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Der Mensch als Störfaktor im Geosystem

  • Hermann Hambloch
Part of the Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften book series (VG, volume G 280)

Zusammenfassung

Jenes Lebewesen auf dem Planeten Erde, das schon vor mehr als einer Million Jahren zur Gattung Homo gerechnet werden muß, das bereits im oberen Pleistozän als die Art Homo sapiens weit verbreitet war und am Ende der letzten Kaltzeit sowohl nach Habitus wie nach Intellekt kaum vom Menschen der Gegenwart zu unterscheiden gewesen sein dürfte1, nimmt in der Biosphäre eine Sonderstellung ein, die natur- und geisteswissenschaftliche Disziplinen immer wieder beschäftigt hat. Zu Recht, denn kaum ein Vertreter des Unterstammes der Wirbeltiere und schon gar kein Geschöpf aus der Ordnung der Primaten hat es vermocht, seinen Lebensraum auf alle Landschaftsgürtel der Erde auszudehnen2. Allein dem Menschen ist es vorbehalten geblieben, der biologischen Evolution eine kulturell-intellektuelle Entwicklung aufzupfropfen. Diese hat über eine lange Generationenkette hinweg zunächst allmählich, dann immer rascher beschleunigend, zum räumlichen Nebeneinander der gegenwärtigen Kulturerdteile geführt3. Wahrscheinlich ist sogar die Behauptung berechtigt, daß die kulturell-intellektuelle Evolution die biologische Evolution beendet habe: der Mensch bestimmt heute, wer in der Natur überlebt4. Mit dem geistigen Aufstieg der Menschheit ist jedoch ein Antagonismus in die Welt gekommen, der von vielen nachdenklichen Beobachtern als ebenso unerträglich wie unverständlich empfunden wird. Worin besteht er?

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Literatur

  1. 1.
    Übersicht mit Bibliographie zur räumlichen Verteilung und zeitlichen Stellung der wichtigsten Funde von Euhomininen bei W. Henke u. H. Rothe, Der Ursprung des Menschen. Unser gegenwärtiger Wissensstand. Stuttgart 51980.Google Scholar
  2. 2.
    Beispiel für eine kosmopolitische Wirbeltierart ist der Wanderfalke, falco peregrinus. Vgl. J. Schmithüsen (Hg.), Atlas zur Biogeographie (Meyers Großer Physischer Weltatlas, 3). Mannheim/Wien/ Zürich 1976, 69.Google Scholar
  3. 3.
    Zum Begriff des Kulturerdteiles vgl. A. Kolb, Die Kulturerdteile im weltwirtschaftlichen Geschehen (Geogr. Z, 67. 1969, 1–19).Google Scholar
  4. 4.
    In diesem Sinne äußert sich C. Bresch, Zwischenstufe Lehen. Evolution ohne Ziel? München/Zürich 1977, 228 ff.Google Scholar
  5. 5.
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  6. 6.
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  7. 7.
    Ein bereits klassisches Beispiel ist das Werk von P. Haggett, A.D. Cliff u. A. Frey, Locationalanalysis in human geography, Vol. 1: Locational models. London 1977. Zum Ansatz der Theoretischen Geographie vgl. E.Wirth, Theoretische Geographie. Grundzüge einer Theoretischen Kulturgeographie. Stuttgart 1979.Google Scholar
  8. 8.
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  9. 9.
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  10. 10.
    Beispiele für komplexe Systemdarstellungen bei H. Richter, Naturräumliche Strukturmodelle (Petermanns Geogr. Mitt., 112. 1968, 9–14);Google Scholar
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  14. 12.
    N. Hartmann, Der Aufbau der realen Welt. Grundriß der allgemeinen Kategorienlehre. Berlin 31964. Die Vierteilung bei Hartmann ist dem Geowissenschaftler deshalb so vertraut, weil sie mit dem Ablauf der Erdgeschichte und der Evolution übereinstimmt. K. Lorenz, Die Rückseite des Spiegels. Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens. München/Zürich 1973, hat das so beschrieben: „Anorganisches war auf Erden sehr lange vor dem Organischen vorhanden, und im Verlauf der Stammesgeschichte tauchten erst spät Zentralnervensysteme auf, denen man ein subjektives Erleben, eine,Seele‘zuschreiben möchte. Das Geistige schließlich ist erst in der allerjüngsten Phase der Schöpfung auf den Plan getreten“(60).CrossRefGoogle Scholar
  15. 13.
