die den Spitzensteuersatz auf 60% hinauftreibe, der “Einstieg in die Steuerreform ist”, und er stellt für seine Partei kategorisch klar: “Wir werden weder der Umverteilung noch der Konfiszierung in jedweder Form zustimmen...” Zur koalitionspolitisch notwendigen Kompromißbereitschaft, vgl. ebenda, S. 933.Google Scholar
  113. 112).
    Friderichs, 29.11.1973, S. 3938: “Diese Möglichkeit (eineS.infolge der Ölverteuerung sogar biS.auf Null reduzieren Wachstums, C.S.) muß bei allen Entscheidungen, die die Einkommensverteilung deS.kommenden JahreS.berühren, berücksichtigt werden, da im Jahre 1974 dann kein realer EinkommenszuwachS.zu verteilen ist. Nominale Ansprüche müssen sich den begrenzten realen Angebctsmöglichkeiten anpassen.”Google Scholar
  114. 113).
    Lambsdorff, 29.11.1973, S. 3930Google Scholar
  115. 114).
    Vgl. ebenda, S. 3929, sowie Friderichs, 29.11.1973, S.3936.Google Scholar
  116. 115).
    Ebenda, S. 3936: Die Bundesregierung “muß darauf achten, daß daS.Interesse auch und insbesondere der internationalen Konzerne am deutschen Markt erhalten bleibt; denn wir haben kein Interesse daran, die Mengen in andere Länder abfließen zu sehen. “ Vgl. auch Lambsdorff, 29.11.1973, S. 3929.Google Scholar
  117. 116).
    Zywietz, 29.11.1973, S. 3973Google Scholar
  118. 117).
    Lambsdorff, 29.11.1973, S. 3929Google Scholar
  119. 118).
    Ebenda, S. 3930; vgl. auch Friderichs, 29.11.1973, S. 3937.Google Scholar
  120. 119).
    Zywietz, 29.11.1973, S. 3973; sowie Lambsdorff, 29.11.1973, S. 3937.Google Scholar
  121. 120).
    Ebenda, S. 3931: Wenn die Opposition ein Arbeitsbeschaffungsprogramm fordere, so nehme sie damit eine weitere Beschleunigung der Inflation in Kauf. Im übrigen könnten derartige Maßnahmen in Anbetracht der gegenwärtigen Hochzinspolitik der Bundesbank wohl kaum finanziert werden. ES.kann auch hier — wie oben schon bei der SPD — vermutet werden, daß die FDP mitunter Argumente an dié Opposition adressierte, obwohl sie zugleich auch andere Instanzen, beispielsweise ihren eigenen Koalitionspartner, damit meinte.Google Scholar
  122. 121).
    Ebenda. S. 3930Google Scholar
  123. 122).
    Zur Charakterisierung der FDP alS.Ideenpartei, vgl. Schiller, FDP, a.a.O., sowie oben, Abschnitt 3.4.4).Google Scholar
  124. 123).
    Lambsdorff, 2.4.1974, S. 6240Google Scholar
  125. 124).
    Friderichs, 29.3.1974, S. 6179Google Scholar
  126. 125).
    Ebenda, S. 6178 und S. 6179Google Scholar
  127. 126).
    Ebenda, S. 6177; vgl. auch Vohrer, 2.4.1974, S. 6268.Google Scholar
  128. 127).
    Friderichs, 29.3.1974, S. 6180; hier bestand offenbar ein Widerspruch zwischen dem Minister und einem Teil seiner Fraktion, da Lambsdorff, 2.4.1974, S. 6234, feststellt, eS.sei völlig klar, daß biS.zum 1.1.1975 eine Steuersenkung “insbesondere bei den kleinen und mittleren Einkommen” erreicht werden müsse. Vermutlich bezog er sich auf die geplante Steuerreform und vertrat damit besonderS.die Interessen der kleineren und mittleren Selbständigen, wahrscheinlich aber auch die von der CDU/CSU favorisierte Idee einer steuerpolitischen Entlastung der künftigen Tarifkonflikte durch Steuersenkungen zugunsten der Masseneinkonmen auch der Lohnabhängigen. Zur Haltung der Union in dieser Frage siehe unten, Abschnitt 5.3.3).Google Scholar
  129. 128).
    Vchrer, 2.4.1974, S. 6268Google Scholar
  130. 129).
    Vgl. hierzu oben, Abschnitte 2.2.2) und 3.2).Google Scholar
  131. 130).
    Lambsdorff, 2.4.1974, S. 6241: “Wir müssen korrieren, waS.wir im vorigen Jahr über die strukurelle Exportlastigkeit der deutschen Industrie beklagt haben.” Lambsdorff plädiert ebenso wie FriderichS.für ein gemeinsameS.Vorgehen der westlichen Welt gegen die Inflation und für den Verzicht auf protektioniS.tische Maßnahmen; vgl. Friderichs, 29.3.1974, S. 6182: Die Bundesrepublik insgesamt müsse zwei Prinzipien “verteidigen, von denen wir überzeugt sind, nämlich Stabilität und Freiheit”.Google Scholar
  132. 131).
    Zur kategorischen Ablehnung von Preisstop oder -indexierung, vgl. ebenda, S. 6180/81 sowie Lambsdorff, 2.4.1974, S.6236.Google Scholar
  133. 132).
