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Zusammenfassung

Unbewehrte Elastomerlager können eine sehr aussichtsreiche Lösung der sehr wichtigen Probleme der Auflagerung von Betonfertigteilen sein, die zur Zeit ein wesentliches Hemmnis für eine schnellere Entwicklung des Fertigteilbaus für Kliniken, Institute, Schulen u.a. darstellen. Die herkömmliche Mörtelfuge verlangsamt wegen ihrer Witterungsabhängigkeit nicht nur den Baufortschritt; sie ist darüberhinaus den planmäßigen Bauteilbewegungen auf die Dauer nichtinbedingt gewachsen (siehe z. B. Hahn und Hornung /47/. Entgegen einer weitverbreiteten Ansicht ist aber die Verwendung elastomeren Materials ohne Beachtung der konstruktiven Gegebenheiten des Einzelfalls allein noch nicht Garantie dafür, daß man Fertigteile gefahrlos in Art eines Baukastensystems aufeinanderschichten kann (siehe z. B. Schorn /48/. Fertigungstoleranzen und/oder planmäßige Bauteilverdrehungen können auch bei Verwendung unbewehrter Elastomer-lager durchaus noch zu erheblichen Spannungsspitzen in der Lagerfuge führen. Die Tendenzen der Elastomerlagerwirkung sind aber eindeutig: Abminderung der Spannungsspitzen gegenüber einer herkömmlichen Auflagerung und Verschiebung der Lastresultierenden in Richtung auf den Kern. Einige Beschränkungen von Fertigungs-und Montagetoleranzen haben in Einzelfällen großer Fertigteilbauten bereits zu sehr zuverlässigen, dauerhaften und wirtschaftlichen Auflagerungen geführt; siehe z.B. Wesche /49/. Die Montagevorteile infolge des Einsatzes der witterungsunabhängigen und ohne Wartezeiten voll belastbaren Elastomerlager führten dabei zu sehr kurzen Bauzeiten. Die verformungstheoretischen Herleitungen und die Verformungsgleichungen können im Zusammenhang mit Untersuchungen zum Verformungsverhalten des Stahlbetons der Fertigteile eine sichere Grundlage dafür werden, die zur Zeit noch engen Fertigungs- und Montagetoleranzen vergrößern zu können. Damit sind weitere Vorteile auch in der Wirtschaftlichkeit des Fertigteilbaus zu erzielen.

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1975

Authors and Affiliations

  • Harald Schorn
    • 1
  1. 1.Institut für BauforschungRhein.-Westf. Techn. Hochschule AachenDeutschland

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