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Diskurse der Medienkompetenz

  • Harald Gapski

Zusammenfassung

Zur Durchführung der Bestandsaufnahme soll der Begriff des Diskurses methodisch fruchtbar gemacht werden. Wenngleich von verschiedenen Disziplinen zum Objekt je spezifischer Forschungsprogramme erhoben und bereits in vielfältiger Weise definiert und angewendet44, lassen sich zwei grundsätzliche Gebrauchsweisen des Diskursbegriffs unterscheiden: Zum einen, das Verständnis des Diskurses als sprachliche Interaktion, als Gespräch oder Rede zwischen Anwesenden und zum anderen, die hier relevante Verwendung des Begriffs Diskurs als „eine inhaltlich-thematisch bestimmte, institutionalisierte Form der Textproduktion.“45 Referenzrahmen für die Analyse der Diskurse ist hier also nicht die Situation des Sprechhandelns, um ein grundlegendes Regelwerk sprachlicher Interaktion zu untersuchen, sondern die gesellschaftliche Ebene der geregelten und institutionalisierten Redeweisen. Ohne einer bestimmten theoriegeschichtlichen Verästelung46 zu folgen, geht es darum, den Diskursbegriff für einen sozialwissenschaftlichen Zugang methodisch zu nutzen, da er mehrere Grundannahmen über den ‚Untersuchungsgegenstand ‘Medienkompetenz bündelt: Erstens richtet sich der Diskursbegriff auf zueinander in Beziehung stehende Praktiken der Kommunikation und damit auf Prozesse gesellschaftlicher Wirklichkeitskonstruktionen. Zweitens umschließt der Diskursbegriff „spezifische, gesellschaftlich ausdifferenzierte Formen der Wissensproduktion“47, womit beispielsweise pädagogische, wirtschaftliche oder rechtliche Diskurse der Medienkompetenz gegliedert werden können. Drittens bleibt der Diskursbegriff interdisziplinär anschlussfähig und dient zunächst der Zusammenschau unterschiedlicher „Arrangements von (Be)Deutungen“ (Keller 1997: 317) auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Wiesbaden 2001

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  • Harald Gapski

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