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Rittergeschichten — mit und ohne Gespenster. Kleists Käthchen von Heilbronn auf dem Papiertheater des 19. Jahrhunderts

  • Dirk Grathoff
Part of the Kulturwissenschaftliche Studien zur deutschen Literatur book series (KSDL)

Zusammenfassung

Um das Käthchen von Heilbronn war es im 20. Jahrhundert still geworden. Kleists Schauspiel ist wahrscheinlich eines der meistgespielten Stücke des 19. Jahrhunderts gewesen, doch um 1900 häuften sich die Abgesänge auf das Ritterschauspiel. Zeittypisch mag das Unbehagen des alten Briest bei Fontane gegenüber der permanenten Unterwürfigkeit von Käthchen sein: »Hoher Herr und immer wieder hoher Herr — was soll das? Das leitet in die Irre, das verschiebt alles.«1 So verschwand das zuvor beliebte Käthchen von Heilbronn weitgehend von den Bühnen dieses Jahrhunderts, bis es vor zwanzig Jahren im Zuge einer allgemeinen Kleist-Renaissance wiederentdeckt wurde. Jürgen Flimm inszenierte das Käthchen 1979 am Schauspielhaus Köln als turbulentes Ritterspektakel, in dem blechbewehrte Herren mit gewaltigen Schwertern aufeinander eindroschen. Flimm verdankte den Erfolg vor allem einer kleinen Schauspielerin, die der Sprache Kleists gewachsen war: Katharina Thalbach.2 Von dem Erfolg angeregt, schepperten die Ritterschwerter hernach landauf, landab über zahlreiche Provinzbühnen, was zumindest den Unterhaltungswert des Theaters zu steigern vermochte.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2000

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  • Dirk Grathoff

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