Advertisement

Der Öffentliche Dienst nach 1945 zwischen Neuordnung und Restauration

  • Udo Mayer
  • Lothar Zechlin
Chapter
  • 19 Downloads
Part of the Jahrbuch für Sozialökonomie und Gesellschaftstheorie book series (JSG)

Zusammenfassung

Eine verhängnisvolle Fehlentscheidung in der Weimarer Republik war es zweifellos gewesen, sowohl den Verwaltungsapparat der Monarchie in seiner personellen Zusammensetzung nahezu unverändert übernommen als auch die Struktur des Öffent-lichen Dienstes mit seiner Dreiteilung in Beamte, Angestellte und Arbeiter im wesentlichen beibehalten zu haben. Die Weimarer Republik ist zwar nicht an ihren Beamten zugrunde gegangen. Die Beamtenschaft gehörte jedoch zu den antirepu-blikanischen Kräften, die aus ihrer Abneigung gegenüber dem neuen Staat keinen Hehl machten und die Rückkehr zu einer autoritären Staatsform mit dem Faschismus nicht nur tolerierten, sondern aktiv unterstützten.1

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Anmerkungen

  1. 1.
    Zur Weimarer Republik vgl. Duve/Kopitzsch, Weimar ist kein Argument oder Brachten Radikale im öffentlichen Dienst Hitler zur Macht?, 1976 Th. Eschenburg, Der bürokratische Rückhalt, in: Löwenthal/Schwarz, Die 2. Republik, 1974, S. 64f.Google Scholar
  2. 2.
    Potsdamer Abkommen, abgedruckt bei Mayer/Stuby, Die Entstehung des Grundgesetzes, 1976, S. 238 f.Google Scholar
  3. 3.
    Zur Problematik der Entnazifizierungsverfahren, vgl. Niethammer, Entnazifizierung in Bayern, 1972; zu Hamburg vgl. den Beitrag von Hund/Seegert in diesem Band.Google Scholar
  4. 4.
    Nach Niethammer, Zum Verhältnis von Reform und Rekonstruktion am Beispiel der Reform des öffentlichen Dienstes, in: Narr/Thränhardt, Die Bundesrepublik Deutschland, 1984, S. 47 f.Google Scholar
  5. 5.
    Vgl. W. Benz, Versuche zur Reform des Öffentlichen Dienstes in Deutschland, in Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, 1981, S. 216 f.Google Scholar
  6. 6.
    Um ein antifaschistisch-demokratisches Deutschland, Dokumente aus dem Jahre 19451949, hrsg. von den Ministerien für Angelegenheiten der DDR und der UdSSR, Berlin, DDR, 1968, S. 121, 156.Google Scholar
  7. 7.
    Zelinsky, Bedingungen und Probleme der Neubildung von Führungsgruppen in Deutschland 1945–1954, in: Becker u. a. (Hrsg.), Vorgeschichte der Bundesrepublik Deutschland, 1979, S. 217 ff., S. 228 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Einzelheiten bei Niethammer (Anm. 4), S. 50.Google Scholar
  9. 9.
    Vgl. Verordnung Nr. 113 zur Regelung der Rechtsverhältnisse der vom Geetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus betroffenen Beamten, Art. 3, 6 f., Bayrisches Gesetz-und Verordnungsblatt, 1947, S. 82 f.Google Scholar
  10. 10.
    Angaben bei Badstübner/Thomas, Entstehung und Entwicklung der BRD 1945 bis 1955. Restauration und Spaltung, 2. Auflage 1979, S. 140 m. w. N.Google Scholar
  11. 11.
    Zuständigkeitsausschuß, 5. Sitzung, hier zitiert nach F. Werkentin, Die Restauration der deutschen Polizei, 1984, S. 50 f.Google Scholar
  12. 12.
