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Stellungnahmen der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik 1966 bis 1976

  • Carola Schulz
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Part of the Beiträge zur sozialwissenschaftlichen Forschung book series (BEISOFO, volume 66)

Zusammenfassung

Mehr als eineinhalb Jahrzehnte lang hatte die westdeutsche Wirtschaft einen Wiederaufbau und einen steilen Aufschwung ohnegleichen erlebt, als Anfang der sechziger Jahre erstmals nach dem Krieg konjunkturelle Schwankungen und strukturelle Krisen wieder fühlbarer wurden. Flankiert von einer äußerst zurückhaltenden, lediglich die Investitionsbedingungen der Unternehmer massiv begünstigenden Wirtschaftspolitik erreichte sie bis 1960 eine Produktionskraft, eine internationale Konkurrenzposition und ein nationales Wohlstandsniveau, die den katastrophal verlorenen Krieg rasch in Vergessenheit geraten ließen1) und den Glauben an die störungsfrei funktionierende und verteilungspolitischen Frieden quasi automatisch sichernde ‘Soziale Marktwirtschaft’ nicht nur auf der Ebene (parteien-)staatlich-politischen Handelns, sondern auch in der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung fest verankerten.

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Anmerkungen

  1. 1).
    Das Bruttosozialprodukt (in laufenden Preisen) wuchs von 98,1 Mrd DM im Jahre 1950 über 181,4 Mrd. DM (1955) auf 284,7 Mrd. DM zu Beginn des neuen Jahrzehnts; die Bruttoinvestitionen entwickelten sich im gleichen Zeitraum wie folgt: 18,74 Mrd DM (1950), 42,63 Mrd. DM (1955), 68,96 Mrd. DM (1960); Altvater/Hoffmann/Semmler, a.a.O., S. 95, Tab. 9. Seit 1959 stand die Bundesrepublik unter den Weltexporteuren an der zweiten Stelle hinter den USA; Bundesministerium für Wirtschaft, Referat Presse und Information (Hg): Leistung in Zahlen 78. Bonn 1979, S. 72. (Diese Schrift wird hier in den Ausgaben 1974, 1975, 1976, 1978, 1980 verwendet und zitiert als LiZ mit der Jahresangabe.)Google Scholar
  2. 2).
    Die Darstellung in diesem und dem folgenden Kapitel basiert auf der unveröffentlichten Examensarbeit der Verfasserin über “Positionen der Uhternehmerverbände und Gewerkschaften zur Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik 1966 – 1976”, Marburg 1977. In dieser Arbeit wurden die Jahresberichte des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) von 1966/67 bis 1975/76 sowie neuere politökonomische und wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten ausgewertet. Davon sollen hier die wichtigsten summarisch genannt werden: Altvater, Elmar/Brandes, Volkhard/Reiche, Jochen (Hg): Handbuch 3. Inflation, Akkumulation, Krise. Band I: Inflation und Reproduktion des Kapitals Band II: Internationale und nationale Bedingungen von Inflation und Krise. Beide Frankfurt 1976; Altvater/Hoffmann/Semmler, a.a.O.; Blechschmidt, Aike/Hoffmann, Gerhard/v.d.Marwitz, Reinhard: Die inflationäre Struktur des Kapitalismus. Das Zusammenwirken von Konzentration, Weltmarktentwicklung und Staatsintervention am Beispiel der BRD. Lampertheim 1974Google Scholar
  3. 2a).
    Demele, Ottwald: Die Rolle großer Konzerne im Inflationsprozeß. Zur Diskussion um Preissteigerungen in der Krise; in: ProKla, H. 25, 6. Jg., 1976, Nr. 4 S. 127–153Google Scholar
  4. 2b).
    Gahlen, Bernhard (Hg): Wachsturaszyklen und Einkommensverteilung. Tübingen 1974Google Scholar
  5. 2c).
    Goldberg, Jörg/Jung, Heinz: Wirtschaftskrise und Wirtschaftspolitik. Zu den Beziehungen zwischen Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftspolitik in der BRD in der Periode 1966/67 bis 1975/76. Frankflirt 1976Google Scholar
  6. 2d).
    Hardes, Heinz-Dieter: Einkommenspolitik in der BRD. Stabilität und Gruppeninteressen. Der Fall Konzertierte Aktion. Frankfurt 1974Google Scholar
  7. 2e).
    Hoffmann, Jürgen/Semmler, Willi: Ökonomische Krise, Massenarbeitslosigkeit und Globalsteuerung. Zu einem Dilemma staatlicher Regulierungstätigkeit, in: Bürgerlicher Staat und politische Legitimation. Hg. v. Rolf Ebbighausen. Frankflirt 1976, S. 339–379;Google Scholar
  8. 2f).
    Huffschmid, Jörg/Schui, Herbert (Hg): Gesellschaft im Konkurs? Handbuch zur Wirtschaftskrise 1973 – 1976. Köln 1976Google Scholar
  9. 2g).
    Kock, Heinz/Leifert, Eduard/Schmid, Alfons/Stirnberg, Ludwig: Konzepte der Konjunktursteuerung. Köln 1977Google Scholar
  10. 2h).
    Meißner/Unterseher, a.a.O.; Neumann, Karl: Konjunktur und Konjunkturpolitik. Möglichkeiten und Grenzen der Konjunkturpolitik. 2. unveränd. Aufl., Frankfurt 1975 (Theorie und Praxis der Gewerkschaften; Themenkreis Wirtschaftspolitik, 1). Einige wenige zentrale Daten der ökonomischen Entwicklung werden in den einzelnen Unterabschnitten eingangs vorgestellt werden.Google Scholar
  11. 3).
    Der Analyse liegen für die BDA die Jahrgänge 1966 bis 1976 ihrer Verbandszeitschrift “der arbeitgeber” (im folgenden zitiert als “ag”) sowie die Jahresberichte der Organisation im üntersuchungszeitraum (zitiert als BDA-JB) zugrunde. Als Quellen für die Betrachtung der gewerkschaftlichen Argumentation dienten (außer einigen einzelnen Pressemitteilungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes) die Zeitschriften “Gewerkschaftliche Monatshefte” (zitiert als “GMH”) und die “WSI-Mitteilungen. Zeitschrift des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes GmbH, hg. vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituí des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Köln; vor 1972: Wirtschaftswissenschaftliches Institut der Gewerkschaften GmbH (Hg): WWI-Mitteilungen. Zeitschrift des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften. Köln (zitiert als WSI-M bzw. WWI-M). Zur Problematik der Quellen und ihrer Auswertung siehe auch die Einleitung zur vorliegenden Arbeit.Google Scholar

4.1) Der Ausgangspunkt: Leichte Rezession und überschäumender Boom (1966 – 1969)