    Friderichs, 29.3.1974, S. 6177Google Scholar
  134. 133).
    Ebenda, S. 6179Google Scholar
  135. 134).
    Lambsdorff, 13.12.1974, S. 9438: Die Koalitionsparteien seien “unterschiedlicher Meinung (gewesen, C.S.), nämlich in der Frage der Höhe der Öffentlichen Investitionsausgaben und deS.UmfangS.der Ausgaben.”Google Scholar
  136. 135).
    Ebenda, S. 9439Google Scholar
  137. 136).
    Ebenda, S. 9446/47Google Scholar
  138. 137).
    Friderichs, 13.12.1974, S. 9462: Offenbar sei die Tatsache deS.abrupten Einkcmmenstrans-ferS.von Milliarden DM in die OPEC-Staaten nicht hinreichend zur KenntniS.genommen worden, “sonst wäre daS.Verhalten mehrerer Gruppen unverständlich gewesea” ‘Wir alle haben miteinander so getan”, alS.ob diese enorme Summe “Im Inland noch einmal verteilungspolitisch zur Verfügung stünde. DaS.ist einfach nicht der Fall, und daran muß man sich dann eben ausrichten.”Google Scholar
  139. 138).
    Vgl. Lambsdorff, 13.12.1974, S. 9442; Lambsdorff spricht von der “Tendenzwende im Preisanstieg”, die endlich erreicht worden sei. Friderichs, 13.12.1974, S. 9462: Man müsse auS.konjunkturpolitischen Gründen trotz aller strukturellen Befürchtungen die “vorübergehend zu hohe außenwirtschaftliche Leistungsbilanz in Kauf nehmen.”Google Scholar
  140. 139).
    Vgl. Lambsdorff, 13.12.1974, S. 9442Google Scholar
  141. 140).
    Ebenda, S. 9440; vgl. auch Friderichs, 13.12.1974, S. 9463/64.Google Scholar
  142. 141).
    Ebenda, S. 9463Google Scholar
  143. 142).
    Friderichs, 20.2.1975, 1. Beitrag, S. 10283Google Scholar
  144. 143).
    Vgl. ebenda, S. 10277/278; auch Lambsdorff, 20.2.1975, S. 10245 und S. 10347, lobt die letzten Tarifabschlüsse alS.konjunkturgerecht und mahnt die Unternehmer, die erfreuliche lohnpolitische Disziplin der Gewerkschaften im kommenden Aufschwung durch eine ähnliche Preispolitik zu beantworten”Google Scholar
  145. 144).
    Friderichs, 20.2.1975, 1. Beitrag, S. 10279/280Google Scholar
  146. 145).
    Ebenda, S. 10278/279; auch Lambsdorff, 20.2.1975, S. 10343, zitiert die “Kette Gewinne -Investitionen — Arbeitsplätze”.Google Scholar
  147. 146).
    Friderichs, 20.2.1975, 1. Beitrag, S. 10282/283Google Scholar
  148. 147).
    Ebenda, S. 10281Google Scholar
  149. 148).
    Ebenda, S. 10282: Zwar sei die für 1974 projektierte Arbeitslosenquote überschritten worden, aber “wenn wir Gefangene unserer eigenen Projektion gewesen wären, dann hätten wir Mitte deS.JahreS.VollgaS.geben müssen mit der Folge, daß wie die Projektion bei der Arbeitslosenzahl erreicht hätten, wir aber selber die Ursachen für einen neuen Inflationstrend gelegt hätten.” Ebenda, S. 10287: FriderichS.spricht sich gegen die Diskussion weiterer Programme zur Konjunkturbelebung aus; man solle erst abwarten, wie daS.Programm van Dezember 1974 wirke, damit die Bundesrepublik “nicht wieder in einen Inflationsstrudel der anderen Industrieländer”gerate, Vgl. auch Lambsdorff, 20.2.1975, S. 10347.Google Scholar
  150. 149).
    Wenn hier daS.Gesamtkapital angesprochen wird, so bleibt von dieser These unbenommen die Tatsache, daß die FDP gezielte Verbesserungen für den Mittelstand anstrebte; vgl. dazu Friderichs, 202.1975, 1. Beitrag, S. 10283/384.Google Scholar
  151. 150).
    Vgl. hierzu oben, Abschnitt 1.3.3)Google Scholar
  152. 151).
    Vgl. Friderichs, 20.2.1975, 1. Beitrag, S. 10280; und Lambsdorff, 202.1975, S. 10343.Google Scholar
  153. 152).
    Friderichs, 20.2.1975, 2. Beitrag, S. 10379Google Scholar
  154. 153).
    Friderichs, 18.9.1975, S. 13031Google Scholar
  155. 154).
    Ebenda, S. 13032Google Scholar
  156. 155).