    Vgl. dazu K. R. Popper u. J. C. Eccles, Das Ich und sein Gehirn. München/Zürich 21982, 38 u. 61 ff.Google Scholar
  16. 14.
    Rothacker rechnet zu den Geisteswissenschaften alle die Disziplinen, die „die Ordnungen des Lebens in Staat, Gesellschaft, Recht, Sitte, Erziehung, Wirtschaft, Technik und die Deutungen der Welt in Sprache, Mythus, Kunst, Religion, Philosophie und Wissenschaft zum Gegenstand haben.“Vgl. E. Rothacker, Logik und Systematik der Geisteswissenschaften, in: A. Baeumler u. M. Schröter (Hg.), Handbuch der Philosophie, Abt. II, C. München/Berlin 1927,1–171,1. — Ähnlich O. Schwemmer, Theorie der rationalen Erklärung. Zu den methodischen Grundlagen der Kulturwissenschaften. München 1976. Dort heißt es, daß es zu den faktischen Aufgaben der Kulturwissenschaften gehöre, soziale Sachverhalte „auf ihre Kulturbedeutsamkeit hin, d. h. auf ihre Relevanz für die Realisierung der in einer bestimmten Kultur herrschenden Wertideen hin, zu beurteilen und also zu verstehen“(19).Google Scholar
  17. 15.
    W Heisenberg, Philosophische Probleme in der Theorie der Elementarteilchen, in: W. Blum, H.P. Dürru, H. Rechenberg (Hg.), Werner Heisenberg, Gesammelte Werke, Abt. C, Bd. II. München/ Zürich 1984, 410–422. — Sehr nachdrücklich wurde der Gedanke vertreten von dem Heisenberg-Schüler F. Capra, Wendezeit. Bausteine für ein neues Weltbild. Bern 51983.Google Scholar
  18. 16.
    Den Weltmodellen, wie sie bei D. Meadows et al., Die Grenzen des Wachstums. Stuttgart 1972, durchgerechnet werden, ist die globale Sicht als zu einseitig zum Vorwurf gemacht worden. Der 2. Bericht an den Club of Rome: M. Mesarovic u. E. Pestel, Menschheit am Wendepunkt. Stuttgart 1974, ging deshalb von einer Regionalisierung des Weltsystems aus (10 Regionen). Das Fazit lautete: „Anstelle eines allgemeinen Weltkollapses werden sich in den verschiedenen Regionen zu verschiedenen Zeiten, teils lange vor der Mitte des nächsten Jahrhunderts, Zusammenbrüche unterschiedlicher Natur und aus unterschiedlichen Gründen einstellen. Allerdings werden diese regionalen Zusammenbrüche in der ganzen Welt aufgrund der alle Regionen verbindenden systematischen Zusammenhänge fühlbare Folgen haben“(56).Google Scholar
  19. 17.
    E. W. Wolf u. A. D. Peel, The record of global pollution in polar snow and ice (Nature, 313. 1985, 535–540).Google Scholar
  20. 18.
    Am Anfang dieser Diskussion steht das Werk von D. Bartels, Zur wissenschaftstheoretischen Grundlegungeiner Geographie des Menschen. Wiesbaden 1968. Dort wurde die Teilung gefordert. Die Mehrzahl der Geographen neigt heute gerade unter dem Eindruck der Geosystemlehre zur Forderung nach der Einheit des Faches.Google Scholar
  21. 19.
    R. Hantschel u. E. Tharun, Zum Stellenwert von Theorie und quantifizierenden Techniken im Forschungsprozeß der Geographie (Erdkunde, 32.1978, 241–251) halten einen Ausgleich für möglich.CrossRefGoogle Scholar
  22. 20.
