Advertisement

Bank-Blüten pp 139-163 | Cite as

Allerlei Bankgeschäfte

Chapter
  • 16 Downloads

Zusammenfassung

Geschichte wiederholt sich — auch Bankgeschichte.Wieder spielte in Bayern ein „Miststück“, ein Frauenzimmer ausgefallenster Prägung, eine verhängnisvolle Rolle. Nach der Lola Montez jetzt die Adele Spitzeder. Sie, 1832 in Berlin geboren, kam als „Schauspielerin“ mit einer alten Kaffeemaschine als einzigem Besitz nach München, pumpte dort sofort in genialer Weise eine gutgläubige wohlhabende alte Münchnerin an — „Wie man nur auf eine Preußische hat so hereinfallen können!“ schrien hinterher die Münchner — kaufte sich entsprechende Kleider und sechs Hunde. Dazu Zigaretten und einen langen Zigarettenspitz, aus dem sie den ganzen Tag qualmte. Sowas hatte man in der bayerischen Haupt- und Residenzstadt noch nicht erlebt. Diese „Kanaille“ imponierte aber irgendwie dem Münchner. Und dieses Imponieren wuchs sich zur Bewunderung aus, als die Spitzeder anfing, jedes geliehene Geld mit wucherischen Zinsen zurückzuzahlen. Verhüllen wir — soweit wir Münchner sind — das Haupt schamhaft ob der Habsucht und Dummheit unserer Väter. Sie drängten ihr Geld der Adele geradezu auf und verspotteten die Sparkasse ob deren drei Prozent Jahreszinsen, wo doch die Adele zehn Prozent im Monat zahlte und jedem, der Geld brachte, gleich den Zins für zwei Monate voraus in die Hand drückte, ja sogar den stundenlang vor ihrem „Bankhaus“ Wartenden zwei Gulden Wartegeld vergütete.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Copyright information

© Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1994

Authors and Affiliations

There are no affiliations available

Personalised recommendations