Advertisement

Wort — Bedeutung — Begriff: Relationen und ihre Geschichte

  • Gerhard Strauß
Part of the Psycholinguistische Studien book series

Zusammenfassung

Im folgenden sollen Aspekte der Relation zwischen den theoretischen Kategorien WORT, BEDEUTUNG und BEGRIFF herausgearbeitet werden, die in der Sprachwissenschaft vom späten 18. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Rolle gespielt haben und die auch heute noch diskutiert werden. Dies geschieht keineswegs in exhaustiver Weise, sondern ich will nur einige wesentliche Grundlinien und Wendepunkte in der Geschichte des Verhältnisses zwischen diesen Größen aufzeigen. Ich verfahre auch nicht strikt historisch-chronologisch, weil nicht immer inhaltlich zusammengehörige Ansätze auch chronologisch benachbart sind, also mit Diskontinuitäten zu rechnen ist, und weil schon bei einzelnen Autoren diskontinuierliche Perspektivenwechsel auftreten. Vielmehr will ich von einer klassifizierenden Schwerpunktsetzung ausgehen, die sich aus dem Zusammenhang mit dem derzeitigen theoretischen Diskussionsstand ergibt. Die hier relevanten Aspekte können mit Hilfe eines (im Anhang aufgeführten) Rasters herausgestellt werden, das — auch aus heutiger Sicht — wichtige Parameter für die Analyse einer Bedeutungskonzeption bereitstellt. Solche miteinander vernetzten Parameter sind zum Beispiel der Aspekt der Monolateralität gegenüber der Bilateralität des Wort- beziehungsweise Zeichenbegriffs, die Bezogenheit von Bedeutungen auf Begriffe beziehungsweise Konzepte, die Fassung von BEGRIFF selbst (etwa im Rahmen einer idealistischen, realistischen versus nominalistischen Begriffskonzeption), die Unterscheidbarkeit von enzyklopädischem beziehungsweise konzeptuellem und lexikalischem Wissen, und so weiter.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Abel, C. (1878). Die englischen Verba des Befehls. Berlin: Liepmannssohn.Google Scholar
  2. Abel, C. (1882). On philological methods. In C. Abel, Linguistic essays (S. 157–167). London: Trübner.Google Scholar
  3. Adelung, J. C. (1789). Ueber den deutschen Styl. Erster Band (dritte vermehrte und verbesserte Auflage). Berlin: Voß.Google Scholar
  4. Adelung, J. C. (1793). Auszug aus dem grammatisch-kritischen Wörterbuche der Hochdeutschen Mundart. Erster Theil, von A — E. Leipzig: Breitkopf.Google Scholar
  5. Adelung, J. C. (1796). Auszug aus dem grammatisch-kritischen Wörterbuche der Hochdeutschen Mundart. Zweyter Theil, von F — L. Leipzig: Breitkopf.Google Scholar
  6. Bechhold, J. H. (Hrsg.). (1919). Handlexikon der Naturwissenschaften und Medizin (2. Auflage). Frankfurt/M.: Bechhold.Google Scholar
  7. Bierwisch, M. (1983). Semantische und konzeptuelle Repräsentation lexikalischer Einheiten. In R. Ruzicka & W. Motsch (Hrsg.), Untersuchungen zur Semantik (S. 611–699). Berlin: Akademie-Verlag.Google Scholar
  8. Bierwisch, M. & Lang, E. (Hrsg.). (1987). Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin: Akademie-Verlag.Google Scholar
  9. Blutner, R. (1995). Prototypen und Kognitive Semantik. In G. Harras (Hrsg.), Die Ordnung der Wörter (S. 227–270). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  10. Campe, J. H. (1808). Wörterbuch der Deutschen Sprache. Braunschweig: Schulbuchhandlung.Google Scholar
