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Ist soziale Wirklichkeit meßbar?

  • Fred Pusch
  • Elke Steven
Chapter
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Part of the Forschungsberichte des Landes Nordrhein-Westfalen book series (FOLANW, volume 3234)

Zusammenfassung

Was Schrödinger über das Verhältnis der Naturwissenschaften zum fühlenden, wahrnehmenden und denkenden Ich aussagte, daß es nämlich deshalb nicht im naturwissenschaftlichen Weltbild thematisiert wird, weil es dieses Weltbild ist, kann in veränderter Form auch auf die Geisteswissenschaften übertragen werden. Erscheint eine geisteswissenschaftliche Theorie auch noch so abstrakt und lebensfern, zählt sie dennoch mit zum Ganzen des menschlichen Lebens. Eine Reflexion über die Welt bildet diese nicht, nur ab, sondern fügt ihr etwas Neues hinzu, das wiederum Teil eines neues Reflexionsprozesses sein kann, in einen infiniten Regreß führend. Für die Sozialwissenschaften, deren Aufgabe es u.a. ist, soziale Wirklichkeit zu beschreiben, kommt — im Gegensatz zu den Naturwissenschaften — ein besonderes Problem hinzu; sie beschreibt nicht “Dinge” oder “Objekte”, sondern befaßt sich mit menschlichem Verhalten und Handeln, macht also — so paradox es klingt — das Subjekt zum Forschungs-Gegenstand, zum Forschungsobjekt. D. h., Sozialwissenschaften beschreiben ein Gesellschaftssystem oder spezielle Bereiche dieses Systems, während sie selbst Teil dieser Gesellschaft sind. Daraus folgt unweigerlich, daß die Ergebnisse der Sozialwissenschaften immer in das Gesellschaftssystem einfließen, das sie beschreiben und in das sie zugleich gehören [1].

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1989

Authors and Affiliations

  • Fred Pusch
    • 1
  • Elke Steven
    • 1
  1. 1.Zentralstelle für Weiterbildung und KontaktstudiumUniversität DortmundDeutschland

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