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Schwangerschaftsabbruch als Handlungsoption und Rechtsgegenstand

  • Barbara Heitzmann

Zusammenfassung

Die vorliegende Befragung dreht sich in großen Teilen — aber eben nicht nur — um die Meinungsbildung von Probandinnen zum Schwangerschaftsabbruch und untersucht darin die Stellung des Rechts. Dazu seien hier einige Gedanken zur Situation einer Frau im Schwangerschaftskonflikt dargelegt. Natürlich ließe sich an dieser Stelle auch eine Vorstellung der umfänglichen Diskussion über den Fötus, inwieweit er in der Situation der ersten Schwangerschaftsmonate bereits ein fertiges Menschenwesen ist (dem beispielsweise die gleiche Würde zukommt wie der ungewollt schwangeren Frau) oder ob es sich ‚nur ‘um einen besonderen Körperzustand handelt, einflechten. Nach Ansicht der Verfasserin stellt sich die Entscheidungsfindung im Schwangerschaftskonflikt zwischen dem Wunsch, den eigenen Lebensentwurf ohne die Bindung an eine Tochter oder einen Sohn weiterverfolgen zu können, und dem Wissen darüber, dass bei Fortsetzung der Schwangerschaft ein Mensch auf die Welt kommen könnte, als ein unlösbares Dilemma dar. Letztendlich lässt sich (bisher) über den Reifegrad eines Fötus hinsichtlich der Menschwerdung — z.B. über sein Fühlen und Wahrnehmen (kirchliche Kreise sprechen von der Beseelung) — keine wirklich belegbare Klarheit erreichen. Deshalb kann durch eine bestimmte ethische Wertaussage — wie der Fötus sei „ungeborenes Leben“ und dem geborenen Leben gleichzusetzen — nicht von ‚außen ‘die Entscheidungsfindung der ungewollt schwangeren Frau ausgerichtet werden, sondern es obliegt dem ‚Inneren ‘der betroffenen Frau, wie sie über diese besondere Situation entscheidet. Gleichermaßen muss jedoch auch akzeptiert werden, dass der Zustand einer ungewollten Schwangerschaft für eine betroffene Frau so befremdend ist, dass sich für sie dieses Dilemma überhaupt nicht stellt!

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2002

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  • Barbara Heitzmann

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