  11. Carnap, R. (1942). Introduction to semantics. Cambridge, MA: MIT Press.Google Scholar
  12. Coseriu, E. (1967). Lexikalische Solidaritäten. Poetica, 1, 293–303.Google Scholar
  13. Coseriu, E. (1972). Die Geschichte der Sprachphilosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Eine Übersicht. Teil II: Von Leibniz bis Rousseau. Vorlesungen, gehalten im Winter-Semester 1970/71 an der Universität Tübingen. Autorisierte Nachschrift. Tübingen: Narr.Google Scholar
  14. Coseriu, E. (1992). Strukturelle und kognitive Semantik. Vorlesung, gehalten im Winter-Semester 1989/90. Nachschrift von U. Maier und H. Weber. Tübingen.Google Scholar
  15. Coseriu, E. & Geckeier, H. (1981). Trends in structural semantics. Tübingen: Narr.Google Scholar
  16. Dieckmann, W. (1981). K. O. Erdmann und die Gebrauchsweisen des Ausdrucks “Konnotationen” in der linguistischen Literatur. In W. Dieckmann (Hrsg.), Politische Sprache. Politische Kommunikation. Vorträge. Aufsätze. Entwürfe (S. 78–136). Heidelberg: Winter.Google Scholar
  17. Eberhard, J. H. (1795). Versuch einer allgemeinen deutschen Synonymik in einem historisch-philosophischen Wörterbuche der sinnverwandten Wörter der hochdeutschen Mundart. Erster Theil. A — C. Nebst einem Versuch einer Theorie der Synonymik. Halle/Leipzig: Ruff.Google Scholar
  18. Erdmann, K. O. (1910). Die Bedeutung des Wortes. Aufsätze aus dem Grenzgebiet der Sprachpsychologie und Logik (2. Auflage). Leipzig: Avenarius.Google Scholar
  19. Frege, G. (1892). Über Sinn und Bedeutung. Zeitschrift ür Philosophie und philosophische Kritik, 100,25–50.Google Scholar
  20. Haase, F. (1874–1880). Vorlesungen über lateinische Sprachwissenschaft. 2 Bände. Band I: Einleitung, Bedeutungslehre (herausgegeben von F. A. Eckstein, 1874). Band II: Bedeutungslehre (Zweiter Theil) (herausgegeben von H. Peter, 1880). Leipzig: Simmel.Google Scholar
  21. Harras, G. (in diesem Band). Zwischen Intentionalität und Konvention: Bedeutungskonzepte für kommunikative Handlungen (S. 67–87).Google Scholar
  22. Hecht, M. (1888). Die griechische Bedeutungslehre, eine Aufgabe der classischen Philologie. Leipzig: Teubner.Google Scholar
  23. Heerdegen, F. (1875–1881). Untersuchungen zur lateinischen Semasiologie. Erlangen: Deichert.Google Scholar
  24. Heerdegen, F. (1890). Grundzüge der lateinischen Bedeutungslehre. In Ch. K. Reisig, 1881–1890, Band II (S. 39–154).Google Scholar
  25. Henne, H. (1972). Semantik und Lexikographie. Untersuchungen zur lexikalischen Kodifikation der deutschen Sprache (= Studia Linguistica Germanica 7). Berlin: de Gruyter.CrossRefGoogle Scholar
  26. Herrmann, Th., Grabowski, J., Schweizer, K. & Graf, R (in diesem Band). Die mentale Repräsentation von Konzepten, Wörtern und Figuren (S. 120–152).Google Scholar
  27. Heyse, K. W. L. (1856). System der Sprachwissenschaft (herausgegeben von H. Steinthal). Berlin: Dümmler.Google Scholar
  28. Hjelmslev, L. (1972). Prolegomena zu einer Sprachtheorie (übersetzt von R Keller, U. Scharf & G. Stötzel). München: Hueber.Google Scholar
  29. Hoffmann, J. (in diesem Band). Die Genese von Begriffen, Bedeutungen und Wörtern (S. 88–119).Google Scholar
  30. Humboldt, W. von (1903–1936). Wilhelm von Humboldts Gesammelte Schriften. Herausgegeben von der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften. Berlin. 17 Bände. [Nachdruck 1968. Berlin: de Gruyter.]Google Scholar