    So die neunte These von K. R. Popper, Die Logik der Sozialwissenschaften, in: Th. W Adorno et al., Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. (Sammlung Luchterhand, 72). Darmstadt/Neuwied 1972, 103–123, 108.Google Scholar
  23. 21.
    K. Rahner, Grundkurs des Glaubens. Eine Einführung in den Begriff des Christentums. Freiburg/ Basel/Wien 121982. Dort heißt es in Fortsetzung dieses Gedankens: „Aber die Vorstellung, daß der Mensch ein zufälliges, gar nicht eigentlich beabsichtigtes Produkt der Naturgeschichte sei, eine Laune der Natur, widerspricht nicht nur der Metaphysik und dem Christentum, sondern im Grunde der Naturwissenschaft selbst“(189).Google Scholar
  24. 22.
    J. Monod, Le hasard et la nécessité. Paris 1970.Google Scholar
  25. 23.
    K. Jaspers, Vom Ursprung und Ziel der Geschichte. München 1949.Google Scholar
  26. 24.
    Für die geographische Seite sei genannt H. Bobek, Das Hauptproblem der Gesellschafts- und Wirtschaftsentfaltung in geographischer Sicht (Die Erde, 90. 1959, 259–298).Google Scholar
  27. 25.
    Vgl. A. Gehlen, Die Seele im technischen Zeitalter. Hamburg 1957, 71.Google Scholar
  28. 26.
    Dazu P.L. Berger u. T. Luckmann, Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit Eine Theorie der Wissenssoziologie. Frankfurt 1980.Google Scholar
  29. 27.
    Vgl. K.J. Narr, Grundlagen menschlicher Gesellung, in: Aspekte der Hominisation (Veröff. d. Inst, d. Görresgesellschaft für interdisziplinäre Forschung, 7). Freiburg/München 1978, 43–78.Google Scholar
  30. 28.
    I. Eibl-Eibesfeldt, Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Grundriß der Humanethologie. München/ Zürich 1984, 775.Google Scholar
  31. 29.
    Vgl. A. Gehlen a. a. O. (= Anm. 25), 11 ff.Google Scholar
  32. 30.
    Besonders deutlich haben das gesehen K. Lorenz, Der Abbau des Menschlichen. München/Zürich 1983 undGoogle Scholar
  33. 30a.
    H. Schelsky, Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen. Opladen 1975, 119. Vgl. auch K. Lorenz a. a. O. (= Anm. 12), 31.Google Scholar
  34. 31.
    A. Gehlen, Anthropologische Forschung. Zur Selbstbegegnung und Selbstentdeckung des Menschen. Hamburg 1961, 134.Google Scholar
  35. 32.
    K. Lorenz a. a. O. (= Anm. 30).Google Scholar
  36. 33.
    Eine farbige Schilderung des Lebens der Buschleute gibt I. Eibl-Eibesfeldt, Menschenforschung auf neuen Wegen. Die naturwissenschaftliche Betrachtung kultureller Verhaltensweisen. Wien/München/ Zürich 1976, 18ff.Google Scholar
  37. * Zu unterscheiden ist in Abb. 3 zwischen dem Teil des Regelkreises, in dem Materie und/oder Energie fließt und dem Teil, der vom Informationsfluß bestimmt wird. Eine kulturgeographische Interpretation wäre die folgende: Eine Gruppe von Linearbandkeramikern wandert in eine Lößbörde ein, das ist der Eintrag. Stellglied ist das generative Verhalten der Gruppe, Stellgröße ihre Kopfzahl. Unter der Regelstrecke müssen wir uns das Leben und Handeln dieser Gruppe in ihrem Lebensraum vorstellen. Prüfglied ist das Wahrnehmen und Beurteilen der Situation bei gegebenem Istwert, d. h. bei gegebener Bevölkerungsdichte. Der geprüfte Istwert wird zur Regelgröße, als Regler funktioniert die Intensivierung oder die Extensivierung des Landbaus, die Vergrößerung oder Verkleinerung des Lebensraumes; dabei ist die Tragfähigkeit die Führungsgröße. Es entsteht die Information: diese Gruppengröße ist optimal, das ist der Sollwert, und damit schließt sich zunächst der Kreis. Tritt eine Störgröße, etwa eine nachhaltige Klimaverschlechterung, auf, so ist Abwanderung (Austrag) eine Möglichkeit, das System stabil zu halten.Google Scholar
  38. 34.
