Advertisement

Unsichtbares Theater

Zu einer Bremer Inszenierung des Zerbrochnen Krugs
  • Dirk Grathoff
Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Heinrich von Kleist hat den Zerbrochnen Krug 1811 in zwei Fassungen veröffentlicht: in einer eingekürzten Form, die zur Grundlage der meisten späteren Textausgaben geworden ist, und in einer erheblich, um über 400 Verse längeren sogenannten Variant-Fassung, in der das Werk 1808 in Weimar zur Urauführung gekommen war. Diese Uraufführung, Goethe hatte das Stück inszeniert, war ein katastrophaler Reinfall gewesen. Das Publikum hatte das Stück ausgebuht, wie zeitgenössische Kritiken berichten (vgl. LS 239 ff.), was bis dahin am Weimarer Theater noch nicht vorgekommen war. Die Fehler, die Goethe bei der Einrichtung des Werks begangen hatte, sind inzwischen so landläufig bekannt, daß sie in allen Inszenierungen unserer Zeit gemieden werden: er hatte das Lustspiel in drei Akte unterteilt, so daß die Aufführung zweieinhalb Stunden dauerte. Vorher war die Oper Der Gefangene gegeben worden, damit wurde dem Publikum ein Theaterabend von vier Stunden zugemutet, von halb sechs bis halb zehn abends, was dann den Theaterskandal auslöste.1

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Hinweise

  1. 1.
    Vgl. dazu Ilse-Marie Barth: Zur Aufführung von Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug am Weimarer Hoftheater 1808. In: Goethe-Jahrbuch 100 (1983), S. 219–225.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

Authors and Affiliations

  • Dirk Grathoff

There are no affiliations available

Personalised recommendations