  31. Husserl, E. (1901). Logische Untersuchungen II (5. Auflage 1968). Tübingen: Niemeyer.)Google Scholar
  32. Jackendoff, R. S. (1983). Semantics and cognition. Cambridge, MA: MIT Press.Google Scholar
  33. Jäger, L. (1976). F. de Saussures historisch-hermeneutische Idee der Sprache. Ein Plädoyer für die Rekonstruktion des Saussureschen Denkens in seiner authentischen Gestalt. Linguistik und Didaktik, 27,210–244.Google Scholar
  34. Jäger, L. (1985). Der saussuresche Begriff der Aposeme als Grundlagenbegriff einer hermeneutischen Semiologie. In L. Jäger & C. Stetter (Hrsg.), Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983 (S. 7–33). Aachen: Rader.Google Scholar
  35. Jäger, L. (1987). Die Sprachtheorie Wilhelm von Humboldts. In R. Wimmer (Hrsg.), Sprachtheorie. Der Sprachbegriff in Wissenschaft und Alltag (= Jahrbuch 1986 des Instituts für deutsche Sprache) (S. 175–190). Düsseldorf: Schwann.Google Scholar
  36. Johnson-Laird, P. N. (1987). The mental representation of the meaning of words. Cognition, 25, 189–212.CrossRefGoogle Scholar
  37. Kant, I. (1781). Kritik der reinen Vernunft (Kants Werke in zehn Bänden. Band III. Herausgegeben von W. Weischedel) (4. Auflage). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.Google Scholar
  38. Katz, J. J. & Fodor, J. A. (1963). The structure of a semantic theory. Language, 39,170–210.CrossRefGoogle Scholar
  39. Keller, R. (1990). Sprachwandel. Von der unsichtbaren Hand in der Sprache. Tübingen: Francke.Google Scholar
  40. Keller, R (1995). Zeichentheorie. Zu einer Theorie des semiotischen Wissens. Tübingen: Francke.Google Scholar
  41. Keller, R (in diesem Band). Begriff und Bedeutung (S. 47–66).Google Scholar
  42. Lutzeier, R. P. (1995). Lexikalische Felder — was sie waren, was sie sind und was sie sein könnten. In G. Harras (Hrsg.), Die Ordnung der Wörter (S. 4–29). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  43. Marty, A. (1926). Über Wert und Methode einer allgemeinen beschreibenden Bedeutungslehre. Aus dem Nachlaß herausgegeben von O. Funke. Reichenberg in Böhmen: Gebrüder Stiepel. (2. Auflage 1950. Bern: Francke.)Google Scholar
  44. Marty, A. (1940). Psyche und Sprachstruktur. Aus dem Nachlaß herausgegeben von O. Funke. Bern: Francke.Google Scholar
  45. Paul, H. (1880). Prinzipien der Sprachgeschichte (9., unveränderte Auflage 1975). Tübingen: Niemeyer.Google Scholar
  46. Paul, H. (1895). Ueber die Aufgaben der wissenschaftlichen Lexikographie mit besonderer Rücksicht auf das deutsche Wörterbuch. Sitzungsberichte der philosophisch-philologischen und der historischen Classe der k. b. Akademie der Wissenschaften zu München, Jahrgang 1894,53–91.Google Scholar
  47. Polenz, P. von (1994). Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Neuzeit. Band II: 17. und 18. Jahrhundert. Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  48. Pottier, B. (1964). Vers une sémantique moderne. Travaux de Linguistique et de Littérature, 2.1, 107–137.Google Scholar
  49. Reisig, Ch. K. (1839). Vorlesungen über lateinische Sprachwissenschaft (herausgegeben mit Anmerkungen von F. Haase). Leipzig: Lehnhold’sche Buchhandlung.Google Scholar
