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Aus objektiver Distanz. Notizen zum richtigen Abstand

für S. J. Schmidt so far and from now on
  • Josef Mitterer

Zusammenfassung

  1. 1.

    Erst im Laufe der Zeit wird sich herausstellen, was von der gegenwärtigen Kunst und Literatur Bestand hat und was nicht, was in die Kunst- und Literaturgeschichte eingeht. Die Zeit wird die Spreu vom Weizen trennen, sie bringt »es« oder die Wahrheit an den Tag. Die Geschichte, die Zukunft, wird zeigen, wer recht hat und wer unrecht, was bleibt und was nicht, was vergänglich ist und was unvergänglich.

     
  2. 2.

    Auch in vielen anderen Sätzen und Wendungen unserer Alltagssprache und sogar in eher wissenschaftlichen Diskursen manifestiert sich eine Idee, die ich die Idee des richtigen Abstandes, die Idee der objektiven Distanz nennen möchte. Nach dieser Idee sind Urteile, die aus einem bestimmten, nämlich dem richtigen Abstand gefällt werden, zuverlässiger als Urteile, die diesen Abstand nicht haben. Dieser Abstand kann ein zeitlicher, ein räumlicher und/oder ein emotionaler Abstand sein.

     
  3. 3.

    Wie können wir den richtigen Abstand bestimmen? Ist er als Maßstab für zuverlässige Beurteilungen überhaupt brauchbar? Wie groß, wie lang ist der richtige Abstand? In der Geschichtswissenschaft sollen eine oder gar zwei Generationen vergangen sein, bevor zuverlässige Urteile getroffen werden können. Bei räumlichen Abständen ist oft Kürze angesagt: es heißt ja, dass sich erst »bei näherem Hinschauen«, »bei näherer Betrachtung«, »näherem Herangehen« oder »genauerem Hinsehen« zeigt, wie sich dieses oder jenes »wirklich« verhält. — Hier geht es also eher um ein Verkürzen eines »normalen« oder »ersten« Ab­standes. Der zweite Blick ist dem ersten meist überlegen, aber manchmal müssen wir nicht näher herangehen, sondern ein Stück zurücktreten um genauer, besser, klarer zu sehen.

     

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  • Josef Mitterer

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