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Zusammenfassung

Die Schaffung neuer oder die Sicherung bestehender Arbeitsplätze und der Abbau regionaler Einkommensunterschiede sind zwei regionalpolitische Ziele, denen im Rahmen der regionalen Wirtschaftspolitik im Lande Nordrhein-Westfalen besondere Relevanz zukommt. Die regionale Strukturpolitik des Landes und des Bundes sieht sich mit zwei Kategorien von Problemgebieten konfrontiert:
  • den wirtschaftsschwachen zurückgebliebenen Gebieten, die sowohl für das regionale Einkommensniveau als auch für das Angebot an Arbeitsmöglichkeiten einen niedrigen Zielerfülltheitsgrad aufweisen,

  • den strukturgefährdeten industriellen Verdichtungsgebieten, für die der aktuelle und zukünftige Strukturwandel hohe zukünftige Arbeitsplatzdefizite erwarten läßt, in denen aber das Pro-Kopf-Einkommen derzeit noch über dem Bundesdurchschnitt liegt.

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Hinweise

  1. Teilbereich (z.B. in der Einkommenssituation) substituieren läßt. Vgl. zu dieser Problematik auch Hans Peter Gatzweiler: Indikatoren als methodisches Instrument zum Vollzug des BROP durch die GRW, in: Informationen zur Raumentwicklung (1976) 12, S. 737–750, insbes. S. 741Google Scholar
  2. 2).
    Zur Problematik von Vergleichen anhand des Durchschnittswertes für alle Gebietseinheiten der Bundesrepublik und zur daraus folgenden Notwendigkeit von Analysen und Ausgleichsmaßnahmen innerhalb einzelner Teilräume (z.B. innerhalb von Verdichtungsgebieten, ländlichen Gebieten, zurückgebliebenen Gebieten) vgl. z.B. Michael Fensterer: Antagonistische Elemente im Entwurf des Bundesraumord-nungsprogramms, in: structur (1976) 11 S 260–264. Vgl. Fortsetzung der Fußnote 2) auf S. 6Google Scholar
  3. auch Klaus Fischer: Regionalentwicklung: Eine Struktur-und raumordnungspolitische Notwendigkeit, in: structur (1974) 7, S. 153–159.Google Scholar
  4. Vgl. aber auch Klaus Fischer: Scheitert die Strukturpolitik für den ländlichen Raum?, in: structur (1974) 3, S. 55 f, wo einseitig nur zwischen “Verdichtungsgebieten” und “zurückgebliebenen Gebieten” unterschieden wird.Google Scholar
  5. 4).
    Vgl. Carl Flore: Statistische Informationen, in: Informationen zur Raumentwicklung (1976) 12, S. 851Google Scholar
  6. 1).
    “Insgesamt läßt sich damit feststellen, daß vor allem die ländlich geprägten Gebiete bei einem relativen Kalkül die Hauptlast der Rezession auf dem Arbeitsmarkt tragen müssen...”, Carl Flore: Statistische Informationen..., a.a.O., S. 851.Google Scholar
  7. Vgl. zur politischen Auseinandersetzung auch: o.V.: Gleiche Förderpräferenz für Ruhrgebiet wie für Bayerischen Wald, in: structur (1975) 6, S. 123Google Scholar
  8. 3).
    Auch hier erscheint es wichtig, auf die Größenordnung der Abwanderungen in den bedrohten Verdichtungsräumen hinzuweisen: Nach der Wanderungsprognose im Rahmen der Bevölkerungsprognose für das Bundesraumordnungsprogramm tritt der höchste absolute Wanderungsverlust bis 1990 bei den unter 65 jährigen in der Gebietseinheit Essen auf. Mit 214.000 Personen entspricht dieser Wanderungs-verlust in etwa der derzeitigen Einwohnerzahl der Stadt Oberhausen. Hinzu kommen für diese Gebietseinheit noch deutliche Wanderungsverluste durch die Abwanderung der über 65jährigen. Vgl. Reinhold Koch: Wanderungen und Bevölkerungsentwicklung in der Raumordnungsprognose 1990, in: Informationen zur Raumentwicklung (1977) 1/2, S. 92 fGoogle Scholar
  9. 1).
