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Dialektisch orientierte Gesellschaftstheorien

  • Gabor Kiss
Part of the Studienbücher zur Sozialwissenschaft book series (WVST, volume 13)

Zusammenfassung

In der »Phänomenologie des Geistes« will Hegel aufzeigen, auf welche Weise das Denken aus dem Bereich der täglichen Erfahrung (— Wissen des Alltagsmenschen) zu dem wirklicher philosophischer Erkenntnis (— Wissen des Philosophen) gelangt 1. Auf dem Wege des Erkenntnisprozesses zur absoluten Wahrheit muß das denkende Subjekt zuerst feststellen, daß die Welt in Wirklichkeit nicht so ist, wie sie erscheint. Dieses Bewußtsein der Differenz zwischen Schein und Wirklichkeit ergibt sich aus einem dialektischen Prozeß eben dieses Bewußtwerdens in der Auseinandersetzung mit der dinglichen Welt, d. h. mit den Gegenständen seiner Umwelt durch die Erfahrung.

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Literaturverzeichnis

  1. 1.
    Vgl. im weiteren: Marcuse, Herbert: Vernunft und Revolution (1941), — Soziologische Texte, Bd. 13, Neuwied 1962 (Luchterhand), S. 89 ff.Google Scholar
  2. 2.
    »Die Arbeit, welche Hegel kennt und anerkennt, ist die abstrakt geistige«. Frühschriften, hrsg. S. Landshut, Stuttgart 1968, S. 270 (Kröner).Google Scholar
  3. 3.
    Im folgenden werden sich die Seitenzahlen — wenn nicht anders angegeben — auf dieses Werk beziehen.Google Scholar
  4. 4.
    Kant löst diesen Widerspruch in seiner Ethik auf, Hegel in der (folgenden) politischen Philosophie der Sittlichkeit als Allgemeinheit.Google Scholar
  5. 1.
    Privat, lateinisch: privation — Beraubung.Google Scholar
  6. 2.
    D. h. sowohl evolutionär als auch revolutionär: über diesen scheinbaren Widerspruch vgl. unten: 3 (»Entwicklungsgesetzlichkeit«).Google Scholar
  7. 3.
    Vgl. Sik, Ota (Prag): Ökonomie, Interesse, Politik, Berlin-Ost, 1966 (Dietz), S. 45 ff.Google Scholar
  8. 1.
    z. B. Tageswerk, Jahresvertrag usw.Google Scholar
  9. 2.
    Vgl. Mandel, Ernest (Paris, 1962): Marxistische Wirtschaftstheorie, Frankfurt a. M., 1968 (Suhrkamp). — Der Autor will nachweisen, daß die von Marx entworfene, auf seiner Wirtschaftstheorie beruhende Gesellschaftstypologie von den Forschungsergebnissen der modernen Wissenschaften vollständig bestätigt werden können (S. 16).Google Scholar
  10. 1.
    planvolle Verteilung solcher Nutzleistungen, auf deren Verfügung der Wirtschaftende … zählen zu können glaubt … (Sparen)Google Scholar
  11. 2.
    planvolle Verteilung verfügbarer Nutzleistungen auf mehrere Verwendungsmöglichkeiten in der Rangfolge der geschätzten Bedeutung …Google Scholar
  12. 3.
    Vgl. Mandel, Wirtschaftstheorie, op. cit. S. 104 ff.Google Scholar
  13. 4.
    So hatte z. B. der Bauer die Arbeitswoche so einzuteilen, daß er an bestimmten Tagen auf den Feldern des Gutsherrn, an anderen an seinem eigenen Feld arbeitete. Die erstere, gesellschaftlich gesehen notwendige Arbeit, erbrachte das notwendige Produkt für den Unterhalt der Produzenten. Die zweite, die Mehrarbeit, lieferte das Mehrprodukt, aus dem die besitzende Klasse lebte.Google Scholar
  14. 5.
    Wirtschaft und Gesellschaft, Köln-Berlin 1964 (Studienausgabe), I. S. 43-155.Google Scholar
  15. 6.
    Über die Typen sozialen Handelns vgl. Teil II, Kap. VIII/2/1; der Vorgriff auf die Webersche Analyse ist aus thematischen und didaktischen Gründen (Gegenüberstellung zu Marx) zu rechtfertigen.Google Scholar
  16. 7.