    Ebenda, S. 13033: Man müsse auch darüber nachdenken, ob die Anhebung der Staatsquote für den gegenwärtigen Zustand “mit ursächlich war oder nicht.” Vgl. ebenso Lambsdorff, 17.9.1975, S. 12956, der von einer allgemeinen Überhöhung der Ansprüche an daS.Bruttosozialprodukt und die Öffentlichen Hände während der vergangenen Jahre spricht. Ähnlich, bezogen auf daS.Entstehen der Inflation, auch Kirst, 17.9.1975, S. 12911. Hier wird wieder deutlich, daß die FDP zwar daS.Ideologem der ‘Anspruchsinflation’ mit der CDU/CSU und den Unternehmerverbänden teilte, aber die Gesellschaft im ganzen, besonderS.die großen Gruppen selbst, überhöhter Forderungen beschuldigte und weniger von einer direkten Verantwortung der Regierung für diesen Zustand sprach. LetztereS.wohl nicht zuletzt deswegen, weil sie selbst Bestandteil der Regierung war.Google Scholar
  157. 156).
    Friderichs, 18.9.1975, S. 13037; Lambsdorff, 17.9.1975, S. 12961, plädiert sogar für einen lohnpolitischen “Rückgang oder einen Stillstand, wenn eS.nottut und wenn eS.nicht anderS.geht...”Google Scholar
  158. 157).
    Friderichs, 18.9.1975, S. 13041Google Scholar
  159. 158).
    Lambsdorff, 17.9.1975, S. 12961: “Dagegen ist wenig Kraut gewachsen.”Google Scholar
  160. 159).
    Ebenda, S. 12957: Die Arbeitslosigkeit sei “die Folge von Inflation”. Friderichs, 18.9.1975, S. 13036/037: Für einen mittelfristig wieder höheren Beschäftigungsstand “ist eine erhebliche Steigerung der privaten Investitionen... erforderlich.”Google Scholar
  161. 160).
    Ebenda, S. 13034: Die Erhöhung der Mehrwertsteuer “trifft nicht die unternehmen, denn sie wird überwälzt, und daS.soll sie ja auch werden.” Zum Problem, daß der Bund “an die Grenzen der Verschuldungsmöglichkeit” gerate, vgl. Kirst, 17.9.1975, S. 12912.Google Scholar
  162. 161).
    Ebenda, S. 12914Google Scholar
  163. 162).
    Friderichs, 11.3.1976, 1. Beitrag, S. 15755Google Scholar
  164. 163).
    Friderichs, 11.3.1976, 2. Beitrag, S. 15834: Die Bundesregierung habe sich gegen die Verbesserung von Abschreibungsmöglichkeiten entschieden, da sie die Auffassung vertrete, der Aufschwung werde auch ohne derartige Hilfen in Gang kommen. Zudem dürfe man jetzt nicht zu stark ankurbeln, sonst laufe man “doch sofort Gefahr, daß dieS.in einen neuen Verteilungskampf einmündet...”Google Scholar
  165. 164).
    Friderichs, 11.3.1976, 1. Beitrag, S. 15760: Voraussetzung für die Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung “ist aber, daß mit der falschen These aufgeräumt wird, waS.den Unternehmern nütze, schade den Arbeitnehmern.” Die Förderung privatwirtschaftlicher Investitionen sei kein “einseitigeS.gesellschaftspolitischeS.Engagement”, sondern “ergibt sich vielmehr auS.den ökonomischen Funktionszusammenhängen.” Kurz: “Eine mittelfristige Verbesserung der Ertragserwartungen ist auS.beschäftigungspolitischen Gründen unumgänglich.” Ebenda, S. 15758/759. Man beachte den völligen Verzicht auf die Erwähnung von Interessen-gehalten.Google Scholar
  166. 165).
    Vgl. ebenda, S. 15760/761: “Den Sozialpartnern wächst hier mit der Flankierung durch die Bundesregierung ein neuer Spielraum für tarifpolitisches Handeln und gesamtwirtschaftliche Mitverantwortung zu.” Vgl. ausführlicher den 2. Beitrag von Lambsdorff, 11.3.1976, S. 15824 – 15826. Dieser Beitrag wird nur an dieser Stelle zitiert, weshalb bei den übrigen Angaben von Stellungnahmen dieseS.Abgeordneten die Bezeichnung als. ′1. Beitrag’ unterbleibt.Google Scholar
  167. 166).
    Friderichs, 11.3.1976, 1. Beitrag, S. 15757/758: “Die konjunkturelle Zuversicht kann um so größer sein, je mehr die Lchnabschlüsse auf dem gesamtwirtschaftlichen Teppich bleiben, daS.bedeutet, angemessen sind.” Die Unternehmer dürften “nicht um kurzfristiger Vorteile willen die Preise leichtfertig zu erhöhen”, sondern sie müßten ‘S.uf die notwendige Ertragsverbesserung über Produktivitätsgewinne setzen und damit erneute Verteilungskonflikte vermeiden.” Vgl. zur entsprechenden Interpretation deS.GeldmengenzieleS.der Bundesbank für 1976 Lambsdorff, 11.3.1976, S. 15780.Google Scholar
  168. 167).
    Ebenda, S. 15780; vgl. auch Friderichs, 11.3.1976, 1. Beitrag, S. 15760: “Ein nachhaltiger Erfolg ist hier, wenn ich von der konjunkturellen Entwicklung absehe, nur mittelfristig möglich.”Google Scholar
  169. 168).
    Ebenda, S. 15760Google Scholar
  170. 169).
    Vgl. ebenda, S. 15759 und S. 15761 – 763, sowie Lambsdorff, 11.3.1976, S. 15780/781.Google Scholar
  171. 170).
    Friderichs, 20.1.1977, S. 306Google Scholar
  172. 171).