  1. 1).
    LiZ 75, a.a.O., S. 42, Tab. 3.2: Das reale Bruttosozialprodukt in Preisen von 1962 wuchs 1966 noch um 2,9% und nahm 1967 um 0,2% ab.Google Scholar
  2. 2).
    Altvater/Hoffmann/Senmler, a.a.O. S. 100, Tab. 11: 1966 lag die Zahl der Arbeitslosen bei 161.000, im Folge jahr schnellte sie auf 459.000 hoch; dies entsprach einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 0,7% auf 2,1%.Google Scholar
  3. 3).
    LiZ 75, a.a.O. S. 26, Tab. 2.33: Der Preisindex für die Lebenshaltung stieg 1966 um 3,5 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr, im darauffolgenden Rezessions jahr nurmehr um 1,5%. Von einem Preisrückgang oder gar -verfall in der Krise konnte allerdings keine Rede sein; hier schon zeigte sich in ersten Ansätzen der überzyklische Charakter der Preissteigerungsbewegung, der bald zu einer schweren Belastung sowohl des interverbandlichen Verhältnisses als auch der wirtschaftspolitischen Handlungsspielräune des Staates werden sollte.Google Scholar
  4. 4).
    LiZ, a.a.O., S. 73, Tab. 5.22: 1966 betrug der Wert der Ausfuhr 80,6 Mrd. DM, 1967 lag er bei 87,0 Mrd. DM; dies entsprach einer Zunahme von 16,4% des Bruttosozialprodukts auf 17,6% und stellte den bis dato größten Exportanteil seit Bestehen der Bundesrepublik dar.Google Scholar
  5. 5).
    Das Bruttosozialprodukt in Preisen von 1962 stieg 1968 um 7,3%, 1969 um 8,2% — dies sind die höchsten Werte, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis heute erreicht worden sind; LiZ 75, a.a.O., S. 42, Tab. 3.2. Die Arbeitslosenzahlen gingen langsamer zurück; über 323.000 im Jahr 1968 (= Arbeitslosenquote von 1,5%) fielen sie auf 179.000 im Folge jahr (= Arbeitslosenquote von 0,8%); Altvater/Hoffmann/Semmler, a.a.O., S. 100, Tab. 11. Auch der Anstieg der Preise blieb zunächst noch gemäßigt; der Preisindex für die Lebenshaltung nahm 1968 nur um 1,3 %-Punkte zu, 1969 waren es wieder 2,0%, LiZ 75, a.a.O., S. 26, Tab. 2.33. Die Ausfuhr schließlich betrug 1968 99,6 Mrd. DM (= 18,4% des Bruttosozialprodukts) und 1969 113,6 Mrd. DM (= 18,8%); LiZ 75, a.a.O., S. 73, Tab. 5.22. Hier wie auch bei der Preisentwicklung und vor allem in der Tarifpolitik sollten die Folgen des ungezügelten Überschäunens der Konjunktur erst in den nächsten Jahren spürbar werden.Google Scholar
  6. 6).
    Eichler, Wolfgang: Der Durchschnitt ist entscheidend! In: ag 4/18, 1966, S. 81/82, hier S. 81Google Scholar
  7. 7).
    Sie sei “von entscheidender Bedeutung”; BDA-JB 1966, S. 10; vgl. auch Eichler, Durchschnitt, a.a.O., S. 81/82Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. ebendaGoogle Scholar
  9. 9).
    BDA-JB 1966, a.a.O., S. 60Google Scholar
  10. 10).
    Vgl. Heinrichsbauer, Jürgen: Mit gutem Beispiel voran! In: ag 13–14/18, 1966, S. 379Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. Eichler, Wolfgang: Tarifautonomie und Orientierungshilfen; in: ag 22/18, 1966, S. 659: “Aus der Überzeugung heraus, daß die Tarifhoheit ebenso wie die freie Unternehmerentscheidung ein unverzichtbarer Bestandteil unserer freiheitlichen Staats- und Wirtschaftsordnung ist, haben sich die Arbeitgeber von jeher zur Tariffreiheit bekannt.” Ebendort geht es weiter: Aber: “Auch die Tarifautonomie erfordert... ein verantwortungsbewußtes, sich am Allgemeinwohl orientierendes Handeln der Tarifpartner.” Um diese Haltung herbeizuführen bzw. zu sichern, “muß ein objektiver Maßstab für die wirtschafts- und konjunkturgerechte Gestaltung der Lohnpolitik gesetzt werden, und die Tarifpartner müssen sich miteinander und öffentlich mit dieser gesamtwirtschaftlichen Lohnregel verantwortlich auseinandersetzen.” Staatliche Orientierungsdaten zur Lohnentwicklung liefen zwar “im Faktischen” darauf hinaus, daß “der Handlungsspielraum der Sozialpartner — und zwar beider — in der Regel hierdurch eingeengt” würde, aber dies sei dann “keine Schande”, wenn dadurch verantwortungsbewußtes Handeln beider Seiten erleichtert würde. Bereits hier wird deutlich faßbar, daß der Verallgemeinerungs- und Legitimationsmaßstab ‘Verantwortung vor dem Gemeinwohl’ auch ein Instrument der Verbände ist und keineswegs auf die (Volks-) Parteien beschränkt bleibt. Es sei an dieser Stelle an die oben entwickelte Überlegung erinnert, daß, besonders mit wachsender Breite der verbandsförmig erfaßten Interessenpotentiale, auch die Organisationen von Lohnarbeit und Kapital zur partiellen Interessenintegration und -harmonisierung übergehen und damit sich einerseits den Legitimationszwängen der Parteien und des massendemokratisch konstituierten Staates anpassen, diesen jedoch andererseits einen Teilbereich ihres ureigensten Terrains streitig machen; vgl. hierzu oben Abschnitt 2.3.2). Zu vermuten ist jedoch darüber hinaus, daß der Topos ‘Gemeinwohlbindung’ zugleich als Disziplinierungsversuch gegenüber den Gewerkschaften dient; hierauf wird weiter unten noch ausführlicher einzugehen sein.Google Scholar
  12. 12).
    Heinrichsbauer, Beispiel, a.a.O., S. 379: Es sei die wichtigste Aufgabe des künftigen Stabilitätsgesetzes, “unserem förderalistisch organisierten Industrieland ein die Währung sicherndes, konjunkturpolitisches Instrumentarium an die Hand zu geben” und — notfalls über eine Änderung des Artikels 109 des Grundgesetzes — durchzusetzen, daß Bund, Länder und Gemeinden “endlich als wirtschaftliche Einheit behandelt und zu dauernd konjunkturgerechtem Handeln gezwungen werden”; Hervorh. i. T. Vgl. auch BDA-JB 1966, a.a.O., S. 9, sowie Eichler, Durchschnitt, a.a.O., S. 82.Google Scholar
  13. 13).
    Vgl. zur Vorwegnahme künftiger Preissteigerungen in den Lohnverhandlungen Eichler, Durchschnitt, a.a.O., S. 82 sowie BDA-JB 1966, a.a.O., S. 11. Zum Konzept der kostenniveauneutralen Lohnpolitik und den entsprechenden Vorstellungen einer Begrenzung des Staatsanteils am Bruttosozialprodukt siehe im einzelnen weiter unten.Google Scholar
  14. 14).
    Guski, Hans-Günter: Die Einkommensverteilung ist gerecht... aber die Statistik sollte verbessert werden; in: ag 19–20/18, 1966, S. 601–603, hier S. 601. Zum Thema ‘Selbständige’, das aus Gründen der innerverbandlichen Integration immer wieder mit großer Vorsicht behandelt wurde, stellte man fest, daß die Chancen, sich überhaupt selbständig machen zu können, in beklagenswerter Weise abgenommen hättenGoogle Scholar
  15. 14a).
    vgl. Fertsch-Röver, Dieter: Pessimismus unangebracht; in: ag 17/18, 1966, S. 498. Daß damit allerdings nicht die dem Kapital objektiv immanente Konzentrationstendenz gemeint war, die kein Verband aufzuhalten imstande wäre, sondern die nur von Verbändeideologien vom selbständigen Unternehmer verschleiert werden kann, belegt der Hinweis, daß der Verkauf eines Unternehmens (d.h), der Verlust der Selbständigkeit) in einer Wettbewerbsgesellschaft völlig normal sei; vgl. Guski, Einkommensverteilung, a.a.O., S. 601 sowie Braun, Wilhelm: Schrumpfende Selbstfinanzierung; in: ag 11/18, 1966, S. 331–332, hier S. 332.Google Scholar
  16. 15).
    Diese Drohung stand im Hintergrund, obwohl man selbst sehr genau erkannte, daß man davon faktisch im Augenblick weit entfernt war; vgl. zur angespannten Arbeitsmarktlage Weber, Rolf: Fluktuation und Abwerbung; in: ag 13–14/18, 1966, S. 410–412, hier S. 411, sowie zur Notwendigkeit der Schaffung eines arbeitsmarktpolitischen Puffers an ausländischen Arbeitskräften: von Gienanth, Ulrich Freiherr: So schnell geht es nicht! In: ag 6/18, 1966, S. 137–138, hier S. 138.Google Scholar
  17. 16).
    Bretschneider, Joachim: Bewährungsprobe steht noch bevor; in: ag 11–12/19, 1967, S. 289; vgl. ebenso Husmann, Jürgen: Versch(r)obene Symmetrie; in: ag 7/19, 1967, S. 163–164, hier S. 163/164: Maßnahmen der Bundesregierung, die über den Hebel der Investitionsförderung die Konjunktur wieder anzukurbeln suchten, seien keine “einseitige Bevorzugung der Unternehmer”, sondern liefen auf eine “Stärkung der Unternehmen zur Sicherung der Arbeitspltäz ze” hinaus.Google Scholar
  18. 17).
    Ebenda, S. 163Google Scholar
  19. 18).
    Zur Billigung der Verschiebung haushaltspolitischer Schwerpunkte zugunsten investiver Ausgaben vgl. Bretschneider, Joachim: Zweck: Stabilität im Wachstum; in: ag 1–2/19, 1967, S. 14/15, hier S. 15, sowie Eichler, Wolfgang: Lohnfindungsprozeß bleibt unentbehrlich; in: ag 3/19, 1967, S. 51.Google Scholar
  20. 19).
    Bretschneider, Bewährungsprobe, a.a.O., S. 289; siehe auch Eichler, Wolfgang: Das Spannungsfeld wird kleiner; in: ag 6/19, 1967, S. 131: “Die Arbeitgeber bekannten sich damit auch zu erneuter, wenn auch wesentlich geringerer gesamtwirtschaftlicher Lohnanhebung als bisher, obwohl in vielen Branchen die Lohnverzeichen auf ‘null’ stehen.”Google Scholar
  21. 20).
    Vgl. oben, Abschnitte 1.4.2) und 1.5).Google Scholar
  22. 21).
    Eichler, Lohnfindungsprozeß, a.a.O., S. 51; ebenso ders., Spannungsfeld, a.a.O., S. 131 und BDA-JB 1967, S. 58.Google Scholar
  23. 22).
    Eichler, Lohnfindungsprozeß, a.a.O., S. 51; Bretschneider, Bewährungsprobe, a.a.O., S. 289 sowie BDA-JB 1967, a.a.O., S. 60.Google Scholar
  24. 23).
    Husmann, Symmetrie, a.a.O., S. 163; zum Arbeitsplatzargument siehe Bretschneider, Bewährungsprobe, a.a.O., S. 289 sowie BDA-JB 1967, a.a.O., S. 60.Google Scholar
  25. 24).
    Balke, Siegfried: Vertrauen durch Konsequenz! In: ag 8/19, 1967, S. 187. In solchen Zitaten, die offenen Hohn gegenüber den um die Sicherung der Arbeitsplätze notwendig besorgten Gewerkschaften beinhalteten, zeigt sich, daß es auch innerhalb der Arbeitgeberlagers verschiedene strategische Varianten der tarifpolitischen Auseinandersetzung gab. Beiträge wie dieser des damaligen BDA-Präsidenten (!) zeigen ebenso wie der von Bretschneider (Stabilität, a.a.O., S. 15), der die Anbindung der Lohnentwicklung an das voraussichtliche Produktivitätswachstum — und zwar ohne “‘preisliche Anpassungsrate’“ -befürwortet, im klaren Bewußtsein darüber, daß dies angesichts einer erwarteten Preissteigerung von 1,5 bis 2% auf den “Rückgang der Lohnquote” hinauslaufen mußte, daß Konzessionsbereitschaft und ‘Besitzstandswahrung’ im Interesse der Erhaltung des Tarifsystems nicht immer Jedermanns Sache im Unternehmerlager waren. Der Herr-im-Haus-Standpunkt, über das Druckmittel der Arbeitslosigkeit eine absolute Verschlechterung der lohnabhängigen Verteilungsposition zu erzwingen, gehörte keineswegs der Vergangenheit an, wie man hier deutlich sehen kann. Es steht vielmehr zu vermuten, daß je nach konjunktureller Lage entweder der eher integrative oder der deutlich konfliktorientierte Stil der Auseinandersetzung auf Unternehmerseite in den Vordergrund geriet, nicht zuletzt wohl auch deshalb, damit die eigene Basis sich in der (härteren) Verbandsagitation in der Krise noch wiederfand. Offenbar gab und gibt es nicht nur kooperative und konfliktorische Gewerkschaftsstrategien, sondern auch im Arbeitgeber lager finden sich verschiedene Tonlagen und Verbaltensweisen im Umgang mit dem gesellschaftlichen und politischen Kontrahenten.Google Scholar
  26. 25).
    Vgl. die vorhergehende Anmerkung sowie Eichler, Spannungsfeld, a.a.O., S. 131 und Heinrichsbauer, Jürgen: Noch ist “Selb”; in: ag 5/19, S. 103–104, hier S. 104.Google Scholar
  27. 26).
    Tiede, Günther: Tarifpolitik 1968; in: ag 1–2/20, 1968, S. 10–11, hier S. 11; es ist bemerkenswert, wie glatt sich hier der Übergang von dem Argument ‘Lohnzurückhaltung im Interesse der Arbeitsplatzsicherung zu der Position Lohnzurückhaltung im Interesse der Preisstabilität’ vollzieht. Vgl. ebenso Husmann, Jürgen: “Preiserhöhungen” ziehen nicht! In: ag 9/20, 1968, S. 229–230, hier S. 230.Google Scholar
  28. 27).
    Vgl. ebenda sowie Bretschneider, Joachim: Keine Kaufkraft-Experimente! In: ag 6/20, 1968, S. 127: Da die Rezession aus einem Rückgang der Gewinne und dem konsequenten Nachlassen der Investitionsaktivitäten entstanden sei, müßten zu ihrer vollständigen Überwindung die Gewinne auch weiterhin “Vorrang” vor den Löhnen haben, Siehe auch Eichler, Wolfgang: Eine gewisse Ungewissheit; in: ag 5/20, 1968, S. 99/100, hier S. 100; Husmann, Jürgen: Neu: Kostenniveau-neutrale Lohnpolitik; in: ag 20/20, 1968, S. 560–562, hier S. 562, der immerhin eine Modifikation der kostenniveauneutralen Lohnformel zu konzedieren bereit ist, für den Fall, daß die Wirtschaft sich nicht mehr im Gleichgewicht befinde, z.B bei Inflation; sowie schließlich Bretschneider, Joachim: Sachverständigen-Gutachten: Keine Makulatur! In: ag 23–24/20, 1968, S. 668–670, hier S. 668, der ohnehin keine Berechtigung eines lohnabhängigen Nachholbedarfs gegeben sieht, da zwischen 1965 und 1968 die Reallöhne um ca. 1% stärker als die Produktivität gestiegen seien. Man sieht: Nur die gegebenen Verteilungsverhältnisse galten als zulässiger Maßstab für die Beurteilung der gewerkschaftlichen Lohnforderungen. An dieser Stelle scheint ein Blick auf die Entwicklung der Verteilungsrelationen dieser Jahre sinnvoll: 1965 belief sich der Anteil der abhängig Beschäftigten an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen auf 80,9% LiZ 74, a.a.O., S. 14, Tab. 1.23. Die Lohnquote lag in diesem Jahr bei 64,7%, stieg 1966 auf 65,7%, nahm 1967 noch um 0,2 %-Punkte zu, um dann 1968 auf 63,9% zu fallen und schließlich 1969 — nach der spontanen Streikwelle im Herbst — wieder auf 65,2% anzusteigen; ebenda, S. 19, Tab. 2.12.Google Scholar
  29. 28).
    BDA-JB 1968, S. 13: “Die großen wirtschaftspolitischen Ziele des magischen Vierecks lassen sich besser erreichen, wenn sich die Ansprüche an das Sozialprodukt mehr als bisher am mittelfristigen Trend orientieren und die Anspruchsberechtigten (!) sich demgemäß verhalten. Man würde dieses Ziel verfehlen, wenn man dabei allein auf eine Verkürzung des Lohnlags abstellte. Eine mittelfristige Ausrichtung kann bestenfalls gleichzeitig und gleichmäßig mit einer mittelfristigen Orientierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik erfolgen, wobei der staatlichen Politik stets eine maßgebende Rolle zufällt.” Zum Themenkatalog der Konzertierten Aktion siehe ebenda, S. 57, sowie Eichler, Wolfgang: Schiller-Konzert: Neue Musik? In: ag 13–14/20, 1968, S. 387.Google Scholar
  30. 29).
  31. 30).
    BDA-JB 1968, a.a.O., S. 14Google Scholar
  32. 31).
    Ebenda, S. 57; vgl. ähnlich Bretschneider, Kaufkraft, a.a.O., S. 127.Google Scholar
  33. 32).
    So argumentierte schon im Vorjahr implizit Himmelreich, als es darum ging, ob die Bundesregierung gemäß den Bestimmungen des zu verabschiedenden Stabilitätsgesetzes allein über das Vorhandensein eines wirtschaftlichen Ungleichgewichts entscheiden dürfe. Diese Feststellung löste dann nämlich ihre gesetzliche Verpflichtung zum Handeln aus, und betrachtet man etwa die unternehmerische Haltung zur Arbeitslosenfrage im Jahre 1967, die auf fast völliges Stillschweigen zu diesem Thema hinauslief, so wird evident, daß die Arbeitgeber es in manchen Fällen durchaus vorgezogen hätten, wenn der Staat überhaupt nicht aktiv geworden wäre. Dieses Problem sollte dann in der Krise der siebziger Jahre enorm an Brisanz gewinnen. Vgl. Himmelreich. Fritz-Heinz: ... aber mit Vorsicht! In: ag 4/19, 1967, S. 87.Google Scholar
  34. 33).
    Knapp, Horst: Die Tarifautoncmie sichern; in: ag 30/20, 1968, S. 43. Die spontanen Streiks im Folgejahr machten die Berechtigung solcher Befürchtungen nur allzu deutlich. Hätte die Bundesregierung verbindliche Zahlen gesetzt und durchgesetzt, so hätte sich der Ausbruch der gewerkschaftlichen Basis im Herbst 1969 sicher nicht nur gegen die Unternehmer und -implizit — gegen die unzulängliche eigene Interessenvertretung durch die Gewerkschaften gewandt.Google Scholar
  35. 34).
    Vgl. Eichler, Uhgewißheit, a.a.O., S. 99; Bretschneider, Kaufkraft, a.a.O., S. 127; sowie ders., Sachverstänligen-Gutachten, a.a.O., S. 670.Google Scholar
  36. 35).
    Vgl. Commer, Heinz: Der Einzelne und die EWG; in: ag 10/20, 1968, S. 263–265, hier S. 265.Google Scholar
  37. 36).
    Pöhl, Karl-Otto: Folgen der Gold-Spaltung; in: ag 7/20, 1968, S. 179–180, hier S. 179; siehe auch Grotkopp, Wilhelm: Gefährdete Währungsordnung; in: ag 13–14/20, 1968, S. 412–415, der den USA nahelegt, energisch gegen ihre Probleme der Staatsverschuldung, der zu billigen Kredite und zu hohen Löhne sowie der zu schweren Last der Sozialausgaben vorzugehen (d.h. letztlich: rigide Einkommenspolitik. und Sozialstaatsabbau zu betreiben), da sie andernfalls ihrer Leitwährungsrolle nicht länger gerecht werden könnten.Google Scholar
  38. 37).
    Vgl. oben, Abschnitt 1.4.2)Google Scholar
  39. 38).
    Vgl. dazu die parteipolitischen Kontroversen im nächsten Kapitel, Abschnitt 5.1).Google Scholar
  40. 39).
    Vgl. Bretschneider, Joachim: Sozialpartner: Standpunkte kraß unterschiedlich; in: ag 1/21, 1969, S. 29–31, hier S. 30; Tiede, Günther: Tarifpolitik: Nach den wilden Streiks; in: ag 16–17/21, 1969, S. 638–639, hier S. 639; Bretschneider, Joachim: 1970: Kosten-Ertrags-Klemme; in: ag 19/21, 1969, S. 767, sowie schließlich BDA-JB 1969, S. 11.Google Scholar
  41. 40).
    Bretschneider, Joachim: Konjunktur: Gleichgewicht halten; in: ag 5/21, 1969, S. 158/159, hier S. 158: In der derzeitigen heftigen Debatte über Gefahren einer konjunkturellen Überhitzung und das schneller werdende Tempo der Preissteigerungen “scheint es so, als ob der wirtschaftspolitische Lernprozeß, der in der Rezession der Jahre 1966/67 so erhebliche Fortschritte gemacht hatte, wieder sein Ende gefunden hat.” Bretschneider warnt vor einer weiteren lohn- und sozialpolitischen Überforderung der Finanzkraft der Betriebe, denn bei der “sich anbahnenden Übernachfrage wären die Unternehmen gezwungen, diese Lohnkostenbelastung zum überwiegenden Teil im Preis abzuwälzen”; ebenda, S. 159. Selbstverständlich ging es auch hier nur um ökonomische Sachzwänge, nicht etwa um Interessen.Google Scholar
  42. 41).
    Eichler, Wolfgang: Konzertierte Aktion: Sucht DGB Vorwand? In: ag 8/21, 1969, S. 267–268, hier S. 267: Der damalige Hauptgeschäftsführer der BDA warnte ausdrücklich vor dem “Schlagwort” der Sozialen Symmetrie (mit dem Wirtschaftaninister Schiller den DGB zur Teilnahme an der Konzertierten Aktion hatte bewegen wollen und können), “da es zu kurzfristigen arithmetischen Vergleichen verleitet und damit zur unrealistischen Betrachtung der Wirtschaftsentwicklung führt.” Schließlich sei die günstige Gewinnentwicklung im Vorjahr nur die “konjunkturell voraussehbare und notwendige Reaktion” auf die Ertragsverschlechterung 1966/67. Ähnlich auch Tiede, Günther: Tarifpolitik: Der Lohn ist es nicht allein; in: ag 1/21, 1969, S. 27–28, hier S. 27, sowie Bretschneider, Kosten-Ertrags-Klemme, S. 767. Zum Problem der Vermögensverteilung vgl. BDA-JB 1969, a.a.O., S. 62.Google Scholar
  43. 42).
    Weber, Rolf: Arbeitsmarkt: Schwierigkeiten werden größer; in: ag 1/21, 1969, S. 25–27, hier S. 27; sofern die Unternehmer in dieser Zeit überhaupt auf Arbeitsmarktprobleme zu sprechen kamen, dann vor allem, um die Notwendigkeit “arbeitskräftesparende(r) Rationalisierungsmaßnahmen” zu betonen; ebenda, S. 27. Dabei spielte die jeweilige Arbeitsmarktlage keine Rolle für sie, wie die im Frühjahr 1967 (!) abgegebene Stellungnahme des damaligen BDA-Präsidenten Balke belegt, der die Belebung neuer Investitionen befürwortet, “die vor allem der Rationalisierung dienen sollten”; Balke, Vertrauen, a.a.O., S. 187. In dem bereits zitierten Beitrag von Weber wird auch erstmals greifbar, daß mit wachsendem Tempo der ökonomischen Aufwärtsentwicklung (und der dieser entsprechenden Stärkung der gewerkschaftlichen Arbeitsmarktposition) auch die konkurrenzbedingten Spannungen innerhalb des Unternehmerlagers zunahmen. Weber kritisiert nämlich die derzeitige “ungesunde Fluktuation” auf dem Arbeitsmarkt, die zum Teil noch gefördert werde “durch unsolidarische Abwerbungskampagnen einzelner Betriebe...” Weber, a.a.O., S. 27.Google Scholar
  44. 43).
    Zur Inflationsspirale, die durch die Lohnentwicklung beschleunigt werde, vgl. Bretschneider, Konjunktur, a.a.O., S. 159, sowie BDA-JB 1969, a.a.O., S. 11.Google Scholar
  45. 44).
    Bretschneider, Kosten-Ertrags-Klemme, a.a.O., S. 767Google Scholar
  46. 45).
    Reintges, Hans: Wirtschaftspolitik: Unklare Zielprojektion; in: ag 19/21, 1969, S. 776–778, hier S. 777Google Scholar
  47. 46).
    Eichler, Wolfgang: In der Diskussion; in: ag 12/21, 1969, S. 432: “Der Schwerpunkt liegt in der sozialen Ausgleichsfunktion der Tarifautonomie, die für eine Demokratie von staatserhaltender Bedeutung ist.” “Der Staat belastet sich hiermit bewußt nicht, da er eine ständige Opposition der Gewerkschaften oder der Unternehmer auf die Dauer nicht verkraften kann.” Vgl. ebenso BDA-JB 1969, a.a.O., S. 9, zu den Grenzen staatlicher Einflußnahme auf die autonomen Gruppen: “Versuche, die auf Leitlinien ausdrücklich verzichten, aber dennoch faktisch darauf abzielen, mit den Mitteln der Kommuniquétechnik die Willensbildungs- und Solidarisierungsprozesse innerhalb der Tarifparteien zu überspringen, bringen die Gefahr mit sich, daß die sozial notwendige Bindung zwischen den Mitgliedern der Gruppen und ihren Repräsentanten verfällt.” Man vergleiche diese Auffassung mit den nur zwei Jahre zuvor geäußerten Erwartungen an die Herstellung mittelfristig orientierter Lohnentwicklungen durch die Konzertierte Aktion!Google Scholar
  48. 47).
    Die spontane Streikwelle in der eisenschaffenden Industrie und im Steinkohlebergbau “mag ihren Ursprung letztlich darin gehabt haben, daß der für diese Industrie(n) noch geltende Tarifvertrag... noch aus einer Zeit herrührte, die im Schatten der vergangenen Rezession stand, in welcher der inzwischen eingetretene wirtschaftliche Aufschwung in seinem Ausmaß noch nicht vorausschaubar war.” Tiede, Wilde Streiks, a.a.O., S. 638.Google Scholar
  49. 48).
  50. 49).
  51. 50).
    Reintges, Zielprojektion, a.a.O., S. 777Google Scholar
  52. 51).
    BDA-JB 1969, a.a.O., S. 9: “Die Tariflparteien sind dann überfordert und die Tarifautonanie leidet Schaden, wenn die staatliche Wirtschafts- und Konjunkturpolitik handlungsunfähig ist. Das haben die wilden Streiks gelehrt, die letztlich eine Folge der ungezügelten Konjunktur und des Wahlkampffiebers waren.” Längst war keine Rede mehr davon, daß man selbst zu Anfang des Jahres “‘Schubladenprogramme’“ der öffentlichen Hände gefordert hatte, für den Fall, daß Nachfrageverluste im Export als Folge der 4%igen Quasi-Aufwertung der DM zu Wachstumseinbußen führen sollten; vgl. dazu Bretschneider, Sozialpartner, a.a.O., S. 30.Google Scholar
  53. 52).
    Bretschneider, Kosten-Ertrags-Klemme, a.a.O., S. 767Google Scholar
  54. 53).
    Der bereits zitierten These von Abrcrneit ist zuzustimmen, wonach die politische Situation des Landes für die Haltung der Unternehmer gegenüber dem Staat häufig maßgeblicher war als die ökonomische; vgl. Abrcrneit, Staat und Wirtschaft, 1981, a.a.O., S. 165–167 sowie oben, Abschnitt 3.4.2). Auch aus dem hier verarbeiteten Material läßt sich mit der Bundestagswahl 1969 ein anhaltender Umschlag in Tonart und Verhalten der Unternehmer gegenüber der neuen Regierung ausmachen. Auf die Frage der Verfasserin, ob die BDA ab 1969 nicht “noch viel stärker in der Opposition” gewesen sei als in Zeiten CDU-geführter Regierungen antwortete der frühere Hauptgeschäftsführer der BDA, Dr. Eichler, unter anderem: “Ja, sicher. Gegenüber diesem übertriebenen Reformismus sind wir dann auch sehr deutlich zu Felde gezogen. In der Vergangenheit waren das oft sehr sachliche Auseinandersetzungen in Detailfragen, während wir in Grundfragen übereinßtimmten. Aber hier fing es ja nun an, ins Grundsätzliche zu gehen, wobei wir der damaligen Regierung besonders übelnahmen, daß sie deutlich anfing, eine einseitige Arbeitnehmerpolitik zu betreiben, Eine Politik, die Schlagseite hatte und die Unternehmer ins Unrecht zu setzen suchte, was sich auf die Tarifpolitik empfindlich auswirkte...” Protokoll vom 6.6.1978, a.a.O., S. 16.Google Scholar
  55. 54).
    Vgl. Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im 1. Viertel jahr 1966; in: GMH 4/66, S. 235–239, hier S. 239: Die Restriktionspolitik der Bundesbank berge die Gefahr: “Geringeres Wachstum, als es möglich wäre — bis hin zu Stagnation — und trotzdem Fortdauer des Preisanstiegs...” Siehe auch Köhler, Claus: Bremsweg der monetären Restriktion. Geldstromanalyse für das 1. Vierteljahr 1966; in: WWI-M 6/66, S. 151–154, hier S. 151–153; Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im 2. Vierteljahr 1966; in: GMH 7/66, S. 429–433, hier S. 433; Köhler, Claus: Spannungen am Geldmarkt lassen nach. Geldstromanalyse für das zweite Vierteljahr 1966; in: WWT-M 10/66, S. 242–245; Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Herbst 1966; in: GMH 11/66, S. 682–685, hier S. 684; sowie schließlich Köhler, Claus: “Selbstlockerung” am Geldmarkt nach einer “Politik des Nichtstuns”; in: WWT-M 12/66, S. 314–317, hier S. 315/316.Google Scholar
  56. 55).
    Pehl, Herbst 1966, a.a.O., S. 685; immer wieder warf man der Bundesregierung ihren fehlenden Willen zum Handeln und mangelnde’ “Führungskunst” vor: siehe Pehl, Günter: Geldwertstabilität ohne Stagnation, Zum zweiten Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/66, S. 110; ders., 2. Vierteljahr, a.a.O., S. 434; ebenso Katterle, Siegfried: Haushaltsplanung und Wirtschaftspolitik. Zum Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 1966; in: WWI-M 4–5/66, S. 88–94, hier S. 92. Die Gewerkschaften waren sich erkennbar darüber im klaren, daß auch Nicht-Handeln eine Form von Selektivität darstellte, die in der Regel zu ihren Lasten ging.Google Scholar
  57. 56).
    Der gesamte Aufsatz von Haferkamp war eine einzige Aufforderung an den Staat, sein wirtschaftspolitisches Instrumentarium auszuweiten, die einzelnen Bereiche der Haushalts-, Fiskal- und Ordnungspolitik sinnvoll miteinander zu verbinden und auch vor der Beeinflussung struktureller und investiver Entwicklungen nicht Halt zu machen; Haferkamp, Wilhelm: Der Detusche Gewerkschaftsbund und die wirtschaftspolitischen Grundsätze seines Programms; in: GMH 6/66, S. 321–331, bes. S. 329. Siehe hierzu auch Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik an der Jahreswende 1965/66; in: GMH 1/66, S. 50–53, hier S. 52, zum Versagen der Regierung vor preispolitischen Fehlentwicklungen; sowie ders., Erstes Viertel jahr, a.a.O., S. 237, zur “Planungsfeindlichkeit” der Bundesregierung; und Kátterle, Haushaltsplanung, a.a.O., S. 89–91, sowie schließlich Pehl, Günter: Planung in der Wirtschaft von heute; in: GMH 11/66, S. 659–663, hier S. 659: “In unserer Wirtschaft, hochindustrialisiert und von einem immer rascheren technischen Fortschritt geprägt, kann optimales Wirtschaftswachstum und — im Rahmen des Möglichen — Geldwertstabilität, kann, mit anderen Worten, größtmöglicher Wohlstand, nur durch eine Kombination von Wettbewerb und Planung erreicht werden. Eine Wirtschaftsordnung, in der sich Wettbewerb und Planung ergänzen, bietet zugleich die besten Voraussetzungen dafür, daß der Freiheitsspielraum der Bürger am größten ist.”Google Scholar
  58. 57).
