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Domestikation pp 107-117 | Cite as

Fellfärbungs-Auslese

  • Helmut Hemmer
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Zusammenfassung

Eine von der Norm auffällig abweichende Fellfärbung eines Wildtieres führt in der Regel zu dessen erhöhter Gefährdung, vor allem, wenn es sich um eine gesellig lebende Art handelt, wie bereits in Kapitel 2 dargelegt wurde. Diese Gefährdung kommt durch eine Erhöhung der Auffälligkeit des Tieres in seinem Lebensraum, an den die Normfärbung angepaßt ist, und durch die Andersartigkeit im Rahmen seines sozialen Verbandes zustande, die es zur Zielscheibe von Angriffen von außen und der sozialen Aggression von innen werden läßt. Auf der anderen Seite kann solche abweichende Farbe dem Einzeltier auch eine erhöhte Chance Raubfeinden gegenüber bieten. Hat durch die Erfahrung mit bestimmten Beutetierformen ein Fleischfresser ein auf die Norm dieser Tiere ausgerichtetes Suchbild erlernt, so hemmt eine nicht gut in ein solches Bild passende Ausnahmeerscheinung auffälliger Andersartigkeit zunächst das Zugreifen. Der Angriff wird nur zögernd vorgetragen, was dem Angegriffenen eher die Gelegenheit zum Entkommen gibt als seinem normal gefärbten Artgenossen, der sofort nach seinem Erkanntwerden ungehemmter Verfolgung unterliegt. Laborversuche mit Frettchen und verschieden gefärbten Ratten als Beutetiere, sowie Freilandexperimente mit Turmfalken und wildfarbenen und weißen Mäusen als Beutewahlangebot belegen dies sowohl für fleischfressende Säugetiere als auch für Greifvögel.

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Literatur

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983

Authors and Affiliations

  • Helmut Hemmer
    • 1
  1. 1.MainzDeutschland

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