    Lambsdorff, 20.1.1977, S. 285Google Scholar
  173. 172).
    Ebenda, S.285: “Weine These lautet: In den letzten zehn biS.zwölf Jahren haben wir zuviel an marktwirtschaftlichen Einrichtungen, an marktwirtschaftlichen Funkticnsabläufen demontiert, sie manipuliert, in sie eingegriffen...”Google Scholar
  174. 173).
    Friderichs, 20.1.1977, S. 307Google Scholar
  175. 174).
    Ebenda, S. 307/308. Ebenda, S. 309: ES.sei doch wohl kaum “die Aufgabe der Regierung, Vorstellungen über die Verteilung deS.SozialproduktS.in der Zukunft hinein festzuschreiben”; in diesem Bereich entscheide der Staat nur über seinen eigenen Anteil am erwirtschafteten Mehrprodukt.Google Scholar
  176. 175).
    Lambsdorff, 20.1.1977, S. 289Google Scholar
  177. 176).
    Ebenda, S. 287Google Scholar
  178. 177).
    Ebenda, S. 290Google Scholar
  179. 178).
    Barzel, 18.1.1973, S. 138Google Scholar
  180. 179).
    Narjes, 25.1.1973, S. 269/270Google Scholar
  181. 180).
    Ebenda, S. 269; vgl. auch Strauß, 24.1.1973, S. 162: Die Regierung und die sie tragenden Parteien hätten “feine Stimmungslage geschaffen”, “in der die Bereitschaft zum Klassenkampf weit über die normale und unvermeidliche soziale Auseinandersetzung hinauS.in gewissen Kreisen gediehen und inner stärker gestiegen ist.” Zur Verteidigung deS.LeistungsprinzipS.vgl. auch Barzel, 18.1.1973, S. 140, sowie von Weizsäcker, 24.1.1973, S. 185.Google Scholar
  182. 181).
    Strauß, 24.1.1973, S. 162Google Scholar
  183. 182).
    Ebenda, S. 164Google Scholar
  184. 183).
    Ebenda, S. 163/164; siehe auch Barzel, 18.1.1973, S. 139.Google Scholar
  185. 184).
    Narjes, 25.1.1973, S. 270Google Scholar
  186. 185).
    Ebenda, S. 272Google Scholar
  187. 186).
    Katzer, 25.1.1973, S. 289/290: In der Regierungserklärung fehle “völlig der HinweiS.auf den absolut unsozialen Aspekt der inflationären Entwicklung”, die besonderS. “die Gruppen (trifft, CS.), die sich nicht auS.eigener Kraft... daS.ihnen zukommende Stück auS.dem Kuchen deS.BruttosozialproduktS.herausschneiden können...” Ähnlich auch Barzel, 18.1.1973, S. 138. Wiederum war es kein Zufall, daß explizit auf soziale Ungerechtigkeit abzielende Vorwürfe vor allem vom Arbeitnehmerflügel deS.CDU/CSU vorgetragen wurden, der ansonsten innerparteilich wenig durchsetzungsfähig war.Google Scholar
  188. 187).
    DieS.war selbstverständlich auch der Opposition klar; lediglich die Verantwortlichkeiten wurden vertauscht: Nicht die Verbände, sondern die SPD habe wirtschaftspolitisch versagt. Narjes, 25.1.1973, S. 268, stellt aber völlig zu Recht fest: “... ohne eine erforderliche Wirtschaftspolitik kann eS.auch keine erfolgreiche Gesellschafts- und Sozialpolitik geben. Jeder ZuwachS.deS.SozialproduktS.kann nur einmal verteilt werden,” AllerdingS.- und dieS.fügt er wohlweislich nicht hinzu — entscheidet nicht der Staat in erster Linie über diese Verteilung.Google Scholar
  189. 188).
    Auch die sozialdemokratische Fiskalpolitik wurde scharfer Kritik ausgesetzt: Sie sei zu expansiv und führe — im Verein mit der mißglückten Einkcmmenspolitik — dazu, daß die Bundesbank geld- und kreditpolitisch alleingelassen und damit überfordert werde; vgl. Strauß, 24.1.1973, S. 163 und S. 164; sowie Narjes, 25.1.1973, S. 272.Google Scholar
  190. 189).
    Narjes, 15.3.1973, S. 912: “Die Inflation ist kein Naturereignis, sie ist eine Folge fehlerhafter Wirtschaftspolitik. Sie ist bei unS.auch überwiegend hausgemacht entstanden...” Vgl. ebenso Strauß, 15.3.1973, S. 923. Zum Dilemma der Gewerkschaften vgl. ebenda, S. 911, und Vogt, 15.3.1973, S. 996: Die Gewerkschaften hätten “im Vertrauen auf die Bundesregierung” maßvolle Tarifabschlüsse getätigt, die aber wohl nicht honoriert werden würden, da die Regierung kaum imstande sein werde, die stabilitätspolitischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Zum Vorwurf der durch die IXildung der Inflation bewußt oder unbewußt angestrebten Systemüberwindung siehe Narjes, 15.3.1973, S. 912, und Pieroth, 15.3.1973, S. 984 sowie schließlich Zeitel, 15.3.1973, S. 938.Google Scholar
  191. 190).
    Höcherl, 15.3.1973, S. 994Google Scholar
  192. 191).