    Es ist sicher kein Zufall, daß dieser Punkt, der ganz eindeutig Interessen bestimmter, konkret identifizierbarer, gesellschaftlicher Gruppen thematisiert, ausgerechnet von der IG Metall, einer der traditionell stark konfliktorischen Einzelgewerkschaften, vorgebracht wurde; Stellungnahme der IG Metall zum Regierungsentwurf eines Stabilitätsgesetzes; in: GMH 12/66, S. 754–755, hier S. 754. In der Auswahl der Veröffentlichungen in den Gewerkschaftlichen Monatsheften durch die Redaktion spiegelt sich gewiß auch ein Stück innergewerkschaftlicher Politik wider: Man konnte eine deutliche Sprache gegenüber dem politischen Entscheidungszentrum sprechen, ohne daß diese doch mit vielleicht allzu konflikthaften Folgen als die Stirane des ganzen DGB hätte betrachtet werden können.Google Scholar
  59. 58).
    Pehl, Günter: Stabilität und Wachstum als Ziele der Finanzpolitik. Zum Entwurf eines Konjunkturstabilitätsgesetzes; in: GMH 8/66, S. 449–459, hier S. 453/54: Falsch wäre es, der Geldwertstabilität den Vorrang vor den anderen Zielen des Stabilitätsgesetzes einzuräumen. “Ein leichter Preisanstieg scheint bei wachsender Wirtschaft strukturbedingt und systemimmanent zu sein. Er ist jedenfalls das kleinere Übel gegenüber Stagnation, Rezession und Arbeitslosigkeit.” Nötig sei vielmehr, “daß wir unsere volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit voll ausnutzen und nicht über unsere Verhältnisse leben.” Vgl. ebenso ders., Herbst 1966, a.a.O., S. 682; IG Metall, a.a.O., S. 754, sowie Pehl, Erstes Vierteljahr, a.a.O., S. 239. Pehl tritt in dem letztgenannten Beitrag für eine “gesteuerte Wachstumspolitik” ein, “die sowohl das mögliche Wirtschaftswachstum sichert als auch infolge der zunehmenden Kapazitätsbelastung und der dadurch wieder stärker steigenden Arbeitsproduktivität einen Druck auf die Preise ausübt.” Allerdings war auch der DGB an der Begrenzung des Preisanstiegs durch staatliche Maßnahmen interessiert; vgl. Stellungnahme des DGB zum Stabilisierungsgesetz vom 23.8.1966; in: GMH 9/66, S. 566/567.Google Scholar
  60. 59).
    Haferkamp, Gewerkschaftsbund, a.a.O., S. 329; ähnlich auch Pehl, Stabilität, a.a.O., S. 452/453: Zu den bereits im Stabilitätsgesetzentwurf enthaltenden Ansätzen für “ein brauchbares und wirksames Instrumentarium zur Beeinflussung der Konjunktur” müßte ein Katalog preis-, Wettbewerbs- und außenwirtschafts- sowie einkommenspolitischer (!) Maßnahmen hinzutreten.Google Scholar
  61. 60).
    Katterle, Haushaltsplanung, a.a.O., S. 93Google Scholar
  62. 61).
    Wieder war es die IG Metall, die hier die einzige deutlich konfliktorientierte Stellungnahme abgab. Die wachstumspolitischen Voraussetzungen der Bundesregierung “lassen erkennen, daß es hier nicht auf die Erhaltung der Vollbeschäftigung ankommt. Damit arbeitet sie Hand in Hand mit den Arbeitgeberverbänden, die bereit sind, eine Politik am Rande der Arbeitslosigkeit in Kauf zu nehmen, um die Position der Gewerkschaften zu schwächen,” IG Metall, a.a.O., S. 754.Google Scholar
  63. 62).
    Pehl, Jahreswende, a.a.O., S. 52: Man werde “am wenigsten die Gewerkschaften für den Preisanstieg verantwortlich machen können...” Vgl. auch Tacke, Bernhard: Neue Wege in der Tarifpolitik? In: GMH 10/66, S. 577–587, hier S. 578: Tacke nennt die in der Bundesrepublik weitverbreitete “Vorstellung, daß höhere Löhne einfach zu höheren Preisen führen müssen”, eine “Psychose”. Es handelte sich um eine Krankheit — nicht etwa um eine von interessierter Seite bewußt und’ gezielt geförderte Ideologisierung der verteilungs- und wirtschaftspolitischen Diskussion.Google Scholar
  64. 63).
    Vgl. ebenda, S. 580: “Indem die Gewerkschaften nach höheren Löhnen und besseren Arbeitsbedingungen drängten, haben sie sich stets für eine Leistungssteigerung in der Wirtschaft eingesetzt. Sie haben sich weder der Steigerung der manuellen Leistung noch der technischen Rationalisierung bis hin zum automatischen Produktions- und Arbeitsablauf verschlossen.”Google Scholar
  65. 64).
    Vgl. ebenda sowie Christmann, Alfred: Die gegenwärtige lohnpolitische Situation; in: WWI-M 4–5/66, S. 105–115, hier S. 106: “Bekanntlich lösen (von den Gewerkschaften geforderte und durchgesetzte, C.S.) Arbeitszeitverkürzungen innerhalb bestimmter Grenzen in den Unternehmen zusätzliche Rationalisierungsanstrengungen aus und begünstigen damit das wirtschaftliche Wachstum.” (Hervorh, i.T.)Google Scholar
  66. 65).
    Tacke, Tarifpolitik, a.a.O., S. 583: Seitens der Gewerkschaften wurde “alles versucht”, “die Tarifpolitik zu objektivieren oder, wie es heißt, zu versachlichen. Die Konpromißbereitschaft der deutschen Gewerkschaften ist, besonders aus der Sicht der ausländischen Gewerkschafter, fast sprichwörtlich geworden.”Google Scholar
  67. 66).
    Pehl, Jahreswende, a.a.O., S. 52: “Niemand hat das Recht, den Arbeitnehmern und ihren Gewerkschaften einen Vorwurf daraus zu machen, daß die Erhöhung der Nominal löhne im Ausmaß der Teuerungsrate über den Produktivitätszuwachs hinausgeht (!), so lange die Bundesregierung nicht nur keine aktive Preis- und Konjunkturpolitik betreibt, sondern sogar durch ihre Agrarschutz-, Mieten- und Haushaltspolitik entscheidend zum Preisaufstieg beiträgt.” Siehe auch ebenda, S. 578: “Erst recht kann man aber den Arbeitnehmern nicht zumuten, nun ihrerseits durch Mehrarbeit oder Kurzarbeit, Stillhalten im Lohn und Konsumverzicht die Fehler einer Wirtschafts- und Finanzpolitik zu korrigieren.”Google Scholar
  68. 67).
    Ebenda, S. 586Google Scholar
  69. 68).
    Christmann, Situation, a.a.O., S. 115: “Offensichtlich wird mit der produktivitätsorientierten Lohnpolitik der Zweck verfolgt, den Status quo der Einkommensverteilung unverändert zu erhalten.” Wer diesen Zweck vor allem verfolgte, davon ist bei Christmann allerdings nicht die Rede. Vgl. auch Tacke, Tarifpolitik, a.a.O., S. 584.Google Scholar
  70. 69).
    Ebenda, s. 580: Jedem “realistischen Tarifpolitiker in der Gewerkschaftsbewegung’ sei dies klar.Google Scholar
  71. 70).
    ‘Abnutzungserscheinungen’ drückten sich beispielsweise in der Unfähigkeit der Regierung Erhard aus, auf die gewandelte ökonomische Problemstellung mit neuartigen wirtschaftspolitischen Methoden zu reagieren; vgl. dazu im folgenden Kapitel Abschnitt 5.1), bes. 5.1.1).Google Scholar
  72. 71).
    Vgl. Henschel, Rudolf: Die Bundesbank braucht Orientierungshilfen; in: GMH 2/67, S. 105–108, hier S. 105 sowie S. 108: “Die letzte Verantwortung für diese (rezessive, CS.) Entwicklung kann auch niemand der Bundesbank abnehmen.” Siehe auch Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik an der Jahreswende 1966/67; in: GMH 2/67, S. 109–113, hier S. 109.Google Scholar
  73. 72).
    ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühjahr 1967; in: GMH 5/67, S. 295–299, hier S. 297 und 299; Christmann, Alfred: Wirtschaftswachstum und Lohnpolitik im Jahre 1967; in: WWI-M 4/67, S. 92–103, hier S. 100; Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Sommer 1967; in: GMH 8/67, S. 494–498, hier S. 497; sowie schließlich ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Herbst 1967; in: GMH 11/67, S. 685–689, hier S. 687.Google Scholar
  74. 73).
    Ebenda, S. 685Google Scholar
  75. 74).
    Ebenda, S. 687: “Überließe der Staat die Wirtschaft sich selbst, müßte eher mit einer Verschärfung der Rezession, einer Spirale nach unten, gerechnet werden.”Google Scholar
  76. 75).
    Grambke, Wolfgang: Der II. Investitionshaushalt. Einige kritische Bemerkungen; in: GMH 11/67, S. 682–684, hier S. 684: ‘Bisher hat die Konjunkturpolitik den Hebel zur Aufwärtsentwicklung nur an einer Stelle des volkswirtschaftlichen Kreislaufs angesetzt. Es ist dringend geboten, auch die anderen Möglichkeiten einer kreislauforientierten Konjunkturpolitik (unmittelbar wirksame Erhöhung des privaten Verbrauchs) auszuschöpfen. Auf die Tatsache, daß damit zugleich auch seit langem gewünschte und erforderliche sozialpolitische Maßnahmen verbunden sind, sei noch ergänzend hingewiesen.”Google Scholar
  77. 76).
    Vgl. die vorangegangene Anmerkung sowie Pehl, Sommer, a.a.O., S. 496.Google Scholar
  78. 77).
    Ders.: Die Weichen der Wirtschaftspolitik wieder auf Expansion stellen! Zum dritten Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/67, S. 10–15, hier S. 15: Die Gewerkschaften würden 1967 in stagnierenden oder rückläufigen Branchen “in erster Linie an einer Sicherung der Arbeitsplätze interessiert und deshalb mit Lohnforderungen sehr zurückhaltend sein...” An dieser Stelle wird auch einmal das gewerkschaftliche Bestreben faßbar, in tarifpolitischer Hinsicht differenziert statt volkswirtschaftlich global zu argumentieren, wenn Pehl nämlich fortfährt, daß man dann aber in prosperierenden Wirtschaftszweigen keinen “Verzicht auf mögliche überdurchschnittliche Lohnerhöhungen” von den Gewerkschaften fordern dürfe; ebenda, S. 15. Vgl. zur zurückhaltenden Lohnpolitik der Gewerkschaften auch ders., Jahreswende 66/67, a.a.O., S. 111, sowie Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1966; in: WWI-M 5/67, S. 133–138, hier S. 133.Google Scholar
  79. 78).
    Pehl, Sommer, a.a.O., S. 496Google Scholar
  80. 79).
    Vgl. Höhnen, Wilfried: Einkommenspolitische Aspekte administrierter Preiserhöhungen; in: WWI-M 3/67, S. 67–70, hier S. 68, sowie Christmann, Wirtschaftswachstun, a.a.O., S. 102.Google Scholar
  81. 80).
    Vgl. dazu ausführlich: Leminsky, Gerhard: Arbeitsmarktpolitik und technologischer Wandel; in: WWI-M 10/67, S. 260–269, hier S. 261–268, sowie zur staatlichen finanziellen Hilfe bei der Ersetzung ausländischer durch arbeitslose deutsche Lohnabhängige; Kratzsch, Konrad: Elastizität des Arbeitsmarktes bei stagnierendem Erwerbspotential; in: WI-M 10/67, S. 269–274, hier S. 273.Google Scholar
  82. 81).
    Vgl. hierzu oben, Abschnitt 1.3.3)Google Scholar
  83. 82).
    Henschel, Rudolf: Konzertierte Aktion — Autonomie und Planung; in: GMH 4/67, S. 200–206, hier S. 204.Google Scholar
  84. 83).
    Helbing, Horst: Gewerkschaften auf dem Prüfstand. Zwischen Automie und Rahmenplan; in: GMH 11/67, S. 669–678, hier S. 672.Google Scholar
  85. 84).
    Pehl, Günter: Der Staat muß den Wirtschaftsaufschwung stärker fördern. Zun vierten Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/68, S. 1–8, hier S. 5/6.Google Scholar
  86. 85).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.1.1)Google Scholar
  87. 86).
    Pehl, Staat, a.a.O., S. 6: “Eine Bedingung für die Teilnahme der Gewerkschaften an einer konzertierten Aktion ist es sicherlich, daß die ‘soziale Symmetrie’ erhalten (!) bleibt.” Vgl. auch ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik am Jahresbeginn 1968; in: GMH 2/68, S. 104–109, hier S. 105; Ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühjahr 1968; in: GMH 6/68, S. 362–365, hier S. 363 und S. 364: Es sei “ein Gebot der Fairneß”, daß künftige überproportionale Lohnsteigeringen von Arbeitgebern, Bundesregierung uxi Bundesbank akzeptiert würden. Siehe schließlich auch ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühsommer 1968; in: GMH 8/68, S. 496–500, hier S. 497/498, sowie ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Herbst 1968; in: GMH 12/68, S. 746–751, hier S. 749.Google Scholar
  88. 87).
    Ders., Jahresbeginn 1968, a.a.O., S. 108.Google Scholar
  89. 88).
    Schmidt, Walter: Sachzwang und Tarifautonomie; in: GMH 6/68, S. 336–340, hier S. 336: “Einerseits bietet dies Gelegenheit, Einfluß auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik einer Regierung zu nehmen, die für gewerkschaftliche Auffassungen nicht unempfänglich ist. Andererseits können ... wirkliche Interessengegensätze durch rationale Politik nicht aufgehoben werden; sie müßten im Gegenteil schärfer hervortreten.”Google Scholar
  90. 87a).
    Ebenda, S. 336: “Wissenschaftlich begründeter Sachzwang droht nicht nur die Tarifautonomie funktionslos zu machen.” Vgl. ebenso: Erklärung des DGB zun Sachverständigengutachten vom 5.12.1967; in: GMH 1/68, S. 52: “Der DGB ist jedoch der Auffassung, daß die verbindliche Festlegung von Lohnleitlinien in ihrer Konsequenz zu einer Aufhebung der Tarifautonomie führt. Derartige Lohnleitlinien legen nur die Einkommensentwicklung der Arbeitnehmer einseitig fest. Dies führt in der wirtschaftlichen Praxis zu einer ebenso einseitigen Begünstigung der Unternehmergewinne. Eine Verschärfung der sozialen Spannungen wäre unausbleiblich.” Man sieht deutlich, daß die Gewerkschaften lchnabhängige Interessenpositionen erst dann thematisieren, wenn bereits ihre Verletzung droht bzw. eingetreten ist. Eigene Forderungen wurden zunächst einmal nicht offensiv, sondern mit dem Verweis auf marktwirtschaftliche ‘Sachzusammenhänge’ und ‘Gesetzmäßigkeiten’ begründet.Google Scholar
  91. 88a).
    DGB zun Sachverständigengutachten, a.a.O., S. 52. Auch die Drohung des Legitimationsentzugs bei nachhaltiger Verletzung lohnabhängiger bzw. gewerkschaftlicher Interessen richtete sich nicht gegen die Unternehmer, d.h. gegen den unmittelbaren gesellschaftlichen Kontrahenten und das von ihm dominierte sozio-ökonomische System, sondern erneut gegen den bei allen wirtschaftlichen Problemen zur Verantwortung zu ziehenden Staat. Die Projektion der Bundesregierung für die Steigerung der Arbeitnehmer-Einkommen im Jahr 1968 überlasse die zu erwartenden Wachstunsgewinne weitgehend den Unternehmern: ‘Es ist wahrscheinlich, daß bei einer solchen Entwicklung die Staatsverdrossenheit bei einem größer werdenden Teil der Arbeitnehmer und ihr Unbehagen ‘an denen in Bonn’ wachsen wird.” Pehl, Günter: Verzicht auf optimales Wirtschaftswachstum. Zun Jahreswirtschaftsbericht 1968; in: GMH 4/68, S. 207–211, hier S. 211.Google Scholar
  92. 89).
    Höhnen, Wilfried: Zum Entwurf des Bundeshaushalts für das Rechnungsjahr 1969; in: WWE-M 11/68, S. 304–309, hier S. 308.Google Scholar
  93. 90).
    ders.: Die wachsende Staatsverschuldung in der Bundesrepublik; in: WWI-M 3/68, S. 85–88, hier S. 88; ders.: Aktuelle Fragen der Staatsverschuldung; in: WWE-M 4–5/68, S. 110–114, hier S. 112.Google Scholar
  94. 91).
    Gemper, Bodo M.: Das Nationalbudget — ein Mittel planvoller Wirtschaftspolitik; in: GMH 6/68, S. 325–335, hier S. 335; ebenso Klink, Dieter: Wirtschaftspolitik der mündigen Gesellschaft; in: GMH 5/68, S. 283–288, hier S. 285: Die bisherige Finanzplanung habe noch nicht “in befriedigender Weise Prioritäten für die politische Aufgabenskala aufgezeigt... (Sie, C.S.) ist im wesentlichen diktiert von Überlegungen des Haushaltsausgleichs und weniger von den Dringlichkeiten einer gesellschaftspolitischen Rangordnung der zu bewältigenden Aufgaben.”Google Scholar
  95. 92).
    Ebenda, S. 285Google Scholar
  96. 93).
    Heyder, Gunther: Computer und Angestellte. 3. Internationale Arbeitstagung der Industriegewerkschaft Metall über Rationalisierung, Automatisierung und technischen Fortschritt; in: GMH 4/68, S. 212–218, hier S. 218: Heyder betont, “daß die Gewerkschaften an einer technisch hochentwickelten, leistungsfähigen Industrie interessiert sind. Sie stelle die Voraussetzungen für steigende Einkommen, bessere Arbeitsbedingungen und Vollbeschäftigung dar.” Vgl. auch Müller, Alfred: Technischer Fortschritt und gewerkschaftliche Tarifpolitik; in: WWE-M 4–5/68, S. 114–123, hier S. 119; Müller formuliert die grundlegende (aber wahrhaftig nicht in sich widerspruchsfreie) gewerkschaftliche Forderung: “optimales Wachstum und eine angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer an dem Zuwachs des Sozialprodukts; Schutz der Arbeitnehmer vor negativen sozialen Auswirkungen des technischen Fortschritts”.Google Scholar
  97. 94).
    Vgl. ebenda, S. 119–123, sowie ders.: Die Tarifbewegung 1967; in: WWE-M 7–8/68, S. 215–219, hier S. 219.Google Scholar
  98. 95).
    Müller schreibt in seinem Beitrag über den technischen Fortschritt, daß die Arbeitszeitverkürzung als Mittel zur Verknappung des Arbeitskräftepotentials ein geeignetes Verfahren zur Verhinderung struktureller Arbeitslosigkeit sei, um dann in seinem Aufsatz über die Tarifbewegungen 1967 festzustellen, daß infolge der ungünstigen Verhandlungsbedingungen im Rezessions jahr 1967 Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung und Urlaubsverlängerung hätten “weitgehend zurückgestellt werden” müssen; vgl. Müller, Fortschritt, a.a.O., S. 119 und ders., Tarifbewegung, a.a.O., S. 219.Google Scholar
  99. 96).
    Aufgabe des Staates sei es in der regionalen und sektoralen Strukturpolitik, dort bzw. soviele Arbeitsplätze neu zu schaffen, wo bzw. wieviele alte Arbeitsplätze vernichtet worden seien; zudem müsse er eine vorausschauende Arbeitsmarktpolitik betreiben, die für eine ausreichende Mobilität der vom Strukturwandel betroffenen Arbeitnehmer ebenso Sorge tragen müsse wie für die volle Sicherung ihrer Einkommen während des Umsetzungsprozesses; Müller, Fortschritt, a.a.O., S. 118.Google Scholar
  100. 97).
    Köhler, Claus: Übergang in eine kritische monetäre Phase. Geldstrcmanalyse für das 3. Vierteljahr 1968; in: WWE-M 11/68, S. 296–298, hier S. 296; Pehl, Herbst, a.a.O., S. 746.Google Scholar
  101. 98).
    Vgl. hierzu theoretisch oben, Abschnitte 1.3.3) und 1.5).Google Scholar
  102. 99).
    Pehl, Jahreswende 1965/66, a.a.O., S. 51.Google Scholar
  103. 100).
    Pehl, Jahreswende 1966/67, a.a.O., S. 109; ders. Herbst 1967, a.a.O., S. 687; wenn Pehl in seinem Beitrag Frühjahr 1967, a.a.O., S. 295, feststellte, durch den “Rekord im Ausfuhrgeschäft” werde “das außenwirtschaftliche Gleichgewicht ganz erheblich gestört”, so ist daraus noch lange nicht zu schließen, daß er für eine Dämpfung der Exportentwicklung plädierte. Schließlich hatte er sich im Januar 1967 gegen eine stufenweise Aufwertung der DM ausgesprochen, denn wenn die internationale Preisentwicklung, deren Schätzung diesem Plan zugrundelag, falsch beurteilt worden sei, könne daraus eine gefährdung des westdeutschen Exports erwachsen; Pehl, Wirtschaftspolitik, GMH 1/67, a.a.O., S. 14. So ähnlich argumentierte noch im März 1968 Köhler: “Vorschläge, die auf eine größere Flexibilität der Wechselkurse abzielen, würden im Falle ihrer Realisierung den internationalen Kapital verkehr hemmen und damit der notwendigen und gewünschten Integration schaden”, -von der, so muß man hinzufügen, vor allem die wirtschaftsstarke Bundesrepublik profitieren mußte. Köhler, Claus: Monetäre Aspekte des Jahreswirtschaftsberichts 1968 der Bundesregierung und Geldstromanalyse für das 4. Vierteljahr 1967; in: WWE-M 3/68, S. 80–83, hier S. 82.Google Scholar
  104. 101).
    Gleitze, Brino: Der Paukenschlag in der Währungspolitik; in: WWI-M 12/68, S. 321–322, hier S. 321. Während in den sechziger Jahren bis zur Rezession 1966/67 der Anteil der Ausfuhr am Bruttosozialprodukt nie stärker als um jährlich 0,5% gestiegen war, nahm er 1966 um 0,8% und 1967 um 1,2% gegenüber dem jeweiligen Vorjahr zu; LiZ 1974, a.a.O., S. 73, Tab. 5.22.Google Scholar
  105. 102).
    Pehl, Günter: Alternativen außenwirtschaftlicher Anpassung Zum Jahresgutachten 1968/69 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/69, S. 37–46, hier S. 40.Google Scholar
  106. 103).
    Ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik am Jahresbeginn 1969; in: GMH 4/69, S. 238–242, hier S. 238: “... es ist falsch, von einer Überhitzung zu sprechen.” Ebenso: Höhnen, Wilfried: Fiskalpolitik auf Restriktionskurs; in: WWI-M 7/69, S. 190–192, hier S. 190/191, zu den Bremsmaßnahmen der Bundesregierung vom Dezember 1968.Google Scholar
  107. 104).
    Pehl, Günter: Sechs Prozent Tariflohnerhöhung sind nicht genug. Zum Jahreswirtschaftsbericht 1969; in: GMH 3/69, S. 160–167, hier S. 165.Google Scholar
  108. 105).
    Stellungnahme zum Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung; in: WWI-M 3/69, S. 49–56, hier S. 53; Höhnen, Fiskalpolitik, a.a.O., S. 192; Glastetter, Werner: Die versäumte Aufwertung der D-Mark und ihre Konsequenzen für die Einkommensverteilung; in: WWI-M 7/69, S. 182–190, hier S. 190.Google Scholar
  109. 106).
    Vgl. sowchl Pehl, Alternativen, a.a.O., S. 43/44, der noch dafür plädiert, der Staat müsse eventuelle Nachfrageeinbußen der Exportwirtschaft infolge der Ende 1968 vorgenommenen 4%igen Quasi-Aufwertung der DM auffangen, als auch Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1968; in: WWI-M 5/69, S. 140–144, hier S. 142, zu den extrem vorsichtigen Lohnabschlüssen des Vorjahres.Google Scholar
  110. 107).
    Henschel, Rudolf: Gewerkschaften am Scheideweg; in: GMH 4/69, S. 215–220, hier S. 217: “Die Sicherung der Arbeitsplätze und die Stabilität des Preisniveaus stehen mit Vorsprung an oberster Stelle der Interessenskale der deutschen Arbeitnehmer. Wenn eine Regierung mit den Mitteln der Massenmedien die Öffentlichkeit davon überzeugt, daß Lohnsteigerungen, die über ihre Orientierungsdaten hinausgehen, Preissteigerungen verursachen und die Regierung, durch Gesetze zur Stabilisierung des Preisniveaus verpflichtet, konjunkturpolitische Dämfungsmaßnahmen ‘ergreifen muß’, die ‘nebenbei’ auch eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit bewirken, so werden bei der bestehenden Bewußtseinslage die westdeutschen Arbeitnehmer die ersten sein, die auf höhere Lohnforderungen verzichten.” Gewiß war diese Analyse der Bewußtseinslage der westdeutschen Lohnabhängigen ganz korrekt, aber: Zum einen wird weder analysiert, inwieweit die Gewerkschaften selbst zu dieser speziellen Interessenskala beitrugen, noch inwiefern sie veränderbar sein könnte. Zum anderen war es noch immer die Regierung (und nicht etwa die Unternehmer), deren Verhalten attackiert wurde.Google Scholar
  111. 108).
    Pehl, Tariflohnerhöhung, a.a.O., S. 166: Die Konzertierte Aktion müsse im Zeichen der Gleichberechtigung stehen. “Sonst werden sich die Gewerkschaften allmählich die Frage stellen müssen, ob ihre Teilnahme an der Konzertierten Aktion überhaupt noch den Interessen der Arbeitnehmer dienlich ist.”Google Scholar
  112. 109).
    Vgl. Christmann, Alfred: Lohn- und Tarifpolitik im Rahmen der mittelfristigen Wirtschaftspolitik; in: GMH 5/69, S. 271–279, hier S. 277/278; er stellt sehr realistisch fest, daß eine aggressive gewerkschaftliche Strategie etwa nach britischem Vorbild in der Bundesrepublik schon deshalb nicht durchsetzbar sei, weil es sich hier um branchenübergreifende Gewerkschaften handele, die ‘ausgewogene’ Forderungen stellen müßten und sich zudem mehr als ausländische lohnabhängige Organisationen “mit Fragen der Gesamtordnung beschäftigen”. Es wurde offenbar innerhalb der Organisation selbst zumindest teilweise deutlich registriert, welche selektiven und konfliktfeindlichen Wirkungen das Industrieverbandssystem zeitigte. (Eine gewisse terminologische Unklarheit soll an dieser Stelle ausgeräumt werden: Es scheint widersprüchlich, wenn Christmann hier von branchenübergreifenden Gewerkschaften spricht, während im theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit immer wieder die Rede von der Branchenebene gewerkschaftlichen Handelns die Rede war. Theoretisch gemeint war ein Organisationsprinzip, das sich an den Inhalten, der stofflichen Seite, der Kapital Verwertungsprozesse orientiert und nicht am Betrieb oder an der gesamtwirtschaftlichen Ebene. Dieses Prinzip kann ebenso die reine Branchengewerkschaft umfassen wie auch die — in der Bundesrepublik häufig vorzufindende — mehrere verwandte Branchen zusammenfassende, quasi sektorale Industriegewerkschaft, die naheliegenderweise dann auf höherem Niveau Interessen aggregiert, generalisiert und integriert. Ein prototypisches Beispiel hierfür ist die IG Metall, die aufgrund der Anzahl der von ihr erfaßten Industrien die größte Einzelgewerkschaft der Welt ist und deren Forderungen sich irgendwo zwischen den mittleren Konzessionsspielräumen aller von ihr organisierten Wirtschaftszweige bewegen dürften. Vom Prinzip her handelt es sich um die gleiche Organisationsweise wie bei der Branchengewerkschaft im engeren Sinne, nur herrscht hier eine noch stärker verallgemsinernde und durchschnittsorientierte Verhaltensweise vor.) Siehe zu diesen Fragen auch Henschel, Scheideweg, a.a.O., S. 220, der für die “umfassende Dauerabstimmung” aller gewerkschaftlicher Organisationszweige untereinander eintritt.Google Scholar
  113. 110).
    Ebenda, S. 219.Google Scholar
  114. 111).
    Ebenda, S. 217 und S. 220, vgl. auch Tacke, Bernhard: Gewerkschaftliche Vorstellungen zur Tarifpolitik im Rahmen der konzertierten Aktion; in: GMH 5/69, S 259–265, hier S. 263, sowie Stellungnahme, WWI-M 3/69, a.a.O., S. 53, zur Kritik der Orientierungsdaten.Google Scholar
  115. 112).
    Siehe Tacke, Vorstellungen, a.a.O., S. 262; Christmann, Lohn- und Tarifpolitik, a.a.O., S. 273.Google Scholar
  116. 113).
    Henschel, Scheideweg, a.a.O., S. 215 und S. 217Google Scholar
  117. 114).
    Christmann, Lohn- und Tarifpolitik, a.a.O., S. 274Google Scholar
  118. 115).
    Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Sommer 1969; in: GMH 7/69, S. 431–436, hier S. 433: “Selbstverständlich will niemand unseren Export zerstören. Die Exporte sollen vielmehr weiter wachsen, aber langsamer als bisher, die Importe dagegen stärker.”Google Scholar
  119. 116).
    Vgl. Köhler, Claus: Aufschwung ohne monetäres Konzept. Geldstromanalyse für das 4. Vierteljahr 1968 und Perspektiven für 1969; in: WWI-M 3/69, S. 68–71, hier S. 69; ders.: Nach der vierten Spekulationswelle. Geldstromanalyse für das 2. Vierteljahr 1969; in: WWI-M 8–9/69, S. 220–224, hier S. 224, und schließlich ders.: Die Aufwertung der Deutschen Mark. Geldstromanalyse für das 3. Vierteljahr 1969; in: WWI-M 12/69, S. 348–352, hier S. 349/350.Google Scholar
  120. 117).
    Pehl, Sommer, a.a.O., S. 434: “Die Verweigerung der Aufwertung wird der Großindustrie hohe Inflationsgewinne aus dem Ausland bringen—” Ebenso Glastetter, Aufwertung, a.a.O., S. 187.Google Scholar
  121. 118).
    Zur Kritik der steigenden Auslandsinvestitionen und zur Ablehnung ihrer steuerlichen Begünstigung und Förderung vgl. Hölzel, Manfred: Keine Förderung deutscher Direktinvestitionen im Ausland; in: GMH 6/69, S. 354–356, hier S. 354/355, sowie Seitenzahl, Rolf: Zahlenbilanz, Kapitalexport und Auslandsinvestitionen; in: GMH 6/69, S. 349–353, hier S. 349–353.Google Scholar
  122. 119).
    Pehl, Günter: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im dritten Vierteljahr 1969; in: GMH 10/69, S. 629–634, hier S. 633: Die spontane Streikwelle war der “Protest gegen die fortdauernde Benachteiligung der Arbeitnehmer im bisherigen Konjunkturverlauf, gegen das Ausbleiben der sozialen Symmetrie.” Vgl. auch Leminsky, Gerhard: Spontane Arbeitsniederlegung; in: GMH 11/69, S. 641–644, hier S. 641, der die Streiks im Zusammenhang mit dem “Versagen der Wirtschaftspolitik” sieht.Google Scholar
  123. 120).
    Ebenda, S. 624: “Der Unwille vieler Arbeitnehmer gegenüber ihren Repräsentanten ist aus der Hitze des Augenblicks zu erklären und zu verstehen. Er bedeutet nicht, daß Gewerkschaften und Betriebsräte nicht auch weiterhin als ihre Interessenvertreter angesehen werden.” Und ebenda, S. 624: Diese “neue sozialpsychologische Situation” “bedeutet eine Rückenstärkung für die Gewerkschaften bei zukünftigen Tarifverhandlungen.”Google Scholar
  124. 121).
    Pehl, Günter: Neue Schwerpunkte in der Wirtschaftspolitik. Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Regierungserklärung; GMH 12/69, S. 709–715, hier S. 711.Google Scholar