    Nach Kleßmann, Die doppelte Staatsgründung, Deutsche Geschichte 1945–1955, 1982, S. 251.Google Scholar
  13. 13.
    Das Schreiben ist zitiert bei Niethammer (Anm. 4), S. 51.Google Scholar
  14. 14.
    Gesetz v. 10.5. 1949, Gesetz und Verordnungsblatt 1949, S. 37.Google Scholar
  15. 15.
    Vgl. die detaillierte Studie von U. Reusch, Deutsches Berufsbeamtentum und britische Besatzung, 1985.Google Scholar
  16. 16.
    Zelinsky (Anm. 7), S. 226 f.Google Scholar
  17. 17.
    Vgl. die informative Studie von Benz (Anm. 5).Google Scholar
  18. 18.
    Gesetz Nr. 15 (Gesetzblatt Verwaltung der Vereinigten Wirtschaftsgebiete), 1949, Beilage 2.Google Scholar
  19. 19.
    Die folgenden Ausführungen sind entnommen meinem (Udo Mayer) Beitrag, Öffentlicher Dienst und Beamtenfrage, in: Mayer/Stuby (Anm. 2), S. 167 f., 178 ff.Google Scholar
  20. 20.
    Im folgenden nach Sörgel, Konsensus und Interesse, Stuttgart 1969, S. 125 f.Google Scholar
  21. 21.
    Herrenchiemseer Konvent, Stenografische Berichte Plenum, S. 50, zit. bei Sörgel (Anm. 20 ), S. 125.Google Scholar
  22. 22.
    Herrenchiemseer Konvent, Stenografische Berichte Plenum, S. 7, zit. bei Sörgel (Anm. 20 ), S. 125.Google Scholar
  23. 23.
    Herrenchiemseer Konvent, Stenografische Protokolle UAII, zit. bei Sörgel (Anm. 20), S. 126.Google Scholar
  24. 24.
    Herrenchiemseer Konvent, Stenografische Protokolle UA II, S. 82, zit. bei Sörgel (Anm. 20 ), S. 126.Google Scholar
  25. 25.
    Zit. bei Sörgel (Anm. 20), S. 126.Google Scholar
  26. 27.
    Nach Doemming/Fusslein/Matz, Entstehungsgeschichte der Artikel des Grundgesetzes, NJÖR 1, S. 314 f., 1951.Google Scholar
  27. 28.
    Die Landesverwaltung Sachsen ordnete am 9. Juli 1945 an, daß „jede Beschäftigung als Beamter, Angestellter oder Arbeiter im öffentlichen Dienst des Landes, der Gemeinde und aller sonstigen öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten jederzeit und fristlos frei widerruflich“ sei.Google Scholar
  28. 31.
    Eine entsprechende Formulierung, wonach als Berufsbeamte Personen bezeichnet wurden, die in einem „öffentlich-rechtlichen Dienst-und Treueverhältnis“ stehen.Google Scholar
  29. 32.
    Hauptausschuß Stenografische Protokolle, S. 327.Google Scholar
  30. 33.
    Vgl. die Darstellung der Diskussion um eine entsprechende Verankerung des Streikrechts im Parlamentarischen Rat, NJOR 1, S. 126 f.Google Scholar
  31. 24.
    Bei Sörgel (Anm. 70), S. 308.Google Scholar
  32. 35.
    Vgl. den Antrag des SPD-Abgeordneten Eberhard in der 18. Sitzung des Hauptausschusses vom 4.12. 1948, Hauptausschuß Stenografische Berichte, S. 215.Google Scholar
  33. 36.
    SPD-Abgeordneter Hoch in der 13. Sitzung des Zuständigkeitsausschusses, NJÖR 1, S. 317.Google Scholar
  34. 37.
    In der gleichen Sitzung NJÖR 1, S. 317.Google Scholar
  35. 39.
    Den Antrag brachte der FDP-Abgeordnete Höpker-Aschoff in der 28. Sitzung des Grundsatzausschusses am 3.12.1948 ein. NJÖR 1, S. 319.Google Scholar
  36. 40.
    Abgedruckt bei Sörgel (Anm. 20), S. 308; diese Eingabe lag dem Grundsatzausschuß in der gleichen Sitzung ebenfalls vor, vgl. NJÖR 1, S. 319.Google Scholar