    Vgl. Narjes, 15.3.1973, S. 914: “Die Bundesregierung wird ihre Ausgaben weiter beschränken müssen. Ohne Stabilitätspolitik wird eS.keinen nennenswerten realen ZuwachS.der öffentlichen Haushalte geben können”, wobei die “Notwendigkeit differenzierter Zuwachsraten für Bund, Länder und Gemeinden” zu berücksichtigen sei. Die Konsequenzen darauS.zieht Zeitel, 15.3.1973, S. 937: “Die Anpassung der öffentlichen Ausgabenerhöhung an die nominale Steigerungsrate deS.SozialproduktS.ist eben nicht konjunkturgerecht,” Angefügt werden muß natürlich: erst die Anpassung an die reale Wachstumsrate wäre es. Und: “Wenn die Länder und Gemeinden, die den wesentlichen Teil der zukunftsweisenden Investitionen durchzuführen haben, darüber hinausgehen, muß eben die Steigerungsrate deS.BundeshaushalteS.unterproportional sein.” Vgl. auch Höcherl, 15.3.1973, S. 994/995.Google Scholar
  193. 192).
    Vgl. Pieroth, 15.3.1973, S. 980 ffGoogle Scholar
  194. 193).
    Narjes, 15.3.1973, S. 912Google Scholar
  195. 194).
    Vgl. ebenda, S. 912, sowie S. 915/916; siehe auch Strauß, 15.3.1973, S. 920 ff.Google Scholar
  196. 195).
    Ebenda, S. 924Google Scholar
  197. 196).
    WaS.Müller-Hermann, 29.11.1973, S. 3941, wiederum teilweise der Regierung anlastet, habe sie doch die Mineralölsteuer in neun Monaten um 9 Pfennig erhöht, waS.die Ölförderländer schließlich nur alS.Herausforderung hätten betrachten können.Google Scholar
  198. 197).
    Ebenda, S. 3940; genauso Strauß, 29.11.1973, S. 3917Google Scholar
  199. 198).
    Ebenda, S. 3917Google Scholar
  200. 199).
    Ebenda, S. 3918Google Scholar
  201. 200).
    Miller-flermann, 29.11.1973, S. 3944Google Scholar
  202. 201).
    Strauß, 29.11.1973, S. 3917/18 und S. 3921Google Scholar
  203. 202).
    Strauß, 29.3.1974, S. 6187/88; vgl. auch Stoltenberg, 29.3.1974, S. 6212; Carstens, 2.4.1974, S. 6244; Müller-Hermann, 2.4.1974, S. 6264/65; sowie schließlich Katzer, 2.4.1974, S. 6254. Diese Aufzählung von Namen, die für unterschiedliche Strömungen innerhalb der CDU/CSU stehen, belegt, daß sich die Gesamtpartei zu diesem Zeitpunkt offenbar darüber einig war, Steuersenkungen zu fordern.Google Scholar
  204. 203).
    Strauß, 29.3.1974, S. 6190Google Scholar
  205. 204).
    Stoltenberg, 29.3.1974, S. 6211Google Scholar
  206. 205).
    Vgl. Strauß, 29.3.1974, S. 6183; Carstens, 2.4.1974, S. 6242; Zeitel, 2.4.1974, S. 6274/75 und S. 6276; sowie Müller-HemBnn, 2.4.1974, S.6266.Google Scholar
  207. 206).
    Stoltenberg, 29.3.1974, S. 6214Google Scholar
  208. 207).
    Vgl. dazu oben, Abschnitt 1.1.2)Google Scholar
  209. 208).
    Stoltenberg, 29.3.1974, S. 6214Google Scholar
  210. 209).
    Ebenda, S. 6214: Die Bundesregierung, unter anderem beeinflusst von den “übersteigerten Konfliktideologien der neuen Linken” wende die einkammenspolitische Philosophie deS.StabilitätsgesetzeS.nicht mehr in der vorgeschriebenen Form der Vorgabe von Orientierungsdaten an.Google Scholar
  211. 210).
    Selbstverständlich wird hier nicht behauptet, Strauß sei ein heimlicher Verbündeter der Gewerkschaften; er hielt sich hinsichtlich seiner Vorstellungen, waS.mit ihnen zu geschehen habe, sobald die CDU/CSU wieder die Bundesregierung stellen würde, lediglich bedeckt An dieser Stelle geht eS.um etwaS.anderes: Politiker wie Stoltenberg verkörperten eine Strömung innerhalb der Union, die eS.mit der konservativen Ideologie vom “starken Staat” und der unter allen umständen zu wahrenden staatlichen Autorität und Souveränität sozusagen ernst meinten, Gegenüber solchen ‘Staatspolitikern’, die auf eine lange Tradition speziell in der deutschen Geschichte zurückblicken können, war und ist Strauß ein ausgeprägter Parteipolitiker, dem es.vor jeder Idee oder Ideologie darum ging und geht, seiner Organisation Zugang zum politischen Entscheidungszentrum zu verschaffen, weil sie nur dann Zutritt zu den Selektions- und Legitimationsquellen materieller Leistung, aber auch staatlicher Repression, erlangen konnte und kann.Google Scholar
  212. 211).
    Vgl. Strauß, 29.3.1974, S. 6184/85 und S. 6187/88, sowie Müller-Hermann, 2.4.1974, S. 6264/65.Google Scholar
  213. 212).