4.2) Die Folgen: Verteilungskampf an allen Fronten 1970 – 1973

  1. 1).
    Der Preisindex für die Lebenshaltung stieg 1970 um 3,2 %-Punkte gegenüber dem Vor jahr, was nur noch knapp unter der bislang höchsten Steigerungsrate von 3,4 %-Punkten (1965/66) lag, um sich dann immer schneller zu erhöhen: + 5,1 %-Punkte (1972), + 6,8 %-Punkte (1973); LiZ ‘74, a.a.O., S. 26, Tab. 2.33. In den achtziger Jahren sind dies keine bemerkenswerten Zahlen mehr, aber es darf nicht vergessen werden, daß diese Entwicklung nach zwanzig Jahren relativer Preisstabilität als neu und bedrohlich erlebt wurde, zumal nun der überzyklische Charakter immer unübersehbarer wurde und auf strukturelle Hintergründe des Problems hinwies, ob man diese nun sehen wollte oder nicht. Das wachsende Tempo der Geldentwertung weckte nicht nur (objektiv unberechtigte) Ängste und Erinnerungen an die galoppierende Inflation der Weimarer Zeit; es dürfte für das öffentliche Bewußtsein zugleich eine ähnlich prägende Wirkung gezeitigt haben, wie sie im vorangegangenen Abschnitt für die erste Nachkriegsrezession 1966/67 behauptet wurde, Kurz gesagt: Die Anzeichen mehrten sich, daß die Zeiten weitgehend störungsfreier Wirtschaftsabläufe ihrem Ende entgegengingen.Google Scholar
  2. 6).
    Zahn, Joachim: Unternehmen: In Wirtschaft und Staat; in: ag 7/22, 1970, S. 258–259, hier S. 258: “Die Unternehmen haben als Träger der stetigen Beschäftigung für große Teile der Bevölkerung eine wichtige soziale Funktion und haben damit bewußt eine erhebliche Verantwortung zu tragen.”Google Scholar
  3. 7).
    Zigan, Herbert: Aufgaben der Arbeitgeberverbände unter Berücksichtigung der Refcrmdiskussion; in: ag 23/22, 1970, S. 975–976, hier S. 975: “Der sicher vorhandene Interessengegensatz zu den Gewerkschaften ist kein Hindernis für ein fruchtbares Funktionieren der Sozialpartnerschaft, die davon ausgeht, daß trotz der natürlichen (!) Unterschiede in der Aufgabenstellung das Gefühl vorherrschen kann, letztlich nur im Miteinander, nicht im Gegeneinander erfolgreich sein zu können.” Und, ebenda: “Nicht nur aus Absatzgründen sind die Unternehmer daran interessiert, daß die aus den Arbeitnehmereinkommen gespeiste Nachfrage nicht hinter der gesamwirtschaftlichen Entwicklung zurückbleibt.”Google Scholar
  4. 8).
    Vgl. Bretschneider, Joachim: Lohnpolitik: Lohnkosten-Inflation; in: ag 10/22, 1970, S. 419; Eichler, Wolfgang: Lohn- und Tarifpolitik: Das sind keine Argumente! In: ag 17/22, 1970, S. 719; sowie schließlich Bretschneider, Joachim: Sozialpartner: Das Preisverhalten der Unternehmen; in: ag 21/22, 1970, S. 892–894, hier S. 894.Google Scholar
  5. 9).
    Ebenda, S. 894Google Scholar
  6. 10).
    Eichler, Argumente, a.a.O., S. 719Google Scholar
  7. 11).
    Vgl. Bretschneider, Joachim: Vorbelastung: 6,5%! In: ag 1/22, 1970, S. 3; ders.: Nebenkriegsschauplatz? In: ag 19/22, 1970, S. 791; sowie schließlich Husmann, Jürgen: Die Sachverständigen hatten das Wort; in: ag 24/22, 1970, S. 1003.Google Scholar
  8. 12).
    BDA-JB 1970, S. 55.Google Scholar
  9. 13).
    Vgl. ebenda, sowie Bretschneider, Nebenkriegsschauplatz, a.a.O., S. 791; Husmann, Sachverständige, a.a.O., S. 1003; Bretschneider, Vorbelastung, a.a.O., S. 3; sowie ders., Sozialpartner, a.a.O., S. 894.Google Scholar
  10. 14).
    Vgl. Breitschneider, Joachim: Konjunktur: Unternehmerische Zielprojektion 1971 – 1975; in: ag 24/22, 1970, S. 1016–1018, hier bes. S. 1018: Das Bestreben der Unternehmer gehe dahin, die Lohnquote ab 1972 so zu “stabilisieren”, daß sich die Pro-Kopf-Lohnquote auf den Stand vcn 1965/66 “einspielen” werde. Dies sei eine Relation, “die seinerzeit von beiden Tarifpartnern als akzeptabel bezeichnet worden 13t.” In der Tat entwickelte sich die Lohnquote zwischen 1965 und 1970 wie folgt: 65,6% (1965), 66,6% (1966), 66,4 (1967), 64,8% (1968), 66,1% (1969), 67,8% (1970); LiZ 76, a.a.O. S. 19, Tab. 2.12. Selbst die spontane Streikwelle im Herbst 1969 hatte noch nicht die volle Wiederherstellung der lohnabhängigen Verteilungsposition des Jahres 1966 erzwingen können. Dies gelang erst in der aggressiven Tarifrunde 1970, bei der die Gewerkschaften in der Tat eine Verbesserung von 1,2 %-Punkten gegenüber 1966 durchsetzen konnten. Es zeigt sich daher, daß die Arbeitgeber zwar im Augenblick etwas defensiver als früher auftraten, daß sich aber im Kern nichts an ihrer Auffassung geändert hatte, die Verteilungsrelationen aus der Zeit vor der Rezession seien akzeptabel gewesen und sollten daher festgeschrieben werden.Google Scholar
  11. 15).
    Hanau, Peter: Lohn- und Tarifpolitik: Lohnpolitik ohne Verbände; in: ag 9/22, 1970, S. 404–407, hier S. 405.Google Scholar
  12. 16).
    Gaugier, Eduard: Tarifpolitik: Lohn plus Erfolgsbeteiligung? In: ag 18/22, 1970, S. 770–773, hier S. 771–773.Google Scholar
  13. 17).
    Knevels, Peter: “Wilder” Streik: Die Meinung der Arbeitgeberverbände; in: ag 17/22, 1970, S. 729–730, hier S. 729.Google Scholar
  14. 18).
    Ebenda, S. 729; siehe auch S. 730: Knevels legt den Arbeitgebern nahe, keinerlei Rechtspositionen aufzugeben, um das Arbeitskampfrecht nicht aufzuweichen und warnt vor der “Lohn-Flucht nach vorne”. Vgl. auch Hanau, Lohnpolitik, a.a.O. S. 407, zur ‘Sympathieaussperrung”: Die Friedenspflicht hindere die Arbeitgeber “nicht an Arbeitskämpfen, mit denen sie einem bedrängten Verbandskollegen zu Hilfe kommen.”Google Scholar
  15. 19).
    Tiede, Günter: Wende in der Lohnpolitik? In: ag 22/22, 1970, S. 915.Google Scholar
  16. 20).
    Vgl. Eichler, Argumente, a.a.O. S. 719; Bretschneider, Nebenkriegsschauplatz, a.a.O. S. 791; ders., Sozialpartner, a.a.O. S. 894; ders., Lohnkosten-Inflation, a.a.O. S. 419.Google Scholar
  17. 21).
    Vgl. Eichler, Wolfgang: Sind die Gewerkschaften blind? In: ag 3/22, 1970, S. 75; sowie Bretschneider, Joachim: Schillers Show; in: ag 14/22, 1970, S. 587.Google Scholar
  18. 22).
    BDA-JB 1970, a.a.O., S. 58Google Scholar
  19. 23).
    Vgl. ebenda, S. 56, sowie Zahn, Unternehmen, a.a.O. S. 259, und Bretschneider, Schillers Show, a.a.O., S. 578.Google Scholar
  20. 24).
    BDA-JB 1970, a.a.O. S. 59: Die Orientierungsdaten der Bundesregierung könnten “zwar keine Verbindlichkeitswirkung für die Entscheidungen der Tarifpartner haben”, sie seien “aber doch wichtige Richtpunkte..., die 1971 von den Tarifpartnern beachtet werden sollten.” Vgl. auch Eichler, Gewerkschaften, a.a.O. S. 75, sowie Bretschneider, Schillers Show, a.a.O., S. 578.Google Scholar
  21. 25).
    Eichler, Gewerkschaften, a.a.O. S. 75: Sahen die Gewerkschaften denn nicht, daß sie mit ihren Forderungen “die Regierung in größte Schwierigkeiten bringen, obwohl sie doch gerade dieser Regierung so nahestehen, wie bisher noch keiner Regierung der Bundesrepublik?”Google Scholar
  22. 26).
    Wellmann, Burkhard: Tod von Freundes Hand; in: ag 24/23, 1971, S. 1067Google Scholar
  23. 27).
    Vgl. den Aufsatz von Fischer, Harry: Gesellschaftspolitik: Die besteuerte Gesellschaft; in: ag 4/23, 1971, S. 152–153. Fischers Argumentation vermittelt einen Eindruck des oben formulierten kapitalistischen Dilemmas, wenn er einerseits schreibt, daß die Steuerlastquote auch unter dem Aspekt des erforderlichen Infrastrukturausbaus betrachtet werden müsse, andererseits aber vor einer Erhöhung der Einkommenssteuer warnt, die den Unternehmen die Kraft zur und das Interesse an der Investition nehmen müsse. Seine Konsequenz besteht in der zögernden Befürwortung der Mehrwertsteuer-Anhebung, die bekanntlich als indirekte Steuer die breite Masse der Endverbraucher trifftGoogle Scholar
  24. 28).
    BDA-JB 1971, S. 64Google Scholar
  25. 29).
    Zu diesem Argumentationsmuster insgesamt vgl. BDA-JB 1971, a.a.O., S. 61/62; Bretschneider, Joachim: Konzertierte Aktion: Enttäuschte Hoffnung; in: ag 19/23, 1971, S. 783; sowie ders.: Entscheidend: Lohnpolitik; in: ag 7/23, 1971, S. 291/292, hier S. 291.Google Scholar
  26. 30).
    Husmann, Jürgen: Einkommen: Arbeitnehmer begünstigt; in: ag 11/23, 1971, S. 494–495, hier S. 495; vgl. ähnlich: Bretschneider, Joachim: Sozialpartner: Argumente statt Behauptungen; in: ag 15/23, 1971, S. 630–632, hier S. 631.Google Scholar
  27. 31).
    Bretschneider, Joachim: Sachverständige: “Kosteninflation”; in: ag 11/23, 1971, S. 463: “Die grundsätzliche Anerkennung der Preispolitik als wichtige Stabilitätskomponente darf aber nicht zu der irrigen Auffassung führen, als könnte es — ähnlich wie bei den Arbeitnehmereinkommen — kollektive Verhaltensweisen oder gar Abmachungen in Form einer preisgesteuerten Einkomtnenspolitik der Unternehmer geben. Eine derartige Einkommenspolitik ist im System der Marktwirtschaft undenkbar.... Möglich ist jedoch die Schaffung eines psychologischen Klimas, das die individuellen Verhaltensweisen der Unternehmen in der Preispolitik beeinflußt.”Google Scholar
  28. 32).
    Vgl. ders., Lohnpolitik, a.a.O. S. 291: Die “Lohnentwicklung hat inzwischen weitgehend den Kontakt zur Konjunktur verloren.” Dies ist die zur ökonomischen Gesetzmäßigkeit hypostasierte Variante des Konzepts der ‘kostenniveauneutralen Lohnpolitik’; vgl. ähnlich auch Husmann, Jürgen: Lohnpolitik: Phasen und Zyklen; in: ag 1/23, 1971, S. 14–16, hier S. 15/16, zur Notwendigkeit der ‘Verstetigung der Lohnpolitik’, sowie besonders Eichler, Wolfgang: Lohnpolitik: Auf dem Wege der Besserung; in: ag 15/23, 1971, S. 623: Es sei notwendig, “die Diskussion zu versachlichen und damit das Verhalten der Gruppen rationaler auf die Ziele der Preisstabilität, der Vollbeschäftigung und des Wirtschaftswachstums auszurichten.”Google Scholar
  29. 33).
    BDA-JB 1971, a.a.O., S. 8Google Scholar
  30. 34).
    Vgl. Bretschneider, Konzertierte Aktion, a.a.O., S. 783Google Scholar
  31. 35).
    Vgl. BDA-JB 1971, a.a.O., S. 68 und S. 70, sowie Khevels, Peter: Tarifautonomie: Wieder im Feuer der Kritik; in: ag 12/23, 1971, S. 531/532, hier S. 532, der dieses Argumentationsmuster noch sehr indirekt anführt.Google Scholar
  32. 36).
    Vgl. BDA-JB 1971, a.a.O., S. 61, sowie Amerogen, Otto Wolff von: “Garantie für jede Beschäftigung?”; In: ag 21/23, 1971, S. 880.Google Scholar
  33. 37).
    Ebenda, S. 880. Trotz der besonders zum Jahresende hin immer turbulenter werdenden Entwicklung der internationalen Wirtschafts- und Währungsprobleme äußerte sich die BDA auch 1971 nur sehr knapp zu der für sie — wie geschildert — eher brisanten Exportfrage. Einmal abgesehen davon, daß der Export grundsätzlich als “die Wunderwaffe unserer Marktwirtschaft” bejaht (Herrmann, Walther: Weitere Verlangsamung; in: ag 7/23, 1971, S. 297/298, hier S. 298) und eine verstärkte internationale, vor allem westeuropäische Integration der nationalen Wirtschaften befürwortet wurde, um den Vorsprung der US-Konzerne einholen zu können (Küper, Christel: Wirtschaftspolitik: Unaufholbarer Vorsprung der US-Industrie? In: ag 6/23, 1971, S. 264), blieb es bei dem bekannten Argument, die Tarifparteien hätten Rücksicht auf die Exportsituation zu nehmen; BDA-JB 1971, a.a.O., S. 69; siehe auch Schindler, Dorothea: Lohnkosten: Der Wettbewerb wird härter; in: ag 20/23, 1971, S. 859/860, hier S. 860.Google Scholar
  34. 38).
    Diese Formulierung verweist auf die Vollbeschäftigungsgarantie des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Brandt und ist daher als Versuch zu betrachten, der Regierung die Schuld dafür zuzuschieben, daß die vom direkten und massiven Druck des Arbeitsmarktes ein wenig entlasteten Lohnabhängigen nicht mehr völlig der Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ausgeliefert und entsprechend leichter zu disziplinieren waren. Vgl. hierzu auch Herbst, Karl-Wilhelm: Bundesanstalt für Arbeit: Nürnberger Spendierhosen; in: ag 16/23, 1971, S. 667/668, der ein umfassendes Konzept zur Ausgabensenkung der Bundesanstalt für Arbeit vorlegt, das letzten Endes den weiter ausgreifenden Anspruch jeglicher Arbeitsmarktpolitik, die Chancen der Lohnabhängigen auf dem Stellenmarkt durch Qualifikationssteigerungen zu verbessern, zunichte machen mußte.Google Scholar
  35. 40).
    Amerongen, Beschäftigung, a.a.O., S. 880.Google Scholar
  36. 41).
    Vgl. BDA-JB 1972, a.a.O., S. 63: Die Arbeitslosenquote von 0,9% “signalisierte seit dem Frühjahr wieder einen hohen Beschäftigungsstand.” Während dies noch als relativ interessenneutrale Tatsachenfeststellung gewertet werden kann, wird das prinzipielle Desinteresse an öffentlichen Eingriffen in die Arbeitsmarktverhältnisse bei Weber schon deutlicher, der erneut eine drastische Zurücknahme der Ausbildungsziele der Bundesanstalt für Arbeit fordert: Weber, Rolfs Arbeitsförderungsgesetz: Eine Bilanz; in: ag 14/24, 1972, S. 542. Hier treffen sich im übrigen qualitative (marktmachtstrukturelle) mit quantitativen issues: Jede Ausweitung der BfA-Leistungen läuft notwendig auf eine Steigerung der von den Betrieben anteilig zu tragenen Zahlungen an die BfA hinaus.Google Scholar
  37. 42).
    Vgl. Gemeinschaftsausschuß der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft: Wirtschaftspolitik: Zielprojektion 1972; in: ag 3/24, 1972, S. 91/92, hier S. 91/92.Google Scholar
  38. 43).
    Husmann, Jürgen: Messen: Prüfstand der Konjunktur; in: ag 7/24, 1972, S. 276–278, hier S. 276; vgl. auch ders.: Wirtschaftspolitik: DBG-Zielprojektion 1972/76; in: ag 3/24, 1972, S. 93/94, hier S. 93.Google Scholar
  39. 44).
    Vgl. ebenda, S. 94: Die wettbewerbspolitischen Forderungen des DGB seien teilweise “nicht marktkonform” und dienten nur als “Feigenblatt” für die Lohnkostenentwicklung.Google Scholar
  40. 45).
    Der Aufsatz von Neef, Fritz: Marktwirtschaft morgen: Ihre Steuerungsinstrumente; in: ag 8/24, 1972, S. 315/316, entwirft das Konzept einer binnenwirtschaftlichen sozio-ökmomischen und politischen Formierung, die die Position der Bundesrepublik im internationalen Konkurrenzkampf entscheidend verbessern soll. Beiträge wie dieser, die ganz eindeutig außenwirtschaftliche Ziele und Zukunftsvorstellungen formulieren, sind in den hier untersuchten BDA-Organen selten. Denn Neef stellt fest: Zuallererst muß anerkannt werden, daß unsere Unternehmen ungestört in ganz neue Größenordnungen wachsen müssen, wenn die Zukunftsaufgaben gemeistert werden sollen. Die Maßstäbe setzt Amerika. Eine enge nationale Wettbewerbskonzeption ist nicht mehr möglich.” a.a.O., S. 316. Derartige Beiträge können eigentlich nur denjenigen Teil der BDA-Basis vor den Kopf stoßen, der diese ‘neuen Gnößenordnungen’ niemals erreichen kann und wird und der unter der Last des weltweiten Konkurrenzdrucks ohnehin bereits fast zusammenbricht. Verständlich wird die Auffassung dieses Autors erst, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Fritz Neef der Hauptgeschäftsführer des BDI war; in der Veröffentlichung seines Beitrages on der BDA-Zeitschrift mag sich die Tatsache niederschlagen, daß kein Verband am Willen und an der Orientierung seiner stärksten Mitgliedsfraktionen vorbeikönnen. Sehr viel diplomatischer sind demgegenüber Stellungnahmen wie die von Düren, der im Zusanmenhang mit wettbewerbspolitischen Fragen lobend feststellt, die Unternehmensgröße sei nicht immer entscheidend für den Unternehmenserfolg. Vielmehr seien die ‘Kleinen’ oft viel elastischer als die Großkonzerne in ihren Verhaltensweisen und Reaktionen; zu begrüßen sei, daß ihre Kooperation untereinander vcm Gesetz erlaubt werde. Düren, Albrecht: Wettbewerb: Schärfere Spielregeln; in: ag 7/24, 1972, S. 312–314. Auch die Veröffentlichung dieses Beitrages dürfte BDA-interne ‘Politik’ gewesen sein, denn Düren war der ehemalige Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelstages, der weitaus weniger bruchlos als der BDI den exportorientierten Großkonzernen das Wort reden kann, da in seinen Reihen auch kleine und außerordentlich protektionistisch eingestellte Handelsbetriebe organisiert sind.Google Scholar
  41. 46).
    Ebenda, S. 134Google Scholar
  42. 47).
    Messedat, Hans: Wachstum: Im Widerstreit; in: ag 10/24, 1972, S. 385/386, hier S. 385.Google Scholar
  43. 48).
    Von Frankenberg, Hans-Heydan: Unternehmenspolitik: Das Wachstum exportieren; in: ag 12/24, 1972, S. 457/458, hier S. 458.Google Scholar
  44. 49).
    Messedat, Wachstum, a.a.O., S. 386: Um verbesserte öffentliche Leistungen finanzieren zu können, sei die Bereitschaft zum individuellen Verzicht notwendig; hier definiert als die Beschränkung auf Lohnsteigerungen unterhalb der Wachstumsrate des Bruttosozialprodukts.Google Scholar
  45. 50).
    Eichler, Wolfgang: Tarlfautoncmie: Solide Grundlagen! In: ag 15/24, 1972, S. 554/555, hier S. 555Google Scholar
  46. 51).
    Gruhler, Wolfram: Öffentliche Armut: Inflationäres Reformdesaster; in: ag 17/24, 1972, S. 662/663, hier S. 662/663; vgl. auch ders.: Inflation: Dem Produktivkapital an die Substanz; in: ag 18/24, 1972, S. 690/691, hier S. 690, zum “Substanzverzehr” der Unternehmen infolge der staatlichen Besteuerung inflationärer “Scheingewinne”.Google Scholar
  47. 52).
    Vgl. oben, Abschnitt 4.1.1), Anm. 53)Google Scholar
  48. 53).
    Vgl. unten, Abschnitt 5.2.3)Google Scholar
  49. 54).
    Mit welch harten Geschützen man im Wahlkampf 1972 versuchte, die Rückkehr der SPD und ganz besonders des damals auf dem Höhepunkt seiner fast charismatisch zu nennenden Beliebtheit angelangten Bundeskanzlers Brandt an die Regierung zu verhindern, belegt der dokumentarische Band von Richter, Jörg (Hg): Klassenkampf von oben? Oder: Angstmacher von rechts. Reinbek 1973.Google Scholar
  50. 55).
    Dies zeigen auch die letzten Stellungnahmen im Dezember 1972, in denen wieder nahezu ausschließlich die Rede vcm verteilungspolitischen Fehl vernalten des DGB war; vgl. Bretschneider, Joachim: Stabilität: Kehrtwendung des DGB; in: ag 23/24, 1972, S. 972; und BDA-JB 1972, a.a.O., S. 65 und S. 68. Die hier angesprochenen Zusammenhänge finden ihren Niederschlag sehr indirekt auch in den Aussagen des früheren BDA-Hauptgeschäftsführers, Dr. Eichler. Auf die Frage der Verfasserin, ob er den wichtigsten Unterschied zwischen Verbänden und Parteien in der Tatsache sehe, daß letztere ein globales politisches Mandat für sich in Anspruch nähmen, antwortete er: “Sicher, ganz eindeutig. Die politische Partei ist anders strukturiert. Wir haben auch ein politisches Mandat, aber ein anderes.” Protokoll vom 6.6.1978, a.a.O., S. 16.Google Scholar
