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Zusammenfassung

Will eine präskriptive Theorie zweckgerechte und anwendbare Kalküle zugleich anbieten, so stellt sich ihr ein bekanntes Optimierungsproblem: Welche Strukturierungen eines Problems soll sie in ihren Modellen vornehmen, damit möglichst alle wichtigen Aspekte des Problems erfaßt werden, ohne daß zugleich aufgrund der Kompliziertheit der Modelle deren Anwendbarkeit verlorengeht? Da grundsätzlich jede Strukturierung eines Problems durch ein Modell Komplexität reduziert, läßt sich die Frage der Abwägung zwischen Zweckgerechtigkeit und Anwendbarkeit auch als das Problem der optimalen Komplexitätsreduktion bezeichnen, das sich auf zwei Ebenen, für Theoretiker und Praktiker, stellt: Der Theoretiker sucht jene Art der Problemvorstrukturierung, die seiner präskriptiven Theorie die Akzeptanz bei ihren Adressaten sichert, ohne (vermeintlich) grundlegende Erkenntnisse über Problembestandteile zu vernachlässigen. Der Praktiker sucht das Modell, dessen Benutzung ihn einerseits nicht überfordert, das aber andererseits auch nicht so viele Problemaspekte vernachlässigt, daß es für ihn uninteressant und von anderen angreifbar wird. Je mehr der Theoretiker sein Problem reflektiert, desto größer wird der Nutzen der Modelle für die Praxis sein und desto weniger muß diese eine Arbeit leisten, die ihr prinzipiell erspart werden kann.

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Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1990

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Ballwieser
    • 1
  1. 1.lehrt Revisions- und TreuhandwesenLudwig-Maximilians-UniversitätMünchenDeutschland

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