    Strauß, 29.3.1974, S. 6185Google Scholar
  214. 213).
    Zeitel, 2.4.1974, S. 6276Google Scholar
  215. 214).
    Strauß, 29.3.1974, S. 6183: “Die Regierung hat daS.Kunststück fertiggebracht, nicht nur daS.Schwungrad der Investitionen zu bremsen und damit den Motor der deutschen Wirtschaftsentwicklung in seiner Leistungsfähigkeit zu beeinträchtigen, sie hat auch daS.Vertrauen weiter Bevölkerungskreise schlechterdingS.zerstört.” “Die Regierung hat einen Kostendruck geschaffen, bei dem... weder die Dämpfung, noch die Steigerung der Nachfrage noch entscheidenden Einfluß auf daS.Ausmaß und auf die Dauer der Inflation nehmen können.”Google Scholar
  216. 215).
    Zeitel, 2.4.1974, S. 6277Google Scholar
  217. 216).
    Vgl. Strauß, 29.3–1974, S. 6194; Stoltenberg, 29.3.1974, S. 6215, sowie Katzer, 2.4.1974, S. 6253.Google Scholar
  218. 217).
    Strauß, 13.12.1974, S. 9435Google Scholar
  219. 218).
    Ebenda, S. 9430Google Scholar
  220. 219).
    Ebenda, S. 9431Google Scholar
  221. 220).
    Ebenda, S. 9436/37Google Scholar
  222. 221).
    Ebenda, S. 9437: Strauß fordert folgende, allerdingS.nicht gleichzeitig durchzuführende Maßnahmen: Die Anhebung der degressiven Abschreibungssätze auf daS.Zweieinhalbfache der linearen; die Anpassung der Steuer- an die Handelsbilanz, um die Besteuerung der soge-nannten inflationären Scheingewinne zu vermeiden; sowie die Einführung deS.Lifo-VerfahrenS.für die Vorratsvermögen und eineS.ein-, besser noch zweijährigen Verlustrücktrages.Google Scholar
  223. 222).
    Blüm, 13.12.1974, S. 9455Google Scholar
  224. 223).
    Ebenda, S. 9455; die Investitionszulage kritisiert er ebenso wie Strauß, weil sie in erster Linie Großunternehmen begünstige, deren langfristige Investitionsplanung von der Krise nicht durchkreuzt werde und die daher ohne Not Steuergelder einnehmen könnten und würden, während die Mittelstandsunternehmen, die echte Hilfe benötigten, kaum die Kraft für Neuinvestitionen aufbrächten, Ebenda, S. 9456, vgl. auch Strauß, 13.12.1974, S. 9436.Google Scholar
  225. 224).
    Blüm, 13.12.1974, S. 9456/57Google Scholar
  226. 225).
    Ebenda, S. 9458Google Scholar
  227. 226).
    Vgl. Strauß, 20.2.1975, S. 10291 und S. 10294/295; Köhler, 20.2.1975, S. 10353/354; und Warnke, 20.2.1975, S. 10373/374.Google Scholar
  228. 227).
    Stoltenberg, 20.2.1975, S. 10310Google Scholar
  229. 228).
    Köhler, 20.2.1975, S. 10351; vgl. auch Narjes, 20.2.1975, S. 10362, zum Argument der “Lohnkostenexplosion” der letzten Jahre.Google Scholar
  230. 229).
    Stoltenberg, 20.2.1975, S. 10307; vgl. ebenso Strauß, 202.1975, S. 10294: Die Bundesrepublik befinde sich “nicht nur in einer materiellen, sondern auch in einer psychologischen Krise... Die Überforderung deS.SozialproduktS.auf allen Gebieten, sowohl bei privater Nachfrage am Anfang alS.auch durch eine übernormale Steigerung deS.Staatsverbrauchs, hat zu diesem Zustand geführt.” Vgl. auch Köhler, 202.1975, S. 10354.Google Scholar
  231. 230).
    Vgl. Strauß, 202.1975, S. 10294/295; sowie Stoltenberg, 202.1975, S. 10310: DaS.Bundesfinanzministerium müsse “an Verordnungen, an ProgrammS.und gegebenenfallS.auch an einzelne gesetzliche Bestimmungen heran. Daran führt kein Weg vorbei..”Google Scholar
  232. 231).
    Vgl. Narjes, 20.2.1975, S. 10360: Programme wie der Orientierungsrahmen ‘85 der SPD wirkten negativ auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmer, da sie — gewollt oder ungewollt — auf “ein(en) kollektivistisch(en) Staat mit einer kollektivistischen Gesellschaft” zielten.Google Scholar
  233. 232).