  51. 56).
    Vgl. Husmann, Jürgen: Einkommenspolitik: Umdenken! In: ag 1/25, 1973, S. 23/24, hier S. 23/24;Google Scholar
  52. 56a).
    Eichler, Wolfgang: Keine Lohneskalation; in: ag 6/25, 1973, S. 214/215, hier S. 215;Google Scholar
  53. 56b).
    Warm, Rolf: Einkommenspolitik: Konstanz der Verteilung; in: ag 6/25, 1973, S. 240–242, hier S. 241Google Scholar
  54. 56c).
    Husmann, Jürgen: Gefestigte Konjunkturentwicklung; in: ag 7/25, 1973, S. 286/287, hier S. 286Google Scholar
  55. 56d).
    Bretschneider, Joachim: Droht eine Stabilisierungskrise? In: ag 10/25, 1973, S. 423;Google Scholar
  56. 56e).
    Beyfuss, Jörg/Vanja, Thomas/Brinkmann, Theodor: Preissteigerungen: unternehmer-Willkür? In: ag 12/25, 1973, S. 554–556, hier S. 554/555; sowie schließlich: Einkommensprognose 1973: Von Gewinnexplosion keine Rede mehr; in: ag 15/25, 1973, S. 676.Google Scholar
  57. 57).
    Beyfuss u.a., Preissteigerungen, a.a.O., S. 554Google Scholar
  58. 58).
    Einkommensprognose, a.a.O., S. 676Google Scholar
  59. 59).
    Schleyer, Hanns-Martin: Tarifpolitik: Zum Erfolg verurteilt; in: ag 1/25, 1973, S. 10/11, hier S. 10Google Scholar
  60. 60).
    Der mißbrauchte Tarifstreit. Radikale Agitation, dargestellt am Beispiel des Arbeitskampfes in der Druckindustrie im April 1973. Köln 1973, S. 7. Über diesen Arbeitskampf heißt es hier: “Die Gewerkschaft war zeitweilig nicht mehr bestimmter Träger des Geschehens, sondern wurde zum Objekt gemacht durch Teile ihrer Organisation, die Amok zu laufen drohtea” Die Radikalen “versuchten, das konstruktive Partnerverhältnis durch das destruktive Gegnerverhältnis des Klassenkampfes zu ersetzen, um so einen Beitrag zur Wiedergeburt des überwundenen Klassenkanpfgedankens zu leisten.” Vgl. auch Schleyer, Tarifpolitik, a.a.O., S. 11.Google Scholar
  61. 61).
    Einkommensprognose, a.a.O., S. 676Google Scholar
  62. 62).
    Vgl. zu einigen Aspekten dieses Problems die Arbeiten von Altvater/Brandes/Reiche, Handbuch 3, a.a.O.; sowie Demele, a.a.O., und schließlich den nächsten Abschnitt zur Inflationsinterpretation des DGB.Google Scholar
  63. 63).
    Warm, Einkommenspolitik, a.a.O., S. 241Google Scholar
  64. 64).
    Husmann, Einkommenspolitik, a.a.O., S. 24Google Scholar
  65. 65).
    Brinkmann, Theodor: Verteilungskampf: Die reale Staatsquote fällt ab; in: ag 20/25, 1973, S. 906–909, hier S. 908.Google Scholar
  66. 66).
    Ebenda, S. 906; sogar die Verschärfung der Verteilungskämpfe durch die Inflation sah man ein — nur man selbst hatte nichts damit zu tun.Google Scholar
  67. 67).
    Husmann, Einkommenspolitik, a.a.O., S. 24, spricht von “eine(r) Vorab-Berücksichtigung des erhofften Stabilisierungserfolges”; vgl. auch ähnlich Schleyer, Tarifpolitik, a.a.O., S. 10.Google Scholar
  68. 68).
    BDA-JB 1973, S. 16Google Scholar
  69. 69).
    Ebenda, S. 16/17; siehe auch Warm, Einkcmmenspolitik, a.a.O., S. 242: Nur vermögenspolitische Maßnahmen, “die die Investitionsbereitschaft nicht tangieren”, könnten eine echte Umverteilung bewerkstelligen.Google Scholar
  70. 70).
    Vgl. BDA-JB 1973, a.a.O., S. 1/2; Husmann, Jürgen: Sachverständigengutachten: Lohnpolitik entscheidend! In: ag 23/25, 1973, S. 1123.Google Scholar
  71. 71).
    Ebert, Reinhard: DGB-Polemik: Von Überbeschäftigung keine Rede; in: ag 18/25, 1973, S. 813/814. Auch 1973 finden sich wieder die Forderungen nach einem arbeitsmarkt- und bilanzpolitischen Zurückstecken des Staates und die Drohung, notfalls die Beschäftigung von Ausländern zu ersetzen durch die “Industrialisierung in den Anwerbeländern”; Himmelreich, Fritz-Heinz: Noch einmal: Ausländerbeschäftigung; in: ag 13/25, 1973, S. 570–571, hier S. 570. Vgl. auch Weber, Rolf: Ausl. Arbeitnehmer: Patentlösungen gibt es nicht! In: ag 5/25, 1973, S. 167/168.Google Scholar
  72. 72).
    Husmann, Jürgen: Zur Wirtschaftspolitik; ag 3/25, 1973, S. 86. Brandts Regierungserklärung vom 18.1.1973 habe kein “eindeutiges Bekenntnis zur Marktwirtschaft” enthalten.Google Scholar
  73. 73).
    Ebenda, S. 86; vgl. auch Bretschneider, Joachim: Vertane Chancen; in: ag 5/25, 1973, S. 158, sowie implizit auch Ebert, Überbeschäftigung, a.a.O., S. 814: Durch die Vollbeschäftigungspolitik, “praktiziert als Überbeschäftigungsgarantie”, habe die konjunkturelle Arbeitslosigkeit im Abschwung (bedauerlicherweise?) “ihren Schrecken verloren.”Google Scholar
  74. 74).
    Vgl. Husmann, Einkommenspolitik, a.a.O., S. 23Google Scholar
  75. 75).
    Schleyer, Tarifpolitik, a.a.O., S. 11Google Scholar
  76. 76).
    Bretschneider, Chancen, a.a.O., S. 158Google Scholar
  77. 77).
    Husmann, Jürgen: Steuerpolitik: Zunehmend lähmend; in: ag: 9/25, 1973, S. 410–411, hier S. 411Google Scholar
  78. 78).
    Bretschneider, Stabilisierungskrise, a.a.O., S. 423Google Scholar
  79. 79).
    Gruhler, Wolfram: Wirtschaftswachstum: Streit um den Zuwachs; in: ag 6/25, 1973, S. 243–245, hier S. 245Google Scholar
  80. 80).
    Bretschneider, Chancen, a.a.O., S. 158Google Scholar
  81. 81).
    Vgl. Eichler, Lohneskalation, a.a.O., S. 214; Husmann, Konjunkturentwicklung, a.a.O., S. 286/287; sowie Beyfuss u.a., Preissteigerungen, a.a.O., S. 555.Google Scholar
  82. 82).
    LiZ ’74, a.a.O., S. 73, Tab. 5.23: Von 8 Mrd. DM auf 33 MRD. DM!Google Scholar
  83. 83).
    Vgl. etwa den Aufsatz von Irgel, Lutz: Großunternehmen: Notwendigkeit, Nutzen, Gefahr; in: ag 13/25, 1973, S. 604–606. Irgel wehrt sich gegen die “instinktlos(e)” Werbung der multinationalen Konzerne und singt das Hohe Lied der “unternehmerischen Dynamik”, die nicht durch Konzentrationsprozesse eingeschränkt werden dürfe. Ebenda, S. 606. Es kann wohl nur als Reverenz vor dem Mittelstand in den eigenen Reihen, wohl kaum aber als Tatsachenfeststellung betrachtet werden, wenn Irgel schreibt, in der ökonomischen Krise gerieten die ihren Fixkosten ausgelieferten Großkonzerne “eher als kleinere Firmen in die Defensive”. Ebenda, S. 605.Google Scholar
  84. 84).
    Vgl. Adam, Hermann: Institutionelle Ursachen konjunkturpolitischer Fehlentscheidungen in der Bundesrepublik; in: WWI-M 5/70, S. 159–166, hier S. 164–166; Pehl, Günther: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühjahr 1970; in: GMH 5/70, S. 303–308, hier S. 304/305; Köhler, Claus: Kreditpolitische Restriktionen in der Spätphase der Konjunktur. Geldstromanalyse für das 1. Vierteljahr 1970; in: WWE-M 6/70, S. 179–183, hier S. 179/180; Höhnen, Wilfried: Restriktive Fiskalpolitik in der konjunkturellen Spätphase; in: WWI-M 10/70, S. 304–307, hier S. 304. Zu einer frühen Kritik des Friedman’schen Monetarismus vgl. Köhler, Claus: Zwischen Expansion und Stagnation. Geldstromanalyse für das 4. Vierteljahr 1969; in: WWE-M 3/70, S. 65–70, hier S. 69.Google Scholar
  85. 85).
    Pehl, Günther: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Sommer 1970; in: GMH 8/70, S. 495–498, hier S. 498; vgl. auch Stellungnahme zum Jahreswirtschaftsbericht 1970 der Bundesregierung; in: WWE-M 3/70, S. 88–91, hier S. 88.Google Scholar
  86. 86).
    Pehl, Günther: Die Wirtschaft der Bundesrepublik zum Jahresbeginn 1970; in: GMH 2/70, S. 111–115, hier S. 113; ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Herbst 1970; in: GMH 12/70, S. 750–754, hier S. 754.Google Scholar
  87. 87).
    Pehl, Günther: Die Preiswelle rauß gebrochen werden. Zum Jahresgutachten 1969/70 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/70, S. 4–11, hier S. 10.Google Scholar
  88. 88).
    Ebenda, S. 10; vgl. auch Henschel, Rudolf: Die wirtschaftspolitischen Aufgaben der siebziger Jahre; in: GMH 8/70, S. 449–454, hier S. 449; und: Seitenzahl, Rolf: Die Gewinn-Preis-Spirale; in: GMH 9/70, S. 522–527, hier S. 523/524.Google Scholar
  89. 89).
    Henschel, Aufgaben, a.a.O., S. 449Google Scholar
  90. 90).
    Konkret gefordert wurden die Erhöhung und Stil legung von Einnahmeüberschüssen durch die Bundesregierung, nicht jedoch die gänzliche Streichung öffentlicher infrastruktureller Ausgabenprogramme, sondern deren Verschiebung auf künftige konjunkturelle ‘Tatsohlen’; die Ausweitung der Investitionsabgabe auf alle in der Unternehmensbilanz aktivierungspflichtigen Investitionen; die wettbewerbspolitisch akzentuierte Vergabe öffentlicher Aufträge in der Bauindustrie; Verzicht auf die Anhebung staatlich administrierter Preise; und schließlich weit ausgreifende wettbewerbsfördernde Maßnahmen wie die Aufhebung der Preisbindung, das ‘Verbot der Marktbeherrschung’ sowie eine vorbeugende Fusionskontrolle; vgl. Pehl, Jahresbeginn, a.a.O., S. 114/115; ders.: Preisanstieg dämpfen, aber Konjunkturrückschlag vermeiden. Zum Jahreswirtschaftsbericht 1970 der Bundesregierung; in: GMH 3/70, S. 148–154, hier S. 154; Stellungnahme, a.a.O., S. 90/91; Henschel, Aufgaben, a.a.O., S. 452; Pehl, Preiswelle, a.a.O., S. 10.Google Scholar
  91. 91).
    Die Steuerpolitik war 1970 ein heißes Eisen, was die Gewerkschaften betraf. Man warnte wieder und wieder vor einer stabilitätspolitisch motivierten Abschöpfung von Massenkaufkraft und verwies stattdessen auf die Notwendigkeit, den Investitionsboom zu bremsen (also die Steuern der Unternehmer bzw. Unternehmen zu erhöhen); vgl. Henschel, Aufgaben, a.a.O., S. 452; Pehl, Preisanstieg, a.a.O., S. 154; ders., Jahresbeginn, a.a.O., S. 113; Stellungnahme, a.a.O., S. 91; Seitenzahl, Rolf: Einkommensstatistik und Einkommensentwicklung im System der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung; in: GMH 8/70, S. 455–463, hier S. 462.Google Scholar
  92. 92).
    Was sie durchaus erkannten, wie das Zitat von Henschel belegt, vgl. Anm. 89).Google Scholar
  93. 93).
    Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1969; in: WWI-M 3/70, S. 92–98, hier S. 93: “Diese ‘spontanen Arbeitsniederlegungen’ (vom September 1969, C.S.) sind ein deutliches und nicht übersehbares Zeichen dafür, daß auch die ob ihrer Diszipliniertheit häufig gelobten, von ihren ausländischen Kollegen aber kaum verstandenen deutschen Arbeitnehmer Benachteiligungen nur innerhalb bestimmter Grenzen widerstandslos hinzunehmen bereit sind.”Google Scholar
  94. 94).
    Ebenda, S. 93: “Die Arbeitsniederlegungen zeigen aber auch, daß der Lohnfindungsprozeß autonom und hinreichend flexibel sein muß und nicht durch ‘technokratische’ Lösungen eingeengt werden kann, die ohnehin häufig nur den Versuch darstellen, dem Lohn die ’Rolle des Lückenbüßers1 aufzubürden.” Vgl. auch die Kritik an den automatistisch-technokratischen einkommenspolitischen Positionen des SVR in Stellungnahme, a.a.O., S. 88.Google Scholar
  95. 95).
    Vgl. die zahlreichen Literaturangaben in Anm. 91) sowie unten, Abschnitt 5.2.1)Google Scholar
  96. 96).
    Pehl, Frühjahr, a.a.O., S. 307; vgl. auch Henschel, Rudolf: Unterschiede in den wirtschaftspolitischen Zielprojektionen der Bundesregierung und des DGB; in:GMH 12/70, S. 727–730, hier S. 730: Henschel kritisiert die einseitig auf die Lohneinkommen abzielenden Orientierungsdaten der öffentlichen Einkommenspolitik. Man hatte nach wie vor wenig gegen staatliche Eingriffe in diesem Gebiet, nur sollten sie mindestens beide Tarifiparteien treffen, am besten sogar die Unternehmer allein. Und das, obwohl man selbst erkannte, daß man in der Tarifpolitik selbst unmittelbar sozialpolitische Fakten setzen konnte: “In der Wirtschaftspolitik können wir nur mittelbar auf die politischen Entscheidungen Einfluß nehmen.” Henschel, Aufgaben, a.a.O., S. 450.Google Scholar
  97. 97).
    Vetter, Heinz-Oskar: Die Bedeutung des DGB-Grundsatzprqgramms für die Politik der deutschen Gewerkschaftsbewegung; in: GMH 6/70, S. 330–340, hier S. 333.Google Scholar
  98. 98).
    Adam, Herrmann: Soziale Synmetrie-Probleme einer Operationalisierung und politische Konsequenzen; in: WWI-M 1/71, S. 27–32, hier S. 30.Google Scholar
  99. 99).
    Vgl. hierzu Köhler, Claus: Konjunkturgerechte Markteinflüsse. Geldstromanalyse für den Herbst 1970; in: WWT-M 1/71, S. 13–17, hier S. 13; Pehl, Günther: Chancen und Risiken der Wirtschaftspolitik 1971. Zum Jahresgutachten 1970/71 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/71, S. 1–8, hier S. 5; Köhler, Claus: De-facto-Politik der Bundesbank wirkt kon junkturellen Abschwächungstendenzen entgegen. Geldstrcmanalyse für das 4. Viertel jahr 1970; in: WWE-M 2–3/71, S 44–48, hier S. 44/45; Pehl, Günther: Den richtigen Zeitpunkt nicht verpassen Zum Jahreswirtschaftsbericht 1971 der Bundesregierung; in: GMH 3/71, S. 164–171, hier S. 169/170; sowie schließlich ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühherbst 1971; in: GMH 10/71, S. 632–636, hier S. 632.Google Scholar
  100. 100).
    Vgl. etwa ebenda, S. 636: Pehl weist die Kritik an der gewerkschaftlichen Lohnpolitik mit dem Argument zurück, die Gewerkschaften täten “nichts anderes, als daß sie für die Arbeitnehmer die Lohnerhöhungen durchsetzen, die die Marktlage zuläßt… Dies entspricht völlig den Gesetzen der Marktwirtschaft.” Vgl. ähnlich auch ders., Chancen, a.a.O., S. 7, sowie Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1970; in: WWE-M 5/71, S. 134–142, hier S. 135, der einen der wesentlichen Gründe für das Überschäumen der Konjunktur in dem “geringe(n) Anstieg der Löhne in der Aufschwungphase” sieht.Google Scholar
  101. 101).
    Henschel, Rudolf: Einkommensverteilung — Hoffnung oder Utopie? In: GMH 12/71, S. 713–717, hier S. 714Google Scholar
  102. 102).
    Skiba, Rainer: Einkonmensverteilung und schleichende Inflation; in: GMH 12/71, S. 718–724, hier S. 724Google Scholar
  103. 103).
    Glastetter, Werner: Wirtschaftswachstum und Einkommensverteilung; in: GMH 8/71, S. 449–460, hier S. 456, Hervorh.i.TGoogle Scholar
  104. 104).
    Ders.: Wirtschaftswachstum und Einkonmensverteilung Das Problem und seine Abgrenzung; in: WWE-M 5/71, S. 142–151, hier S. 147Google Scholar
  105. 105).
    Ders., Wirtschaftswachstum, (Mi 8/71, a.a.O., S. 459Google Scholar
  106. 106).
    Vgl. etwa die sehr weitreichenden wettbewerbspolitischen Forderungen ebenda, S. 459, sowie Henschel, Einkommensverteilung, a.a.O., S. 716, gegenüber den eher restriktiven Einschätzungen der staatlichen Handlungsspielräume bei Katterle, Siegfried: Probleme der Infrastrukturpolitik; in: WWI-M 2–3/71, S. 60–65, hier S. 64, und: Quantitative und qualitative Aspekte der Ökonomischen Konzentration und gesellschaftlichen Machtverteilung in der Bundesrepublik Deutschland; Teil III: Personelle und institutionelle Verbindungen der Bereiche “Produktion” und ’Kapital” in der Wirtschaftsgesellschaft der BRD. Norbert Koubek; in: WWE-M 8–9/71, S. 258–274, hier S. 274.Google Scholar
  107. 107).
    Henschel, Einkcnmensverteilung, a.a.O., S. 717: Henschel vertraut auf die Möglichkeit, die Mehrheit der Bevölkerung hinter die gewerkschaftlichen Forderungen zu bringen, was dem Staat dann genügend Konfliktfähigkeit gegenüber den Unternehmern verleihen werde. Demgegenüber heißt es in Aspekte, III, a.a.O., S. 274, daß es eine Frage der gesellschaftlichen Machtverhältnisse sei, die “ihrerseits in hohem Maße durch das Selbstverständnis der beiden großen gesellschaftlichen Klassen und deren Verhältnis zueinander gestaltet” würden, ob und wo der Staat aktiv werden könne.Google Scholar
  108. 108).
    So befürwortet etwa Katterle einen “demokratisch strukturierten gesellschaftlichen Planungsprozeß”; so Katterle, Infrastrukturpolitik, a.a.O., S. 65; sowie die Einrichtung von Wirtschafts- und Sozialräten, eine langjährige Forderung des DGB: Siehe Katterle, Siegfried: Infrastrukturpolitik und Wirtschaftsordnung; in: GMH 10/71, S. 592–602, hier S. 601. Dagegen postulierte Pehl: “Gerade wer seit langem für eine vorausschauende und planvolle Wirtschaftspolitik eingetreten ist, sollte sich ihrer Grenzen in einer Marktwirtschaft bewußt sein. Vor einer starren Plan- und Zahlengläubigkeit, womöglich noch auf Stellen rechts vom Komma bezogen, kann jedenfalls nur gewarnt werden.” Pehl, Zeitpunkt, a.a.O., S. 165.Google Scholar
  109. 109).
    Henschel, Einkommensverteilung, a.a.O., S. 717.Google Scholar
  110. 110).
    Katterle, Infrastrukturpolitik, WWI-M 2–3/71, a.a.O., S. 64.Google Scholar
  111. 111).
    Vgl. die beiden Beiträge von Adam, Symmetrie, a.a.O., bes. S. 31, sowie ders.: Konzertierte Aktion. Konzeptionen, gesellschaftstheoretischer Hintergrund und Grenzen eines neuen Steuerungsinstruments; in: WWI-M 7/71, S. 201–208, hier bes. S. 207. Der Autor scheint sich selbst noch nicht ganz schlüssig zu sein, wie sein endgültiges Urteil nun ausfallensoll.Google Scholar
  112. 112).
    So Krause, Wolfgang: Verteilungsprobleme der Besteuerung Steuerlastverteilung: Ziel und Wirklichkeit; in: WWI-M 2–3/71, S. 48–60; Höhnen, Wilfried: Das Gutachten der Steuerreformkommission: Ein Beitrag zur gerechten Verteilung der Steuerlasten? In: GMH 7/71, S. 427–434, hier S. 429/430; Krause, Wolfgang: Steuerlastverteilung — Ziel und Wirklichkeit; in: GMH 7/71, S. 423–427, hier S. 425.Google Scholar
  113. 113).
    Diese Auffassung vertritt Katterle in seinen beiden bereits zitierten Beiträgen in WWI-M 2–3/71, a.a.O., S. 64, und GMH 10/71, a.a.O., S. 599.Google Scholar
  114. 114).
    Henschel, Einkommensverteilung, a.a.O., S. 715Google Scholar
  115. 115).