    Vgl. hierzu: Groethuysen, Bernard: Die Entstehung der bürgerlichen Welt-und Lebensanschauung in Frankreich, I, II, Halle, 1930 (vgl. insbesondere: I, S. 80 ff.).Google Scholar
  17. 8.
    Webers Klassentheorie mündet in einer formalen Feststellung von näheren und entfernteren Beziehungen zur »Marktlage«, aufgrund deren er Besitz-, Erwerbs-und soziale Klassen unterscheidet und die Erwerbsklasse in »positiv und negativ Privilegierte« unterteilt (Stände und Klassen, in: Wirtschaft, op. cit. S. 223-227). — Vgl. Lukâcs, Georg: Die Zerstörung der Vernunft, Berlin 1955, S. 474-489.Google Scholar
  18. 9.
    Es handelt sich hier nicht um die Obergangsformen (Mittelschichten), sondern um Typen strukturell polarisierter Gruppen und deren typische Situation. Das Problem der Mittelschichten zeichnete sich erst im späteren Verlauf der industriellen Entwicklung ab.Google Scholar
  19. 10.
    Hofmann, Werner: Grundelemente der Wirtschaftsgesellschaft, Hamburg 1969 (Rowohlt), S. 57.Google Scholar
  20. 11.
    Eine Ware ist ein zum Verkauf bestimmter Artikel (vgl. Kapital, I, S. 194).Google Scholar
  21. 12.
    Anzeichen für das wachsende Bedürfnis eines assoziierten Daseins in der durch Anonymität und Isolierung gekennzeichneten industriellen Welt lassen sich schon in unseren Tagen feststellen: vgl. Städteplanung, Wohnungsbau, Assoziationen jeder Art (Kommunen Jugendlicher, Altenheime usw.). Das Grundproblem zeigt sich vor allem in der noch nicht gefundenen »materiellen« Form, den isolierten Sozialzustand so aufzuheben, daß die individuelle Lebensphäre gleichzeitig bewahrt werden kann.Google Scholar
  22. 1.
    Also ein mangelnder Grad an Konzentration.Google Scholar
  23. 2.
    Durch einfache Addition entsteht also kein qualitativer Sprung.Google Scholar
  24. 3.
    Vgl. die Marx-Interpretation von Stanislaw Ossowski; Klassenstruktur im sozialen Bewußtsein, Soziologische Texte, Bd. 11, Neuwied 1962 (Luchterhand).Google Scholar
  25. 4.
    Nach dem schichtenspezifischen Kriterium der Arbeit würde z. B. ein Bauer, der selbst über Produktionsmittel verfügt (und unter Umständen auch Knechte beschäftigt), aber zur Instandhaltung seines Hofes auch seine eigene Arbeitskraft einsetzen muß, selbst zu den Ausgebeuteten gehören, weil er ökonomisch gezwungen ist, produktiv zu arbeiten. — Auf der Grundlage des Kriteriums: Arbeit-Nicht-Arbeit, wird z. B. auch das »Lumpenproletariat« von Marx und Engels zu einer negativen, weil unproduktiven Schicht der Gesellschaft gerechnet.Google Scholar
  26. 5.
    Aufgrund der vorherigen Erörterungen dürfte der Begriff einer »dialektischen Evolution« unproblematisch sein: um es nochmals zu betonen: es kann sich nach dialektischer Sichtweise nie um eine »lineare Entwicklung« handeln, weil Widersprüche stets in einer Einheit auftreten, die das Gleichgewicht der Entwicklung stören, wobei die angestauten Spannungen im Prozeß des Umschlagens in eine neue Qualität aus dem Modus der evolutionären Bewegung antithetischer Kräfte eine revolutionäre Bewegung »machen«.Google Scholar
  27. l.
    Lukács, Georg (Ungarn): Geschichte und Klassenbewußtsein (Berlin 1923), 2. Aufl. Neuwied 1968 (Luchterhand), S. 199-201.Google Scholar
  28. 2.
    Vernunft und Revolution (1941), — Soziologische Texte, Bd. 13, Neuwied 1962, S. 135.Google Scholar

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© Westdeutscher Verlag GmbH, Opladen 1972

Authors and Affiliations

  • Gabor Kiss

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