    FAO — Food and agriculture organization of the United Nations (Hg.), Production Yearbook, Vol. 1–37. Rom 1946–1983.Google Scholar
  39. 35.
    Näher ausgeführt bei H. Hambloch, Allgemeine Anthropogeographie. Wiesbaden 51982, 116ff.Google Scholar
  40. 36.
    C. Kaps, Die Sahel-Staaten zeigen kein Interesse an einer Entwicklungsstrategie. Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 18.3.1985, Nr. 65, 14.Google Scholar
  41. 37.
    In seiner 1798 zunächst anonym erschienenen Abhandlung über das Bevölkerungsgesetz war eine der Grundannahmen von Th. R. Malthus, daß die Bevölkerung in geometrischer, die Nahrungsmittelproduktion aber nur in arithmetischer Progression zunehme. Das hat sich in dieser Form nicht bewahrheitet. Malthus’ Anliegen, das Entstehen von Armut zu verhindern, ging mit seiner gesellschaftstheoretischen Kritik aber weit über diese Hypothese hinaus. Malthus’ Lehre entfachte schon zu seinen Lebzeiten heftige Kontroversen.Google Scholar
  42. 38.
    A. Penck, Das Hauptproblem der physischen Anthropogeographie (Sitzungsberichte der Preuß. Akad. d. Wiss.y Physikalisch-mathematische Klasse, 24. 1924, 249–257). Einen Überblick über die ältere Forschung gibt K. Scharlau, Bevölkerungswachstum und Nahrungsspielraum. Geschichte, Methoden und Probleme der Tragfähigkeitsuntersuchungen (Veröff. d. Akad. f. Raumforschung und Landesplanung, 24). Hannover 1953. Als jüngste Zusammenfassung wäre zu nennen W. Manshard, Bevölkerung, Ressourcen, Umwelt und Entwicklung (Geogr. Rundschau, 36. 1984, 538–543).Google Scholar
  43. 39.
    Dazu W. Weischet, Die ökologische Benachteiligung der Tropen. Stuttgart 21980.Google Scholar
  44. 40.
    Das zeigt eindrucksvoll H. Hauser, Süßwasser aus Salzwasser (Umschau in Wiss. u. Technik, 77. 1977, 267–273).Google Scholar
  45. 41.
    Vgl. H. Mohr, Hungersnot oder chronische Unterernährung? Möglichkeiten und Grenzen der Ertragssteigerung in der Landwirtschaft (Umschau in Wiss. u. Technik, 79. 1979, 527–534).Google Scholar
  46. 42.
    H. J. Späth, Energiewirksamkeit in der Weizenproduktion unter semiariden Klimabedingungen (Erdkunde, 38. 1984, 36–44).Google Scholar
  47. 43.
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  48. 44.
    Vgl. H. Markl, Ökologische Grenzen und Evolutionsstrategie Forschung (Forschung, Mitt. der DFG, 3. 1980, I–VIII).Google Scholar
  49. 45.
    In grundlegender Weise hat das am Beispiel Nordostbrasiliens mein Mitarbeiter in seiner Habilitationsschrift gezeigt: V. Rönick, Ursachen der Armut und Hindernisse bei der Erfüllung der Grundbedürfnisse im ländlichen Raum Nordost-Brasiliens. Münster 1985.Google Scholar
  50. 46.
    Zu den möglichen Einflüssen des Menschen auf das Klima wird in erster Linie die Erhöhung des Kohlendioxidgehaltes der Atmosphäre als Folge der Verbrennung fossiler Kohlenwasserstoffe sowie der Brandrodung in den Tropenwäldern gerechnet. Die Zahl der Publikationen darüber füllt inzwischen ganze Bibliotheken. Zur Einführung vgl. W. Bach, Gefahr für unser Klima. Karlsruhe 1982.Google Scholar
  51. 47.