    Vgl. etwa die generelle Zustimmung zun Abbau der Leitwährungsrolle des US-Dollars und zur Erweiterung des sehr viel flexibleren Systems der Sonderziehungsrechte, die wörtlich so auch von Unternehmerseite hätte formuliert werden können, bei Pehl, Frühherbst, a.a.O., S. 634/635; Glastetter, Werner/Sinniert, Diethard B.: Zur währungspolitischen Diskussion in der BRD; in: GMH 12/71, S. 743–751, hier S. 751; sowie schließlich Köhler, Claus: Flexible Wechselkurse in der Bundesrepublik; Geldstromanalyse für das 2. Vierteljahr 1971; in: WWJ-M 8–9/71, S. 228–233, hier S. 233; und: Höhere Devisenzuflüsse mit geringerem Liquiditätseffekt. Geldstromanalyse für das 1. Vierteljahr 1971; in: WWI-M 6/71, S. 165–169, hier S. 169. Man hatte überhaupt nichts gegen die dominante außenwirtschaftliche Position der Bundesrepublik einzuwenden (was immer diese den Arbeiterklassen anderer Länder an Schaden zufügen mochte), aber man war höchst erzürnt über die “bekanntermaßen einseitigen verteilungspolitischen Konsequenzen (der Exportförderung, C.S.) auf Kosten der Arbeitnehmer”; Glastetter/Simmert, a.a.O., S. 744.Google Scholar
  116. 116).
    Vgl. dazu unten Abschnitte 5.1.2) und 5.2.1).Google Scholar
  117. 117).
    Vgl. Pehl, Günther: Der Volkswirtschaft steht ein hartes Jahr bevor. Zun Jahresgutachten 1971/72 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 1/72, S. 38–50, hier S. 48 und S. 50; ders.: Die Wirtschaft der Bundesrepublik zun Jahresbeginn 1972; in: GMH 2/72, S. 119–124, hier S. 119: Zwar bestehe “kein Anlaß, die Entwicklung zu dramatisieren”, aber wenn der Staat nicht unverzüglich auf “expansiven Kurs” gehe, sei im zweiten Halbjahr 1972 mit einer Rezession zu rechnen. “Es wäre jedoch falsch, zu warten, bis die Preisindices eine befriedigende Entwicklung anzeigen.” Siehe auch Hübl, Lothar: Grundsätzliche Überlegungen zu einer Strategie für die aktuelle Konjunkturpolitik; in: WSI-M 5/72, S. 127–131, hier S. 130/131, sowie Köhler, Claus: Gegensteuern wider Willen. Geldstrananalyse für das 1. Vierteljahr 1972; in: WSI-M 6/72, S. 161–165, hier S. I63.Google Scholar
  118. 118).
    Pehl, Günther: Die Wirtschaft der Bundesrepublik zum Frühherbst 1972; in: GMH 10/72, S. 652–658, hier S. 656. Bemerkenswerterweise ist dies das erste Mal seit langem, daß explizit eine bestimmte Partei genannt wird. Die Gewerkschaften bezogen sich in ihren Stellungnahmen ebenso wie die Unternehmer fast ausschließlich auf Staat und Regierung, was zun einen mit beider legitimatorischem Anspruch verknüpft war, nicht Interessen zu vertreten, sondern am Gemeinwohl bzw. zugunsten des Prinzips sozialer Gerechtigkeit zu wirken, zum anderen aber auch impliziter Ausdruck des Unwillens war, die Parteien als ‘Pförtner zur Staatsgewalt’ ausdrücklich anzuerkennen und anzusprechen.Google Scholar
  119. 119).
    Peni, Volkswirtschaft, a.a.O., S. 48: Pehl kritisiert, daß der SVR “die sozialen und gesellschaftspolitischen Probleme einer ungleichen Einkommensentwicklung und -Verteilung unterbewertetet… Dabei geht es hier um eine Existenzfrage der marktwirtschaftlichen — man kann auch sagen: unserer demokratischen — Ordnung”.Google Scholar
  120. 120).
    Vgl. Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1971; in: WSI-M 6/72, S. 183–191, hier bes. S. 186: Nach der Freigabe der Wechselkurse hätten die Gewerkschaften Rücksicht auf die neuen Gegebenheiten genommen; sowie ebenda, S. 190: Die damit verbundene binnenwirtschaftliche Abflachung der Konjunktur, besonders in den exportabhängigen Branchen, sei “nicht ohne Einfluß” auf die Tarifverhandlungen geblieben. Vgl. auch Pehl, Jahresbeginn, a.a.O., S. 121: “Diese Tarifabschlüsse beweisen emeut, wie sehr sich die Gewerkschaften für das Gemeinwohl verantwortlich fühlen.”Google Scholar
  121. 121).
    Pehl, Volkswirtschaft, a.a.O., S. 50.Google Scholar
  122. 122).
    Vgl. zur Befürwortung einer an konjunkturellen Frühindikatoren wie z.B. dem Auftragseingang orientierten angebotssteuernden Politik neben der traditionellen Nachfrageregulierung keynesianischen Musters Pehl, Frühherbst, a.a.O., S. 656, sowie Hübl, Überlegungen, a.a.O., S. 129/130 und S. 131: “In einer gleichmäßigen ökonanischen Entwicklung können dann die in der konjunkturellen Strategie ausgeklammerten Probleme der Einkommens- und Vermögensverteilung unter rationalen (!) Gesichtspunkten angegangen werden und missen nicht laufend den konjunkturellen Zufällen untergeordnet werden.”Google Scholar
  123. 123).
    Simmert, Diethard B.: Zur Diskussion um die Stabilisierungspolitik in der BRD; in: GMH 12/72, S. 777–789, hier S. 787/788: Die Konsequenz der Friedman’schen Geldmengenregel besage: “Gewerkschaften, die auf Sicherung der Vollbeschäftigung bedacht sind, müssen daher auf verteilungspolitische Ziele verzichten; jeder Versuch, mit der Lohnpolitik die Einkommensverteilung zu korrigieren, führt zwangsläufig zu Arbeitslosigkeit.”Google Scholar
  124. 124).
    Ebenda, S. 789Google Scholar
  125. 125).
    Henschel, Rudolf: Autonome Einkommenspolitik und Wirtschaftsplanung; in: GMH 12/72, S. 764–777, hier S. 775.Google Scholar
  126. 126).
    Glastetter, Werner: Einige Bemerkungen zu einer langfristigen Konzeption der Wirtschaftsund Gesellschaftspolitik; in: GMH 6/72, S. 348–358, hier S. 357.Google Scholar
  127. 127).
    Himnelmann, Gerhard: Tarifverhandlungen und Lchnfindung — Ansätze zu einer politischen Ökonomie der Lchnfindung; in: GMH 8/72, S. 473–484, hier S. 475.Google Scholar
  128. 128).
    Ebenda, S. 481Google Scholar
  129. 129).
    Ebenda, S. 483Google Scholar
  130. 130).
    Ebenda, S. 483, Hervorh.d.Verf.Google Scholar
  131. 131).
    Was die Unternehmer betrifft, bedarf diese These wohl keiner Erläuterung. Hinsichtlich der SPD liegt das Problem etwas komplizierter: Wie noch zu zeigen sein wird, gab es auch in dieser Partei Strömungen, die in die gleiche Richtung der Ausweitung staatlicher Interventionsmöglichkeiten zielten. Doch zum einen können die Bemühungen einer Partei, ihren Aktionsradius im Staatsapparat zu vergrößern, nicht umstandslos mit Zielen in eins gesetzt werden, die ein Verband mit einer derartigen Reform für sich selbst verbindet. Zum anderen hätte die Aufforderung der Gewerkschaften an die regierende SPD, den Konflikt mit den Unternehmern zu suchen, die Partei an der Regierung in schwere Probleme gestürzt.Google Scholar
  132. 132).
    Vgl. Köhler, Claus: Start zur Europäischen Währungsunion. Geldstrcmanalyse für das 2. Halbjahr 1972; in: WSI-M 9/72, S. 276–281, hier S. 276–281; ders.: Ein erster Schritt zur Neuordnung des internationalen Währungssystems. Geldstrananalyse für das zweite Halbjahr 1971; in: WSI-M 2–3/72, S. 54–60, hier S. 54–60; Pehl, Frühherbst, a.a.O., S. 657; ders., Jahresbeginn, a.a.O., S. 122: Pehl lobt hier das Realignment van Dezember 1971: “Diese Verbesserung unserer Exportsituation wirkt konjunkturstablisierend.”Google Scholar
  133. 133).
    An dieser Stelle kommen erneut strukturpolitische Fragen ins Spiel, die aufgrund ihrer branchenspezifischen Ausprägung für die hier interessierenden Aspekte von großer Bedeutung wären, aber — wie erwähnt — hier leider nicht ausführlich behandelt werden können, Daher seien als Beleg für diese These nur einige wenige Indikatoren an dieser Stelle genannt: Die Beschäftigtenzahlen im Bergbau waren 1960 (ohne Saarland und Westberlin) um 0,4% niedriger als 1950; 1970 betrug diese Differenz (einschließlich Saarland und Westberlin) gegenüber 1960 – 6,6%; Osterland u.a., a.a.O., Tabellenanhang, Tab. 11 und 12. In der Nahrungs- und Genußmittelindustrie lauten die entsprechenden Zahlen + 3,4%, + 0,2%; ebenda. Die jährliche durchschnittliche Veränderung der Kapitalproduktivität (berechnet als Produktionsvolumen je Einheit des realen Bruttoanlagevermögens) lag zwischen 1953 und 1967 für die Gesamtindustrie bei + 1,2%, zwischen 1953 und 1960 bei + 0,0% und zwischen 1960 und 1967 bei — 2,5%; Sass, a.a.O., Tabellenanhang, Tab. A-29. Für die Eisen- und Stahlindustrie lauten diese Zahlen — 3,7%, — 2,4%, — 5,1%; für die Textilindustrie -2,1%, -1,2%, — 3,2%; für die Bekleidungsindustrie — 4,1%, — 5,5%, — 3,4%; ebenda. Daraus wird sowohl die gesamtindustriell fallende Tendenz der Kapitalproduktivität deutlich als auch der überadurchschnittliche Rückgang in den genannten Branchen, wenngleich ein einzelner Indikator selbstverständlich zu wenig für die Identifikation einer Strukturkrise ist. Vgl. zu diesen Fragen insgesamt die zitierte Arbeit von Sass, a.a.O.Google Scholar
  134. 134).
    Pehl, Günther. Die Wirtschaft der Bundesrepublik im Frühjahr 1972; in: GMH 6/72, S. 389–394, hier S. 393.Google Scholar
  135. 135).
    Hübl, Überlegungen, a.a.O., S. 129; vgl. auch die im Grunde sehr milde Kritik an juristischen Einschränkungen des Streikrechts durch das Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 21.4.1971 anläßlich des Croupier-Streiks im Casino von Bad Neuenahr bei Schwegler, Lorenz: Streikrecht und Rechtsprechung. Zum politischen Charakter des sogenannten Arbeitskampfrechts nach dem Beschluß des Großen Senats des BAG vom 21.4.1971; in: GMH 5/72, S. 299–309, hier S. 303 und S. 307–309. Es blieb wieder nur bei der Forderung: “Das parlamentarische Gesetz” müsse derartige Einengungen abbauen; ebenda, S. 309. Kein Gedanke daran wurde formuliert, in welchem problematischen Zusammenhang diese Verrechtlichung des Arbeitskampfes und eine eventuelle Rückbesinnung auf autonome tarifpolitische Aktionen stehen könntea Derartige Überlegungen standen eben noch ganz am Anfang.Google Scholar
  136. 136).
    Köhler, Claus: Scharfe kreditpolitische Eingriffe. Geldstrananalyse für das 2. Halbjahr 1972; in: WSI-M 3/73, S. 82–87, hier S. 82.Google Scholar
  137. 137).
    Pehl, Günther: Die Wirtschaft der Bundesrepublik in der Jahresmitte 1973; in: GMH 8/73, S. 507–513, hier S. 509.Google Scholar
  138. 138).
    Piecha, Manfred: Die Tarifbewegungen im 1. Halbjahr 1973. Vorläufige Ergebnisse; in: WSI-M 9/73, S. 361–365, hier S. 363;Google Scholar
  139. 138a).
    vgl. ebenso Müller, Alfred: Die Tarifbewegungen 1972; in: WSI-M 6/73, S. 246–251, hier S. 251.Google Scholar
  140. 139).
    Vgl. Pehl, Jahresmitte, a.a.O., S. 511/512; Köhler, Claus: Massive Restriktionspolitik. Geldstromanalyse für das 2. Vierteljahr 1973; in: WSI-M 9/73, S. 337–342, hier S. 341/342; sowie ders.: Kreditpolitik 19735 Dilemma und Auswege Geldstromanalyse für das 1. Vierteljahr 1973; in: WSI-M 6/73, S. 239–245, hier S. 245.Google Scholar
  141. 140).
    Er “kann als Resultat eines Konsenses der bestehenden wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Interessengruppen angesehen werden.” “Die Theorie und Praxis der Wirtschaftspolitik ignoriert damit die Existenz und die Notwendigkeit einer Analyse der herrschenden wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Interessen und Ziele und klammert deren Beziehung zueinander aus.” Feuerstack, Rainer: Der gesamtwirtschaftliche Zielkonflikt zwischen Vollbeschäftigung der Arbeitskräfte und Stabilität des Preisniveaus. Zur wirtschaftspolitischen Relevanz von Philipps-Kurven; in: WSI-M 7/73, S. 279–283, hier S. 279. Ebenda, S. 282: “Ihre (der Tarifpartner, C.S.) konsequente Ausrichtung auf eine gleichzeitige Erfüllung des Preisstabilitäts- und Vollbeschäftigungsziels ist daher unter Vernachlässigung verteilungspolitisch motivierter Einkommensansprüche ohne gegenseitige Einbußen gegenwärtig nicht möglich.”Google Scholar
  142. 141).
    Seitenzahl, Rolf: Einige Bemerkungen über die mögliche zukünftige Rolle gewerkschaftlicher Tariflohnpolitik; in: WSI-M 10/73, S. 379–387, hier S. 380: “Die von den Gewerkschaften festgestellte Gefahr der Aushöhlung der Tarifhoheit vollzog sich im System der wirtschaftlichen Globalsteuerung.”Google Scholar
  143. 142).
    Henschel, Rudolf: Kritik an gewerkschaftlichen Verteilungsvorstellungen; in: GMH 9/73, S. 535–542, hier S. 536/537: Die Gewerkschaften strebten die “umfassende Erhöhung des Wohlstandes der Arbeitnehmer” an, wozu eben das Kennzeichen des “Wohlstandsniveau(s) der Arbeitnehmer im Verhältnis zum Niveau anderer Gruppen und Personen” gehöre. Beabsichtigt war erstens, daß die Nicht-Löhne nicht stärker steigen als die Löhne; zweitens, daß die Steigerungsvorsprünge der anderen Gruppen von den Lohnabhängigen von diesen aufgeholt werden sollten; und drittens, daß langfristig die Arbeitnehmereinkommen stärker als die der Unternehmer steigen sollten; allerdings mit der charakteristischen Einschränkung, “so lange sich daraus für die Allgemeinheit keine Nachteile im Sinne der zuvor genannten Wohlstandskriterien ergeben.” Ebenda, S. 539.Google Scholar
  144. 143).
    Pehl, Jahresmitte, a.a.O., S. 513: Es sei ein “Ärgernis”, daß im Aufschwung des Jahres 1973 die Gewinne wieder stärker als die Löhne stiegen: ’Kommt es nicht zu korrigierenden tarifpolitischen Lösungen, muß für den Herbst mit schweren sozialen Konflikten gerechnet werden.” Es ist allerdings erstaunlich, daß sich in den Stellungnahmen des Jahres 1973 kein einziger Kommentar zu der zweiten großen Welle spontaner Streiks findet.Google Scholar
  145. 144).
    Zur Verrechtlichung der Tarifpolitik schreibt Müller, Alfred: Grundlagen und Entwicklungstendenzen von Koalitionsfreiheit und Tarifautonomie; in: GMH 9/73, S. 542–552, hier S. 544: “Allerdings sind die wegen ihrer ‘Gesetzesgläubikeit’ häufig geziehenen deutschen Gewerkschaften an einer solchen Entwicklung nicht ganz unschuldig, haben sie doch nicht selten gesetzliche Regelungen für Fragen gefordert, die tarifvertraglichen Vereinbarungen vorbehalten sind… Es wird daher ständige Aufgabe der Gewerkschaften sein müssen, dem Tarifvertrag, der ‘heute wichtigsten Form’ einer echten paritätischen Mitbestimmung, bei der Regelung der Arbeitsbedingungen einen unabdingbaren Vorrang vor dem Gesetz zu sichern.”Google Scholar
  146. 145).
    Vgl. ebenda, S. 544 und S. 552; sowie auch den Beitrag von Kittner, Michael: Parität im Arbeitskampf? Überlegungen zur Forderung nach dem Verbot der Aussperrung; in: GMH 2/73, S. 91–104; siehe dazu auch Seitenzahl, Bemerkungen, a.a.O., S. 387: ’Eine weitere Verfestigung des zentralen, derzeit noch übermächtigen Stellenwerts tariflicher Lohnpolitik würde tatsächlich die Festigung des Status quo und letztendlich auch die Zukunftslosigkeit der Gewerkschaften schlechthin bedeuten.”Google Scholar
  147. 146).
    Kittner stellt fest, daß “Qualität-des-Lebens-Forderungen” “derzeit nur geringe Mobilisierungsresonanz bei den Gewerkschaftsmitgliedern” fänden; Kittner, Michael: Ökonomische, rechtliche und strategische Aspekte gewerkschaftlicher Lohnpolitik; in: GMH 7/73, S. 400–412, hier S. 404. “Bei den übrigen in der Regel an den Staat gerichteten Forderungen wird diese Wirkung verstärkt durch die Zurückhaltung der Gewerkschaften, was Mobilisierungskampagnen gegenüber dem parlamentarischen Gesetzgeber anbelangt. Demgegenüber ist die gewerkschaftliche Lohnpolitik nach wie vor der stärkste Mobilisierungsfaktor im Bewußtsein der Mitglieder”; ebenda, S. 404.Google Scholar
  148. 147).
    Zum Problem der Notwendigkeit einer betriebsorientierten Tarifpolitik zur Durchsetzung neuer Ziel Vorstellungen und dem dann unvermeidlichen Konflikt mit den zentral istischen Orgganisationsstrukturen der Gewerkschaften vgl. Seitenzahl, Bemerkungen, a.a.O., S. 383. Siehe ähnlich auch Müller, Grundlagen, a.a.O., S. 549, der implizit das Problem des möglichen Verlustes an gewerkschaftlicher Aggregationsfähigkeit bei einer zu sehr systematisch-betrieblich aufgegliederten Tarifpolitik anspricht. Er als einziger thematisiert ganz kurz den zu erwartenden Widerstand der Arbeitgeber, die möglichst zentrale Tarif verhandlungen anstrebten; ebenda, S. 549.Google Scholar
  149. 148).
    Zur These von der Überbeschäftigung; in: WSI-M 9/73, S. 326–328, hier S. 327: Die Beschäftigung der sozialpolitisch eher anspruchslosen Ausländer führe dazu, “daß die Betriebe keine weiteren Anstrengungen unternehmen müssen, die inländische Arbeitsreserve zu beschäftigen.”Google Scholar
  150. 149).
    Vgl. ebenda, S. 326–328; der Beitrag kommt zu dem Ergebnis, ein globales Vorgehen gegen die Arbeitslosigkeit könne nicht mehr von großem Nutzen sein; ebenda, S. 328.Google Scholar
  151. 150).
    Kittner, Parität, a.a.O., S. 102Google Scholar
  152. 151).
    Pehl, Günther: Zeitgemäße Konzeption zur Preisstabilisierung fehlt noch. Zum Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 2/73, S. 73–82, hier S. 82: Noch fehle eine Konzeption, “die überzeugend eine relative Stabilität des Preisniveaus verspricht unter den Bedingungen unserer gesellschaftlichen Anprüche und Gegebenheiten, wozu vor allem gehören: Vollbeschäftigung, wachsende Wirtschaft (keine Preisrückgänge durch Rezessionen und Wirtschaftskrisen), Verteilungsgerechtigkeit, Tarifautonomie und Autonomie in der Preisgestaltung, Martkwirschaft, wo immer sie sinnvoll ist, Stabilität der Demokratie (keine Arbeitslosigkeit, keine zu großen sozialen Spannungen, keine staatlichen Eingriffe in die Tarifautonomie), auf gesellschaftliche Reformen ausgerichtete Haushalte und freie außenwirtschaftliche Beziehungen (Freizügigkeit des Handels und Kapital Verkehrs, mulitnationale Unternehmen und Konzerne).” In der Tat — noch fehlte der Stein der Weisen!Google Scholar
  153. 152).
    Vgl. implizit Köhler, Restriktionspolitik, a.a.O., S. 341; sowie deutlicher Feuerstack, Zielkonflikt, a.a.O., S. 283.Google Scholar
  154. 153).
    Glastetter, Werner: Zur geldpolitischen Diskussion. Einige Überlegungen aus der Sicht der ziel- und ordnungspolitischen Gesamtbedingungen; in: WSI-M 7/73, S. 271–279, hier S. 272–277, zur Kritik des Monetarismus. Aus den bis jetzt aufgeführten Zitaten zur Einschätzung des Staates geht hervor, daß man implizit nach wie vor an der Vorstellung festhielt, den Staat für die eigenen Ziele in Anspruch nehmen zu können. Allerdings wurde auch dieses Verhältnis ein ganzes Stück entmystifiziert, wenn etwa Kittner schreibt, die von der SPD geführte Regierung könne es sich aus Gründen der Erhaltung ihrer eigenen Massenbasis nicht leisten, rein kapitalorientierte Rechtsregelungen der Tarifpolitik durchzusetzen; Kittner, Aspekte, a.a.O., S. 411/412. Dies ist fast die einzige Stellungnahme der Gewerkschaften während des gesamten Untersuchungszeitraumes, in der explizit diskutiert wird, was es für die eigene Politik bedeutete, daß eine ganz bestimmte Partei — die Sozialdemokratie — die Bundesregierung entscheidend bestimmte.Google Scholar