  37. 41.
    Sitzung des Hauptausschusses vom 15.12. 1948, Stenograpfische Berichte, S. 327.Google Scholar
  38. 46.
    Erklärung von Jalta, in: Zur Deutschlandpolitik der Anti-Hitler-Koalition, Dokumentation, Berlin 1968, S. 53 f.Google Scholar
  39. 47.
    Zit. bei Sörgel (Anm. 20), S. 121; nach Fürstenau gingen aus dem Entnazifizierungsverfahren 98 Prozent als Mitläufer und Entlastete hervor. J. Fürstenau, Entnazifizierung, in: Staatslexikon, hrsg. von der Görres-Gesellschaft, Freiburg 1958, S. 1200.Google Scholar
  40. 49.
    Vgl. Festschrift 10 Jahre Deutscher Beamtenbund 1949 bis 1959, S. 63.Google Scholar
  41. 52.
    Sitzung des Hauptausschusses, 14.1. 1949, Stenografischer Bericht, S. 494.Google Scholar
  42. 53.
    Sitzung des Hauptausschusses, S. 497.Google Scholar
  43. 54.
    Sontheimer, Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik, 1969, S. 332.Google Scholar
  44. 55.
    Sitzung des Hauptausschusses (Anm. 52), S. 499.Google Scholar
  45. 57.
    Vgl. zu dieser Wirkung des Art. 131 GG H. Hartwich, Sozialstaatspostulat und gesellschaftlicher Status quo, Köln und Opladen 1970, S. 150.Google Scholar
  46. 58.
    Sitzung des Hauptausschusses (Anm. 52), S. 498, 500.Google Scholar
  47. 59.
    Abgedruckt in: V. Münch (Hrsg.), Grundgesetzkommentar, Bd. 3, 2. Aufl., 1983, S. 1241.Google Scholar
  48. 60.
    Nachweise bei Niethammer, a.a.O., S. 52.Google Scholar
  49. 61.
    Bundesgesetzblatt 1951, I, S. 307.Google Scholar
  50. 62.
    Vgl. Kirn, Verfassungsumsturz oder Rechtskontinuität? Die Stellung der Jurisprudenz nach 1945 zum Dritten Reich insbesondere die Konflikte um die Kontinuität der Beamtenrechte und Artikel 131 GG. Berlin 1972, S. 12, 123.Google Scholar
  51. 63.
    Deutsches Verwaltungsrecht, Vorwort zur dritten Auflage, Berlin 1924.Google Scholar
  52. 74.
    Für den Fortbestand allerdings bereits kurze Zeit später in dem sogenannten „Soldatenurteil“, E 3, S. 288 ff., 320.Google Scholar
  53. 75.
    Vgl. Fangmann, Die Restauration der herrschenden Staatsrechtswissenschaft nach 1945, in: Reifner (Hrsg.), Das Recht des Unrechtsstaates, Arbeitsrecht und Staatsrechtswissenschaften im Faschismus. Frankfurt/New York 1981, S. 211 ff.Google Scholar
  54. Vgl. dazu Damkowski/Zechlin, Verfassungstreue, Staatstreue, Regierungstreue. Beilage zur Wochenzeitung das Parlament, B 16/85 (20.4.1985), S. 18 ff.Google Scholar
  55. 82.
    Vgl. Kutscha, Verfassung und „streitbare Demokratie“, Köln, 1979, S. 186, Anm. 275.Google Scholar
  56. 83.
    Nachweise im einzelnen bei Damkowski/Zechlin, a. a. O.Google Scholar
  57. 84.
    In diesem Sinne Kutscha, a. a. O., S. 190.Google Scholar
  58. 85.
    Vgl. die Äußerung Essers, Juristenzeitung 1975, S. 558: „Gegenüber einem freiheitlichen, durch die Freiheitsidee starken Staat ist der Beamte treu, der die Freiheit genießt“.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1988

Authors and Affiliations

  • Udo Mayer
  • Lothar Zechlin

There are no affiliations available

Personalised recommendations