    Günter Esters: Möglichkeiten und Grenzen regionaler In-dustrieansiedlung, in: Strukturprobleme und ihre wirtschaftspolitische Bewältigung, Beihefte der Konjunkturpolitik, Heft 16, Berlin 1969, S. 52Google Scholar
  10. 1).
    “Regionale Wirtschaftspolitik, die beim Produzierenden Gewerbe ansetzt, wird faktisch zu einem Nullsummenspiel der räumlichen Organisationen des Wirtschaftssystems mit den immer noch vorhandenen wesentlich günstigeren Ausgangsbedingungen für attraktive Verdichtungsräume, v/ährend bis vor kurzem noch geglaubt wurde, das allgemeine Wirtschaftswachstum produziere einen “Überschuß” an Arbeitsplätzen, der angesichts der Substitutionsprozesse zwischen Sekundärem und Tertiärem Sektor schmerzlos für die Verdichtungsgebiete in die Fördergebiete gelenkt werden könne”. Carl Flore: Regionale Wirtschaftspolitik unter veränderten Rahmenbedingungen, in: Informationen zur Raumentwicklung (1976) 12, S. 782.Google Scholar
  11. Vgl. auch Gerhard Voss: Regionalpolitik: Abkehr von der Gewohnheit-Prioritäten überprüfen, in: IKO Innere Kolonisation — Land und Gemeinde 26 (1977) 5, S. 183 ff. Nach Ansicht von Voss wird in Zukunft in den peripheren ländlichen Räumen die Sicherung vorhandener Arbeitsplätze gegenüber der Schaffung neuer Arbeitsplätze Priorität genießen, während die Investitionsförderung zur Schaffung neuer Arbeitsplätze sich in Zukunft mehr auf die Verdichtungsgebiete wird konzentrieren müssen, “weil dort die Umschichtung auf eine zukunftsorientierte Produktionsstruktur weder zügig noch reibungslos verläuft” (S. 185)Google Scholar
  12. 1).
    Vgl. Rainer Thoss, Marita Börgel: Untersuchung über die Eignung des regionalen Einkonunensniveaus als Zielgrße der regionalen Wirtschaftspolitik (Mskr.), Münster 1973; Rainer Thoss, Marita Strumann, Horst Bölting: Ein Vergleich des regionalen Bruttoinlandsprodukts je Kopf der Wirtschaftsbevölkerung, des Bruttoinlandsprodukts je Beschäftigten und der Lohn-und Gehaltssumme je Arbeitnehmer im Hinblick auf ihre Eignung als Zielindikatoren der regionalen Wirtschaftspolitik (Mskr.), Münster 1974; Rainer Thoss, Marita Strumann, Horst m. Bölting, Hans-Joachim Schalk: Möglichkeiten der Beeinflussung des regionalen Einkommensniveaus durch regionalpolitische Instrumente, Münster 1975; Rainer Thoss, Korst M. Bölting unter Mitarbeit von Peter Faust: Fortschreibung des Indikators “Lohn-und Gehaltssumme je Arbeitnehmer” für die Zwecke der regionalen Wirtschaftspolitik (Mskr.), Münster 1976Google Scholar
  13. vgl. auch die grundlegende Arbeit von Rainer Thoss: Ein Vorschlag zur Koordinierung der Regionalpolitik in einer wachsenden Wirtschaft, in: Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik 182 (1968/69), S. 490–529Google Scholar
  14. 1).
    Vgl. z.B. Gerhard Voss: Stand der Zieldiskussion in der regionalen Wirtschaftspolitik, in: structur (1975) 4, S. 79Google Scholar
  15. 1).
    Vgl. hierzu Gerhard Voss: Grundsätzliche Aspekte der Erfolgskontrolle regionaler Wirtschaftspolitik, in: structur (1974) 3, S. 54Google Scholar
  16. 2).
    Vgl. hierzu Rüdiger Saekel: Für eine auf die Funktionen der Räume bezogene integrierte Entwicklungspolitik. Vorschläge der Kommission für wirtschaftlichen und sozialen Wandel zur Reform der Raumordnungspolitik, in: Raumforschung und Raumordnung 35 (1977) 1/2, S. 11Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1979

Authors and Affiliations

  • Hannelore Neumann
    • 1
  1. 1.ForschungsinstitutFriedrich-Ebert-StiftungBonn, Bad GodesbergDeutschland

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