    W. Flüchter, Umweltproblematik und Umweltschutzpolitik in Jap’an. Grundzüge und Besonderheiten (Geogr. Rundschau, 36. 1984, 100–113).Google Scholar
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    R. Kaiser (Hg.), GlobaHOOO. Der Bericht an den Präsidenten. Deutsche Ausgabe. Frankfurt 391981, 25.Google Scholar
  53. 49.
    Vgl. W. Kamlah, Philosophische Anthropologie. Sprachliche Grundlegung und Ethik. Mannheim/ Wien/Zürich 1972, 154 f.Google Scholar
  54. 50.
    Vgl. G. Eigler (Hg.), Plato, Werke in acht Bänden. Hier: Gorgias, Bd. 2. Darmstadt 1973, 379ff.Google Scholar
  55. 51.
    I. Kant, Kritik der reinen Vernunft. Bd. IV der Akademieausgabe. Berlin 1911, 137.Google Scholar
  56. 52.
    Vgl. zu dieser Definition M. Rutsch, Handeln in entscheidungstheoretischer Sicht, in: H. Lenk (Hg.), Handlungstheorien — interdisziplinär, Bd. 1. München 1980, 223–247. Rutsch beleuchtet auch die Problematik einer solchen Definition. Noch allgemeiner definiert H. Lenk, Handlung als Inter-pretationskonstrukt, in H. Lenk (Hg.), Handlungstheorien — interdisziplinär, Bd. 2, 1. Halbband. München 1978, 279–350, 345.Google Scholar
  57. 53.
    M. Weber, Soziologische Grundbegriffe, in: J. Winckelmann (Hg.), Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre. Tübingen 31968, 541–581, 542.Google Scholar
  58. 54.
    Facettenreich wird das in folgendem Sammelwerk beleuchtet: H. Lenk (Hg.), Handlungstbeorien -interdisziplinär. Es umfaßt: Bd. 1, Handlungslogik, formale und sprachwissenschaftliche Handlungstheorien. München 1980. Bd. 2, Handlungserklärungen und philosophische Handlungsinterpretationen. 1. Halbbd. München 1978, 2. Halbbd. München 1979. Bd. 3, Verhaltenswissenchaftliche und psychologische Handlungptheorien. 1. Halbbd. München 1981, 2. Halbbd. München 1984. Bd. 4, Sozialwissenschaftliche Handlungstheorien und spezielle systemwissenschaftliche Ansätze. München 1977.Google Scholar
  59. 55.
    Zu diesem Thema H. Bobek, Stellung und Bedeutung der Sozialgeographie (Erdkunde, 2. 1948, 118–125);Google Scholar
  60. 55a.
    Ferner W. Hartke, Gedanken über die Bestimmung von Räumen gleichen sozialgeographischen Verhaltens (Erdkunde, 13. 1959, 426–436).CrossRefGoogle Scholar
  61. 56.
    Bahnbrechend hat hier gearbeitet E. Wirth, Kritische Anmerkungen zu den wahrnehmungszen-trierten Forschungsansätzen in der Geographie (Geogr. 2., 69. 1981, 161–198). Vgl. ferner E. Wirth, Geographie als moderne theorieorientierte Sozialwissenschaft? (Erdkunde, 38. 1984, 73–79).Google Scholar
  62. 57.
    Die Definition findet sich bei M. Weber, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie. 1. Halbband. Tübingen 51976,1. Vgl. dazu auch O. Schwemmer, Praktische Begründung, rationale Konstruktion und methodische Überprüfung. Über die handlungstheoretischen Grundlagen der Sozialwissenschaften, in: H. Lenck (Hg.), Handlungstheorien — interdisziplinär, Bd. 2, 2. Halbband. München 1979, 535–580.Google Scholar
  63. 58.
    In ähnlichem Zusammenhang konstatiert das Th. W. Adorno, Soziologie und empirische Forschung, in: Th. W. Adorno et al., Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Darmstadt 101982, 81–101, 97.Google Scholar
  64. 59.
    Das wird ausführlich erörtert von O. Schwemmer a. a. O. (= Anm. 14).Google Scholar
  65. 60.