    Strauß, 20.2.1975, S. 10291, beschränkt sich darauf, die Projektion deS.JahreswirtschaftsberichtS.zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen für kaum realisierbar zu halten; Stoltenberg, 202.1975, S. 10304, verweist auf die im internationalen Vergleich ungünstige westdeutsche Arbeitsmarktsituation; Narjes, 202.1975, S. 10360, wirft der Bundesrepublik lediglich vor, sie ignoriere den strukturellen Aspekt der Arbeitslosigkeit; Köhler, 202.1975, S. 10351, bezeichnet die gegenwärtig vorhandenen Arbeitslosen und Kurzarbeiter alS. “Opfer”, die für die ErkenntniS.gebracht worden seien, daß Inflation und Vollbeschäftigung miteinander unvereinbar seien. Außer dem Wunsch der Opposition, tiaß sich in diesem Lande die Beschäftigungsverhältnisse schnell und durchgreifend wieder ändern, hat aber auch er nichtS.KonkreteS.beizutragen; ebenda, S. 10352. Warnke schließlich attackiert die Importpolitik der Regierung, die in einigen strukturschwachen Sektoren biS.zur “bewußte(n) und gewollte(n) Vernichtung von Arbeitsplätzen” geführt habe; Warnke, 202.1975, S. 10372.Google Scholar
  234. 233).
    Soweit dazu überhaupt Stellungnahmen abgegeben wurden, erteilten die Redner den tarifpo-litischen Bewegungen der letzten Zeit ein vorsichtigeS.Lob; vgl. Strauß, 202.1975, a 10292; Köhler, 202.1975, S. 10354.Google Scholar
  235. 234).
    Strauß, 20.2.1975, S. 10287; ebenso Narjes, 20.2.1975, S. 10362/363.Google Scholar
  236. 235).
    Ebenda, S. 10364/365Google Scholar
  237. 236).
    Ebenda, S. 10365Google Scholar
  238. 237).
    Ebenda, S. 10366: Ziel der Europäischen Gemeinschaft sei eS.doch, “durch Verschmelzung der europäischen Teilraärkte zu einem großen Binnenmarkt zu kommen, in dem jedem Produzenten der Zugang zu allen Teilnarkten so unverbrüchlich garantiert ist, daß er bei seinen Investitionen ohne Einschränkung darauf vertrauen sollte.”Google Scholar
  239. 238).
    Lediglich “unsere Interessen in der Ölkrise” wurden erwähnt, die man bei einer konsequenteren Politik der europäischen Integration hätte “nachhaltiger geltend machen können...” Ebenda, S.10366.Google Scholar
  240. 239).
    Ebenda, S. 10365: In die Weltwirtschaftspolitik sei “zunehmend ein irrationales, ein emotionaleS.Element” hineingekommen: “Phantastische Umverteilungsforderungen ohne konstruktiven Gehalt” “verfälschten die Erwartungshorizonte...”Google Scholar
  241. 240).
    Vgl. z.B. Arm. 182), 205) und 226) in diesem Abschnitt.Google Scholar
  242. 241).
    Carstens, 17.9.1975, S. 12903; vgl. aber Gaddun, 18.9.1975, S. 13045: Wenn eS.weniger öffentliche Investitionen geben sollte, so bedeute dieS.“im Grunde genommen auch ein Zurücknehmen... sozialer Leistungen deS.Staates”.Google Scholar
  243. 242).
    Vgl. Carstens, 17.9.1975, S. 12901; Kohl, 17.9.1975, S. 12918; Dollinger, 17.9.1975, S. 12962.Google Scholar
  244. 243).
    Zur Kritik steigender öffentlicher Personal- und sinkender Investitionsausgaben vgl. Barzel, 17.9.1975, S. 12984; Carstens, 17.9.1975, S. 12900/901; Gaddum, 18.9.1975, S. 13044/045.Google Scholar
  245. 244).
    Vgl. Carstens, 17.9.1975, s. 12900: Carstens nennt den Zustand der öffentlichen Haushalte eine “Finanzkrise”, die “die zwangsläufige Folge der falschen sozialistischen Ziel Vorstellung (ist, C.S.), daß nämlich je mehr der Staat mache, dieS.desto besser für die Bevölkerung sei.” Ebenso Kohl, 17.9.1975, S. 12916; und Doldinger, 17.9.1975, S. 12964/965.Google Scholar
  246. 245).
    Kohl, 17.9.1975, S.12975, S. 12921: ES.führe “kein Weg an einer drastischen Zurücknahme der Ausgaben” vorbei. Vgl. Arm 243) in diesem AbschnittGoogle Scholar
  247. 246).
    Dollinger, 17.9.1975, S. 12966Google Scholar
  248. 247).
    Ebenda, S. 12966Google Scholar
  249. 248).
    Vgl. Katzer, 17.9.1975, S. 13022/023 und S. 13024. Katzer kritisiert z.B. die vorgesehenen Streichungen im Haushaltsbereich deS.BundesministeriumS.für Forschung und Technologie, die die lebensnotwendigen “Zukunftsinvestitionen” gefährdeten; ebenda, S. 13023.Google Scholar
  250. 249).
    Stoltenberg, 11.3.1976, S. 15783Google Scholar
  251. 250).
    Vgl. ebenda, S. 15784/785 sowie S. 15788; Müller-Hermann, 11.3–1976, S. 15765/766 und S. 15768; Narjes, 11.3.1976, S. 15826/827.Google Scholar
  252. 251).
    Müller-Hermann, 11.3–1976, S. 15765: Der Kanzler wolle “daS.Problem der Massenarbeitslosigkeit sehr verharmlosen.” Siehe auch ebenda, S. 15766, sowie Stoltenberg, 11.3.1976, S. 15784/785, sowie Narjes, 11.3.1976, S. 15827.Google Scholar
  253. 252).
    Stoltenberg, 11.3.1976, S. 15786Google Scholar
  254. 253).
