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Domestikation pp 118-126 | Cite as

Grenzen der Belastbarkeit

  • Helmut Hemmer

Zusammenfassung

Die Verarmung der Merkwelt, die unter gleichen Umweltbedingungen das Haustier auf ein tieferes Streßniveau als das Wildtier setzt, hat gleichzeitig ein Sinken seiner Anpassungsfähigkeit an akute Belastungen zur Folge. Die verringerte Nebennierengröße geht mit einer gesenkten Corticosteroidproduktion einher. Entsprechende Belastungsexperimente an domestizierten Füchsen (Kap. 12) zeigten, daß die Corticosteroidausschüttung vergleichsweise stärker erhöht wird als bei der Vergleichsgruppe, ohne jedoch in der Regel deren absolute Werte zu erreichen. Wie bei anderen Organen der Fall, so beeinträchtigt mangelndes ständiges Training offensichtlich auch die Leistungsmöglichkeit des Streßorgans Nebenniere in entscheidenden Belastungssituationen. Laborratten scheinen beispielsweise unter großer Winterkälte größere physiologische Anpassungsschwierigkeiten zu haben als Wildratten. Während letztere dabei unter anderem ihr Körpergewicht halten können, sinkt es bei ersteren ab. Belastungen solcher Art oder Kämpfe und Erschöpfung haben bei Wildratten keine meßbaren Auswirkungen auf den Ascorbinsäure-(Vitamin C-)Gehalt der Nebennieren, während sie bei Laborratten zu sehr starker Ascorbinsäure-Abnahme führen. Albinomäuse besitzen über ihren Fellfarb-Verhaltens-Zusammenhang offenbar geringere Kältefestigkeit als wildfarbene Labormäuse. Hochzuchtfleischschweine mit besonders geringerer Nebennierengröße sind bei physiologischen Belastungen verschiedener Art besonders wenig anpassungsfähig.

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Copyright information

© Friedr. Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig 1983

Authors and Affiliations

  • Helmut Hemmer
    • 1
  1. 1.MainzDeutschland

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