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Unser Glück gehört Millionen

Karl Marx und das antike Glück der Gemeinschaft
  • Andreas Göbel

Zusammenfassung

Die Geschichte des Glücksbegriffs ist, legt man die Folie der Geschichte der Soziologie zugrunde, die Geschichte seiner zunehmenden Irrelevanz.2 Dies gilt, wofern man nicht die Grenzen ihrer disziplinären Konstitution berücksichtigt, sondern auch semantische Vorläufer des 19. Jahrhunderts integrieren möchte, auch für das Marxsche oeuvre. Ja, man wird sagen können, daß sich innerhalb des Marxschen Schrifttums noch einmal mutatis mutandis jener Wechsel vollzieht, den in Bezug auf den Glücksbegriff das 18. vom 19. Jahrhundert unterscheidet. Mit der kantischen und wirkmächtig vor allem Hegeischen Kritik am Glückseligkeitsbegriff der aufklärerischen Staatstheorie ist diese Schwelle eindeutig markiert. Von nun an wird, was immer an folgenreichen ‘preadaptive advances’ soziologischer Theoriebildung produziert wird, ohne die Prädominanz des Glücks- resp. Glückseligkeitsbegriffs auskommen. Davon macht namentlich der ‘reife’ Marx des ‘Kapital’ und der ‘Grundrisse’ keine Ausnahme. Gleichwohl zeigt ein Blick auf die sogenannten Frühschriften, daß in ihrem Kontext der Rekurs auf die Semantik des Glücks (und einiger, vor allem der hedonistischen Tradition geschuldeter Derivate wie Genuß) durchaus noch präsent ist und in dieser Hinsicht als Leitidee der Vergegenwärtigung einer Gesellschaftstheorie fungiert, die sich selbst als Kritik beschreibt.

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1997

Authors and Affiliations

  • Andreas Göbel

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