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Bedeutungskonstitution im Gespräch: Die Geschichte eines Ledersofas

  • Carmen Spiegel
Part of the Psycholinguistische Studien book series

Zusammenfassung

Was man unter Bedeutung versteht, wurde von Philosophen, Psychologen, Soziologen und Linguisten und auch innerhalb der Linguistik häufig unterschiedlich — und keineswegs erschöpfend — diskutiert. Wenn man in der linguistischen Semantik (insbesondere struktureller Prägung) von der “Bedeutung eines Wortes” spricht, so meint man damit das (fach-) sprachliche Wissen, das man von einem Wort und seinem Gebrauch hat, die semantischen Repräsentationen von Merkmalen beziehungsweise Merkmalsbündeln; so repräsentiert man die sprachliche Bedeutung des Wortes beziehungsweise des Nomens “ledersofa” durch die Prädikate [+konkret, +artefakt]. Neben der semantischen Struktur, welche das sprachliche Wissen repräsentiert, spricht man noch von der konzeptuellen Struktur, welche das enzyklopädische Wissen, das Wissen von der Welt, welches die Sprachbenutzer über die Referenten oder Bezugsobjekte der sprachlichen Ausdrücke besitzen, beinhaltet. Die Unterscheidung zwischen den (Wissens-) Elementen, die Bestandteil der Bedeutung eines Wortes sind (dem sprachlich-lexikalischen Wissen), und dem enzyklopädischen Wissen ist nicht immer eindeutig. Davon unterschieden wird noch einmal die aktuelle Bedeutung eines Wortes oder Ausdrucks; das ist diejenige Bedeutung, die ein Ausdruck in einer bestimmten Gesprächssituation in einem bestimmten Redekontext erhält (und an welcher sprachlich-lexikalisches, enzyklopädisches und episodisches Wissen in unterschiedlichem Maße beteiligt sind).

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Copyright information

© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1996

Authors and Affiliations

  • Carmen Spiegel

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