  50. Reisig, Ch. K. (1881–1890). Vorlesungen über lateinische Sprachwissenschaft (mit den Anmerkungen von F. Haase). 3 Bände. Band I: Etymologie (neu bearbeitet von H. Hagen, 1881). Band II: Lateinische Semasiologie oder Bedeutungslehre (neu bearbeitet von F. Heerdegen, 1890). Band III: Lateinische Syntax (neu bearbeitet von J. H. Schmalz und G. Landgraf, 1888). Berlin: Calvary.Google Scholar
  51. Saussure, F. de (1967–1974). Cours de linguistique générale (édition critique par R. Engler). Wiesbaden: Harrassowitz.Google Scholar
  52. Saussure, F. de (1972). Cours de linguistique générale (édition critique préparée par T. de Mauro). Paris: Payot.Google Scholar
  53. Schmitter, P. (1987). Das sprachliche Zeichen. Studien zur Zeichen-und Bedeutungstheorie in der griechischen Antike sowie im 19. und 20. Jahrhundert. Münster: MAKS Publikationen.Google Scholar
  54. Schuchardt, H. (1905). Sachen und Wörter. Zeitschrift ür romanische Philologie, 29, 620–622.Google Scholar
  55. Schuchardt, H. (1912). Sachen und Wörter. Anthropos, 7, 827–839.Google Scholar
  56. Schwarz, M. (1992). Kognitive Semantiktheorie und neuropsychologische Realität. Repräsentationale und prozedurale Aspekte der semantischen Kompetenz. Tübingen: Niemeyer.Google Scholar
  57. Schwarz., M. (1995). Kognitivismus und Lexikon. In G. Harras (Hrsg.), Die Ordnung der Wörter (S. 359–367). Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  58. Stachowiak, F. J. (1979). Zur semantischen Struktur des subjektiven Lexikons. München: Fink.Google Scholar
  59. Stachowiak, F. J. (1982). Haben Wortbedeutungen eine gesonderte mentale Repräsentation gegenüber dem Weltwissen? Neurolinguistische Überlegungen. Linguistische Berichte, 79,12–29.Google Scholar
  60. Stetter C. (1985). Linguistische Konsequenzen der Sémiologie Saussures. In L. Jäger & C. Stetter (Hrsg.) Zeichen und Verstehen. Akten des Aachener Saussure-Kolloquiums 1983 (S. 35–51). Aachen: RaderGoogle Scholar
  61. Trabant, J. (1976). Elemente der Semiotik. München: Beck.Google Scholar
  62. Trabant, J. (1983). Ideelle Bezeichnung. Steinthals Humboldt-Kritik. In A. Eschbach & J. Trabant (Hrsg.), History of semiotics (S. 251–276). Amsterdam: Benjamins.Google Scholar
  63. Trier, J. (1931). Der deutsche Wortschatz im Sinnbezirk des Verstandes. Zur Geschichte eines sprachlichen Feldes. I: Von den Anfängen bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts. Heidelberg: Winter.Google Scholar
  64. Weisgerber, L. (1927). Die Bedeutungslehre — ein Irrweg der Sprachwissenschaft? In L. Antal (Hrsg.) (1972), Aspekte der Semantik. Zu ihrer Theorie und Geschichte (S. 53–76). Frankfurt/M.: Athenäum.Google Scholar
  65. Wellander, E. (1917–1928). Studien zum Bedeutungswandel im Deutschen. 3 Bände. Uppsala: Lundequistska.Google Scholar
  66. Wiegand, H. E. (1970). Synchronische Onomasiologie und Semasiologie. Kombinierte Methoden zur Strukturierung der Lexik. Germanistische Linguistik, 3,243–384.Google Scholar
  67. Wiegand, H. E. & Harras, G. (1971). Deutscher Wortatlas (= Germanistische Linguistik 1-2). Hildesheim: Olms.Google Scholar
  68. Wundt, W. (1900). Völkerpsychologie. Band I: Die Sprache. Leipzig: Engelmann.Google Scholar

Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Gerhard Strauß

There are no affiliations available

Personalised recommendations