    Ebenda, S. 15788Google Scholar
  255. 254).
    Narjes, 11.3.1976, S. 15827Google Scholar
  256. 255).
    Ebenda, S. 15828/829Google Scholar
  257. 256).
    Wieder darf man in diesen Abgeordneten wohl Anhänger eineS.VerbändegesetzeS.erblicken; vgl. in diesem Abschnitt, Arm 207).Google Scholar
  258. 257).
    Narjes, 11.3.1976, S. 15827; Stoltenberg, 11.3.1976, S. 15788/789; Pieroth, 11.3.1976, S. 15818 ff, besonders S. 15818/819.Google Scholar
  259. 258).
    Katzer, 20.1.1977, S. 234 sucht Kapital auS.der wachsenden gewerkschaftlichen Kritik an der Form deS.sozial liberalen KrisenmanagementS.zu schlagen: “Nun haben endlich... in dieser zentralen Frage unserer Wirtschaftsordnung (der Arbeitslosigkeit, CS.) auch die Gewerkschaften ihre lange Zeit geübte Zurückhaltung gegenüber der Bundesregierung aufgegeben. Die deutschen Gewerkschaften können und wollen nicht länger eine Politik mitverantworten, die an den fundamentalen Interessen der Arbeitnehmer vorbeigeht.”Google Scholar
  260. 259).
    Stoltenberg, 20.1.1977, S. 270/271Google Scholar
  261. 260).
    Dollinger, 20.1.1977, S. 313Google Scholar
  262. 261).
    Biedenkopf, 20.1.1977, S. 299Google Scholar
  263. 262).
    Ebenda, S. 299Google Scholar
  264. 263).
    Ebenda, S. 300: “DaS.ist nicht im Interesse der Bürger, weil der Rechtsschutz der Bürger und ihre Möglichkeit, durch den Stimmzettel alS.Souverän mitzuwirken, bei der Verlagerung politischer Verantwortung auf die Gruppen nachhaltig beeinträchtigt wird, und eS.liegt auch nicht im Interesse der Verwirklichung demokratischer Kontrolle.”Google Scholar
  265. 264).
    Ebenda, S. 299Google Scholar
  266. 265).
    Ebenda, S. 305; vgl. auch ebenda, S. 303/304.Google Scholar

5.4) Zusammenfassung: Die Haltung der Parteien zur Witsohaftsentwicklung, zum Verbandesystem und zur Wirtschaftspolitik 1966 – 1976

  1. 1).
    Vgl. hierzu ausführlich: Gesetz zur Förderung der Stabilität und deS.WachstumS.der Wirtschaft und Art. 109 Grundgesetz. Kommentar unter besonderer Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte, hg. von Alex Möller, Hannover 1968Google Scholar
  2. 2).
    Die Neue Gesellschaft, Hrsg. von Otto Brenner, Fritz Erler, waldemar von Khoeringen, Carlo Schmid, Carl Schunacher, Herbert Wehner. Bonn, 1966 – 1973Google Scholar
  3. 3).
    Vgl. ebenda, Jahrgang 1973: Von 37 analysierten Beitragen befaßten sich mindestenS.7 ganz oder überwiegend mit Wachstumsfragen, 3 mit der Investitionslenkungsdebatte und 3 mit der Kontroverse Wettbewerb/Planung Berücksichtigt man die Tatsache, daß weitere 3 Beiträge der Internationalisierung von Wirtschaft und Wirtschaftspolitik und 6 dem Problem der ausländischen Lohnabhängigen in der Bundesrepublik galten, so zeigt sich, daß diese fünf, allesamt auf langfristige EntwicklungstrendS.gerichteten Themen nahezu zwei Drittel aller Stellungnahmen umfaßten und damit wohl alS.eindeutige innerparteiliche Diskussionsschwerpunkte gelten dürften.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. die Anm. 5) und 6) zu Beginn deS.AbschnittS.5.3).Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.3.2)Google Scholar
  6. 6).
    § 1, Gesetz zur Förderung der Stabilität und deS.WachstumS.der Wirtschaft, a.a.O.Google Scholar
  7. 7).
    Bedau, Klaus-Dietrich: DaS.Einkommen sozialer Gruppen in der Bundesrepublik Deutschland 1970 biS.1978. Empirische Darstellung und Analyse der Einkommensverteilung und -Umverteilung; in: WSI-M, 12/1979, S. 638 ff, hier S.639, Übersicht 1, eigene Berechnung.Google Scholar
  8. 8).
    Zum Zeitpunkt der Abfassung der vorliegenden Arbeit war Stoltenberg Finanzminister im Kabinett Kohl/Genscher (Herbst/Winter 1982/83) und verfügte damit über entscheidenden Einfluß auf daS.materielle Reservoir, daS.den Staat zu Eingriffen beispielsweise in die Tarifpolitik (über Steuersatzvariationen) und in die Beschäftigungspolitik befähigte. Bundeskanzler Kohl hatte sich in Oppositionszeiten möglichst selten zu Wirtschaftsfragen geäußert; die Behauptung wird hier — unzulässierweise ohne weiteren Nachweis, aber wohl dennoch vertretbar — aufgestellt, daß auch und gerade dieser Politiker stark harmonisti-schen Vorstellungen anhing und anhängt.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Carola Schulz

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