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Authentizität in der Simulation. Möglichkeiten des Trainers zur nachträglichen Behandlung und zur vorsorglichen Verhinderung von Artefakten in Rollenspielen

  • Thomas Bliesener

Zusammenfassung

Simulation auf Schritt und Tritt, wann überhaupt ist unser Leben noch echt? Diese skeptische Frage drängt sich dem Zuschauer auf, wenn er Harun Farockis Filmmontage “Leben BRD” gesehen hat. Was alles für Szenen aus dem Leben werden doch mit größter Selbstverständlichkeit inszeniert und simuliert: Unfälle, Wiederbelebungen, Familienversorgung, Kochberatungen, Polizeieinsätze, Sorgentelefone, Bundeswehrkämpfe, Gesellschaftstänze, Bibelberichte, Stripteaseauftritte, Versicherungsabschlüsse usw. usf. Was uns Farockis Kamera kommentarlos mitansehen läßt, ist die grenzenlos ausgeschöpfte Fähigkeit des Menschen, vergangenes oder künftiges Handeln und Leiden so zu spielen, als wäre es gegenwärtige Wirklichkeit. Alles, was Menschen tatsächlich tun und erleben können, können sie auch fiktiv realisieren, d.h. spielen. Sogar der eigene Tod und die eigene Beerdigung können, wie in bestimmten Sterbemeditationen üblich, gespielt werden. Im Prinzip kann alles zum Stoff eines Rollenspiels werden.

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Literatur

  1. Bliesener, Thomas, 1992. Ausbildung und Supervision von Aidsberatern. In: Fiehler, Reinhard u. Sucharowski, Wolfgang (Hrsg.), Kommmunikationsberatung und Kommunikationstraining. Opladen: Westdeutscher Verlag. 126–142.CrossRefGoogle Scholar
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  3. Ments, Morry van, 1985. Rollenspiel: effektiv. München: Ehrenwirth.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1994

Authors and Affiliations

  • Thomas Bliesener

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