Advertisement

Domestikation pp 127-131 | Cite as

Zähmung und Verwilderung

  • Helmut Hemmer
Chapter
  • 41 Downloads

Zusammenfassung

Zähmung ist grundsätzlich nicht gleich Domestikation. Sie ist auch keine unbedingte Voraussetzung für die Domestikation, wenn auch Domestikationsprozesse meist mit mehr oder minder gezähmten Tieren abgelaufen sein mögen. Genausowenig ist Zähmung ein erster Schritt auf dem Wege zur Domestikation. Die beiden polaren Zustandsformen eines Tieres in Bezug auf den Menschen, nämlich gezähmt oder ungezähmt, sind sowohl bei Haustieren als auch bei Wildtieren möglich. Unterschiedlich ist nur die für beide normale Situation: für das Haustier ist dies der Zustand des Gezähmtseins, für das Wildtier der Zustand des ungezähmten Wildlebens. Wie es aber auf der einen Seite gefangen gehaltene und voll gezähmte Wildtiere gibt, so gibt es auf der anderen verwilderte und damit ungezähmt-wildlebende Haustiere. Der Unterschied liegt allein auf quantitativer Ebene: infolge minderer Bedeutsamkeit von Umweltreizen, infolge einer verarmten Merkwelt, erscheint das Haustier dem Wildtier gegenüber insofern grundsätzlich zahmer, als es mindere Fluchtdistanzen einhält. Aus diesem Gesichtspunkt heraus sind die Bestimmungen des bürgerlichen Rechts der Bundesrepublik Deutschland zu verstehen, die zwischen wilden, freilebenden Tieren, wilden, gefangenen oder gezähmten Tieren und zahmen Tieren unterscheiden. Letztere meinen die Haustiere.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bree, P.J.H. van, Soest, R.W.M. van, Vetter, J.C.M. (1970): Biometric analysis of the effect of castration on the skull of the male domestic cat (Fells catus L., 1758). Publ. Nat. hist. Genootsch. L.mburg, R 20, 3 /4: 11–14.Google Scholar
  2. Derenne, P. (1972): Donnés craniometriques sur le chat haret (Fells catus) de l’archipel de Kerguelen. Mammalia 36: 459–481.CrossRefGoogle Scholar
  3. Hückinghaus, F. (1965): Craniometrische Untersuchung an verwilderten Hauskaninchen von den Kerguelen. Z. wiss. Zool. 171: 183–196.Google Scholar
  4. Kruska, D., Röhrs, M. (1974): Comparative-quantitative investigations on brains of feral pigs from the Galapagos Islands and of European domestic pigs. Z. Anat. Entwickl.-Gesch. 144: 61–73.CrossRefGoogle Scholar
  5. Menzel, R. und R. (1960): Pariahunde. Ziemsen, Wittenberg.Google Scholar

Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983

Authors and Affiliations

  • Helmut Hemmer
    • 1
  1. 1.MainzDeutschland

Personalised recommendations