    Übersicht mit Bibliographie bei K. R. Cox u. R. G. Golledge, Behavioral problems in geography (Northwestern Univ. Studies in Geography, 17). Evanstone, Illinois 1969. Ferner bei E. Thomale, Geographische Verhaltensforschung (Marburger Geogr. Schriften, 61. 1974, 9–30).Google Scholar
  66. 61.
    I. Eibl-Eibesfeldt a. a. O. (= Anm. 28) informiert umfassend über den Stand der Forschung.Google Scholar
  67. 62.
    W. Moewes, Grundfragen der Lebensraumgestaltung. Raum und Mensch, Prognose, „offene“Planung und Leitbild. Berlin/New York 1980 hat den Beitrag der Ethologie zum Raumverhalten gewürdigt und die erwähnten Raumkategorien entwickelt.Google Scholar
  68. 63.
    Vgl. dazu F. H. Tenbruck, Zur Anthropologie des Handelns, in: H. Lenk (Hg.), Handlungstheorien -interdisziplinär, Band 2, 1. Halbband. München 1978, 89–138.Google Scholar
  69. 64.
    Dazu schreibt K. R. Popper a. a. O. (= Anm. 13): „Ein Großteil unseres zweckgerichteten Verhaltens… vollzieht sich ohne Einmischung des Bewußtseins. Welche biologischen Leistungen werden dann aber vom Bewußtsein unterstützt? Ich schlage als eine erste Antwort vor: die Lösung von Problemen nicht-routinemäßiger Art“(162).Google Scholar
  70. 65.
    Vgl. H. Bobek a. a. O. (= Anm. 24). Dort heißt es gerade in bezug auf die Erscheinungen der Massengesellschaft: „Das Verlangen der Massen nach ständiger Erhöhung und zugleich Sicherung der Lebenshaltung einerseits, die Problematik der weitertreibenden industriellen Expansion andererseits zwingen den Staat, auch wo es nicht zu revolutionären Umstürzen kommt, zu massiven Interventionen und führen schließlich zu einer dirigistischen und sozialistischen Wirtschafts- und Wohlfahrtspolitik“(292 f.).Google Scholar
  71. 66.
    W. Oelmüller, Zur Rekonstruktion unserer historisch vorgegebenen Handlungsbedingungen, in: W Oelmüller (Hg.), Wozu noch Geschichte?München 1977, 267–309.Google Scholar
  72. 67.
    Dazu H.J. Fietkau, Bedingungen ökologischen Handelns. Gesellschaftliche Aufgaben der Umweltpsychologie. Weinheim/Basel 1984, 20 ff.Google Scholar
  73. 68.
    H.J. Fietkau a. a. O. (= Anm. 67), 25.Google Scholar
  74. 69.
    Einen Ansatz bringt G. Ropohl, Ein systemtheoretisches Beschreibungsmodell des Handelns, in: H. Lenk (Hg.), Handlungstheorieninterdisziplinär, Band 1. München 1980, 323–360.Google Scholar
  75. 70.
    Dazu schreibt W. Kamlah a. a. O. (= Anm. 49): „Dieses Gefalle der Institutionen von der,wir’ sagenden Gruppe in die Anonymität zahlloser bloßer,Organisationen‘ist ein wichtiges Faktum des modernen sozialen Lebens, das sich geschichtlich herausgebildet hat unter heute weiterhin andauernder Zunahme der Organisationen“(86).Google Scholar
  76. 71.
    So bei P. L. Berger u. T. Luckmann a. a. O. (= Anm. 26), 116.Google Scholar
  77. 72.
    W. Kamlah a. a. O. (= Anm. 49), 96.Google Scholar
  78. 73.
    C. F. v. Weizsäcker, Wege in der Gefahr. München 31981, 243 f.Google Scholar
  79. 74.
    J. Habermas, Analytische Wissenschaftstheorie und Dialektik. Ein Nachwort zur Kontroverse zwischen Popper und Adorno, in Th. W. Adorno et al., Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Darmstadt 101982, 155–191, 166.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH Opladen 1986

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  • Hermann Hambloch

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