4.3) Das Ende: Der Absturz in die Krise 1974 – 1976

  1. 1).
    LiZ 78, a.a.O., S. 42, Tab. 3.2 das Bruttosozialprodukt in Preisen von 1970 wuchs 1974 noch um 0,4% und ging 1975 um 1,9% zurück. Für 1976 wurde dann wieder eine Zunahme um immerhin 5,3% erreicht; LiZ ‘80, a.a.O., S. 34, Tab. 3.2.Google Scholar
  2. 2).
    Der Preisindex für die private Lebenshaltung stieg 1974 um 6,9%, 1975 um 4,6%; LiZ 78, a.a.O., S. 26, Tab. 2.33. Daß dies nur die Spitze eines Eisberges war, zeigen folgende Zahlen: Die Industriepreise stiegen 1974 um 13,4% und 1975 um 4,7%, 1976 um 3,9%; Institut der deutschen Wirtschaft (Hg): Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland. Ausgabe 1979, Köln 1979, Tab. 59, eigene Berechnung Die Grundstoffpreise entwickelten sich wie folgt: 1974 + 23,5%, 1975 – 0,9%, 1976 + 4,0%; ebenda. Die Preise für Investitionsgüter lagen 1974 um 9,3% höher als im Vorjahr, 1975 waren es noch 7,3%, 1976 dann nurmehr 3,4%; ebenda.Google Scholar
  3. 3).
    LiZ 78, a.a.O., S. 16, Tah. 1.26: Die Arbeitslosenzahlen (Arbeitslosenquote) entwickelten sich folgendermaßen: 1974 582.500 (2,6%), 1975 1.074.200 (4,7%), 1976 1.060.300 (4,6%). Dabei nahm langfristig auch die Dauer der Arbeitslosigkeit zu: Während im September 1973 3,1% der arbeitslosen Männer zwei Jahre und länger ohne Beschäftigung waren, fiel dieser Prozentsatz bis zum September 1974 zunächst auf 1,8%, im September 1975 lag er bei 1,7%, um dann bis zum Mai 1976 auf 4,4%, im September 1976 sogar auf 6,3% hinaufzuschnellen. Quellen: Bundesanstalt für Arbeit (Hg): Die Arbeitslosen Ende September 1973 nach ausgewählten persönlichen Merkmalen; in: Amtliche Nachrichten der Bundesanstalt für Arbeit (ANBA), Nr. 2/74, S. 111–115, hier S. 115; dies.: Strukturanalyse der Arbeitslosen. Ergebnisse der Sonderuntersuchung von Ende September 1974; in: ANBA 1/75, S. 16–85, hier S. 28; dies.: Strukturanalyse der Arbeitslosea Ergebnisse der Sonderuntersuchung von Ende September 1975; in: ANBA Nr. 1/76, S. 1–132, hier S. 75; dies.: Strukturanalyse der Arbeitslosen von Ende Mai 1976. Sonderdruck aus: ANBA, Nr. 9/76, vom 29. September 1976, S. 895–1001, hier S. 907; dies.: Strukturanalyse der Arbeitslosen und der offenen Stellen. Vorläufige Ergebnisse der Sonderuntersuchung von Ende September 1976. Nürnberg 1976 (Masch. Schr. vervielf.), Übers. 5. Ebenso stiegen die Arbeitslosenzahlen bei bestimmten Problemgruppen besonders hoch und anhaltend, von denen hier ältere Arbeitnehmer und Ausländer im einzelnen genannt werden sollen. Ende Mai 1976 waren 24,1% mehr Deutsche in der Altersgruppe 55 bis unter 60 Jahre ohne Arbeit als zum gleichen Vorjahreszeitpunkt; ANBA 9/76, a.a.O., S. 905, Tah. 14. Die Anteile der arbeitslosen Ausländer gerade in den am leichtesten zu vermittelnden Altersklassen lagen Ende Mai 1976 deutlich über denen der gleichaltrigen Deutschen: Auf die 25- bis unter 30jährigen entfielen bei den Ausländern 20,8%, gegenüber 14,8% bei den Deutschen; für die 30- bis unter 35jährigen lauten die Zahlen 16,9% gegenüber 10,4%; für die 35- bis unter 40jährigen schließlich 15,3% gegenüber 10,9%; ANBA 9/76, a.a.O., S. 905, Tah. 14. Mit anderen Worten: Von den deutschen Lohnabhängigen fanden die älteren Arbeitslosen umso weniger noch eine neue Stelle, je länger die Arbeitslosigkeit insgesamt anhielt; bei den Ausländern wurden bei zunehmender Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt gerade die auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit stehenden 25- bis 40jährigen in die Arbeitslosigkeit abgedrängt.Google Scholar
  4. 4).
    Der Anteil der Ausfuhr am Bruttosozialprodukt, der 1973 noch bei 19,4% gelegen hatte, stieg 1974 auf 23,4%, fiel dann wieder auf 21,4% (1975), um 1976 erneut auf 22,8% zu steigen; LiZ ’80, a.a.O., S. 63, Tah. 5.22. Der Ausfuhrüberschuß dagegen stieg von 33,0 Mrd. DM (1973) auf volle 50,8 Mrd. DM (1974), um dann jedoch über 37,3 Mrd. DM (1975) auf 34,5 Mrd. DM (1976) zu fallen; ebenda, S. 63, Tab. 5.23.Google Scholar
  5. 5).
    Wellraann, Burkhard: Zuchtmeister der Nation; in: ag 12/26, 1974, S. 438Google Scholar
  6. 6).
    Husroann, Jürgen: Konjunkturpolitik: Die “Weisen” warnen; in: ag 1/26, 1974, S. 12Google Scholar
  7. 7).
    Eichler, Wolfgang: Im Stil der Macht; in: ag 3/26, 1974, S. 72Google Scholar
  8. 8).
    Ebenda, S. 72Google Scholar
  9. 9).
    Husmann, Jürgen: Lohnpolitik ohne Opfer; in: ag 10/26, 1974, S. 362Google Scholar
  10. 10).
    Ders.: Anspruchsinflation: Staatsfeind Nr. 1; in: ag 12/26, 1974, S. 461–463, hier S. 463.Google Scholar
  11. 11).
    Ders., Lohnpolitik, a.a.O., S. 362; vgl. ebenso ders., Anspruchsinflation, a.a.O., S. 463.Google Scholar
  12. 12).
    Vgl. Gruhler, Wolfram: Preiskontrolle: Prämie für Schlendrian; in: ag 8/26, 1974, S. 307Google Scholar
  13. 13).
    Wellmann, Zuchtmeister, a.a.O., S. 438Google Scholar
  14. 14).
    Ebenda, S. 438; vgl. ebenso Husmann, Lohnpolitik, a.a.O., S. 362.Google Scholar
  15. 15).
    Bretschneider, Joachim: Lohnpolitik: Niedrige Lohndrift! In: ag 1/26, 1974, S. 10/11, hier S. 10/11.Google Scholar
  16. 16).
    Vgl. van Lith, Ulrich: Inflation: Lohnfortzahlung u.a. Ursachen; in: ag 14/26, 1974, S. 524–525.Google Scholar
  17. 17).
    Kador, Fritz-Jürgen: Moderne Personalpolitik: Allwettertauglich; in: ag 6/26, 1974, S. 199.Google Scholar
  18. 18).
    Ebenda, S. 199; Kador weist den Vorwurf der Ausbeutung der unter dem Druck steigender Arbeitslosenzahlen stehenden Lohnabhängigen zurück: “Es kann nun keinem Unternehmer das Recht abgesprochen werden, in Phasen rückläufiger Konjunktur seinen Betrieb nach den Maßstäben strenger Wirtschaftlichkeit zu durchleuchten und unnötige Kosten anzubauen.”Google Scholar
  19. 19).
    Ebert, Reinhard: 1974: Das Jahr der Kurzarbeit; in: ag 15/26, 1974, S. 574–576, hier S. 574.Google Scholar
  20. 20).
    Ebenda, S. 574; allerdings diente sie auch noch einigen anderen Zwecken, die genauso deutlich angesprochen wurden, nämlich der “Umstellung auf neue Produkte, Erweiterung oder Einschränkung der Fertigung oder eine(r) betriebliche(n) Umorganisation, z.B. Automation…” Ebenda, S. 576. Vgl. auch ders.: Ausl. Arbeitnehmer: Keine Lückenbüßer; in: ag 5/26, 1974, S. 162–163, hier S. 162.Google Scholar
  21. 21).
    Ebenda, S. 163Google Scholar
  22. 22).
    Posth, Martin/Haßheider, R.: Auftragsmangel: Ist die Abfindung unsozial? In: ag 23/26, 1974, S. 992.Google Scholar
  23. 23).
    Eichler, Macht, a.a.O., S. 72Google Scholar
  24. 24).
    Heinrichsbauer, Jürgen: Linie ‘74; in: ag 16/26, 1974, S. 582Google Scholar
  25. 25).
    Ebenda, S. 582Google Scholar
  26. 26).
    Vgl. Tembrink, Heinz: Investitionen im Ausland: Vorreiter ist der Export; in: ag 6/26, 1974, S. 203–204, hier S. 203–204. Tembrink war — angesichts seiner Position nicht verwunderlich — für den BDI tätig.Google Scholar
  27. 27).
    Schleyer, Hanns-Martin: Grundgesetz (25): Ein guter Griff; in: ag 11/26, 1974, S. 402–408, hier S. 406.Google Scholar
  28. 28).
    Sweerts-Sporek, Peter: Konjunktur: Das Vertrauen fehlt; in: ag 15/26, 1974, S. 563–564, hier S. 564. Man beachte die Zuspitzung des Arguments auf die mittelständischen Teile der BDA-Basis!Google Scholar
  29. 29).
    Ebenda, S. 563Google Scholar
  30. 30).
    Erdmann, Ernst-Gerhard: Name zu Recht; in: ag 20/26, 1974, S. 759Google Scholar
  31. 31).
    BDA-JB 1974, S. 1Google Scholar
  32. 32).
    Knevels, Peter: Tarifpolitik: Aspekte zur Halbzeit 1975; in: ag 15–16/27, 1975, S. 592–594, hier S. 592.Google Scholar
  33. 33).
    Ebenda, S. 592Google Scholar
  34. 34).
    Vgl. BDA-JB 1975, S. 21/22 sowie Knevels, Tarifpolitik, a.a.O., S. 592. Daß darin auch eine mögliche Reaktion auf ein gewerkschaftliches Bemühen um einheitliche Vorgehensweisen verborgen sein könnte, belegt der BDA-JB 1974, a.a.O., S. 2, der erstmals erwähnt, die Differenzen zwischen den einzelnen Branchenabschlüssen hätten sich verringert. Vielleicht kann dies als ein Anzeichen für ein partielles Infragestellen des Branchenökonomismus seitens der Gewerkschaften gewertet werden.Google Scholar
  35. 35).
    Schleyer, Hanns-Martin: Löhne/Investitionen: Voller Inflationsausgleich unmöglich; in: ag 20/27, 1975, S. 808–809, hier S. 808; sowie BDA-JB 1975, a.a.O., S. 8; und schließlich Knevels, Tarifpolitik, a.a.O., S. 594.Google Scholar
  36. 36).
    Schleyer, Inflationsausgleich, a.a.O., S. 808; sowie BDA-JB 1975, a.a.O., S. 8Google Scholar
  37. 37).
    Vgl. Gruhler, Wolfram: Wachstum: Es will finanziert sein; in: ag 5/27, 1975, S. 146–148, hier S. 146–148Google Scholar
  38. 37a).
    sowie Brinkmann, Theodor: Wachstum: Der Spielraum wird enger; in: ag 7/27, 1975, S. 216–218, hier S. 216–218.Google Scholar
  39. 38).
    Schleyer, Inflationsausgleich, a.a.O., S. 808; vgl. ebenso Husmann, Jürgen: Lohnpolitik: Ziel Vollbeschäftigung; in: ag 24/27, 1975, S. 1085–1087, hier S. 1087: Die Lohnpolitik müsse ihr Hauptziel nunmehr darin sehen, “die Bedingungen für eine Zunahme des Arbeitsvolumens durch eine dauerhafte Intensivierung der unternehmerischen Investitionsfähigkeit zu verbessern.”Google Scholar
  40. 39).
    Vgl. Schleyer, Hanns-Martin: Stopp der Jugendarbeitslosigkeit. Vorschläge der Arbeitgeber; in: ag 3/27, 1975, S. 68–69, hier S. 68–69;Google Scholar
  41. 39a).
    Ebert, Reinhard: Arbeitsmarkt: Problem Jugendliche; in: ag 4/27, 1975, S. 105–106, hier S. 105–106;Google Scholar
  42. 39b).
    Weber, Rolf: Arbeitsförderungsgesetz: Eher noch größere Lasten; in ag 20/27, 1975, S. 834;Google Scholar
  43. 39c).
    Herbst, Karl-Wilhelm: Die Zeiten sind vorbei; in: ag 24/27, 1975, S. 1074.Google Scholar
  44. 40).
    Ebenda, S. 1074; ebenso Weber, Arbeitsförderungsgesetz, a.a.O., S. 834.Google Scholar
  45. 41).
    Schleyer, Jugendarbeitslosigkeit, a.a.O., S. 69Google Scholar
  46. 42).
    Herbst, Zeiten, a.a.O., S. 1074Google Scholar
  47. 43).
    Schleyer, Hanns-Martin: Wir werden es schaffen! In: ag 8/27, 1975, S. 254Google Scholar
  48. 44).
    Vgl. Husmann, Jürgen: Chance, wenn…; in: ag 4/27, 1975, S. 98; sowie Bretschneider, Joachim: DGB-Kritik an der Bundesbank; in: ag 10/27, 1975, S. 338; und BDA-JB 1975, a.a.O., S. 16.Google Scholar
  49. 45).
    Bretschneider, DGB-Kritik, a.a.O., S. 338. Dies ist die Umkehrung der früheren Kritik, die staatliche Vollbeschäftigungsgarantie habe den Gewerkschaften einen illegitimen Machtvorsprung verschafft;Google Scholar
  50. 45a).
    vgl. Husmann, Jürgen: Inflation: Verteilungspolitische Probleme; in: ag 23/27, 1975, S. 1013–1017, hier S. 1014.Google Scholar
  51. 46).
    Vgl. Ponto, Jürgen: Investitionen: Der Schlüssel zum Einbruch; in: ag 13/27, 1975, S. 523–524, hier S. 524; zur erforderlichen “Rücksicht” der Tarifpolitik auf die Exportverluste vgl. Beyfuß, Jörg: Außenhandel: Noch keine rosa Zeiten; in: ag 22/27, 1975, S. 993–995, hier S. 994; zum Legitimationsmuster ‘Exporte schaffen Arbeitsplätze’ siehe ders.: Außenhandel: Stabilisiert Beschäftigung; in: ag 10/27, 1975, S. 369–372, hier S. 369–371.Google Scholar
  52. 47).
    Wellmann, Burkhard: Stabilität ohne Dynamik; in: ag 18/27, 1975, S. 706Google Scholar
  53. 48).
    Hermani, Ulrich P.: Haushaltsdefizite: Kein wesentlicher Abbau in Sicht; in: ag 15–16/27, 1975, S. 624–627, hier S. 626/627.Google Scholar
  54. 49).
    Ebenda, S. 627Google Scholar
  55. 50).
    Wellmann, Stabilität, a.a.O., S. 706Google Scholar
  56. 51).
    Zur Kritik der Investitionslenkung vgl. Ponto, Investitionen, a.a.O., S. 253; zur Warnung vor der Ausweitung der Mitbestimmung siehe Gruhler, Wachstum, a.a.O., S. 148.Google Scholar
  57. 52).
    Ebenda, S. 148Google Scholar
  58. 53).
    Wellmann, Stabilität, a.a.O., S. 706Google Scholar
  59. 54).
    Ebenda, S. 706Google Scholar
  60. 55).
    Schleyer, Hanns-Martin: Die Rolle der Gewerkschaften. Aus der Sicht der Unternehmer; in: ag 18/28, 1976, S. 740–744, hier S. 740.Google Scholar
  61. 56).
    Brinkmann, Theodor: Investiticnsflaute: Bremse für die Produktivität; in: ag 2/28, 1976, S. 85–87, hier S. 85.Google Scholar
  62. 57).
    Vgl. Husmann, Jürgen: DGB: Augerwischerei; in: ag 5/28, 1976, S. 170; Brinkmann, Investitionsflaute, a.a.O., S. 85/86.Google Scholar
  63. 58).
    Ders.: Unternehmenserträge 1974: Drastischer Gewinneinbruch; in: ag 4/28, 1976, S. 143–144, hier S. 144.Google Scholar
  64. 59).
    Vgl. ders.: Der Gewinn: Das unbekannte Wesen; in: ag 8/28, 1976, S. 321–323, hier S. 312–321.Google Scholar
  65. 60).
    Ebenda, S. 323Google Scholar
  66. 61).
    Bretschneider, Joachim: Konjunktur: Weitere Gewinnerholung notwendig, in: ag 21/28, 1976, S. 874–876, hier S. 874.Google Scholar
  67. 62).
    Ebenda, S. 874Google Scholar
  68. 63).
    Vgl. Pückler, Botho Graf: Brutto-Anlagevermögen: Überaltert; in: ag 14/28, 1976, S. 624/625, hier S. 624/625;Google Scholar
  69. 63a).
    Gruhler, Wolfram: Eigenkapital: Gefährlich geschrumpft; in: ag 10/28, 1976, S. 430; sowie Brinkmann, Unternehmenserträge, a.a.O., S. 143/144.Google Scholar
  70. 64).
    Wellmann, Burkhard: Kein Grund zum Defaitismus; in: ag 5/28, 1976, S. 134Google Scholar
  71. 65).
    Gruhler, Wolfram: Klein- und Mittelbetriebe: Wichtig: Ausreichende Netto-Rendite; in: ag 19/28, 1976, S. 810Google Scholar
  72. 66).
    Schleyer, Hanns-Martin: Verbandspolitik: Auch Dienst am Staat; in: ag 3/28, 1976, S. 98–99, hier S. 98Google Scholar
  73. 67).
    Husmann, Augenwischerei, a.a.O., S. 170Google Scholar
  74. 68).
    Bretschneider, Konjunktur, a.a.O., S. 874Google Scholar
  75. 69).
    Schleyer, Rolle, a.a.O., S. 740 und S. 744Google Scholar
  76. 70).
    Ders., Verbandspolitik, a.a.O., S. 99Google Scholar
  77. 71).
    Bretschneider, Konjunktur, a.a.O., S. 874Google Scholar
  78. 72).
    Vgl. Arm 67) und 68); zur Steuerentlastung vgl. Brinkmann, Theodor/Hof, Bernd: Investitionen: Keine Arbeitsplatz-Verruchter; in: ag 7/28, 1976, S. 296–299, hier S. 296.Google Scholar
  79. 73).
    Vgl. Ebert, Reinhard: Arbeitsplatzstruktur: Investitionsflaute erschwert Wandel; in: ag 3/28, 1976, S. 113–114, hier S. 114, der von der notwendigen Aufgabe der “Eigenzielsetzung der Bildungspolitik” spricht. Siehe auch Klause, Dieter: Weiterbildung für Arbeitslose: Nur bedingt erfolgreich; in: ag 14/28, 1976, S. 626–630, hier S. 628/630, der eine Aufstiegsförderung nur dort als gerechtfertigt ansieht, “wo ein persönliches Qualifikationsinteresse mit einem entsprechenden betrieblichen Bedarf, d.h. mit einer gesicherten beruflichen Verwertbarkeit der höheren Qualifikation zur Deckung gebracht werden kann.” In die gleiche Richtung argumetiert auch Herbst, Karl-Wilhelm: Beschäftigungspolitik: Jeder ein Facharbeiter? In: ag 3/28, 1976, S. 110.Google Scholar
  80. 74).
    Lücking, Karl: Arbeitslose: Eingliederungsbeihilfe an Unternehmer; in: ag 20/28, 1976, S. 848–849, hier S. 848/849.Google Scholar
  81. 75).
    Vgl. den Beitrag von Weegemann, Ingeborg: Jugendarbeitslosigkeit: Nach der Schule auf die Straße? In: ag 3/28, 1976, S. 115–116.Google Scholar
  82. 76).
    Beispielsweise bei Gutsch, Hans W. Freistellungen: Wichtig: Mitarbeiter informieren! In: ag 1/28, 1976, S. 33–34, hier S. 34: “Es kommt darauf an, bei den Mitarbeitern besonders Verständnis für Flexibilität zu wecken, denn Überstunden und Kurzarbeit werden in Zukunft nahe beieinanderliegen.”Google Scholar
  83. 77).
    Weber, Rolf: Arbeitslose… und doch keine Arbeitskräfte; in: ag 18/28, 1976, S. 745–746, hier S. 746: Die Tatsache, daß infolge von Betriebsstillegungen arbeitslos gewordene Arbeitnehmer leichter vermittelbar seien als entlassene Lohnabhängige verweise darauf, “daß sich ein Teil der Arbeitslosen aus solchen Arbeitnehmern rekrutiert, die wegen ihres negativen Leistungsverhaltens von der Entlassung betroffen wurden.”Google Scholar
  84. 78).
    Vgl. Mager, Ernst-Günther: Aussperrung: Die Fakten; in: ag 11/28, 1976, S. 499–450, hier S. 449, der feststellt, die Aussperrung dürfe nicht verboten werden: “Die verfassungsrechtliche Garantie der Teilhabe auch der Arbeitgeber an der Tarifautonomie erfordert dieses Kampfmittel.” Daß allerdings im Gegensatz zu den Gewerkschaften, die überhaupt erst durch ihren Zusammenschluß und das Streikrecht ein lohnabhängiges Widerstandspotential schaffen können, Arbeitgeber/Unternehmer per se autonome Wirtschaftssubjekte sind, wird hier selbstverständlich nicht erwähnt. Der Beitrag von Khevels, Peter: Tarifpolitik: Problem: Maßregelung3klauseln; in: ag 9/28, 1976, S. 350, dokumentiert das Bemühen um die innere Geschlossenheit der Arbeitgeber gegenüber den Gewerkschaften. Khevels kritisiert den Abschluß des Tarifvertrages, in dem die IG Metall sogenannte Maßregelungsklauseln durchsetzen konnte, d.h., die Sicherung spontan Streikender vor nachträglichen Sanktionen. Nach Knevels’ Auffassung führt die Zulassung derartiger Klauseln zu einer “Aufwreichung von Arbeitgeber-Positionen in Tarifverhandlungen”; sie sei infolge der dadurch bewirkten ‘Minderung des Solidaritätsbewußtseins auf Arbeitgeberseite” abzulehnen. Ebenda, S. 350.Google Scholar
  85. 79).
    Himmelreich, Fritz-Heinz: Probleme der Arbeitslosigkeit; in: ag 18/28, 1976, S. 730/731, hier S. 730; und Weber, Rolf: Ausländerbeschäftigung: Realistische Konzeption gesucht; in: ag 3/28, 1976, S. 123–124, hier S. 123.Google Scholar
  86. 80).
    Bretschneider, Joachim: Frühjahrsgutachten: Verteilungskampf vermeiden; in: ag 9/28, 1976, S. 362Google Scholar
  87. 81).
    Schleyer, Hanns-Martin: Neuer Stil; in: ag 2/28, 1976, S. 51Google Scholar
  88. 82).
    Wellmann, Burkhard: Walter-Raymond-Stiftung: Kolloquium: Stabilität hat Vorrang; in: ag 21/28, 1976, S. 877–880, hier S. 877Google Scholar
  89. 83).
    Wellmann, Burghard: Dienstleistungsgesellschaft: Der Traum des Fourastie; in: ag 8/28, 1976, S. 324–326.Google Scholar
  90. 84).
    Hermani, Ulrich P.: Privatisierung: Finanznot zwingt zur Einsicht; in: ag 3/28, 1976, S. 128–130Google Scholar
  91. 85).
    Brinkmann, Investitionsflaute, a.a.O., S. 87Google Scholar
  92. 86).
    Husmann, Augenwischerei, a.a.O., S. 170Google Scholar
  93. 87).
    Vgl. dazu das folgende KapitelGoogle Scholar
  94. 88).
    Dieser Indikator ist am wenigsten aussagefähig, da er keine Beschäftigungsstrukturbereinigung aufweist und demzufolge der lohnabhängige Anteil am Volkseinkommen zu hoch angesetzt erscheint.Google Scholar
  95. 89).
    Quelle: LiZ 74, a.a.O., S. 19, Tab. 2.12, für die Jahre zwischen 1966 und 1970; LiZ 78, a.a.O., S. 19, Tab. 2.12, für die Jahre von 1971 bis 1975; und LiZ ’80, a.a.O., S. 14, Tab. 2.12, für die Zeit von 1976 bis 1980, 1978 bis 1980 = vorläufige Zahlen. Leider lagen der Verfasserin zum Zeitpunkt des Abschlusses der Arbeit keine Zahlen für 1981 und 1982 vor; da in diesen Jahren jedoch ein erneuter tiefer Absturz in die Krise erfolgte, ist jedenfalls nicht mit einem weiteren Anstieg der Lohnquote zu rechnen. Zum Erfolg der Bremserpolitik auf der staatlichen Ebene siehe das nächste Kapitel.Google Scholar
  96. 90).
  97. 91).
    Vgl. Pehl, Günther: Überholtes Konzept — politisch unbrauchbarer Rat. Zu den Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung; in: GMH 2/74, S. 73–83, hier S. 77/78; Köhler, Claus: Kreditpolitik gerät in das Schlepptau der Banken. Geldstrananalyse Frühjahr 1974; in: WSI-M 6/74, S. 207–213, hier S. 207 und S. 212; Pohl, Rüdiger: Für mehr Liquidität bei den Banken, Geldstrananalyse für den Sommer und Herbst 1974; in: WSI-M 12/74, S. 462–471, hier S. 462/463 und S. 468; und schließlich Pehl, Günther. Ohne staatliche Hilfe keine Konjunkturwende; in: GMH 12/74, S. 733–743.Google Scholar
  98. 92).
    Piecha, Manfred: Die Tarifbewegungen im Jahre 1973; in: WSI-M 3/74, S. 88–95, hier S. 89Google Scholar
  99. 93).
    Ders.: Tarifbewegungen im 1. Halbjahr 1974. Vorläufige Ergebnisse; in: WSI-M 9/74, S. 349–353, hier S. 349Google Scholar
  100. 94).
    Vgl. etwa Pehl, Konzept, a.a.O., S. 81, sowie ders., Hilfe, a.a.O., S. 740.Google Scholar
  101. 95).
    Das Scheitern einer technokratischen Konzeption. Zur Krise der Konjunkturpolitik; in: WSI-M 6/74, S. 194–198, hier S. 197; vgl. auch Piecha, Tarifbewegungen 1973, a.a.O., S. 91/92: “Die ungünstige Reallohnentwicklung bildete zweifellos den Hintergrund für die spontanen Streiks…” Und: “So verständlich die spontanen Aktionen der Belegschaften auch aus gewerkschaftlicher Sicht waren, so wenig konnten sie aber von den Gewerkschaften aus tarifrechtlichen und gewerkschaftspolitischen Gründen unterstützt werden.”Google Scholar
  102. 96).
    Scheitern, a.a.O., S. 197Google Scholar
  103. 97).
    Im Gegenteil weist Pehl im Februar 1974 erfreut darauf hin, daß die Bundesrepublik international mit 1% die niedrigste Arbeitslosenquote aufwies; Pehl, Konzept, a.a.O., S. 79.Google Scholar
  104. 98).
    Vgl. Bundesvorstand des DGB: Forderungen des DGB zur Reform des Ausländerrechts. Beschluß vom 6.2.1973; in: GMH 1/74, S. 69–72, zu den in der Tat weitreichenden Forderungen nach rechtlicher und sozialer Verbesserung der Lage der angeworbenen Ausländer; bemerkenswerterweise taucht hier noch das Argument auf, das deutsche Interesse an der Anwerbung gebiete, über das “Prinzip bloßer Duldung” hinauszugehen; ebenda, S. 69. Etwas vorsichtiger wird in dieser Frage schon Richter, Heinz: DGB und Ausländerbeschäftigung; in: GMH 1/74, S. 35–40, der auf die Vereinbarung zwischen DGB und BDA hinweist, im Falle einer Gefährdung von Arbeitsplätzen durch die Ölkrise würden beide Seiten für einen totalen Anwerbestop plädieren; ebenda, S. 39/40. Daß der DGB in diesen Fragen nicht nur humanitäre Positionen zugunsten der Ausländer bezog und Interessenschutz zugunsten deutscher Arbeitsplatzinhaber betrieb, sondern zugleich ganz handfeste Organisationsinteressen verfolgte, belegt folgende Empfehlung: “Der Schulung ausländischer Vertrauensleute ist durch die Gewerkschaften besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Nur geschulte Vertrauensleute können unter den ausländischen Arbeitnehmern als Multiplikatoren wirken und eine erfolgreiche Mitgliederwerbung durchführen” Bundesvorstand des DGB: Die deutschen Gewerkschaften und die ausländischen Arbeitnehmer. Beschluß vom 2.11.1971; in: GMH 1/74, S. 64–69, hier S. 67. Möglicherweise dokumentiert die Veröffentlichung dieses Beschlusses zu diesem Zeitpunkt die gewerkschaftlichen Erfahrungen aus den spontanen Streiks 1973, bei denen häufig militante Ausländer die Auseinandersetzungen forcierten und teilweise ihre deutschen Kollegen mitrissen, so etwa bei Ford in Köln. Hier mußten die Gewerkschaften stark an einer Kanalisierung und Pazifierung dieses Potentials interessiert sein; beides konnte jedoch nur im Zusanmenhang mit seiner wenigstens partiellen Organisierung erfolgen, die zugleich einen Ansatzpunkt zur Bekämpfung der von den Arbeitgebern angeheizten Konkurrenz zwischen deutschen und ausländischen Lohnabhängigen um die noch verfügbaren Arbeitsplätze bieten konnte.Google Scholar
  105. 99).
    Erstmals werden im dem Beitrag von Glastetter, Werner: Die außenwirtschaftliche Verflechtung der Bundesrepublik Deutschland — Ein Strukturproblem; in: GMH 2/74, S. 114–123, Überlegungen angestellt, wie die außenwirtschaftliche Überschußposition der Bundesrepublik “auf eine Größenordnung reduziert werden kann, die zahlungsbilanzpolitisch vertretbar erscheint”; ebenda S. 121, Hervorh.i.T. Dies geschah auf dem Hintergrund der Auffassung, das Vollbeschäftigungsziel, zu dem der Export lange Zeit erfolgreich beigetragen habe, sei nun erreicht; jetzt gehe es vielmehr darum, eine relative Unterversorgung im Inland sowie negative Verteilungswirkungen durch eine weitere ungebrochene Forcierung des Exportgeschäfts zu verhindern; ebenda, S. 119/120. Gemeint war aber keineswegs, “kurzfristige Exportdrosselungen bzw. Importforcierungen” vorzunehmen, sondern vielmehr eine ’Beeinflussung künftiger Investitionsstrukturen”; ebenda, S. 121.Google Scholar
  106. 100).
    Vgl. Pieni, Ernst: Thesen zu einer betriebsnahen Strategie der Gewerkschaften gegenüber den Multinationalen Konzernen (MNK); in: GMH 3/74, S. 163–174, der zur Bildung einer international fundierten und koordinierten “Gegenmacht” der Gewerkschaften gegen die Multinationalen Konzerne aufruft; ebenda, S. 164.Google Scholar
  107. 101).
    Siehe Balduin, Siegfried: Humanisierung der Arbeit als gewerkschaftliche Aufgabe; in: GMH 3/74, S. 175–182, der zu dem Ergebnis kommt, an erster Stelle müsse hier die gewerkschaftliche Tarifpolitik aktiv werden, da der Staat meist nur bereits erkämpfte Resultate nachträglich ratifiziere; ebenda, S. 182. Siehe auch Piecha, Tarifbewegungen 1973, a.a.O., S. 93, der den in diesen Fragen außerordentlich initativ wirkenden Lohnrahmen-und Manteltarifvertrag in der Metallindustrie von Nordwürttemberg und Nordbaden als “Wegweiser in der Tarifpolitik” bezeichnet.Google Scholar
  108. 102).
    Vgl. Scheitern, a.a.O., S. 198Google Scholar
  109. 103).
    Simmert, Diethard B.: Reform der Geldpolitik — Konsequenzen für die Tarifpartner; in: WSI-M 2/74, S. 47–56, hier S. 51–55.Google Scholar
  110. 104).
    Scheitern, a.a.O., S. 198Google Scholar
  111. 105).
    Schunk, Albert: Investitionslenkung und Gewerkschaftspolitik; in: WSI-M 8/74, S. 298–309; mit ‘behutsam’ ist hier gemeint, daß Schunk für eine Ergänzung, nicht aber für eine alternative Ersetzung der gewerkschaftlichen Mitbestimmungspolitik auf Betriebsebene und in den Tarifauseinandersetzungen plädiert; ebenda, S. 302–304.Google Scholar
  112. 106).
    Schäfer, Claus/Skiba, Rainer/Tofaute, Hartraut: Probleme des öffentlichen Dienstes. Eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts des Deutschen Gewerkschaftsbundes; in: WSI-M 10/74, S. 394–414, hier S. 395.Google Scholar
  113. 107).
    Vgl. Seitenzahl, Rolf; Lohnpolitische Orientierungsdaten der Bundesregierung als Sachproblem und als politisches Beeinflussungsinstrument; in: WSI-M 6/74, S. 213–224, hier bes. S. 223.Google Scholar
  114. 108).
    Scheitern, a.a.O., S. 198Google Scholar
  115. 109).
    Vgl.: Die Arbeitsmarktsituation in der gegenwärtigen Konjunktur; in: WSI-M 9/74, S. 338–340, hier S. 340; Deutscher Gewerkschaftsbund, Bundesvorstand, Abteilung Wirtschaftspolitik: Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Düsseldorf, 27.11.1974 (Masch.Schr., liegt der Verfasserin als Fotokopie vor); sowie Pehl, Hilfe, a.a.O., S. 733–743; und schließlich Neemann, Georg: Die Aufgaben sind neu, die Ziele sind die alten. Gewerkschaftliche Zielsetzungen in der Wirtschaftspolitik; in: GMH 12/74, S. 729–733, hier S. 729/730.Google Scholar
  116. 110).
    Ebenda, S. 729Google Scholar
  117. 111).
    Vorschläge des DGB für beschäftigungspolitische Sofortmaßnahmea Dokumentation; in: WSI-M 2/75, S. 99–101, hier S. 99/100; dem stand wiederum die Erkenntnis am Jahresende gegenüber, daß die zunehmende Verschuldung der öffentlichen Hände jedenfalls auf den unteren Ebenen lähmende Ausmaße annahm; vgl. Pehl, Günther: 1975 völlig im Zeichen der Weltrezession; in: GMH 12/75, S. 769–781, hier S. 774.Google Scholar
  118. 112).
    Vorschläge des DGB, a.a.O., S. 100; Leminsky, Gerhard: Schwerpunkte einer arbeitsorien-tierten Beschäftigungspolitik; in: WSI-M 2/75, S. 54–63, hier S. 59 und S. 61.Google Scholar
  119. 113).
    Kohl, Heribert: Mehr Arbeitsplatzsicherheit durch mehr Bildung? Plädoyer für eine integrierte Arbeitskräfte- und Bildungsplanung; in: WSI-M 2/75, S. 72–81; Wiethold, Franziska: Jugendarbeitslosigkeit — die konjunkturellen und strukturellen Probleme aus gewerkschaftlicher Sicht; in: GMH 9/75, S. 538–550.Google Scholar
  120. 114).
    Seifert, Hartmut: Zu einigen Entwicklungstendenzen auf dem Arbeitsmarkt während der Krise 1974/75; in: WSI-M 12/75, S. 650–655, hier S. 651.Google Scholar
  121. 115).
    Ebenda, S. 654; etwas zurückhaltender, aber in die gleiche Richtung argumentiert Leminsky, a.a.O., S. 60.Google Scholar
  122. 116).
    Seifert, a.a.O., S. 654Google Scholar
  123. 117).
    Vgl. Pohl, Rüdiger: Kreditpolitik für einen Aufschwung Geldstromanalyse für das vierte Quartal 1974; in: WSI-M 3/75, S. 120–129, hier S. 124; Pehl, Günther: Wirtschaftspolitik zwischen den DGB-Bundeskongressen 1972 und 1975. Weltwirtschaftliche Störungen waren Hauptthemen; in: GMH 4/75, S. 219–230, hier S. 229; Vorschläge des DGB, a.a.O., S. 100.Google Scholar
  124. 118).
    Vgl. Jordan, Reinhard/Küchle, Hartmut: Strukturveränderungen in der Krise 1974/75; in: WSI-M 12/75, S. 655–662; undGoogle Scholar
  125. 118a).
    Küchle, Hartmut: Zur Preisentwicklung in der Wirtschaftskrise 1974/75; in: WSI-M 12/75, S. 662–668.Google Scholar
  126. 119).
    Pohl, Rüdiger: Geld- und Kreditpolitik: Warten auf den Umschwung. Geldstrcmanalyse für das erste Quartal 1975; in: WSI-M 6/75, S. 283–293, hier S. 285; ders.: In der stärksten Rezession der Nachkriegszeit. Geldstrcmanalyse für das zweite Quartal 1975; in: WSI-M 9/75, S. 454–463, hier S. 460.Google Scholar
  127. 120).
    Ders., Geld- und Kreditpolitik, a.a.O., S. 284Google Scholar
  128. 121).
    Pehl, Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 224Google Scholar
  129. 122).
    Ebenda, S. 225Google Scholar
  130. 123).
    Vgl. Piecha, Manfred: Die Tarifbewegungen im Jahre 1974; in: WSI-M 3/75, S. 129–138, hier S. 133; ders.: Die Tarifbewegungen im 1. Halbjahr 1975. Vorläufige Ergebnisse; in: WSI-M 9/75, S. 463–468, hier S. 464; Pehl, Weltrezession, a.a.O., S. 777/778.Google Scholar
  131. 124).
    Pfromm, Hans-Adam: Die Problematik horizontaler Verteilungskonflikte; in: WSI-M 8/75, S. 427–434, bes. S. 433; sowie Pitz, Karl H.: Zahlungsbilanzorientierte Lohnpolitik; in: WSI 8/75, S. 434–440.Google Scholar
  132. 125).
    Pehl, Weltrezession, a.a.O., S. 777Google Scholar
  133. 126).
    Seifert, a.a.O., S. 654Google Scholar
  134. 127).
    Vetter, Heinz Oskar: Gewerkschaftspolitik in schwieriger Zeit; in: GMH 4/75, S. 201–208, hier S. 205.Google Scholar
  135. 128).
    Vgl. Pfeiffer, Alois: Wirtschaftliche Entwicklung und Wirtschaftspolitik; in: GMH 12/75, S. 737–744, hier S. 743, zur Einrichtung von Wirtschafts- und Sozialräten; ebenso Katterle, Siegfried: Ökonomische und politische Aspekte zunehmender Staatstätigkeit. Zur wissenschaftlichen Diskussion und zur politischen Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland; in: WSI-M 5/75, S. 218–226, hier S. 225.Google Scholar
  136. 129).
    Vgl. Pehl, Wirtschaftspolitik, a.a.O., S. 228; siehe auch Breidenstein, Gerhard: Führt “internationale Arbeitsteilung” zu struktureller Arbeitslosigkeit? Zur Problematik von Prouktionsverlagerungen aus Industrieländern in Entwicklungsländer; in: GMH 12/75, S. 760–768, hier S. 767; Breidenstein spricht sich zwar sehr für die ökonomische Integration der Entwicklungsländer aus; allerdings nur dann, wenn die daraus im Inland notwendig resultierende Schrumpfung bestimmter Branchen von einer vorausschauenden Strukturpolitik aufgefangen würde.Google Scholar
  137. 130).
    Vetter, Gewerkschaftspolitik, a.a.O., S. 207Google Scholar
  138. 131).
    Seifert, Hartmut: Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarktpolitik 1975; in: GMH 1/76, S. 1–9, hier S. 7.Google Scholar
  139. 132).
    Ebenda, S. 8Google Scholar
  140. 133).
    Vgl. Deutscher Gewerkschaftsbund, Abteilung Wirtschaftspolitik: Maßnahmen zur Wiedergewinnung von Vollbeschäftigung. Düsseldorf, 6.4.1976, (Masch.Schr., liegt der Verfasserin in Fotokopie vor), S. 9–12; ders.: Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland. Düsseldorf, 26.11.1976 (Masch.Schr., liegt der Verfasserin als Fotokopie vor), S. 5/6.Google Scholar
  141. 134).
    DGB von 6.4.1976, a.a.O., S. 3 und S. 11/12.Google Scholar
  142. 135).
    Ders.: Informations- und Unterrichtsmaterialien zur Wirtschaftspolitik, Beschäftigungsund Wachstumspolitik; vom 12.8.1976. (Liegt der Verfasserin als Fotokopie vor), S. 6/7.Google Scholar
  143. 136).
    Vgl. Ausgewählte DGB-Kongreßanträge (1972 und 1975) zu Grundsatzfragen. Teil I in: GMH 4/76, S. 249–251; Teil II in: GMH 5/76, S. 312–317; sowie Vetter, Heinz Oskar: Für ein neues Grundsatzprogramm des DGB; in: GMH 4/76, S. 194–201.Google Scholar
  144. 137).
    Vgl. Seifert, Arbeitslosigkeit, a.a.O., S. 8/9; und Vietheer, Heinz: Gewerkschaften müssen Motor sein. Zum DGB-Grundsatzprogramm; in: GMH 7/76, S. 412–419, hier S. 418; sowie schließlich Marth, Karlheinz: Stabilität durch Begrenzung wirtschaftlicher Macht; in: GMH 10/76, S. 587–596, hier S. 595/596.Google Scholar
  145. 138).
    Ebenda, S. 591Google Scholar
  146. 139).
    Ebenda, S. 587Google Scholar
  147. 140).
    Mahlein, Leonhard: Lehren aus einem Arbeitskampf. Konsequenzen für die zukünftige Gewerk-schaftspolitik; in: GMH 7/76, S. 396–406, hier S. 400Google Scholar
  148. 141).
    Ebenda, S. 405Google Scholar
  149. 142).
    Ebenda, S. 406Google Scholar
  150. 143).
    Vgl. hierzu ausführlich die Analyse von: Erd, Rainer/Müller-Jentsch, Walther: Ende der Arbeiteraristokratie? Technologische Veränderungen, Qualifikationsstruktur und Tarifbeziehungen in der Druckindustrie; in: ProKla 35, 9. Jg., 1979, Nr. 2, S. 17–47.Google Scholar

