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Zielsetzung und aktuelle Einordnung

  • Uschi Backes-Gellner
Part of the Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung book series (BBF, volume 66)

Zusammenfassung

In hochschulpolitischen Diskussionen der letzten Jahre wurde immer wieder der Vorwurf mangelnder Konkurrenzfähigkeit deutscher Forschung, einer den deutschen Universitäten inhärenten Ineffizienz von Forschung und Lehre oder auch einer Verschwendung öffentlicher Mittel laut. Im Zusammenhang mit der alljährlichen Verleihung der Nobelpreise etwa, die im Vergleich zu früheren Dekaden in jüngerer Vergangenheit eher spärlich in die Bundesrepublik Deutschland flossen, wurde regelmäßig die Gelegenheit wahrgenommen, auf die forschungshinderliche Organisation universitärer Forschung hinzuweisen, deren Ursachen in Bürokratisierung, mangelnder Flexibilität, zu geringer finanzieller Ausstattung oder Arbeitsüberlastung durch Expansion der Hochschulen gesehen werden. Auffallend ist, daß die Kritik jahrelang nahezu folgenlos blieb — politische Konsequenzen oder wissenschaftliche Analysen des Phänomens setzten erst im Zuge knapper werdender Haushaltsmittel und einer daraus abgeleiteten Notwendigkeit zur Beschneidung finanzieller Zuweisungen ein, die zunehmend Konkurrenzdenken in der bundesrepublikanischen Hochschullandschaft aufkommen ließ. Konkreter Ausdruck dieses Umdenkens sind etwa die Neugestaltung des Hochschulrahmengesetzes, das in mehreren Punkten eine Verbesserung der Forschungsmöglichkeiten intendiert, und auch die Empfehlungen des Wissenschaftsrats zum Wettbewerb an Hochschulen (1985).

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Literatur

  1. 1.
    Vgl. beispielhaft den klassischen Sammelband von LUMBSDEN (1974) zur Analyse der Ineffizienz amerikanischer Universitäten und traditionelle Arbeiten zu optimalen Organisationsformen des Wissenschaftsbetriebs bezüglich seiner Innovationskraft (etwa BEN-DAVID/COLLINS (1974) und überblicksartig BOCHOW/JOAS (1984). POMMEREHNE kommt auf der Basis einer umfassenden Literaturaufarbeitung zu dem Schluß, daß empirische Studien im bundesrepublikanischen Raum die Frage der Einflußfaktoren vollkommen vernachlässigen und bisher noch keine Anhaltspunkte für eine konkrete Politikberatung liefern können (POMMEREHNE 1986, 301f).Google Scholar
  2. 3.
    Einen Überblick über alternative Verfahren zur Produktivitäts- und Effizienzmessung im Hochschulbereich liefert LINDSAY (1982).Google Scholar
  3. 4.
    Im folgenden soll in Anlehnung an den amerikanischen Sprachgebrauch zur Vereinfachung der Begriff “Department” für die Fachabteilungen an Universitäten verwendet werden. Vgl. hierzu auch die ausführliche Begründung in Abschnitt 2.2.3 und Anm. 8.Google Scholar
  4. 5.
    Vgl. hierzu genauer die Übersichten von CAMERON (1986b), TÖPFER (1985) und die Kriterienkataloge von CUMMINGS (1983), WEICK/DAFT (1983), KRÖNIG (1984) sowie den integrierenden Ansatz von SANDER/WIGGINS (1985).Google Scholar
  5. 6.
    Fragen der Aussagefähigkeit unterschiedlichster Konzepte zur Messung der Wohlfahrt bzw. genereller Bewertungsprobleme werden ausführlicher im Rahmen wohlfahrtsökonomischer Betrachtungen ausdiskutiert. Vgl. beispielhaft KÜLP/KNAPPE (1984, 127ff); KNAPPE (1980, 26).Google Scholar
  6. 7.
    Ein systematischer Überblick über prinzipiell denkbare Analyseebenen für Forschungseffizienz und empirische Belege können BACKES/SADOWSKI (1985, 67ff) entnommen werden.Google Scholar
  7. 8.
    ANDERSEN (1977, 2) kennzeichnet diese als “the basic administrative unit of scholars that is relatively autonomous and responsible for instruction and research within a specialized field of knowledge”.Google Scholar
  8. 9.
    Vgl. etwa BECHER/KOGAN (1980, 79f), KNAPP (1982), DRESSEL et al (1970), MCHENRY (1977), WINTELER (1981) und die ausgezeichnete Übersicht von BARE (1980) über Leistungsanalysen von Departments.Google Scholar
  9. 10.
    Besonders kraß formuliert RIESER (1985, 21) diesen Gedankengang als Schlußfolgerung aus einer eingehenden Literaturanalyse personenspezifischer Faktoren: “… die Zusammenhänge zwischen den Eigenschaften des Forschers und den Erfolgen (sind — Anm. d.Verf.) weitgehend spekulativ, (…). Aufgrund dieser Zweifel und Bedenken scheint es wenig sinnvoll, die Anstrengungen auf diesem Gebiet der Forschung zu intensivieren, da nur geringe Hoffnung auf Durchbrüche besteht.”.Google Scholar
  10. 11.
    Weitere Belege finden sich im empirischen Teil dieser Arbeit.Google Scholar
  11. 13.
    Ein sehr schönes Beispiel für eine ähnliche Anwendung im Hochschulbereich ist die Studie von MILLER (1982) zur Effizienz der Produktion ökonomischen Wissens im universitären Lehrbetrieb.Google Scholar
  12. 14.
    Im Gegensatz etwa zu der Universitätsstudie von BRESSER, die sich stark auf Fragebogen und Interviews stützt; vgl. beispielhaft BRESSER (1983 und 1984).Google Scholar

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1989

Authors and Affiliations

  • Uschi Backes-Gellner

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