4.4) Zusammenfassung: Die Haltung von BDA und DGB zur Wirtschaftsentwicklung, gegenüber ihrem jeweiligen Kontrahenten, zur Wirtschaftspolitik und zu den Parteien zwischen 1966 und 1976

  1. 1).
    Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Bände 1967 bis 1974. Nr. 59, 6.6.1967, S. 508, Konzertierte Aktion (KA) vom 1.6.1967; vgl. ebenso Nr. 32, 9.3.1968, S. 255, KA vom 7.3.1968; sowie Nr. 52, 30.4.1968, S. 421, KA vom 23.4.1968; und Nr. 135, 23.10.1968, S. 1188, KA vom 18.10.1968: Dieses Bulletin verzeichnet allgemeine Einigkeit, “daß in der Bundesrepublik einer Steigerung der Binnennachfrage auch durch angemessene Lohnentwicklung eine wichtige Stabilisierungsfunktion zukomme,” Ebenda, S. 1188.Google Scholar
  2. 2).
    In der KA vom 28.2.1969 kam es noch zu der gemeinschaftlichen Feststellung, daß “die Entwicklung des Preisniveaus durch andere Faktoren als durch die Tariflohnpolitik bestimmt worden sei.” Nr. 28, 5.3.1969, S. 234. Aber schon im Juni 1969 kritisierten die Gewerkschaften die einseitig binnenwirtschaftliche Orientierung der Konjunkturpolitik (d.h. die unterlassene Aufwertung), während die Unternehmer auf den sich verschärfenden Wettbewerb und die dadurch der Preisentwicklung gesetzten Grenzen verwiesen, sowie auf eine zu erwartende “wachsende Kostenbelastung vor allem im Lohnbereich”. Nr. 83, 25.6.1969, KA vom 20.6.1969, S. 715.Google Scholar
  3. 3).
    Nr. 143, 26.11.1969, S. 1224, KA vom 24.11.1969Google Scholar
  4. 4).
    Nr. 7, 16.1.1970, S. 66, KA vom 12.1.1970. Zu dieser Überlegung äußerten die Unternehmer bezüglich der Konjunkturrückwirkungen “Bedenken”.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. Nr. 91, 20.6.1972, S. 91, KA vom 16.6.1972; und Nr. 141, 10.10.1972, S. 1707, KA vom 5.10.1972; sowie Nr. 60, 23.5.1973, S. 591, KA vom 18.5.1973.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. etwa Nr. 175, 15.12.1970, S. 1924, KA vom 10.12.1970, bei der die Gewerkschaften für eine baldige Abschaffimg und Rückzahlung des Konjunkturzuschlages votierten, während sich die Unternehmer für seine unbedingte Beibehaltung aussprachen. Ein Jahr später betonten sie die Notwendigkeit der Kostenstabilisierung und der Neuordnung der internationalen Währungsbeziehungen für das Umschalten auf einen konjunkturpolitischen Kurs der Nachfragestützung. Dem hielten die Gewerkschaften nun explizit ihr volkswirtschaftliches Verteilungskonzept entgegen, d.h., sie bezogen gegenüber dem ‘Sachzwang’-Argument der Kapitalseite hinsichtlich der Kostensteigerungen nun eine klare Interessenposition und verlangten, daß eine derartige konjunkturpolitische Umorientierung nicht von den nächsten Tarifabschlüssen abhängig gemacht werden dürfe; Nr. 187, 16.12.1971, S. 2035f, KA vom 10.12.1971, hier S. 2036.Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. etwa Nr. 141, 10.10.1972, S. 1707, KA vom 5.10.1972: Die Unternehmer äußerten ihre Sorge bezüglich der Kosten- und Ertragsentwicklung, während der DGB-Vorsitzende Vetter betonte, das Jahr 1972 werde einen Gewinnanstieg bringen und sich entschieden gegen die von der Gegenseite geforderte Produktivitätsorientierung der Lohnpolitik aussprach. Im September 1973, bei einer der letzten KA-Sitzungen, sahen sich die Gewerkschaften außerstande, der optimistischen Prognose des Bundeswirtschaftsmnisters schon jetzt zuzustürmen, nach der sich die Unternehmer- und Arbeitnehmereinkommen in diesem Jahr in etwa parallel zueinander entwickelt hätten; vgl. Nr. 120, 28.9.1973, S. 1191, KA vom 25.9.1973.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. Nr. 86, 8.6.1971, S. 915/916, KA vom 4.6.1971, hier S. 916: Beide Verbandsspitzen wollten “in voller Eigenverantwortlichkeit auf Unternehmer und Gewerkschaften einwirken mit dem Ziel, daß alle Beteiligten sich nicht an den Preis- und Einkommenserwartungen des Booms orientieren, sondern an den Notwendigkeiten einer Phase der gesamtwirtschaftlichen Konsolidierung” 1971 stieg der Preisindex für die Lebenshaltung um 5,1% gegenüber dem Vorjahr (1969 + 0,2%, 1970 + 3,2%); der nominale Bruttostundenverdienst der Industriearbeiter nahm im gleichen Jahr um 11,0% zu (1969 + 8,9%, 1970 + 14,8%; real 1969 + 6,7%, 1970 + 11,3%, 1971 + 5,6%); LiZ ’74, a.a.O., S. 26, Tab. 2.33.Google Scholar
  9. 9).
    Wohl vor allem aus diesem Grund legten die Gewerkschaften schon im Frühjahr 1971 Wert darauf, sich ihren (tarifpolitischen) Handlungsspielraum zu erhalten; sie “unterstreichen ihre Auffassung, daß weder die Tariflöhne generell noch die Effektivlöhne im Einzelteil durch Orientierungsdaten festgelegt werden können.” Nr. 33, 6.3.1971, S. 342, KA vom 4.3.1971.Google Scholar
  10. 10).
    Vgl. hierzu ausführlich Hardes, a.a.O.Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. den Schlußteil der vorliegenden ArbeitGoogle Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1984

Authors and Affiliations

  • Carola Schulz

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